Skip to main content

Full text of "Urkundenbuch der Abtei Sanct Gallen, v. 6"

See other formats


ee ren se 


URKUNDENBUCH 


DER | 


ABTEI SANCT GALLEN 


TEIL VI 


(1442—1463) 


LIEFERUNG | 
(1442—1448) 


HERAUSGEGEBEN VOM HISTORISCHEN VEREIN DES KANTONS ST. GALLEN 


UNTER MITWIRKUNG VON JOSEPH MULLER 
BEARBEITET 
VON 
TRAUGOTT SCHIESS 


ST. GALLEN 
VERLAG DER FEHR’SCHEN BUCHHANDLUNG 
1917 


4376. — 1442 Mai 22. — Ueli Gali von Bernharizell (Bernazell), Landmann zu 
Appenzell, gibt mit Ulrich Lanker, ebenfalls Landmann zu Appenzell als erkornem Vogt, 
seiner Ehefrau Else von Bleikenbach 45 8 » Si.G.W. aus seinen Giitern zu Bernkartzell 
als Higengut zum Ersaiz thres vdlerlichen Erbes, das er an sich gezogen hat. Fir Gali und 
Lanker siegell Heinrich Fdssler, Weibel za Appenzell. — Am zinstag in der Daun 
Pfingstwuchen, 1442. 

Stitsarchiv St.Galien, K.K. 8. P. 1. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 


48797. — 1442 Mai 24. (Schaffhausen). — Biurgermeister und Rat zu Schaffhausen 
(Schauffhusen), in deren Stadi Heinrich Klob, der kantengiesser, .. ain erber fréw, mit 
namen Peter Niinaugsters, unsers ratsgesellen, und Hansen Clingers miter, zi der 
hailigen e genommen hat, ersuchen auf Bitte Klobs und seiner Stiefsdhne den Birgermeister 
und Rat zu St.Gallen, in einem Streit zwischen Birgermeister und Rat zu Uberlingen 
und Klob, in dem die Parteien sich wilkiirlich uff uwer wishait zi komende, geeinigt hditen, 
sich der Sache anzunehmen, rechttage darumbe ze setzende und sy von ainander zi wisende 
und dem Klob auf den Tag fretes Geleit zu geben. Schriftliche Aniwort durch den Boten. — 
Uff dornstag nach dem hailigen Pfingestage, 1442. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier- Original mit Siegelspuren a t. 


4378. — 1442 Juni 1. (Schaffhausen). — Biirgermeister und Rat zu Schaffhausen 
(Schauffhusen) danken dem Birgermeisier und Rat zu St.Gallen dafiir, dass sie sich der 
Sache zwischen denen von Uberlingen und Heinrich Klob zem rechten angenommen haben, 
und bitien, da die sachen dem iinsern also angelegen, daz er dero kurtz uBtrags wol bedorffte, 
um urnverziigliche Anseizung eines Rechtstages und Austrag. — Datum feria sexta post Corporis 
Christi, 1442. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


4379. — 1442 Juni 6. (St.Gallen). — Vor Wilhelm Boner, Dekan des Konvents des 
Gotteshauses St.Gallen, der auf der Pfalz zu St. Gallen offentlich za Gericht sitzi, nehmen 
die Geschwister Ulrich, Jos und Fid Géssler, eheliche Kinder von Ulrich Géssler selig, 
mii Hermann Keller, genannt Bader, als Vogt, Konrad Hér als wiser und Johans 
Goider, dem Schreiber, als Fiirsprech einander zu rechten gemaindern an iiber nachstehende 
Gotteshauslehen: einen jahrlichen Zins von 10 Malter beiderlei Kornes, 1&8 + und 10 Herbst- 
hithnern aus dem Hof gen. Engi, einen Zins von 6 Malter Korn und 6 Hiithnern aus dem Hof 
Blasenberg, den Uli ze Engi innehat, einen Zins von 4 Malter Korn und 4 Herbsthiihnern 
von Heini Canis Gut and ihren Teil des Waldes am Tonsberg, alles in der Pfarrei Bern- 
hartzell, ferner iber den Weingarten zu Hasla, Haus, Torkel und Hofraite, im Rheintal, 
iiber thren Teil von Haus, Hofstati und Hofraite za St.Gallen am alien Kornmarkt, stoft 
an Frik Blarers sel. Erben Haus und an der Firerin Haus, sowie iiber all ihre jetzige und 
kiinftige liegende und fahrende Habe. Es siegeln der Dekan mit dem Dekaneisiegel, Ulrich 
Géssler, Konrad Hor fiir Jos und Fid Géssler und Hermann Keller. Hiebei waren zugegen 


2 Kaspar 1442—1463. 


Konrad Hor, Hans Varnbiler, Hans Stdheli, Walti Keller, Ulrich Zidler, Kaspar 
Wirt und andere. — An der niahsten mittwoch nach unsers Herren fronlichams tag, 1442. 
Stiftsarchiv St. Gallen, BOcherarchiv Bd. 1941, f. 369.— Hntwurf von der Hand des dbtischen Schreibers. 


4880. — 1442 Juni 11. (St.Gallen). — Vor Dekan und Konvent des Gotteshauses 
St.Gallen kommt zwischen Ammann, Rat und gemeinen Birgern zu Alistdtlen und denen 
von Liichingen eine giitliche Vereinbarung zustande, wonach sie die rechiliche Entscheidung 
ihrer bisherigen Streiligkeiten wegen Trati, Wunn und Weide dem Hans Tumb, dem zur 
Zeit das Meierami zu Altstdtten zugehért, oder dessen Statthalter und seinen Lehenleuten, 
doch die nit sicher sient noch an der sach tail ald gemaind, gewinn ald verlust habint, ider- 
tragen. Und zwar sollen beide Teile Tumbs Statthalier, da er selbst abwesend ist, innerhalb 
acht Tagen um Ansetzung eines Rechtstages ersuchen. Ouch als die von Altstetten die von 
Liichingen gepfendt und inen ir vih angetriben hant und die von Liichingen das vih uff ain 
widerantwurten ussgetrést hant, sol inen uff das reht das vih ledig und los und die trostung 
ab sin, sdllent och sy tratt haben uff der von Altstetten hofmarken, als sy bissher gehebt und 
herbracht hant, biss das die sach zwiisschent (inen) mit rechte entschaiden und ussgesprochen 
wirdt. Diese Vereinbarung (dises satzes) sind Wdlti Hohermut, Ammann, Birgi Staiger, 
Radolf Adel und Johans der Schreiber von Alistdtten fiir die von Alistdtten und Uli 
Zirn, Wdalti Wild und Hans Hennler von Liichingen fir die von Liichingen eingegangen, 
und es sind dariiber zwei gleiche nottel mit dem Dekaneisiegel ausgestelli worden. — Am 
mentag vor sant Vits tage, 1442. 

Stiftsarchiv St. Gallen, BOcherarchiv Bd. 1941, f.370. — Hntwurf von der Hand des dbtischen Schreibers. 


4881. — Papst Eugen (IV) teilt dem Kaspar von Landenberg mit, dass er ihn 
als Abt iiber das Kloster Si.Gallen geseizi habe und befiehli ihm, sich dieser Aufgabe mit 
Kifer zu unterziehen. 

Florenz 1442 Juni 18. 

Hugenius episcopus, servus servorum dei, dilecto filio Caspari de Landenberch, 
abbati monasterii sancti Galli de Sanctogallo Romane ecclesie inmediate subiecti, ordinis 
sancti Benedicti, Constantiensis diocesis, salutem et apostolicam benedictionem. Summi 
dispositione rectoris ad regimen universalis ecclesie deputati curis assiduis angimur et assidua 
meditatione pulsamur, ut opem et operam, quantum nobis ex alto conceditur, impendamus, 
quod orbis ecclesie et monasteria universa pastorum regiminibus destituta, presertim Romane 
ecclesie inmediate subiecta, per nostre providentie ministerium viris committantur ydoneis, 
qui sciant, velint et valeant ecclesias et monasteria ipsis commissa feliciter regere et salubriter 
gubernare. Dudum siquidem quondam Eglolpho, abbate monasterii sancti Galli de Sancto- 
gallo eidem ecclesie Romane inmediate subiecti, ordinis sancti Benedicti, Constantiensis 
diocesis, provintie Maguntinensis, regimini dicti monasterii presidente nos cupientes ipsi 
monasterio, cum illud vacaret, per apostolice sedis providentiam utilem et ydoneam presidere 
personam provisionem eiusdem monasterii ordinationi et dispositioni nostre duximus ea vice 
spetialiter reservandam decernentes extunc irritum et inane, si secus super hiis per quoscunque 
quavis auctoritate scienter vel ignoranter contingeret attemptari. Postmodum vero prefato 
monasterio per obitum dicti Eglolphi abbatis, qui extra Romanam curiam debitum nature 
persolvit, abbatis regimine destituto nos vacatione huiusmodi fide dignis relatibus intellecta 
ad provisionem ipsius monasterii celerem et felicem, de qua nullus preter nos hac vice se 
intromittere potuit sive potest reservatione et decreto obsistentibus supradictis, ne monasterium 
ipsum longe vacationis exponatur incommodis, paternis et solicitis studiis intendentes post 
deliberationem, quam de prefitiendo eidem monasterio personam utilem et etiam fructuosam 
cum fratribus nostris habuimus diligentem, demum ad te, monachum monasterii sancti Marci 





Kaspar 1442—1463. 3 


Augie Maioris, ordinis et diocesis predictorum, ordinem ipsum expresse professum et in 
subdiaconatus ordine constitutum, cui de religionis zelo, litterarum scientia, vite munditia, 
honestate morun, spiritualium providencia et temporalium circumspectione aliisque multiplicum 
virtutum donis apud nos fide digna testimonia perhibentur, pro quo etiam dilecti filii conventus 
prefati monasterii Sancti Galli per suas patentes litteras nobis super hoc humiliter supplicarunt, 
direximus oculos nostre mentis. Quibus omnibus attenta meditatione pensatis de persona tua 
nobis et eisdem fratribus ob dictorum tuorum exigentiam meritorum accepta ipsi monasterio 
Sancti Galli de dictorum fratrum consilio auctoritate apostolica providemus teque illi preficimus 
in abbatem curam, regimen et administrationem eiusdem monasterii tibi in spiritualibus et 
temporalibus plenarie committendo in illo, qui dat gratias et largitur premia, confidentes, 
quod dirigente domino actus tuos prefatum monasterium Sancti Galli per tue circumspectionis 
industriam et studium fructuosum regetur utiliter et prospere dirigetur ac grata in eisdem 
temporalibus et spiritualibus suscipiet incrementa. Quocirca discretioni tue per apostolica 
scripta mandamus, quatinus impositum tibi a domino onus regiminis dicti monasterii Sancti 
Galli suscipiens reverenter sic te in eius cura salubriter excercenda diligentem exhibeas et 
etiam studiosum, quod prefatum monasterium Sancti Galli fructuoso administratori gaudeat 
se commissum tuque preter eterne retributionis premium nostram et dicte sedis benedictionem 
et gratiam exinde uberius consequi merearis. Datum Florentie, anno incarnationis dominice 
millesimo quadringentesimo quadragesimo secundo, quarto decimo kalendas [ulii, pontificatus 
nostri anno duodecimo. 

Stiftsarchiv St. Gallen, A.1.E.2.— Pergament-Original: die Bleibulle samt Schnar fehlt. — Kanzlei- 
vermerke: Links unter dem Bage: X. B. Palavicinus. Io. de Cruce; rechts auf dem Buge: Arnoldus VIII. 


Dorsualnotizen: R. mit eingeschriebenem Ar; bei den Léchern der Siegelschnur: Bornives; rechts davon: 
P. de Sancto Gallo; in der einen Ecke: Laurencius. 


4382. — 1442 Juni 18. Florenz. — Papsit Eugen (IV.) zeigt dem Konvent des Klosters 
St.Gallen in einer mutatis mutandis iibereinstimmenden Bulle an, dass er den Kaspar 
von Landenberg, Ménch des Klosters Reichenau und Subdiakon, zum Abt von St. Gallen 
ernannt habe, und befiehlt, denselben als Abt anzunehmen und ihm gebiihrenden Gehorsam 
zu leisten. — Datum Florentie, quarto decimo kalendas Iulii, 1442. 

Stiftsarchiv St. Gallen, A. 1.E.4. — Pergament-Original mit Bleibulle an Hanfschnur. — Kanzlei- 
vermerke: Links unter dem Bug: x. B. Palavicinus. Io. de Cruce; rechis auf dem Bug: Pro B. de 
Albertis N.de Cremonensibus. — Dorsualnotizen: R. mit eingeschriebenem Ar.; bei den Siegelschniiren: 
Arnoldus. 


4388. — 1442 Juni 19. — Bruder Jos Walch vom Johanniter-Orden, Leutpriester 
za Wuppenau, als Obmann, Pfaffe Eglolf von Leutmerken, Dekan, und Pfaffe Bilgri, 
Leatpriester zu Mosnang (MaBnang), als Schiedleute des Herrn Hans Spiizli, Leutpriesters 
zu Wil, Rudolf von Steinach, SchultheiZ, und Hans Schowinger, Alischultheip za Wil. 
als Schiedleute des Heini Fer (Verr) von Almensberg, entscheiden einen Streit zwischen 
Hans Spitzli und Heini Fer wegen eines jahrlichen Zinses von einem halben Mutt Kernen, 
den Spitzli za Handen des Leutpriestereiamtes beanspruchte aus dem von Fer bebauten sog. 
St. Peters-Gut, wahrend Fer thn verweigerte mit der Begriindung, dag das Gut setnem 
Veller sel. von dem Bruder Jos Walch verliehen worden sei um 10 Mutt Kernen jéhrlich, 
je zur Halfte an die St. Peters-Kirche za Wil und an die St. Peters- Kirche zu Wuppenau 
zu entrichien, za Gunsten des Hans Spitzli, nachdem dieser mil Zeugen den in einer friitheren 
Verhandlung ihm auferlegten Beweis erbracht hat, dag seine Vorfahren und er selbst etwa 
10 Jahre bis auf 60 Jahre zuriick im Genuf des Zinses gewesen seien. Es siegeln der Ob- 


mann, Pfaff Eglolf und Rudolf von Steinach. — Uff zinstag vor sant Albans tag, 1442. 

Stiftsarchiv St. Gallen, H. 3 F. f. 18. — Pergament-Original. — Das erste und dritte Siegel hangen ein- 
gendht. — Die Urkande uber die dem Sprache vorangegangene Verhandlung vom 38. Aprit (zinstag nach 
Ostern) findet sich am gleichen Ort. 


4 Kaspar 1442—1463. 


4884. — 1442 Juni 21. Florenz. — Papsi HKugen (IV.) erteilt dem Abt Kaspar von 
St. Gallen die Erlaubnis, dap er von irgendwelchen Vorgeseizten, welche apostolische Voil- 
macht besitzen, an Sonn- oder Fesitagen auch auferhalb der dafiir rechilich fesigesetzten 
Zeiten die Wiirden eines Diakons und Presbyters-der Reihe nach und ebenso von einem der- 
selben oder einem andern die Weihe empfangen diirfe, und erteilt den Vorgesetzien die Er- 
lanbnis zur Ubertragung der Wiirden und der Weihe. — Datum Florentie, undecimo kalendas 
Tulii, 1442. 

Stiftsarchiv St. Gallen, A. 1. E. 8.— Pergament-Original mit Bleibulle an Hanfschnur. — Kanzilei- 
vermerke: Links unter dem Bug: X. B. Palavicinus. Io. de Cruce; rechte aazf dem Bag: C. de Thoma- 


cellis. — Dorsuainotizen: R mit eingeschriebenem Ar.; bei den Siegelschniiren: Ia. Petrie; rechis 
davon am Rand: Io. Ganffridi. 


4385. — 1442 Juni 22. (St. Gallen). — Lienhart Renftler, Birger zu St.Gallen, and 
seine Ehefrau Fid Brendler verkaufen den Briidern im Bruderspital zu St. Gallen fir 
20 & » St.G. W. za Handen des Spitals einen jahrlichen, je auf Martini in den Spital zu 
entrichtenden Zins von 18 >) St.G. W. aus threm Acker ob Sant Lienhart héltzli, den die 
Fraa von threm Vater Hans Brendler sel. ererbt hat, genannt des Brendiers Acker, 
stoBi an die Grindhalde, an Hermann Brendlers Acker, an Hans Brendiers Weide 
und an die Landsirafe. Die Verkdufer versprechen, den Kéufern den Zins auch vor ainem 
zikunfftigen herren und abbte des gotzhus 2 Santgallen, von dem sie mil dem Acker be- 
lehni sind, zu ferligen, wenn derselb herre zi land komt und ansitzt an der abtye und sie 
dann von den Kdufern darum gemahnt werden. Fir sie siegelt Konrad Curer, Birger- 
meister zu St. Gallen. — Am naéhsten fritag vor sant Johans tag, des Téffers, ze sunwendi, 1442. 

Stiftsarchiv St. Gallen, BOcherarchiv Bd. 1941, f. 379. — Hntwurf von der Hand des dbtischen Schreivers. 


4886. — 1442 Juni 25. (Rapperswil). — Vor SchultheiZ und Rai der Stadt Rappers- 
wil, vor welche SchultheiZ und Rat der Stadi Wil und Peter Iringer, Wiri zu Kloten in 
Streitigkeiten zum Recht gekommen sind und die den Parteien auf heute einen offenen Rechis- 
lag verkiindel haben, klagt Peter Iringer gegen die von Wil: Als in dem jiingsien Krieg 
zwischen der Stadt Ziirich und dem Lande Schwiz die von Wil mit ir offen paner in Ky- 
burger ampt gezogen und in demselben zug gen Cloten komen waren, syen dieselben von 
Wil im in sin hus gelouffen, haben im sin win, sin korn und ander dssig ding verbrucht, 
géssen, getruncken und usgetragen, und als seine Nachbarn, denen sein Schaden leid getan, 
deshalb mit denen von Wil geredet, hdtten diese Ersaiz fiir allen in Kloten getanen Schaden 
zugesichert; er glaube also, von den Wilern Ersatz fiir sin korn, sin win und ander ding und 
solich wistung, so si imm getan, und fiir die daraus enisltandenen Kosten fordern zu dirfen. 
Die Wiler erwidern darauf darch Rudolf von Steinach, SchultheiZ, und Hans Schouwinger, 
AlischultheiZ, sie seien wirklich auf jenem Zug. nach Kloten gekommen und hditen dort ver- 
nommen, daf der Kldger von sinen nachgeburen daselbs gen Zurich gewichen und also ir 
offner vyend wire, sodaf sie zu dem, was sie in seinem Haus getan, berechligi gewesen seien. 
Die den andern Nachbarn zu Kloten, die dozemal gehiildt hatten, gegebene Zusage, sie giit- 
lich zu halten, beriihre den Peter Iringer als ihren offenen Feind nicht und ihm oder in Be- 
treff seiner sei auch keine solche Zusage gegeben worden; dazu seien die Sachen und der Krieg 
ganzlich gerichtet, und nach den vorgelegten Richtungsbriefen glaubien sie, ihm nichts schuldig 
zu sein. Nach Anhérung von Klage und Antwort ersuchen die von Rapperswil beide Teile, 
das denn solich sachen zum nechsten beliben und mer cost vermitten, wir ouch rechtsprechens 
tiberhept und entladen wurden, ihnen die Sache zi minn und recht zu ibertragen, und 
sprechen nach Hinwilligung der Parteien dem Iringer eine Enischddigung von 6 fi. rhein. zu, 
die thm bar ausgerichtel wird und womit die von Wil, ouch junckher Beringer von Landen- 
berg von Griffense und alle die, so under derselben von Wil paner gehort hand, gerichtet 


Kaspar 1442—1463. 5 


sind. Hieriiber wird jedem Teil ein Brief ausgestellt. — Uff mentag vor sant Peter und Pauls 
tag, der heilgen zwelffbotten, 1/442. 
Stadtarchiv Wil, Schubl. Hi, Mr. 74. — Pergament-Original; das Siegel fehit. 


4887. — 1442 Juli 3. — Ridolff von Roschach der eltest und Eglolff von Roschach 
der eltest under den jungen, die gemeinsam dem Ludwig von Eppenberg (Appenberg), 
Radolfs Tochtermann, wegen der Aussteuer der Tochier Rudolfs 200 fl. rhein. schulden und 
die Summe an Martini itiber vier Jahre nach Datum des Briefes ausrichien, bis dahin jahrlich 
auf Martini mit 10 fi. verzinsen sollen, setzen ihm fir sich, Eglolfs Brider und ihre Nach- 
kommen als Unterpfand ein: item ain git genampt des Rotfuchsz Hof, stosset an das Loch, 
an Fromenwilien und an Roschacher zelgen, item und ain wis genant Biltenriet, stosset 
ga allen sidten an Roschacher zelgen, und stellen ihm auferdem fir Schuld und Zins xe 
ainem rehten weren.. Ulrichen Payrer, iinsren friind. Hs siegeln die beiden von Rorschach 
und Ulrich Paier. Hierby sint gewesen Hans von Ainwil, Radolff Gelter, Ulrich Sen 
und Hans Stihenly. — An sant Ulrichz abet, 1442. 

Stadtarchiv St.Gallen, Tr. T, Nr. 280. — Pergament-Original; die Siegel fehien. 


438s. — 1442 Juli 5. (Feldkirch). — Ammann und Rai zu Feldkirch (Veltkirch) 
geben dem Birgermeister und Rat za St.Gallen davon Kenninis, das an ettlichen ennden 
umb iins, namlich am Eschnerberg und enhalb und dishalb Rins daselb umb im der refier 
uff und ab, ettwas gebrest under das vih komen ist, das das so giih und in solicher kurtzer 
zit abstat, das des glich in langer zit nit vil me gehdortt ist, als wir vernemen. Daruff wir 
mit unsern metzgern geschafft und bi den aiden verbotten haben, daselbs und in ainer halben 
mil dabi oder da umb dehain vih nit ze koffen, das si in der metzg mainen zi vertriben. 
In dem ist tins in gater warhait angelangt, wie fil vihs an den ennden verkofft und zi iich 
gefirt werd, was sie mitteilen wollien, das ir tich nach sdlichem gerichten und darmn zi 
versehen wissen. — Geben am dornstag nach sant Ulrichs tag, 1442. 

Stadtarohiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel a t. 


4389. — Doktordiplom fir Abt Kaspar von St.Gallen als Dokior des kanonischen 
ftechies. 
Bologna 1442 Juli 7. 

{In domini] nomine amen. Scientiarum gloriosa mater et toto orbe terrarum veneranda 
studii Bononiensis famosissima auctoritas duntaxat illos ad publicam et eminentem cathedram 
supremique doctoratus celeberimam dignitatem extollit, quos meritissime scandere promerentes 
laboriosis studiis, acutis ingeniis et continuis vigiliis gloriosam sapientie palmam consecutos 
dignis laudum testimoniis perhibet comprobatos, ita ut taliter promovendi merito apud universos 
seculi principes pro eorum assistentia ad dirigendas et gubernandas respublicas ceteris homi- 
num generibus mereantur singularibus privilegiis, honoribus, dignitatibus et laudibus preferri. 
Cum itaque vir nobilis et scientia ornatissimus dominus Guaspar, filius quondam Hermanni 
de Brayten-Landenberg, abbas reverendus monasterii abbatie Sancti Galli, ordinis sancti 
Benedicti, Constantiensis diocesis, de civitate Sancti Galli, quem scientia moribus et vir- 
tutibus spetiali prerogativa honoris hodie sublimavit, fuerit presentatus prestantissimo monarce 
iuris utriusque doctori famosissimo domino Iohanni de Anania, doctorum principi, locuntenenti 
in hac parte benemerito reverendissimi in Christo patris et domini domini P. Barbo, mise- 
ratione divina tituli sancte Marie diaconi cardinalis ac ecclesie Bononiensis archidiaconi 
dignissimi, per nobilem et egregium iuris utriusque doctorem dominum Antonium de Sancto- 
petro et per eximium et venerabilem virum iuris utriusque doctorem dominum Iohannem 
de Podio, canonicum Bononiensem ac curie episcopalis Bononiensis vicarium meritissi- 


6 Kaspar 1442 —1463. 


mum, ambos Bononienses cives, examinandus et approbandus in scientia iuris canonici et 
ad hoc se subiecerit arduo, rigoroso privato ac tremendo examini omnium doctorum almi et 
venerandi collegii canonistarum civitatis Bononie, in quo quidem examine ita et taliter se 
habuit, quod tam a prefato domino Iohanne de Anania, locuntenente predicto, quam ab 
aliis omnibus dicti collegii doctoribus fuit tamquam sufficiens et ydoneus in ipsa iuris canonici 
scientia unanimiter, concorditer, publice et laudabiliter ac eorum nemine discrepante bene- 
merito approbatus, ut constat de predictis scriptura hodie per me Nicholaum notarium in- 
frascriptum rogata, eadem vero die fuerit idem dominus Guaspar dicto domino Iohanni de 
Anania, locuntenenti predicto, per prelibatos dominum Antonium et dominum Iohannem 
de Podio, promotores predictos, presentatus propter doctoratus gradum assumendum in 
ipso lure canonico: quocirca prelibatus dominus Johannes de Anania, locuntenens, con- 
siderans primo, quod legitur in homelia venerabilis Bedde scripta in devotissimo et potentissimo 
monasterio Sancti Galli predicto supere vangelio occurrenti, hoc est infra octavam Visitationis 
gloriose virginis Marie, videlicet: , Nulla quippe in adiscendo mora est, ubi spiritus doctor est‘, 
ex quo prefatus dominus locuntenens cognovit, quod gratia spiritus sancti in adiscendo cum 
ipso domino Guaspare fuit, secundo et consideravit, quod optime cantavit gallus dupliciter 
pro ipso domino Guaspare ceu quia noviter electus benemeritus abbas sancti Galli de 
Sancto Gallo ut supra, postremo considerans ipse dominus Iohannes de Anania, locuntenens, 
scientiam, mores et virtutes, quibus prenominatum dominum Guasparem altissimus predotavit, 
prout in dicto eius privato examine ac etiam in hoc publico in facto visibiliter se demonstravit, 
auctoritate sibi per prefatum dominum archidiaconum hac in parte concessa et attributa de 
consilio etiam et consensu omnium doctorum dicti collegii ibidem existentium eundem dominum 
Guasparem asseruit, pronuntiavit et declaravit sufficientem, habilem et ydoneum ad habendum, 
tractandum et exercendum officium et honorem doctoratus in ipsa iuris canonici scientia sibique 
tamquam sufficienti et ydoneo huiuscemodique promotione dignissimo in ipsa scientia de cetero 
legendi, glosandi, docendi, interpretandi, doctorandi, magistrandi et omnes alios actus doctorales 
publice exercendi Bononie, Padue et ubique locorum plenam tenore presentium licentiam 
concessit et omnimodam potestatem. Et illico ut idem dominus Guaspar possessionem huius- 
modi doctoratus ab omnibus de cetero noscatur adeptus, prefatus dominus Antonius de 
Sanctopetro tam suo nomine quam vice et nomine prefati domini Iohannis de Podio 
insignia ipsius doctoratus eidem domino Guaspari, prout petiit, hac in forma tradidit, vide- 
licet primo librum scientie iuris canonici eidem in manibus dando clausum et apertum, secundo 
biretum sive diadema doctorale capiti suo imponendo, tercio ipsum anulo aureo nomine ipsius 
scientie desponsando, postremo sibi pacis obsculum exhibuit cum magistrali benedictione, ut 
idem dominus Guaspar sic insignitus et coronatus coronetur in celesti patria per eum, qui 
unicus et trinus est deus per infinita seculorum secula benedictus, amen, rogans me prelibatus 
dominus Guaspar, abbas et doctor novellus, Nicholaum, notarium infrascriptum, ut publi- 
cum de premissis conficiam instrumentum, quod prefatus dominus Iohannes de Anania, 
locuntenens, iussit sigilli predicti domini archidiaconi appensione muniri. Datum et actum 
Bononie, in ecclesia cathedrali, die septimo mensis lulii anni nativitatis domini nostri 
Iesu Christi millesimi quadringentesimi quadragesimi secundi, indictione quinta, pontificatus 
sanctissimi in Christo patris et domini domini Eugenii, divina providentia pape quarti, anno 
duodecimo, presentibus nobili et egregio viro decretorum doctore domino Nicholao de Esch, 
thesaurario Metensi, rectore dignissimo dominorum scolarium Ultramontanorum almi studii 
Bononiensis, et eximio artium doctore domino Nicholao Dido de Arimino, rectore do- 
minorum scolarium almi studii scientie artium et medicine, nec non generosis et spectabilibus 
viris domino Iohanne de Griffonibus et domino Nicholao de Sanutis, ambobus militibus 
et Bononiensibus civibus, ac venerabili viro domino Toma Petri Russ, comendatore bene- 
merito ecclesie beate Marie Thetonicorum lIerosolomitanorum, Bononiensis diocesis, 


Kaspar 1442—1463. 7 


atque viris egregiis domino Antonio de Pratoveteri, legum doctore, et domino Antonio 
de Volta, canonico Bononiensi, decretorum doctore, et nobilibus viris domino Friderico 
Sesselman de Culumbach de Alamania, artium liberalium magistro et in legibus licentiato, 
domino Bernardo Eichorn, monacho monasterii sancti Iohannis, Constantiensis dio- 
cesis, domino Burchardo Maiger, canonico atque custode Zurciacensis ecclesie et cano- 
nico Emeracensi nec non rectore parochialis ecclesie in Capell, fratre Bernardo Aichern, 
[con]ventualis monasterii in valle Sancti Johannis, Constantiensis diocesis, domino Io- 
hanne quondam comitis Antoniide Mutiliana, canonico Pistoriensi rectoreque parochialis 
ecclesie sancti Mamme de Bononia, atque etiam nobili et pudico iuvene domino Johanne 
Ulrici de Stoffel, ... ecclesie maioris Constantiensis, et aliis quam pluribus insigni(bu)s 
viris et egregiis doctoribus in multitudine copiosa, omnibus testibus ad premissa vocatis, ad- 
hibitis et rogatis. 

Ego Nicholaus, civis Bononiensis, filius quondam Tadei de Mamelinis, publicus 
imperiali ac comunis Bononie auctoritate notarius et nunc notarius prefati domini archi- 
diaconi Bononiensis substitutus a generoso viro Christofero quondam spectabilis militis 
D. Brayguerre de Caccianimicis, cive Bononiensi, dicti domini archidiaconi notario, ex 
indulcto apostolico predictis omnibus interfui eaque rogatus scribere predicta publice scripsi 
et in fidem premissorum omnium hic me subscripsi. 


Stiftsarchiv St. Gallen, D. 2.C.4.— Pergament-Original; das Siegel hdngt eingendhit an Hanfschnur. 
Die Anfangsinitiale und der ganze linke Rand samt dem Notariatszeichen ist weggeschnitten. 


4390. — 1442 Juli 11. — Die Briider Haintz, Riff, Claus, Cintz und Hanns die 
Mayer von Mowyler und ihre eheliche Schwesler Anna Mayer, die wie ihr Vater Heinz 
und thr Bruder Benz sel. die Weiher zu Moweiler, nemlich den Hérlochwyer, stobet 
an den wald genant Rottawald, item den wyer im Vokenmos, genant der Kolbrunner, 
item den wyer im Riettmos, item den wyer genant der Schnaittwyer, item den wyer 
darob ligende, item den Wittmoswyer und die behalter und griben alle daselben gelegen, 
bisher mit Heinrich Siirg dem Gltern, Biirger zu Ravensburg, gemeinsam innehaben und 
zu thren Lebzeiten gemeinsam mit ihm und seinen Erben genieZen sollien, kommen mit Zu- 
slimmung thres lipherren Heinrich Siirg des jiingern, seBhafi zu Reitnau (Raittnow) mil 
Heinrich Siirg dem dltern dahin tiberein, daB er und seine Erben die genannien Wether und 
Gruben mit allen Rechien und Zugehorden forian von ihnen ungestori innehaben und geniefen 
sollen gegen Ausrichtung eines jadhrlichen Leibdings von 108 >» Ravensburger M. u. W., das 
je auf Georgi in Ravensburg an die Geschwister, als lang und allediewyle wir alle oder 
unser ains oder mer in lib und leben ist, bezahlt werden soll gemadf dem Leibdingbrief. Dabei 
ist ausbedungen, daB die alien Briefe iiber die Weiher in dem artikel, als darinn begriffen 
ist, ob unser ains oder mer von Margretten Siirginen, siner lieben matter siligen, oder iren 
erben zagen und andern schirm, herschafft oder burgkrecht an iins némen und inen unser 
lib und giatt entfrémdeten und sdlichz zi schulden kame, das wir das iiberfiren und iiber- 
varen hetten, in Kraft bleiben sollen. Fiir die Geschwister siegeli ihr libherr. — An mitt- 
wochen nach sant Ulrichs tag, des hailigen bischoffs, 1442. 


Stiftsarchiv St.Gallen, T. T. 2.1. A. 4. — Pergament-Original mit eingendhi hangendem Siegel. — 
Vgl. Urkundenbach IV, Nr. 2506 und V, Nr. 4099. 


4391. — 1442 Juli 13. Innsbruck. — Herzog Friedrich der dltere von Osterreich 
legt in einer EHingabe an Papst Eugen (IV.) dar, wie er als Patronatsherr der Kirche zu 
Rankwil vor ldngerer Zeit fiir sie dem Bischof von Cur den Kaspar Papes prdsentiert 
habe, der aber nichi in ihren friedlichen Besitz gelangen konnle, weil ein andrer Rechte auf 
sie beanspruchte. Aus Ehrfurchi vor dem geistichen Stand habe er den Papes nicht tatkrdftig 


8 Kaspar 1442—1463. 


unterstiitzt, sondern sich mit rechtlichem Austrag des Streites zufrieden gegeben, und da nun 
Papes die Sache bei der Kurie vor dem zusidndigen Richter anhdngig machen wolle, bitte 
er, thn gnddig zu fordern. — Insprugge, XIII. Iulii, 1442. 

Stiftearchiv St. Galten, Bacherarchiv Bd. 869, §. 72. — Kopie aus dem 15. Jahrhundert. 


4892. — 1442 Juli 20. — Ruedi Huber, der sich gegen Biirgermeister und Rat za 
Si.Gallen vergangen hat, weil diese seinen Bruder Hans Huber in vangkniis&S genomen 
und umbe sin mibtat gerichtet haben, schwért, auf Firbitte seiner Herren von Appenzell ub 
vorchten gelassen, daf er nimmer gegen die von St.Gallen sein und um Ansprachen gegen 
Biirger sich des Rechtes vor Birgermeister und Rat geniigen lassen wolle. Fiir ihn siegelt Hans 
ze Gmiinden, Ammann 2u Appenzell. — Am gwaintzigisten tag des Héwmonats, 1/442. 


Stadtarchiv St. Gallen, Tr. XXXV, Nr. 20. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. — 
Regest: Appenzeller Urkundenbuoch I, Nr. 757. 


4398. — 1442 Juli 28. Frankfort. — Konig Friedrich (III) sendet zu Birgermeister 
und Rat zu St.Gallen den edlen Jacoben Druchksess von Walpurg, unsern und des 
reichs lanntvogte in Swaben, rate und lieben getrewn, dem wir empholhen haben, ettwas 
unser sachen und meynung an ew zu bringen, und gebielet, ihm in dem, was er nuczemal 
von unsern wegen an ew bringen und werben werde, vollen Glauben zu schenken. — Geben 
zu Frankchfort am Meyn, am sunnabende nach sand Jacobs tag, 1442. 

Stadtarchiv St.Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel (Heffner, Nr. 143) a t. — Kanzlei- 
vermerk rechte unten: Conclusio propria domini regis. — Vgi. Nr. 4401. 


4394. — 1442 August 10. Frankfort. — Konig Friedrich (IIL) befiehlt dem Birger- 
meister und Rat zu St.Gallen dem Jacoben Druchsess von Waltpurg, seinem Rat und 
Landvogt in Schwaben, der Auftrag hat, von solher zwittrecht und stoss wegen, so sich 
halten zwischen Hannsen von Empts an ainem und Eberharten von Ramswag an dem 
andern tail,.. etwas unser maynung an ew zu werben, in der Sache Glauben zu schenken 
wie ihm selbst. — Geben zu Frankchfurt, an sant Laurenczen tag, 1442. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven.— Papier-Original mit Siegel (Heffner, Nr. 143) a t.— Kanzleiver- 
merk rechts anten: Conclusio domini regis propria. 


4395. — 1442 August 15. (Bern). — SchultheiZ und Rat der Stadt Bern erteilen dem 
Ullin Meiger, gnemt Schimacher, von Sant Gallen sicheres Geleit, in unser stat und 
lender und fiir tins ze komen und ze wandlend vonhin biss uff des heiligen Criitzes tag, als 
es erhécht ward (14. September), ..und den tag allen, sicher sins libes und gates, und wider 
von uns untz an sin gewarsami. Doch daz wir datzwiischent niitzit dester minr unserm 
fiirnémen und sachen wellent nachgan. — Uff unser Frdwen tag in Ogsten, 1442. 


Staatsarchiv Bern, Geleitsbriefbuch 1442—91, S$. 1. — Gleichzeitige EHintragang. — Ebenda wird das Geleit 
am 18. Oktober bis Martini, und nochmals am 7. November bis Lichtmess (2. Februar 1443) erstreckt. 


4396. — 1442 August 18. (Lindau). — Biirgermeister und Rat zu Lindau erwidern 
dem Birgermeister und Rat zu St. Gallen auf eine Anfrage, ob wir ihczit vernomen haben, 
wa iinser gnedigister herre der rémisch kiting sig oder wahin er willen habe: erst gestern 
sei ihnen von dem Résch von Uberlingen, der zu Frankfurt liege, ein vor etwa 10 Tagen 
abgefasstes Schreiben zugekommen, woraus zu eninehmen, wie tinser herre der kiing noch 
daselbz ze Frankenfurt ligge. Dieselb schrifft hat aber nit inn, wenn er dannen ald wahin 
er sich keren woélle; doch so versehen wir iins, man vind in noch in ainer kurczen zit daselbsz. 
— Datum sabbato post Assumpcionis Marye virginis, 1442. 

Stadtarchiv St.Galien, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhille a t. 


Kaspar 1442-—1463. 9 


4397. — 1442 August 21. (Constanz). — Biirgermeister und Rat zu Constanz be- 
richten dem Birgermeister und Rat zu St.Gallen auf erneute Anfrage von wegen der zikunfft 
iinsers allergnddigisten herren dez rémischen kiings: von ihren Raisfreunden, die letzten 
Sonntag (19. August) vom Kénig heimgekehri seien, haiten sie verstanden, wie zi Frankfurt 
gemaini red gewesen sy, daz derselb iinser herr der rémisch kiing vor im hett, uff mantag 
vor iinser Frowen tag Assumptionis, och nachst vergangen (13. August), zi Frankfurt uff- 
zibrechen und gen Fridberg za ziehen und da dannen widerumb an den Rin gen Wurms, 
Spir, StraBburg und in daz Bribgow. Ob er nu also uff die zit uffgebrochen sy oder nit, 
haben wir kain aigenschafft; sie versprechen aber, was sie elwa vernehmen, unverziiglich zu 
berichten. — Datum 3. ante Bartholomei apostoli, 1442. 

Stadtarchiv St.Gallon, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4398. — 1442 August 30. Gottlieben. — Bischof Heinrich (IV.) von Constanz teill 
dem Biirgermeister und Rai zu St. Gallen mit, er habe ettliche héltzer by und umb tich liggen, 
die zi iinserm schloB Arbon gehoren, daran iins und iinserm stifft von ettlichen unsern 
umbsessen merglich briich und intriig beschechen, als dann ettlichen den iiwern wol zi wissen 
ist, die nu umb die sachen nit sagen noch kuntschafft geben wollen, sy werden dann zi 
sdlichem gehalten. Hr bittet deshalb, die Leute von St.Gallen, an die dann wir oder die 
tinsern sdlich sachen ztigen, anzuhalten, ins der warhait, so ver in dann davon zi wissen 
ist, kuntschafft zu geben und iins das nit zi verzihen, nachdem und dann im rechten 
billich ist; denn er wiirde sie nicht gern darumb mit recht furnemen. — Geben in tinserm 
schloss Gottlieben, uff donrstag nach sant Polegyen tag, 1442. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel a t. 


4399. — 1442 September 7. (Wil). — Schalihei£Z, Rat und gemeine Biirger der Stadt 
Wil im Turgau, die gern dem seit lingerer Zeit empfundenen Mangel des Spitals zu Wil 
an gottesdienst und der misse .., demselben spital, den huSpfrindern, bridern und hufsiechen 
und iren nachkomen zi einer komliche und fiirderniib, mit Zuslimmung Abt Kaspars von 
Si.Gallen und des Leutpriesters za Wil abhelfen wiirden, haben den Abt und den der- 
zeitigen Leutpriester Hans Spitzli ernsilich darum gebeten und deren Kinwilligung erlangt 
unter folgender Bedingung. Also, wie daz jetzo oder hernach keme, daz noch merer gotz- 
dienst daselbs gestifftt, geordnott und gemachtt wurdi, daz das gantzlich iinserm obgenanten 
herren von Sant Gallen, sinen nachkomen, éch sinem gotzhus und siner kilchen zi Sant 
Peter ze Wil und einem jeklichen liitpriester derselben kilchen unschedlich geschechen sol, 
jetzo und hernach, alz ander pfrinden und gestifften ze Wil dch geordnett und gemacht sint 
nach lut und sag der brief tinser lieben Fréwen und der frimess altar in Sant Niclaus 
kilchen ze Wil, alles ungevarlich. Sie siegeln mit iinsers ratz secrettinsigel. — An iinser 
lieben Frdwen Abent Nativitatis, 1442. 

Stiftsarchiv St. Gallen, H.3.F.f. 12. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 


4400. — 1442 September 10. — Abi Kaspar von St. Gallen verschreibt dem Liitfrid 
Muntprati von Constanz fiir 1100 fi. auf Riickkauf 50 fl. Zins aus des Gotteshauses Wein- 
und Kornzehnien 24 Altstetten und zi Bernang im Rintal, und was dazwiischant gelegen 
ist, namlich zi Luchingen, zi Marpaeh, zi Rebstain und zi Balgach, fir ledig, denn 
das vor dem genanten Liipfriden lxviij guldin geltz, die widerkéuffig sind mit xv° guldin, 
darab gand, und stelli ihm als Mitgiilien Ulrich von Helmsdorf, Sigmund von Landen- 
berg, Konrad Paier, Walther von Andwil, Rudolf von Steinach, Rudolf Geller, 
Heinrich Zwick, Ulrich Senn und Ulrich von Purs. — An dem nechsten mentag nach 
unnser lieben Frowen tag zi herbst, 1442. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Bicherarchiv Bd. 95, 8. 18f. — Verzeichnis der von Abt Ulrich (VIII) eingelésten 
Briefe, 1490 von Ulrich Rigger angelegt. 


2 


10 Kaspar 1442—1463. 


4401. — 1442 September 17. — Jacob Truchsesse zi Walpurg, Reichslandvogi 
in Schwaben, schreibt an Birgermeister und Rat zu Si.Gallen: Als ich yeczund kurcz- 
lich by iich in tiwer statt gewesen bin und die erbern, wisen amman und raut zi Appen- 
Zell frintlich gebetten han, ir erber ratsbotten uff die zit by mir da ze haben, das sy och 
gitlich getan hand uff die zit, so hab ich solich werbung, so mir denn min allergnedigoster 
herre der romisch etc. kiing an iich und sy zi werben enpfolhen hett, geworben und mit 
uch gerett; dozemal itiwer wishait vierzehen tag ain bedengken nam, mir darumb antwurt ze 
geben. Da nun diese Zeit verstrichen, ohne daB ihm die Antwort zagekommen, bittei er am 
deren Milleilung, damit er dem K6énig tiwer mainung darinn zi verstend geben kénne. — 
Geben am mentag nach des hailigen criicz tag Exaltacionis, 1/442. 

Stadtarchiv St.Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t.— Regest: Appenzeller Ur- 
kundenbuch 1, Nr. 758. — Vgl. Nr. 43893. 


4402. — 1442 September 24. Ziirich. — Kénig Friedrich (III), der im Namen des 
Abtes Kaspar von St.Gallen, da dieser durch manicherley anligender und notdurfftiger 
sines gotshuses sachen willen so ferre in dise lannd, ouch durch unsicherheit der wege, 
personlich zu uns nit komen mag, seine und sines gotzhuses zu Santgallen lehen, regalia 
und werltlichkeit zu empfahen, als er doch das gerne tete und ouch pflichtig were zu tun, 
um Belehnung mit den Lehen eic. ersucht worden ist, verletht dem Abt alle und ygliche ob- 
gemelte seine und sines gotzhuses und closters zu Santgallen lehen, regalia, werltlichkeit 
und gerichte mit allen iren rechten, wirdikeiten, eren und zierden dortzu gehorenden, wie 
dann die von sein vorfaren abbten doselbst uff in komen sind, mit der Bedingung, daf der 
Abt dem Bischof Heinrich (1V.) von Constanz zu Handen von Konig und Reich Geliibde 
und Eid leiste und sie wie gebrduchlich erneuere, wenn er persénlich zum Konig komme. 
Dazu nimmi der Konig den Abt und das Gotteshaus in seinen besondern Schuiz, bestdatigt 
ihnen alle und ygliche ir gnad, rechte, freiheite, brieve, privilegia, hantvesten, gut gewonheit 
und herkomen, die sein vorfaren abbten und seinem gotzhuse zu Santgallen von unsern vor- 
faren romischen keisern und kunigen, uns und andern fursten und hern gegeben sind, und 
gebietet allen Fiirsien und Amileutenh etc., sie dabei bleiben zu lassen bei Gefahr seiner Un- 
gnade und der in den Briefen seiner Vorfahren festgesetzten Strafen. Auch soll chain krafft 
noch macht haben, was wer auch immer gegen die Freiheit und Rechte des Gotteshauses zu 
dessen Schaden erworben hat oder fortan erwirbt. — Zu Czurich, am néchsten mantag 
nach sandt Matheus, des heiligen zwelffboten und ewangelisten, tag, 1442. 

Stiftsarchiv St. Gallen, P.1.6.1.— Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. — Kanzlei- 
unterfertigung rechts auf dem Bug: Ad mandatum domini regis Ulricus Sunnenberger, canonicus 
Pataviensis.— Registraturvermerka tergo: Rts lacobus Wider]; zwischen den Siegelschniiren : viij. BB. 
— Regest: Chmel, Nr. 1141. 

Auf Bitte Abt Kaspars stellte 1446 Oktober 22. (uff sambstag vor sant Symon und sant Judas tag. 
der hailigen apposteln) Brun von Tettikoven, Stadtammann zu Constanz, ein Vidimus aus. 

Stiftsarchiv St. Gallen, P. 1. G.2.— Pergament-Original mit eingenadhi hangendem Siegel. — Dorsual- 
notiz: BB. 


4408. — 1442 September 24. Ziirich. — Kénig Friedrich (III) verleiht dem Abt 
Kaspar von St.Gallen fiir seine Stadt Wil (Wyle) im Turgau die Freiheit, dap fortan 
er und seine Nachkommen in Wil 12 Geschworene tinsetzen diirfen, die mit dem Vogt der 
Grafschaft Turgau uber all schedlich lute, mortbrenner, rauber, diep, morder, oder wie die 
genant sind, die offennlich oder haymlich schedlich lute sind, richten sollen. 

Chmel Regesta Friderici lll., Nr. 1140. — Regest. Der Text entspricht mutatis mutandis fast wértlich der 
Urkundenbuch V, 3588 mitgeteilten Freiheit Konig Sigmundas. 


4404. — 1442 September 24. Ziirich. — Kénig Friedrich (III.) bestdtigt auf Bitte 
einer Botschaft von Schulthei~, Rat und Biirgern der Stadt Wil in Ansehung treuer Dienste 








Kaspar 1442—1463. 11 


ihnen und ihrer Stadt alle und jegliche gnade, freiheit, recht, brieve, privilegia und hant- 
vesten seiner Vorfahren und ouch darczu ir alt herkomen und gute gewonheit, und gebietet 
allen Fiirsten und Amtleuten bei seiner Ungnade, sie dabei zu schiitzen. — Geben zu Ziirich, 
an montag nach sand Mawricien tag, 1442. 

Stadtarchiv Wil, Nr. Vl. — Pergament-Origingl mit beschddigtem Siegel (Heffner, Nr. 134, Taf. XV, 
109/10). — Kanzleiunterfertigung rechis auf dem Bag: Ad mandatum domini regis Ulricus Sunnen- 


berger, canonicus Pataviensis. — Registraturvermerk a tergo: Rts Iacobus Widerl. — Regest: 
Chmel, Nr. 1147; Lichnowsky VI, Nr. 395. 


oe 

4405. — 1442 September 28. Liitisburg. — Die Briider Freiherren Hiltprand und 
Petermann von Raron (Raren), Herren zu Toggenburg, geben dem Abt Nikolaus des 
Gotteshauses St. Johann die Adelheid Schnetzer, eheliche Tochter des Hansli Schnetzer 
von Henau (Hennow), jetzt Ehefrau des Hansli Schmidt von Nieder-Stetten, mit all 
ihren kiinftigen Nachkommen in Tausch gegen Margret, eheliche Tochter Johansen des 
Schmidtz von Nidern-Utzwille, jetzt Ehefrau des Heinrich Isenring (Insenring) 
aus Miihlau (Miildw), samt deren kiinftigen Nachkommen..— Zi Litenspurg, uff unser 
vesti, an sant Michels abend, 1442. 

Stiftsarchiv St.Gallen, 0.9. 1.C.59. — Pergament-Original mit den eingendht hangenden Siegein 
beider Freiherren. — Ebenda, D. D. 3. F. 1 findet sich der Gegenbrief von Abt Nikolaus und dem Kapitel 


des Gotteshauses St. Johann. Datam: Ze Sant Johann in unserm gotzhus, an sant Michels abend, 1442. — 
Pergament-Original mit den offen hangenden Siegeln von Abt und Kapitel. 


4406. — 1442 Oktober 1. (Wil.) — Konrad Riimeli (Rimbelli), Hofammann des 
Abtes Kaspar von St.Gallen zu Wil, der mit Abt und Konvent ein Ubereinkommen 
wegen eines Leibdings getroffen, Giiter, die er von thnen auf Riickkauf innehatte, abgetreten 
und als Leibding erhalten hat, erklart, er habe bei diesem Anlass auch das Giitlein, ge- 
nannt Suters Gait zi Wiilffikon, in Nidernwile in Kilchberger parrochie gelegen, 
das er von Martin Puchterli erkauft hat und das jdhrlich 3 Malter beiderlei Korns 
Wiler Ma gilt, abgetreten und als Leibding fiir sich, seinen Sohn Rudolf aus erster Ehe 
und seine jetzige Ehefrau Adelheid Furter empfangen, und leistet Verzicht auf alle An- 
sprache an dasselbe. Da er aber seinerzeit dem Puchterli die Riicklésung um den Kaufpreis 
von 51 ® > C. W. zugestanden hat, so ist vereinbart, dap er, sein Sohn und seine Ehefrau im 
Falle der Riicklésung des Gutes dem Abt und Konvent fiir dasselbe 60 ® bezahlen, diese aber 
den Betrag an andre Giiter anlegen und das Gekaufte dem Riimeli und den Seinigen wieder 
als Leibding iiberlassen oder ihnen jdhrlich dafiir die 3 Malter Korn ausrichten sollen. — 
Am niéhsten mentag nach sant Michels tag, 1442. 


Stiftsarchiv St. Gallen, W. W. W. 8, Fasc. 1, Nr. 19. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4407. — 1442 Oktober 15. — Ridtschman Liadergirwer, Altschulthei~ zu Wil, 
erklart, er habe von Hermann Kramer, Kaplan der St. Johannes-Pfrund in der Leutkirche 
St. Peter zu Wil, und von Hans Eggman, Pfleger dieser Pfrund, mit Zustimmang von 
SchultheiB und Rat 3 Juchart Acker samt Zugehorde fiir eigen und dafiir, daz der zechent 
wider dérin gang, der da lit uff Wilbe(r)g ob minem wingarten, stost iiber die straé8 an 
des liitpriesters wid und obnen an der kilchen aker, um einen jdhrlichen Zins von 5 B mr 
C. M. gekauft mit der Verpflichtung, alljahrlich dem Kaplan auf Martini von dem genannten 
Acker und dem anstofenden Weingarten, der hiefiir als Uberpfand eingesetzt ist, 5 B Zins 
zu entrichten; widrigenfalls kénnen Kaplan oder Pfleger sich an den Weingarten halten. 
Doch ist dem Ledergerwer gestattet, den Zins auf andre Giiter zu bewisen, daran min herren 
schultheif und rat bekennen, das die pfrind habent sye. — Uff sant Gallen abent, 1442. 


Stadtarchiv Wil XIX, 6. — Pergament- Original mit eingendht hangendem Siegel. 


12 Kaspar 1442-—1463. 


4408. — 1442 Oktober 17. (St. Gallen.) — Abt Kaspar von St. Gallen nimmt im Hof 
zu St.Gallenvon Adelheidzur Ach, die mit Albrecht von Breiten-Landenberg, dem 
Bruder des Abtes, als Vogt, Gerwig Paien (Paiger) als wiser und Ulrich Herr als Fiir- 
sprech vor ihm erscheint, ein Drittel des Gutes Oczisperg zu St. Margreten-Hoéchst, 
stopt an der Hailgen Nussbom und an die gemaind zi allen siten, ihr Lehen vom Gottes- 
haus, auf und belehnt damit Ulrich Mark vin Rheinegg, dem die Frau das Drittel des 
Gutes und ebenso ein Drittel des Ackers an dem Var gelegen, Lehen von denen von Buss- 
nang, um 37 & Landeswahrung verkauft hat. Es siegeln der Abt wnd sein Bruder. — An 
der mfttwoch nach sant Gallen tag, 1442. 


Stiftsarchiv St. Gallen, BOcherarchiv Bd. 90, 8.75 f. — Entwurf von der Hand des dbtischen Schreibers. 


4409, — 1442 Oktober 18. — Abt Kaspar von St. Gallen nimmt von Rudolf Gelter, 
Birger zu St.Gallen, als dem Lehentrdger von Priorin und Konvent des St. Katharinen- 
Klosters zu St. Gallen in der Irer-Vorstadt ein Fiinftel der Reben und Weingarten, genannt 
die Ober Grib, stossent obnen an Hainrich WiSlands niisatz und bongarten und undnen 
an Herman Nagels kind git, ein Gotteshauslehen, aus dem nichts geht als ein Fiinftel von 
2 Viertel Wein dem Leutpriester zu Tal an eine Jahrzeit, auf und belehnt damit den Ulrich 
Mark von Rheineyg den junyen, dem Priorin und Konvent die Reben um 668 » St. G.W. 
verkauft haben. Es stegeln der Abt und die Klosterfrauen mit ihrem Konventsiegel. — An 
dornstag nach sant Gallen tag, 1442. 


Stiftsarchiv St. Gallen, BOcherarchiv Bd. 90, §.69f. — Hntwurf von der Hand des dbtischen Schreibers. 


4410. — 1442 Oktober 29. (St. Gallen.) — Hans von Andwil (Ainwil), derzeit Richter zu 
St. Gallen, der auf dem Rathaus 6ffentlich zu Gericht sitzt, nimmt von Adelheid Appen- 
zeller, Witwe des Veli Appenzeller, und threr Tochter Ursula, Ehefrau des Ulrich 
Markstetter, die mit Zustimmung von Ursulas Ehemann und mit Otmar Goldast als Vogt, 
Peter Kressibuch als wiser, Hans Sdrri als Fiirsprech vor ihm erscheinen, einen Zins 
von 1% Haus Hans Léssers sel. liegenden Giitern, die Cinrat Lasser inngehept hat, an 
dem Rodmonten gelegen, auf und belehnt damit den Peter Ortwin, Pfleger des Hl.- 
Geist-Spitals zu St. Gallen, zuhanden des Spitals, dem die Frauen den Zins um 20 8 mr 
verkauft haben. Es siegeln Andwil, der Vogt und fiir die Frauen Konrad Kapfmann, 
unter dessen Siegel Markstetter sich es — Des nachsten miéntagz nach Symonis und 
Jude tag, 1442. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv D. 2, Nr. 4%. — Pergament-Original mit offen hangenden Siegetn. 


4411. — 1442 November 2. — Ulrich Sadrri, Hug von Watt und Hans Rams- 
perg, Birger zu St.Gallen und derzeit Pfleger und Aufermeister des Spitals daselbst, 
bezeugen, dap Konrad Kurer, Birger zu St. Gallen, dem Spital 35 8  tibergeben und 
damit zu seines Vaters, seiner Mutter, seines Bruders WGlti, seiner Schwestern Elsbeth 
und Nesa sel. und all ihrer Vorfahren Seelenheil eine Stiftung gemacht hat, das man jar- 
lich geben sol von datum dis briefes ewenklich usser des spitals niitz und giter den siechen 
in dem spital jeglichem besunder ain halb han, item den siechlin an dem Linsibdl ouch 
jeglichem ain halb hin und dem priester und der siechenpflegeren daselbz an dem Linsibdl 
jetwederm ain halb han, und sol je das hin aht pfennig wert sin, und dem priester imm 
spital ain schilling pfennig; darumb sol er ir jarzit began mit ainer selmess und iro gedenken 
mit dem verkiinden, als sich das dann gepiirt. Dis sol man jarlich geben und usrihten jarlich 
uff sant Marien Magdelenen tag, aht tag nah oder vor {ungevarlich, und sol man htnr geben 
und niht anders dafiir. Und wenn man dis gibt, uff welhen tag das ist, so sol der priester 


a 


Kaspar 1442—1463. 13 


mornend ir jarzit mit ainer selmess begen in dem spital und iro gedenken und verkiinden, 
alz vor stat. Sie siegeln mit des hus, sowie mit Sdrris und Watts Siegeln. — An dem andren 
tag dez Wintermanotz, 1442. 


Stadtarchiv St. Gallen, Urk. Suppl. — Pergament-Original mit offen hangenden Siegeln,; das erste ist 
stark, das zweite wenig beschddigt. 


4412. — 1442 November 12. — Hansmann Schmid, Vogi des Hensli Huw, Sohnes 
von Ruedi Huw sel. und Else Sturzenegger, Hans Groff und dessen Ehefrau, die 
genannte Else Sturzenegger, alle von Bernang, treffen eine Vereinbarung wegen der Hinter- 
lassenschaft des Ruedi Huw mit dessen Schwester Alli Huw, Ehefrau des Konrad Horn- 
bog von St.Gallen, und deren Base Fides Huw. Danach kommen der Alli Huw und 
der Fides Huw fiir ihren Anteil zu je 1 Viertel Kernen jdhrlich von Hermann Fulstich 
von Widnau (Widenow), je 1 Viertel Kernen von Ruedi Ytensun, je 5 £ Heller aus Fricken 
Hansen Haus und Hofstatt, gen. Zippels Ackerlin, je 1 und 1 Huhn aus der Anna 
Cristainen Hofstatt zu Bernang und je 16 » aus des Hans Grog Hofstatt. Fiir Hansmann 
Schmid, Hans Grop und Else Sturzenegger siegelt Hans Hermann, Ammann zu Rernang. 
— Am mentag nach sant Martis tag, 1442. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Bacherarchiv Bd. 496, f. 89>. — Kopie (v. Ende d. 15. Jahrh.) — Regest: Géldi, 
Der Hof Bernang, Nr. 115. 


4413. — 1442 November 15. — Rudolf Adel zu Altstdtten und seine Ehefrau 
Gret Bicklin, die von Meister Heinrich Abhusen, Priester zu St.Gallen, 2208 rh 
Si. G. W. bar empfangen haben, verkaufen thm dafiir 11 ® » Zins aus ihrem Haus samt 
Hofstati zu Altstdtten in der Stadt, stoBt zu zwei Seiten an die StraBe und an Birki 
Steiger, woraus dem Spital zu St.Gallen 1% auf Wiederkauf zusteht, sodann aus 
ihrem Weingarten an der Blatten, stoft an Jos an der Gaht, Konrad Bdachiner 
und oben an Hans Federers (Vedrers) sel. Kinder, woraus dem Chorherren zu St. Gallen 
2 Saum Wein auf Wiederkauf zustehen, ferner aus ihren Giitern, dem Strik, woraus 1 Viertel 
Kernen, 2 Viertel Haber und 6 » als Hofzins gehen, dem Nord, dem Schiatt und Griinau, 
woraus dem Goiteshaus St.Gallen 7 £ 8 » Zins an ainen stdff gehen, alle aneinander ge- 
legen, stofen zi ainer siten an junkherr Hansen Tummen git, andersit an Wernlin 
Moser, oben an Steffan Kesen, an das Burgtobel und an die strauss zi den biirgen, 
weiter aus threm Acker zi Rietgassen gelegen, stosst obnen an Hainin Staiger, an den 
frimessakker und an die gassen, woraus 1 B » Hofzins geht, und aus einem Acker, hinderm 
Bild zi Leren gelegen, stosset an Hansen Zimmerman, an Ridis sun in der Laim- 
graib und an die gassen, woraus 12'/3 4 Hofzins gehen. Die genannten Giiter sind teils 
Lehen vom Gotteshaus St. Gallen, teils von Hans Tumb und mit deren Hinwilligung dem 
Priester fiir den Zins verschrieben. Der Zins ist je auf Martini nach St. Gallen zu entrichten. 
Eis siegeln Rudolf Adel und fir die Frau Birki Steiger, Altammann zu Altstdtten. — 
Am nihsten dornstag nach sant Martins tag, 1442. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Bicherarchiv Bd. 90, S. 493 ff. — Kopie von der Hand des dbtischen Schreibers. 


4414, — 1442 November 24. Constanz. — Konig Friedrich (IIL) verleiht durch der 
getrewn, annemen dienste willen, so uns und dem reiche der erber Heinrich Ehinger, zu 
Gittigen gesessen, getan hat und noch tun soll, demselben und seinen Erben die Freiheit, also 
daz nyemand, wer der sey, in seinem wazzer genant Salmsach und in desselben wazzers 
einfluB in dem See zu ring umb, als weit ain armbrust slahen mag, mit dhainerlay garnen 
noch geschirr nicht vischen noch sy sust mit einicherlay anderr irrung, daz in schaden bern 
oder bringen mag, hindern noch Jaidigen sol in kainen weg bei Strafe von 10 Mark Goldes, 


14 Kaspar 1442—1463. 


zur Halfte an die Reichskammer und zur Halfte an Ehinger und seine Erben zu zahlen. — 
Zu Constencz, an samcztag vor sand Kathrein tag, 1442. 

Stiftsarchiv St. Gallen, G.G.G.1.A.7. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. — 
Kanzlei-Unterfertigung rechts auf dem Bag: Ad mandatum domini regis referente D. episcopo 


Kiemense. — Registraturvermerk a tergo: Rt. — Regest: Chmel, Nr. 1237. — Vgl. Urkundenbuch V, 
Nr. 3883 und 3915. 


4415. — 1442 November 26. — Freiherr Hans von Bussnang der junge verkauft 
dem Berchtold Vogt, Birger zu Constanz, fiir 30% )C. M. und W. seine Rechte auf 
einen Zins von 3 ® » aus der Steuer zu Schwarzenbach. — An sant Céinratz tag, 1442. 


Stiftsarchiv St. Gallen, D. D. 1. £. 4. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel des 
Fretherrn. 


4416. — 1442 Dezember 8.— Heinrich Giger von St.Margreten-Hichst, der 
von Biirgermeister und Rat zu St.Gallen gefangen gesetzt, auf GeheiB Konig Friedrichs 
(IIT.) aber freigelassen worden ist, schwért Urfehde, die Gefangenschaft nicht zu rdchen bei 
Strafe von 200 ®8 » St.G. W., und stellt hiefiir ze rechten weren.. Hansen Jiéklin, 
Cainraten Miller, Hansen U1 genant Bartenschliffer, alle von Bernang, Ulin 
Giger den jungenn, Hansen Bachler von Sant Margrethen, Herman amm Weg 
ab dem Hirsberg, Hansen Miiller genant Ziind ab dem Hirsberg, Ridin Hilwer, 
burger ze Santgallen, Hartman zem Brunnen, Cini Hartman uss dem Krié- 
tobel, Waltin Ziind uss Byschoffow, Herman von Wisen, Ridin Brunner von 
Brunnen, Ulrich von Eschymos, Uly Moser ab dem Bal und Uly Kabas zem 
Brunnen, die alle im Fall der Ubertretung der Urfehde die Bufe zu bezahlen oder Giger 
in Gefangenschaft zu tiberantworten geloben. Fiir Giger siegelt Konrad Kapfmann, fiir 
die geweren Hans von Andwil (Ainwil), Richter zu St. Gallen. — Des nachsten méantagz 
vor sant Nicolaus tag, 1442. 


Stadtarchiv St. Gallen, Tr. XXXIV, Nr. 117. — Pergament-Original mit offen hangenden Siegeln. 


4417. — 1442 Dezember 4. Feldkirch. — Kénig Friedrich (III) bestdtigt dem 
Birgermeister, den Rdten und Biirgern der Stadt St.Gallen in Beriicksichtigung getreuer 
Dienste alle und yeglich ir gnad, freihait, recht, brieve, privilegia und hanntvesten, die in von 
uns und unsern vordern an dem rich gegeben sind, und dartzu ir alt herkomen und gut gewon- 
hait, die sy redlich herbracht haben, in allen iren puncten, stucken, artikeln, meynungen und 
begreiffungen, wie dann die von wort zu wort lauttend oder begriffen sind, und erteilt ihnen 
die besondere Gnade und Fretheit, also daz si hinfur ewiclich in unserm und des richs schirme 
sein und beleiben, davon von uns noch unsern nachkomen am rich nicht verkaufft, versetzt 
noch in anderr weif verénndert werden und in allen den eern, wirden, freihaitten und rechten 
daran sein und gehalten werden sollen, als dann ander unser und des richs steet zu Ravens- 
purg und Uberlingen, ir umbsessen, untzher daran beliben sind und hinfur auch daran 
gehalten werden und beleybent. Sunderlichen wellen auch wir, daz die obgenanten von 
Sandgallen hinfur ir rétte, gericht, empter und richter mit erbern, weisen liitten, die si 
dann auf ir ere und ayde darczu kyesen und erwellen, besetzen und versehen sullent und 
mugen an menikclichs hindernu8 und widerrede, an den si sich dann auf ir aid und er er- 
kennen, daz durch dieselben dem armen als dem reichen und dem reichen als dem armen, 
burgern als gesten und gesten als burgern und allerménikclichen gleichs und billichs aller- 
pests beholffen werden und gelangen mag. Der Konig gebietet auch allen Fiirsten, Amt- 
leuten etc., die von St. Gallen bei diesen Freiheiten zu schiitzen und in keiner Weise davon 
zu drdngen bei Gefahr seiner Ungnade und einer Bufe von 100 Mark létigen Goldes, halb 


Kaspar 1442—1463. 15 


an die Reichskammer und halb in der beschedigten und gedrengten priiche zu bezahlen. — 
Zu Veltkirch, an eritag, sannd Barbaran tag, 1442. 


Stadtarchiv St. Gallen, Tr. ll, Nr. $2. — Pergament-Original mit wohlerhaltenem Siegel (Heffner, 
Nr. 134) mit aufgedriicktem Ringsiegel.— Kanzleivermerk rechts auf dem Bug: Conclusio domini regis 
in consilio. — Registraturvermerk a tergo: Rts. Ilacobus Widerl. — Am gleichen Ort, Nr. 53 und 
69, zwei Vidimus vom Landgericht zu Rankwil aus den Jahren 1448 and 1452. — Regest: Chmel, Nr. 1259. 


4418, — 1442 Dezember 4. Feldkirch. — Kénig Friedrich (III.) verleiht dem 
Konrad Paier (Bayer) und seinem Bruder Ulrich die vogtey, den tail des hoffs ze 
Kriessern im Rintal ob der kirchn ze Kreissern gelegen, genant Achewisen, mit irer 
zugehérung, . . die sy kaufft haben von Rudolffn von Rosemberg. 

Chmel, Regesta Friderici (ll., Nr. 1263. 


. 4419. — 1442 Dezember 4. Feldkirch. — Konig Friedrich (IIL) bestdatigt auf Bitte 
des Abtes Nikolaus (Niclas) von St. Johann im Turtal alle rechte, herkomen, friheite, 
gnade, gute gewonheit, brieve und privilegia, die Abt, Konvent und Kloster von den Vor- 
fahren des Kénigs und andern Herren erworben und herbracht haben, and gebietet allen 
Firsten und Amtleuten etc., sie in ihren Rechten zu schiitzen bei Strafe von 20 Mark lotigen 
Goldes, halb an die Reichskammer und halb an das Kloster zu zahlen. — Zu Veltkilch, 
an sannd Barbaren tag, 1442. 


Stiftsarchiv St. Gallen, P. P. 4 D. 5. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel (Heffner, 
Nr. 134, Taf. XV, 109/10). — Kanzleiunterfertigung rechts auf dem Bag: Ad mandatum domini regis 
Wilhelmus Tatz. — Registraturvermerk a tergo: Rts. Iacobus Widerl. — Regest: Chmel, 
Nr. 1258. 


4420. — Konig Friedrich (III) gebietet dem Biirgermeister und Rat zu St.Gallen, 
den Abt Kaspar nach dem Brauch als solchen zu empfangen und von ihm nicht mehr 
Verschreibungen als von seinen Vorfahren zu begehren. 


Feldkirch 1442 Dezember 5. 


Wir Friderich, von gotes gnaden romischer kiinig, .. embieten unsern und des reichs 
lieben, getruen den burgermeister und rate der statt zu Santgallen unser gnade und alles 
gut. Lieben getruen, uns hat der erwirdig Caspar, abbt des gotzhauses zu Santgallen, 
unser fiirst und lieber andechtiger, fiirbracht, wie ir in noch nit als einen abbt zu Sant- 
gallen empfangen noch im getan haben, als dann ains abbts, so er eynsitzet, gerechtikeit 
von euch zu tind und von alter herkomen ist; denn ir begeren mee verschribens und be- 
stitni& von im euch zu tinde, dann ander sein vorfaren euch getan oder ir an sy begert 
haben. Und sintdemaln und er von euch nicht mee begert, dann ir sinen vorfarn getadn, 
und sich erbiittet, iich so vil zu tind, als vil ir von in begert hand, und wir nu im als andern 
unsern und des reichs fiirsten schuldig seind, bey seinen und seins gotzhauses freiheiten und 
gerechtikeit zu hanthaben, dorumb so schaffen wir mit euch gebiettende ernstlich und vestic- 
lich, das ir dem vorgenanten Casparn abbt, unserm fiirsten, wenne er das an euch begert, 
tien, was ir dann sinen vorfaren abbten zu Santgallen getan hand, und iich ouch von im als 
sinen vordern hinwiderumb mit verschribung und bestiétniiB benigen laSen und in nit fiirter 
drengen noch ersichen. Und tund hierinne nit anders, als lieb euch sey, unser und des reichs 
swir ungnad zu vermeyden. Geben zu Veltkirchen, nach Crists gebiirt viertzehenhundert 
und im zwayundviertzigisten jare, an mittwuch nechst nach sant Barbaren, der jungkfrawen, 
tag, unsers reichs im dritten jare. 

Stadtarchiv St. Gallen, Tr. Vill, Nr. 12%. — Papier-Original mit a tengo aufgedriicktem rotem Siegel 
(Heffner, Nr. 143). — Kanzleiunterfertigung: Ad mandatum domini regis D. Petro, episcopo Augustensi, 


referente. — Gleichzeitige Kopien im Stiftsarchiv St.Gallen, Rubr. XIII, Fasc. 6, und Biicherarchiv, 
Bad. 88, f. 194; Bd. 90, 8. 210 f. 


16 Kaspar 1442—1463, 


4421, — 1442 Dezember 5. Feldkirch. — Kénig Friedrich YIII.) nimmt auf die 
Bitte einer Botschaft unserer und des reichs lute, die in unserm und des reichs hofe zu 
Krieseron gehoren, gemdf entsprechenden Briefen etlicher seiner Vorfahren den Hof 
Kriessern und alle in denselben gehorenden Leute in seinen und des Reiches Schutz und 
bestimmt, daz sy furbaBmer fur nyemand, wer der oder die sind, sy sein ir vogte oder sy 
sein in versetzt oder andere, pfand sein sollen, und daz sy ouch nyemand weder fiir ire vogte 
oder die, den sy dann versetzt sind oder wurden, oder andere pfenden solle dann als verr, 
als ir steur triffet, die sy dann von des reichs wegen jerlich zu geben pflichtig sind, doch 
an schaden dem haws von Osterreich, ob das ichs daran hiete. — Zu Veldkirch, an mit- 
wochen vor sand Niclas tag, 1442. 

Stiftsarchiv St. Gallen, A. A. 4. Nr. 18. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel (Heffner, 
Nr. 134, Taf. XV, 109/10.) — Kanzleiaunterfertigung rechis auf dem Bug: Ad relationem D. Silvestri, 


episcopi Kyemensis, Wilhelmus Tatz. — Registraturvermerka tergo: Rta.lacobus Widerl. — 
Abdruck: Hardegger und Wartmann, Der Hof Kriessern, Nr. 45. — Regest: Chmel, Nr. 1275. 


4422. — 1442 Dezember 5. Feldkirch. — Konig Friedrich (IIL) bestétigt auf Bitte 
einer Botschaft von Ammann, Rat und Biirgern der Stadt Kheinegg, oben an dem Bodem- 
see gelegen,.. als ein romischer kunig und der eltest regirend furst des haw zu Osterrich, 
thnen, der Stadt Rheinegg und all ihren Nachkommen alle und yeglich ir gnade, freiheit, 
recht, briefe, privilegia und hantvesten, die in von den egenanten unsern vorfaren romischen 
keisern und kunigen und den fiirsten von Osterrich gegeben sind, und darzu ir alt herkomen 
und git gewonheit, die si redlich herbracht haben, in allen iren stuckken, puncten, artikeln 
und begriffungen, und gebietet allen geistlichen und weltlichen Herren und Behérden, sie 
daran nicht zu hindern, sondern dabei zu schirmen bei seiner Ungnade. — Zu Veldkilch, 
an mitwochen vor sannd Niclas tag, 1442. 

Stadtarchiv Rheinegg, G. 1. 13. — Pergament-Original mit eingenadht hangendem Siegel. — Kanzlei- 


unterfertigung auf dem Bug: Ad mandatum domini regis referente D. Silvestro, episcopo Kiemensi. — 
Registraturvermerk a tergo: Rts. Tacobus Widerl. — Regest: Chmel, Nr. 1271. 


4428. — 1442 Dezember 5. Feldkirch. — Kénig Friedrich (IIL) bestitigt den Hof- 
leuten der drei Hofe Altstdtten, Marbach und Bernang auf Bitte einer Botschaft 
solich beclerung und freyheit, so vormaln loblicher gedechtniif keyser Sigmund in wider 
der stat zu Santgallen freyheit, die dann iren alten herkomen und gewonheiten wider- 
werttig und schedlich ist, gegeben und verlihen hat, und gewdhrt ihnen die besunder gnad 
und freyheit . .. also daz sie nieman gemeinclich noch die héf und der hofleut einen oder 
mer insunders auf dhein fromd gerichtt noch lanntgerichtt nicht laden noch auftriben sol 
umb einicher ansprach; denn wer an die gemeinde der héf gemeinclich zu sprechen hat, 
der sol recht von in nemen und si sullen ainem yeclichen rechts gehorsam sein vor einen 
abt zu Santgallen, der zu zeiten ist, und seinem stab, und wer an die hofleut, ainem oder 
mer, besunder zu sprechen hat, der sol si bekomen und fiirnemen in den gerichtten, da si 
gesessen sind, und nieman anderswa, es wurd dann, daz dem clager kuntleich recht versagt 


wurd. — Zu Veldkirchen, an mittichen vor sant Niclas tag, 1442. 

Stadtarchiv Altstatten, Nr. 4. — Pergament-Original mit guterhaltenem Siegel in Holzkapsel. — 
Kanzleiunterfertigung rechts auf dem Bag: Ad mandatum domini regis D. Silvestro, episcopo 
Kiemensi, referente. — Registraturvermerk a tergo: Rt. lacobus Widerl. — Regest: Géldi, 
Der Hof Bernang, Nr. 116; Chmel, Nr. 1325 mit blossem Jahresdatum. — Ebenda Nr.7 ein Vidimus obigen 
Briefes vom Hofgericht zu Rottweil von 1456 Mai 13.; Pergament-Original. 


4424. — 1442 Dezember 5. Feldkirch. — Konig Friedrich (IIL) bestétigt einen Urteil- 
brief, wodurch der Hlisabeth Lyndin durch Abt Eglolf von St. Gallen ein Weingarten 


(und) Torkel samt aller Zugehérde gegen Christoph (?) von Rosenberg zugesprochen wird. 
Chmel, Regesta Friderici fll., Nr. 1276. — Vogl. Urkundenbuch V, Nr. 3884. 


Kaspar 1442—1463. 17 


4425. — 1442 Dezember 5. (St. Gallen.) — Adelheid Ranfitler, Ehefrau des Ulrich 
Geriner von Gossau, die von Biirgermeister und Rat zu St. Gallen etwievil gezites in iro 
banden und vankniist gehalten, darch Konig Friedrich (II1.) aber befreit worden ist, schwort 
Urfehde, die Gefangenschafi nicht zu rdchen und um kiinftige Ansprachen an Biirger oder 
Birgerinnen sich des Rechtes vor Biirgermeister und Rat oder dem Stadigericht zu begniigen 
bei Bage von 300 & “4 C. M., und stellt hiefiir als tréster und biirgen .. Hansen Geriner, minen 
schwiher, Hainslin Geriner, sinen sun, Ulrichen Herschin, Hainrichen Kronower, 
Hansen Kronower, sinen sun, Cinraten Haimen zum Willa und den obgenanten minen 
elichen man, die im Fall der Ubertretung die Bufe zahlen oder die Frau in Gefangenschaft 
iiberantworten sollen. Ferner schwéren Ulrich Geriner und seine Ehefrau, die Verfiigungen 
von Birgermeister und grofem und kleinem Rat itiber die Hinterlassenschaft des Heinrich 
Ranftler sel. einzuhalten. Fiir alle genannten Personen siegelt Junker Hans von Andwil 
(Ainwille), derzeit Richter und Biirger zu St. Gallen. — An sant Nyclaus abend, des hailgen 
byschoffs, 1442. 


Stadtarchiv St. Gallen, Tr. XXXIV, Nr. 118. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4426. — 1442 Dezember 6. — Konig Friedrich (III. erklart, dafB die von Lindau 
vor kein fremdes Gericht geladen werden sollen; sondern, wer an gemeine Stadt Lindau 
eine Ansprache habe, solle sie vor dem Rat einer der Stddte Constanz, Uberlingen, 
Ravensburg oder St. Gallen, welche von thnen Lindau wahle, anbringen und da sein Recht 
suchen. Ferner erklart er, dag Lindau dffentlichen Achtern Aufenthalt gewdhren diirfe. 


Chmel, Regesta Friderici Ill., Ne. 1278. 


4427. — 1442 Dezember 13. (Niirnberg.) — Vor Ritter Hans von Eglofstein dem 
jiingern, Landrichter zu Niirnberg, klagt Ulrich Himmeli (Humelin) von Appenzell 
gegen Birgermeister, Rat und Biirger zu St.Gallen: Als er mit etlichen Helfern vor Zeiten 
in Streit gewesen mit den Hidgenossen der VIII Orte und den Appenzellern, habe 
er sie vor das Landgericht geladen, von bete wegen aber eingewilligt, die Sache zu mynn 
und zu recht den St.Gallern zur Entscheidang zu iiberiragen. (Vgl. Urkundenbuch V, 3916.) 
Doch der daselbst gefdllie rechtliche Enischeid sei nicht lauter gegen ihn gehalten worden, 
sodap er bei Markgraf Friedrich selig Klage erhoben und dieser den LHidgenossen ge- 
schrieben habe, sie sollien thm gemdf der Richtung ein vollkommenes, sicheres Geleit geben; 
auferdem hatten sie auch gegen die Richtung ihn drdngen wollen, uB dem land zu Appatzell 
und Sant Gallen zu sweren. Gleichwohl habe er Geleit begehrt, und dieses sei ihm namens 
der Appenzeller und der andern Hidgenossen gegeben, als er aber in das Land Appenzell 
gekommen, gebrochen worden darch den damaligen Ammann und andere, die in lybs und 
lebens zu notigen understanden haben, davon im gott und sein geradigkait geholffen hat. 
Wegen dieser Zwistigkeiten habe er neuerdings mit den Eidgenossen und den St. Gallern, 
die darnach mit den Aydgenossen in die sach kommen sind, einen Anlafbrief auf Ritter 
Wilhelm von Griinenberg (Gronenberg) als Obmann und je zwei Zusdtze von beiden 
Teilen ausgestellt (vgl. Urkundenbuch V, 4249 Beil., S. 971, unten), und die Sache sei darauf 
laut Richtungsbrief ganzlich beigelegt worden. Solicher richtung und anlaB sie (die St. Galler) 
im usgangen und vor fluchtig worden sind, des er sich dingt an den ungeraden und bede 
zusetzs und die begert darumb zu verhoren, und die er auch, ein warhait darumb zu sagen, 
mit recht fur dif lantgericht gevordert hat, und gen im des alles uf mit aigem gewalt freve- 
lichen, on recht. Er hoffe daher, das Gerichi entscheide, dag er sein alt und new spruch 
gen in billich behalten haben und sie im das ...wandeln, bussen und bessern sollen; des 
kan er on gerichtz hilff von in nicht bekomen, und sprach, daran hetten sie in beschedigtt 
uff tusent margk goldes. Hierauf erwidern die Vertreter von St.Gallen Ulrich Sarrin, 

3 


18 Kaspar 1442—1463. 


vogt, Steffan Grubell und Jorg Gmunder, burger und rattsboten mit gantzem, vollem 
gewalt: Himmeli sei nicht zur Klage gegen sie berechtigt, weil er laut Achtbrief des Land- 
gerichts zu Rottweil vom Jahre 1438 von ihrer Stadt wegen in Acht sei, wogegen Himmeli 
sich auf einen Anlaf- und Richtungsbrief vom Jahre 1440, versigelt mit ettlicher herren, 
ritter und knecht, im Hegaw gesessen, und auch der stat zu Schaffhusen insigele, sowie 
auf die durch Wilhelm von Griinenberg etc. gemachte Richtung beruft, in der auch Bann 
und Acht abgetan worden seien. Die St. Galler bestreiten AnlaB und Richtung nicht, be- 
haupten aber, diese sei durch Himmeli, nicht durch sie gebrochen worden, und glauben des- 
halb, sie solten zu irem ersten rechten billichen wider steen, darinn sie dann vor der richtung 
gewest weren. Hiegegen beruft sich Himmeli dafiir, daB der Bruch der Richtung durch die 
St. Galler und die Eidgenossen erfolgt sei, auf die fiinf Schiedsrichter, und das Gericht ent- 
scheidet, daB der Obmann und die vier Zusdtze, jeder fiir sich, schriftlich darch das Landgericht 
aufgefordert werden sollen, in versiegeltem Schreiben innerhalb 6 Wochen und 3 Tagen eid- 
lich kundzutun, wie die sach vor in verhandellt und an wem der bruch gewesen sey. — 
Am donrstag, sant Lucien tag, 1442. 

Stadtarchiv St. Gallon, Tr. XXX!, Nr. 35. — Pergament-Original mit wohlerhaltenem Siegel. — Abdruck: 
Zellweger, Urkunden I 2, Nr. 817. — Regest: Appenzeller Urkundenbuch I, Nr. 760. — Uber den Sprach 


der Schiedleute liegt nur die Aussage eines Zusatzes bei Tschudi, Chronik Il, 528 (Zellweger, Urkunden 
I 2, Nr. 3382; Appenzeller Urkundenbach I, Nr. 815) vom 9. Januar 1449 vor. 


4428. — 1442 Dezember 13. — Bischof Heinrich (IV.) von Constanz, Verweser 
des Stiftes Cur, nimmt auf Bitte Hans Schiibs des dlteren von diesem die Ach ze Salms- 
ach mit Zagehérden auf und belehnt damit den Heinrich Khinger (EHichinger) za Git- 
tingen, dem Schiib sie iibergeben hat. — Uff donstag nach sant Niclaus tag, 1442. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Bicherarchiv Bd. 94, f. 288b. — Kopie aus dem 16. Jahrhundert. 


4429. — 1442 Dezember 15. — Abt Kaspar und gemeiner Konvent des Cotteshauses 
St.Gallen geben auf Bitte der Untertanen der Leutkirche zu Jonswil als Lehensherren 
dieser Kirche, die bisher gewéhnlich nur mit einem Priester versehen war und deshalb, wan 
nii ainem yeklichen priester zi vil und ze swir wer, tiégenlich mess ze haben, oft ohne 
Messe gewesen ist, ihre Einwilligung zur Stiftung einer ewigen Pfrund und Messe auf sant 
Blasien altar in der St. Martins- Kirche zu Jonswil. Diese Pfrund soll die Friihmefpfrund 
heiBen und mit der Lehenschaft an das Gotteshaus St. Gallen gehéren, von dessen Abt oder 
Pfleger sie jeweils bei der Erledigung in Monatsfrist einem Priester, fiir den die Untertanen 
oder die Mehrheit derselben darum nachsuchen, zu verlethen und dieser dem Bischof von 
Constanz zu prasentieren ist. Unterlassen aber Abt und Konvent die Belehnung und Prdsen- 
tierung des Priesters innerhalb der genannten Frist, so sind die Untertanen der Kirche 
oder thre Mehrheit befugt, selbst Pfrund und Altar einem Priester zu verleihen und ihn dem 
Bischof zu prdsentieren. Der Priester hat eine Pfrundordnung mit folgenden Bestimmungen 
zu beschwoéren: er soll haushdblich in Jonswil sitzen, jede Woche an fiinf Tagen selbst oder 
durch einen anderen Priester auf dem Blasias-Altar Messe halten, am Werktag zur Zeit des 
Sonnenaufgangs; nur wenn an dem Tage ain lich sig oder mer oder das ain brut .. zi 
kilchen gan willi, soll er die Messe in der frdnmess, ebenso an Sonn- und Feiertagen under dem 
frénampt halten. Er darf Glocken, Kelche, Biicher, MeBgewand, Kerzen etc. der Kirche zu Jons- 
wil beniitzen, und der Sigrist soll ihm zur Messe dienen, doch ohne daf der Leutpriester ver- 
sdumt wird. Er soll dem Leutpriester, oder wer fiir ihn mit singen Gottesdienst halt, wenn er 
davon Kenninis hat, beistehen und soll je an den 4 Fronfasten am Donnerstagabend mit einer 
gesungenen oder gesprochenen Vigilie und am folgenden Freitag mit einer gesungenen oder 
gesprochenen Seelmesse die Jahrzeit der Stifter der Pfrund und aller, die Almosen qn sie 


Kaspar 1442—1463. 19 


gegeben haben, begehen nach Vorschrift des Jahrzeitbuchs, wobei der Leutpriester ihm Bei- 
stand zu leisten hat. Was dem Pfriinder, nachdem als er den umbler uff das hopt gelait 
und er mess haben wil, von yemant gefrémpt, geopffert oder suss durch gott oder der selan 
willen zi dem altar oder andersw& geben wirt untz uff die zit, das er das messgewand und 
den umbler nach der mess abziihet, soll dem Leutpriester zustehen; was sonst zu andern 
Zeiten dem Pfriinder von Untertanen der Kirche gegeben wird, soll er mit dem Leutpriester 
teilen; dagegen darf er ganz behalten, was ihm von Leuten, die nicht in die Pfarrei gehoren, 
ausser der Messe gegeben wird. Zu besserem Bestand der Pfrand und Ordnung wird noch be- 
stimmti, daB alles, was an liegendem oder fahrendem Gut bis zu 6 Mark jahrlichen Zinses an die 
Pfraund gegeben ist oder noch gegeben wird, ihr ewig verbleiben solle. Dazu erteilen Abt und 
Konvent der Pfrund das Recht, dag Zinsen etc., die Lehen vom Gotteshaase St. Gallen sind 
und an die Pfrand erkauft oder gestiftet werden bis zu 4 Mark jahrlicher Hinkiinfte, ewiges 
Kigentum der Pfrand bleiben sollen, und bitten schlieBlich den Bischof von Constanz um Be- 
statigung obiger Stiftung und Ordnang. Es siegeln Abt und Konvent, sowie Johans Baris, 
Kirchherr zu Jonswil, mit dessen Hinwilligung, Rat und Wissen die Stiftung geschehen ist. — 
An dem nechsten samBtag nach sant Lucien tage, 1442. 


Stiftsarchiv St. Gallen, K. 2. N. 2. — Pergament-Original; die Siegel fehlen. 


4480. — 1442 Dezember 15. (Constanz.) — Biirgermeister und Rat zu Constanz 
geben dem Birgermeister und Rat zu St. Gallen davon Kenninis, das vor ettwaz vergangner 
zite Haini Herr, uwer mitburger, von sin selbz, och sins bruders und siner swester wegen 
Conraten Zollikoffer, unserm burger, als von ettwas gitz, ss Hans Niickum, der in 
fremden landen abgangen und erstorben ist, verlauBen, vor tins zigesprochen hat, indem 
Herr der Ansicht sei, die Hinterlassenschaft komme thm und seinen Geschwistern zu, wahrend 
Zollikofer behaupte, Hans Niickum sei vor seinem Bruder Ulrich selig gestorben, der also 
als ndchster Erbe thn beerbt habe, und da Ulrich Niickum dem Zollikofer eine bedeutende 
Summe schuldig gewesen, von der wegen er in guten truwen hinder in gangen sy, so gehére 
die Hinterlassenschaft thm und solle thm zukommen an die Schuld, die damit nicht einmal 
gedeckt werde. In dieser Sache hdtten sie nach Anhérung beider Teile erkannt, dap diese 
auf gemeinsame Kosten in Erfahrang bringen sollten, 0b Hans Niickum vor oder nach seinem 
Bruder gestorben sei, und Herr habe daraufhin von Zollikofer 14 Tage Aufschub begehrt, 
um die Meinung seines Bruders einzuholen. Nun habe Zollikofer, der bereit sei, dem Spruch 
nachzukommen, bis jetzt gewartet, ohne von den St.Gallern Bericht zu erhalten, was thre 
Meinung sei. Das diinke sie unbillig, da Zollikofer dadurch geschaddigt werde, weshalb sie 
dringend darum bitten, dap die St. Galler angehalten wiirden, in Kiirze dem Spruch nach- 
zukommen oder den Zollikofer um die Sache nicht weiter anzusprechen. Schriftliche Ant- 
wort durch den Boten. — Datum sabato post Lucie virginis, 1442. 


Stadtarchiv St. Gallen. Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


4481. — 1442 Dezember 17. — Die Briider Freiherren Hiltprand und Petermann von 
Raron (Raren), Herren zu Toggenburg, die von dem beschaiden knecht Y bergen Sedelegg 
7 fi. rhein. empfangen haben, geben dafiir dessen Ehefrau Adelheid Zimberlin von Krinau 
(Krinnéw) mit all ihren Aindern dem Abt Johannes von Fischingen zu eigen und leisten 
Verzicht aller aygenschafft, lehenschafft und aller gewaltsami, so wir daran je gehept haben 
oder .. iemermer gewinnen méchten. — An dem niachsten midntag vor sant Thomans, des 
hailgen zwelfbotten, tag, 1442. 


Turgauisches Kantonsarchiv, Fischingen Ci. Xil, Sign. 5, Nr. 87. — Pergament-Original mit offen 
hangenden Siegein. 


20 Kaspar 1442—1463. 


4482. — 1442 Dezember 26. — Ulrich Inhelder und Ulrich Moser, Landleute 
zu Appenzell, verkaufen fiir sich und ihre Mithaften dem Cristan Braider um 18/2 & 
St. G.W. einen Zins von 1 Malter Haber aus des Briiders gait zi Mérschwyl. — An 
sannt Steffans tag, 1443. 


Stiftsarchiv St. Gallien, Baicherarchiv Bd. 95, 8. 70. — Verzeichnis der von Abt Ulrich (VIII) eingelésten 
Briefe, 1490 von Ulrich Riigger angelegt. 


4433. — 1442 Dezember 26. (Wil.) — Abt Kaspar von St.Gallen nimmt zu Wil 
auf Bitte des Konrad Riimeli (Riimbelli), Hofammanns zu Wil, von diesem als dem Vogt 
und Lehentrdger der Margaret Aster von Wil, ettliche liit und ettliche lehenschaft und 
mannschaft der giter, so sy denn fiirbaB von handen ze lihen hetti, auf und belehnt damit 
den Hug von Hasenstein als Lehentrdger zu Handen seines Sohnes Jakob von Hasen- 
stein, des Tochtersohnes der Frau, auf den sie die Lehen zu iibertragen wiinscht. — An 
der néhsten mittwoch nach dem ingenden jare, /443. 

Turgauisches Kantonsarchiv, Fischingen Ci. IV, Sign. 5, Nr.6. — Pergament-Original; das Siegel fehit. 


44384. — 1442 Dezember 26. (Ziirich.) — Biirgermeister und Rat der Stadt Ziirich 
schreiben an Abt (Kaspar) von St.Gallen: Wir vernemend also, es sigind ettwas stéssen 
und zweytrachten zwiischend iich und itiwerm gotzhus an einem und itinsern gitten friinden 
von Sant Gallen am andern teil. Das tins aber zimal und in giten triiwen leid ist, und 
was wir dch darzi gereden und getin koéndint und méchtind, das ir gitlich eins wurdint, 
darinn sélt und midst tins deheiner arbeitt, mig noch kostens nit beduren noch verdriessen. 
Sie bitten, ob wir in sdlich stéss titzit gitz gereden konind oder mégind, das die zi gaittem 
bracht werdint, es durch den Boten anzuzeigen; so wollen sie umgehend eine Botschaft be- 
stimmen, die sich um giitliche Vermittlung bemiihen soll. Schriftliche Antwort durch den 
Boten. — Geben uff sant Steffans tag, des heiligen martrers, 1443. 

Staatsarchiv Zurich X, 99. — Papier-Original mit Siegelspuren a t. 


4435. — 1442 Dezember 26. Constanz. — Wilhalm, marggraff von Hochberg, 
herre zi Rételen und zi Susemberg, lantvogt unser gnedigen herschafft von Oster- 
rich etc., verletht dem Brun von Tettikofen genannt Biindrich als Lehentrdger zu 
"Handen der ersamen Ennelin Schalenbry8, Gétzmann SchalenbriB seligen tochter, 
im Namen der Herrschaft Osterreich den hof genant zi dem Alber, gelegen ze Win- 
felden in dem dorff by dem bach, mitt aller zigehérde mittsampt den akern, wingarten an 
der Breittenhard, holtz, veld und mit aller zigehérde, und ouch den hof genant der 
Riitiner hof, ouch gelegen ze Winfelden, mitt aller zigehdrde, die sy von irem vattern 
seligen Géttschman Schalenbry in erbs wif ankommen syen. — Zi Costentz, uff mitt- 
wochen nach dem ingenden jarstag, 1443. 

Stadtarchiv St. Gallen, Birglerarchiv, Nr. 1698, 6. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4436. — 1442 Dezember 27. — Abt Kaspar von St. Gallen bewilligt dem Schult- 
hei£Z, Rat und Birgern der Stadt Wil in Ansehung ihrer Ergebenheit gegen das Gotteshaus 
und der grofen Kosten, die sie mit Bauen und anderem gehabt, das sy die n&hsten sechs 
jar nach datum dis briefs das ungelt ze Wil haben und, was davon vallet, an iren buw 
nemen und keren mugent, das sy uns noch unserm gotzhus nihtz davon gebunden sin sollent 
ze tinde; ob aber sy das die sechs jar uss nit also haben woltent, mugent sy wol davon 
laussen. Ferner verleiht ihnen der Abt das ymi, den elnstab, die wag, die wisatpfenning und 
bankschilling um einen je auf Martini zu entrichtenden Zins von 6 8 ~% bis an unser wider- 
riffen oder an ir absagen. — Am niahsten dornstag nach dem ingenden jare, 1443. 

Stadtarchiv Wil |, 25. — Pergament-Original mit eingendhit hangendem Siegel. 


Kaspar 1442—1463. 21 


4487. — 1442 Dezember 27. — Abt Kaspar von St.Gallen bestatigt dem Heini 
Keller von Nieder-Biiren die Lehenschaft tiber nachstehende Gotteshauslehen: den 
zehenden usser Lows Hab zai Nidernbiirren und usser des Mutzen akkern inn Griben 
und usser Clausen Haiders akkern, item und ab dem Wechselakker und uff der Egg, 
die in Hugen Bilgris hof gehérent; item und das git genant Léws Hib mit akkern 
und wisan, mit holtz und veld und mit aller zigehérde; item und den grossen zehenden 
usser dem kelnhofe zu Nidernbiirren mit allen rechten und zigehérden, als er den von Annen 
Loéwin von Zukkenriet erkoufft hetti und davon jirlichen unserm gotzhus giengent acht 
mutt kernen; item und den zehenden zt Nidrenbiirren, genant der von Husen zehend, mit 
aller zigehérdi; item und ain gitli doselbs, genant des Webers Giatli, mit aller zigehérdi, 
ussgenomen die hofstatt bi der Hailgen Nussb6ém und den akker unden im dorff, genant 
die Biint, und die wis bi dem Milibach, die von demselben gitli verkoufft sient. — An 
dem dornstag nach dem ingenden jare, /443. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. E. 5, Nr.3.— Pergament-Original mit eingendht hangendem 
Siegel. 


4488. — 1442 Dezember 28. Bernang. — Ammann, Rechtsprecher und gemeine 
Hofleute des Dorfes Bernang schreiben an Biirgermeister und Rat zu St.Gallen: Als 
wir nun nichst vor iich gewesen sind von ettwas spenn und irrung wegen, so wir und der . 
Tudeler mitt ainander gehebt hand, und nun ir aber ainen spruch getén hand und in dem- 
selben spruch begriffen und beschlossen worden ist, alz wir denn verstanden hand, daz wir 
dem Tudeler durch sin wys fiirbass nitt me triben noch uffbriichen sdllent denn mitt recht, und 
wenn wir tich dez ermantind und bittind, so wellend ir tins von der wy8 und dez wegs wegen 
alz gen dem Tudeler ainen gelichen, billichen rechtag setzen und an gelich, billich stett: sie 
badten jetzt um Ansetzung eines solchen Rechtstages gegen Tudeler, wonn ir vormals wol ver- 
standen hand, waz rechten wir dem Tudeler von dez wegs wegen fiirgeschlagen und ge- 
botten hand und och von verhandlung wegen dez Tudelers dez rechten gen Lustendw 
erlaussen und abgesetzt hind alz durch iiwer erkanntniist und wysshaitt. Und land tins tiwer 
gaitigkayt und mainung unverzogenlich wysen. — Geben ze Bernang, in die Innocentium, 1443. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4489. — 1442 Dezember 29. (Lindau.) — Biirgermeister und Rat zu Lindau zeigen 
dem Birgermeister und Rat zu St.Gallen an, dap deren Biirger Hans Bumann genannt 
Ndnger von Ober-Steinach von ettwievil luggschiben Salz, die Hans Melli genannt 
Atti von Buchen am letzten Jahrmarkt, 28. Oktober, gekauft und in ihrem Gredhaus ge- 
lagert hatte, eine zu entwenden versucht habe, was erst zu ihrer Kenntnis gekommen, als er 
nicht mehr in threr Stadt gewesen sei. Dazu hdtten etliche friinde des Bumann, ebenfalls St.Galler 
Birger, dem Melli wegen dieser Sache unbilliger Weise Feindschaft angesagt. Sie bitten des- 
halb, die St. Galler dazu anzuhalten, daB sie den Melli sicher sagen und uss vorchten 
lassen, und daz ir och darzéi tigen, alz denn zi sélichem gehort, und ersuchen um schrift- 
liche Antwort. — Geben an sant Thomas tag in den Wyhennichten, /443. 


Stadtarchiv St. Gallien, Missiven. — Papier-Original_mit Siegelresten a t. 


4440. — 1442 St. Gallen. — Abt Kaspar von St. Gallen belehnt im Hof zu St.Gallen 
den Klaus Metzger von Elgg (Elggs) zu Handen des Andres Grob von Sulzberg mit 
dem halben Teil des Hofes Sulzberg, ob Pfeffikon gelegen, samt aller Zugehérde, den Andres 
Grob von seinem Vater Heini Grob sel. ererbt hat. — In dem obgenanten unserm gotzhuse 
zi Santgallen, 1442. . 


Stiftearchiv St. Gallen, D. D. D. D. 3. Fasc. 1. Nr. 11. — Pergament-Original, das Siegel fehlt. 


22 Kaspar 1442—1463. 


4441, — 1443 Januar 5. (St. Gallen.) — Ludwig von Eppenberg, Birger zu St. Gallen, 
der mit Kaspar HéGr einen Zins von 18 » St. G. W., 2 Hiihnern und 26 Hiern besitzt, von 
Heinrich Liner aus Gaiserwald jahrlich auf Martini aus dessen Giitern daselbst zu eni- 
richten laut Hauptbriefes, den Kaspar Hor in Handen hat, verkauft seinen in einem Drittel be- 
stehenden Anteil dem Konrad Biirer, dem Gewandschneider, ebenfalls Birger zu St. Gallen, 
um 68 168 ~% St. G. W. — An der hailgen Drye kiing abend, 1443. 


Stiftsarchiv St. Gallen, J. 3.4.0.2. — Pergament-Original mit eingendhi hangendem Siegel. — Dorsual- 
notiz: Das Ebnot in Gaserwald. 


4442. — 1443 Januar 8. St. Johann. — Abt Nikolaus und das Kapitel des Gottes- 
hauses St. Johann im Turtal geben den Briidern Fretherren Janker Hiliprand and Janker 
Petermann von Raron (Raren), Herren zu Toggenburg, die ersamen frswen Adelhaiden, 
Ridis Brandtz von Batzenhaid elichen wirtinen, Dietrichen Miillers elichen tochter, 
mit all ihren Kindern in Tausch gegen die ersamen frswen Annan, Hansen Widmers uB 
der Ach elichen wirtinen, Bertschis Bregentzers von Magelsperg elichen tochter, mii 
all ihren Kindern. — Ze Sant Johann in dem vorgenanten iinserm gotzhus, an dem nachsten 
zinstag nach der hailgen Dry kiing tag, 1443. 

Stittsarchiv St. Galien, D. D. 3. F. 2. — Pergament-Originai mit eingendht hangenden Siegeln. — Ebenda, 


Q. 9. 1. C. 60, findet sich der Gegenbrief der Freiherren von Raron, zu Lichtensteig unter dem gleichen 
Datam ausgestelit. 


44438. — 1443 Januar 11. — Hans Griibel, Birger zu St. Gallen, verkauft seinen 
halben Torkel samt Hofsiatt, biittinnen und allen Rechlen, gelegen ze Altstetten vor der 
statt, und ainhalb stosset an die offnen lantstrasse und an zwain sidten an Ridis giter in 
der Laingrtib, dem Heinrich Zwick (Zwyken) dem jiingeren, derzeit Vogt und Biirger zu 
Si. Gallen, um 31 ® 4 C. M. — An dem niachsten frytag vor sant Hylaryen tag, des hailgen 
byschoffs, 1443. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. B 6, Nr. 7. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4444, — 1443 Januar 17. — Abt Kaspar von Si.Gallen triffi mit den gemeinen 
Landleuten in den sechs roden der parrochie und kilchéri zi Appenzell ein giitliches 
Ubereinkommen in betreff des Zehnten in diesen sechs Rhoden, wonach die Landleute zu 
seinen Lebzeiten ihm und dem Gotteshaus fiir den Zehnien jahrlich 100 & Heller St. G. W. 
entrichten sollen und er sich damit begniigen will. — An sant Anthonien tage, 1443. 


Landesarchiv Appenzell, A ll, Nr. 15. — Pergament-Original. — Abdruck: Zellweger, Urk. I 2, Nr. 318. 
— Regest: Appenzeller Urkundenbuch I, Nr. 761. 


4445. — 1443 Januar 19. — Lutz von Schénenstein (Schénnstain) verkauft den Briidern 
Peter, Hans und Konrad Mesner von Dabensweiler (Tabrischwyller) um 80 & 4) Lindauer 
Wdahrung seinen Hof zu Dabensweiler, daruff sy hiit ze tag sitzent, mit allen Zugehérden fiir 
ledig und los, auf~er dag davon dem Verkdufer jahrlich auf Martini 4 Malter ungevarlichs 
und gitz habers, wolgezehents mit der wannen und mit dem pflegel, Lindauer Maf, 2@ x) 
Lindauer Wahrung und 8 Herbsthiihner, sowie auf Ostern 120 Hier zu entrichten sind. Die 
Kdufer diirfen den Hof oder etwas aus demselben nicht verkaufen noch versetzen ohne Zu- 
stimmung des Verkdufers und seiner Erben und haben diesen und deren Kigenleuten das 
Vorkaufsrecht einzurdumen. — Am nechsten sampztag nach sant Hilaryen tag, 1443. 


Stiftsarchiv St. Gallen, F.F. 4.0.1. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 


4446. — 1448 Januar 24. (St. Gallen.) — Heinrich Switzlin, Birger zu St. Gallen, 
schwort, um Ansprachen gegen Birger oder Biirgerinnen der Stadt sich des Rechtes vor dem Rat 


Kaspar 1442—1463. 23 


oder Gericht daselbst, es sei denn daf er rechtlos gelassen wiirde, um Ansprachen an den 
Rat und gemeine Stadt aber sich des Rechtes vor dem Rat zu Uberlingen oder Lindau 
geniigen zu lassen. Fir thn siegelt Heinrich Zwick, Reichsvogt zu St.Gallen. — Am néchsten 
dornstag vor sant Pauls tag Conversionis, /443. 


Stadtarchiv St. Gallien, Tr. 27, 66. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4447. — 1443 Januar 25. (St. Gallen.) — Vor Hans von Andwil (Ainwill), Richter zu 
St. Gallen, der daselbst im Rathaus éffentlich zu Gericht sitzt, erkléren Ulrich Appen- 
zeller von Feld (Veld), Birger zu St. Gallen, und seine Schwester Adelheid, letztere mit 
Hans am Graben als Vogt, beide mit Hans Oser genannt Miiller als wiser und Hans 
Mager, dem Scherer, als Fiirsprech, alle Birger zu St. Gallen: Ihr Vater Konrad Appen- 
zeller und thre Mutter Adelheid hdtten thnen ihren Hof und Gut zu Feld iibergeben mit 
Ausnahme des Stiickes hinder dem Hub daselbs, ... stosset an den fissweg und an die lant- 
strass und och an die strass, die da gat in den hof, das die Eltern ze end iro wil und lebtag 
innehaben sollen,; ferner sollen sie den halben Obsterirag des ganzen Hofes geniefen, Holz in 
allen zum Hof gehorigen Hélzern nach Bedirfnis hauen und das Rechi haben, das man inen sol 
lassen gan in der waid zwo kay und zwai kalbli, und sollen ihr Lebenlang reht und gewaltsami 
haben in dem hus und in dem stadel und iiber und uff und in dem hof und gitt. Beim Abgang 
des einen soll das andre alle diese Rechte ohne Beeintrdchtigung geniefen. Falls eines der 
Kinder unschik und wider iro vatter und miatter willen tattint, so kénnen diese das Gut 
wieder an sich ziehen und damit nach Gatdiinken handeln. Die Kinder sollen auch alle 
gilt und geltschulden usrichten . . 4n vatter und mutter schaden. Ls siegeln der Richter, 
Hans am Graben und fiir die Geschwister Konrad Kapfmann. — An sant Pauls Be- 
kerung tag, 1443. 


Stadtarchiv St. Gallen, Tr. 25, Nr. 47b. — Pergament-Original,; das 1. and 2. Siegel hangen offen, das 
3. fehlt. 


4448. — Landvogt Markgraf Wilhelm von Hochberg fordert den Abt Kaspar von 
St. Gallen auf, falls es in den Zwistigkeilen zwischen den Eidgenossen und Konig Fried- 
rich (111) zum Krieg kommen sollte, die von Wil von jeder Hilfeleistung gegen den Konig 
abzuhalten. 


1448 Januar 26. Ziirich. 


Min willig dienst zivor. Erwirdiger, lieber herr, ir habend wol vernommen solich vord- 
rung, so die Kidgenossen, namlich von Lucern, Switz, Underwalden, Zug und Glaris, 
an unsern allergnedigisten herren den rémschen kiing getin hand, umb ir fryheitten za 
bestéttigen, dirumb inen derselb min gnedigister herr der kiing recht gebotten hat fiir chur- 
fiirsten und fiirsten etc. Solich recht sy nit uffgenommen hand, sunder sind sy hochmiatenk- 
lich von sinen kiinglichen gnaden gescheiden, das villicht von solicher sach wégen mécht 
zweygung und krieg ufferstin. Hab ich vernommen, wie das die von Switz die von Wil, 
die tich und tiwerm gotzhus zigehérend, gemant habind, inen hillfflich ze sind als von des 
lantrechts wegen, so sy mit inen habend. Ouch hab ich vernommen, wie das ettlich der iiwern 
offenlich redint, wiewol das ir und sy das heilig rémsch rich in dem lantrecht, das ir und 
die iiwern mitt den von Switz hand, vor und uB behebt habind, so bertrind doch solich 
misshellungen das heilig rémsch rich nit, sunder das hus von Osterrich. Das uns zimal 
unbillich nimpt, wand es doch am tag ist, das es das rich berdrt und nit das huf von 
Osterrich, nichdem und sy begert hand, das er inen ir fryheitten bestéttigitty als ein 
rémscher kiing, dirumb er inen semmlich recht gebotten hat, als vor bemelt ist. Darzi 
berdrend die stésB8 die statt Ziirich, die von alter har je und je ein richstatt gewesen und 


24 | Kaspar 1442—1463. 


noch ist, daby menglich verstin mag, das die sach unsern herren den kiing und das rémsch 
rich anlangett. Wand nun ir und tiwer gotshus sunderlich zi dem rich gehérend und dem 
me denn ander pflichtig und verbunden sind, darzi ouch iiwer vorfaren und die von Wil 
in dem lantrecht das heilig rich vor und u8 behebt hand, umb das so beger ich ernstlich 
an iich, ir wellind mitt den vorgenanten von Wil schaffen, ob sich die sachen zi krieg 
ziechen wurdint, das sy denn den von Switz noch den iren wider den benanten unsern 
allergnedigisten herren den kiting noch niemand, der zi im gehafft, verdacht noch gewant 
ist, behollffen noch ber&tten sigind, als ir das billich tind. Daran erzégend ir unserm aller- 
gnedigisten herren dem rémschen kiing sunderlich wolgefallen; kind ouch ich das umb 
tich, iiwer gotshus und die iiwern verdienen, darzi wélt ich willig und bereit sin. Und 
lassend mich darumb iiwer gittlich verschriben antwurt wiissen by disem botten, umb das 
ich es sinen gnaden fiirderlich, als sin meinung ist, geschriben kénn und mich dirndch ge- 
richten. Geben zi Ziirich, uff samstag post Conversionis sancti Pauli, anno xliij°. 
Wilhalm, marggraff von Hochberg, lantvogt etc. — 


Dem erwirdigen hern Casparn, apt des gotshus zi Sant Gallen, sant Benedicten 
Ordens, minem besondern lieben herren und gitten friind. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Rubr. Xill, Fasc.6. — Papier-Original mit Siegelspuren at. 


4449. — 1443 Februar 6. (Bernang.) — Hans Hermann, derzeit Ammann zu 
Bernang, stellt einen Brief dariiber aus, daf Hannssen Frayschlichs wingartte, genantt 
dez Ygel Biind, mitt dem héwachs derselben biinde, mitt aller zigehértt, alle sine recht, 
gelegen ze Bernang, stézz ainhalb an den Kibach, anderthalb an die stiickly derselben 
biinde Fiden Hiiwinen und Allinen Hiiwinen gen den Kibechen hinuff, hinabwirtt 
an Allinen Hiiwinen, an den Grossen und an den héwachs Fiden, och dezselben gits, 
und ist ain widemgit und lehen von ainem lipriester ze Bernang, auf Klage des Meisters 
Hans von Gundelfingen, Leutpriesters zu Bernang, um verfaline Zinsen, die Hans 
Frayschlich von dem Gut schuldete, an offner Gant nach Hofrecht vergantet und von Hans 
Clen, dem Knecht des Leutpriesters, um 5 £ 3 ~%, 1 Schulter und 10 Hier gekauft worden 
sei, alz ez iinsers hoffs pfandriffer und knecht umbriéfft ze dem drytten mal, wie recht was. — 
Am nechsten tag nach sant Agten, der hailigen junkfrowen, tag, 1443. 


Stiftsarchiv St. Galien, M. 3. Z. z. 19. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. — 
Regest: Géldi, Der Hof Bernang, Nr. 117. 


4450. — 1443 Februar 7. — Abt Kaspar von St.Gallen bestdétigt auf Bitte des 
Kirchherrn von Henau (Hennow) die Schenkung des grofen und kleinen Zehnten zu Dur- 
studel im Henauer Kirchspiel samt allen Rechten und Zugehérden an die Pfrund der 
Kirche zu Henau, die durch Rudolf von Rosenberg von Zuckenriet, den Vetter des 
Abtes, zu Lebzeiten von dessen Vorgdnger Abt Eglolf mit dessen Zustimmung erfolgt ist. 
— Am dornstag nach sant Agthen tage, 1443. 


Stiftsarchiv St. Gallen, J. 4. @. 5. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 


4451. — 1443 Februar 7. — Freiherr Wolfhart von Brandis, Vogt zu Feldkirch 
(Veltkirch), dem Biirgermeister und Rat zu St.Gallen geschrieben haben von wegen Hannsen 
Miillers und des Juckins,.. wie der Juckin den Miller gen Costentz uff das lantgericht 
gelatt und ze cht bracht hab, und (als ir) mich bittent, in von sélichen gerichten in tiwer gericht 
zi wisen, erwidert darauf: Wissent ir wol, wie ich allweg vermeldet hab und daran gewesen 
und noch bin, das die gericht daselbs miner gnedigen herrschafft zigehértent. Das ich in 
nu tiber sdlichs an sdlich ennd, als ir begerend, wise, verstand ir selb wol, das mir das nit 
gebtirt ze tin. Darzi so ist er nit anhaimsch, und waiss in nit ze treffen. Wélten ir im 


Kaspar 1442-—1468. 25 


aber den Miiller zi recht stellen im hoff ze Hochst nach des hofs recht, so wélte ich gern 
min versichen tin, ob ich in von dem lantgericht bringen und in an sdlich ennd gestellen 
mécht. — Geben am dornstag nach Agate, 1443. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4452. — 1443 Februar 8. — Hans Iberger genanni Waibel, Birger zu Wil, der 
bisher von dem Bau und dem Baumeister des Miinsters zu Sit.Gallen das Gui Bubenlo, 
Higentum des Baues, als Leibding innehatte, erkldrt, daB er alle seine Rechte an das Gut 
dem Heinzli Zili, derzeit Baumeister des Miinsters, zu Handen des Baues verkauft habe, 
und leistet Verzichi auf alle Ansprache. Fiir ihn siegelt Ulrich von BirfB, Hofammann 
zu St.Gallen. — Am fritag nach sant Agthen tage, 1443. 

Stiftearchiv St. Gallen, Blcherarchiv Bd. 688, §. 164. — Klosterdrack. 


. 44538. — Verhandlungen eines giitlichen Tages zwischen Abi Kaspar von St. Gallen 
und FRatsboten der Stadt St. Gallen. 


1443 Februar 11. und 12. (St. Gallen). 


Zt wissen sig allermenglichem, das nach Crists gebiirt vierzehenhundert jar und in dem 
dryundvierczigesten jare, am nehsten mentag nach sant Agthen tag, der hochwirdig min 
gnediger herre her Caspar, abbt des gotzhus zi Sant Gallen, an ainem und die ersamen 
Ulrich Sarri, burgermaister, Canrat Curer, alter burgermaister, Cinrat Hier, Hans 
Rainsperger, Hainrich Hugx, Hug von Watt und HansvonSwainberg, burger, 
und Johans von Widembach, der stattschriber zi Sant Gallen, als ratsbotten von 
gemainer statt wegen zi Sant Gallen, an dem andern taile gitlichen tag mit enander ge- 
laist haben. Und ist des ersten do beredt und bedinget: sidmals und das also ain gitlicher 
tag sig, ob sy mit enander nit betragen wiirdent, das denn, was do beredt wirdt, jetwederm 
tail an sinen rechten kainen schaden bringen sol. 

Item so hat der obgenant abbt Caspar des ersten ain abgeschrifft ains kiinglichen 
briefs von unserm allergnedigesten herren kiing Ffridrichen, r6émschen kiing etc., den 
von Sant Gallen gesendt, laussen lesen. Der wiset uff ain sdélich maynung, das derselb 
unser herr der kiing den von Sant Gallen gebiit, dem vorgenanten abbt Caspar ze tinde, 
wenn er das an sy erfordret, was sy denn sinen vorfarn abbten zi Sant Gallen getan 
hant, und och sich von im als von sinen vordren hinwiderumb mit verschribung und bestat- 
niiss benigen laussent etc. (S. Nr. 4420.) Und nach verlesung des kiinglichen briefs hat der 
obgenant min herre von Sant Gallen an die von Sant Gallen erfordret, das sy also tain 
wolten, als sy sinen vorfarn getan hettint und im nach gewonhait und herkomen sins gotzhus 
pflichtig sient ze tinde; so woélt och er in gerne tin mit verschriben und bestitnuss, als inen 


denn sin vordren getan hettint. 
Uff das hant die vorgenanten ratzbotten von gemainer statt wegen geantwurt, wie es 


wol war wir, das der obgenant unser herr der kiing inen ainen sdlichen brief gesendt 
hetti, als die abgeschrifft wiste, und hetti sy der obgenant min herre von Sant Gallen 
fiir demselben unserm herren dem kiing verclegt, des er wol hetti mugen iiber werden, 
won nachdem und sy, als sy vormals an denselben minen herren erfordert hettint, sich gen 
in zi verschriben diser nachgeschriben dryer artikel: des ersten, das er sy bi iren fryhaiten 
und gnaden, so sy denn hettint von biabsten, von kaisern, von kiingen, och von sinen vor- 
farn abbten, beliben liesse und davon nit trangte; item umb kiinfftig irrung zi verkomen, 
ob denn dehain spenn zwiischent minem herren und inen ufferstinden oder min herr zi 
ainem oder mer irer burger ze sprechen hetti, das denn min herre sich denn von den rechtz 
darumb liesse benige(n) vor aim rate oder gerichte zi Sant Gallen; item hetti oder ge- 
wunne er ichczt zi gemainer statt ze sprechen, das er denn zwen und sy ouch zwen darzi 
4 


26 Kaspar 1442—1463. 


geben sdlten; mdchten denn die vier sy betragen, wol und git; mécht aber das nit sin, das 
denn die vier gewalt hettint, ainen fiinfftman, der ain lay were, zi in ze kiesen; und wie 
denn die fiinff oder der mertail under in nach fiirbringung, red und widerrede darumb ent- 
schiedent, das sy baidersit dobi beliben séltent, — und min herr inen dozemal hetti laussen 
antwurten, das er inen gerne ir fryhaiten bestiétigen und sich gegen in verschriben wéolt in 
maB, als denn sin vorfarn getan hettint: also hettint si dazemal minem herren laussen ant- 
wurten, das sy gerne darumb mit im zi ainem friintlichen tag komen wiélten. Uber das hetti 
sy min herre verclegt vor dem obgenanten unserm herren dem kiinge, das ettwas unbillich 
wari. Und begerten och noch an den obgenanten minen herren, das er nach so gnedig wir 
und ains solichen gegen in ingienge, won och sy das im besten tatint, umb kiinftig irrung 
und spenn zfii verkomen. 

Item uff das antwurt der obgenant min herr abt Caspar, wie das er den obgenanten 
unsern herren den rémschen king als sinen herren und schirmer angertifft habi, die 
von Sant Gallen gitlich und in gnaden zi underwisen, das sy im titint, das sy im denn 
gebunden sind ze tinde, und sy nit so swarlich, als sy das denn uffnement, verclegt habi. 
Und batt sy, das sy sich von im wéltent laussen bendgen ains sélichen verschribens und 
bestitniiss, als sy sich von sinen vorfarn hettint laussen bendgen. 

Uff das antwurtent aber die von Sant Gallen, wie sich mins herren vorfarn gegen 
in verschriben hettint und inen vil verhaissen wir, das inen aber niht gehalten wir. Und 
als sy minem herren die obgenanten artikel anmifitent, bekantent sy, das min herr das nit 
gebunden war von rechtz wegen ze tinde; doch so taéten sy das im besten, ob kiinftig 
irrung zwiisschent minem herren und inen uffstindent, das man denn wisste, wo sy dann 
darumb entschaiden werden sélten. Und batent minen herren aber als vor. 

Und also nach vil red und widerred antwurt der obgenant min herr abt Caspar, wie 
er sdlich verschriben, als sy im zumttetend, nit getin médchte noch kénd von sdélicher aid 
wegen, so er denn unserm allerhailgesten vatter dem babste, ouch dem obgenanten unserm 
herren dem rémschen kiinge getan hetti, und batt die obgenanten ratzbotten, das also 
gitlich an iro friind ze bringen und sy ze bitten, das sy sich von im weltent laussen be- 
nigen sdlichs, so sy sich von sinen vorfarn hettint laussen bentgen. 

Also antwurtent dieselben botten, das sy das also an ire friind und an ainen rat bringen 
woltent und minen herren darumb ain antwurt laussen wissen. 

Und also morndes, am zinstag, kament die obgenanten ratzbotten aber mit minem herren 
ze tagen. Und nachdem als man uff gestern geschaiden was, antwurtent sy minem herren, 
wie das (sy) die sachen, als sy uff gestern geschaiden wirint, an ainen rat und ir friind bracht 
hettint; die hettint inen empfolhen, minem herren zi antwurten: als min herr uff ainem 
sdlichem bestind, das er ir zimitung und begerung nit tin wo6lt noch méchte, das er inen 
denn zi verstend gebe, was sy im gebunden ald pflichtig wirint ze tind. 

Uff das antwurt min herr: sin fordrung wir, das sy im hulden und sweren sdlten, als 
sy sinen vordren getan hettint nach herkomen und gewonhait des gotzhus. 

Also antwurtent die obgenanten ratzbotten: sy hettint erst bi zwain monatten dem ob- 
genanten unserm herren dem kiinge gesworn als irem natiirlichen herren und getruwtent 
nit, das sy minem herren sweren séltent, dann als von lehen wegen so sworent sy im und 
empfiengent och damit ir. lehen, so sy von dem gotzhus hettint. Er sig och erwelt zi ainem 
herren des gotzhus und nit, das er ir herre sig. 

Also antwurt aber der obgenant min herre, wie das sy sinen vordern ainen sdlichen 
aid gesworn, den sy und er denn wol wisstent, wie und in welher form der war; gefruwte 
och, das sy im och also sweren sdlten. Und sidmals sy sprechent, das sy unserm herren 
dem kiinge gesworn hettint, so hetti er och dem kiing gesworn; so gehérten och sy und 
er zi dem riche, und also wélt er gerne mit inen fiirkomen zim rechten fiir denselben unsern 





Kaspar 1442—1463. 27 


herren den kiing, was sy im pflichtig widrint ze tind. Und wes sich unser herr der kiing 
bekante, das sy im pflichtig warint ze tande, wélt in wol bentigen; wes sy och iiber werden 
sdltent, wolt er inen wol gunnen. 

Also antwurten die obgenanten botten, ob denn min herre mainte, das er ir natiirlich 
herre wir, oder von was rechten wegen sy im sweren sdltent. Daruff antwurt aber der ob- 
genant min herre: sy waren im gebunden ze sweren als ainem herren zi Sant Gallen 
ainen sdlichen ayd, als sy denn synen vorfarn den niéhsten zwen, dryen ald vieren getan 
hettint; des w6lt in och wol von in bentgen. Ob sy aber den tatind als irem natiirlichen 
herren, das lauss er sin, als das war; in wo6lt von inen ains sdlichen aids benigen, als sy 
sinen vorfarn getin hittint, und begerte nit darzi ze setzen noch davon ze nemen. 

Also antwurtent die obgenanten ratzbotten: sy maintent nit, das sy minem herren kainen 
andren aid ze tinde gebunden wirint noch tin woltent denn als von lehens wegen; und 
wiewol sy andren herren gesworen hettint, maintent sy niht, das sy minem herren von 
rechten gebunden warint das ze tinde. Und redtent also daruff, ob er aim hiitt 1 # oder 
v £ ~% gebe, darumb wir er niht gebunden, morndes aber ze tind, und desglichen. 

Also liess min herre an sy erfordren, im ze antwurten, ob sy des rechten, so er uff 
unsern herren den kiing gebotten hetti, ingan wéltent oder nit. Also antwurten sy: in war 
von ainem rat nit empfolhen von dehains rechten wegen; sy wolten aber das an ainen rat 
bringen und minem herren darumb antwurten. 

Zi wissen, als der hochwirdig herre her Caspar, abbt des gotzhus zi Sant Gallen, 
mit gemainen burgern und der statt zi Sant Gallen gitlich tag gelaist hat, am mentag 
nach sant Agthen tage, anno domini etc. xliii®, das do nach allen sachen der obgenant min 
herre von Sant Gallen recht botten hat uff unsern allergnedigesten herren hern Ffridrich, 
romischen kiing etc., umb was sy im pflichtig sient mit rechte, das sy im das tiynt, was 
sy ouch mit rechte iiber werden sdllent, das sy des tiber werdent, und hat darumb begert ir 
antwurt. Des hant sy sich genomen ain bedenken und mainen, minem herren in ainer kiirczi 
darumb ze antwurten. 

Hiebi sind gewesen (an mins herren taile) Ulrich Blarer und Brun Bundrich 
von Costencz, Cinrat Maiger von Ziirich, der jung Krél von Lindow, Ridger, 
der schultheiss, und Jos, der stattschriber ze Winthertur, der jung Reding von Swicz, 
Albrecht Keller von Wil, Hainrich Schadler, der amman, Marti Staiger und der 
Clam von Appenczell und Ulrich Mirk von Rinege und ander erber liit vil. 


Stiftsarchiv St. Gallen, BOcherarchiv Bd. 88, f. 205 f. und 211. — Hintragung von der Hand des dbtischen 
Schreibers (Jenchin). Der Sohluss, von Zi wissen an, ist in Abschrift von der gleichen Hand auch in 
Rabr. XIII, Faso. 6 enthalten. 


4454. — 1448 Februar 14. — Hans von n Rechberg von Hohen-Rechberg schreibt 
an Birgermeister und Rat zu St.Gallen, sein Knecht Ulrich Himmeli (Hiimelli) habe 
ihm mitgeteilt, wie tiwer burgermaister zi Nirenberg als von ains gittlichen tags wegen 
mit im gerett hab. Hr gehe nun gern ein auf alles, was sich zwischen iich und mir za friint- 
schafft zug, damit doch dem minen widerftire, das billich wire, und sei bereit, durch tiwern 
willen von mins knechtz wegen zit aim gitlichen, unverbundnen tag vor Biirgermeisier und 
Rat zu Schaffhausen oder vor Schulthei~ und Rat zu DieBenhofen oder Stein za 
kommen, doch beiden Teilen, falls sie nicht einig wiirden, ohne Schaden an ihren Rechien. 
Antwort durch den Boten. — Datum Valentini, 1443. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelspuren a t. 


4455. — 1448 Februar 20. Liitisburg. — Die Briider Uli, Johans und Haini die 
Hoéberg von Jonschwille, die mit Heini Spitzli, ebenfalls von Jonswil, wegen eines 
an ihrem Bruder Radi Héberg sel. begangenen Totschlags in Streit waren, laut eines 


28 Kaspar 1442—1463. 


Sprachbriefes aber mit ihm gerichtet worden sind, verpflichten sich, weil nach der Richtung 
dem Junker Freiherrn Petermann von Raron (Raren), threm gnddigen Herren, angebliche 
Auferungen hinterbracht worden sind, die gegen die Richtung gewesen waren, auf Verlangen 
des Herrn eidlich, das wir und nieman andrer von iinsern wegen mit dem obgenanten Spitzlin, 
sinem wyb, sinen kinden noch mit sinen geschwistergiden nicht arges ze schaffen haben 
sdllen mit worten noch mit werchen, haimlich noch offenlich, sust noch so, in dehain wyse 
noch weg danne mit dem rechten, und dasselbe recht von inen ze nemen in den gerichten, 
darin die anspraichigen gehérend und gesessen oder wonhafft sind alder aber da iins der 
obgenant iinser genidiger herr oder sin erben hin wysend, recht ze nemen, ane alle gevirde. 
Widrigenfalls sélien wir dem obgenanten iinserm geniadigen herren, sinen erben ald nach- 
komen iinser libe und iinser git gar und gantzlichen gevallen sin, und sol tins davor nicht 
friden, bedeken noch schirmen dehain fryhait noch gelait noch dehain ander sachen, so zi 
schirm jeman gehelffen oder zi statten komen mag. Der fRichtungbrief bleibt nichtsdesto- 
weniger in Kraft. Fir die Briider siegelt Ulrich Herre von Obern Utzwille, Am- 
mann des Abtes von St.Gallen. — Ze Liitenspurg, an mitwochen nach sant Vallentins, 
des hailgen martrers, tag, 1443. 
Stiftsarchiv St. Gallen, E.E£.3.6.1. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 


4456. — 1448 Februar 21. (Bern.) — SchultheiZ und Rat zu Bern schreiben an 
Biirgermeister und Rat za St.Gallen, die eidgenGssischen Boten hditen ihnen mehr- 
mals geriihmt, das tiwer wisheitt sich in dén lotiffen, als sich denn die gar wunderlich und 
sorgsam zwischent der herschaft von Osterrich und iinsern eitgnossen von Ziirich eins- 
teils und allen andren iinsern Hitgnossen andersit erzéigt hant, gar friintlichen, erberlichen 
und trostlichen in dém werben und handlen, als man denn an iich und an die von Appentzell, 
von der Eitgnoschaft ze stind und tich beder teil an andre end wyder sy ze verbinden, 
geworben hat’), bewiset habent. Sie danken fiir diese Liebe und Treue und zeigen an, dafB 
iinser Kitgnossen gemeinen botten von sdllicher loiiffen wégen, als denn jetz ze Appentzell 
sin sdllent, dasélbs hin komen werdent, die ankeren, by der Eitgnoschaft ze beliben und sich 
nit davon ze verwisen lan. Sollten diese eidgendssischen Boten die St. Galler auffordern, titwer 
botschaft mit inen dasélbs hin gén Appentzell ze sénden, um ihre Werbung zu unterstiitzen, 
so bitten sie, diesem Ersuchen zu entsprechen und der Botschafl Aufirag zu geben, ir bestes 
und wégstes ze tind, das die von Appentzell irem begéren nachgangent, als tins bedunkt ouch 
billich sin, und tinsern Eitgnossen ein semlich ort, das uch und inen trostlich sin mag, nit 
abzestand erraten werd. — Datum XXI°* die Februarii, 1/443. 

1) Msc. ,sint". : 

Staatsarchiv Bern, Deutsche Missiven A. 88 f. — Papier-Original. 


4457. — 1448 Februar 21. (St. Gallen.) — Birgermeister und Rai zu St. Gallen er- 
widern dem Junker Hans von Hohen-fRechberg, sie hdtien sein Schreiben wegen seines 
Knechies Ulrich Himmeli verstanden, och den botten, der mit dem Himelin geredt sol haben, 
verhéret, und hat uns der zu erkennende geben, das si uff ain ander mainung mit ainander 
geredt haben, denn iich Himelin fiir habe geben. Falls der Junker nach Ziirich oder 
Constanz kame, so wollien sie gern durch eine Botschaft mit ihm von denselben und 
andern sachen reden, das danne ain notdurfft uns beduncket sin. — Datum xxj* Februarij, 1443. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Kopie. 


4458. — 1443 Februar 25. Bischofzell. — Ulrich und Friedrich die Welter er- 
widern dem Birgermeister und Rat zu St.Gallen auf ein Schreiben wegen des Hensli 
Grabmann von Nieder-Biiren (Biirren), sie wiiBten nicht anders, denn das er, och sin 
miter und dndre sine geswiistergit iinser sigent und tins zihérrent, darumb wir dann jetz 


Kaspar 1442—1463. 29 


gegen tinserm heren von Santgallen in spinnen ligent. Ist da sach, das sich vindet, das 
sy im und sinem gotzhus zfigehoérent, so wellent wir gitlich davon lassen; vindet sich aber, 
das sy die iinser sind, so truwent wir, sy standin iins zu versprechen. Und uff simlich wissent 
wir jetzzemil nichtz mit inen ze schaffen haben dann gitz. — Geben ze Byschoffzell, 
am mentag nach sant Mathyas tag apostoli, 1443. 


Stadiarchiv St.Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4459. — 1443 Marz 4.— Heinrich Bradndler, Birger zu St.Gallen, der by aim 
gelegnen git .. den wolbeschaidnen Wy braten Kammerinen, Ulrichs Horchentalers 
siligen wilunt elichi wirtinne, und Ulrichen und Elsbethen, ir elichen kinden 40 & % 
St. G. W. schuldet, gibt ihnen dafir einen jahrlichen Zins von 2% 4 St. G. W., je auf Martini 
zu entrichten, aus dem Acker und Gut genamt der under Schorn, den Brdndler von thnen 
erkauft hat und der laut Vereinbarung Unterpfand fiir den Zins sein soll. Ablésung des 
Zinses, je 10 B mit 10 Pfand, ist gestattet aufer zur Zeit einer miinSwendi. Fiir Brdndler 
siegelt Hans Varnbiler, Birger zu Si. Gallen. — Am vierden tag des manotz Mertzen, 1443. 


Stadtarchiv St. Gallien, Spitalarchiv Tr. B. 42, Nr.8. — Pergament-Original mit offen hangenden Siegel. 


4460. — 1443 Mirz 8. Constanz. — Biirgermeister und Rat zu Constanz erwidern 
dem Biirgermeister und Rat zu St.Gallen auf ein Schreiben von ettlicher der iiwern wegen, 
so dann tinser végt mit lantgericht fiirgenomen hand. .: Uch zi lieb haben wir mit iinsern 
vogten geredt, die sach nuzimal anzistand zu lauSen, untz das wir fiiro mit iich oder itiwern 
rautzfriinden darvon gereden miigen, als sich dann gepiiren wirdet. Von der Tannen- 
mininen wegen, die stat tins niit zi versprechent; doch wellen wir nach iiwer beger iinser 
vermiigen darinn tin. Ob wir aber an ir nicht erholen méchten, so wellen wir tins doch 
dif niachsten gerichtes ains uffschlags darin vermogen bi& zem niéchsten gericht darnach. — 
Datum viij* Martzij, 1443. 

Stadtarchiv St.Galien, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4461. — 1443 Mirz 16. — Dietegen von Griinenstein, dem frd Ursula, aptissinn 
tinser Frdwen gotzhus ze Lindow, das Cat genannt das Hofflen zu Balgach verkauft 
hat mit der Bedingung, thr dafir einen Zins von 10 B » aus Giitern za kaufen, gibt ihr 
dafiir einen Zins von 10 £ », den er von Hans Noll von Balgach gekauft hat, aus dessen 
Acker daselbst, stozz ainhalb an Hainy Schribers kind git, anderthalb an Rady Schniders 
git, laut eines von der Abtissin gesiegelien Hauptbriefes, den er dieser iibergibt. — Am nechsten 
samstag nach sant Gregorius tag, 1443. 

Stiftearchiv St. Galien, 0.0.4. A.2. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 


4462. — 1448 Miirz 16. (Constanz.) — Biirgermeister und Rat za Constanz erinnern 
Birgermeister und Rat zu St.Gallen daran, wie sie ihnen vormals geschrieben hdtten von 
ettwas erbs und verlaufen gitz wegen, so danne der Hiér, uwer mitburger, Conraten 
Zollikouffer, unserm burger, vor unserm raute zugesprochen hat, herrhrende von Hansen 
Niickums sun saligen, darinn wir uns nach ir baider fiirtragen, clag und antwort bekennt, 
das sie baide ain bottschaft uff gemainen pfening ufsenden und ain erkunnen han sdlten, uff 
wellich zit dez benanten Niickuns sun siéligen abgangen wére, und wie sie gebeten hdtten, 
die St. Galler méchten den Ihrigen anhalien, dem Spruch nachzukommen oder den Constanzer 
nicht weiter zu bekiimmern. Nun sei aber der St. Galler dem nicht nachgekommen und ihnen 
auch keine Antwort zu teil geworden, weshalb sie ihre Bitte wiederholen. — Datum sabato 
ante dominicam Reminiscere, 1/443. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier- Original mit Siegelresten a t. — Vgl. Nr. 4430. 


30 Kaspar 1442—1463. 


4463. — 1443 Mirz 25. — Freiherr Wolf der dltere von Brandis, Vogi zu Feld- 
kirch (Veltkirch), schreibt an Biirgermeister und Rat zu St.Gallen: Mich ist angelangt, 
wie der amman, zwen Giger und Hanns Millers sun von Sant Margrechten-Héchst 
den Helbogk, der myner gniadigen. herrschaft von Osterrich etc. zigehért, gefangen und 
den enwig gefairt haben, das mich frémd und unbillich nymbt und bedungkt sin, solichen 
mittwillen mit miner herrschaft und den sinen ze triben. Dann der Helbogk nye anders 
begert haut, dann, was recht und urtail geben oder zwiischendt im und sinen widersichern 
gesprochen ist, das er dem allwég gérnn nachkomen wir, als denn das zu ainem tail tiwer 
rautsbotten wol wissendt ist. Hr bitiet dringend, mit den Leuten, die den Helbok gefangen 
haben, zu verschaffen, das der 4ne engeltniisse ledig gelaussen und gezelt werd. Andern- 
falls miBte er, wenn auch ungern, die Sache vor den Konig bringen. Antwort durch den 
Boten. — Geben uff tinser Frowen tag in der vasten, 1443. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4464. — 1443 Marz 28. (Rorschach.) — Ammann und gemaine Hofleute des Dorfes 
Rorschach, die von Landrichter und Landgericht zu Stiihlingen von gemainsami wegen 
fiirgenomen und geachtet sind iiber sdélichs, das wir mit fryhait des gotzhus zi Santgallen, 
so dasselb gotzhus, daran och wir gehoren, sinen liiten von r6mschen kaisern und kiingen 
dartiber erworben hat, dafiir gefryet sind und wir och nit in der lantgraffschaft ze Sthilingen 
sesshaft sind noch darin gehorent, erteilen dem Ruedi Arni von Constanz, ihrem be- 
vollmdchtigien Boten, Gewalt, fiir sie das Hofgericht zu Rottweil anzurufen, Landrichter 
und. Urteilsprecher des Landgerichtes Stiihlingen darumb fiirzenemen und ihre Sache auf 
dem Hofgericht zi gewinn und verlust zu vertreten; was er fiir sie handelt, geloben sie eidlich, 
wahr und stat zu halten. Fiir die Gemeinde siegelt Hans Ammann, derzeit Ammann zu 
Rorschach. — Am dornstag vor Mittervasten, 1443. 

Stiftsarchiv St.Gallen, BOcherarchiv Bd. 1941, f. 326. —- Hntwarf von der Hand des dbtischen Schreibers. 
Ebenda f. 323 findet sich der undatierte Entwurf zu einer von Abt Kaspar dem Ruedi Arni erteilten 


Vollmacht, die von Rorschach auf dem Hofgericht za Rottweil in obiger Sache zu vertreten nach 
unser und unsers gotzhus fryhait lut und sag and alles zu tan, was der Abt selbst in der Sache tan kénnte- 


4465. — 1443 Mirz 28. — Freiherr Wolfhart von Brandis der dltere, Vogt zu 
Feldkirch (Veltkirch), erwidert dem Biirgermeister und Rat zu St.Gallen auf deren 
Antwort wegen des Helbok (vugl. Nr. 4463): Nu vermain ich, wie ir den Hellbok an sdélichen 
énnden, da denn die hohen gericht miner gnedigen herrschafft von Osterrich zagehérend, 
gefangen haben. Deshalb bitie er, das ir denselben Hellbok an die é6nnd, da er gefangen 
ist worden, zi minen handen antwurten; so wil ich iich den halten und za recht stellen, 
warumb oder umb sach ir zi im zi sprechen haben, und iich oder den iiwern, ob gott wil, 
alda gelichs und billichs lassen widervaren. Antwort durch den Boten, darumb das ich die 
sach wiss an die end, dahien es gehértt, zi bringen. — Geben am dornstag vor Mitter- 
vasten, 1443. 

Stadtarchiv St. Gallien, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4466. — 1443 April 5. — Abt Kaspar und die Konvent- und Kapitelherren des 
Gotteshauses St. Gallen, die von Konrad Schaffhauser (Schaufhuser) zu Constanz 
400 Gulden empfangen haben, verkaufen thm dafir auf Riicklésung einen jahrlichen Zins 
von 14 Mutt Kernen C. M. aus des Gotteshauses Hof zu Langen-Rickenbach, genannt 
der Herrenhof, der jahrlich 34 Mutt Kernen St.G.M., 2 € 12 B %, 8 Herbsthiihner und 
200 Eier gilt, sowie aus dem Hof Stegen, zwischant Leri und Lumischwy! gelegen. — 
Uff den nechsten frytag vor dem sonntag Judica in der vasten, 1443. 


Stiftsarchiv St.Gallen, BOcherarchiv Bd. 95, §. 36. — Verzeichnis der von Abt Ulrich (VIII) eingeldsten 
Briefe, 1490 von Ulrich Rigger angelegt. 





Kaspar 1442—1463. 31 


4467. — 14483 April 26. — Hans von der Breiten-Landenberg teilt dem Birger- 
meister und Rai za St.Gallen mit: Alz ir nechst mit mir geredit hant und ich mit iich 
alz von eins gitlichen tags wegen zwiischent minem gnedigen herren von Santgallen und 
lich, sdlichS ich nu an minen gnedigen herren von Santgallen bracht hab. Der hat nu mit 
sinen friinden darumb geredt, und versich mich, daz er sdlichen friintlichen tag sichen werdi. 
Falls also die St. Galler noch willens seien, zi gitlichen tagen ze komen, méchten sie durch 
den Boten schrifilich berichten, und an welhes end und uff welhen tag, und médchten die 
Verzégerung seiner Antwort entschuldigen; denn mich daz heilig zit und anders darinne ge- 
sumptt hat. — Geben uff fritag nich dem heilgen Ostertag, 1443. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4468, — 1443 April 27. — Abt Kaspar und der Konvent des Gotteshauses St.Gallen, 
die dem Ulrich von Piirs (Purs), Hofammann zu St. Gallen, 240 € 4% St. G.W. schulden, 
gehen die Verpflichtung ein, thn alle jar gegen Wernher Hoser genant Muntzmayster 
umb vj som wins, Rintaler, jarlichs zins, so er demselben Muntzmaister by den j° & 
schuldig sig zu geben, zu verstan, und versichern den Miinzmeister fiir den Zins uff des 
gotzhus drittailen von den wingarten zi Bernang. — Am nechsten samstag nach sannt 
Jérgen tag, 1443. 


Stiftsarchiv St. Gallen, BOcherarchiv Bd. 95, §. 21. -- Verzeichnis der von Abt Ulrich (VIII) eingelésten 
Briefe, 1490 von Ulrich Riigger angelegt. — Vgl. Nr. 4474. 


4469. — 1443 April 29. — Hans von der Breiten-Landenberg berichtet dem 
Biirgermeister und Rat zu St.Gallen: Nachdem sie auf sein Schreiben wegen eines giit- 
lichen Tages mit dem Abt (Kaspar) von St.Gallen gitlich geantwurtt und semlichs zi- 
gesagtt ..; doch so bedunkti es tich komlich zi sinde, semlich8 zi Santgallen fiirzenemen 
und usszetragen, habe er das an den Abi gebracht. Dem wil nu sdélich8 Sch gevellig sin; 
besunder so setztt er einen tag von nu sunntag nechstkoment iiber acht tag (12. Mai), z& 
nacht an der herberg ze sindt und mornendes am mendag zi den sachen zi griffen und 
fiir hand ze nemen. — Geben uff mentag ndich ussgendter Osterwochen, 1443. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel a t. 


4470. — 1443 April 29. (Bernang.) — Hans Kldn, wohnhaft zu Bernang im 
ftheintal, verkauft dem Meister Hans von Gundelfingen, Leutpriester daselbst, den 
wingartten genant dez Y gels Biinde mitt dem héwachz derselben biinde sami allen Rechien, 
wie er den auf offener Gant erkauft hat, um 5 B 3 &, 1 Schulter und 10 Lier, wofiir er auch 
das Gut auf der Gant erkauft hat, und iibergibt dem Priester den Gantbrief (s. Nr. 4449). Fiir 
thn siegelt Hans Hermann, derzeit Ammann zu Bernang. — Am nechsten mentag nach 
sant Marcus tag, 1443. 


Stiftsarchiv St. Gallien, M. 8, Z.z.15.— Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. — Regest: 
Géldi, Der Hof Bernang, Nr. 117, Anmerkung. 


4471. — 1448 April 29. (St. Gallen.) — Vor Wilhelm Boner, Dekan des Konvents 
des Gotteshauses St.Gallen, der im Namen Abt Kaspars im Hof zu St.Gallen za Ge- 
richt sitzt, nimmt Guta Landin, genannt die Schirmerin, Biirgerin zu St. Gallen, mit 
Konrad Hér als Vogt, Konrad Kapfmann als wiser und Hans von Andw il (Ainwil) 
als Fiirsprech Heinrich Zwick den jungen und Ulrich Senn, derzeit Meister und Pfleger 
des Hl.-Geist-Spitals zu St. Gallen, namens des Spitals zu gemaindern an iiber die gelegen 
giter, jarlich giilt, die sie jelzt vom CGotteshaus St.Gallen zu Lehen hat oder noch erhalten 
wird. Ks siegeln der Dekan mit dem Siegel des Abtes, fiir die Frau Ulrich Sérri, Biirger- 


32 Kaspar 1442—1463. 


meister zu St. Gallen, und Konrad Hér. — An dem niahsten mentag vor sant Philipps und 
sant Jacobs, der hailgen zwolffbotten, tage, 1443. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv Tr. B. 1, Nr. 42. — Pergament-Original mit offen hangenden 
Siegeln. 


4472. — 1448 April 29. (St. Gallen.) — Jn gleicher Weise nimmt vor Hans von And- 
wil (Ainwil), derzeit Richter zu St.Gallen, der auf dem Rathaus 6ffentlich zu Gericht 
sitzt, Guta Landin mit Otmar Goldast als Vogt, Hans Wdaniger als wiser und Hans 
Oser als Fiirsprech, alle Birger zu St.Gallen, den Heinrich Zwick, Vogt, und Ulrich 
Senn, Birger zu St. Gallen und Pfleger und Aufermeister des Spitals daselbst, namens des 
Spitals zu rehten gemaindern an iiber all ihre jeizige und kiinftige fahrende Habe. Es 
siegeln der Richter, der Vogt und fir die Frau Ulrich Sdrri, Birgermeister. — Des 
nachsten miéntagz vor dem Mayentag, 1443. 


Stadtarchiv St.Galien, Urk. Suppl. — Pergament-Original mit offen hangenden Siegeln. 


4478. — 1443 April 30. — Ammann und Rat im Bregenzerwald erwidern auf 
ein Schreiben von Birgermeisier und Rat zu St. Gallen von wegen der edlen frowen Claren 
von Ramswag: haind wir wol verstanden von def zins und niitzen, als sy hat in iinsren gegninen. 
Also setz sy iins werschaft, vier oder zwen man, ze Tornbiiren in dem tignis, als ir iin8 ver- 
schriben haind werschaft ze setzen, und trostung und sicherhait, unB allenthalb ze vertrettende 
und ze verstende von schaden, als tinch wol ze wissen ist von junkher Hansen wegen von 
Emptz, wie er tin8 verbotten hat die zins und niitz me den ze ainem mil, dik und vil. Alsobald 
iinB die werung und trostung gesetz und geben wirt, als geschriben stat davor, und tin8 
vor schaden ze sin jetz und hyenach, wend wir sy willenklichen usBrichten und ir die zins 
geben. Sie bitten um schriftlichen Bericht. — Datum am zinstag vor Maytag, 1443. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


4474. — 1443 April 30. — Ulrich von BirZ, weiland Hofammann za St.Gallen, 
der dem Meister Wernher Hosser genannt Miinzmeister fiir eine Schuld von 1008 
St. G. W. einen Zins von 6 Saum Wein aus seinem Weingarten zu Bernang im Rhein- 
tal genannt der Beringer auf Riicklésung verkauft hat und fiir den Abt Kaspar und 
der Konvent des Gotteshauses Si. Gallen diese Schuld auf sich genommen haben an der schuld, 
so sy mir schuldig sind, in der Weise, daf sie bis zur Abtragung derselben dem Ulrich von 
Birp jahrlich andre 6 Saum Wein Rheintaler Gewdchs St. G. M. usser den drittailen 
der wingarten ze Bernang im Rintal, die in und irem gotzhus drittailig sind, oder bei Mif- 
ernte fiir jeden Saum 30 B ~% St.G. W. ausrichten sollen, stellt einen Revers dariiber aus, 
dap Abt und Konvent diese 6 Saum jederzeit mit 100 & ~ abliésen kénnen und daf ihnen 
das Riicklésungsrecht in gleicher Weise zustehi fiir einen Zins von 10 Mutt Kernen von Hub 
und von Horchental, zwischen Morschwil und Tiinbach gelegen, und 7'/: Mati Kernen 
von Schinenhofen, alles St.G. M., welche Zinsen ihm um 140 & 4 St. G. W. auf Riicklésung 
verkauft sind, und ebenso fiir des Gotleshauses Eigengut genannt Miisli und einen Zins von 
12 Mutt Kernen von Yttenhub, die er pfandweise um 253 fl. rhein. innehat. Wird die Ab- 
lésung verweigert, so geniigit Hinterlegung des Betrages in die miinb oder beim Rat zu Constanz 
oder St. Gallen. — An sant Philips und sant Jacobs, der hailigen zwelffbotten, abent, 1443. 


Stiftsarchiv St.Gallen, BUcherarchiv Bd. 94, f.47 f. — Kopie aus dem 16. Jahrhundert. — Vgl. Nr. 4468. 


4475. — 1443 Mai 9. (Constanz.) — Jakob Truchse~ zu Waldburg (Walpurg), 
Reichslandvogt in Schwaben, berichtet dem Biirgermeister und Rat zu Si.Gallen: Als 
min mim von Ramschwé&g und ir nehst alhie by mir ze Costentz gewesen sind von der 


Kaspar 1442 —1463. 33 


sach wegen Hannsen von Emptz etc., dem han ich geschriben uff solich forme, das er 
mir vergiinst, ainen gutlichen tag darumb fiir mich ze machen. Ich han nu och daby beriart, 
nachdem und min allergnedigoster herre der rémisch etc. kiing minem herren und sweher 
und mir von der sach wegen geschriben und enpfolhen hab, die sachen gitlich zi héren und 
anzustellen etc., so sige mir die sachen von baider parthy wegen laid und wider, und han 
daruf siner geschriben antwurt begert. Wann als ir von mir geschaiden sind, so bin ich mit 
minen raten zi rat worden, das ich im also uff dis mal geschriben und dehainerlay recht 
fiirgeschlagen hin. Hr rate nun, das ir im der sachen halb schribend und recht fiirschlahend 
uff minen herren und shweher margraff Wilhalmen von Hohberg etc. und uff mich als 
ainen landvogt des richs, unbedingtlich zi rechten von dem anfanng bis an das end. Diinke 
ste gut, ihm mehr Leute vorzuschlagen, so mochten sie das wohl tun. — Geben am dornstag 
vor Bangracij martyris, 1443. 


Stadtarchiv St.Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


44°76. — 1443 Mai 12. — Hans von der Breiten-Landenberg teilt dem Birger- 
meister und Rat zu St. Gallen mit: alz von des friintlichen tag8 wegen zwiischent minem 
gnedigen herren von Sant Gallen und iich, der nu also uff morn zi halten zigesagtt und 
tich wol ze wissen ist,... daz min herr von Sant Gallen den tag nit gewiren, wann er sin 
friind nuzema&l dabi nit gehaben mag von triffenlicher sachen wegen. Hr bittet, die spdte 
Absage nicht zu veriibeln; denn die sachen so gichlingen zigefallen sint, daz ich das nit e 
getin kond. — Datum Pancracij, 1443. 


Stadtarchiv St.Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4477. — 1443 Mai 16. Constanz. — Bischof Heinrich (IV.) von Constanz, Verweser 
des Stiftes Cur, bittet Biirgermeister und Rat zu St. Gallen, auf einen treffenlichen rechttag, 
den er mit Stickel von Constanz vor dem Reichslandvogt Jakob Truchsef zu Waldburg 
in Bregenz zu leisten habe, uff cinstag vor dem hailigen Uffarttag néchst (28. Mai) zi nacht 
da zi sin und uff morndes mittwochen fri die sachen mit dem rechten fiirzinemen, ihm eine 
Ratsbotschaft zum Beistand zu senden. — Geben zi Costentz, uff donrstag vor dem sontag 
Cantate, 1443. 


Stadtarchiv St.Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4478. — 1448 Mai 16. (St. Gallen.) — Ulrich Appenzeller ze Veld, burger ze Sant- 
gallen, und Adelhait Appenzellerin, sin elichi schwéster, Cini Appenzellers elichi kind, 
denen ihr Vater einen Teil seines Hofes, als das underzilet und undermarchet ist, laut aus- 
gesteliter Briefe gegeben hat, verpflichten sich, an den Zins von 4 8 weniger 2 £ ~ und 4 Vierteln 
Schmalz, der aus dem ganzen Hofe geht, der Bruder von seinem Teil 28 4 und die 4 Viertel, 
die Schwester von ihrem Teil 1 ® ~ jdhrlich zu entrichten und den Eltern fiir Ansprachen 
wegen dieser Zinsen zu haften. Die Geschwister sollen jedes tiber das ander stuk und gait mit 
geding trett und steg und weg haben 4n des andren sumen und ieren. Fir sie siegelt Kon- 
rad Kurer, Altbiirgermeister zu St. Gallen. — Ze mittem Mayen, 1443. 


Stadtarchiv St.Gallen, Tr. 0, Nr. 4.4. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. — Vgl. 
Nr. 4447. 


4479. — 1443 Mai 17. (St. Gallen.) — Vor Hans von Andwil (Ainwil), derzeit Richter 
zu St. Gallen, der daselbst auf dem Rathaus 6ffentlich zu Gericht sitzi, fertigen Ulrich 
Geriner und seine Ehefrau Adelheid (Aidelhait) Ranftler, die Frau mit Ulrich Senn als 
Vogt, beide mit Hans Herr als wiser und Jérg Gmiinder als Firsprech, dem Ulrich 
Sdrri, derzeit Biirgermeister zu St. Gallen, zu Handen gemeiner Stadt ein erb und erbschaft 

5 


34 Kaspar 1442—1463. 


ligender und varender giter, das der Frau von threm Bruder Heini Radnftler selig zu- 
gefallen ist und wofiir Biirgermeisier und Rat ihnen einen Zins von 2'/2 8  gegeben haben. 
is siegeln der Richter, der Vogt und fiir die Eheleute Konrad Kurer, Altbiirgermeister. — 
An dem sibenzehendesten tag des manotz May, 1443. 


Stadtarchiv St. Gallen, Tr. 27, Nr. 65. — Pergament-Original mit offen hangenden Siegeln. 


4480. — Kéonig Friedrich (II1.) gebietet dem Abt Kaspar von St. Gallen und 
Petermann von Raron, in dem Streit zwischen den Hidgenossen und den Untertanen der 
Herrschaft Osterreich, sowie Ziirich, wenn sie den Seinigen keine Hilfe leisten kénnten, still 
zu sitzen bei Verlust ihrer Lehen und Freiheiten vom Reich und einer Bufe von 200 Mark Goldes. 


Wien 1443 Mai 21. 


Wir Fridrich, von gottes gnaden romischer kunig, zu allen czeiten merer des reichs, 
herczog zu Osterrich, zu Steir, zu Kernden und zu Krain, grave zu Tirol etc., embieten 
dem erwirdigen Casparn, abbt zu Santgallen, unserm fursten und lieben, andéchtigen, 
und dem edeln Petermann von Raren zu Togemburg etc., unserm und des richs lieben, 
getruwen, unser gnad und alles git. Als ir uns yetzo geschriben habt, das haben wir wol 
vernomen. Nu zviveln wir nicht, euch sy wol kuntlich, in welicher masse die von Switze 
und etlich uB8 den Aidgenossen yetzund newlich der herschafft von Osterrich undertane, 
ouch den von Zurich, abgesagt, darunder sich ouch merkliche todschleg, brant und ander 
unrat begeben haben, iiber solich rechtliche und billich gebott, die die von Zurich fur fiirsten, 
herren, stett und ettlich u8 den Eidgenossen volliclich getan hant, ouch uber das, daz wir 
nechst, als wir zu Costentz waren, fur unsers haus von Osterrich undertanen trefliche 
und gleiche gebot getan haben, als ir dann wol wissen mégt, als wir nit zweiveln. Das uns 
nit billich noch recht bedunkt, und meinenn, das sy dem heiligen reich und ouch der her- 
schafft von Osterrich daran zu kurtz tun. Wie aber dem allem, so ermanen wir euch, so 
wir ernstlichest mogen, und gebieten euch ouch vesticlich mit disem brief bey verliesung 
ewer lehen, fryheit, recht, die ir von dem heiligen reich, und darzu zwayhundert marck lotiges 
goldes: ob ir den unsern ye nicht helffen mochtet, des wir nicht getriiwen, das ir dann durich 
niemands willen, wer der sey, wider die unsern kein volk sendet, hilff, zuschub noch ratt 
tut, sunder gantz still sitzet und der sach nit zu schaffen habet, als ir dann von des reichs 
wegen als unser lehenliit unsern gebotten billich gehorsam seit, als wir euch des gentzlich 
getrawen. Wann wo ir anders teten, so [wolten wir] darzi tun, als sich das geburen wurde. 
Darnach wissent euch zu richten. Wir wollen und geblieten euch] ouch, das ir allen ewern 
liiten und undertanen bey der obgenanten peen zwayhundert mark lotiges goldes verbiettet 
und mit in schaffet, in den sachen stil zu sitzen und der missig zu gén. Das ist unser ernstlich 
maynung. Geben zu Wienn, an zinstag vor sant Urbans tag, anno etc. xliij°, unsers richs im 
vierden jare. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Rubr. Xill, Fasc. 6. — Papier-Original mit Siegel a t. — Kanzleivermerk 
rechts unten: De mandato domini regis. 


4481. — 1443 Mai 26. Schlo®B Rorschach. — Rudolf von Rorschach der Glteste, 
Birger zu St.Gallen, nimmt von Jos Schnider und dessen Ehefrau Elsbeth Radmin, 
Heinrich Bart und dessen Ehefrau Ann Rédmin einen Weingarten auf, den sie von ihm 
zu Lehen haben, genant der Lainbtl, am Bichberg gelegen, und ainhalb stosset an den 
Bergman, anderthalb an den grossen wingarten, der Claus Héwlis ist, und an den Fron- 
riitiner; item aber den ainen vierdentail usserm bomgarten, den man nemmet der Vierden- 
tailer, den jetzo der Brenner buwt, stosset an Cinin von Wartense, anderthalb an 
Hansen Schellen, obnan an den Stain und ze der vierden sidten an den alten wingarten, 





Kaspar 1442—1463. | 35 


der des Schlaichs war, und belehnt damit den Hermann Keller, Birger zu St.Gallen, 
dem die bisherigen Inhaber die Lehen um 170 fl. verkauft haben. — Ze Roschach uff der vesti, 
an dem nachsten sunnentag vor der Uffart iinsers lieben herren Jhesu Cristi, 1443. 


Stadtarchiv St. Gallen, Schaffneramt Rheintal, Buchberg B, Nr. 7. — Pergament-Original mit offen 
hangendem Siegel. 


4482. — 1443 Mai 26. — Hans Stér der alte und sein Bruder Hans der junge ver- 
kaufen thren Hof zu Gebertswil, genanni der Stor Hof, stosset an Spitals gat, an der 
closterfrowen git von Maggenow und an Ufhofen, und den zehenden damit, so tins gangen 
ist usser des Spitals hof genant Gebertschwill in tinsern vorbenanten hof, mii Zugehérden 
dem Peter Ortwin, Pfleger des Spitals zu St.Gallen, zu dessen Handen um 204 & ~. Fiir 
sie siegelt Konrad Kurer, Altbirgermeister zu St. Gallen. — An dem sechsundzwainzigosten 
tag im Mayen, 1/443. 

Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. D 14, Nr. 8. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4483. — 1443 Mai 31. — Konrad Huber, Birger zu St.Gallen, verkauft dem Hans 
Ndggler von Rebstein aus dem Rheintal um 18 8 % min holtz und boden mit aller zi- 
gehorde, das gelegen ist ob Rebstain in dem Rintal, gnampt Langen Egerten, stosset an 
des Spittals gitter ze Sant Gallen, an Cinrat Héren hof ze Tobel, stosset an Walti Kels 
Langen Egerten, Lehen vom Gotteshaus St. Gallen, da dannen ich im es och ufgeben, 
gefergot und zi sinen handen braht han, ... fiir friy aigen. — An dem niachsten fritag nach 
iinsers Herren Uffart tag, 1443. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. B10, Nr.8.— Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4484, — 1443 Juni 1. Constanz. — Der Offizial der Constanzer Kurie weist auf 
Klage von Dekan und Kapitel der Constanzer Kirche, daB JohannesVogt von Pfeffnang, 
der ihnen ein gewisses Quantum Getreide schuldete, gestorben sei, ohne sie befriedigt zu haben, 
den Leutpriester der Kirche in Bollingen an, die Habe des Verstorbenen verheften zu lassen, 
bis der Forderung der Kldger Geniige getan sei oder durch thn oder seinen Oberen anderer 
Auftrag erteili werde. — Datum Constancie, prima die mensis Iunii, 1443. 


Stiftsbibliothek St. Gallien, Cod. 1896, D 29. — Pergament-Original. — Registraturvermerk rechts unten: 
Linck. 


4485. — 1443 Juni 3. Bregenz. — Landvogt Jakob Truchsef zu Waldburg schreibt 
an Birgermeister und Rat zu St.Gallen: Uch ist wol wissentlich als von séllicher intrig 
und ansprach wegen, so iiwer burger Fryk vom Gosoltz Ursulen Loherin, burgerin zi 
Pregentz, die mir zi versprechen stat, an ainem wingarten, im Rintal gelegen, titt. Und 
wiewol min allergnadigoster herr der ré6misch etc. kiinig im des vergangnen sumers ge- 
schriben und gebotten haut, sy an demselben irem gé&t unbekiimbert zai lassen, denn er ir 
zum rechten michtig sin wolt etc., als ir das och wol vernomen hand, jedoch hatt der ge- 
nant Frik vom Gosoltz dariiber ir das ir an demselben end mit sin selbs gewalt, unerfolgt 
aller recht, ingeziint und understaut, sy des zi entsetzen, das mich ettwas froémd nimpt und 
unpillich ist. Deshalb bitte er umb miner dienst willen, mii Frik zu verschaffen, daB er die 
minen an demselben irem innhabenden git ungesumpt lasse. Denn andernfalls miifie er 
seinen Leuten gunnen, in fiirzinemen an die end und mit gerichten, als sich geburte, und 
in darinn hilfflich sin. Wa nun ir dardurch beswart sdlten werden, war mir laid. Antwort 
durch den Boten. — Geben zi Pregentz, am mentag nach dem hailigen Uffarttag, 1443. 


Stadtarchiv St. Galleon, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


36 Kaspar 1442—~1463. 


4486. — 1443 Juni 4. (St.Gallen.) — Vor Hans von Andwil (Ainwil), derzeit Richter 
zu St.Gallen, der daselbst an des Reichs StraBe durch pett 6ffentlich zu Gericht sitzt, er- 
kldri die from fro Yta von Roschach, Ridollffz von Roschachz tochter und Ludwigz 
von Eppenbergz elich gemahel, mit Zuslimmung thres Gatten und mit Ulrich Sadrri, 
Biirgermeister, als Vogt, Heinrich Zwick als wiser und Ulrich Senn, alle Birger zu 
St.Gallen, als Fiirsprech, wie das sy der obgemelt ir vatter gesiindert und usgestiirt hette 
vatterlich und mitterlich erb und erbschaft ligender und varender giter und hette ir dafiir 
geben, gewert und bezalt, daran sy ain git bendigen hette, und leistet hierauf gegen ihren 
Vater und dessen Erben Verzicht auf alle Ansprache an die vdterliche und miitierliche Erb- 
schaft. Doch sint ir hierinne rechtii anvallendii erb und erbschaft vorbehalten und usbedingt. 
Es siegeln der Richter, der Vogt, Heinrich Zwick fir die Frau und Ludwig von Eppen- 
berg. — Geben an dem vierden tag des manotz Brachot, 1443. 

Stadtarchiv St. Gallen, Tr. T, Nr. 28r.— Pergament-Original; die Siegel fehlen. — Notiz at. von etwa 


gleichzeitiger Hand: Ita, junkher Ridolfs séligen von Rorschach, genant Bart, eliche tochter, junkher 
Ludwigs von Eppenberg eliche husfrow. 


4487. — 1443 Juni 10. (Lichtensteig.) — Freiherr Hildbrand von Raron (Raren) 
erneuert zu Lichtensteig dem W4lti von Hausen die Lehenschaft tiber den Korn- und 
Heuzehnten zu Ruppenswil (Ruopperschwyl) in der Pfarrei Kirchberg, mit dem er von 
Graf Friedrich (VII.) von Toggenburg belehnt war, nimmt denselben wieder von thm auf 
und belehnt damit den Klaus von Starkenbach, dem Walti den Zehnien um 63% ~ C. M. 
verkauft hat. — An dem Pfingstmantag, 1443. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Rubr. 99, Fasc. 4. — Papier-Kopie aus dem 18. Jahrhundert. 


4488. — 1443 Juni 13. — Ulrich von Pirs, Birger zu St.Gallen, quittiert den 
Abt Kaspar von St. Gallen fiir die Summe von 100 & ~%, die thm der Abt mittsampt vier 
som win zins zi geben schuldig war. — An dornstag in der Pfingstwuchen, /443. 


Stiftsarchiv St. Gallen, BOcherarchiv Bd. 95, S. 50. — Verzeichnis der von Abt Ulrich (VIII) eingeldésten 
Briefe, 1490 von Ulrich Rigger angelegt. 


4489. — 1443 Juni 15. Liitisburg. — Freiherr Petermann von Raron (Raren), Herr 
zu Toggenburg, teilt dem Birgermeister und Rat zu St.Gallen mit, das ich zi den von 
Schwicz ain botschaft senden wolt, sy ze bitten von sachen wegen, die mir treffenlich an- 
ligent sind etc., und bit iich, so wol tin und mir ain botschaft dahin lichen wellend, namlich 
den Sarin, das er uf moren ze Liechtenstaig by mir war etc. — Geben zi Luttispurg, 
uf Vitty et Modesti, 1443. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


4490. — 1443 Juni 15.— Hans Zerahoch von Rorschach, Birger zu St.Gallen, 
verkauft dem Hans Biirki von Getzenwila, ebenfalls Birger zu St. Gallen, um 11 ® 
St. G.W. einen jdhrlichen Zins von 1 Malter Vesen St.G. M. aus seinem Baumgarien und 
Gui zu Rorschach, das ainhalb stosset an Schafratzbach, anderthalb an die Bytzi, ze 
der dritten sidten an Hansen Ammans siligen kind und an die landstraB, je auf Martini 
nach St.Gallen zu entrichten. Riicklésung um die gleiche Summe ist gestattet, jedoch im Fall 
einer miinsswendi zu warien bis uff die zit, das ze Santgallen ain durchganti miin8 angesehen 
wirdet. — Ze usginter Pfingstwuchen, 1443. 


Stiftsarchiv St.Gallen, N. N. 1.3.2. — Pergament-Original; das Siegel fehit. — A tergo die Notiz: 
Talman hat den zins erléset von Gallus Biirckin umb xj @ 4 in die Ascensionis (30. Apr.) anno Ixxviij®. 


Kaspar 1442—1463. 37 


4491. — 1443 Juni 18. — Pfaffe Heinrich Abhusen, maister der fryen kiinsten, 
gibt seinen lieben Téchiern Gret Swartzenbachin und Veren Wielandin wm getreuer 
Dienste willen die 11 & jdhrlichen Zinses zu eigen, die er von Rudolf Adel und dessen 
Ehefrau Greti Bicklin aus deren Giilern erkauft hat, und iibergibt ihnen den dariiber 
ausgestellien Hauptbrief. — Am achtzehenden tag des Brachmonats, 1443. 


Stiftsarchiv St. Gallen, BOcherarchiv Bd. 90, 8. 497. — Kopie von der Hand des dbtischen Schreibers. 


4492. — 1443 Juni 20. (Ziirich.) — (Biirgermeister und Rat der Stadt Ziirich), die 
in einen tottlichen krieg mitt den von Lucern, Ure, Switz, Underwalden, Zug und 
Glarus, och mitt den von Bern und Solottur alz iren helffern verwickelt sind, richten 
an die Reichsstddte Constanz, Schaffhausen, St.Gallen, Uberlingen, Lindau, Buch- 
horn, Ravensburg, Biberach, Kempten, Wangen, Isny, Memmingen, Ulm, Basel, 
Strapburg, Rottweil, Pfullendorf and Radolfzell ein Schreiben: Es komme ihnen in 
lantmiérs wise fiir, wie die tiwern den vorgenanten unsern vyenden und den iren fiirschub 
tigind mitt kost und geziig, das iins frémd nimpt, ob das also an im selber were; denn wir 
das umb iich nie verdienen hand und weltind och sdélichs tiwern vyenden ungern wider iich 
tin. Sie erinnern daran, das wir an das heilig rich gehérend alz och ir und das der knieg 
von des richs wegen harrirt, und bitten deshalb, ir wellind unsern vyenden noch den iren 
fiirbas weder hilff, fiirschub noch bistand tin weder mit ziig, kost noch suss in keinen weg ..; 
denn wir meinend je fiirbas ernstlich uff die strassen zi ligend und inen sdlich abzischlahend 
und zi werend, so verr wir mugend. Séltind wir denn tich in dem erztirnen, were iins nitt 
lieb, sunder gantz missfellig; denn iiwer friintschafft ist iins zimé&l lieb, versténd och das 
uns die wol erschiessen mag. Dazi wellen wir sdélichs unserm gnedigosten herren dem 
roémischen kiing von tich ramen, den diser krieg mittsampt tins berirt und mer denn iins. 
Antwort durch den Boten. — Datum die Corporis Christi, 1443. 

Staatsarchiv ZOrich, Stadt und Land, Nr. 1660. — Hntwurf auf Papier (ohne Unterschrift). — Ebenda 
findet sich ein zweiter, im allgemeinen tibereinstimmender Entwuarf mit Datum vom folgenden Tag und 
nachstehenden Varianten: ...mit kost, zlig, saltz, isen noch mit keinen andern dingen, damit sy wider tins 
gesterkt werden mugend... Welicherley koffmanschaft aber ir und die tiwern firend, dadurch die obgenanten 
tinser vyend wider tins nit gesterkt werdent, darin redent wir niitz; doch meinend wir, je fiirbaS ernstlich 


uff die strassen zu ligend und inen kost, saltz, isen, ziig und anders, damit sy wider tins gesterkt werden 
mochtind, ze werend etc. 


4493. — 1443 Juni 22. — Abt Kaspar und der Konvent des Gotleshauses St. Gallen, 
die von Meisierin und Konvent des Gotteshauses Miinsterlingen, sant Augustins ordens, 
ob Costentz an dem Bodense gelegen, 600 fl. rhein. empfangen und damit ihres Gottes- 
hauses zehenden ze Sumbri, ze Hefenhoffen, zi Spitzenriiti und ze Milibach und das 
gatli genant Winmans Giatli halbs, ze Sumbri gelegen, von Albrecht Blarers sel. Erben 
von Constanz zuriickgelést haben, geben ihnen dafiir diesen Zehnten und das halbe Giitlein 
mit allen Rechten zu kaufen. Dabei rdumen ihnen die Kduferinnen das Recht der Riick- 
lésung um die gleiche Summe ein. — Am nehsten sambstag vor sant Johans tag, des Toiffers, 
zi sunnwendi, 1443. 

Turgaulsches Kantonsarchiv, MOnsterlingen, Lade XXll, Nr. 3. — Pergament-Original; das Siegel des 
Abtes hdngt eingendht, das Konventsiegel fehlt. — Regest: Turg. Beitrdge, XXI, 8S. 100. — Ebenda, Nr. 3'/,, 
findet sich ein Revers von Meisterin und Konvent des Gotteshauses Miinsterlingen vom gleichen Datum, 
worin sie dem Abt und Konvent von St.Gallen das Recht des Riickkaufs um die gleiche Summe zagestehen, 
und zwar soll derselbe zi Costentz an dem geswornen wechsel erfolgen, und falls die Ricklésung nach 
Johannis geschieht, ist der Jahresnutzen vorbehalten. Wird die Lésung verweigert, so kann sie vollzogen 
werden durch Hinterlegung der Summe zu Costentz an dem geswornen wechsel.., hinder ainen rat oder in 
die miinss zi Costentz. — Pergament-Original mit eingendht hangenden Siegein. 


38 Kaspar 1442—1463. 


4494. — 1448 Juni 24. — Abi Kaspar von St. Gallen, decretorum doctor, teilt den Abten, 
Prioren etc. der Benediktiner-Kloster mit, dap er dem Priester Gallus Kemmli, Professen 
des Klosters St. Gallen, auf dessen Bitte die Erlaubnis erteilt habe, sich in das Kloster Erlach, 
in dem er frither gewesen und die Regel des hl. Benedikt angenommen habe, oder in ein anderes 
reformiertes Kloster des gleichen Ordens zu begeben, und entlapi thn fiir diesen Fall aus 
seiner Obedienz. Der LHintritt in das Kloster zu Erlach oder ein anderes hat innerhalb 
dreier Monate zu erfolgen; widrigenfalls soll vorliegendes Schreiben keine Geltung haben. — 
Datum vicesima quarta die mensis Iunii, 1443. 


Stiftsbibliothek St. Gallen, Cod. 1396, D. 36. — Pergament-Original; das Siegel fehlt. 


4495. — 1443 Juni 26. (Lindau.) — Biirgermeister und Rat zu Lindau danken dem 
Birgermeister und Rai zu St. Gallen dafiir, dap sie kiirzlich thnen eine Ratsbotschafi nach 
Isny geliehen haben, und bitten, da durch den Landvogt ein anderer Rechitstag angesetzt 
sei, uff nun den nehstkomenden mentag vor sant Ulrichs tag (J. Juli) ze nacht ze Ysni an 
an der herberg ze sind und am zinstag ze friiger tagzit die sachen fiirzenemint, wan tinser 
widertail noch nieman von ir wegen allda waz, thnen auf diesen Tag nochmals eine Rats- 
botschafi zu senden. Denn die Sache liege ithnen schwer an, und sie bediirfien des Rates 
weiser Leute, zumal da thnen von einem guten Freunde heimlich berichtet worden sei, wie iinser 
widersdcherin fiir unsern herren den kiing bracht habe, wie tinser herr der lantvogt ir nit ain 
gemainer richter sye, und habe begert, ainen andern richter zi geben; also habe iinser herr der 
kiing iinsern herren von Ougspurg itiber die sach zi richter gesetzt und die commission her 
Jacobs abgeton. Das iins aber von iinserm herren dem kiing noch von herr Jacoben nit ver- 
kiindt worden ist, darumb wir mainen, den rechttag zi Isni zi suchen und dem rechten nach- 
zegend; dann iins frémd und unbillich und den stetten erschrokenlich und ungewéarlich bedunk 
sin, das tinser herr der kiing tins und ander stette also von iinsern fryhaiten trengen und nit 
daby beliben lassen wil. — Datum ipsa die Johannis et Paule, 1443. 


Stadtarchiv St. Gallen. Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


4496. — 1443 Juni 28. — Peter Grob von Walterschwill, der von Walther 
Karrer, Birger zu St.Gallen, aineu hof an dem Rodmonten gelegen, genant Loch, 
das under und das ober, gekauft hat, stellt einen Revers dariiber aus, dap Karrer sich 
dabei ain holtz, in disem hofe und git gelegen, als dann das usgemarchet und uszilet ist, 
vorbehalten habe. Doch so ist das dritt und der boden min, miner erben und nachkomen, 
und gehért inen allain das holtz und holtzfruht zi. Dasselb ist iren, und sdllent stegg und 
weg haben in das holtz durch min vorbenant git nach aller notdurft, in das holtz und darus 
ze varen und firen, doch ungevarlich, za allen ziten. Auch haben sie an den Zins von dem 
Gut nichts zu zahlen, und fir allfdllige Ansprache haftet ihnen der Kédufer, der auch inen 
das holtz nit wisten soll. Will ein Teil seine Rechte verdufern, so soll er sie dem andern 
5 ~ ~ niher und bas geben dann andren liiten. Fiir Grob siegeli Konrad Kurer, Alt- 
birgermeister zu St. Gallen. — An dem ahtundzwainzigosten tag im Brahot, 1443. 


Stadtarchiv St. Gallen, Tr. 3, Nr. 21. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4497, — 1443 Juni 29. Rheinegg. — Die Briider Ulrich und Konrad Paier 
(die Paygrer), Végte zu Rheinegg, denen Ammann, Rate und Birger der Stadt Rheinegg 
gehuldet und gesworn hand nach uswisung der pfandbrieff, so wir haben von dem hailigen 
rémschen rich, geloben denselben, sy und ir nachkomen, die zi inen gehérent, by iren 
fryhaiten, rechten ze beliben laussen und sy daby ze hanthaben, ze schiitzen und ze schirmen 
nach tinser vermugen ungevarlich. — Zi Rinegg, an sant Peter und Pauls tag, 1443. 

Gemeindearchiv Rheinegg, G. 1.14. — Pergament-Original mit offen hangenden Siegetn. 


Kaspar 1442—1463. 39 


4498. — 1443 Juli 3. — Abt Kaspar und der Konvent des Golteshauses St.Gallen 
verkaufen mit Zustimmung des Kapitels und des Heinzli Zili, derzeit buwmaister des 
buws des miinsters unsers gotshus zi Santgallen, des jetzgenanten unsers gotzhus buws aigen 
gutli, genant Bibenlo, bi Wyl gelegen, und ain akkerli, dobi vor dem tiirli gelegen, und 
die egerde, genant Ritters Egerd, das jirlich gulten hat vier mutt kernen Santgaller mess, 
mit allen Rechten und Zagehorden, namentlich dem Zehnten, im Namen des Miinsterbaues 
dem Hans Lainbach, Birger zu Wil, und seiner Ehefrau Metzi um 60 & 4 C. W., die 
Zili bar empfangen hat, fiir recht aigen und fiir ledig und los. Hs siegeln Abi, Konvent und 
Zili. — An sant Ulrichs abende, des hailgen bisschofs, 1443. 


Stiftsarchiv St. Gallen, N. N.N. 1. Fasc. 1. Nr. 14. — Pergament-Original,; die ersten zwei Siegel hangen 
eingendht, das dritte offen. 


4499. — 1443 Juli 3. — Die Briider Peter, Hans und Konrad Mesner von 
Dabensweiler (Tabriswiler), denen Lutz von Schénenstein den Hof zu Dabensweiler 
verkauft hat, stellen einen Revers aus iiber die Verpflichtung, davon je auf Martini 4 Malter 
Haber Lindauer M., 28 4% Lindauer W., 8 Herbsthiihner und je auf Ostern 120 Hier ze 
rechtem zinse und hibgelt zu entrichten etc. (s. Nr. 4445). Auferdem ist ausbedungen worden: 
Wenn der obgenant Lutz von Schénstain oder sin erben ald sin sun oder dehain sin knecht, 
und die im denn zigehorent, uff den obgenanten hof koment und hund mit in bringent oder nit 
und da tiber nacht went sin, so sdllen wir oder unser erben ald nachkomen si mit den hunden 
tiber nacht herbergen und in essen und trinken geben, als wir denn in unserm hus ungevarlich 
haben. Und betreffs des Drittels am Hof und darauf gelegenen Stadel, das Gret Schndggin 
bisher innehatte, ist vereinbart, dap sie bis zu ihrem Tod in ihrem Hause bleiben und dazu 
3 Juchart Acker, 2 Mannmad Wieswachs und ihren Hanf- und Krautgarten haben, nach ihrem 
Tod aber das Dritiel von Hof und Stadel samt den 3 Juchart Acker, dem Wieswachs, Hanf- 
und Krautgarten an die Briider fallen solle. Uber Streitigkeilen sollen je zwei biderbman von 
beiden Teilen, wo notig mit Zuziehung eines von Lutz von Schénenstein gestellten Obmannes, 
entscheiden. — Fiir die Briider siegelt Junker Heinrich Siirg, ihr rechter herr. — An sant 
Ulrichs aubent, 1443. 


Stiftsarchiv St. Gallen, F. F. 4. 0. 1. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 


4500. — 1443 Juli 13. (St. Gallen.) — Vor Abt Kaspar von St.Gallen, der daselbst 
in unser Pfallentz 6ffentlich zu Gericht sitzt, fertigg Gret Kellerin von Helblingshftb, 
Peters am Aigen eliche husfrow, mit Hinwilligang ithres Mannes und mit Hans Staheli, 
Birger zu St.Gallen, als Vogt, Bernhart Friedrich als wiser und Rudolf Beck, dem 
Schreiber, als Fiirsprech ein Sechstel des Hofes zu Helblingshub mit all ihren Rechten, 
wie sie die von ihrem Vater ererbt hat, ihren ehelichen Briidern Ridin und Hansen den 
Kellern von Helblingshfib, denen sie ihren Anteil um 46 8 4 C. W. verkauft hat, und der 
Abt belehnt die Kdufer damit. Es siegeln der Abt, der Vogt und fiir die Eheleute der Fiir- 
sprech. — An dem nahsten sampstag vor sant Margarethen tage, 1/443. 


Stiftsarchiv St.Gallen, F.F.F.4.A.60. — Pergament-Original mit eingendht hangenden Siegein. 


4501. — 1443 Juli 15. — Abt Kaspar von St.Gallen erneuert dem Ulrich von 
Helmsdorf (Helmstorff) zu seinen und seines Bruders Burkhart gemeinen Handen auf 
Grand gesiegelter Briefe von Abt Eglolf die Lehenschaft tiber nachstehende Ciiter, Leute 
und Vogteien: (1) Des ersten die vesti genant die Alt-Ramschwag, an der Sittren ge- 
legen, mit burg, burgstal und burggraben, mit hofstatt, hofraitinen und garten, mit akkern, 
wisan, holtz und veld, mit owen, mit wunn und waid und mit allen ir rechten und zigehérden 
und mit allem dem, so zwiisschen dem Sattelberg und der Sittren und dem bach genant 


40 Kaspar 1442—1463. 


der Vinkenbach gelegen ist, ussgenomen das gitli genant Vinkenbach mit siner zi- 
gehérdi; item und die wis im Tobel gelegen, stosst an Tiirliwanger wis; item Eggen 
Bifang; item Hidinen Bémgarten mit siner zigehérdi; item den wiger und miili, daran 
gelegen, ze Vinkenbach, zwiisschent Libahusen und Wetzilsperg und dem Sattelberg: 
item den hof Sattelberg mit siner zigehdérdi, stosst ainhalb an das gitli genant Vinken- 
bach, andrenthalb an das git am Aigen; item und den Rain untz an Hilgartzriti, 
das sy alles von Ridolffen von Rosenberg erkoufft hettint. (2) Item und den hof ze 
Amargaswile, den der Spitz buwt; item ein gitli ze Bisenhofen, das der Summer 
buwt; item das wingirtli zi Amargaswile, das der Gesell buwt, mit torggel und hofstatt, 
so darzii gehért; item den hof ze Liitenswila; item den hof ze Ainwila enent der Tur; 
item ain schipuss under dem Bich ze Obrenwila mit ettwavil liiten, die darin gehoérent; 
item den hof ze Hiisren; item ain schipuss, genant der Mutzen Schipuss, under der 
burg ze Ainwil bi dem bach gelegen; item ain hus und hofraiti mit dem bémgarten daran 
gelegen; item die vogtie zi Waltenwile mit ir zigehdérdi; item dis nachgeschriben lit: des 
ersten Ffrikken Mygen seligen kind, item Hansen Strassmann von Rotahusen, 
item Hugen Mygen. (3) Item und die vogtie zi Herisow und die vogtie ze Gerswile 
mit allen rechten und zigehérden, als sy dieselben vogtien von Ridolffen von Rosen- 
' berg erkoufft hettint. — An sant Margarethen tage, 1443. 


Stiftsarchiv St. Gallen, J. J. 5. ¥Y. 2. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. — 
Vgl. zu (1) Urk. V, Nr. 3379, za (2) ebenda, Anm.; zu (3) ebenda Nr. 2769. 


4502. — 1448 Juli 15. — Abt Kaspar und der Konvent des Gotteshauses St.Gallen, 
die von Herrn Christoffel Gloggner, Chorherren des Stiftes St. Stephanzu Constanz, 
200 fl. empfangen und damit die Feste Neu-Ramswag von Elsbeth Lindin, der Witwe 
von Ulrich Estrich sel., gelést haben, geben ihm von der Summe als Leibding 20 fl. jadhr- 
lichen Zins von der genannten Feste. — An sannt Margreten tag, 1443. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Bdcherarchiv Bd. 95, S. 47. — Verzeichnis der von Abt Ulrich (VIII) eingeldsten 
Briefe, 1490 von Ulrich Rigger angelegt. 


4508. — Verkauf der Feste und Stadt Biirglen durch Albrecht von Klingenberg 
an Marquart Brisacher von Constanz. 


Bei Constanz 1443 Juli 16. 


Vor Fretherr Ulrich von Hohen-Klingen (von der Hochen-Clingen), Landrichter 
im Turgau im Namen von Birgermeister und Rat der Stadt Constanz wnd mit Voll- 
macht Konig Friedrichs (III.), der vor Costentz, da man lantgericht haltet, an des hailigen 
richs straB dffentlich zu Gericht sitzt, verkauft Albrecht von Klingenberg dem Marquart 
Brisacher von Constanz mit Hinwilligung seines anwesenden Bruders Ritter Hans von 
Klingenberg die vesti und statt Biirglen, im Thurgéw gelegen, was dann sin vorfaren 
daran zigehort hett und nemlichen sin vatter saliger, er und der genant sin brider her Hanns 
samentlich oder sunderlich daran bisher innegehebt und be(se)ssen haben, mit burg, mit burg- 
stall, mit burggesé£, mit burgrechten, mit burgfriden, mit lehengditern, pfantschaften, nach- 
jagenden vogtrechten und andern vogtrechten, mit gerichten, twingen und binnen, mit allen 
herrlichaiten, gewaltsami, auch mit lihung der pfrunden, daselbs zu Biirglen zu lihen, und 
besunder mit allen den luten, es sigint aigenlut, nachjagend vogtlut oder ander vogtlut, ouch 
mit allen den giten, nutzen, zinsen, gulten und gelten, so zi demselben tail der vorgeschriben 
vesti und statt Biirglen, und den nachbenempten guten, es sigint aigengut, lehengut oder 
pfandschaft, so zu derselben vesti und statt und darinn gehéren, gehéren sollen und mugen. Die- 
selb vesti und statt Burglen, och das lihen der pfrinden daselbs, als obstatt, mitsampt ett- 
lichen nachbenampten giten recht, fry aigen siad. Doch so hett im derselb Albrecht von 


Kaspar 1442—1463. 41 


Clingenberg in disem kouff vorbehalten und uSbedingt die fryen hantlehen, so er von 
- Biirglen wegen zu lihen hett, das die im und sinen erben hinfiir zu lihen zugehéren sollen, 
u8genomen was der lehen sint, es sigint aigenliit oder vogtliit, die demselboen Marquarten 
zu der obgenanten vesti und statt Biirglen zugehéren und die uff desselben Marquarts 
Brisachers aigen giten oder in sinen gerichten, twingen und bannen gesessen sind und 
die sy zi lehen inhaben; dieselben lehen alle sollen demselben Marquarten Brisacher, 
sinen erben und nachkomen nu hinfiir zu lihen zugehéren. Darzu was och aigenliit usser 
den gerichten und vogtyen, zu Biirglen gehérende, untzher in andri der von Clingen- 
berg gericht und vogtyen gezogen und darinn sesshaft sind, die alle und auch alle die, so 
enent Rins gesessen sind, sdllen hinfur dem obgenanten von Clingenberg und sinen erben 
zigehoren. Desglichen herwiderumb, was der von Clingenberg aigenlut, die von alter 
her zu Biirglen nitt gehért hand, als in dieselben gericht und vogty zi Biirglen gehoérende 
gezogen und darinn seShaft sind, die alle sond hinfiir demselben Marquarten Brysacher 
und sinen erben zugehoren und ir aigen haifen und sin, ubgenommen Ulin Vogt, jetzo zi 
Biirglen gesessen, und die zwen Miller, da der ain ain schmid ist; die sollen dem von 
Clingenberg och zugehoren. 

Item so sind dif die giter, so gen Biirglen in die aigenschaft gehéren und die alle recht 
aigen sind: Item der hoff zu Muran, gilt jarlichs vier mutt, ain viertail kernen, ain malter 
habern, zehen schilling pfening, ain swin oder darfiir zehen schilling pfening ; zwen kloben werchs, 
driu hiinr, dryssig aiger und ain hir8; buwt der Model. Item der Jiiczinen git, das jeczo der 
Seckelman buwt, gilt jarlich zwen miit kernen, zwen miit habern, sechs schilling pfening, zwen 
kloben werchs, zway hiinr, dryssig aiger und ains hir8. Item Hainis git an der Halden, das 
jeczo halb buwt Ulin Fraével und den andern tail Henslin Liitolt, gilt jarlichs zwelfft- 
halb viertail kernen, ain malter habern, zway viertail erwis, dryczehendhalben schilling pfening, 
ain kloben werchs, driu hdnr, dryssig aiger und ain hir8. Item Ulrich Weczels git, das 
jeczo Hanns Riigling buwet, gilt sechs viertail kernen, sechs viertail habern, fiinff schilling 
pfening, ain kloben werchs, driu hinr, dryssig aiger und ain hirfB. Item des Thormans 
gat, das jeczo Ulin Liitold buwet, gilt zehen viertail kernen, zehen viertail habern, zehen 
schilling pfening, ain swin oder darfur ain pfund pfening, zwen kloben werchs, zway viertail 
irwis, driu hdanr, drissig ayger und ain hirf; item auch git er jarlich ain mut kernen von 
dem gut Stocka. Item die alt Riitti, gilt ain viertail kernen, buwt jeczo Liitold Fravel. 
Item Hainis gat an der Rietliiten, das jeczo Haini Riigling buwt, gilt jarlich sechst- 
halb mut kérnen, ain malter habern, zway viertail arwis, ain swin oder darfur ain pfund 
pfening, zehen schilling pfening, zwen kloben werchs, driu hiinr und vierczig ayger. Item 
das Bomgartenlehen, das jeczo der Wichtli buwet, gilt zehen viertail kernen, zehen 
viertail habern, zehen schilling pfening, ain swin oder darfiir ain pfund pfening, ain viertail 
bonen, zwen kloben werchs, zway hinr, zwainczig ayger und ain hirs. Item Kberhartz 
Weczels git, das ouch Haini Riigling buwt, gilt sechs viertail kernen, sechs viertail 
habern, dry schilling pfening, ain kloben werchs, zway hinr, zwainczig ayger und ain hirb. 
Item Ulin Hessen git, das jeczo Burckhart Schmid buwt, gilt sechs viertail kernen, 
und am dritten jar giltz sieben viertail kernen, zwen mut habern, funffthalben schilling 
pfening, ain kloben werchs, driu hinr, dryssig ayger und ain hir8. Item Hanns Voglers 
gut, buwet halb Henslin Weber und den andern tail Haini zem Brunnen, gilt zehen 
viertail kernen, ain malter habern, zway viertail arwis, acht schilling pfening, ain swin oder 
darfir zehen schilling pfening, zwen kloben werchs, driu hiinr, drySig ayger und ain hirf. 
Item Ulrich Schnellen gut, das jeczo halb buwet Haini Rigling und ain vierdentail 
Uli Lutold und den andern vierdentail Hanns zem Brunnen, gilt zehen mutt kernen, 
driu malter habern, zway viertail 4rwis und nunczehen schilling pfening. Item Bertschin 
Hiittenswilers gut, das och der Model buwt, gilt zwelff viertail kernen, zehen viertail 

6 


42 Kaspar 1442—1463. 


habern, sechs schilling pfening, ain kloben werchs, driu hinr, dryssig ayger und ain hirB. 
Item die Amtwif, gilt ain mut kernen. Item des Tiibingers git, das och der Model 
buwet, gilt zwen mutt kernen, zwen mutt habern und zwen schilling pfening. Item des 
HirBeggers gut, buwt och der Model, gilt fiinff viertail kernen, fiinff viertail habern, 
fiinff schilling pfening, ain kloben werchs, zway hinr, zwainczig ayger und ain hir8. Item 
Fricken gut von Ravenspurg, das jeczo Cuni (?) Fritschi buwt, gilt vier mutt kernen, 
sechs mutt habern, niin schilling pfening und sechs pfening zu wegloBni, zwen kloben werch, 
driu hinr, drissig aiger und ain hir8. Item Berchtolds Verren git, das der Grininger 
buwet, gilt zehendthalb viertail kernen, zwen mutt habern, ain viertail arwis, finff schilling 
pfening, ain kloben werchs, driu hiinr, dryssig ayger und ain hir8. Item der HirBeggerin 
git, buwt der Kroll, gilt sechs viertail kernen, sechs viertail habern, vier schilling pfening, 
ain kloben werchs, zway hinr, zwainczig ayger und ain hirB. Item die Nider Hub, die 
ouch der Kroll buwet, gilt vier mut kernen, sechs mutt habern, zehen schilling pfening, 
ain swin oder darfiir ain pfund pfening, driu viertail arwis, zwen kloben werch, driu hiinr, 
vierczig aiger und ain hirs. Item die Ober Hub, die der Wichtli buwt, gilt vier mutt 
kernen, sechs mutt habern, zway viertail arwis, zehen schilling pfening, ain schwin oder 
darfiir ain pfund pfening, zwen kloben werch, driu hiinr, dryssig ayger und ain hir8. Item 
Hansriitinen des Hirfeggers tail, buwt och der Kroll, gilt sechs viertail kernen und 
driu hiinr. Item aber Hansriitinen, die Liitold Frivel und Hensli Fritschin buwent, 
geltent och sechs viertail kernen und driu hiinr. Item die Ober Bind, gilt jirlich siben 
viertail kernen. Item die Nider Biind, gilt aylff viertail kernen, und sind die zwo Biinden 
als krutgarten. Item des Gesings gut gelegen zu Buwila, das jeczo der Hickli daselbs 
buwt, gilt dry mutt kernen, dry mutt habern und siben schilling pfening. Item Rudis gut 
von Opferhoven, das ettwenn Sidenswancz was, und das jeczo Wialtin Schili von 
Buwilen buwt, gilt zwen mut kernen, zwen mut habern, zwen schilling pfening und zway 
hiinr; ouch git er acht schilling pfening von ainer wisun. Item und die hofstett zu Buwile 
geltend vierdhalben schilling pfening. Item der zehend zu Buwila gilt gewonlich by siben 
malter baider korn, ettwann mer, ettwan minder one geverd, der pfendt ist, und mag man in 
l68en mit zwayhundert rinscher guldin, als dann die brieff, dariiber gegeben, das aigentlich 
ubwisen. Item Berchtold Ammans gut, das jeczo Jick Enckhus buwt, gilt achtend- 
halb viertail kernen, achczehen pfening, ain kloben werch, driu hiinr, dryssig ayger und ain 
hirB. Item Conracz gut an Rietluten, buwt Cénni Weber, gilt fiinff viertail kernen, 
fiinff viertail habern, dry schilling pfening, zway hiinr, dryssig aiger, sechs pfening zu weg- 
loSni und ain hirB. Item des Hadiners gut, das Henslin Fritschin buwt, gilt funfft- 
halb viertail kernen, funffthalb viertail habern, funffthalben schilling pfening, ain kloben 
werchs, driu hiinr, dryssig aiger und ain hir8. Item der Brunnhoff, den och Henslin 
Fritschin buwt, gilt zehen viertail kernen, zehen viertail habern, zehen schilling pfening, 
ain swin oder darfiir ain pfund pfening, zway viertail arwis, driu hiinr, dryssig aiger, zwen 
kloben werchs und ain hirf. Item derselb Heonslin Fritschin hat och zwen garten, ligent 
in dem Brunnhoff, haiBent Gerinen Kellerinen Garten, geltent zway viertail kernen. 
Item Langenhartz giiter zu Wila und zu Waiblingen, davon gevallent siben viertail 
kernen. Item ain wif und ain acker, warent Rudis von OpferBhoven, geltent sechs 
viertail kernen Costenczer meb, die schlecht man allweg zu Wyler meB, und buwtz jeczo 
Haini Enkhus. Item so sind dif ainliczig acker: item der Holderacker, den Haini 
zem Brunnen buwet, gilt zway viertail kernen; item der Zilacker, buwt och Hainizem 
Brunnen, gilt ain viertail kernen; item Ulin Verr, der alt vogt, buwt zwen acker, geltent 
ain mutt kernen. Item ain gart, gelegen by dem Nidernbach, buwt der Kroll, gilt 
zway viertail kernen; item ain gart, gelegen an der Nidernwi8, buwt der Model, gilt 
ain viertail kernen; item ain gart, gelegen by der linden, buwt Walti Widmer, gilt ain 


Kaspar 1442—1463. 43 


viertail kernen; item ain gart, gelegen an der waid by der burg, buwt Ulin Fritschin, 
gilt anderhalb viertail kernen; item ain garte, gelegen ennent dem miilibach, buwt Hanns 
zem Brunnen, gilt ain viertail kernen. Item ain wif, genant des Hirders HuBli, buwt 
der Seckelman, gilt zway viertail kernen. Item ain gart, gelegen an der miilli, gilt ain 
schilling pfening; item ain gart, gelegen vor der miili, gilt ain viertail kernen. Item ain 
bundli, gelegen an den vorgeschriben garten, gilt zway viertail kernen, und buwt die driu 
stuck der Seckelman. Item ain wif, gelegen under Ulrichs Riitti by der nidern miilli, 
het jecz inn Uli Widmer, gilt ain viertail kernen. Item Annen Hasinen gart, gelegen 
am Nidernbach, gilt ain viertail kernen. Item ain wib, gelegen zu Frédenberg, und 
ander icker, gelegen uff Petten ennent der Thur, die joczo Hanns Pfaff von MoB buwt, 
geltent siben viertail kernen. Item ain acker, gelegen uff dem Obern Veld, gilt ain viertail 
kernen, und buwet man den acker jeczo zem hus. Item ain rutin, uff Nidernhalden 
gelegen zu dem obern criicz, gilt sechs viertail kernen, buwt man zi dem hus. Item des 
Meczgers Rutin, gilt sechs viertail kernen, buwt man ouch zi dem hus. Item der acker 
ennent dem bach, gilt ain mutt kernen, ist ain vierdentail ains friimessers ze Burglen, 
darfiir git man im dif nachgeschriben viertail kernen. Item ain acker, gelegen im Sanga, 
gilt ain viertail kernen, git man dem friimesser. Item zu Mura ain mut habern Costenczer 
me zu frechgelt. Item der hoff zu Hobrugg, den des Schmids erben von Radawile 
buwent, gilt fiinff mutt kernen, zway malter habern und sechczehen schilling pfening. Und 
ist dif vorgeschriben kernen- und habergelt alles W iler messes und die pfening Costenczer 
muncz und werung. Item sodann die Niderwib, die Badstubwi8 und ain wib, gelegen 
in Gruba ennet der Thur, und ain wil, gelegen im Mo8, sodenn den bomgarten by dem 
torgel und den krutgarten by der linden, sodenn den torgel, gelegen zunachst vor dem hus 
und vorhoff zu Biirglen. Item die wayd uff dem burggraben, gilt zway viertail habern 
Wiler meB. Item das var zu Biirgloen, das jarlich gilt dryczehen schilling pfening Costenczer 
werung. Sodann die mulli, zunachst under der burg gelegen, mit der segen, dltratten und 
aller ander ir zugehord. Item sodann die wingarten zu Mura am Ottenberg und zu Biirglen 
by der linden und ainer, gelegen uff der Rinderhalden by dem Bild, sind by dryssig 
hofstett reben. Item ain buchwald, genant des Mayers Buchen, und ander holcz, wun 
und waid, als die bisher gen Biirglen gehoért hand. Item anderthalb pfund pfeffers, gibt 
ain abbt von Crutzlingen fiir niin schilling pfening. Item die hofstett zu Biirglen geltend 
drissig schilling pfening Costenczer muncz, und git och ye ain hofstatt zwen karren 
mit mist und anderhalbhundert rebsteck in die wingarten, und missend den buw in die 
wingarten firen. Item die aigenliitt, die nit im stettlin sitzend, gend vierdhalb pfund pfening 
Costenczer zu stiir und ye ain husraichi ain vasnachthun, wa er mit hus sitzet, und zwen 
tagwett in die wingarten. Item und gend all aigenlutt, wa die sitzend, es syg im stettlin 
oder anderswa, vall und geléi, und die im stettlin sitzend, gend kain stiir und tind tagwet 
in die wingarten. Item und gehort gericht, zwing und bann, als ver Biirgler atter gand, als 
vil und wie daz die von Biirglen und von Clingenberg ynnegehebt hand, zu disem tail 
gen Biirglen. 

Item so sind dif hernachgeschriben lehen und pfandgiter: namlich so ist Hiittenswiler 
die vogty mit iren zugehérungen lehen von dem hailigen r6 mischen rich und pfant von dem 
goczhuse zu Santgallen, als dann die brieff, daruff sagend, das aigentlich uBwissen. Item 
die vogty mit iren rechten und zugehérungen zu Mittlan, Obern-Bussnang und Wert- 
piihe! sind lehen von dem huse Osterich. Item der kelnhoff zu Laymbach, die vogty- 
lutt und git daselbst, item die schuppes zu Muren, item die fryen vogty zu Buchackern, 
Talackern und Gattikoffen, item der wyer und die dinckhéff zu Sulgen, Riiti 
und Millibach mit allen iren rechten und zugehérungen sind lehen von ainem bischoff 
zu Costencz und Sulgen, Riiti und Miilibach pfand von den korherren zu Bischoff- 


44 Kaspar 1442—1463. 


ze11, als dann ouch die brieffe, daruff sagend, das aigenlich uBwisen. Item Buchschoren 
ist lehen von ainem abt in der Richenow. Item so sind dis hernachgeschriben die giter 
und rechten, so zu den obgeschriben lehengitern und pfandgutern gehéren: namlich der keln- 
hoff zu Hiittenswiler, gilt vier mutt kernen, vier mut habern Santgaller messes; item 
das gut zu Bernhusen, gilt niin viertail kernen, niin viertail habern Zeller meB, ain 
schauff oder darfiir fiinff schilling pfening Costenczer und zway viertail nu; item des 
Kellers schuppos zu Huttenswiler gilt zway viertail kernen, zway viertail habern Zeller 
me8; item des Maigers gut von Haidenswiler gilt zwen mutt kernen, zwen mut habern 
Zeller mef, ain schauff oder darfiir fiinff schilling pfening Costenczer und ain viertail 
nuB; item die hub zi Gattikoffen gilt dry mutt kernen, dry mut habern Zeller meB, 
anderhalb schaff oder fiir ain schaff fiinff schillng pfening Costenczer und zway viertail 
nu8; item die hub zu Buchackern gilt aylff viertail kernen, aylff viertail habern Zeller 
me, ain schaff oder darafiir fiinff schilling pfening Costenczer und ain viertail nu; item 
das gut zu Talakern gilt vier mut kernen, dry mut habern Zeller meB, ain schauff oder 
darfiir fiinff schilling pfening Costenczer meuncz und zway viertail nuf; item Aspan gilt 
ain viertail kernen Zeller meh; item des Kolers schuppes zu Hiittenswilr gilt fiinff 
viertail kernen, fiinff viertail habern Zeller me, ain halb schaff und ain viertail nuB; item 
die. schuppes, die der alt Haim von Talackern buwt, gilt zway viertail kernen, zway 
viertail habern und ain f48 von aim schaff; item die hub zu Riet gilt vier mutt kernen, vier 
mutt habern Zeller me, anderhalb schaff oder fiir ain schaff fiinff schilling pfening 
Costenczer und zway viertail nub; item Conrat Webers schuppes von Gattikoffen 
gilt dry viertail kernen, driu viertail habern Zeller mef, ain halb schaff und ain viertail 
nu8; item der wingart zu Gattikoffen gilt zway viertail kernen und am dritten jar nichtz; 
item der Berghoff zu Haidenswiler gilt driu viertail kernen, driu viertail habern Zeller 
me; item alli giter zu Hiittenswiler geltend achtunddryssig schilling pfening Costenczer 
rechts zins und vogtrechtz. Item so sind die nachgeschriben die guter enhalb dem holcz zu 
Hiittenswiler: nemlich dez Kauffmans gut von Blasenhusen, gilt sechs viertail 
kernen, sechs viertail habern Zeller mef, ain halb schaff und ain viertail nu; item Tap- 
parts gut, gilt sechs viertail kernen, sechs viertail habern Zeller mef, ain halb schauff 
und ain viertail nuB; item der Jochinen gut, gilt fiinff viertail kernen, fiinff viertail habern 
Zeller mef, ain halb schauff und ain viertail nu8; item Ulins Winczurnen gut gilt vierdt- 
halb viertail kernen, vierdthalb viertail habern Zeller mef, ain fuB von aim schaff und 
ain halb viertail nub; item Marschalcks gut, gilt vierdthalb viertail kernen, vierdhalb 
viertail habern Zeller me, ain fub von aim schaff und ain halb viertail nuB; item das gut 
zu Kaczenstaig, gilt sechs viertail kernen, sechs viertail habern Zeller mef, ain schauff 
oder darfiir fiinff schilling pfening Costenczer und ain viertail nuB; item das gut zu der 
Aich, gilt vierdhalb [viertail] kernen, vierdthalb viertail habern Zeller meB, ain schaff 
oder fiinff schilling pfening Costenczer darfiir und ain viertail nuf; item das gut zu Segna, 
gilt driu viertail kernen, driu viertail habern Zeller me und ain halb viertail nu. Item 
Hiittenswiler gilt vier pfund pfening Costenczer miincz zu stiir. Item und ist und 
sol sin der obgenant Marquart, sin erben und nachkomen nachjagend vogt zu Hiittens- 
wiler, und ist val und geliéif ir von den liiten, die in den hoff gehérend, wa die mit hub 
sind, und git ye ain huBraichi ain vasnachthun, und gend vierczig tagwat in die wingarten 
zu der brach und zu der valg ouch als vil und hauwend rebstecken in die wingarten, und 
ist gericht, zwing und bann und alle fiirbott och ir. Item och git man von dem hoff zu 
Hiittenswiler zwainczig mutt kernen Zeller me8 von ains herren recht von Sant- 
gallen; da slecht man an acht mutt kernen Costenczer me zu aylff mutt Zeller meB. 

Item so sind dis nachgeschriben die frygen giiter zu Hiittenswiler in der fryen vogty: 
nemlich Brunniswilers gut zu Buchackern, gilt zehendhalb viertail kernen, zehend- 


Kaspar 1442—1463. 45 


halb viertail habern Zeller meB, sechczehen schilling, fiinff pfening Costenczer und ain 
schaff oder darfiir fiinff schilling pfening; item des Hattingers gut ze Buchakern gilt 
anderhalb viertail kernen, anderhalb viertail habern Zeller me und vier schilling pfening 
Costenczer; item Liselins gut gilt driu viertail kernen, driu viertail habern Zeller meh 
und sechs schilling pfening Costenczer; item Utwilers gut gilt ain halb viertail kernen, 
ain halb viertail habern Zeller meB und sechczehen pfening; item Walthers gut gilt ain 
viertail kernen, ain viertail haber Zeller meB, zwen schilling und vier pfening Costenczer; 
item Biwilers gut gilt anderhalb viertail kernen, anderhalb viertail habern Zeller me 
und vier schilling pfening Costenczer; item Haini Karers gut, den man nempt Smyttach, 
gilt driu viertail kernen, driu viertail habern Zeller me und acht schilling, dry pfening 
Costenczer; item Conczen Schmids gut zu Haidenswiler gilt zway viertail kernen, 
zway viertail habern Zeller mef, siben schilling, dry pfening Costenczer; item Céncz- 
lins gut und Mérolffs gut geltend sechs viertail kernen, sechs viertail habern Zeller 
meB, zwelff schilling und fiinff pfening Costenczer; item des Frygen gut, gelegen zu 
Buchakern, gilt fiinff viertail kernen, fiinff viertail habern Zeller me, dryundzwainczig 
pfening und ain schaff oder darfiir fiinff schilling pfening Costenczer; item RudinSchmids 
gut von Gattikoven gilt ain mutt kernen, ain mut habern Zeller mef, ain schilling pfening 
und ain schaff oder fiinff schilling pfening dafiir. Item die fryen giiter gend ouch vierczehend- 
halben schilling pfening zu stiir. Item die vogtyen Sulgen, Riiti, Miilibach: die von 
Miilibach gend zehen viertail kernen, zehen viertail habern Costenczer meB, zway schaff 
oder fiir ain schaff fiinff schilling pfening, item und gend acht pfund pfening Costenczer 
zu stiir, und sol der hoff den kernen und habern mit irem waibel gen Biirglen in die 
vesti antworten. Item Sulgen und Riiti gend acht pfund pfening Costenczer zu stiir, 
und git ye ain husraichi, so in die dry hoff gehérend, ain vasnachthun, und tund tagwat in 
die wingarten, als man dan wol waist, was yeglicher tun s6l, und ist gericht, zwing, binn 
und fiirbott furbas och des genanten Marquartz, siner erben und nachkomen. Item und 
von dem wyger siben pfund pfening. Item die von Laymbach gend vier mutt kernen, vier 
mut habern Costenczer me, driu pfund pfening Costenczer, vier schaff oder fiir ain 
schaff fiinff schilling pfening und die schippes ain hun, und gend vier pfund pfening zu 
stiir, und sol der hoff mit ir waibel und keller das gen Biirglen antworten in die vesti, 
und gend ainundzwainczig tagwiét in die wingart zu der brach und zu der valg och als vil 
und gend und fiirend buw in die wingarten, und git ye ain husraichin, wa der mit hus ist, 
ain vasnachthun, und ist der genant Marquart, sin erben und nachkomen nachjagender 
vogt, und ist gericht, zwing und bénn und alle fiirbott ir. Item die vogty zu Mitlan, item 
der korherren giiter geltend zwen mutt kernen und ain malter habern Wiler me8 und zehen 
schilling pfening. Item Criiczlinger gut gilt fiinff schilling pfening. Item die fry vogty 
zu Mitlan gilt driu pfund pfening Costenczer. Item das vrechgelt uf den fryen giitern 
zu Mitlan gilt sechs schilling dry pfening und sechsthalb viertail habern Costenczer 
meS vréchgelt. Item Henckartz vogty gilt niinczehen schilling pfening. Item des Kutzen 
hofstatt gilt sechs pfening. Item die vogty zu Ober-Bussnang, item der Schafferhaff 
gilt sechs schilling pfening und driu hiinr. Item des Niiwilers hoff gilt fiinf schilling pfening 
und driu hiinr. Item der Vischerin hoff gilt fiinff schilling pfening, driu hdnr. Item 
ab dem wingarten fiinff schilling pfening und driu hiinr. Item ab der Wart vier schilling 
pfening Costenczer und driu hiinr. Item ab dem hoff zu Riitti gat sechs schilling pfening 
und driu hiinr. Item von Puppikon dry schilling pfening, driu hiinr. Item Sant Johanns 
Schuppes zu Mitlan gilt dry schilling pfening und zway hiinr. Item Rotahusen gilt ain 
schilling pfening und ain hun. Item und die zwo vogtyen Mitlan und Bussnang gend 
sechs pfund pfening Costenczer zt stiir; daran git der zu Warp dal zehen schilling pfening, 
wann die lit, so gen Warpiil in die vogty gehoren, in dieselben gericht gehéren. Item und 


46 Kaspar 1442—1463. 


gend die baid vogtyen Mitlan und BuSnang dryundzwainczig tagwiét in die wingarten 
zu der brach und zu der valg och als vil; item und git ye ain husraichin, wa der mit hus 
ist, ain vasnachthun, und ist gericht, zwing, bann und alle fiirbott dez obgenanten Marquartz, 
siner erben und nachkomen, und hauwend rebstecken in die wingarten. Item die vogty zu 
Mo8B gilt ain pfund und niin schilling pfening Costenczer. Item die vogty zu Warpiil 
gilt ain malter habern Wiler mef, zehen schilling pfening, zway herbsthiinr, ain vasnacht- 
hin und zwen tagwet in die wingiérten zu der brach und zu der valg auch als vil, und ist 
der vilgenant Marquart, sin erben und nachkomen nachjagender vogt tiber die lit, und 
git ye ain husraichin ain vasnachthun. 

Dazu verkauft Albrecht von Klingenberg dem Marquart Brisacher alles, was zu diesem 
Teil der Fesie und Stadt Biirglen und allen genannten Leuten und Giitern gehéri, es sy mit 
burggraben, vorhoffen, mit hiisern, mit héffen, mit hofraitin, mit staédeln, mit schtiren, mit mulinen, 
mullisti#tt, mit wasser, mit fluien, mit mulirechten, mit garten, mit wingarten, mit bomgarten, 
krutgarten, mit biinden, mit huben, mit holcz, mit gevilden, mit holczmarcken, mit holcz- 
rechten, mit ickern, mit wisun, mit waBen, mit zwi, mit wunn, mit waid, mit steg, mit weg, 
mit abwégen, mit wyern, mit wasserlaitin, mit allen eheftinen, gewaltsami, witraitinen, mit 
zwingen, mit bannen, mit vogtyen, mit vogtrechten, mit gerichten, mit vallen, mit gelifden, 
mit zinsen, mit hobtrechten, mit handelen, mit diensten, mit stiiren, mit pfantschiften, mit 
taffernen, mit ainungen, friveln, mit ungewetten, mit vischenczen, mit vischrechten, mit egerden, 
mit owen, mit witten, mit ziinnen, mit getrett, mit allen herlikaiten, eren, niiczen, rechten, 
gewonhaiten und zugehérden, benemptz und unbenempptz, gebuwens und ungebuwens, ob 
und under der erden, gleichwie er und sein Bruder, thr Vater Kaspar von Klingenberg 
sel. und ihre Vorfahren Fesie und Stadt Biirglen samt Zugehorden bis heute innegehadt, 
nichts ausgenommen als die fryen hantlehen, wie oben angegeben und fiir einen Teil nieder- 
gelegi ist in alten Briefen und Rédeln, die er dem Marquari Brisacher iberantwortet 
hat. Und wer der kauff beschechen umb dif§ nachgeschriben jirlich stiiren, mit namen 
zu Memingen, Ravenspurg, Bibrach, Kauffbiiren, Buchhorn und Lutkirch, 
so dem vorgenannten Marquarten Brisacher von dem hailigen romischen rich umb 
zehendthalbtusent guldin rinscher verschriben und verseczt waren laut der Briefe, die 
Brisacher dem Albrecht von Klingenberg sami einer Bewilligung der Kurfiirsten, so der- 
selb Marquart uff solich statstiiren hat, tiberantworten soll, so daf diese Steuern und das 
Haupigut dem von Klingenberg gehéren, bis auf 700 Gulden rhein., die er dem Brisacher 
herauszugeben hat. Albrecht von Klingenberg fertigt mit seinem Bruder dem Marquart 
Brisacher die verkauften Giiter eic., leistet Verzicht auf dieselben und tibernimmt Wéhrschaft 
fiir den Kauf. Der Brief wird mit dem Siegel des Landgerichis gesiegelt; ferner siegeln 
Albrecht von Klingenberg und sein Bruder Hans zum Zeichen seiner Hinwilligung. — 
Uff dem lanttag by Costencz, uff den nechsten zinstag nach sant Margrethe, der hailigen 
junckfrowen, tag, 1443. 


Stadtarchiv St. Gallen, Birglerarchiv Nr. 89. — Pergament-Original (ca. 95X70 cm., 98 Zeilen); das 
1. Siegel fehli, das 2. hdngt offen, das 3. eingendht. 


4504. — 1443 Juli 24. — Landvogt marggrauff Wilhelm von Hohberg, herr zi 
Rételn und zi Susenberg, erwidert auf ein Schreiben von Biirgermeister und Rat zu 
St. Gallen, es sei wahr, das manigerleyg sachen und red umbgand. Aber wir haben iich 
allweg von iinsers allergnaddigisten herren des kiings wegen wol getriiwet, des glichen wir 
noch hiit by tag tind. Doch versehen wir iins, das sich tinser allergnadigister herr der 
kiing mer bistantz zi iich versehen hett. Doch, wie die sach ein gestalt hat, so wil tins nu- 
zemal an der antwiirt, als ir meldent, ir wellint der sach mitssig gan, benigen, und wellenn 
ouch daruff den iinsern getriiwlich bevelhen, der tiwern ze schonen, da wir hoffen, das sy 


Kaspar 1442—1463. 47 


das tigen. Doch ob den iiwern dehein zigriff besch[icht], miigent ir tins ze wissen tin; 
so wellenn wir tins allweg bewysen, das wir hoffenn, ir sdllen[{t] daran gevallen haben. — 
Geben uff mittwochen nach sant Marien Magdalenen tag, 1443. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelspuren a t. 


4505. — 1443 Juli 25. — Landvogi Wilhelm, marggraff von Hohberg, herre zi 
Roétteln und Susemberg, erwidert auf ein Schreiben von Biirgermeister und Rat zu 
St.Gallen wegen des Hans von Rechberg, er wollte gern tun, das tich lieb were. So 
sind iinser sachen jetz also gestalt, und habend so ernstlichs ze schaffen, das wir zi sdlichem 
nach iiwer begerung niitzit gettin konnend. — Geben uff sant Jacobs tag, 1443. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelspuren at. 


4506. — 1443 Juli 31. Basel. — Nicolaus, miseratione divina basilice duodecim 
apostolorum presbiter cardinalis, Panormitanus vulgariter nuncupatus, maior penitentiarius 
per sacrosanctam generalem synodum Basiliensem in spiritu sancto legitime congregatam 
universalem ecclesiam representantem deputatus, feilt dem Bischof (Heinrich IV.) von 
Constanz mit: er sei von den Laien Heinrich Strobel und Anna Enderlin, Ehe- 
leuten aus der Didzese Constanz, die sich, ohne von einem Ehehindernis zu wissen, verbunden 
(inter se per verba legitime de presenti contraxerunt carnali copula subsecuta), nachirdglich 
aber erfahren hdtten, daB der erste Gatte der Frau mit dem zweiten im dritten Grad ver- 
wandt gewesen, sodafg sie ohne Dispens nicht verheiratet bleiben und zur solempnizatio 
ihrer Ehe schreiten kinnten, wdhrend aus der Scheidung grofes Argernis entstehen wiirde, 
um Hilfe ersucht worden, und erteilt dem Bischof Aufirag, den Fall zu untersuchen und, 
wenn sich die Sache so verhalte, den zur Fortfiihrung und solempnizatio der Khe erforder- 
lichen Dispens zu erieilen, dummodo dicta Anna propter hoc ab aliquo rapta non fuerit, 
indem er allfdllige Kinder als legitim erkldrit. — Basilee, ij. kalendas Augusti, 1443. 


Stiftsbibliothek St. Gallen, Cod. 1396, D. 49. — Pergament-Original. 


4507. — 1443 August 2. (Wil.) — Vor Konrad Riimeli (Riimbelli), Hofammann 
des Abtes Kaspar von Si.Gallen zu Wil, der im Hof zu Wil offentlich zu Gericht 
sitzt in aller m&B, als ich in dem kelnhofe ze Jonswil zi gericht gesessen wiri, fertigt 
Georg (Gorge) Holzhusen gen. Keller, Birger zu Wil, mit Steffan Ringgli als Fir- 
sprech dem Ulrich Herr (Herre) von Ober-Uzwil gewisse Zinsen, die Wernher Holz- 
husen, der Vetter, und Albrecht Holzhusen, der Vater Georgs, vor Zeiten von den 
Briidern Freiherren Ritter Peter und Janker Wolfram von Hewen aus Giitern zu Jons- 
wil, die alle in den Kelnhof daselbst gehéren, erkauft haben und die nach dem Tod des 
Vetters und Vaters an Georg gefallen sind, im Betrag von 2% 12 £8 9 VC. M.u.W. und 
11'/, Viertel Haber Wiler Maf, ndmlich aus des Botschis schipuss ze Jonswile 3 £ 2 4 
und 1 Viertel Haber, aus Hansen Hobergs schipuss 5 £ 2 ~ und ein Viertel Haber, 
aus Klainis Hainis schipuss 5 £ 2») und 1 Viertel Haber, aus Hansen Kellers zwain 
schipussen ze Jonswile von der einen 4'/: £ 4 und 1 Viertel, von der andern 3 B 2 und 
1 Viertel Haber, aus der hib ze Bettnow 10 £ 4 4 und 2 Viertel Haber, aus Hiinis- 
wilers schipuss 5 £ 2 und 1 Viertel Haber, aus des Stroplers schipuss 2 £7 4 und 
1], Viertel Haber und aus Grosshainis Waibels dryen schipussen von der einen 5 
2% und 1 Viertel, von der andern ebenso und von der dritten 3 B 2 4 und 1 Viertel Haber, 
was alles er dem Herr um 52 € % C. W. verkauft hat. Es siegeln der Hofammann und 
Georg Holzhusen. — Am ffritag nach sant Peters tag zi ingendem Ogsten, 1443. 


Stiftsarchiv St. Gallen, W. W. W. 2. Fasc. 1, Nr. 2. — Pergament-Original mit offen hangenden 
Siegetn. 


48 Kaspar 1442—1463. 


4508. — 1443 August 2. (Lindau.) — Biirgermeister und Rai zu Lindau erwidern 
dem Biirgermeister und Rat zu St.Gallen auf ein Schreiben von der hohwirdigen iinser 
gnedigen frowen der ipptyssenn in tinser statt, inser burgerinen, und Josen Norders von 
Balgach, iiwers burgers, wegen: sie hdtten es der Abtissin vorgelegt, die geantwortet habe, 
wie sy denselben Josen Norder uff ir general mit zwain bennen vor dem liitpriester zi 
Marppach, dahin er zi kilhen gehGre, fiirgenomen habe umb dez willen, das er ain gotz- 
husman und erzogen und erborn sye in irem gotzhushof zi Balgach, und sige och daselbz 
ain gesworner richter gewesen und habe ir gesworn triiw und warhait, und ir gericht zi 
Balgach in eren zi habende; uff demselben gericht er och ain recht angehebt habe von 
vil stéss wegen gen siner swéster und gen sinem swauger Clausen Schnider. Derselben 
stéss er nun von sin und siner miter wegen ettlichen von dem gericht zi Balgach fiir die 
obern hand uff ir pfallentz gezogen, da er mit recht verlorn habe. Ez sige ouch umb ettlich 
stuk daselbz uff der pfallentz nit gerechtet, denn das die abgeredt worden syen, das sy 
darumb ainandren wider fiirnemen sdlten in dem hof und gericht zi Balgach. Das ouch 
Claus Snider geton, und urtail und recht geben haben, das im Jos Norder umb all zispriich, 
die uff der pfallentz nit end genomen haben, uff ainen tag daselbz antwiirten sdlt nach dez 
hofs recht. Nun darumbe, das yederman ain glichs widerfire, so habe der von Grinen- 
stain, der vogt, und och das gericht zi Balgach fiirgenomen, sechs richter von gemainem 
land zi dem gericht ze setzent, namlich zwen von Altsteitten, zwen von Marppach und 
zwen von Bernang, das im och wol gevallen und verhaissen habe, daby ze belibint. Da- 
riiber sige er nun burger worden und habe das recht geflohen, das doch dez hofs, dez gotz- 
hus und dez lantz recht bisher nit gewesen sige. Und also habe nun der vogt und ir amman 
an den Norder begert: wan er noch da sitze, wunn und waid niesse, das er ir denn gehor- 
samm sige und genig tige alz ander hofman zi Balgach, wan doch die andern hofliit ouch 
tiwer burger und dennocht dem gericht gehorsam sigint und ir im och alt stéss ussgesetzt 
haben. Und wan er nun ain besonder burgkrecht an sich genomen habe und dem gericht 
nit gehorsam sin wolte, daz bibher nie recht gewesen sige, darumbe habe sy in mit dem 
dritten ban und och umb den schaden fiirgenomen, won si gaistlich sige, darumb sy wol 
getriiwe, daz sy daran recht und nit unrecht getan habe und das ir och daby selbz wol 
verstanden, das der Norder mitwillen darinne tribe; denn sy iich wol getriiwe, hetten ir 
handlung der sache vor gewisset, ir hetten im sin fiirgeben nit gelobt. Darzi habe er jetz, 
alz er iiwer brief bracht hab, ainen brief gezégt, das er im selbz uff recht usser dem ban 
geholffen habe, und sige ouch mit ir und irm amman iiberkomen, das er dem rechten zi 
Costentz gern nachkomen und gniég sin wolle. Sie bitten also, die St. Galler méchten die 
Ablissin bei ihrem Recht bleiben lassen und Norder anhalten, dem Recht zu Constanz ge- 
map seiner Zusage nachzukommen. Schriftliche Antwort durch den Boten. — Datum sexta 
post Vincula Petri, 1443. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier- Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4509. — 1443 August 4. — Ulrich Paier (Paygrer), Vogt zu Rheinegg (Rinegg), be- 
richtet dem Biirgermeister und Rat zu St.Gallen-: Als sich gefigt haut, das Hans Flugk 
von Roschach mit Jacoben Schnider, der iiwer mitburger ist, zerworffen haut, also haut 
derselb Jacob Schnider den Flugken gevecht, ist sach, das er im by diser tagzit nit wissen 
laut, ob er im umb die stés gerecht wel werden vor iich zi Sant Gallen, und bittet, Schnider 
zu unterweisen, das er vom Flugken sich rechtz well laussen benfigen und des mit im ingan 
zi Roschach, da sich ouch iro stés angevangen und ufferstanden sint, won das doch miiglich 
ist. — Datum quarta die Ougusti, 1443. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


Kaspar 1442—1463. 49 


4510. — 1443 August 6. — Landvogt Markgraf Wilhelm von Hachberg (Hoch- 
berg) erwidert dem Biirgermeister und Rat zu St.Gallen auf ein neues Schreiben wegen 
Hans von Rechbergs: er habe titwer begerung nach dem besten an inn bracht und mit 
der von Ziirich hilff sovil mit im geret, das er mit iich von sdllicher sach wegen zi einem 
friintlichen tag an gelegen stett, das es beiden teilen glich und gemein ist, komen und be- 
sichen lassen wil, ob ir gitlich gericht werden mégent. Sie méchten, wenn einverstanden, 
thm dies kund tun. — Geben uff zinstag vor sant Laurencien tag, 1443. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4511. — 1443 August 8. (St.Gallen.) — Hans Laidrer, Biirger zu St. Gallen, 
verkauft einen jdhrlichen Zins von 6 & ) St.G. W. aus seinen Giitern an dem Rodmonten 
gelegen: item usser dem inner und usser Eggakker und der wis, anenander gelegen, 
stossent an den Baldrich, an die strauss, so da in die Haidny gaut; item usser ainer 
wis genamt die gross Wis, hinder der kirchen, dem niibruch und den akkeren anenander 
gelegen, stossent an die strauss, so da gaut in Spitalerholtz, an den Rodmonten, an 
Sant Peters bomgarten und an min git; item usser ainem git genamt die klein Wis; 
item usser der holtzriity, item usser der halden, item und usser der egerten, stossen an 
Haini Toblers berg, an der kirchen garten, an die grossen Wis, an Loch und an des 
Gebhartz holtz, sowie aus allen Zugehérden dem Rudolf Tobler, ebenfalls Birger, um 
120 & %. Der Zins ist je auf Martini in St.Gallen zu entrichten, wofiir die genannten Giiter 
und der sonstige Besiiz des Verkdufers haften, und kann mit der gleichen Summe oder je 
1 & mit 20 &, je 10 B mit 108, je 5 B mit 58% abgelést werden, vor Johannis ohne, danach 
mit vollem Jahreszins, jedoch nicht zur Zeit einer miinsswendy. Fiir Laidrer siegelt Kon- 
rad Kurer, Altbirgermeister zu St. Gallen. — An dem ahtenden tag im Ougsten, 1443. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. E 22, Nr. 21. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4512. — 1443 August 10. — Vogt Ulrich der jiingste von Métsch (Métsch), Graf 
zu Kirchberg, Vogt zu Feldkirch, erwidert dem Biirgermeister und Rat zu St.Gallen 
auf zwei Schreiben von wegen der von Torrenbiirrren und von Lustndw: ihr Raisgeselle 
Konrad Hor werde thnen berichtet haben, warum er nicht habe antworten kénnen. Nu 
hab ich die von Torrenbiirren beschikt und ernstlich mit in davon gerett. Die erklagen sich, 
wie das si allweg und nie anders gen den von Lustno begert haben denn undergéng und 
kuntsamme und haben das bisher nie miigen von in bekommen. Sy meinen dch, das si sich 
nie verrer begeben habent, uff die von Lindow ze komen, denn sich lassen zi erfinden, 
ob in die von Lustnow undergeng und kuntschafft schuldig zi gestatten sient oder nit. Aber 
wie dem allem ist, so hab ich sovil mit in gerett und geschafft, das sy der sach und stdss 
noch bi den von Lindow beliben wellen zi ainem unverdingten rechten. Die St. Galler 
mochten also die Lindauer namens derer von Lustenau bitten, sich der Sache weiter anzunehmen 
und einen Tag anzusetzen; ebenso wolle er namens derer von Dornbirn tun. Antwort durch 
den Boten. — Geben an sant Laurencyen tag, 1443. 


Stadtarchiv St.Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


4513. — 1443 August 12. — Ulrich Herr (Herre) von Ober-Uzwil, der von Georg 
(Gorg) Holzhusen gen. Keller, Birger zu Wil, Zinsen aus Giilern zu Jonswil, die alle in 
den dortigen Kelnhof gehéren, im Betrag von 2€ 1282 9%C. M. u. W. und 11/2 Viertel Haber 
Wiler Maf gekauft hat (s. Nr. 4507), gibt diese Zinsen dem Abt Kaspar und dem Konvent 
des Gotteshauses St.Gallen in Tausch gegen die schipuss ze Obren-Utzwile, die bisher 
dem Gotteshaus gehért und jahrlich 1% 4 BC. W.und 2 Malter Haber Wiler MaB gegolten 

7 


50 Kaspar 1442—1463. 


hat. Es siegeln Ulrich Herr und Rudolf von Steinach, Schulthei~ zu Wil. — Am nahsten 
mentag nach sant Lorenczen tage, des hailgen martrers, 1443. 


Stiftsarchiv St. Gallen, W. W. W. 2. Fasc. 1, Nr. 3. — Pergament-Original mit eingendht hangenden 
Siegen. 


4514. — 1443 August 13. Ziirich. — Landvogt Markgraf Wilhelm von Hachberg 
(Hochberg) berichtet dem Biirgermeister und Rat zu Si.Gallen auf thr letztes Schreiben 
wegen Hans von Rechbergs: er kénne ernstlicher und treffenlicher sachen halb, uns jetz 
anligend, umb die sach zi disem mal keinen wissentlichen tag nit gesetzen, trotz besten 
Willens, wolle aber, sobald diese Geschafte es zulieBen, den Tag ansetzen, ihnen verkiinden 
und darzi unvergessenlich vélklich tin, als sich das gebiirren wirt. Die Hinhalitung des 
Boten méchten sie mit seinen Geschdaflen entschuldigen. — Geben Ziirich, uff zinstag vor 
unser lieben Frdwen tag Assumpcionis, 1443. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier- Original mit Siegelspuren a t. 


4515. — 1448 August 31. — Abt Kaspar von St.Gallen nimmi auf Bitte des 
Wernher Khinger von Constanz einen Zins von 2 Mutt Kernen aus dem Hof Hefen- 
hofen von ihm auf und belehnt damit den Walther Wilhelm and dessen Schwester Mar- 
gareta von Hefenhofen, denen Ehinger den Zins um 30 8 ~% verkauft hat. 


Zeitschrift fir Geschichte des Oberrheins, Bd. Vil (1856), S. 325, Nr. 19. — Pergament-Original (in 
Privaibesitz) ; das Siegel fehit. 


4516. — 1443 September 5. — Konrad Keller von Berg stellt einen Revers da- 
riiber aus, dap ihm Abt Kaspar von St. Gallen zi end siner und miner wil den Kelnhof des 
Gotteshauses zu Berg mit allen Zugehorden als Zinslehen verliehen habe mit dem Rechte freier 
Beniiizung und der Verpflichtung guter Unterhaliung gegen einen Zins von 8 Mutt Kernen 
St.G. M. und 1 & % St.G. W., der jéhrlich auf Martini in den Hof zu St. Gallen zu ent- 
richten ist und woran der Tiirliman von Limmiswile 3 £ 4% aus seinem dortigen Hof 
zu geben hat; auBerdem soll Keller von dem Kelnhof jaéhrlich 1 8 4 vogtrecht, 8 Fuder 
Mist und 8 Graber in des Gotteshauses Weingarien zu Berg geben und jéhrlich den Wein 
aus demselben nach St. Gallen in den Hof fiihren helfen, das erste Fuder allein mit eigenem 
Wagen und Zug fiihren, zu weileren einen Wagen und 4 Haupt Vieh stellen, wogegen 
weiteres Zugvieh die Inhaber der Schupossen zu Berg stellen miissen. Ferner sollen er und 
die schipusser zu Berg den Wein des Gotteshauses, der vom Rheintal nach Rorschach 
kommt, von da nach St. Gallen fithren helfen gemaéf altem Brauch. Auferdem hat der Abt 
dem Keller auch eine Schuposse zu Berg verliehen, die er bisher innehatte und die in den 
Kelnhof gehort, gegen einen Zins von 6 Viertel Kernen St.G. Maf, 10 B ~% vogtrecht und 
die hergebrachten Dienstleistungen mit graben und winlaiten, ferner die schipuss genant 
Rappenschtpuss ald Rappenhab, die closterlehen und min erblehen ist, gegen einen 
jahrlichen Zins von 5 fB ~% und 2 Viertel rigelbiren an die Custorei und 10 B ~ vogtrecht 
an die Abtei, dazu noch 30 Hier von den beiden Schupossen. Fiir Keller siegelt Junker Mark 
Schenk von Castel (Castell), seBhaft za Mammertshofen (Mainbrechtzhofen). — Am 
dornstag nach sant Verenen tag, 1443. 


Stiftsarchiv St. Gallen, K. K. 2. 0.1. — Pergament-Original mit eingendhi hangendem Siegel. 


4517. — 1443 September 6. Constanz. — Wilhelm, marggrave von Hochberg, herre 
zi Rotelen und ze Susemberg, lantvogt etc., erwidert auf eine erneute Bitte von Biirger- 
meister und Rat zu St.Gallen, mit Hannssen von Rechbferg ze reden], den tiwern ir 
git, so er inen genommen hab, zi bekeren: bisher hdtten ihn die Geschdfle verhindert. 


Kaspar 1442—1463. 51 


Aber uff mittwuchen nehstkompt (1/1. September) haben wir im zi uns an ettlich ende.. 
bescheiden. Alsdann wellen wir uns eins ‘tags mit im von tiwern wegen vereinen und iich 
den gen... ansetzen und by unserm botten verkiinden. — Ex Constantia, feria sexta 
ante festum Nativitatis Marie, 1443. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhille a t., am rechten 
ftand beschddigt. 


4518. — 1443 September 22. (Arbon.) — Ammann und Rat zu Arbon erwidern dem 
Birgermeister und Rat zu St.Gallen auf ein Schreiben von der erwirdigen und gaistlichen 
frowen wegen der priorin und dez coventz zu Sant Katherinen, tiwren burgeren..: ist 
iins niit wissend, daz sy dehain trett noch recht uff dehain iinser wisen noch waiden von 
dez hoffs wegen zu Lantqwat haben sdllen, und haben also daz iinser ingeschlagen, dez 
glich ir buman das ir ouch, und nimpt tins frémd und unbillich, daz sy semlichs von iins 
begerend und anfordrent. Mugent sy tins aber rechtz darumb nit erldssen, wellen wir in ge- 
recht werden an glichen, billichen enden. — Datum Mauricii et sociorum eius, 1443. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. — Vogl. Nr. 4528. 


4519. — 1443 September 25. — Johanns von Berg, ain priester Costentzer bis- 
tims, den Biirgermeister und Rate zu St. Gallen zum Leutpriester ihrer Pfarrkirche 
St. Laurenzen angenommen haben, gelobt, den Nutzen der Stadt zu fordern, thre Frei- 
heiten und ihr Herkommen zu achten, die Leutpriesterei persénlich zu versehen, falls er sie 
liber kurz oder lang aufgebe, sie zu Handen des Rates aufzugeben und niemand anderm 
ohne ihren Willen zu iibertragen, den von ihnen erwahlien Helfer anzunehmen und ihm 
gleichen Anteil an den Einkiinften der Leutpriesterei zu gewdhren, ausgenommen 3 & %}, die 
der Leutpriester zu den drin hochziten vorausnehmen darf, wogegen der Helfer mit thm 
geliche sorg und arbait der obgenanten kirchen in allen sachen ouch haben und tragen soll. — 
Am fiinffundzwaintzigisten tag des ersten herpstmonats genant September, 1/443. 


Stadtarchiv St. Gallen, Tr. XV, Nr. 24. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4520. — 1443 September 30. — Abt Kaspar von Si. Gallen erneuert dem Kaspar 
von Bonstetten, seinem Vetter, zu Handen von Frau Verena geb. von Bonsietten, Kaspars 
Schwester und Gemahlin des Ulrich Riff gen. Welter, die Lehenschaft iiber gewisse Wein- 
garten, Zinsen, Zehnten, Leute und Giiter, mit denen Kaspar als Trager zu Handen seiner 
Schwester laut eines von Abt Eglolf gesiegelien Briefes (s. Urk. V, 3692) vom CGotteshaus 
belehnt war. Es siegelt der Abi. — An dem na&hsten mentag nach sant Michels tag, 1/443. 

Stiftsarchiv St. Gallen, BOcherarchiv Bd. 90, 8. 718 f. — Hntwurf von der Hand des dbtischen Schreibers. 
In der Aufzdhlang der Lehen sind (aus Versehen?) von den Urk. V, 3692 genannten weggelassen: die 3 & 4 


von Nenggersriet, die 5 8 » aus des Kesslers Gitlein zu Ranwile und die 13 fl. rhein. aus Kon- 
rads von Haidelberg Weiher. 


4521. — 1448 Oktober 56. St. Gallen..— Adt Kaspar von St. Gallen, schreibt an 
Beringer und Hug (von Landenberg): er habe vernommen, wie das ir die Bossharte, die uns 
und unserm gotzhus von aigenschaft zigehoéren, unerfordertz rechten gevangen und in das ir ge- 
nomen und enweg getriben hant, das uns frémde und unbillich nymmt und ir, als wir mainent, uns 
ains andern schuldig sind, sidmals ir unsers gotzhus dienstliit sind und die Alt-Landenberg 
mit liit und gait von unserm gotzhus lehen ist. Hr fordert sie daher ernstlich auf, das ir die ob- 
genanten Bosshart unengolten der sach uff recht ledig und los gebent und laussent und inen das 
ire bekerent. So wellen wir sy tich zum rechten stellen fiir unsers gotzhus dienstliit, oder wo 
denn das billichen ist, und getriiwen, iich sdlli ains solichen von der vorgenanten knechte 


52 Kaspar 1442—1463. 


wegen billichen benigen. Antwort durch den Boten. — Geben ze Santgallen, am samps- 
tag nach sant Remigius tage, 1443. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Rubr. Xill, Fasc.6.— Hntwurf auf Papier von der Hand des dbtischen Schreibers. 
— Regest: Turg. Beitrdge VII, 8. 72. 


4522. — 1443 Oktober 5b. (St. Gallen.) — Abt Kaspar von St.Gallen bittet seinen 
Vetter Beringer (von Landenberg) ernstlich, er moge seine Sdhne Beringer und Hug 
in obiger Sache unterweisen, daf sie die BoBhart freigdben etc.; so wolle er sie zum Recht 
stellen. Antwort durch den Boten. — Geben am sampstag nach sant Remigius tag, 1443. 

Stiftsarchiv St. Gallen, Rubr. XIll, Fasc.6.— Hniwurf auf Papier von der Hand des dbtischen Schreibers. 


4523. — 1443 Oktober 9. — Hans von Breiten-Landenberg berichtet dem Biirger- 
meister und Rat zu St. Gallen, daf er ihrer miindlichen Bitte gemaB ithretwegen mit Hans 
von Rechberg geredet und dieser geantwortet habe: er wolle solichs nit din; es were dan 
sache, daz die von Abenczelle ouch darin begrieffen weren, so wolt er gerne eyn gitt- 
lichen dag daran machen lafen fiir myn hern den marggraven und von den sachen hor[en] 
reden. Falls nun die St. Galler willens seien, fiirtter uB den sachen zt reden, bdielet er seine 
Dienste dafiir an. — Geben uff mitwoch, sant Dyonisien dag, 1443. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel a t. — Regest: Appenzeller Ur- 
kundenbach I, Nr. 764. _ 7 


4524. — 1448 Oktober 10. (St. Gallen.) — Abt Kaspar von St. Gallen erwidert 
seinem Vetter (Beringer von Landenberg), der auf das Schreiben wegen seiner Sohne 
und der Bofhart geantwortet hat, das din siine darumb fiirkomen sdllen, wo das billich 
ist, zi Frowenvelt ald ze Winthertur, das man in der sach vernem diner siine gelimpf 
und ungelimpf, und das wir mit unser selbs personen dobi sin wellent etc. ..: das wir nit 
wissen, ichtz mit dinen siinen ze tagen haben, und wiederholt seine friihere Bitte mit der 
Zusicherung, dag er die Bof~hart zum Recht stellen wolle, fails die Landenberger eine An- 
sprache an sie hdlten. Ist denn ir gelimpf git, das erfindet sich wol am rechten. Sy hant 
gmacht, das ain sdlicher rif und geschray tiber uns ist, des wir uns schimen midssent; won 
man spricht: ,Was sol man sich zi des abbts friind gaits versehen oder ir getrosten, so sy 
im sins gotzhus liit vahent, das sy doch billich fiirkomen und weren séltent, wo ander liit das 
tin wolten“, und redent ettlich nah hinzu, wir séllent darumb gewiist und das nit fiirkomen 
haben. Beringer moége also sich um Freilassung der Gefangenen bemiihen,; won wir je mainent, 
darzi ze tind, das man sehen sdlli, das uns sdlichs nit lieb ist oder wir darumb gewiist 
haben. — Geben am dornstag nach Dionisij, 1443. 

Stiftsarchiv St. Gallen, Rubr. Xill, Fasc.6.— Hniwurf auf Papier von der Hand des dbtischen Schreibers 


4525. — 1443 Oktober 12. Constanz. — Nikolaus Rosenfeld, Domherr des Stiftes 
Constanz und Kirchherr zu Ganterswil (Ganderswile), verleiht dem Berischi Miller 
von Kengelbach (Kenelbach) die Miihle in Haingarten sami der dabei gelegenen Schuposse 
mit allen Zugehérden als Erblehen gegen einen jahrlichen Zins von 2 Mutt Kernen von der 
Miihle und ebenso von der Schuposse, sowie von 3 B ~% auf Martini. Wird das Gut nicht 
gehorig in Stand gehalten oder wenn ain zins den andern zins ungewert erldffet, so sollen 
Miihle und Schuposse mit allen Rechten \edig, los, zinsvellig hei~en und sein und kénnen 
neu vergeben werden. Wollen Miiller oder seine Erben ihre Rechte verkaufen, so steht dem 
Kirchherrn das Vorkaufsrecht néher denn jemand anders zu. Hin anderer Kdufer hai die 
Belehnung zu empfangen und als Ehrschaiz 1 fl. rhein. zu entrichten. Es siegelt der Kirch- 
herr. — Zi Costentz, am niéhsten sampstag vor sant Gallen tag, 1443. 

Stiftsarchiv St. Gallen, Bicherarchiv Bd. 1941, f.52. — Kopie von der Hand des dbtischen Schreibers. 


Kaspar 1442—1463. 53 


4526. — 1443 Oktober 17. — Cinrat Manayer und Hans Ubi, baid von Horn 
uss der Héry, richten an Biirgermeister und Rat zu St.Gallen die dringende Bitte: Als 
iich ze wissent ist, das wir in dess von Rechberg krieg komen sind, das tins nun von 
gantzem hertzen laid ist, nun wéltint wir nun hinnenhin gern uss dem krieg, als vorstat, 
mochtint wir das an tiwern gndden hon von iich und allen den, die zi dem krieg behafft 
sind ald gewant. Und bittent tich als vor, das ir tins zi friinden uffnemint und uss sorgen 
l4ssint; so wellint wir tich darinn versorgen mit briefen und liiten, wie das notturfftig ist, 
nit wider iich noch wider die iiwern ze tind. Schriftliche Antwort durch den Boten. — Geben 
am niachsten donstag nach sant Gallen tag, 1443. 

Stadtarchiv St.Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4527. — 1443 Oktober 18. Staufen. — Riller Heinrich von Randegg der dltere 
schreibt an Birgermeisler und Rat zu St.Gallen: Mich ist fiirkémen, wie das ir die armen 
lit ze Horn und Horn an Stad, ze Gundelshain, ze Willer, die von Unznang, die 
gen Horn in hoff kérent, schuldig(t), das sy by dem nom ze Hénberg gewessen sigent, als 
sy angriffen sigent. Das sy mainent, das man in gar ungtetlichen tiig, und habent sy dch 
nit ttn und mugent éch darumb tin, was recht ist, uBgenomen zwen, die sind von Horn 
biirtig und sind éch ze Horn noch in der Hére nit husheblich nit gesessen. Nun stént die 
armen liit mir zi dem halb taill zi versprechen, und habent die armen liit mit mir geret, 
das sy mit iich noch allen denen, die iich zi versprechen sténd, niincz den krieg us ze 
schaffen haben wellent won git8 und sigent dch bisher uff iiwer noch der iiwern schaden 
kains nit gewessen, as obstaat. Hr bittet deshalb, die Leute den krieg us sicher zu sagen. 
Schriftliche Antwort durch den Bolten. — Geben ze Stdffen, an fritag nach sant Gallen 
tag, 1443. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4528. — 1443 Oktober 20. (Arbon.) — Ammann und Rat zu Arbon erwidern auf 
ein neues Schreiben von Biirgermeisier und Rat zu Si.Gallen von der erwirdigen und 
gaistlichen frowen zu Sant Katherinen und ires hoffs wegen ze Lankwat..: nimpt 
iins semlich vordrung, so sy tins zimiatend, unbillich, daz wir umb iinsry gater mit in zi 
kuntschafft komen sdllent; dann wir haben daz iinser inn und daz bevolhen ze schirmen, 
als wir mainent, daz wir recht haben. Beducht aber sy anders, wellen wir in ains gelichen 
rechten sin, wa daz billich ist. Und truwend iich wol, ir wellent sy wisen, daz sy sich dez 
von iins laussint benigen. — Datum dominica die post Gally, 1443. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. — Vgl. Nr. 4518. 


4529. — 1448 Oktober 21. Constanz. — Der Generalvikar Bischof Heinrichs (1V.) 
von Constanz verlegt auf Bitte der Schwestern des Hauses Hiintobel (Hundtobel) des dritten 
Ordens des hl. Franziskus, in der Pfarrei Steinach, die Feier der Dedikation der Kapelle 
des Hauses vom Sonntag Juadica, weil die Schwestern durch die aus AnlafB der Dedikation zu- 
sammenstrémende Menge (per commessaciones, ludos et excessus multiformes) in der mit diesem 
Sonntag beginnenden Cedenkfeier des Leidens des Herrn gestért werden, samt den ge- 
wohnien Indulgenzen auf den Dienstag nach dem Palmsonntag, qua fideles devociores et 
attenciores esse consueverunt. — Constancie, mensis Octobris die vicesima prima, in- 
dictione sexta, 1443. 


Stiftsarchiv St. Gallen, D. 4. C. 7. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. — Kanzlei- 
vermerke: Auf dem Bag: Wigandus; unter dem Bug: R. vj § 4; a t. rechts oben: N. Gundler. 


4530. — 1448 Oktober 21. Constanz. — Der Generalvikar Bischof Heinrichs (IV.) 
von Constanz gewdhrt den Schwestern des Hauses Hiintobel (Hundtobel) auf deren Klage, 


54 Kaspar 1442—1463. 


dap bisweilen mit threm Willen aufgenommene Schwestern nach geleistetem Gelébnis ohne Er- 
laubnis eines Obern das Haus verlassen und durch Riickforderung der freiwillig dargebrachten 
(iiter sie beanruhigen (quod interdum a vobis in dicta domo sorores se et sua sponte offerentes 
recepte eciam post prestitam iuxta regulam vestram et vivendi modum obedienciam sine 
licencia superioris ab ipsa domo recedere et in seculo aliquamdin stare et vagare non vereantur, 
per quas ipsam domum et sorores occasione repeticionis bonorum sponte oblatorum minas et 
comminaciones subire et alias indebite contigit molestari, vexari et perturbari), die Befugnis, 
solche Schwestern zu ergreifen und gefangen zu halten, bis sie zam Gehorsam zuriickkehren 
oder eine Verstandigung getroffen ist (ut singulas sorores taliter sine licencia superioris a 
domo vestra recedentes ..., prout earum personas apprehendere valeatis, capere et in custodia 
tenere possitis et valeatis ad evadendum indebitas et temerarias vexaciones huiusmodi, 
quousque ipse rebelles et vexantes ad obedienciam reducte fuerint aut vos iusticiam 
ab ipsis consecute seu alias amice super huiusmodi vexacione et perturbacione cum ipsis 
fueritis pacificate). — Datum Constancie, mensis Octobris die vicesima prima, indictione 
sexta, 1443. 


Stiftsarchiv St. Gallen, D. 4. C.8 — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. — 
Kanzleivermerke: auf dem Bag:Wigandus; anter dem Bug: R. vj 8 4; at. rechts oben: N. Gundler. 


4531. — 1443 Oktober 24. (St. Gallen.) — Vor Hans von Andwil (Anwil), Richter 
zu St. Gallen, der au des richs strauss 6ffentlich zu Gericht sitzt, erscheinen Hans Herr, 
Hofammann zu St.Gallen, und Ruedi Tdschler. Herr erklart durch seinen Firsprech, 
Tdschler habe ettwas korngeltz um 64 8 4 von dem Gotteshaus St. Gallen verpfdndet, so da 
gat uss ettwas giter ze Ramschwag gelegen und daselbs umb, genampt uff Egg, das nach 
Herrs Meinung mit St. Galler Wahrung, nach Taschlers Ansicht mit Constanzer M. u. W. 
ablésbar set. Nach Anhérung von Briefen und beider Teile entscheidet das Cericht einstimmig, 
dafB Tdschler sich Santgaller werung in dirre losung benfigen lausen solle. — Des nachsten 
donstags vor Simonis und Jude tag, 1443. 


Stiftsarchiv St. Gallen, J. J. 5. Z. 4. — Pergament-Original mit eingendhi hangendem Siegel. 


4582. — 1443 Oktober 29. — Konrad Niikomen der jiingere und Oswald (Oschwalt) 
Krol, derzeit Meister und Pfleger des Spitals zu Lindau, erkldren: Alz dez spitalz aigne 
frow Elz Kesslerin, Hainczen Kesslers vom Riichus eliche tochter, vormalz elich 
komen und gestossen ist zi Hannsen Strubhar vom Ungenbach, der von aigenschafft 
wegen sins libs zi der Niwon-Ravenspurg gehort, und alz och denn Ursul Conratin 
vom Reglocz, Hansen Conrats seligen tochter, die zi der Niiwen-Ravenspurg von aigen- 
schafft wegen irs libs gehGort, elich gestossen ist zi Linharten Kessler, der dez obgenanten 
spitalz libaigen ist, sei dies mit ihrer Hinwilligung geschehen, und sie seien im Namen des 
Spitals mit GutheiBung von Birgermeister und Rat mit Antoni Schenk von Landegg, 
derzeit Vogt und Herrn zu Neu-Ravensburg, einen Tausch eingegangen, sodaB ste ihm die 
Els Kessler mit ihren Kindern um die Ursula Konrad gegeben hdtten. — Am nehsten 
zinstag nach sant Symon und sant Judas tag, 1443. 


Staatsarchiv ZOrich, C il 21 (Abtei St. Gallen). — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel 
(des Spitais). 


4523. — 1443 Oktober 29. (Constanz.) — Biirgermeisier und Rat zu Constanz er- 
widern dem Biirgermeister und Rat zu St.Gallen auf ein Schreiben von wegen Conrat 
Payrers, uwers mitbiirgers, und ettlicher knecht wegen, so dann zu Bernang in vanck- 
niisse ligend: es sei nicht nétig, darauf jetzt vollig antwort zu geben, dann ettlich sachen 
darin ligend, die nit zi schribend sind. Und darumb, daz ir der sach griintlich underwist 


Kaspar 1442—1463. 55 


werdint und der uwer sich in der sach und dem rechten zi wyt nit verdieff, ob daz wider 
in vallen wiird, das uns doch nit lieb wire, so mége ein rautzfriind abgeordnet werden, dem 
sie alles erkldéren und auf Wunsch beistehen wollten, daf die Sache mit dem minsten hin- 
gelegt werde... Ob aber daz nit enwiire, was dann den von Bernang nach recht darinn 
gepiirt zi tund, sdllen sy och vdéllenclich tin. — Datum tercia post Symonis et Jude, aposto- 
lorum, 1443. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


4534. — 1443 Oktober 29. — Abi Kaspar von St. Gallen, dem Hans Ulrich von 
Ems (Empcz) der dllere mit offenem Aufsendbriefe gewisse Giler zu Diepoldsau, ndmlich den 
hof, den man nemmt Riprechtz Hof, mit siner zigehérde, item den hof genant Eglis Hof, 
och mit siner zigehérdi, und den akker genant Sant Gérgen Akker, alles anenander 
gelegen, stossent ainhalb an des rich strass und anderthalb an Sant Niclaus git enhalb 
dem Rin, aufgesendet hat mil der Bille, sie den erberen Eglin und Ridin an der Gassen, 
gebridern, und Hannsen Brunner und Ridin Spor, alle von Diepolczow, zu verleihen, 
nimmt die Giiter auf und belehnt damit den Ruedi an der Gassen zu seinen und siner mit- 
tailigen gemeinsamen Handen, denen der von Ems sie verkauft hat mit der Verpflichtung, 
jahrlich aus Ruprechts Hof 1 Scheffel Hirse St.G. M., ..% C. M., aus Eglis Hof 2 Viertel 
Hirse, 9 4 und von St. Georgen Acker 1 Viertel Hirse, 1 4 zu entrichten. — Am nihsten 
zinstag vor Aller hailgen tage, 1443. 


Stiftsarchiv St. Gallen, B. B. B. 6. G. 2.— Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 


4535. — 1443 Oktober 30. — Abi Kaspar von Sit.Gallen gibt als Lehenherr der 
Kirche zu Ganterswil seine Hinwilligung zur Verleihung der Miihle im Haingarten 


und der dabei gelegenen Schuposse (s. Nr. 4525). — An der nahsten mittwoch vor Aller hailgen 
tag, 1443. 


Stiftsarchiv St. Gallen, BOcherarchiv Bd. 90, 8. 67. — Entwurf von der Hand des dbtischen Schreibers. 


4536. — 1443 November 5b. (Lichtensteig.) — Freiherr Petermann von Raron (Raren), 
Herr zu Toggenburg etc., bestdtigt za Lichtensteig in der Stadt dem Johans von 
Adlicon auf dessen Bitte die Lehenschafi iiber einen Zins von 4 & 5 £B % C. M. aus der 
Vogtei zu Ober-Uzwil (Obern-Utzwille) und 5 £ % von Gefienau (Gefftndw), womit 
Johans von Adlikon von Graf Friedrich (VIL) von Toggenburg sel. belehnt war. — An 
dem nichsten zinstag vor sant Martis, des hailgen bischoffs, tag, 1443. 


Stittsarchiv St. Gallen, D.D. 1.B. 17. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 


4537. — 1443 November 5.— Hans Frayschlich von Bernang, dem Meister Hans 
von Gundelfingen, derzeit Leutpriester zu Bernang, sein und seiner EKhefrau Elzen 
Scheffknechtinen Gut gen. dez Ygels Biinde, gelegen ze Bernang, stozz an den 
Kabach und anderthalb an das git und tail, daz von demselben iinserm git getailt worden 
ist, das der Leutpriester uff der frigen gantt umb versessen, uSstendig, gevallen zins, mit 
namen fiinff schilling, dry dn., ain schwineschulter und dryssig ayger, die im und ainem lii- 
priester jiirlichen darab gand, verkoufft und zi sinen handen koufft und bracht hatte (s. Nr. 4449 
und 4470), jetzt mil allen Rechten um 2 Saum Wein wieder verkauft hat unter Vorbehalt 
von Zins, Lehenschaft etc., wonn dasselb git ain widemgtt und von im lehen ist, stellt einen 
Revers dariiber aus, dag der Verkauf erfolgt ist mit der Verpflichtung, dem Leutpriester 
jahrlich auf St. Gallen Tag oder acht Tage darnach den obigen Zins von 5 B 3% C. M. und 
einer Schweinschulter, sowie 30 Hier auf Ostern aus dem Gut zu entrichten. Widrigenfalls 


56 Kaspar 1442—1463. 


wird das Gut mit aller Zagehérde zinsvellig. Auch darf Frayschlich von dem Gut ohne Zu- 
stimmung des Leutpriesters nichts versetzen oder verkaufen und soll bei Verkauf seiner Rechte 
diese dem Leutpriester vor mengklichem anbietten und ze kouffent geben zehen pfund pfening 
necher denn sust andern liiten, wir, ob sy daz kéffen wéltint. Hs siegeln Frayschlich und 
Hans Hermann, Ammann zu Bernang. — Amm nechsten zinstag nach Aller hailigen 
tag, 1443. 


Stiftsarchiv St. Gallen, M.3.2Z.z.14.— Pergament-Original mit eingendhi hangenden Siegeln.— Regest. 
Géldi, Der Hof Bernang, Nr. 117, Anmerkung. 


4588. — 1448 November 8. Constanz. — Der Vikar der Constanzer Kurie bestdtigt 
auf Bitie des Heinrich ab Husen von St.Gallen, Priesters der Didzese Constanz und 
Magisters der freien Kiinste, eine Verfiigung, die derselbe zu Gunsten seiner natiirlichen 
Tochter Margareta Schwarzenbach und Verena Wieland vor Abt Eglolf von St. Gallen 
als Lehenherren iiber gewisse Giiter und Zinsen und all seine fahrende Habe getroffen hat. — 
Constantis, mensis Novembris die octava, indictione sexta, 1443. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Bicherarchiv Bd. 724, 8. 1831 ff. — Spdte (und schlechte) K opie. — Vgl. Urkunden- 
buch V, Nr. 4338 und oben Nr. 4491. : 


4539. — 1443 November 1b. — Hug Widenhuber, Walther Rainhart und Hein- 
rich von Eschimos gen. Niggel, alle Birger zu St. Gallen, Pfleger und Kirchenmeier 
des hailgen gitten herren sant Mangen und siner kilchen, verkaufen dem Heinrich von 
Loch, ebenfalls Birger, am 26 & ~% St. G. W. einen jahrlichen Zins von 18 8 £ 4, die dem 
vorgenanten hailgen herren sant Mangen bisher an sinen buw gangen sint ab und usser dem 
aker, der gelegen ist ze Studa und stosset an Hans Staébiners aker, an Hans Kesslers 
aker, an Otmar Oberhusers aker und an des richs strass, samt Haus, Hofstatt, Hofraite 
und aller Zugehérde. Der Zins ist je auf Martini nach St. Gallen zu entrichten, wofiir der 
Acker haftet, und kann mit der gleichen Summe auf einmal oder je zur Halfte abgelést werden, 
wobei im Fall einer Miinzdnderung die Lésung mit ingiénter ntiwer miinss und werung zu er- 
folgen hat. Fiir die Kirchenmeier siegelt Junker Hans von Andwil (Ainwill), Richter zu 
St. Gallen. — An sant Otmars abent, 1443. 


Stadtarchiv St. Gallen, Urk. Suppl. — Pergament-Original mit Siegelresten. 


4540. — 1443 November 16. Staufen. — Ritter Heinrich von Randegg der dltere 
dankt dem Biirgermeister und Rat zu St. Gallen, dap sie auf sein Schreiben von der armen 
litt wegen uss der Hoérin diese sicher sagen wollten bis an die, die inn essen und trinken 
gebin,; und berichtet dazu: Es ist 5ch ain offenn wirt inn minen gerichten gesessen; demm 
sind sy ain mall inn sin hush gangen, do er nit annhainsch gewessen ist, und haben imm 
sinny kind mit gewalt u8 demm huss gejagt und darinn gessen, das imm doch laid was. Er 
bittet deshalb, auch diesen armen Knecht mit Namen Henny Hiber ze Uczna’') sicher zu 
sagen, der nicht mehr zu essen und trinken geben wolle, sy niemin imms denn mit gewalt, 
als sy for dch haben getdn. Schriftliche Antwort durch den Boten. — Geben ze Stéffen, 


an sant Otmars tag, 1443. 
a) Wosna mit Umlautzeichen tiber dem W. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Pa pier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4541. — 1443 November 19. — Contz Haini von Emelhofen verkauft dem Ruf 
Pfister vom Rudlis einen jahrlichen Zins von 16 4% und 2 Viertel Haber Wanger Map 
aus dem Gut zu Oberried, das Haini jetzt innehat, je auf Martini zu entrichten, um 3& % 
unter Vorbehalt des Riickkaufsrechtes fiir Hans Sigg von Oberwiler, von dem der Zins 


Kaspar 1442—1463. 57 


vormals erkaufi worden ist. Fir den Verkdufer siegelt Junker Gebhart von Schellen- 
berg, sein gnddiger Herr. — Am niachsten zinstag vor sant Katherinen tag, 1443. 


Stiftsarchiv St. Gallen, X. X. 2. B. 27. — Papier-Kopie aus dem 18. Jahrhundert. 


4542. — 1443 (November) 20. (St. Gallen.) — Birgermeister und Rat zu St.Gallen 
erwidern (dem Ritter Heinrich von Randegg) auf sein Schreiben, so ir uns jetz und och 
vormals von der liiten wegen in der Hori getan hant, woriiber auch Brun von Tettikoven 
vormals mit ihnen geredet habe: Sdlien uns wol getriiwen, das wir dieselben noch nyemand 
andern Ane redlich ursach ungern beschadigen wélten; aber wa wir geverden innen wurdent, 
daruff wir och unser kuntschafft hant, darzi mainen wir ye ze tind, als sich gepiirt. — 
Dattim xx® mensis, 1443. 7 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Eniwarf. 


4543. — 1443 November 23. (Ravensburg.) — Biirgermeister und Rat zu Ravens- 
burg schreiben an Birgermeister und Rat zu St.Gallen: deren Ratsbotschaft, die zi der 
nichstvergangen manung in Ravensburg gewesen, werde ihnen berichtet haben die underred 
von wegen iiwer und iinser gitten friind von Lindow, antrift Annen Vinstertalorin, 
dozemaul beschechen, und das man sich dariiber nicht einigen konnte, da die Stddteboten 
ungelich und unainhellig uBgeverttiget warent. Die einen ndmlich meinten, dap die Lindauer 
uffenthaltten und baitten sdlten, uncz inen die fiirfordrung von der yeczgenanten Annen 
Vinstertalerin kéme, dann Ratsfreunde mit einer Botschaft gemainer Stddte abordnen und, 
wenn sie den rémischen Konig nichi erbitten kénnten, dieselben Vinstertalerin von den 
dingen zh wysen, sich gegen sie vor dem Kammergericht rechtlich verantworten sollten, 
wdhrend andre darauf drangen, die Lindauer sollten unverziiglich eine Botschaft samt Stddte- 
boten an den Konig abordnen, diesen ersuchen, sie bei ihren Freiheiten bleiben zu lassen, und 
in dehain recht stan. Wieder andere meinten, da die Stddte der Vereinigung in Schwaben 
eine Botschaft an den Konig senden wollien, solle man sie ersuchen, diese anzuweisen, dap 
sie den Ratsfreunden von Lindau und den Stddten in sdlichen sachen gegen sinen kiingk- 
lichen gnaden das getriilichest underwysig, rattlich und hilfflich sein sollten, und mit namen, 
ob in an und zt willen sin wéltt, sich wider das ebegriffen kamergericht zi setzent, nich- 
zit davon ze halttent und by iren fryhaitten ze beliben maintten, das denn wir stett in dem 
stuck zai in saczten, sy tins und wir in als wider dasselb kamergericht hilfflichen wirent etc. 
So understand sich denn ettlich stett von der vorgenanten unser friind von Lindow sach ze 
siindrent und ligent daruff, es siille ain altte sach sin, der sy missig gan wellent, das nach 
unserm verstan unbillich ist; denn wiewol sich die verhandlung, daselben zi Lindow ver- 
loffen, vor vil jauren und ziten gemacht und verloffen haut, yedoch werdent sy allerst 
yeczen iiber ir loblich fryhaitten bekiimbert und angelangt, unbillich, als sy mainent. Darum 
sich dehain statt, die yetz mit ynen in ainung ist, davon ze siindrent haut, sunder sy billich 
by iren fryhaitten hanthabet. Da man nun bei der letzten manung sich in der Sache 
nicht einigen konnte und zuletzt beschlof, sdllich vorbegriffen underred und daby den handel, 
wie sich der denn vor ziten gemachet haut, nochmals in manung zu setzen, iibersenden sie 
den Handel, wie er dem Konig vormals schriftlich zugestellt wurde, in Beilage mit der Bitte, 
dariiber zu beraten und denen von Lindau tiwer underwysung, raute und hilff giinstenklich 
mitzitailen. Auch méchten die St. Galler tiwer bottschafft tiwer mainung vollenklich uB- 
verttigen. 

Sodann haben die von Constanz, die kirzlich eine Ratsbotschaft wegen obiger Sache 
beim rémischen Konig in gemainer stett iiwer und tinser verainung namen gehabi haben, 
darum gebeten, sdlichs in manung zi setzent, damit in ir dargelihen rittgelt gerait und be- 
zalt werde, laut beiliegender Abschrift. Die St. Galler méchten also ihre Botschaft anweisen, 

8 


58 Kaspar 1442—1463. 


zu sdllicher rechnung ze sitzent, auch ernstlich iiber die obige Sache 2a Rat sitzen und zu 
der von den Ravensburgern auf Montag vor Nikolai (2. Dezember) in thre Stadt angesetzten 
manung eine Raisbotschaft mit Vollmacht abordnen mit Befehl, enmorndes am zinstag 
fri iiber die dickgemeldten sach [mit] andern stettbotten zai sitzent und die nach dem 
besten helffen uBztrichtten. Und [sind] bim aid nit siimig darin; denn ir wol verstand, das 
das den von Lindow ain [{gro8] notdurft ist. — Geben am sampstag vor sant Katherinen 
tag, 1443. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier- Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4544. — 1443 November 29. — Abit Kaspar von St.Gallen bestaitigt dem Hans 
Ruotershusen gen. der Pur zu Handen von Meisterin und Konvent des Gotteshauses 
Miinsterlingen die Lehenschaft tiber ain schipuss ze Waibelingen, die vor ziten 
Cainratz seligen von Waiblingen gewesen wir und an die custery desselben gotzhus 
gehorti und jarlichen giilte zwen mutt kernen und vier schilling pfenning jarlichs zinses, 
Lehen vom Gotteshaus St. Gallen. — An sant Andres abend, 1/443. 


Turgauisches Kantonsarchiv, Minsterlingen, Lade XXill, Nr. 15°. — Pergament-Original; das Siegel fehit. — 
Regest: Turg. Beitrdge XXI, 8. 100 (Nr. 330). - 


4545. — 1443 November 29. — Abt Kaspar von St. Gallen nimmi von Peter im 
Hof von Utwil (Uttwil) eine Schuposse daselbst auf, die in den Hof gen. der Baderin 
Hof gehorte und die Peter im Hof von seinem Vater ererbt hat, Lehen vom Gotteshaus 
St. Gallen, und belehnt damit den Hans Ruotershusen gen. der Pur zu Handen von 
Meisterin und Konvent des Gotteshauses Miinsterlingen, denen Peter im Hof sie um 
25 & 4 C. W. verkauft hat. Peter im Hof leistet Verzicht auf alle Ansprache und iiber- 
nimmt Wahrschaft. Es siegeln der Abi und fiir Peter im Hof Hermann German ab der 
Hib. — An sant Andres, des hailgen zwéolffbotten, abend, 1443. 


Turgauisches Kantonsarchiv, Mansterlingen, Lade LXXXVIl, Nr. 19. — Pergament-Original; das 1. Siegel 
fehlt, das 2. hdngt eingendht. — Regest: Turg. Beitrdge XXI, 8. 100. 


4546. — 1443 Dezember 2. (Balgach.) — Vor Peter Muder von Lindau, der 
namens der Frau Ursula von Sigberg, Abtissin des Golleshauses zu Lindau, zu Bal- 
gach im Rheinitial an der Reichsstrasse offentlich zu Gericht sitzt, erscheint Veli Rigel, 
Ammann der Abtissin zu Balgach, mit Haini Graf (Grauff) gen. Fitz, ebenfalls von 
Balgach, als Firsprech und biitet um ein Urteil, ob tt billich die, die den gatter dahindan 
zum Tiirlin zi Balgan gehenkt hand, da vornan an der Praiten nach ir anzall jarlich 
ouch henken soltint. Das Gericht entscheidet mit Mehrheit, es sei fortan so zu halten, woriiber 
dem Ammann ein Brief unter dem Siegel des Richters ausgestellt wird. — Am nichsten 
mentag nach sant Andres, des hailigen zwelffbotten, tag, 1443. 

Stiftsarchiv St. Gallen, A.A. 1. F.9. — Pergament-Original mit eingenaht hangendem Siegel. 

4547. — 1443 Dezember 8. — Hans von Breiten-Landenberg teilt dem Biirger- 
meister und Rat za Si.Gallen mit, er habe sach uszerichten ze Wintertur, darum mir 
lib und git und er stat ze retten, darum mir gesetzt ist ein friintlich tag in der vorgenanten 
statt uff mentag nechstkiinftig, und bittet dringend, das ir tiwer gewiss botschaft habind bi 
mir von einem rat uff suntag an der herberg. — Geben uff iinser lieben Frowen tag Ver- 
bergen ze Advent, 1443. 


a 
Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelspuren a t. 


Kaspar 1442—1463. 59 


4548. — 1443 Dezember 13. — Hans Schad von Bodman (Bodmen) und seine Ehe- 
frau Verena Hiirnin verkaufen mit Hinwilligung ihrer gnadigen Junker, der Briider 
Hans des dlteren und Frischhans von Bodman, fir sich und die Kinder der Frau 
ein diesen Kindern gehériges Jucharit Acker, streckhet ainhalb an den Marpach, andert 
an deB geriit Mayersfeld, woraus nichts geht als der Zehnten, dem Hans Konrad und 
Burk Kuppel, Heiligenpflegern zu Staringen, zu Handen der Heiligen um 158 15 B \ 
C.W. Fir die Verkdufer siegelt Hans von Bodman der dltere. — Uff St. Lucien tag, 1443. 

Stiftsarchiv St. Gallen, BOcherarchiv Bd. XXV, S. 1507 ff. — Kopie aus dem 18. Jahrhundert. 


4549. — 1443 Dezember 21. — Hanns Gampp, den man nempt der frémde 
Schnider, sesshafft uff dem Riider zi Bernang, verkauft dem Junker Dietegen von 
Griinenstein den Weingarten, den er vormals von seinem Sohn Jorg und dessen Ehefrau 
Allinen Eberlerinen gekanuft hat, mit aller Zugehorde, gelegen ze Rebstain an der Hib, 
und stossett ainhalb an Spyttaler wingartten von Santgallen und sust zi allen driu sytten 
an Herman Eberlis git,... fiir ledig und los, unanspraéchig aygen git und fiir recht 
lehen von ainem apt und gotzhus zi Santgallen, um 24 € ~). Landeswéhrung. Fiir ihn 
siegeln Hans Hermann, Ammann zu Bernang, und Konrad Metzger, Ammann zu 
Rebstein. — Uff sant Thomas tag, 1443. 

Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. B.9, Nr.41.— Pergament-Original mit offen hangenden Siegein. 


4550. — 1443 Dezember 26. (Bernang). — Lienhart Blétterli, seBhaft hinter 
der Burg zu Bernang im Rheintal, verkauft dem RuediSturzenegger von Bernang 
min aigen git, mit namen allen die bém, die yetz sind und stand uff minem git under sinem 
Zuben-wingartten her bys an die Zuben, also daz ich dieselben bém all mittander sol 
abhéwen und zergengen und och abgehéwen hin, mii der Verpfiichiung, fortan zehen schoh 
wytt und braytt von dem vorgenantten sinem Zuben-wingarten und git hindan uff minem 
gat keine Baume mehr aufkommen zu lassen; dazu soll er dem Kdafer gantzen und giten 
frid geben unter dem vorgenantten irem wingartten her bys an die Zuben. Der Kauf ist 
um 10 £ ~% Landeswahrung erfolgt, und dazu hat Sturzenegger dem Bldtterli och geben 
unden her in dem vorgenanten sinem Zuben-wingartten ain blitzly dryger schich braytt 
za minem git, in m&B alz denn die marken usswisent. Fir Bldtterli siegelt Hans Her- 
mann, Ammann zu Bernang. — An sant Steffans tag, 1444. 

Stadtarchiv St. Gallen, Schaffneramt Rheintal, 0.1. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4551. — 1443. Marbach. — Ammann und ganze Gemeinde zu Marbach erkldren: 
Als von iinser rechtung und gewonhait, so wir haltent in tinserm hoff zi Marpach als von 
inser kiweg wegen, dem ist also...: (1) Zem ersten, wo aigni giter an die kiweg stossent, 
die sond das wasser zwiischend den weg und den giter firen und in eren han. War ouch, 
das sy das nit taéttint und der weg zerging von der wasser wegen, so misstint dieselben 
aigen giter das wenden. (2) Ouch fiirbasser: wir, das ain weg zerging von nessy oder von 
des tratz wegen, das sond wir selb bessren und machen und sond noch miigent nieman darzt 
halten noch zwingen ze bessren, won das wir das alweg selber tin sond und von alter har 
ton hand. Fiir den Ammann siegelt Ueli Oler. — Datum in Marpach, 1443. 

Stadtarchiv St. Gallen, Tr. XXill, Nr. 3.— Papier-Original mit vorn aufgedriicktem Siegel unter Papierhiille. 


4552. — 1443. Rebstein. — Ammann und ganze Gemeinde zu Rebstein im Rhein- 
tal geben eine der vorangehenden entsprechende Erkldrung ab. Fir sie siegelt der Ammann 
mit dem Gemeindesiegel. — Geben.. zi Rebstain, 1443. 


Stadtarchiv St. Gallen, Tr. XXill, Nr. 5. — Papier-Original mit vorn aufgedriicktem Siegel unter Papier- 
hille. — Mutatis mutandis (haltent under tins zi Rebstain) fast vdllig (kitratz si. tratz) ubereinstimmend. 


60 Kaspar 1442—1463. 


4553. — 1443. Lustenau. — Ammann und Gemeinde zu Lustenau erkldren in gleicher 
Weise: Als von tinser rechtung und gewonhait, so wir haltint in iinserm hoff ze Lustnow 
von tinser kiweg wegen, dem ist also...: (1) Zem ersten so sdéllent wir iinser kiweg, die 
von dem dorff uff die gemaind gand, selb machen und bessren. (2) Und fiirbasser: wa man 
ainem zem rechten verktint von weg oder giter wegen, die in tinsren gerichten ligent, der 
sol sich zem rechten antwurten. Dem gend wir tag dry vierzehen tag ze verantwurtent; 
doch wir es umb lehengtter, so mag man es ziehen an die end, dannen sy lehen sint. Ver- 
antwurt er sich nit nach recht, als vor staut, so haut er die clag verloren, die zi im klegt 
ist, er bring denn us siehtagen, herennot, oder das dafiir git ist. Hs siegelt der Ammann. — 
Datum in Lustnow, 1443. 

Stadtarchiv St.Gallen, Tr. XXill, Nr.4. — Papier-Original mit vorn aufgedriicktem Siegel. 


4554. — 1444 Januar 3. — Jorig Truchsesse zi Waltpurg, des rémischen rychs 
lantvogt in Swauben, schreibt an Biirgermeister und Rat za St. Gallen: Mir haben die 
minen von Walsew zi erkennent geben, in woélher formm sy iich von irs burgers wegen 
Hannsen Haberboschs geschriben haben, och daruff iiwer schrifftlich antwiirt, so ir inen uff 
ir schriben getin hand, gezégt, und dankt fiir den gezeigten guten Willen, indem er bittet, ir 
wollen iich fiiro migyen und arbaiten, damit dem minen vorgenant sin tich wider werde. — 
Geben am fritag vor dem Zwilfften, 1444. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier- Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4555. — 1444 Januar 3. Kislegg. — Jacob Truchsiézz zi Waltpurg, des hailgen 
rychs lantvogt in Schwaben, bittet Biirgermeister und Rat zu St. Gallen als seine besunder 
gitten friinde, da er vernommen, wie das jetz tiwer herlfferpfrind ledig und unverlyhen 
sye: sie méchlen dieselbe dem Herrn Hans Kromer verleihen. Denn ich main, als ich das 
verstanden hab, das ir mit im wol versorgot syen, und ist och tiwer burgerskind ains. — 
Geben zi Kyslegg, am frytag vor der hailigen Dry kung tag, 1444. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


4556. — 1444 Januar 4. — Abt Kaspar von St. Gallen bestdtigt dem Hainrich 
Schnider von Gundelczhusen, burger zi Winthertur, die Lehenschaft iiber den 
zehenden ze Maistershusen uff dem hofe ze Maistershusen, der unsers gotzhus aigen 
und aber jetz im uff ainen widerkéff ingeben war, und uff dem miiligit doselbs, klainen und 
grossen, mit aller zigehérdi, ussgenomen den héwzehenden in den ewisan. Dazu verleiht ihm 
der Abt zu seinen, seines Vetters Hansen Schniders von Gundelczhusen und ihrer beider 
Geschwister gemeinen Handen einen Zins von 2 Mutt Kernen und 2 Mutt Haber aus zwei 
Huben und einer Schuposse zu Walenwile, die vor Zeiten die Greter bebauten. — Am 
sampstag vor dem Zwéolfften tage, 1/444. | 

Turgauisches Kantonsarchiv, Tanikon 8. 47/51. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4557. — 1444 Januar 5. — Heinrich Birnbaumer (Birbommer) von Si. Margreten- 
Hochst und seine Ehefrau Agnes verkaufen dem Peter Ortwin, derzeit Meister und Pfleger 
des Hl1.-Geist-Spitals zu St.Gallen, zu Handen des Spitals um 14 ® 4 St.G. W. einen 
Zins von 14 B % St.G. W. aus ihrem Acker zu Hochst (Host), genamt der Mannenberg, 
stosset an Mannenberg, an den akker genamt der Hoh Bom und an des spitals git, samt 
Zugehorden. Der Zins ist je auf Martini nach St. Gallen in des spitals hus zu entrichten, 
wofiir der Acker und der sonstige Besitz der Verkdufer haften, und kann mit der gleichen 
Summe abgelést werden, vor Johannis ohne, danach mit vollem Jahreszins. Fir die Verkdufer 
siegelt Hans Roner, Ammann za Hochst. — Am Zwolfften abent, 1444. 

Stadtarchiv St. Gallien, Spitalarchiv, Tr. B 16, Nr. 27. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 





Kaspar 1442—1463. | 61 


4558. — 1444 Januar 5. — Arni Murer, sefhaft zu St. Johann, verkauft an Abt 
Nikolaus (Niclausen) und das Kapitel des Golteshauses St. Johann um 8 @ % C. M. einen 
Zins von 8 B ~% C. M. aus seinem Gut genant der Boden und Waid und uff dem Stalden, 
stost unnan an Tobler und vor an der Agten und an den Hamerlin, obnan an Wil- 
helms knaben und an Griminger, hinnan an Bongarter und an Ulis Toblers kind, 
an Scherer und an Ulin Viewaider, woraus dem Gotteshaus 4 4 und ‘J: Map Schmalz, 
an die Friihmesse 4 £B ~ und an her Hansen 5 £ ~ gehen, sowie aus allen Alpen, die er 
besitzt. Der Zins ist je auf Martini zu entrichten; falls ein Zins den andern erliiff, werden 
das Gut und die Alpen zinsvellig. Fiir Murer siegelti Ulrich Forrer (Farer), Ammann 
zu Wildhaus (zu dem Wilden HuS). — Am-niéchsten sunentag vor dem Zwelfften tag, 1444. 


Stiftsarchiv St. Gallien, 9. 9. 1. 0.4. — Pergament- Original mit eingendht hangendem Siegel. 


4559. — 1444 Januar 7. — Die Briider Ulrich und Konrad Paier (Paygrer) bitten 
Birgermeister und Rat zu St.Gallen, die Helferpfrund in threr Stadt, die ledig sei, dem 
Herrn Hans Kramer, Pfarrer zu Kislegg (Kyslegg), zu verleihen. Denn er wol uff 
syben jar iinser pfarrer zi Tal gewesen ist, da wir so vil von im gesehen und gehdort haben, 
das iins nit zwyfelt, ir sygen wol und erlich mit im versorgot. — Geben an zynstag nach 
der hailigen Dry kiing tag, 1444. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelspuren a t. 


4560. — 1444 Januar 9. — Ulrich Wigerman uff der Egg erkldri, er habe von 
Abt Kaspar von St. Gallen des Gotteshauses aignen hof genant Bramenow, im Witten- 
bach gelegen, mit aller Zugehérde und dem daraufstehenden Stadel auf Lebenszeit des Abtes 
als Erbzinslehen erhalien mit der Verpflichtung, den Hof in nutzlichen giten biiwen und 
das holtz, so darzi gehért, unwistlich und den stadel mit tach in eren za halien, jdahrlich 
auf Martini in den Hof zu St. Gallen 4 Mutt Kernen Si.G. M. und 28 ~ solicher wer- 
schaft, so denn je zi Santgallen geng und genim ist, und von dem Gui die von alters her 
liblichen Dienste zu leisten, das ist zwen graber geben in des gotzhus wingarten ze Berg 
und zwai hdpt vibs setzen an die winlaite. Der Abi hat sich das Recht vorbehalten, in dem 
zum Hof gehorigen Holze Holz hauen zu lassen, wenn er des bedarff, es sig zimberholtz, 
raiff oder anders. Das jetzt auf dem Hof stehende Haus ist Higentum des Belehnien und 
darf beim Verlassen des Hofes von ihm weggefiihri oder verkauft werden. Betreffs der An- 
sprache, welche die Bachwiler wegen eines Zinses an den Hof zu haben meinen, hat der 
Abt den Belehnten gegen sie zu verireten. Fiir Weyermann siegelt Konrad Kapfmann, 
Birger zu St. Gallen. — Am néhsten dornstag nach dem Zwéolfften tag, 1444. 


Stiftsarchiv St. Gallen, J. J. 5. C. 2. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 


4561. — 1444 Januar 11. — Abi Kaspar und das Kapitel des Gotteshauses St.Gallen 
geben thre Hinwilligung dazu, dap Biirgermeister und Rat der Stadt Ziirich dem Berchiolad 
Vogt von Constanz fiir eine Schuld von 3100 fi. rhein., die sie uff ussgend Osterwuchen 
nahstkiinftigen bezahlen sollen, die 200 Gulden Zins, so wir und unser gotzhus wilent Her- 
mann von der Hohen-Landenberg seligen bi sim leben und nach sim abgang denselben 
von Ziirich als uff ainen widerkoff zi gebent pflichtig sind, mit andern Stiicken als Pfand 
verschrieben und ihm den Zinsbrief ausgehdndigt haben. Jedoch behalten sich Abi und Kapitel 
das Riickkaufsrecht vor, woriiber ithnen von dem Inhaber des Zinsbriefes ein Revers aus- 
zustellen ist. Es siegeln Abt und Kapitel. — Des na&hsten sampsta(g)s nach sant Erhartz 
tag, 1444. 


Stiftsarchiv St. Gallen, BUcherarchiv Bd. 90, S. 735 f. — Hntwurf von der Hand des abtischen Schreibers. — 
Vgl. Urk. V, Nachtrag 45. 


62 Kaspar 1442—1463. 


4562. — 1444 Januar 17. Constanz. — Freiherr Diepold von Sax zeigt dem Biirger- 
meisterund Rat zu St.Gallen an: der Uberbringer her Hans... werde sie bitten, imm die 
helfryg tiwer liitkilch gerichen zfii verlichen. W4n aber derselb her Hans gittes wandels, 
ouch beschaidner gepard und sitten ist und, alz ich getriiw, wol iiwer fig wére, so ersucht 
er sie dringend, ihm die Helferei zu verleihen. — Geben zi Costentz, uff sant Anthonyen 
tag, 1444. | 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresien at. 


4563. — 1444 Januar 17. Constanz. — Ulrich, graufe ze Werdenberg, thim- 
techend der stifft ze Costentz, schreibt an Birgermeister und Rat zu St.Gallen: er 
habe vernommen, wie zi tiwer pfarrkilchen zi Sant Laurentzen ain pfrond, nempt man 
gewonlich die helfery, ledig sige, die nun tich ze lihen stande. Nun haben wir etc. vil gits, 
rams und lobs als von dem erbren priester her Hansen etc., der sich daher zi Urnaischen 
enthalten hat, durch globlich kuntschafft verstanden, och sin person also besehen und bewert, 
das uns daran nit zwifelt, er miige und wiisse sdlichs wol ze verwesen. Hr bittet daher, 
demselben die Pfrund zu verleihen. — Geben ze Costentz, am néachsten frytag nach 
Hylarij, 1444. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. — Regest: 
Appenzeller Urk. I, Nr. 765. 


4564. — 1444 Januar 17. (Fischingen.) — Abt Johann und das Kapitel des Gottes- 
hauses Fischingen (zi Vischinen) geben der Abiissin Annen Zwikkin und dem Konvent 
des Goiteshauses Maggenau (zi Maggndw) den leibeigenen Knecht Ulrich Lengg von 
Schwarzenbach, ehelichen Sohn des Hans Lengg von Jonswil (Jonschwil), in Tausch 
gegen den leibeigenen Knecht Hensli Waibel von Schwarzenbach. — Uff sant Anthonyen 
tag, 1444. 

Stiftsarchiv St. Gallen, D. D. 3. F. 3. — Pergament- Original; die Siegel fehlen. 





4565. 1444 Januar 23. Constanz. — Der Generalvikar Bischof Heinrichs (IV.) 
von Constanz, Adminisirators von Car, erteilt dem Heinrich Sulzberg, Rektor der 
Pfarrkirche zu Goldach, auf dessen Bitte die Erlaubnis, tiber seinen Privatbesitz frei zu 
verfiigen und seine Verfiigungen durch das Siegel weltlicher Behérden bekrdaftigen zu lassen 
und auch von Giitern, die ex beneficio curato vel administracionem habente erworben sind, 
bei Lebzeiten Schenkungen in beschrainktem Map zu machen. — Constancie, mensis Ianuarii 
die xxiii, indictione septima, 1444. 

Stadtarchiv St. Gallen, Schaffneramt Rheintal, Tr. B, Nr. 8. — Pergament-Original mit offen hangendem 
Siegel. 


4566. — 1444 Januar 27. St. Gallen. — Adt Kaspar von St.Gallen bestdtigt dem 
Konrad von Hornberg auf Grund von gesiegelien Briefen seiner Vorfahren die Lehen- 
schafi iiber die vesti Schneburg, im Briigow gelegen, mit dem buhoff, der darzu gehort, 
und mit aller zugehérdt, und iiber die vogtie zu Ebringen und Talhusen mit gerichten, 
zwingen und bennen und mit allen rechten und zugehérden. — Zu Sant Gallen in unserm 
gotzhus, am nachsten mentag nach sant Pauls tag der Bekerung, 1444. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Bacherarchiv Bd. XXII, S. 23. — Klosterdruck. — Vgl. Urkundenbuch IV, Nr. 2086 
und Anhang (8S. 1087), Nr. 241. 


4567. — 1444 Januar 30. — Ammann und Rat im Bregenzerwald erwidern dem 
Biirgermeister und Rat za St.Gallen auf ein Schreiben von Hansen Stainlis und siner 


Kaspar 1442—1463. 63 


husfrowen wegen als von den tiwren: sie hdlten diesen mehrmals verkiindel, daz sti wirint 
komen zem rechten mit briefen und liiten, dez sii aber nie tin wolten; won wir dero ouch 
habent in tinserm gricht, die zu demselben erb gehérent in mass als die tiwern. Und darumb 
so habent wir die sach uffgehaben wol bi ainem jar, daz sii zesamen warint komen, und 
solt die sach jetz, als wir iinser egricht gehebt habint, ze end sin komen. Und aber als ir 
iins geschriben hand, so habint wir die sach aber uffgeschlagen von tiwer wegen uncz ze 
iinserm nachgricht; daz wirt am donstag vor mannvaschnacht (1. Marz). Die St. Galler 
mochten also die Ihrigen anhalten, daz sii denn uff die zit komint; won wir denn den iinsren 
ain recht missent laussen gan und daz nit lenger verziehen kunnent. So wellent wir och 
den iiwern ouch gern ain glichs recht laussen gan nach iinsers lands recht und in wol 
gunnen, warzi si recht hand... Und war, das sii gern jemen mit in bréchtint, das wir 
iins lieb, das man sich, das wir inen gern ain glichs liessint gan. Schrifiliche Antwort durch 
den Boten, won iins nie kain antwiirt von inen kund werden. — Geben am donstag vor iinser 
Frowen tag zer Liechtmiss, 1/444. 


Stadtarchiv St.Gallen, Missiven. — Papier-Original mii Siegel a t. 


4568, — 1444 Januar 31. — Rudolf Hofmann von Oberdorf (Oberndorff) verkauft 
dem Ulrich Saérri, Hug von Watt und Hans Ramsperg, derzeit Aufermeistern und 
Pflegern des Hl. Geist-Spitals zu St.Gallen, zu Handen des Spitals aht jiichart buwfeld 
uff Braitenfeld gelegen, stossent an junkher Walther von Ainwille und an Ridi 
Wattlers gtter daselbs uff Braitenfeld, um 16 8 4% Si.G. W. Fir ihn siegelt Junker 
Hans von Andwil, derzeit Richter zu St. Gallen. — An dem nachsten frytag vor iinser 
lieben Frowen tag ze der Liehtmesse, 1444. 


- $tadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. D. 5, Nr. 5. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4569. — 1444 Februar 5. — Albrecht von Klingenberg sendet dem Konig Fried- 
rich (17f.) den hoff zi Hiittenschw(i)ller, lit und git, mit allen sinen zihérungen, man- 
schafte und vogty, den er mit andern Giilern vom Reich zu Lehen und nechst von iiwern 
kiinglichen gndden éch zi lechen erkant und enpfangen hat, auf und bittet, damit den 
Marquart Brisacher (Brissacher) von Constanz zu belehnen, dem er den Hof von miner 
ernschlichen anligenden notdurft wegen tibergeben und zigefigt habe. — Uf sant Agtten tag, 1444. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Rubrik Xill, Fasc. 6. — Papier-Original mit vornen aufgedricktem Siegel. 


4570. — 1444 Februar 5. (Gossau.) — Uoli Hersch(i) von Gossau erklart, daB er 
von Abt Kaspar von St. Gallen des Gotteshauses Kelnhof zu Gossau mii allen Zugehérden 
als Zinslehen auf Lebenszeit des Abtes empfangen habe gegen die Verpflichtung, den Hof 
in gutem Stand zu halten und aus ihm jahrlich auf Martini in den Hof zu St. Gallen einen 
Zins von 10 Muti Kernen St.G. M. und 10 B % in Wahrung, die zu St. Gallen geng und 
genim ist, zu entrichten. Wenn Herschi nach dem Tod des Abtes den Hof verlassen muf, 
soll die zimber, so denn uff demselben hofe stat, darauf stehen bleiben. Fiir ihn siegelt Hans 
Geriner, Ammann zu Gossau. — An sant Agthen tag, der hailgen jungfrowen, 1444. 


Stiftsarchiv St. Gallien, Rubr. 51, Fasc. 6. — Klosterdruack. 


4571. — 1444 Februar 22. — Lienhart in der Vorburg von St. Margreten- 
Hoéchsi stellt einen Revers dariiber aus, dafB Ulrich Saérri, Hug von Watt und Hans 
Rainsperg, Birger zu St.Gallen und derzeit AuBermeister und Pfleger des Hl. Geist- 
Spitals daselbst, dessen Leibeigene er und seine Kinder Lienhart, Martha und Ursula 
sind, thn mit diesen Kindern in denselben spital begnadet und in des spitals pfleg und kost 
empfangen haben in folgender Weise: Ich sol in iro kost und pfleg beliben ze end miner wile, 


64 Kaspar 1442—1463. 


und wenn die obgenanten minti kind darzi koment und werdent, das sy das almtisen sichen 
und umb brot gan mugent, so sond und mugent dann die innren maister und pfleger, welh die 
jedanne sint, dieselben minii kind, ains oder me, haissen usser dem spital gan und iro narung 
anderschwa siichen. Dafiir gibt er dem Spital rechtliche Gewalt iiber all seine fahrende Habe 
und seine nachstehenden liegenden Giiter: des ersten ain juchart akkers genamt die Bachlin, 
und minii reht an dem stadel, hofstatt, hofraiti und bomgarten, das alles ze Hohst gelegen ist. 
Fiir ihn siegelt Hans Roner, derzeit Ammann zu Hochst. — An dem nachsten samstag 
vor sant Mathyes tag, des hailgen zwoélffbotten, 1444. | 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. B 15, Nr. 54. — Pergament- Original mit offen hangendem Siegel. 


4572. — 1444 Februar 25. (St. Margreten-Hichst.) — Hans Grof von St. Margreten- 
Hichst verkauft einen jéhrlichen Zins von 1 @ ~% Landeswdéhrung aus seiner Hofstatt 
daselbst genannt der Grossen Piint, stosset ainhalb ain die gemaind, anderthalb an 
Hansen Geriners hofstatt, seinem Bruder Heinrich Grop um 20 & . Der Zins 
ist je auf Martini zu entrichten, wofiir die Hofstatt und der sonstige Besitz des Verkdufers 
haften. Fir ihn siegelt Hans Roner, derzeit Ammann zu St. Margreten-Héchst. — Uff 
sant Mathyes tag, 1444. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. B 15, Nr. 9. — Pergament- Original mit offen hangendem Siegel. 


4573. — 1444 Februar 27. — Hiltprannd nnd Petermann, gebrider, von Riren, 
fryen und herren zi Togkenburg, erkldren, daf sie gemainlich und unverschaidenlich 
dem Grafen Heinrich von Montfort, Herren zu Werdenberg, in Prettigéow und uff 
Tafaus, 150 fl. rhein. schulden, die sie bei der ersten Forderung zu bezahlen haben. Fiir 
allen durch Verzogerung entstehenden Schaden haben sie aufzukommen und diirfen andern- 
falls an all ihrem liegenden und fahrenden Besitz angegriffen werden. — Am dornstag vor 
dem sunnentag Invocavit ze angender fasten, 1444. 


Stiftsarchiv St.Gallen, B. B. 1. A. 19. — Pergament-Original; die Siegel fehlen. 


4574. — 1444 Marz 2. — Hiltprannd und Peterman von Raren, gebrider, 
fryen und herren zi Togckenburg, quittieren den Grafen Heinrich von Montfori, 
Herren te Werdembersg, in Prettigéw und uff Tafaus, fiir 105 & 4 jarlicher giilt, 
die er ihnen von solichs erbs, landen und liiten, herschafften, zins, ntitz und giilt wegen, so 
er, och wir und ander unser miterben von wylond dem wolgeborn graff Fridrichen von 
Togkenburg sialiger gedichtnuS ererbt haben, .. bewysen sdélt, nachdem und wir iins ains 
friintlichen tails und darnach ainer gelihnust der niitz mit enander betragen und zem tail 
durch ainen gemainen und ettlich schidliit underricht syen, als er denn sovil giilt me denn 
wir in sinem tail der herschafft, so im zigetailt ist, gehept hat, als denn das die brieff, 
zwiischent unser gegeben, mit me wortten innhaltent, und wofiir er sie gadnzlich ausgerichtet 
hat. — An mentag nach sant Mathyas tag, des hailigen apostels, 1444. 


Stiftsarchiv St. Gallien, B. B. 1. A. 18. — Pergament-Original, die Siegel fehlen. 


45975. — 1444 Marz 3. — Rudolf, Graf von Montfort, Herr zu Rotenfels, bittet 
Birgermeister und Rat za St.Gallen, sie méchten auf einen giitlichen Tag, den er mit Biirger- 
meister und Rat zu Lindau von irs burgers Burckharten von Wyllers und sins buren 
wegen zu Ravensburg am Montag nach Oculi (16. Marz), ze friger tagzit daselbz ze 
sind, leisten miisse, ihm eine Ratsbotschaft zuschiben und lihen mit dem Auftrag, das sy iins 
beraten und beholffen sige. — Datum 3° post dominicam Invocavit, 1444. 


Stadtarchiv St.Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


Kaspar 1442—1463. 65 


4576. — 1444 Mirz 10. (St. Gallen.) — Otmar Egger, Birger zu St. Gallen, ver- 
kauft dem Hug von Watt, ebenfalls Birger, fiir 10 & 4% St.G. W. einen jahrlichen Zins 
von 10 B ~% aus seinem Gut genant Veld, zu Studen gelegen, stosset an Kathoerinen, 
min miter, an Haini Brenndler, Wéltin Appenzeller und an die strish, das als Pfand 
fiir den Zins eingesetzt ist. Der Zins ist je auf Martini nach St. Gallen zu entrichien und 
kann mit 10 & ~% vor yedem zile 4ne den kiinfftigen zins und darnach nit denn mit dem 
gevallen zinse abgelést werden. Fiir Egger siegelt Hans Her, derzeit Hofammann zu 
Si. Gallen. — Am zechenden tag des monats Mertzen, 1444. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. AS, Nr. 22.— Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4577. — 1444 Mirz 16. — Abt Kaspar und der Konveni des Gotteshauses St. Gallen 
geben dem Hug von Montfort, maister in tiitschen landen sant Johansen ordens des 
hailgen spitals zi Jherusalem und commentur des huses ze Tobe! desselben ordens, die 
Elsi Wirtin von Kirchberg, Ehefrau des Hermann Gunzenbach, Leibeigene thres 
Gotteshauses, in Tausch gegen Else von Gunzenbach, Tochter des Kuni von Gunzenbach 
sel., Leibeigene des Gotteshauses Tobel. — Am nihsten mentag nach sant Gregorien tage, 1444. 


Turgauisches Kantonsarchiv, Tobel, Schubl. XXIX, Fase. Vill, Nr. 88. — Pergament-Original mit offen 
hangenden Siegein. 


4578. — 1444 Mirz 16. Bischofzell. — Vor Johans Schnider, derzit zoller ze 
Byschoffzelle, der daselbst in der Stadt fir Janker Antoni Schenk von Landegg, 
Vogt, mit Volimacht von Bischof Heinrich (IV.) von Constanz 6ffentlich zu Gericht 
siizt, fertigen Aidelhat Miarkis uss dem gotzhus und ihre Kinder Hans der dltere, Hans 
der jiingere, Margaretund Vrena mit Barkart von Wengi als vom Gericht gegebenen 
Vogt, dann si sich mit dem aide entschligen, das si ir naéchsten vattermagen nit gehaben 
méchten, und mit Hans Anshelm dem dltern, Birger zu Bischofzell, als Firsprech dem 
Ridi Wartman im Hirtgéw und seiner Schwester Margarete iro aigen gitli, in Haigen- 
wiler kilchsperg gelegen und das man von alter nempt Tiibissen Len, stdsset ainet an 
Hargeswile, andert an die schippus gen Atzenholtz und zu der dritten siten an Graw- 
stain, das sie dem Wartmann um 40 & W, C. M. und W. verkauft haben. Es siegeln der 
Richter mit Antoni Schenks Siegel und Barkart von Wengi als Vogt. — Ze Byschoffzell, 
am mentag vor Mittervaisten, 1444. 


Stiftsarchiv St. Gallen, K. K. 1. B.b. 1. — Pergament-Original mit eingendht hangenden Siegetn. 


4579. — 1444 Mirz 19. (Amriswil.) — Vor Ueli Schmid von Engishofen, Am- 
mann der Briider Junker Ulrich und Barkhart von Helmsdorf, der in ihrem Namen 
zu Amriswil 6ffentlich zu Gerichi sitzt, selzen Gret Spitzin, wilunt Ridis Gesellen 
husfréw elichy, Hans Gesell, Clenhans Gesell, Gret Gesellin, ir elichii kind und 
mit namen 4lli iri kind, fir ain sum geltz und kernen, die sie sant Symon et Judas ze 
Amrigaschwiler und den kilchenmayger derselben hailgen daselbs schulden laut Rechnung, 
die sie mit Junker Ulrich von Helmsdorf, Hans Opp, Leutpriester zu Sommeri (Sumbri), 
Hans Spitz, Hans Herter und andern Nachbarn getan haben, das Gut genannt Riti 
ein in sdlicher mass: wass tiberzinsses jirkrichel gefellet, der also iins zigehdérty, den sond 
die kilchenmayger nemen an alle widerred so lang und so vil zittes, untz das die kilch und 
hailgen gantz und gar werdent bezalt und ussgericht, hdptgit und schaden, sovil und es 
gebiirt, jedoch den Junkern an ihren Rechten und der Kirche zu Sommeri an den Briefen, 
die sie von dem Cut hat, ohne Schaden. Es siegelt Ulrich von Helmsdorf. — Uff den niasten 
donstag nach sant Gregorien tag in der fasten, 1444. 

Stadtarchiv St. Galien, Birglerarchiv Nr. 15691. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 

9 


66 Kaspar 1442—1463. 


4580. — 1444 Miirz 22.—31. Baden. — Ulrich Sdrri nimmi als Vertreter der Stadt 
St. Gallen teil an erfolglosen Verhandlungen behufs Vermittlung zwischen den Hidgenossen 
einerseits und der Stadt Ziirich und der Herrschaft Osterreich anderseits. 

Staatsarchiv Luzern, Allg. Absch. A. 58 und 59. — Regest: Hidg. Absch. II, Nr. 278. Vgl. Tschudi II, 405 ff. 
Klingenberger Chronik, 8. 474 ff. — Schon im vorangehenden Jahr hatte dhnlichen Verhandlungen in Baden 


(1443 1. April) als Vertreter St. Gallens Alibirgermeister Konrad Hér beigewohnt, s. Hidg. Absch. I, 
Nr. 260; Tschudi II, 359. Klingenberger Chronik, S. 299. 


4581. — 1444 April 1. — Vogt Ulrich der jiingere von Mditsch, Graf zu Kirch- 
berg und Vogt zu Feldkirch (Veltkirch), erteilt dem Michel von Ems (Emptz), der fir 
200 fi. rhein. und 3 Fuder Wein jahrlichen Leibgedings zu Gunsten seiner Base Elsbeth, 
Grajin von Toggenburg, geb. von Matsch, mit andern gewihr geworden ist, einen’ Schad- 
losbrief. — Am mittwoch vor dem hl. Palmtag, 1444. 

Archiv Hohenems. — Pergament-Original mii offen hangendem Siegel. — Regest: Zésmaier, Ur- 
kundenausziige aus dem Hohenemser Archive, Nr. 170. XXI. Rechenschaftsber. d. Vorarib. Museums- Vereins 
(1881), 8. 76. 


4582. — 1444 April 3. — Mechihild (Mahthilt) Biserin, thr Tochtermann Hans 
Pésch und dessen Ehefrau Elsbeith, alle Birger zu St.Gallen, verkaufen dem Hans 
Cuntz, ebenfalls Birger, ihren wiyer und wiyerstatt mit aller zigehérde, der gelegen ist 
in Schénnenwegen und stosset an das gemainmerk und an Hans Nistlers giter, mit 
allen Zugehérden um 20 € ~ St.G.W. Es siegeln Hans Poésch und fir die Frauen Hein- 
rich Hux, thr Tochtermann und Schwager, derzeit Unterbirgermeister zu St. Gallen. — An 
dem niéchsten fritag vor dem Palmssunnentag, 1444. 


Stadtarchiv St. Gallen, Urk.-Suppl. — Pergament-Original, die Siegel fehlen. 


4583. — 1444 April 6. — Vogt Ulrich der jiinger von Metsch, graff zu Kirch- 
' perg, vogt zi Veltkirch, erwidert dem Birgermeister und Rat zu St.Gallen auf ein 
Schreiben wegen derer von Lustenau: ohne Zweifel sei ihnen bekannt, wie dieselb sach 
zwischent den von Lustnow und von Torrenbiiren uff den von Lindow im rechten 
staut, die nu darumb ainen spruch getin hand, der nu under andern dingen gar mergklich 
innhat, das yettwedra tail zwelff erber man laiten sdll und nit me, und hand daran tag uff 
die stéss geseczt und ir raczbotten dahien gesandt und sdélich kuntliit in aid genomen und 
verhort, daruff die sach beslossen, und stét also noch im rechten. Sollten die von Lindau 
sich erkennen, noch mehr Leute zu verhéren, was er nicht glaube, so werde er sich nach 
Billigkeit verhalten. Sodenn von Jackob Schniders wegen ist dieselb sach vor och an 
mich gelangt durch denselben Jackoben, und hatt mir zigeseit, nichcz args mit dem Sprecher 
za tind haben denn mit recht und och, was recht gab, dem gnig ze tin. Uff sdlichs hett 
ich nach dem Sprecher gesant und wolt sdélichz och mit im geschafft haben. Da kam der 
iiiwer wider zi mir und seit mir das wider ab und redt dabi, er kunde sdlichs ane raut nit 
tin und woélte raut darumb haben. Und statt die sach noch also. Falls nun Jakob Schnider 
gesinnt sei, dem Recht nachzukommen, so wolle er mit Sprecher das Gleiche verschaffen. Denn 
von Dietrich Schniders wegen, der gehért den von Empcz za, und hab mit dem nichcz 
zi schaffen. — Geben an mentag nach dem Palmtag, 1444. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


4584. — 1444 April 13. — Kaspar zum Tor, welchem Birgermeister und Rat zu 
St. Gallen von Ulin Sigrists, der mir von aigenschafft wegen zigehért, geschrieben und dabei 
bemerkt haben, wie das er mir gelicher, billicher rechten nie vor gewesen sye, erwidert darauf: 


Kaspar 1442—1463. 67 


das er mir nie kain recht fiirgeschlagen noch gebotten haut; denne ich hab das recht, da- 
mit ich in von der aigenschafft wegen fiirgenomen hain, mit im angevangen, getriiw 5ch, 
ich well in mit recht behaben. Jhrer Bitie, von diesem Vorhaben abzustehen, kénne er nicht 
entsprechen, sondern gedenke, dem angefangenen Rechte nachzigan, und bitte, ihm das nicht 
zu verdenken; denne ich main, itich die sachen anders dargeben haben, denne sich mit recht 
yendert finden sdlle. — Geben uff mintag post Resurreccionem Domini, /444. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4585. — 1444 April 16. — Ulrich Sérri, Hug von Watt und Hans Ramsperg, 
Birger zu St.Gallen and derzeit Meister und Pfleger des Hl. Geist-Spitals daselbst, ver- 
leihen dem Hans Haidetschwiler, ebenfalls Birger, im Namen des Spitals den hof ze 
Obrensorendal, der des spitals reht aigen ist und gelegen ist ob Byschofzell, mit Zu- 
gehérden als Erbzinslehen gegen einen jahrlichen Zins von 3 Mutt Kernen C. M., 2 Maiter Haber 
Bischofzeller M., 1% 4% C. M., 4 Hiihnern, 50 Hiern und vou den bliiweln 2 Viertel Kernen 
Bischofzeller M., alles auf den Gallustag nach St. Gallen, und 10 B ~% C. M., den Chorherren 
zu Bischofzell zu entrichten. Steht die Entrichtang des Zinses aus, untz das ain zins den 
andern zins erloffen hetti unbezalt, so wird der Hof dem Spital zinsfellig. Die Spitalpfleger 
dirfen auf dem Hof nach Bedirfnis Holz hauen ze zimbrin. Bei allfdlligem Verkauf steht 
dem Haidetschwiler und seinen Erben das Vorkaufsrechi 5 B 4 C. M. billiger als andern 
zu, ebenso umgekehrt dem Spital, wenn sie thre Rechte verkaufen wollen. — An dem nachsten 
donstag vor sant Georijen tag, des hailgen ritters, 1444. 

Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, D 35, Nr. 8. — Pergament-Original mit offen hangendem Spital- 


Siegel. Am gleichen Tag stellt Haidetschwiler einen Gegenbrief aus. Fir ihn siegelt Konrad Hor, der- 
zeit Birgermeister. — Ebenda, Nr.9. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4586. — 1444 April 16. — Jakob von Langenhari schreibt an Birgermeister und 
Rat zu St. Gallen: Uch ist wol zi wissend von sdlicher herter.léiffen und dif gegenwiirtigen 
kriegs wegen, die mich denn zi Rappreschwil begriffen hand, besunder das min wib ir 
git in dem Rinta] und umb iich ligende hat, und ob der krieg wider angan wirdet, als ver- 
sechenlich ist, das denn iiwer schirm ir darinn mer denn sust jemantz erschiessen mag. Da 
er nun allwegen ein besunder wolgetruwen zi iiwer lieben und giten friintschafft geheppt, 
wiirde er gern seine Gemahlin, wa die joch ir wésen haben wurde, mit einem burgerrecht als 
by iich versorgen und die burger by iich machen, und biitet daher, ir wellind also dasselb min 
wib zi burger empfahen und in iiwern schirm nimen. Wie denn si darinn tin sol als von 
jerlicher stiir wegen, das gelich und bescheidenlich ist, sol si gern tin. Doch mége man sie 
und thn bescheidenlich halten. Schrifiliche Antwort durch den Boten. — Geben uff donstag 
infra octavam Pasce, 1444. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


4587. — 1444 April 19.') (Bernang.) — Ammann, Rechtsprecher und gemeine Hofleute 
des Dorfes Bernang im Rheintal zeigen dem Biirgermeister und Rat zu St.Gallen an: 
wie daz yetz uff sant Jorgen tag ze Marpach ettwas stéss ufferstanden sind entzwiischen ett- 
lichen den tinsern und ainem von Lustenow dez ainen und ettlicher von Kriessern und 
ainer burger ze Altstetten, wonnhafft ze Aychewyse, dez andren tails, und sind die 
iinsren da geschlagen und ainer wund worden. mit namen der Kernn. Also ist nu ain uffloff 
worden, und sind die iinsern denen n&chgeloffen iiber daz Riede uff bys gen Kriesseren. 
Also hat nun yetz frow Clara von Ramswag ir amptliit zi tins gesandt und den iinsern 
recht fiirgeschlagen alz gen Kriessern von der iro wegen und nitt fiirbaz noch witer. Und 
uff daz so hant die itinsern recht gebotten also, daz baid obgenant tail von gemainen héffen 


68 Kaspar 1442—1463. 


bitten sdllen usser yetlichem hoff zwen ungevarlich erber man, mit namen von Kriessern, 
von Altstetten, von Marpach, von Balgach, von Bernang und von Lustenow, alz gen Mar- 
pach zisament und sich daselbs mit ainander ainen und erkennen, wa man die sach billich 
berechten und ob iinser gesellen widersachen mit enander in ain recht stén sdllen oder nitt; 
wonn iinser gesellen mainent, welche zi der sach gewant sind, die sdllen och by ainander 
in recht stin, wann frdw Clara nun fiir die iren recht gebotten hat. Und wir, ob sy dez nitt 
ingin wéltint, so hand inen die tinsern recht gebotten und fiirgeschlagen und recht umb 
recht ze haltent fiir itich, ainen burgermaister und klainen ratt zi Santgallen. Sdliche geliche, 
ungevarliche recht aber sy noch nitt ingin wend, und st&t also die sach 4n allen frid und 
son. Sie bitlen daher um schrifilichen Rat und Unterweisung fiir ihr Verhalten, daz nitt 
ergers darinn ufferstand; wonn sdlichs yetz in disen loffen iibel iinser fig und nutz ist. — 
Datum dominica ante festum sancti Georij, 1444. 

1) Es scheint ein Versehen im Datum vorzuliegen, da St. Jérgentag zu Anfang genannt ist. 

Stadtarohiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4588. — 1444 April 21. — Vogt Ulrich der jiinger von Matsch, graff zi Kirch- 
perg, vogt ze Veltkirch, erwidert dem Birgermeister und Rat zu Si.Gallen auf ein 
Schreiben von iiiwer burgerin der von Ramswag und Hainrich Grissen wegen, er habe 
diesen besandt und mit ihm geredet. Und ist sin antwurt, wie in ains rechten umb die sach 
vor iuch wol bentigen well, und hab sich des vor och erbotten, doch also das ir im gerimpt 
tag daran seczent und im die in gitter zit vor verkiinden und ain verschriben gelaitt damit 
sennden. Darnach wissent ir iiich wol zi richten. — Gebenn an zinstag vor sant Jérgen tag, 1444. 

Stadtarchiv St. Gallon. Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


4589. — 1444 April 23. (Neustadt.) — Konig Friedrich (IIL) verleiht dem Marquart 
Brisacher einen Hof za Huttenswiler, den er von Albrecht von Klingenberg gekauft hat. 
Chmel, Regesta Friderici Ill., Nr. 1625. — Vogl. oben Nr. 4569. 


4590. — 1444 April 27. (Lindau.) — Biirgermeister und Rat zu Lindau teilen dem 
Biirgermeisier und Rai zu St.Gallen mit: Alz denn yetz ain manung zi Ravenspurg 
gewesen ist, habe ihre Botschaft, die sie daselbst gehabt, ihnen von der zwayung und un- 
ainikait wegen, so ir und Walther von Kiingsegg zi und mit ainander hant, berichtet, 
der von Kénigsegg sei auch in Ravensburg gewesen, und gemain stett unser veraynung hdtten 
erreicht, dag er einwillige, mit tich von der zwayung wegen, so ir mit ainander hant, ainen 
gitlichen tag hie zii Lindow in tinser statt sichen, yedermans rechten ane schaden; denn 
im nit lieb, sonder laig, wo er mit den stetten nit ains sige. Sie bitten um schriftlichen Be- 
richt, was iich darinne ze sin sin wélle, um dem von Kénigsegg Antwort geben zu kénnen. — 
Datum 2* ante Phillippe et Jacobi, apostoli, 1444. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


4591. — 1444 April 29. (Lindau.) — Birgermeister und Rat zu Lindau, denen 
Birgermeister und Rat zu St.Gallen, auf ihr Schreiben wegen Walthers von Kénigs- 
egg (Kiingsegg) ains gitlichen tags, wenn wir den seczen, vervolget haben, verkiinden thnen 
den giitlichen Tag auf Montag vor Pfingsten (25. Mai), zu frager tagzit in tinser statt zu 
sind, und doch das yetwedren tail zu dem tag, daby und wider davon an sin gewar vor dem 
andern sicher sige. — Datum quarta post Geory, 1444. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhille a ¢. 


4592. — 1444 Mai 2. — Hans Heinrich Truchsef, Vogt zu DieBenhofen, er- 
innert Birgermeister und Rat zu St.Gallen daran, wie er wiederholt Riickerstatiung des 


Kaspar 1442—1463. 69 


Gutes begehri habe, so ir myner miter und ir swester wylant silger gedechtniist genommen 
hand, bis jetzt aber seiner Mutter und ihm noch kain usrichtikayt beschehen sei, und bittet 
ernstlich, ihnen das Gut ohne Eintrag unverziiglich zuriickzugeben. Widrigenfalis begehrt 
er, das ir mir und myner miter egenant tigent, als vil und ir myner miter von recht und 
mir von eren pflichtig ze tin werdent uff und vor dem durchliichtigen fursten und herren 
mynem gnidigen lieben herren Albrechten, hertzog zi Osterrych etc., und siner gnaden rett 
oder uff dem hochgebornen fursten mynem gnadigen herren marggrave Albrechten ze Pran- 
denburg, burggrave zi Niirenberg etc., und siner gnaden retten, an dem end aynem, welhe& 
tich eben syg, mich wissen lassent, das ich mich darnach wif ze richten und sin gnad ze 
bitten, tins in kiirtz tag zi setzen, de glich ir éch tiigent, damit mir die sach von itich lenger 
nit verzogen werd. Schriftliche Antwort durch den Boten. — Geben und versigelt mit deB 
edien Hansen Ulrichs Truchsassen zu Dyessenhoven, myns lieben vetter, insigel 
prestenhalb deS mynen, im an schaden, uff sampstag vor Iubilate, 1/444. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t., am untern Rand 


durch Mdasefrass beschddigt, wodurch die Adresse verstiimmelt ist. — Vgl. Urk. V, 4205 und unten 
20. Januar 1447. 


4593. — 1444 Mai 9. Bischofzell. — Anton (Anthone) Schenk von Landegg, Vogt zu 
Bischofzell, schreibt an Birgermeister und Rai zu Si. Gallen: es sei ihnen bekannt, wie 
iiwer burger Cini Cintzlis von Braiwille mit den sinen, die tiwer burger sind, ainen grossen 
frivel und mitwillen begangen hand mit tinserm airmen man dem Briawiler, der mir und 
Walther von Ainwill von aigenschafft sins libs zigehdért. Dieselb sach och vor iiwerm 
raut vertidingot ist als uff ainen gemain, den wisen Hugen von Watt, der och darumb 
gen Briwil tag gesetzt hat, als iich das och wissentlich sin mag etc. Demselben tag also der 
iinser nachgevolgot hat und darzi sin kuntliit gebetten und by im gehept hit; dem aber der 
tiwer also nit nachkomen noch nit gnig sin wil. Deshalb bittet er, Cuenzlis hiezu anzuhalten, 
umsomehr als er selbst wiederholt in der Sache vor dem Rat gewesen sei und dieser Leute ab- 
geordnet habe, die sich iiber alles informiert hdtten, gleichwohl aber der Handel bis heute nich} 
zum Austrag gebracht sei von demselben Cintzel als gegen dem tinsern, dem (sy) das sin 
abzeren und brechen und darzi héche schmfhi, unlidige wort und allerst und uff das hinderst 
den iinsern sins lips entsetzen. Er hoffe also, man bleibe bei der Abrede. — Geben ze 
Byschoffzell, am samsstag post Invencionis sancte crutzis, 1444. 

Stadtarchiv St.Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhille a t. 


4594. — Die Prdsidenten des Provinzialkapitels des Benediktiner-Ordens treffen 
Verfiigungen iiber die Reformation thres Ordens und die Visitation der Ordenskléster. 


Erfart 1444 Mai 10. . 


Universis et singulis Christi fidelibus presentes litteras inspecturis nos Caspar, Sancti 
Galli, Hartungus, Sancti Petri Erffordensis, Georius, Sancti Egidii Niirem- 
bergensis, et Bertholdus, Sancti Stephani Herbipolensis monasteriorum abbates, 
ordinis sancti Benedicti, Constanciensis, Maguntinensis, Bambergensis et Herbi- 
polensis diocesum, presidentes sacri provincialis capituli Nigrorum Monachorum provincie 
Maguntine et diocesis Bambergensis in prefato monasterio Sancti Petri Erffordensis 
celebrati die dominica, qua in ecclesia dei cantabatur Cantate, que erat decima dies mensis 
Maii anni domini millesimi quadringentesimi quadragesimi quarti, secundum felicis recorda- 
cionis domini Benedicti pape duodecimi et Honorii tercii ac generalis concilii et sanctorum 
canonum sanctiones, salutem in domino sempiternam. Notum facimus vobis, quod pro utilitate 
et reformacione dicti nostri ordinis de consilio et assensu dominorum patrum abbatum presencium 
et eciam procuratorum absencium prelatorum provincie et diocesis predictarum prefatum capi- 


70 Kaspar 1442—1463. 


tulum provinciale die et loco predictis hora capitulari ad sonitum campane, ut moris est, 
inchoavimus et continuatis sequentibus diebus celebravimus ac in eodem habitis debitis trac- 
tatibus sacro approbante capitulo omnibus melioribus modo et forma,’ quibus debuimus et 
potuimus, ordinavimus, declaravimus et mandavimus ac stricte observandum precipiendo 
mandamus infrascripta: (1) In primis, quod bulla(m) reformacionis sacri concilii Basiliensis in 
duobus capitulis provincialibus proxime preteritis approbatam de novo concorditer approbamus 
et assumimus per presentes mandantes omnibus et singulis abbatibus, prioribus, prepositis 
et monasteriorum superioribus nondum strictioris observancie, quatenus se et sibi subiectas 
personas secundum eiusdem bulle tenorem studeant reformare, ut visitatores ad ipsos decli- 
nantes non iam, quod corrigere, sed quod potius in domino valeant commendare, se gratulentur 
reperisse et eo cicius et levius se possint expedire. (2) Volumus eciam et exhortamur in Christo 
Jesu illos, qui hactenus in hac nostra sancta religione strictioris vite observanciam ante huius- 
modi capituli provincialis celebracionem inchoarunt, ne pretextu huius norme presumant decli- 
nare. (3) Item volumus, quod futurum capitulum provinciale celebretur anno domini millesimo 
quadringentesimo quadragesimo septimo in dominica quarta post festum Pasche, qua in ecclesia 
dei cantabitur Cantate, in monasterio Petri Domus, in quo presidebunt domini abbates 
monasteriorum Petri Domus in Constancia, Sancti Petri in Erffordia, Sancti 
Egidii in Niremberga et Sancti Stephani in Herbipoli, Constanciensis, Ma- 
guntinensis, Bambergensis et Herbipolensis diocesum. In eodem missam cantabit 
abbas Sancti Blasii, Constanciensis diocesis; sermonem faciet per se vel alium abbas 
Sancti Galli; thesaurarii erunt domini abbates Sancti Egidiiin Niiremberga, Sancti 
Galli et Petri Domus in Constancia. (4) De visitatoribus: In diocesibus Constanciensi et 
Curiensi visitabunt domini abbates in Wiblingen et Petri Domus; hos visitabunt domini 
abbas Sancte Crucis in Werdea et prior Sancti Udalrici in Augusta. In diocesi 
Herbipolensi visitabunt domini abbates in Theris et in Sliihtern; hos visitabunt do- 
minus abbas in Ukerauw et dominus decanus Beate Virginis Fuldensis. In diocesi 
Maguntina circa Renum visitabunt domini abbas in Sliihtern et prepositus Novi 
Montis Fuldensis. In eadem diocesi Maguntina in Hassia et Thuringia visitabunt 
domini abbates Celle Pauline et in Hasungen; hos visitabunt dominus abbas in Stein, 
et quem dominus presidens ei adiunxerit. In diocesi Padeburnensi, Verdensi, Hil- 
desemensi, Halberstatensi et in diocesi Maguntinensi in ducatu Brunszwicensi 
visitabunt domini abbates in Kiingeszlutern, Sancti Gothardi in Hildeszheim, in 
Reynhusen et prepositus Sancti Iohannis Hersfeldensis iuxta disposicionem domini 
presidentis illius partis, et domini abbates in Brunszwigk et in Clusa visitabunt abbates 
in Kiingeszlutern et Sancti Gothardi prefati. In diocesi Argentinensi et Spirensi 
visitabunt domini abbas in Swarczach, in Gengenbach et prior Montis Sancti lacobi 
Maguncie; hos visitabit abbas in Hirszow, et quem sibi dominus presidens illius partis 
adiunxerit. In diocesi Bambergensi, Histetensi et Augustensi visitabunt domini 
abbates in Castello et Sancti Udalrici in Augusta; hos visitabunt dominus abbas 
Sancti Stephani in Herbipoli cum eo, quem dominus presidens in Niiremberga 
sibi adiunxerit. Et volumus mandamusque, quod quilibet presidens in sua parte cum visitatori- 
bus partis sue studeat monasteria regalia huius nostre provincie personaliter visitare. Item 
volumus, quod monasteria monialium huius provincie per visitatores superius deputatos vis[it]en- 
tur. Mandamus eciam, quod quilibet abbas sive quodlibet monasterium suis visitatoribus tres 
florenos Renenses ad minus ipsis recedentibus pro contribucione sive collecta per nos pro oneri- 
bus indicta dare non recusent, nisi saltem propter bonum respectum ab ipsis visitatoribus, in quo 
eorum consciencias oneramus, fuerit moderandum sive augendum. (5) Item volumus, quod prefate 
reformacionis bulla in quolibet monasterio non reformato de verbo ad verbum diligenter aus- 
cultata in bona et legibili littera habeatur ac semel in qualibet angaria in capitulo cottidiano 


Kaspar 1442—1463. 71 


legi et exponi disponatur, ne pretextu ignorancie quisquam valeat se de hoc excusare. (6) Item 
volumus, quod nomina omnium fratrum, sororum et confratrum singulorum monasteriorum a tem- 
pore novissimi capituli provincialis defunctorum in capitulo pro tempore celebrando apportentur. 
(7) Item volumus, quod quilibet presidencium in solidum habeat plenam et omnimodam potestatem 
et auctoritatem faciendi execucionem statutorum Benedicti pape duodecimi et iuris com- 
munis disposicionem contra omnes et singulos utriusque sexus personas, que se prefatis 
visitatoribus opponere attemptent vel ad visitandum non admittant aut impediant et que 
offendere monasteria huius provincie in rebus vel personis presumpserint. (8) Item volumus, 
quod procuratores deputati, videlicet prepositi Novi Montis Fuldensis et Sancti Io- 
hannis Herszfeldensis, magister Bernhardus de Valle Sancti Iohannis, Con- 
stanciensis diocesis, et dominus Sibaldus in Castello ac quilibet ipsorum in solidum 
respiciant, an visitatores visitaciones suas compleant, et negligencias ipsorum presidenti illius 
partis referant per ipsum, si opus fuerit, graviter puniendos et per censuram ecclesiasticam 
compellendos et penas contumacium diligenter studeant exigere et emonere. Acta sunt hec 
in supradicto monasterio Sancti Petri Erffordensis nobis inibi unacum dominis abbatibus 
ac procuratoribus presentibus capitulariter congregatis, anno, die, mense supradictis. In quorum 
omnium et singulorum robur et testimonium premissorum presentes nostras litteras exinde 
fieri sigillisque nostris pro nobis et dicto sacro provinciali capitulo appensis diligenter iussimus 
communiri etc. 


Stiftsarchiv St. Gallen, B. 4. B. 4. — Pergament-Original; von den Siegeln hangen das 1., 2. und 4. 
eingendht an roten Hanfschniiren; das 3. fehit. 


4595. — 1444 Mai 11. — Vogt Ulrich der jiinger von Miatsch, graff zi Kirch- 
perg, vogt, und aman und raut zu Veltkirch danken dem Biirgermeister und Rai zu 
St.Gallen fiir eine Mitteilang von wegen des korns, so ettlich von Appenzell unsern 
kfornfirern] uff dem Rin uffgehept und hingefirt hand, das iich vast betriibt hab und da- 
rumb [umb] unser und der unseren willen iuwer treffenlich bottschafft hinin gen Appenzell ge- 
sendt [habint], und fiir den gezeigten guten Willen, indem sie bitten, in diesen und andern 
Sachen sich hinfort ebenso ihrer anzunehmen. — Geben an sant Bangracius abfent], 1444. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t., durch Mduasefrass am 
rechten Rand beschddigt. — Regest: Appenzeller Urk. I, Nr. 769. 


4596. — 1444 Mai 11. (Gossau.) — Vor Hans Geriner, Ammann des Abies Kaspar 
von Si.Gallen zu Gossau, der daselbst éffentlich zu Gericht sitzt, fertigt Bartlome 
Riitiner gen. Stob als Vogt des Hansli Schmid mit Heinrich Kronauer als Fir- 
sprech dem Peter Ortwin, derzeit Meister und Pfleger des Hl. Geisi-Spitals zu 
St.Gallen, ain juchart velds, gelegen ze Gossow by dem bild Restibil, stosset an des 
spitals giter und an den hag, das er dem Ortwin zu Handen des Spitals um 2% 15 B ~Y 
St.G. W. verkauft hat. Es siegeln der Richter und fir Ritiner Konrad Hér, derzeit 
Birgermeister zu St. Gallen. — An dem néachsten méntag vor mittem Mayen, 1444. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. D 9, Nr. 8. — Pergament-Original mit offen hangenden Siegeln. 


- 45907. — 1444 Mai 17. — Francke von Cronenberg der alde, dem Abt Kaspar 
von St.Gallen gemdf inseriertem Lehenbrief die Lehenschaft iiber den dinghoffe und ge- 
richte zu GraBlach samt Zugehérden als ein Erblehen vom Gotteshaus St. Gallen erneuert 
hat, stellt dariiber einen Revers aus. — Dominica die, qua cantatur in ecclesia dei Vocem 
locunditatis, 1444. ° 


Stiftsarchiv St. Gallen, F. F.F.4.A.61. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. — 
Hiezu vogl. nachstehende Hintragang in Bd. 77 des Lehenarchivs, f. 455: Am sunnentag Vocem iocun- 


72 Kaspar 1442—1463. 


ditatis, als min herre gen Franckenfurt kam und zi Erffort zi dem capittel gewesen was, do empfieng 
der edle junkherr Frank von Cronenberg von minem herren den dinghof und gerichte zi GraSlach, 
bi Franckenfurt gelegen, mit allen sinen zinsen, giilten, renten, gevillen, zigehdrungen, herkomen, fry- 
haiten und gewonhaiten zi rechtem erblehen, also das derselb junkherr Franck und sin niahsten erben von 
geburt minem herren und dem gotzhus von sdlicher lehen wegen mit eyden und geliibden verbunden sin und 
sdliche lehen empfahen, fiirmannen, verdienen und tragen sdllent, so dik es not geschicht, als denn sélicher 
lehen recht und gewonhait ist. Und hat derselb von Cronenberg minem herren ainen widerbrief darumb 
geben. 


4598. — 1444 Mai 17. — Dorothea von Altstdtten erwidert dem Birgermeister 
und Rat za St.Gallen, die thr von des kriegs und der loff wegen geschrieben: sie habe 
deren Meinung wohl verstanden, und pin och des vast fro, wonn es mir und den minen zemol 
iibel kamy, sdlt iich der krieg angon. Sie wolle deshalb alles tun und mit ihren Leuten 
reden, daz sy der sachen missig ganging ze beden taylen; wonn ich wol verston, daz das 
min nutz und min fig ist. — Geben an sunentag niéchst vor der Uffart, 1444. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a ¢. 


4599. — 1444 Mai 19. — Walther von Kénigsegg (Kiingsegg) zu Wartstein 
schreibt an Biirgermeister und Rat zu Lindau: er kénne vintschafft und och ander treffen- 
licher sachen halb, mir zigefallen, zu dem auf Montag vor Pfingsten angesetzien gitlichen 
Tag (s. Nr. 4591) nicht kommen. Falls aber die von Sant Gallen ains andern gitlichen 
tags gen mir vor tich begerten zi sichen, mégen ir wol ain zit nach Pfingsten fiir iich fiir- 
nemen und setzen. Kdnne er dann gescheffts halb miner vintschafft und treffenlicher sach 
diesen Tag besuchen, so wolle er es tun, unter der Bedingung, dafB thm mit seinen Begleitern 
schriftlich zi dem tag, daby und wyder davon an iinser gewar ain sicherhait von den von 
Sant Gallen und menglichem von irrtwegen zugesichert werde. Er siegelt mit Konrad Glarners 
Siegel gebresten dez minen. — Datum tertia feria ante Urbani, 1444. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Gleichzeitige Papier-Kopie (Beilage zu Nr. 4601). 


4600, — 1444 Mai 20. (Schaffhausen.) — Birgermeister und Rat der Stadt Schaff- 
hausen erwidern auf eine Bitte von Birgermeister und Rat zuSi.Gallen am Mitteilung 
der Abschrift der Richtung, die dann vor ziten zwiischen gemainen Aidgenossen, uch 
und den von Appezelle an ainem und dem von Rechberg etc. des andern tails gemaht 
wurde in unser stat: weder sie hdtten eine solche Abschrift noch ihr Stadtschreiber; dann 
sollich brieff durch unsern statschriber nit, sunder durch der geselschafft mit sant Jorgen 
schilt schriber begriffen und geschriben wurden. — Geben uff unsers Herren Uffart oben, 1444. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel a t. — Regest: Appenzeller Urk. I, 
Nr. 770. 


4601. — 1444 Mai 22. (Lindau.) — Biirgermeister und Rat zu Lindau geben dem 
Birgermeister und Rat zu St.Gallen davon Kenninis, dap Walther von Koénigsegg 
(Kiingsegg) den auf ndchsten Montag angesetzten Tag gestern widerbotten habe, und fiigen 
eine Abschrift seines Schreibens bei. Falls die St. Galler die Ansetzung eines neuen Tages 
wiinschen, so wollent wir tins tich zu lieb gern fiiro darinne arbaiten. — Datum sexta post 
Ascensionem Domini, 1444. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4602. — 1444 Mai 29. (Lindau.) — Biirgermeister und Rat zu Lindau teilen dem 
Birgermeisier und Rat zu St.Gallen mit, sie hadtten deren schrifft maynung, tins yetz von 
ains gitlichen tags wegen zwiischen tiwer und Walther von Kiingseggs getan, vernommen 





Kaspar 1442—1463. 73 


und gemadp ihrem Wunsch einen neuen Tag angesetzt uff mentag nechst nach iinsers Herren 
fronlichamstag (15. Juni) zu friger tagzit in tinser statt ze sind, auch dem von KGnigsegg davon 
Anzeige gemacht und ihm in der St. Galler und ihrem eigenen Namen freies Geleit zugesichert. 
-~ Datum sexta ante festum Pentecostes, 1444. 


Stadtarchiv St. Galien, Missiven. — Papier-Original mit Siegel uniter Papierhiille a t. 


4603. — 1444 Juni 4. (St. Gallen.) — (Biirgermeister und Rat zu St.Gallen) er- 


widern den wolgepornen, edlen, lieben herren ... auf deren schriftliche pette, so ir uns 
von herr Hainrichs von Randegg und herr Burkarts von Honburg, iiwer mitgesellen, 
und ir liitten wegen in der Hori getan hant,...: Sdllen uns wol getriiwen, ob wir yoch 


sdlich oder ander zég vor hannden hetten und ttn wolten, das denn die obgenanten und 
andere die tiwern tiwer pette billich sdltend geniessen; dann wir mit iich und inen anders 
nicht dann eren und gifts wissend ze tinde haben. Yedoch so wellen wir iich flizzklich 
bitten, mit denselben herr Hainrich und herr Burkarten sovil zu reden, das si mit iren liiten 
schaffen und bestellen, Hannsen von Rechberg und die sinen nit ze husen noch ze 
hofen und sich iro ze tisserend, umb das in nit red davon zigezogen werde. — Datum quarta 
mensis Iunii, /444. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Hntwurf von der Hand des Stadtschreibers Widenbach ohne Unter- 
schrift und Adresse. — Vgl. oben Nr. 4527, 4540 und 4542. 


4604. — 1444 Juni 6. (St. Gallen.) — Ulrich von Hofen, Birger zu St. Gallen, 
der von Ulrich Sérri, Ulrich von Watt und Hans Ramsperg, derzeit Augermeistern 
und Pflegern des Hl. Geist-Spitals zu St. Gallen, den halben Hof genampt Hofen, stosset 
anhalb an das ander halbtail, das min vatter Cunrat von Hofen von inen enpfangen hat, 
andrenthalb an Odenhof, ze der dritten sidten an das Aigen und ze der vierden sidten 
an Tiirenmiili und an Stainah, mit allen Zugehérden als Erbzinslehen empfangen hat, 
stellt einen Revers dariiber aus, dap er verpflichtet sei, den Hof in gutem Stand zu halten 
und von seinem Teil je auf Martini, dies Jahr beginnend, 6 Malter Korn, halb Vesen, halb 
Hafer, St.G. M., und 15 B 4 St. G. W., 4 Hiihner und 50 Hier zu entrichten. Wenn die 
Inhaber ainen zins zi dem andren verruken lassent unbezalt, so werden der halbe Hof und 
dazu das Gut ze Tiirrenmiili, das min vatter Cinrat von Hofen und sin erben von dem 
spital ze erblehen habent, .. won och dasselbe git Tiirrenmiilli vor datum dis briefs zi dem 
hof Hofen gehort hat, dem Spital zinsvellig. Die Inhaber sollen Zinsen, die an das Gottes- 
haus oder anderswohin aus ihrem Teil gehen, ausrichten ohne Schaden fiir den Spital. Die 
Spitalmeister und iro botten und kneht dirfen in allen zum Gut gehérenden Holzern raiff 
nemen und howen. Wird das Gut nicht recht in Stand gehalten, so kénnen die Pfleger es 
an sich ziehen; wollen die Inhaber es verkaufen, so ist es dem Spital 5 £ néher und: bas 
als andern anzubieten; ebenso sollen es die Pfleger bei VerduBerung der Rechte des Spitals 
haliten. Dem Ulrich von Hofen sind ze samen 7'/: Malter beiderlei Korn tiberlassen worden, 
ebensoviel haben die Inhaber, wenn sie von dem Hof ziehen, zuriickzulassen. Konrad von Hofen 
verpflichtet sich, die Bestimmung, die sein Sohn hinsichtlich des Hofes Tiirrenmiili einge- 
gangen ist, einzuhalten. Fiir thn siegelt Konrad Kapfmann, fiir den Sohn Hans 
Cunz. — Ze ussgintter Pfingstwuchen, 1444. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. C. 28, Nr. 2. — Pergament-Original mit offen hangenden Siegein. 


4605. — 1444 Juni 6. (St. Gallen.) — Heinrich von Hofen, Biirger zu St.Gallen, 
der von den ndmlichen Spitalpflegern den halben Hof genamt Hofen, stosset ainhalb an das 
ander halb tail, das min brider Ulrich von Hofen von inen empfangen hat, anderthalb an 
den Odenhof, ze der dritten sidten an Kronbdl und ze der vierden sidten an Cappel 

10 


74 Kaspar 1442—1463. 


und an Stainah, sowie das Giitlein genannt Staiga, stosset obnazi an Cappel, andert- 
halb an Kronbaél und an Hofen, als Erbzinslehen empfangen hat, stellt einen entsprechenden 
Revers aus. Der Zins aus dem halben Hof Hofen ist der ndmliche; derjenige aus dem Giil- 
lein betrdgt 3 Malter Korn, halb Vesen, halb Haber, St.G. M. und 10 B 4 St.G. W. Alle 
iibrigen Bestimmungen sind gleich wie oben, aufer daB Konrad von Hofen als Bruder 
bezeichnet wird. Fiir Heinrich von Hofen siegelt Konrad Hor, derzeit Biirgermeister, fir 
Konrad von Hofen Junker Hans von Andwil (Ainwille), derzeit ‘Richter zu Si. Gallen. — Ze 
usganter Pfingstwuchen, 1444. 

Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. C. 28, Nr. 38. — Pergament-Original mit offen hangenden Siegein. 


4606. — 1444 Juni 8. Biirglen. — Marquart Brisacher zu Biirglen erwidert 
auf ein Schreiben von Birgermeister und Rat zu St.Gallen als von iiwers burgers Uli 
Englers und Pulsterholtz wegen: er habe daraufhin den Seinigen angehalten, mit dem 
iiwern one recht gantz nichts zu tinde haben.... Wiewol na die sach an ir selbst und der 
urhab gnig liederlich ist, iwer wishaiten oder ymands damit zu unmissigen, so flehet mich 
doch der min von sins empfangen schadens wegen so empsiclich, im des rechtens zu helffen, 
dap er sich der Sache nicht entschlagen kénne. Da nun sich dieselb sachen ergangen haben 
in mins herren von Costentz gerichten nahent by Bischoffzell und noch ainer zu der 
sach gehafft ist, genant Egli Weber, der minem gnedigen herren von Santgallen stat 
zu versprechen, so bittei er, die St. Galler méchten den Ihrigen zum Recht gegen den Seinigen 
vor das Gericht weisen, dorynne ir sach und zwitracht gescheen sind. Falls sie aber lieber 
selbst sich mit der Sache beliiden, so solle der Seinige vor sie zum Recht kommen, also das der 
uwer sins gehelffen, des genanten Egli Webers, mechtig syg oder werde, mitsampt im dem 
min vor denselben iiwern wishaiten gerecht zu werden. — Geben zu Biirglen, am montag 
vor Corporis Christi, 1444. | 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4607. — 1444 Juni 8. (Gossau.) — Hans Geriner, Ammann des Abtes Kaspar 
von St. Gallen zu Gossau, der daselbst im Dorf zu Gericht sitzt, nimmt von Ulrich 
Steiger, der mit Hans Pfudler als Firsprech vor ihm erscheint, einen Zins von 2 Muti 
Kernen St. G. M. aus Steigers Gitern, das ist ab und usser den gitter uf dem Bil, stosset 
an des Cintzen git und an Annen Staigeren git, und uss dem git, dem man nempt 
des Puren Gait, und usser Caspers git und usser der wis im Espan, und stosset an 
Uli Liners giitter und an Uli Zaners gutter uf der Riitti, auf und belehnt damit den 
Andres im Bongarten, dem Steiger den Zins um 16 ® 4% St. G. W. verkauft hat. Der 
Zins ist je auf Martini nach Gossau oder St. Gallen, wedrent hin si denn gemanot werdent, 
zu entrichten und kann auf Kreuzmitiwoch eines Jahres mit der gleichen Summe zuriick- 
gelost werden, im Falle einer indrung under den miinssen aber nur mit angintter ntiwer 
miinss. Hs siegelt der Ammann und fiir Steiger Heinrich Kronauer (Kranower). — An 
dem niachsten miantag vor iinsers Herren fronlichams tag, 1444. 

Stadtarchiv St. Gallen, Urk. Suppl. — Pergament-Original; die Siegel fehlen. 


4608. — 1444 Juni 9. (St. Gallen.) — Hans Sté6r der jiingere verkaufi dem Peter 
Ortwin, derzeit Meister und Pfleger des Hl. Geist-Spitals zu St.Gallen, zu Handen 
des Spitals einen Zins von 2 Malter beiderlei Kornes St.G. M. und 1 & 4 St.G. W., den er 
bisher innehatte aus des Spitals Hof ze Gebretschwil, welchen die Spitalpfleger vor 
Zeiten von Stérs Briidern Heinrich und Hans dem dltern erkauft haben, um 57 & 
St.G. W. Fiir thn siegelt Konrad H6r, derzeit Birgermeister zu St. Gallen. — An dem 
nichsten zinstag vor iinsers Herren fronlichams tag, 1444. 

Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. D. 14, Nr.9.— Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 





Kaspar 1442 —1463. 75 


4609. — 1444 Juni 10.— Jos Schnider und seine Ehefrau Elsbeth Rim, Hein- 
rich Bart und seine EKhefrau Anna Ram verkaufen ihren Weingarten genamt der Lain- 
bal, gelegen an dem Bichberg, und ainhalb stosset an den Bergman, anderthalb an 
den grossen Wingarten, der Claus Héwlis ist, und an den Fronriitiner, alles mit reben, 
mit rebstal und sonsliger Zugehérde, ferner ein Viertel des Weingartens, den man nemmet 
der Vierdentailer, och gelegen an dem Bichberg, den jetz der Brenner buwt und ain- 
halb stosset an Cinin von Wartense, anderthalb an Hansen Schellen und ze der 
dritten sidten obnan an den Stain und an den alten wingarten, der des Schlaichs was, 
dem Hermann Keller gen. Bader, Birger zu St.Gallen, um 170 fil. rhein. Fiir die 
Manner siegelt Bernhart Siimerli, Birger zu Rheinegg (Rinegg), fiir die Frauen 
Heinrich Nadgili von St. Johann-Héchst gen. Mayer. — An iinsers Herren fron- 
lichams abend, 1/444. 


Stadtarchiv St. Gallen, Schaffneramt Rheintal, Tr. B, Nr. 9. — Pergament-Original mit offen hangen- 
den Siegen. 


4610. — 1444 Juni 13. -- Konrad Paier (Paigrer) zeigt dem Birgermeister und 
fiat za St.Gallen an, das mir Hans von Rechberg Clingenberg das hus verbrent 
hait und ain miilli und ain torgel und ain stadel und hait am arman sin hus och verbrent 
und hait den liiten etwa vil fich genomen und drig gewangen. Und ist mich fiirkumen, er 
sig ze Wintertur ws geriten und hait den nomen gefart hinder die von Zwirich gen 
Andelfingen, und ir ist gesin bi zwaihundert ze ros und ze fis. Nun sind zwelf knecht 
in dem hus gesin; nun hand si inen das hus abbrennt mit fiirpfil, Nun kain ich noch nit 
die sach aigenlich wissen, wer im des geholffen hab, und hain zi aim giten friind geschikt, 
der mir erkunni, wer dabi sig gesin. Sobald ich die sach erkunen ain aigenschafft, so wil 
ich za tich und den handel sagen und mit iiwerm') rat tin. — Geben wf samtag nach iinsers 


Heren fronlichem tag, 1444. 
1) werm mit Umlautzeichen tiber dem w. 
Stadtarchiv St. Galien, Missiven. — Papier- Original mit Siegelspuren a t. 


4611. — 1444 Juni 15. — Heinrich von Kronbil, Birger zu St. Gallen, aus 
dessen Wiese gen. die Zinswis, ze drin orten stosset an den hof, den man nempt Hofen, 
und ze der vierden sidten an den hof Staiga, dem Ueli von Hofen sel. 10 B 5 St. G. W. 
jJahrlich gingen, erklart, er habe von diesem Zins 5 £ abgelést; die andern 5 ZB aber 
habe Ueli von Hofen geben und geordnet gen Sant Laurenci, so daf jihrlich aus der 
Wiese auf Martini dem Leutpriester zu St. Laurenzen ein Zins von 5 f£ x» zu entrichten 
sei. Derselb herr und liitpriester sol denn von demselben gelt im selber nemen und haben 
ain schilling pfenning und sol denn geben sinem helffer ainen schilling pfenning und dem 
mittelmesser ainen schilling pfenning und dem friymesser ainen schilling pfenning und 
dem mesner sechs pfenning, das er zi der vigili liit, und sechs pfenning an der kilchen 
buw, das man die kertzen ufstek, und das gelt sol man also und darumb geben, das die 
obgenanten priester alle jar an Ulis von Hofens silgen jarzit an dem abent ain vigili 
singint und mornet jeklicher ain selmess habe. Versdumi ein Priester die Vigilie und Seelen- 
messe, so fdllt sein Schilling dem Bau zu und soll der Leutpriester einen andern Priester 
nehmen, der thm die Jahrzeit begehen helfe; falls aber der Priester dennzemal ungefarlich 
in der kilchen dienst wari, das sol im denn dehainen schaden bringen. Fiir Heinrich von 
Kronbiil siegelt Ulrich Sdrri, Altbirgermeister zu St. Gallen. — An dem nachsten man- 
tag nach tinsers Herren fronlichams tag, 1/444. 

Stadtarchiv St. Gallen, Urk. Suppl. — Pergament-Original; das Siegel fehlt. 


4612. — 1444 Juni 18. (Ziirich.) — Vor Rudolf SchultheiB unterm Schopf, 
SchultheiB der Stadt Ziirich, der daselbst offentlich zu Gericht sitzt, gibt Littgart Kilch- 


76 Kaspar 1442—1463. 


herin von Constanz, Ehefrau des Rudolf Kilchmatter, Birgers zu Ziirich, mit Zu- 
stimmung thres Gatten und mit Berchtold Swend, Biirger zu Ziirich, als Vogt dem 
Ulrich Lind und Ludwig Schilter von Constanz Vollmacht, alle thre Rechte an iren 
garten zu Sant Gallen in dem Rintal, zwiischend dem Spital und dem Rosenberg!) ge- 
legen, samt Zugehérden, Lehen vom Gotteshaus St.Gallen, vor dem Abt oder dessen Amt- 
leuten zu Handen der Dorothea von Altstdtten, geb. von Vigenstein, zu fertigen, 
der sie den Garten verkauft hat, selbst aber zur Zeit nicht fertigen kann. Es siegelt der 
Richter. — Uff donstag nach iinsers Herren fronlichams tag, 1444. Hieby warent Liipold 


Grill, HansSumervogel, Claus Wib, Harscher,Schitterberg und ander erber liite. 
1) Verschrieben ftir iren garten in dem Rintal, gwtischend dem Spital ze Sant Gallen und dem Rosenberg? 


Archiv Hohenems. — Pergament-Original; das Siegel fehlt. — Regest: Zésmaier, Urkundenausziige 
etc. Nr. 171. X XI. Rechenschaftsber. des Vorarlb. Museums-Vereins (1881), S. 77. 


4613. — 1444 Juni 18. (Bernang.) — Ammann, Rechtsprecher und gemeine Hofleute 
zu Bernang berichten dem Biirgermeister und Rat zu St.Gallen, wie daz junkherr Mark 
von Emptz zwen aigen man by iins sesshafft hat und die uns gehorsame sind alz ander 
hoffliit und hand och daz burgerrecht gen iich mit tins geschworen, doch iro herren in dem 
ussgesetzt. Und wann nun derselb iro herr in dem krieg ist, darumb so sind sy in groSen 
vorchten und sorgen by iins und hand zi iro herren geworben, daz er sy ledig liessy. Und 
der hat nun sinen amptman zi iinserm amman gesant, und hat gesprochen, wie daz junkherr 
Mark die vorgemelten sin zwen man iins in tinsern schirme enpfolhen habe, und sdllent och 
iins gehorsam sin alz ander hoffliit, doch daz sy iiber in noch itiber die sinen nitt raisen 
sdllen. Nun wiiften sie und jene Leute nicht, ob sy sich daran lassen sdllen oder nitt, wir 
ob inen yemant zi sichen wolt von irs herren wegen, und bdlen darum, die beiden Leute 
zu unterweisen, wie sy sich in der sach halten sdllen und ob sy also by iins beliben oder 
fiirbaz wichen ald die sach fiirbaz bringen sdllen oder nit, und waz inen ze tind sye. —~ 
Datum feria quinta post Corporis Christi, 1444. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


4614. 1444 Juni 24. — Wolf Haberes, Cinrat von Riethusen und Hain- — 
rich von Ridlingen erkldren: Als tinS der fiirsichtigen und wisen dez burgenmaisters, 
dez rautes und gemainer statt zi Sant Gallen mitburger von semlicher schwerer léfen 
dez landes und von semlicher treffenlicher vigentschaft wégen, die si denn hand, ze vangk- 
nust bracht hand in der statt ze Arbonn, daz iin’ die ersamen und wisen vogt, amman 
und raut derselben statt ze Arbon mit ainander gtitlichen von der vangenschaft wégen be- 
traigen, gericht und geschlicht hand. Sie schwéren daher Urfehde gegen die von St. Gallen 
und alle thre jetzigen und kiinftigen Birger. Fir sie siegelt Hans Schueb der alte, Vogt 
zu Arbon. — Uff sant Johans tag, des Tdffers, 1444. 


Stadtarchiv St. Gallen, Tr. XXXIV, Nr. 119. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 





4615. — 1444 Juni 26. — Albrecht von Breiten-Landenberg erbietet sich gegen 
Birgermeister und Rat zu St.Gallen: als denn ettwas misshellung zwiischent iich, den 
iiwren und Hanssen von Rechberg ist, der die itiwren swa(r)lich geschaget hat, zu ver- 
suchen, ob ich ain satz zwiischent tich und den‘tiwren gimiachen kiind uff ain absagen, weder 
tail dem andren den satz absaitty ald abkuntty, das den detwer tail den andren in aim 
mannat nit angriffen sdlt. Schriftliche Antwort durch den Bolten. — Geben an frittag nach 
sant Johans tag im sumer, 1444. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t., durch Mduse- 
frass beschdadigt. 











Kaspar 1442—1463. 77 


4616. — 1444 Juli 1. — Pretherr Petermann von Raron (Rarin), Herr zu Toggen- 
burg, erwidert dem Biirgermeister und Rat zu St.Gallen auf ein Schreiben von Aber- 
lis Kutten und Canis Cinczlis wegen, er sei gewillt, das ze schaffen nach iiwerm be- 
geren. — Geben an mitw(u)chen vor sant Ulrichs, des hailgen bischoffs, tag, 1444. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


4617. — 1444 Juli 11. — Hans der elter, Uli und Haini und Hans der mittlest und 
Hans der jiinger genant die Schnetzer, alle fiinf gebrider, und Veren Schnetzerin, 
ir eliche swester, Hennslis Schnetzers seligen von Hennow, den man nante der Hudler, 
eliche kind, haben von Hennslin Schimacher, dem miiller von Nidern-Biirren, 518 4 
C. W. bar empfangen und verkaufen dafiir mit Zustimmung Abt Kaspars von St. Gallen, 
von dem ein Teil der nachgenannten Giiler za Lehen geht, dem Schumacher einen jahr- 
lichen Zins von 5 Muit Kernen Wiler MaB aus threm Gut zu Henau, genanni des Liiten- 
rieters Gut, samt Zugehérde, aus dem Gui Hennslis Kipfen Gtit und aus dem Gut 
Vogelwis unterhalb Henau, ferner aus thren Rechten an das Gut Haselhus and die 
Wiese zu Nieder-Biiren, under dem Bild gelegen, sowie aus all thren Giitern zu Henau 
und anderwarts und setzen mit Hinwilligung des Abtes diese Giiter dem Kdufer als Unter- 
pfand fir den Zins ein, wogegen dieser thnen das Recht des Riickkaufs um die genannite 
Summe zugesteht. Es siegelt Junker Antoni Schenk von Landegg, derzeit Vogt zu 
Bischofzell, fir die Geschwister, ferner Abt Kaspar. — Am néhsten sampstag vor sant 
Margareten tag, 1444. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Bicherarchiv Bd. 90, S. 699 f. — Hntwurf von der Hand des dbtischen Schreibers. 


4618. — (1444 Juli 16.—30.) — Item als min herre gen Ulme rait nach Margarethe 
von der sach wegen zwiisschent minem herren von Ow und denen von UIm, do empfiengent 
Hainrich Siirg und Wilhelm und Siirgenstain die Siirgin den zechenden ze Nunnen- 
horn in Wasserburger parochie gelegen, klainen und grossen; item den zehend ze Hegi; 
item ire reht zi Mitten und och ze Hatten an zinsen und zehenden, an korn und an win; 
item und och ire reht, so sy hant zi Selmow. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Lehenarchiv Bd. 77, f. 466.— Hintragung von der Hand des dabtischen Schreibers. 
— Die ndchstfolgende Eintragung im Lehenbuch ist vom 30. Jali (dornstag vor sant Peters tag). 


4619. — 1444 Juli 23. (Bregenz.) — Ammann und Rat zu Bregenz erwidern dem 
Birgermeister und Rat zu St.Gallen auf eine Beschwerde, wie daz ettlich knecht ze Hard, 
ze Lutrach und anderswa wandlent, vor denen iiwer burger ettwedik gewarnot werdent: 
... daz wol ettwas knecht vor ettlichen zyten und tagen an den genanten enden und daby 
umbgangen sind; mit denselben knechten iinser végt und amptliit ze Pregentz von den 
sachen und léffen gerett hand. Dieselben knecht hand geantwurt, sy wissind mit den von 
Sant Gallen und den iren in argem nichtz ze schiken noch ze schaffen ze hand. Solich ir 
antwurt die genanten tinser végt und amptliitt nit benigen wolt, und hand so vil mit inen 
gerett, daz sy ab den gemelten stetten gewichen und nit mer aldda sind, daz iins wissen- 
lich sige; denn wa iich und den tiwern arges zigezogen wurd, wir iins ze mail laid. — 
Geben uff dornstag nach Marie Magdalene, 1444. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t¢. 


4620. — 1444 August 14. (Feldkirch.) — Vogt Ulrich der jiinger von Miatsch, 
graff zu Kirchperg, vogt zu Veltkirch, dem Biirgermeister und Rat zu St. Gallen 
von wegen der von Lustnow geschrieben haben, erwidert darauf: das ich in dem, als tiwer 
bott zu mir komen ist, in dem uffbruch gewesen bin und mich erhept hab mit ettwievil 


78 Kaspar 1442—1463. 


liiten zu ziehen gen Rinegg, und min ratt und diener vor hinab geschickt und nit by mir 
han; darum ich iich uff iiwer schriben so giéch nit antwurtten mag. Ist aber, das ir fiirbas ant- 
wurt von mir begerent, so wissent mich zu Rinegg ze finden. — Geben an iinser lieben 
Frowen aubent im Ougsten, 1444. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel a t. 


4621. — 1444 August 17. — Freiherr Petermann von Raron (Raren), Herr zu 
Toggenburg, dem Birgermeister und Rat zu St. Gallen geschrieben haben von herr Hansen 
Hachen wegen, das im etlich die minen tréwlich redind, sunder von worten wegen, die er 
geret haben sdlle, dero er aber unschuldig sye und sich des vor mir entschlahen welle etc., 
bittet, thm die Leute namhaft zu machen, so dem tiwern so tréwlichen geret habind; so wolle 
er in der Sache nach Wunsch vorgehen. — Geben an méntag vor sant Bernhartz tag, 1444. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


4622. — 1444 August 20. (St. Gallen.) — Johanns von Wydembach, Stadtschreiber 
zu St.Gallen, verkauft Zinsen, so ich danne untzher gehept han und mich von Adel- 
haiten Klufftingerin, minem elichen wibe, ankomen sint, mit namen von und ab der 
Stébiner hus und hofstatt in Spiservorstatt gelegen, das vor ziten Cinrats Cor- 
herren gewesen ist, vierdha(l)b schilling phening, ab der Goldinerin hus und hofstatt, 
daran gelegen, fiinffthalb schilling phenning und ab der Merstetter hus und hofstatt, das 
jetzo Eberlin Bregentzdorffer innh&t, och daselbs gelegen, fiinff schilling phening jér- 
lichs zins und gelts, dieselben zinse alle in marchsrecht ligend, ferner 8 6 ~, die mir untzher 
von Herman Blimen hus und hofstatt, das vor ziten Cinrat Oswalts gewesen ist, 
jérlichs gangen sint, den Meistern und Pflegern des Hl. Geist-Spitals zu St. Gallen zu 
dessen Handen um 21 & ~%. — Am zwaintzigisten tag des monats Ougsten, 1444. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. A. 42, Nr. 17. — Pergament-Original mit offen hangendem 
Siegel. 


4623. — 1444 September 2. (Schwiz.) — Landammann und Rat za Schwiz (Swytz) 
bitten Birgermeister und Rat zu St.Gallen, als wir dann jetzo unsern botten Wernin 
Stocker, zoiger dif brieffs, zu tich senden mitsampt der besorgni& umb die xvj° hundert 
guldin, so wir von tich uffgenomen haben etc., dem Boten fiirdrung zu tind, damitt er sdélich 
gelt den sicheristen weg zi unsern handen bringen und gevertigen mog. — Datum crastina 
Verene virginis, 1444. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelspuren a t. 


4624. — 1444 September 4. (Lindau.) — Birgermeister und Rat zu Lindau teilen 
dem Birgermeister und Rat zu St.Gallen mit, sie hdtten vernommen, wie das ain schiff 
mit raikigem volk uff hiit umb iinser statt by dem galgen gehalten und gefaren habe. Wissent 
wir nit, uff wen sy halten. Und wan wir nun vernemen, wie das ettlich die tiwern gen Y men- 
statt und an etlich ander ende gewandelt sigen, wolten wir nit lassen, wir wolten tiwer 
giten friintschafft sdlichs kund tin, ob ir mit yeman ihtz wissent ze tind haben, das ir und 
die tiwern iich wisstent dester ba ze besorgen. — Datum sexta ante Nativitatis Marye 
virginis, 1444. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 

4625. — (1444 September 4. Lindau.) — Biirgermeister und Rat zu Lindau (magister 


civium et consules oppidi Lindagiensis) bitten (Biirgermeister und Rai zu St.Gallen): alz 
denn die francOsisen und w@lschen lit im Cleggoéw und anderswa michticlich in 


Kaspar 1442—1463. 79 


das land komen sint und sich taglichs, alz wir vernemen, sterkent und och tinser git friinde 
die Aidgnosen laider swarlich nidergeleit haben, falls sie Sicheres dariiber wiiften oder 
verndhmen, thnen auf ihre Kosten Bericht zu geben. — Datum ut in litera. 


Stadtarchiv St. Galion, Missiven.— Papier- Original ohne Adresse; offenbar Beilage zum vorangehenden 
Schreiben. 


4626. — 1444 September 8. — Ulrich Paier Riieiiell Vogt zu Rheinegg (Rinegg), 
zeigt dem Birgermeister und Rat zu St.Gallen an: Als tiwer bottschafft Ulrich Sary by 
mir gewesen und mir fiirgelait haut, wie iiwer wisshait gern woélt in den sachen arbaitten 
als umb ain frid, also han ich sdllichs minem gniédigen heren dem vogt zi Veltkilch ge- 
schriben, iiwer friintlich mainung; doch habe er keine Antwort erhalien. Sobald dies geschehe, 
werde er Mitteilung machen. — Geben uff iinser lieben Frowen tag ze herbst, 1444. 


Stadiarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhille at. — Regest: 
Appenzeller Urkundenbach I, Nr. 772. 


4627. — 1444 September 15. (Uberlingen.) — Birgermeister und Rat zu Uberlingen 
schreiben an Ritter Jakob Truchsef, Reichslandvogt in Schwaben: Als ir uns von 
anbringens und bette wegen unser giten friinde von Sanntgallen, iren burger Hannsen 
Gerster, so wir in vangkniis (hand, antreffende), under anderm geschriben, dhainer gaéhy 
mit im zi pflegen, sonder die sach anston zfii lausen, untz ir mit uns davon reden lausen 
miigen, gebetten hand etc., so wollien sie, wiewoll wir im vormalz wider gerechtikait von 
siner friinde gebett und verdienens wegen gnad und erbiérmde mitgetailt haben und wening 
verfangen haut, dem Landvogt zu Gefallen die Sache untz uff sannt Michels tag nachstkiinftig 
gitlich ansiehen lassen. — Geben uff zinStag nach des hailgen criitz tag Exaltacionis, 1444. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


4628. — 1444 September 17. Bregenz. — Landvogt Jakob Truchsef zu Wald- 
burg (Walpurg) gibt dem Biirgermeister und Rat zu St.Gallen Kenntnis von der Antwort 
derer von Uberlingen unter Beilegung ihres Schreibens und erkldri sich zu weileren Diensten 
in dieser und andern zimlichen sachen dbereit. — Datum Pregencz, quinta post Exaltacionis 
crucis, 1444. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4629. — 1444 September 20. (St. Gallen.) — Hans Schnider der junge, Wallti 
Schniders sel. Sohn, Birger zu St.Gallen, verkauft einen jdhrlichen Zins von 2% %, 
je auf Martini zu entrichten aus Uly Knehtlis gater, am Rodmonten gelegen, item 
usser ainem git genant Strauss, stosset an die lantstrauss, an die Wannen und an die 
Graben, item und usser ainem git genant Griben, der Ciny Gebhart ain tail innhaut, 
stosset an die strauss, an das gemainmerk und an Ridis gait zer Aich, dem Hans Herr, 
Hofammann des Abtes von St.Gallen, um 39 & \ St.G. W. Fiir den Zins haften die 
Inhaber der genannten Giiter mit diesen und ihrem sonstigen Besitz; er kann mit 40 8 
oder je 10 B Zins mii 10 & abgelést werden, vor Johannis ohne, danach mit vollem Jahres- 
zins. Fir die Verkdufer siegelt Junker Hans von Andwil (Ainwil), Richter zu St. Gallen. — 
An sant Matheus abet, 1/444. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. E. 15, @. Z. Nr.5.— Pergament-Original mit offen hangendem 
Siegel. 


4630. — 1444 September 21. (Rorschach.) — Rudolf von Rorschach der dltesie 
und Eglolf von Rorschach der dlteste unter den jungen und des letzteren Briider Ru- 
dolf und Eglolf von Rorschach verleihen ihr Gut genant die Widumb mit allen Rechten 


80 Kaspar 1442—1463. 


und Zugehorden, alls wir die ze Roschach in den zelggen ligent haben, nichts ausgenommen, 
als was in dem Bruchhag ligt, fiir die ndchsten 10 Jahre den Briidern HanSen undt 
Herrman den Enethovern mit der Verpflichtung, es in guiem Stand zu halten und jahr- 
lich davon auf den Gallusiag in die Feste oder das Dorf Rorschach einen Zins von 4 Malter 
beiderlet Kornes St. G. M., halb Haber, halb Vesen, und 8 Herbsihiihnern zu entrichten, wo- 
fiir der liegende und fahrende Besitz der Briider haftet. Dagegen haben die Enethofer 
den Herren von Rorschach 12 & ~% St. G. W. geliehen, die nach Ablauf der 10 Jahre oder 
bei spdterer Riicklésung des Gutes zuriickzuerstatten sind. Werden sie in einem Jahr 
durch Hagel oder Wind an dem Korn geschddigt, so sollen sie hinsichtlich des Zinses ge- 
halten werden, als man dan ander lith in derselben gegni halt mit iren zinBen. Ls siegeln 
Rudolf der dlteste und Kglolf der dlteste unter den jungen von Rorschach, unter dessen 
Siegel seine Briider sich binden. — An St. Matheus tag, 1444. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Bicherarchiv Bd. 1259, f.37f. — Kopie aus dem 17. Jahrhundert. 


4631. — Konig Friedrich (I11.) gebietet der Stadi St.Gallen, zur Abwehr des in 
Deutschland eingedrungenen franzésischen Volkes auf den Gallustag 12 Berittene 
nach StrafPburg zu stellen. 


Niirnberg 1444 September 25. 


Fridreich, von gots gnaden rémischer kiinig, zu allen czeiten merér des reichs, 
herczog zu Osterreich, zu Steyr ete. 

Lieben getrewen, wir zweiveln nicht, es sey wol an euch komen, wie ein frémdes, gro8 
volk auB Frankreich sich in das heilig reich und in deutsche lannde gefiget hat und 
dorynne an manigen ennden liget und das lannd mit name und verderbung der leute iiber- 
méslich beschediget und, als uns teglich bottschafft komet, unrat mit unczimlichen sachen 
fiirnémen und sunderlich, daz sy sich ettlicher des heiligen reichs stete an denselben értern 
nu underwunden haben und die andern mit swerem beleger understéen zu noten und mit 
unpillichen huldungen von dem reich zu empfremden, das vor nit erhért sey. Solich unfair 
und beschedigung der hochgeborn Ludwig, pfalczgraf bey Rein, des heiligen r6mischen 
reichs ercztruchsé8 und herczog in Beyern, unser lieber oheim und kurfiirste, uff dem sy 
yeczund ligen, ouch ander fiirsten und stete, die teglich beschedigt werden, unserer kiinig- 
lich majestat swerlich haben fiirbringen und uns anruffen lassen, sélich beschedigung des 
reichs und seiner undertanen zu understéen, das dann uns und unsern lieben neven und 
dheimen, des heiligen reichs kurfiirsten, und ouch andern fiirsten und des reichs getrewen 
vast zu hertzen géet, als das wol pillich ist. Und wir sind also eintrechtiglich doruf bliben, 
daz man dem reich und unserm egenanten oheimen, dem pfalczgraven, und an die ennde, 
do es notdurfft sein wirdet, hilffe mit geraisigem volk tin sol, solichem fromden volk zu 
widersteen, und haben also einen gemeinen anslag begriffen der fiirsten, herren und stete. 
In demselben dann euch zwéiliff pferde geraisigs volks angeslagen worden sind, die ir auf 
sandt Gallen tag nechstkiinfftig zu Strasburg bey andern haben sdllett. Und doruff so 
begern wir von euch, ermanen euch ouch von des heiligen reichs wegen, ernstlich gepie- 
tende, daz ir solich anczal der zwoliff pférde wol zugeriist und dorunder schiitzen, so ir meist 
gehaben miigt, auf den egenanten sandt Gallen tag zu Strassburg habet bey andern und 
bey unserm obersten hauptman, den wir dann doselbs haben werden, one alles vercziehen 
und sawmpniiss zu tinde das peste, als dann beslossen wirt. Und in der czeit wollen wir 
ouch mit unsern kurfiirsten, fiirsten und getrewen furter gedencken, wie die sach mit einer 
méchtigen nachfolgung dem heiligen reich zu troste fiirgenomen werden, damit man solichs 
unpillichen gedrangs vertragen werde. Und wellet die ewern mit czerung also versehen, 
daz sy der volg des czugs erpeiten miigen. Tut dorynne, als wir euch getriwen und uns 


Kaspar 1442—1463. 81 


des génczlich zu euch verlassen, daz der gepruch an euch nit gefunden werde, uns und 
dem heiligen reich zu sunderm dienste, liebe und wolgefallen. Das wollen wir gen euch 
gnediglich erkennen. Geben zu Nuremberg, an freytag nach sandt Matheus tag, des ewange- 
listen, unsers reichs im fiinfften jare. 

Unsern und des reichs lieben, getreuen burgermaister und rate zu Santgallen. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhille a t. — Kanzlei- 
unterfertigung r. u.: Ad mandatum domini regis Hermannus Hecht. 


4632. — 1444 September 27. (Constanz.) — Birgermeister und Rat zu Constanz 
schreiben an Biirgermeister und Rat zu St.Gallen: Wie swiar, wie hertt und wie erschrocken- 
lich die l6ff yecz, als von des frémden volckes wegen in den landen richSnende, und och 
sust ander swir, hertt l6ff und sachen damit anhangende layder yeczo allenthalben umb- 
gond sind, ist nit nott alles zi beschriben; denn ir der layder von tag ze tag ye mer und 
ye me vernemen, sich die tiglichs merent und nit mindrent. Der almichtig gott von hinel 
welle es alles zi dem besten figen! Also under anderm haben tiwer und iinser giten friind 
von Basel der Stett rautsbotten, so yetzo zi Nirenberg by iinserm allergnadigisten 
herren dem rémischen kiinig ligende sind, geschriben, wie der gro&8miachtig her Ludwig 
von Vyan, der delphin etc., an sy begert hab, im zt hiilden als irem herren; dann wa sy 
das nit tiatten, so main er dariiber lauSen zigan alles das, so im gott verlihen hab, uncz 
er sy darczi bringe. Das und sdlich ander swar, hertt l6ff der Stett botten zi Nutren- 
berg besinnet und dem, ob jeman dhain statt vom reich belegern und davon trengen wilte, 
in ettlicher m&S zum ain tail zi widerstan furgenomen, bed&cht und ainen begriff, als uff 
ain gevallen und hindersichbringen (an) ir friind, begriffen haben, als ir das an diser inge- 
schlossen abgeschrifft, die wir iich hiemit senden, wol vernemen werden. Und won ir nu 
in dem begriff kiirczi der zitt, darumb zi antwurten, wol verstand, so geben sie davon Kennt- 
nis mit der dringenden Bitte, die Sache in den Rdaten ernstlich zu besprechen, — denn ir 
wol verstand, nach gestalt den léffen iins das allen ein notturfft zi wesen, — und gut instruierte 
Fatsboten auf einen Stddtetag nach Constanz, den sie uff fritag nachstkiinfftig (2. Oktober) 
zi nacht hie zi sinde berufen hdtten, abzuordnen mit Befehl, mornendes am sambstag fré zi 
den sachen zii siczen, die zi betrachten, furzenemen und zi beslieBen nach gemainB& lands 
nucz, fromen und eren, och in dem fiiro zi antwurten, als sich denn gebiiret und iich und 
iins allen nit zi verwifen komen miige. — Geben an sonnentag vor sant Michels tag, 1444. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel anter Papierhiille a t. 


4633. — Der Vogt zu Feldkirch gewdhrit dem Abt von St.Gallen und den Stddten 
Constanz, St.Gallen und Lindau namens der Herrschaft Osterreich Sicherheit fiir 
die Heimfiihrang des im Rheintial auf ihren Giitern gewachsenen Weines. 


(1444 Herbst.) 


Zi wissent: als der von Costentz und von Lindow erbern rautsbotten, namlich 
Conrat Schilling von Costentz und Hans Lantrichter von Lindow, anstatt und von 
wegen des erwirdigen fiirsten und hern her Caspars, abt des gotshus zu Santgallen, 
ouch der dryer stett Costenz, Sangallen und Lindow den wolgeborn graff Ulrichen 
von Matsch, vogt zu Veltkirch, gebetten haben, inen, och den irn und irn burgern, die 
denn des kriegs nit sind, ir win, so inen denn uff di8 jaur im Rintal uff irm aigen ge- 
wachsen sind, vergunne, haym ze firent von wegen sdlicher krieg, so sich jetz haltent en- 
zwiischent unser gnedigen herschafft von Osterrich etc. und den Aidgnossen und 
Appenzellern, das och also der benant min herr von Miatsch inen zu dienst und zu 
lieb vergundt und sy fiir sich und die, so im zd versprechen stand, versichert hat uff sélich 

11 


82 Kaspar 1442—1463. 


form, hienach begriffen. Das sol also ze mercken sin, das der benant min herr von San gallen, 
ouch die stett Costentz, Lindow und Santgallen ire aigne schiff darzi schicken und bruchen 
und in ain jeglich schiff ainen fromen erbern man von den irn, dem aid und er zu getriiwen 
sie, tin und der denn swéren séll, ir jeglicher, ainen aid zu gott und den hailigen, by den 
schiffen zu beliben und die nacht und tag zu verhitten, damit der benanten unser gnedigen 
herschafft noch den irn dehain schad dadurch oder damit beschéch noch zigezogen werd, 
und ouch fiiro me, das sy mit denselben schiffen nit anders firen sdllen denn den win, der 
inen, den irn oder irn burgern, die des kriegs nit sient, uff irm aigen git und griinden ge- 
wachset ist, das sy mit denselben schiffen der vyent git nit firen noch och den vyenden 
damit nichcz zufiren sdllen in kainen weg. Und wenn das ist, das sy zu Rinegg uff oder 
ab varent, so sdéllen sy an dem andern ortt lennden und hiniiber réiffen, damit der von 
Fryberg oder die végt, ald wer das denn von irn wegen tiatt, die schiff schowen und be- 
sehen miigen, was sy firent, und das solichs réchtlich und in mauB, als vorstaut, zugang. 
Und ob sy des nit embern wéolten, so sdllen die schiffliit swéren, das sy der vyent gitt nit 
firent und ouch kainen andern win, denn als vorstaut, noch nichcz, das miner herschafft 
noch den irn ze schaden komm, alles ungevarlich. ) 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven,. — Gleichzeitige Papier-Kopie. — Regest: Appenzeller Urkundenbuch I, 
Nr. 774. 


4634. — 1444 Oktober 2. Niirnberg. — Kénig Friedrich (III) macht bekannt: Als 
iczund ein fremde volcke uS8 Franckrich sich in das heilige riche und dutsche land ge- 
leget hat und darinne an landen und luten mit mancherley verterbunge ubermessig schaden 
tud, als das dann landkundig ist, wie grofen und unmentschlichen unrat mit manchen unczym- 
lichen sachen begeen, die vor nye erhoret sind, sunderlich das sie sich na ettlicher unser 
und des heiligen richs stette underwunden haben und die andern an denselben ortern mit 
swerem geliger understeen zu notigen und mit unpillichen huldungen von dem riche zu 
empfremden, habe er mit den Kurfiirsten, um dieser Schddigung mit Gottes Hilfe zu begegnen, 
nu ettlich anslege gemacht stripers volcks zu rosse und zu fusse, als sich dann heischen 
wirdet, und mit Zustimmang der Kurfiirsten den Pfalzgrafen Ludwig bei Rhein, Erz- 
truchseB des Reiches und Herzog in Baiern, seinen Oheim und Kurfirsten, zu seinem und 
des Feeiches obersten Haupimann ernannt und erteile ihm Vollmachi in crafft dif brieffs, die 
sache gein denselben Frantzosen und fremdem volcke nach sinem gutduncken und versteen 
fur hant zu nemen und zu handeln, unser und des heiligen richs panyr, das wir ime dann 
gesant haben, offczuwerffen, als offt des nott geschicht, solichem volcke, daz zu dem an- 
slage bescheiden ist, furczusin und daz zu furen und, ob es nott sin wurde und unsern ob- 
genanten oheim gut duncken wirdet, unser und des richs kurfursten, fursten, herren und 
stette ufzufordern und ine zu gebieten, zu yme zu ziehen und ime und dem heiligen riche 
bygestendig und beholffen zu sin mit aller ir machte, und die ungehorsamen under sweren 
penen zu ermanen und alles daz zu schaffen und zu thun, das ein oberster heubtmann des 
heiligen richs tun sol und mag. Darum gebiete er allen Kurfiirsten, Fiirsten, Grafen, Frei- 
herren, fittern, Knechten, Reichsstadten, Markten, Dorfern und Gemeinden, dem Pfalzgrafen 
als oberstem Reichshaupimann auf Mahnung Gehorsam zu leisten, unter Androhung schwerer 
Ungnade und Strafe fiir Ungehorsam. — Geben zu Nuremberg, 1444, an frytag nach sant 
Michels tag, unsers richs in dem funfften jare. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Gleichzeitige Papier-Kopie. — Vogl. die folgende Urkande. 


4635. — 1444 Oktober 19. Germersheim. — Ludwig, Pfalzgraf bei Rhein, Erz- 
truchsefB des rdmischen Reiches und Herzog in Baiern, schreibt an (Birger-)Meister 
und Rat zu St.Gallen: Wir zwyveln nit, ir habent wol vernomen, wie ein fremde volcke 





Kaspar 1442—1463. 83 


in die lande des heiligen romschen richs, in Elsas, auch Metzer land und Westerrich, 
komen sy und grossen, merglichen schaden, schande und ubel in mancherley wyse begangen 
habe und tegelichen begee, dardurch got der almechtig geuneret, das heilige romsche riche 
und dutsche lande gesmehet verderplich und von dem heiligen romschen rich gedrungen 
werden, wo dem volcke nit widderstant geschee. Darumb wir... ein zyt furgenomen und 
geworben haben, dem fremden volck widderstant zu tunde. In dem hat unser gnedigster 
herre der romsche konig zu Nuremberg ettwievil reisigen durch sin schrieffte und gebotte 
bescheiden, uff die zyt unsers anslags uns zu hulff zu komen, und damit einen nachgenden zug 
angeslagen und gebotten, acht tage vor sant Martins tag (4. November) umb StraSpurg zu 
sin, und uns zu sinem und des heiligen romschen richs obersten heubtmann gesetzt und des 
heiligen romschen richs panyr empfolhen nach lute siner gnaden brieff, mit siner majestat 
anhangendem ingesiegel versiegelt, des wir uch abeschrifft herinne verslossen schicken. Mit 
solichen und andern reisigen, die auch zu dieser zyt zu uns komen, wollen wir mit der hilff 
gots solich slosse und stette, die swerlichen genotiget werden von dem fremden volcke, 
understeen biS zu dem nachgenden zuge zu behalten, so verre wir mogen. Und dwyle unser 
gnediger herre der romsche konig uns zu sinem und des heiligen romschen richs obersten 
heubtmann gemacht und des heiligen romschen richs panyr und die sache bevolhen hat, so 
ermanen wir uch von desselben unsers gnedigen herren des romschen konigs und bitten 
uch von unser selbs wegen mit fruntlichem flisse, das ir volliglicher, dann sin koniglich gnade 
uch angeslagen hat, und mit gantzer machte zu dem nachgeenden zuge, als vor geschrieben 
stet, zu rosse und zu fusse off die obgenant zyt, acht tage vor sant Martins tag, mit wagen, 
zu der wagenburge gestalt, als wir uch einen zettel herinne verslossen schicken, und buchsen, 
stein, pulver, pfile und geschutze, so ir meiste gehaben mogent, nach notturfft umb Spier 
sin und ettlich ufer uwerm rate und mit den solich lute, den ir getruwen mogent, by uns 
und den uwern zu bliben, schicken wollent. Und off das solicher nachgender zug mit ge- 
meynem rate fursten, graven, herren, ritterschafft und stette wiblich furgenomen werde, got zu 
lobe und dem heiligen romschen riche und dutschen landen zu eren und zu niitze, so bitten 
wir uch, das ir uwer trefflichen rete, off der heiligen aposteln sant Symons und Jude tag nehst- 
kompt (28. Oktober) zu nacht zu Spier zu sin, mit macht fertigen und schicken wollent, off den 
donrstag darnach uf den sachen zu reden und die furczunemen nach notturfft, und wollent 
des nit lassen, als wir uns des gentzlich zu uch versehen... Und ob an yemand gebreche 
funden wurde, dardurch der nachgeende zug nit also starcke wurde, damit dem fremden 
volcke mit macht widderstant gescheen mochte, das got nit wolle, so mochte menglich 
mergken und versteen, was wir tun solten oder mochten, das wir solichs getan han und 
auch gerne tun wolten, was dann unrats dem heiligen romschen riche und dutschen landen 
davon entstunde, das wir des gein got und der werlte unschuldig weren. Und begern heruff 
uwer verschrieben antwort. Datum GermerSheim, feria secunda post beati Luce ewan- 
geliste, anno etc. xliiij®. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel at. — Die kénigliche Vollmacht s. o. 
Nr. 4634; die zweite im Text erwdhnie Beilage hat folgenden Wortlaut: Auch haben wir fiirgenomen und 
lute bestalt, mit der wagenburge dem folck zu widderstene, und sollent tusend wagen, iglicher mit zwein 
starcken knechten, die wole faren konnen, und viere starcken wagenhengsten wole gemenet und gestalt mit 
leitern, zeinen, starcken luSen, halp mit linendich gedecket und unden zwuschen den zwein achssen an der 
langwide ein starck brett an ketten angehangen, gestalt daz man das anhencken und abthune moge, wann 
man will, und sollent ye zwene wagen ein ketten haben, die acht elen lang sy, mit einem ring und einem 
hacken, das man die an und abe thune moge, wann man will; und sollent zu iglichem wagen zwo hantbuchssen 
und zu iglicher hantbuchssen zum mynsten Ix blyklotze und zu zweine wagen ein kamerbuchsse und darczu 
zum mynsten xxx steine als grof, als ain heubt ist, und zu iglichem wagen zwene flegel, die beslagen, mit 
ketten angehenckt sind, zwo glenen und hacken daran, dry setze tartschen von borten, mit starcken stecken 


hinden daran, und ein schuffel, ein hauwe und ein bickel gehoren. Und darumb so wollent uwer wagen also 
zustellen und der und auch steine, pulver, bly und pfile, so ire moiste mogent, mit uch bringen. Datum ut supra. 


84 Kaspar 1442—1463. 


4636. — 1444 Oktober 28. — Hans Sprecher, derzeit seBhaft zu Gétzis (Getzis), 
der in der ersamen und wisen hoptman, ammann und ritten und gemaynen landliiten ze 
Appenzell und hoptliiten und amptliiten und ratten ze Altstitten, Marpach und Ber- 
nang und gemaineS landes im Rintal gefangniifB gekommen war, schwért, auf Fiirbitte 
freigelassen, Urfehde, daB er nie mehr gegen die Genannten handeln wolle und darzi die 
sachen och nit melden noch efren sol gain denen von Dieppolltzowe, Widenow ald 
KrieBeren und och andern, die darzi geholffen oder geratten hand, mii der Ausnahme: 
wdre, das es also ze kriegen kem, das ich denn wol mocht ziihen mit offnem baner mit dem 
herren, under dem ich denn gesessen wir; ferner schwért er, daf er um Ansprachen gegen 
die Genannten an deren Wohnsitz Recht nehmen wolle. Fir thn siegelt Junker Dietegen 
von Griinenstein. — An sant Symon und Judas tag, 1444. 


Landesarchiv Appenzell, A IX, Nr. 41. — Pergament-Original. — Regest: Appenzeller Urkundenbuch I, 
Nr. 778. 


4637. — 1444 November 8. (Bregenz.) — Hans Wilhelm von Fridingen, Vogt zu 
Bregenz, erwidert dem Biirgermeister und Rat zu St.Gallen auf ein Schreiben von wegen 
ettlicher roB, so iiiwer burgerin frow Thoroteen von Altstetten arm man HansenGimel 
ettlich von Pregentz genomen und hingetryben haben, ouch von korns wegen, das itiwern 
burgern von Balgach ubliget etc.: er wisse nicht darum, sei auch nicht daby noch damit 
gewesen, wolle aber ernsilich nachforschen: denn wa ir oder die itiwern in disen kriegen 
yendert beschidiget wurden, wire mir in triiwen wider und laid. — Geben und mit Hain- 
rich Hetzenmosers insigel bresten halb des minen besigelt an sonntag vor Martine, 1444. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4638. — 1444 November 20. (St. Gallen.) — Biirgermeister und Rat zu Sit.Gallen, 
auf die Hans Méttelin und Heinrich Ehinger in einem Streit von der Ahe wegen 
zu SalmBach zu einem unverwysten rechten gekommen sind, entscheiden nach Anhérung 
der Parteien und threr Briefe auf Grand des Briefes, den Ehinger von Schiib innehat, die 
Ach solle ihm zugehéren, aufer wenn Motieli denselben brieffe abgesetzen mége mit ainem 
rechten. — Am zwaintzigisten tag des Wintermonats, 1444. 


Stiftsarchiv St.Gallen, @. G.G.1.A.8. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 


4689. — 1444 November 21. Bregenz. — Landvogt Jakob Truchse~B zu Waldburg 
(Waltpurg), welchem Birgermeister und Rat zu St.Gallen abermals in ainem offen brief 
von wegen Hannsen Giimels und der roB eic. geschrieben und berichtet haben, wie er den 
aid getin hab, erwidert: er kénne wegen dringender Geschafie yetz nit so endtlich zi den sachen 
tin und geanttwurten .., als mir ald tich nott wir, und bitte! deshalb, die Sache anstehen zu 
lassen, bis er ain klein miissiger und raibiger werde; dann wolle er sofort eine, wie er hoffe, 
zufriedenstellende Antwort geben. — Geben ze Pregentz, an samBtag vor sant Katherinen 
tag, 1444. : 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresiten a t. — Vgl. Nr. 46387. 


4640, — Appenzell mahnt die Stadt St.Gallen zur Hilfeleistung gegen Osterreich. 


(Appenzell) 1444 November 26. 


Den ersamen, wisen unsern sundern lieben, giten friinden und getriiwen aidgnossen 
dem burgermaister, dem rat und den burgern gemainlich ze Santgallen enbietent wir der 
hoptman, amman und gemain lantliit ze Appenzell unser willig dienst vor und tind tich 
ze wissen: Als ein herschaft von Osterrich vor vil jaren uns bekriegt hat, derselb krieg 


Kaspar 1442—1463. 85 


zt friden bestelt was; derselb friden nu ab und wider zi krieg komen ist. So hat unser 
gniadiger herr Caspar, abt ze Santgallen, och iiwer und ettlich ander der richstett 
botten ainen frid abgeret hand; denselben frid die herschaft nit gehalten hand, darumb wir 
inen recht gebotten hand uff die, die den friden gemacht hatten, ob sy den friden iht billich 
halten sdéltin, das sy uns gantz abgeschlagen hand. Harumb haben wir den geschwornen 
buntbrief, so ir und wir mit enandern hand, fiir uns gelait, haben uns darumb bekent, das 
wir tich wol ze manen haben. Also bitten und manen wir tich, wes wir iich ze bitten und 
ze manen haben, mit disem offnen versigelten brief der aiden, so ir uns geschworn hand, 
nach des benempten geschwornen brieffs sag ze gelicher wis, als ob derselb brief von wort 
ze wort hierinn geschriben stind, das ir iins mit iiwer macht, als verr ir miigent, wider die 
benempten herschaft von Osterrich und all ir helffer und helffershelffer mit iiwer offner, 
uffgeworffner paner ziziehint an den Stoss, an unsers lands letzi, uns hilfflich und ritlich 
sient, als ir uns def pflichtig und verbunden sint nach des benempten geschwornen bunt- 
briefs sag. Und laussent uns darumb iiwer antwurt wissen in geschrift by disem botten, ob 
ir diser unser manung gnag tin wellin oder nit, umb das wir uns wissint darnach ze richten. 
Ze urkiind versigelt mit Hainrich Schedlers, amman ze Appenzel]), insigel, ufgedrukt 
in disen brief ze end diser geschrift gebresten halb unsers insigels, der geben ist an sant 
Ciainrads tag, anno domini M°CCCC°xliiij®. 


Stadtarchiv St. Gallen. Missiven. — Papier-Original mit vornen aufgedriicktem Siegel unter Papierhiille. 


4641.— DietegenvonGriinenstein und Ulrich von BirZp vermitteln eine Richtung 
zwischen der Herrschaft Osterreich und den Landleuten zu Appenzell wegen Besetzung 
des Rheintals. 

1444 November 27. 


Ich Diettegen von Grinenstain und ich Ulrich von BirB, alter hofamman und 
dez geschwornen rautez zu Santgallen, veryehent offenlich und tind kunt allermenglich 
mit disem brief alz von sélicher st6B, spenn, zwytricht und unainikait wegen, so ufferstanden 
sint zwiischen iinser gnedigen herrschafft von Osterrich uff ainr und dem amman und 
gemainen lantluten ze Appentzell dez andern tails, herrirrende alz von dez innements 
wegen dez Rintals, dez sich die vorgerrirrten von Appentzell underzogen hand und dez 
sich nun die edeln, wolgeborn, strengen und vesten herren vogt Ulrich von Mitsch der 
jiingst, grave zu Kirchberg und derzit vogt zu Veltkirch, die herren von Montfort, 
herr Jacob TruchséS zu Waltpurg, lantvogt, und sine brader, ouch ander herren, ritter 
und knecht, so denn tinser vorgedachten gnedigen herrschafft zigehéren und in der sach 
verwandt sint, von wegen derselben tinser gnedigen herrschafft von Osterrich underwunden 
haben und ouch zu baiden sitten in demselben Rintal gegen ainander ze veld gelegen sint. 
Soliche zwytracht tins triiwlichen laid gewesen ist, und haben so wit und so verr mit baider 
vorgenanten parthyen wissen und willen darinn getidinget, alz hienach geschriben stat und 
mergglich begriffen ist: (1) Dez ersten ist beredt und getiidingot worden, daz die sach alz 
von dez Rintals wegen, alz daz die vorgerrirrten von Ap pentzell ingenomen hant, zu recht 
gesetzt ist uff den hochwirdigen fiirsten und herren hern Hainrichen, byschoff zu Costentz 
und verweser dez bystiimbs ze Chur, iinsern gnedigen herren, und och uff die fiirsichtigen, 
wysen burgermaister und clainen raute der statt Costentz alz zi ainem unverdingten rehten 
alz von dez vorgerirrten Rintals wegen, und waz sich darunder biBher verloffen hat, baid 
parthyen ainandren recht umb recht halten, geben und nemen sdllen und daz ain recht mit dem 
andern zigange, und sol daselb recht gesetzt und usstragen werden hiezwiischen und sant 
Hilaryen tag nechstkomende (13. Januar), ungevarlich. Es séllent och die vorgedachten amman 
und lantliit zu A ppentzell daz obgedacht Rintal tibergeben und inantwiirten zwayen erberen 


86 Kaspar 1442—1463. 


mannen, die denn der vorgenant tinser gnediger herr von Costentz, ouch die vorgedachten 
burgermaister und clain raute ze Costentz uss den siben Stetten darzi schiben und daz 
bevelhent; dieselben zwen sdéllent daz innhaben bif zu usstrag desselben rechten, und wem 
den daz mit reht zigesprochen wirdet, demselben tail sdllent sy daz denn antwiirten und 
ingeben. (2) Ouch ist beredt worden von der gevangen wegen zu Rinegg und zu Pre- 
gentz, welhe die sind, die sich uff trostung usspiirget hand, daby sol ez beliben und an- 
stan untz zu usstrag desselben rechten. Und die noch gevangen liggent, die sol man ouch 
uff ain erber trostung ussgeben, ob sy die gehaben miigen, ungevarlich. und sol denn firbaz 
ouch daby besteen untz uff daz obgemelt reht. (3) Fiiro ist hierinne beredt, daz die egedachten 
uss dem Rintal von baiden tailen die zit unbeschedigot beliben sdllen bif zu usstrag des 
egenanten rehten, und dazwiischen sdllen sy dewederm tail hilfflich sin. Und uff daz sdéllent 
baid vorgenant parthyen ane verziehen zu iinserm vorgenanten gnedigen herren von Costentz 
und zu dem burgermaister und cleinen raute zu Costentz schicken und sy bitten, sich der 
sachen anzunemint und liit darzii ze beschiben, damitt daz egenant Rintal ingenomen werde, 
alz hievor begriffen ist. (4) Es ist och fiiro hierinn beredt worden: Als ettlich fiirsten und 
herren und ettlich der Stett botten zu Costentz geredt hand als von ains friden wegen 
zwiischen iinser gnedigen herrschafft von Osterrich an ainem und gemainen Aidgnossen 
am andern tail, ob derselb frid von baiden tailen zigesagt wiirde, daby soll ez denn beliben, 
und sol denn dise vorgenant tiding ab sin. Wir obgenanter grauf Ulrich von Matsch 
veryehent selb ouch an disem brief, daz wir daruff an statt und in namen der benempten 
iinser gnedigen herrschafft von Osterrich gelopt und versprochen haben, dif tiding und all 
vorgeschriben stuk und artikel ze halten und dem allem nachzekomint und ze volleftrent 
getriiwlich und ungevarlich. Dez glich bekennen wir der amman und gemain lantliit zu 
Appentzell selb ouch an disem brief, daz wir ouch geloupt und versprochen haben, sélich 
- vorgerrarrt tading stét und vest ze halten, ze vollefirren und dem allem nachzekomen by 
iinsern giten triiwen, ungevarlich. Und dez ze warem urkiind haben wir obgenempter grauf 
Ulrich von Matsch erpetten den edeln herr Jacoben TruchsadBen ze Waltpurg vor- 
genempt, daz er sin insigel, gebresten halb des iinsren, gehenkt hat an disen brief, doch im 
selb und sinen erben ane schaden. Und wir vorgedachten amman Schedler und gemain 
lantliit haben gemain iinsers lands insigel daz minder ouch offenlich hieran gehenkt. Und 
ich obgenempter Diettegen von Grinenstain han min aigen insigel von baider tail pett 
wegen ouch hieran gehenkt, mir selbs und minen erben ane schaden. Und ich obgenempter 
Ulrich von Bir han erpetten den erbern Hainin Ramsperg, zunftmaister zu Lindow, 
der von dem burgermaister und raute zu Lindow ouch darzi gesendt ist, daz er sin insigel, 
gebresten halb dez minen, fiir mich, im selb und mir und tinser baider erben ane schaden, 
ouch gehenkt hat an disen brief, der zwen glich geschriben sint und yetwedrem tail ainer 
geben ist am nechsten fritag nach sant Conrats tag nach der gepurt Cristi viertzehenhundert 
und vierundviertzig jar. 


Landesarchiv Appenzell, A Ili, Nr. 25. — Pergameni-Original. — Regest: Appenzeller Urkunden- 
buch I, Nr. 776. 


4642. — 1444 November 29. — Hans Herr, derzeit Hofammann des Abtes von 
St.Gallen, verkauft einen jdhrlichen Zins von 2€ ~% uss der Schnider gtiter, an dem 
Rodmonten gelegen, der jetzo ain tail der Knehtly innhaut, dem Heini Herr, Birger 
zu St.Gallen, um 40 & 4%. — An sant Andres abet, 1444. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. E. 15, G. Z. Nr.4.— Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4643. — 1444 November 30. (St. Gallen.) — Ulrich Saérri, Hug von Watt und 
Hans Ramsperg, Birger und derzeit Meister und Pfleger des Hl. Geist-Spitals zu 


Kaspar 1442—1463. 87 


St.Gallen, verleihen dem Kuoni Brenner, ebenfalls Biirger, des Spitals Higengat, ain 
stuk in dem git ze Loch, genamt der Ger, als das gesiindert und usgezaichnot ist, samt 
Zugehorden als Erbzinslehen mii der Verpflichtung, es in gutem Stand za halten und jéhr- 
lich auf Martini als Zins 8 Viertel Vesen Bischofzeller Maf zu entrichten. Wenn die 
Inhaber ainen zins zi dem andern zins verrukken lassent unbezalt, wird das Gut zinsvellig; 
auch sollen die Inhaber alle sonst aus dem Gut gehenden Zinsen ohne Schaden des Spitals 
entrichieu. Wird das Gui nicht recht in Staud gehalten, so kénnen die Pfleger es an sich 
ziehen. Will ein Teil seine Rechte verdufern, so soll er sie dem andern 5 B % St. G. W. niher 
und bas geben denn jeman anders, ob er koffen wélti. — An dem nichsten mintag vor sant 
Nyclaus tag, 1444. 
Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. C.30, Nr. 5. — Pergament-Original: das Siegel fehl. 


4644, — 1444 Dezember 2. (Constanz.) — Birgermeister und Rai zu Constanz, 
denen Birgermeister und fat zu St.Gallen geschrieben haben, wie Zerahoh ettwievil 
iiwer riiten mit unserm lantgericht von ainr ziignusse wegen hab fiirgenomen, mit der Bitte, 
den tiwern zi vergiinsten, sy vor tich der l6ff halb oder itiwerm geswornen gericht lauSen 
zi verhéren; dieselben ir sag ir dann dem lantgericht mainint zi schiken etc., erwidern 
darauf: Nachdem und die sach vor lantgericht hanget als von bevelhniisse iinsers aller- 
gnidigisten herren dez r6mischen kiings, verstand ir wol, daz man dem lantgericht sinen 
lantlof nach recht volgan lauBen maB. Doch iich zai lieb wellen wir iiwer schriben dez 
ndchsten vor lantgericht lauBen erschainen; zwivelt tins nit, als verr tich die richter nach bil- 
lichen dingen zu willen werden miigen, daz ir sy darinn willig vinden solten. Doch ob sy 
der widertail nit enberen wil, mi man dem rechten sinen gangk lauSen. — Geben an mitt- 
wochen nach sant Andras tag, 1444. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a ft. 


4645. — 1444. Dezember 8. (Feldkirch.) — Jacob Truchsiss zu Waltpurg, 
Reichslandvogt in Schwaben, erwidert dem Birgermeister und Rat zu St.Gallen auf ein 
erneutes Schreiben von dez Giimels und der ross wegen, er habe in der Sache, wie frither 
miigeteilt, unmtss ha(l)b nichts tun kénnen. Yedoch als ich do gen Veltkilch komen bin, 
so han ich nachgefragt und erfarn, das die ross verendert und vertriben sind. Ich hab och 
mit den anwilten daselbs geredt, wie man dem tin well, das dem iiwern ettwas bekerung 
beschich. Hand sy mir aber in den léffen und unmissen als vollenklich darzi nit geant- 
wiirt und mainten, wan die ross vertan wiren, so kiinde man nit wol darzéi tin. Hr wolle 
aber die Sache nochmals vorbringen und biite, mit Giimel zu reden, das er ain beschaiden 
gelt vergit hab; so wil ich daran sin, das im das werd. Denn ich verstan, das sy den ge- 
sellen nit mer denn xj guld{in] golten haben. Schriftliche Antwort durch den Boten. — Geben 
an iinser lieben Frowen tag vor Wyhnnechten, 1444. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel a t. 


4646. — 1444 Dezember 9. (Feldkirch.) — Ammann und Rat zu Feldkirch (Velt- 
kirch), denen Biirgermeister und Rat zu St. Gallen geschriben hand von ettlicher der 
iiiwern wegen, den denn das ir yeczo genomen sie, und begerent, in bekerung ze tin, er- 
widern darauaf. Ist tich wol wissentlich, das der krieg unser nit ist, sunder unser herschafft 
darinn zusehen und gewirtig syen. Aber wie darumb: ist, das dehainer der unser der 
iuwern dehainem, die denn nit viendt sind, ichcz genomen oder hingetriben hat, miigen ir 
herumb schicken. Was wir denn gen denselben und andern darzi gereden und gettin kunnen, 
damit in das ir verlang, woéllen wir uns darinn bewysen, das wir getriiwen, des die iuwern 
pulich von tins benigen und iins unverwissentlich sie. — Geben an mittwochen nach Niclay, 1444, 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


88 : Kdspar 1442—1463. 


4647. — 1444 Dezember 11. (Feldkirch.) — Vogt Ulrich der jiinger von Miatsch, 
graff zu Kirchperg, vogt zu Veltkirch, erwidert auf ein Schreiben von Birgermeisier 
und Rat zu St.Gallen: Laub iuch wissen, das ich den vogt von Niiburg, den Segenser 
und den Blaveld beschigcken und mit in davon reden wil und sy darinn ouch vernemen; 
denn mir laid wer, wa iich oder dehainen den iiwern ichts entfrémdt wurd; er wolle auch 
berichten, was thm weiter in der Sache zakomme. Sodann bittet er, als ir uwern rauczbotten, 
den Sennen, nu nechst zu mir gen Rinegg gesendt hand, der mir under andern wortten 
‘seit, wie ir tiwer bottschafft zu den Aidgnossen geordnot hetten von der im Rintal 
wegen, und sobald die bottschafft herwider kém, wélten ir mich wissen lassen, wie es umb 
die im Rintal stind, ihm schriftlich zu berichten, wie es damit stehe. — Geben an frytag 
nach sant Zenen tag, 1444. | 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4648, — 1444. Birgler Urbar. 
+ Jesus + Maria f. 
Aigen giter gen Biirglen gehérend, anno etc. xliiij°. 

Item Bertschi Hiittenswilers git, gilt xij viertel kernen, x viertel habern W il mef, vj £ dn., 
j kloben werk, iij hiner, xxx ayger und j hirh; buwt Model. 

Item des Tubingers git, gilt ij mutt kernen, ij mutt habern WilmeB, ij £ dn.; [buwt] Model, 
Kroll. 

Item des HirBeggers git, gilt v viertel kernen, v viertel habern Wilmef, v £ ~, j kloben 
werk, ij hiner, xx ayger und j hirhB; buwet Model, Hensli Liitold. 

Item Hanns git an der Rietliiten, gilt vj mutt kernen, j malter habern, ij viertel erwis 
W ilmess, j schwin oder dafiir j lib. dn. x £ dn., ij kloben werk, iij hiner, xl ayger; buwet 
Haini Rigling. 

Item Eberhart Wetzels git, gilt vj viertel kernen, vj viertel habern Wilmef, iij £ dn., 
j kloben werk, ij hiner, xx ayger und j hirh; buwet Haini Rigling. 

Item Ulrichs Snellen git, gilt x mutt kernen, iij malter habern, ij viertel erwis Wil- 
me, xviiij £ dn.; buwt halb Haini Rigling und ain vierdentail Hans Schmid und den 
andern vierdentail Cini Sekelman. Haini Rigling, Hans Schmid, Cini Sekelman. 

Item des Tormans git, gilt x viertel kernen, [x] viertel habern, ij viertel erwis WilmeB, 
x £ dn. und j schwin oder dafiir j lib. dn., ij kloben werk, iij hiner, xxx ayger und j hirB; 
item und git me j mutt kernen Wilme8 vom Stoka; buwet Welti Xell, Uli Frevel, 
Hans... 

Item Hainis git an der Halten gilt xij viertel kernen, j malter habern Wil meB, ij viertel 
erwis, xiij £ dn., j kloben werk, iij hiner, xxx ayger, j hir8. Uli Frevel der alt, Hensli 
Frevel. 

Item das Bongartenlehen, gilt x viertel kernen, x viertel habern, j viertel bonen Wil- 
mef, x £ dn., j schwin oder dafiir j lib. dn., iij hiner, xxx ayger und j hir8; buwet 
Hensli Frevel. 

Item die alt Riiti, gilt j viertel kernen [WilJme8; buwt .. die Frevel. 

Item die Niderhib, gilt iiij mutt kernen, vj mutt haber WilmeB, x £ dn., j schwin oder 
dafiir j lib. dn., ij kloben werk, iij hiner, xl ayger und j hirB. Eberhard Rigling, 
Uli Kroll. 

Item die Obernhidb, gilt iiij mutt kernen, vj mutt habern, ij viertel erwis Wilmef, x # dn., 
j schwin oder dafiir j lib. dn., ij kloben werk, iij hiner, xxx ayger und j hirs; buwt Uli Kroll. 

item der Hirseggerin git, gilt vj viertel kernen, vj viertel habern WilmeB, iij £ dn., 
j Kloben werk, ij hiner, xx ayger und j hirB; buwt Uli Kroll. 


Kaspar 1442—1463. 89 


Item Hans Riitinen, des Hirseggers tail, gilt vj viertel kernen Wilme8; buwt Uli 
Kroll. 

Item der Yiitzinen git, gilt ij mutt kernen, ij mutt habern WilmeB, vj f dn., ij kloben 
werk, ij hiner, xxx ayger und j hir8; buwt Hensli Schnider, Sekelman. 

Item Berchtolds Ferren git, gilt viiij viertel kernen, j viertel kernen, ij mutt habern, 
j viertel erwis WilmeB, v £ dn., j kloben werk, iij hiner, xxx ayger und j hir8; buwt 
Heonsli Frevel. 

Item Ulins Hessen git, gilt vj viertel kernen und am dritten jar vij viertel kernen, ij mutt 
habern WilmeB, viiij £ haller, j kloben werk, iij hiner, xxx ayger und j hirs; buwt 
Hensli Smid. | | 

Item Frikken git von Ravenspurg, gilt iiij mutt kernen, vj mutt habern W il meB, viiij £ dn. 
und vj dn. zu weglési, ij kloben werk, iij hiner, xxx ayger und j hirs; buwt Hanserli. 
j kloben werk, iij hiner, xxx ayger und j hirhB; buwt Cinrat Fer. 

Item der Brunnhof, gilt x viertel kernen, x viertel habern, ij viertel erwis WilmeB, x £ dn., 
j swin oder dafiir j lib. dn., ij kloben werk, iij hiner, xxx ayger und j hirs; buwt Jek 
Enkhus, jetz dio Haber. 

Item zwen garten, ligend in dem Brunnhof, haissend Gerinen Kellerin Garten, gelten 
ij viertel kernen; [buwt] Cinrat Fer. 

Item Cinrats git an Rietliten, gilt v viertel kernen, v viertel haber WilmeB, iij £ dn. 
und vj dn. zu weglési, ij hiner, xxx ayger und j hir8; buwt Radi Gsell. 

Item Berchtold Ammans git, gilt viij viertel kernen Wilmess, xviij dn., j} kloben werk, 
iij hiner, xxx ayger und j hirh; buwt Hensli Weber, jetzt Hanserly. 

Item Haini Voglers git, gilt x viertel kernen, j malter habern, ij viertel erwis W il mess, 
viij # dn., j swin oder dafiir x £ dn., ij kloben werk, iij hiner, xxx ayger und j hirB; buwt 
Hensli Weber, Haini zum Brunnen. 

Item Hanns Riitinen, die Hanns zum Brunnen und die zwen Frevel buwent, gilt 
vj viertel kernen WilmeS und iij hiner; da git Hans zum Brunnen iiij viertel und 
die Frevel ij viertel Hans zum Brunnen, Hensli Frevel, Uli Frevel. 

Item die Oberbiind, gilt viiij viertel kernen W ilmess; doran git Haini Rigling iiij viertel 
und der Urenboll ij und...... ij WilmeS. Haini Rigling. 

Item die Nyderbiind, gilt xj viertel kernen WilmeS. Die zwo biind sind krutgarten. 
ij Hanserli, j Model, j Hans Rigling, j Hollin, j Wa.., j Hensli Weber, 
j Miller, j] Hans Well..... , ) Hans Kroll. 

Item ain gertli enhalb dem Miilibach, gilt ij hiner; buwt Hensli Weber. 

Item Ulrich Wetzels git, gilt v viertel kernen, vj viertel habern Wilmess, v £ dn., j kloben 
werk, ij hiner, xxx ayger und j hir8; buwt Hans Rigling, jetz sin sun Clenhans. 

Item ain wis und ain akker, warend Ridolffs von Opfertzhofen, gelten vj viertel kernen 
Costentzer mess, die sleht man an zi WilermeS; buwt Hensli..... 

Item von Langenharts gait zu Wila und zu Waiblingen gefallet v viertel kernen 
W ilmess; git Stehili zu Wila, Hani Entz. 

Item des Gesings git, zu Biwila gelegen, gilt iij mutt kernen, iij mutt habern Wil mess, 
vij £ dn.; buwt Cini Herr, jetz Egli HeB. 

Item Ridins gait von Opfertzhofen, dasSydenswantz was, gilt ij mutt kernen, ij mutt 
habern WilmeB, ij £ dn., iiij hiner und viij £ dn. von ainer wis, buwt Cuni Sutor, 
und hab im das zu ainem zinserblehen gelihen uff Gotslichnams abend (15. Juni) anno etc. 
xlvi. Cuni Sutor. 

Item die hofstett zu Biwila geltend viij £ haller; die gend dis nachgeschriben: C ini Heri 
x dn. Clas Keller xvij dn......... xxj dn. Cini Her, Clas Keller. 

12 


90 Kaspar 1442—1463. 


Summa xx mutt iij viertel kernen, iij malter minus ij viertel haber, ij viertel erwis Wil- 
xix hiner, i*xx ayger, iiij hirs. 

Item ain wif, gelegen zu Frédenberg, und ander ekker, gelegen uff Petten enhalb der 
Tur, geltend vj viertel kernen; buwt Hans Pfaf, Fritschi. 

Item der hof zu Hosrukk, gilt v mutt kernen, j malter haber Wilmess, xvj £ dn., und er 
solt gelten ij malter haber; so ist das ain davon verpfent mit dem zehenden zu Biswila; 
buwt ... Den hof hat jetzt enpfangen Hans Hakk. 

Item Baichschoren, gilt ij mutt kernen Wilmess; ist lehen von minem herren von Ow; 
buwt Haini Mentzi, Cini Bischoff. 

Item das gitlin zu Muren, gilt ij mutt kernen und j malter haber Costentzer mess, iiij £ dn.; 
buwt Haini Keller zu Muren. 

Item zu Muren frechgelt j mutt haber Costentzer mess; git Hanns Bomman. 

Item der zehend zu Biswila, gilt vij malter baider korn, etlichs jar me, etlichs minder; 
ist verpfent fiir ij- guldin; damit mag man in lésen. 

Item ain abbt von Criitzlingen git jerlich ij lib. pfeffers fiir viiij £ dn. 

Item der Holderaker, gilt ij viertel kernen Wilmess und j gans; buwt [R]aipli zum 
Brunnen. 

Item der Krumaker, genamt die Lang Egerd, gelegen uff der zelg gen Muren, gilt 
ij viertel kernen Wilmess; buwt Eberli zum Brunnen. 

Item z{we|]n aker, genamt die .. mptaker, gelten j mutt kernen; buwt Cini von Riti, 
Raipli Brunenman. 

Item der aker im Grund, gilt .. viertel kernen; buwt Hans Rusch. 

Item der aker uff Rieder, gilt j viertel kernen; buwt Hensli Holl. 

Item ain gart, gelegen by dem Nydernbach, gilt ij viertel kernen und j gans; buwt U1i 
Kroll. 

Item ain gart, gelegen by der Ny derwis, gilt ij viertel kernen, deren ist das ain Costentzer 
mess; buwt Model. 

Item ain wisli, gelegen under Ulrichs Riiti by der Nydernmiili, gilt } viertel kernen; 
buwt Sekunman, Hans...lI. 

Item Anna Hesinen gart, gelegen am Nydernbach, gilt j viertel kernen. Hans zum 
Brunnen. 

Item ain gart, gelegen enhalb dem Miilibach, gilt ij viertel kernen Wilmess; buwt Hans 
von Riti. 

Item ain gart, gelegen an der waid by der burg, gilt ij viertel kernen; buwt Hans Schliffer. 

Item ain gart, gelegen bi den linden, gilt j viertel kernen; buwt Hans von Uribol. 

Item ain gart, gelegen vor der miili, gilt j viertel kernen; buwt Sekelman. 

Item ain biintli, gelegen an demselben garten, gilt ij viertel kernen; buwt Sekelman. 

Item ain gart, gelegen an der miili, gilt j viertel kernen WilmeB; buwt Uli Riser. 

Item ain wis, genant der Harden Hiisli, gilt ij viertel kernen; buwt...und HensliLittolt. . 

Item die waid uf dem burggraben, gilt ij viertel haber; git der Miller. 

Item der krutgart hinder dem stall, gilt j viertel kernen Wilmess; hat Cini Sekelman. 

Simma viiij mutt ij viertel kernen, j mutt haber WilmeB, ij mutt kernen, v mutt haber 
Costentzer meB, x lib. ij # haller, ij gens, iij hiner, ij lib. pfeffers. 

Item der Zilaker, gilt ij viertel kernen; buwt Liitold Schafrat. 

Item ain akker, gelegen auf dem Obernfeld, buwt man, gult ij viertel kernen. Liitold 
Schafrat. 

Item der aker enhalb dem bach, gilt j mutt kernen; ist ain viertel der frienmess, dafiir git 
man dis nachgeschriben; buwt man zum hus. 


Kaspar 1442—1463. 91 


Item ain aker, gelegen im Sanga, gilt j viertel kernen; das git man an die mess zu der 
friiemess. 

Item dio Amptwis und die wis im Mos, gelten vj viertel kernen; buwt Uli Frevel..... ; 
ist me angeslagen fiir vij lib. dn. jerlich. 

Item die Nyderwis, die Badstubwis und ain wis, gelegen in Griba enhalb der Tur, 
und ain wis, gelegen im Mo8, der bomgart by dem torggel und der krutgart by der linden 
sind angeslagen fiir xv lib. dn.; buwt man zum hus. 

Item die obgenant wis in Griba enhalb der Tur, so man die gemeyet hat, so gilt sy zu 
waydhaber j malter haber Costentzer meB; daran git Haini Rigling ij mutt j viertel, 
Hans Sekelman v viertel und Uli Kroll ij viertel. .......... mutt kernen Wil- 
meS; buwt Haini Rigling. 

Item der torggel vor der burg ist angeslagen fiir vj stukk, gehort zum hus. Zum hus. 

Item die muli nechst under der burg ist angeslagen fiir lx mutt kernen Costentzer mess 
on schaden, gehért zum hus. Zum hus. 

Item die segen, éltrotten und die pliiweln an der miili sind angeslagen fiir v lib. dn., gehéren 
zum hus. Zum hus. 

Item die wingarten zu Muren, gelegen am Ottenberg, und ainer zu Biirglen by der 
der linden und ainer, gelegen auf der Rinderhalden by dem Bild, sind angeslagen fiir 
xxx hofstett reben und fiir lx som wins, ain som fiir j lib. dn.; gehéren zum hus. Zum hus. 

Item ain bichwald, genant des Maygers Bichen, der Lonberg, die Wart und ander 
holtz, wunn und waid, als die von alters her gen Biirglen zu disem min Marquarts 
tail gehért haben, gehéren noch zum hus. Zum hus. 

Item die hofstett zu Birglen, der sollen zu minem tail xxx sin, gelten xxx £ dn. und ye 
ain hofstatt zwen karren mit buw und ij° rebsteken in die wingarten, und sond den buw 
in die wingarten fuiren. 

Item die aigenliit, so im stettlin sitzend, gend kain stiir und tind tagwat in die wingarten 
also: yglicher von dem lib j zur brach und j zur falg, und als manig gantz gut ainer hat, 
als dikk solt er davon tun ij tagwat, j zur brach und j zur falg. 

Summa lx mutt kernen Costentzer mess, ij mutt kernen WilmeB, j*lxxxxj lib. xij £ 
haller. 

Item und gend all aigenliit, wo die sitzend, es syg im stettlin oder davor, vel] und geléB. 

Item und die aigenliit, die nit im stettlin sitzend, gend ye ain husrochi ain vasnachthin, 
wo er mit hus sitzet, und ij tagwat in die wingarten, j zur brach und j zur falg, und soltend 
gen zu stiir vj lib. dn.; da gat aber ettwas ab, als man in den stiirzedeln alle jar wol 
finden wirt. [Villiht uff halben tail] .. by iiij lib. haller. 

Item und gehort geriht, zwing und bidnn, als ferre Biirgler etter gend, gen Biirglen. 

Item Uli Riser oder sin frow helffend ij tagwat héwen und j tag werch schwingen. Uli 
Riser. 

Item das far von dem scheff gilt xiij £ dn. 

Albrecht Fer ouch iiij £ ij dn., der alt vogt xxv dn. und Liitold Schafrat vj dn. 

Item die Hollstaini zu Winfeld git jerlich j £ dn. zu stiir und hilft j tag werch schwingen. 
Uli Riser. Albrecht Amman. Albrecht Fer. Amman von Gistikofen. Holl- 
staini. 

Item ich Marquart gib jerlich ainem capplan von der pfrund wegen von minem hus j lib. dn. 

Item so sind dis die liit zu Biirglen, die da ekker von mir zu lehen haben, so zu derselben 
pfrond gehéren, davon sy mir pflichtig sind jerlich fiir dasselb lib. dn hiner zu geben: 
Item Gedemli (und H. Kroll) ij; Cani Sekelman j; Uli Kroll ij; Hollv; (Rapli 

und) Haini zum Brunnen iiij; Burkart Smid ij; Hans Sekelman j; Miller j; 


92 Kaspar 1442—1463. 


Jek Enkhus ij; alt vogt v; alt Uli Frevel iiij; Hensli Weber v; Cini Weber ij; 
Hans zum Brunnen j; die Frevel j; Cini Snyder iij; (Lebesser).. 
Summa by yj lib. haller, xlj hiner. 

Summa summarum der aigenschafft der Biirgler lxiij mutt ij viertel kernen, j malter iiij 
viertel haber Costentzer mess; xxxviiij mutt ij viertel kernen, xviij malter vij viertel 
haber, xx viertel erwis, j viertel bonen Wilmess; j°v hiner, ij gens, vj°xx ayger, xxvij 
kloben werk, xx hirs; ij‘lij lib. xvij £ haller. 


Dis gefallet von Hitittenswiler: 


Item der kelnhof zu Hittenswiler, gill iiij mutt kernen (Costentzer mes) und iiij malter 
habern Santgaller mess; buwt Jekli Epper (und iiij mutt korns Santgaller mes), 
Item das git zu Bernhusen, gilt viiij viertel kernen, viiij viertel habern, ij viertel nuss 

Zeller mess, j schaf oder dafiir v £2 “4; buwt Welti (Eppers wib). 

Item des kellers schippas zu Hiittenswiler, gilt ij viertel kernen und ij viertel haber 

Zelil(er) mess; buwt Welti (Eppers wib). 

Item die schippas, die der alt Haini von Talaker buwt hat, gilt ij viertel kernen, ij viertel 
habern Zeller mess und j fi8 von aim schaf oder dafiir xv dn.; buwt Welti(Eppers wib), 

Item des Kolers schippas zu Hiittenswiler, gilt v viertel kernen, v viertel habern, j viertel 
nuss Zeller mess und j schaf oder dafiir v £ haller; buwt Jekli Epper. 

Item der Berghof zu Haidenswiler, gilt iij viertel kernen, iij viertel habern Zeller meb; 
buwt Jekli Epper. 

Item die hub zu Buchakern, gilt xj viertel kernen, xj viertel habern, j viertel nuss Zeller 
mess, j schaf oder dafir [v] 6 3; buwt (Uli Keller). 

Item Cainrat Webers schippas (zu Gottikho]fen, gilt iiij viertel kernen, iiij viertel habern, 

j viertel nuss Zeller mess und j schaf oder dafiir x £ haller; buwt (Hans Rietman). 

Item der wingart zu Géttikhofen, gilt j viertel kernen Zeller me und am dritten jar 
nichts; buwt.... 

Item die hib zu Géttikhofen, gilt iij mutt kernen, iij mutt habern, ij viertel nuss Zeller 
mess, ij schaf oder fiir j schaf v £ dn.; buwt Hiég.. | 

Item des Haidens git von H[aydenswiler], gilt ij mutt kernen, ij mutt habern, j viertel 
nu8 Zeller mess, j schaf oder dafiir v £ dn.; buwent die May ger von Haydenswiler. 

Item und gend me xl........ gelt von den ekkern am dorff gelegen. Die Maiger. 

Item das git zu Talakern, gilt iij mutt kernen, iij mutt habern, ij viertel nuss Zeller 
mess, j schaf oder dafiir v £ dn.; buwt (Hans Gunzenbach). 

Item Aspan ge......... , gilt j viertel kernen; buwt (Hans Gunczenbach). 

Item die hib zu Ryet, gilt vj mutt kernen, vj mutt habern, ij viertel nuss Zeller mess, 
ij schaf oder fiir j schaf v £ dn.; buwt Engili Sigrist. 

Item Hanns Karrer git....... asgelt von den ekkern am dorf Haidenswiler gelegen. 

Item alle......... gelten rechts zins und vogtrechts xxxviij # dn...... 

Item an der obgenanten summ gent die hernachgeschriben liit minem hern von Santgallen, 
und nimt(?) davon............. xxxviij # dn. und nit me: 

Item Cini Egger git xviiij £ dn.; item Jek Egger v £ dn; item Hans.... xv £ dn.; 
item die Mayger j lib. dn.; item Cunrat Karrer xj £ dn.; item Ridi Keller 
vij # dn.; item maister Hainrich von Sybenthusen xiiij £dn.; item Hohermiat 
xv 6 dn.; item Engili Sigrist ij @ dn.; item Radi German xvij £ dn; item Uli, 


Clas und Hensli im Aigen und.... German xvij £ dn.; item Uli Keller und 
[Hain]tzlivon der Aich iiij 2 dn.; item Werpeler viij £ xj dn.; item Hans Schaf- 
rat vj £ iij dn. 


Summ viij lib. j £ iij dn.; der gehéren vj lib. dn. gen Santgallen. 


Kaspar 1442—1463. 93 


Dis sind die giter enhalb dem holtz Hiittenswiler: 


Item des Kofmans git von Blasenberg, gilt vj viertel kernen, vj viertel habern, j viertel 
nuss Zeller mess und j schaf oder dafiir v £ dn.; buwt (Uli Kofman). 

Item das git zu Segna, gilt iij viertel kernen, iij viertel haber, j viertel nuss Zeller mess; 
buwt (Ulrich Liibman, sin schwager). 

Item der Jéchinen git, gilt v viertel kernen, v viertel habern, j viertel nuss Zeller mess 
und j schaf oder dafiir v £ haller; buwt (Peter im Aigen). 

Item Ulins Winziirnen gat, gilt iiij viertel kernen, iiij viertel haber, j viertel nuss Zeller 
mess, j fuB von ainem schaf; buwt Hensli im Aigen. 

Item Marschalks git, gilt iiij viertel kernen, iiij viertel haber, j viertel nuss Zeller mess 
und j f@8 von ainem schaf; buwt Uli German. 

Item das git zu Katzenstaig, gilt vj viertel kernen, vj viertel haber, j viertel nuss Zeller 
me, j schaf oder dafiir v £ dn.; buwt Ridi Keller. 

Item das git zu der Aich, gilt vj viertel kernen, vj viertel haber, j viertel nuss Zeller 
mess, j schaf oder dafiir v £ dn.; buwt Radi Keller, Uli Keller, Haintzli von der 
Aich, der weber. 

Item ouch git man von dem hof Hiittenswiler von ains herren recht von Santgallen. 
xx mutt kernen Zeller mess; da sleht man an viij mutt Costentzer mess fiir x mutt 
Zeller mess, und das lange..... Es solt ain abbt und gotshuse zu Santgallen alher 
gen jerlich xij mark silber gelts von ainer pfandung wegen, und fiir dieselben xij mark 
git man die xx mutt kernen. Die gent dis nachgeschriben also von den gitern, die sy buwent: 
Item Hanns (Guntzenbach) iiij mutt kernen; item Jek Epper iiij mutt Costentzer 

..5 item Welti Epper iiij mutt Costentzer. .; item Cinrat Karrer vj viertel 
Zeller meB; item Engili Sigrist ij mutt Zeller meB; item [Cani] Epper vj viertel 
Zeller [meBb]; item [Ridi German] vj viertel Zeller mess. Hans Epper, Jek 
Epper, Welti Epper, Cainrat Karrer, Engili Sigrist, Cini Epper, Ridi German. 


Dis sind die fryen giter zu Hiittenswiler in der fryen vogty: 


Zeller mess, xvj #..dn., j schaf oder dafiir v # dn.; buwt Hans und Cini[Bruni]sch- 
wiler gen[ant Schacher]. 

Item Radi Smyds gat von Gétikofoen, gilt j mutt kernen, j mutt haber Zeller mess, 
jf... dn., j schaf oder dafiir v £ dn.; buwt Hans Brunischwl[iler]. 

Item des Haitingers git zu Buchakern, gilt ij viertel kernen, ij viertel haber Zeller 
me8 und iiij £ dn. 

Item Uttwilers gift, gilt j viertel kernen, j viertel haber Zeller meh, xvj dn.; buwt Hans 
Lochnower. 

Item des Listlins git, gilt iij viertel kernen, iij viertel habern Zeller mess, vj £ dn.; buwt 
Guntzembach. 

Item Walthers git, gilt j viertel kernen, j viertel haber Zeller mess, ij £ iiij dn.; buwt 
Guntzembach. e 

Item Biwilers git, gilt ij viertel kernen, ij viertel haber, iiij £ dn.; buwt Guntzembach. 

Item Haini Karrers git, den man nempt Smyttach, gilt iij viertel kernen, iij viertel 
haber Zeller meB, viij £ iij dn.; buwt Jekli Epper, Hans Karrer. 

Item Cintzen Smids git von Haydenswiler, gilt ij viertel kernen, ij viertel haber 
Zeller mess, vij # iij dn.; buwt Welti Epper, die Mayger. 

Item Cintzlins gat und Morolfen git, geltend vj viertel kernen, vj viertel haber Zeller 
me8, xij £ v dn.; buwt Welti Epper, die Mayger. 


94 Kaspar 1442—1463. 


Item der Fryen git, gelegen zu Buchakern, gilt v vierte] kernen, v viertel habern Zeller 
mess, xxiij dn. und ain schaf oder dafiir v £ dn.; buwt Cinrat Karrer. 


Item die fryen giter gend [ouch stiir] xiiijj # dn.; daran gend dis hernach geschriben yglicher 
nach siner anzal fiir ainen mutt kernen xvii dn. 

Item Hanns und Cini Bruniswiler genant Schacher iij £ dn. v haller; item Hanns 
Bruniswiler xxiij dn., soll Hans..ppli halb; item Guntzembach xxv dn.; item 
Jekli Epper und Hans Karrer xiiij dn.; item Welti Epper und die Mayger 
lij £ dn.; item Cinrat Karrer xxiij dn.; item Lochnower iij dn. Nota: Hanns 
Cini Bruniswiler, Hans Bruniswiler, Guntzembach, JekliEpper, Hans 
Karrer, Welti Epper, die Mayger, Cinrat Karrer, Lochnower. 


Item Hiittenswiler gilt iiij [lib. dn.] zu stiir jerlich, als man dan in den stiirzedeln wol 
sehen wirdet, wie jeklicher doran......... angeslagen ist. 


Item Hiittenswiler gibt ye ain husrochi ain vasnachthfin, was in den hof gehort, und 
howend rebstekken in die wingarten und gend xl tagwat in die wingarten zu der brach 
und zu der falg ouch als vil, und die tind dis nachgeschriben, also: 


Item Cini Epper.... zu der brach v und zur falg..; item die Mayger.... iij und 
zur falg iij; item JekliEpper... j und zur falg ij; item Welti Epper.... ij und 
zur falg ij; item Hans[Epper].... ij und zur falg ij; item Cinrad [Karrer]. 
ij und zur falg iij; item EngiliSigrist....j und zur falg j; item [Ridi German] iiij 
und zur falg iiij; item Pe[ter] und Hensli im Aigen und UliGerman iiij und zur 

- falg iiij; item Radi Keller.... ij und zur falg ij; item Uli Keller und Haintzli 
von der Aich... j und zur falg j; item Hans und C[tni] Bruniswiler.... j 
und zur falg j; item Guntzembach.... ij und zur falg ij; item Jekli Epper und 
Hans Karrer j und zur falg j; item Hans Bruniswiler j und zur falg j; item 
maister Hainrich von Sybenthusen iiij und zur falg iiij. Cini Epper, die 
Mayger, Jekli Epper, Welti Epper, Hans Epper, Cinrat Karrer, Engili 
Sigrist, Radi German, ...clas, Hensli im Aigen, Uli Gorman, Ridi 
Keller, Uli Keller, Haintzli von der Aich, Bruniswiler, Guntzombach 
Jek Bpper, Hans Karrer. Bruniswiler, maister Hainrich. 


Item gericht, zwing und benn und alle verbott sind min Marquarts zu Hiittenswiler, 
und was in den hof gehort. Nota. 
Item fell und geleS sind ouch min. 
Summa totalis der Hiittenswiler iiij mutt kernen, iiij malter haber Santgaller meB, 
viij mutt kernen Costentzer mess, xlviij mutt kernen, viiij malter vij viertel haber, 
xvj viertel nuss Zeller mess, xxvj lib. v f# ij haller, lxxx tagwat. 


Dis gefallet von Sulgen, Riiti und Miilibach: 


Item die von Miilibach gend x viertel kernen, x viertel habern Costentzer mess, ij schaff 
oder fiir ain schaf v £ dn., und sol der waibel den kernen und haber gen Biirglen ant- 
worten; item ynd gend viij lib. dn. zu stiir,. Miilibach. 

Item Sulgen und Riiti gend ouch viij lib. dn. zu stiir. Item und git ye ain husrochi, was 
in die dry héf gehoért, j vasnachthtn. Item und tind tagwat in die wingarten, ain yglicher, 
der in die héf gehéret, j zur brach und j zur falg; das haben sy in der offnung bekant. 
Item so mag ich ain yglich husrochi zu Sulgen, Radti und Urenb611 bitten umb j karren 
mit puw in die wingarten; darumb haben sy zi mir ouch die rechten: welher herin kemi 
umb j fleschen mit win siner husfrowen, die in kindbetten leg, dem sol ich die nit 
versagen. 





Kaspar 1442—1463. 95 


Item die xvj lib. dn., die [sy] zi stiir gend, findet man alle jar in den stiirzedeln, wer die 
git und [wie] vil. 

Item gericht, twing und benn und alli verbott in den dryen héfen sind min. 

Item Hans Heintzelman g[it] zu herbst j viertel schmaltz und sins briders siine Cini 


und Bentz........ viertel smaltz. Hans Heintzelman. 
Item Hans Maler von....... git alle jar zu herbst j viertel smaltz. Hans Maler. 
Summa totalis der von Sulgen, Riiti und Miilibach x.. lib. haller, .. viertel kernen, 
x viertel haber Costentzer meb, ... viertel smaltz. 


Dis ge[fallet] von Lay[m]bach: 
Item die von Laymbach gend [iiij mutt kernen], iiij mutt haber Costentzer mess, iiij 
schaff oder fiir j schaf v £ [dn. und die schippjas j hin. Das sol der waibel gen 
Biirglen antworten. Item [und gend und] firend buw in die wingarten, und git ye ain 


Item Uli Keller vj £ vj dn. zi schafgelt xiiij dn. tagwat ij zur brach, ij zur falg; item 
Hans Enkhus in Urenboll x ff minus ijj dn. von Obern-Urenboll und iiij £ dn. 
von Undern-Urenboll, zu schafgelt iij f iij dn. von Obern-Urenboll und von 
Under-Urenboll j # dn. tagwat ij zur brach und ij zur falg; item Uli Enkhus von 
Nyder-Urenboll v £ dn,, zu schafgelt ij # dn., tagwat ij zur brach und ij zur falg; 
item und von dem lib ij tagwat; item Bertschi Keller von Haymenhofen j tagwat. 

Item gericht, twing und benn und alli verbott zu Laymbach sind min. 


Summa totalis der von Laymbach iiij mutt kernen, iiij mutt haber Costentzer mess, 
xvj lib. haller, xlij tagwat. 


Dis gefallet von Mittlen: 

Item der korherren giter geltend ij mutt kernen, j malter habern WilmeB, x £ dn., iiij haner; 
buwt Stadler, Dyessenhofer. 

Item Crutzlinger git gilt v £ dn., ij hiner; git alt Eberhart. 

Item Henkarts vogty gilt xviiij £ dn.; git alt Eberhart. 

Item das frechgelt u8 den fryen gitern zu Mittlen gilt iij £ iij dn., vj viertel haber Co- 
stentzer mess; git alt Eberhart und sin vettern zwen und Cinzli Fre... 

Item von der reten von Costentz giter iiij # dn.; buwt die Stadler. 

Item des Kuntzen hofstat gilt vj dn.; git Hans Stadler. 

Item Sant Johanser schippas zu Mittlen [gilt....] dn. und gehoért in das gericht gen 
Bussnang; git Hans Stadler. 

Item ab....... bunt gat xviij dn.; git Cintzli Fr... 

Item die fry vogty zu Mittlen gilt iij lib. dn.. Nota. 


Dis gefallet zu Obern-Bussnang: 
Item der Scheffer hof gilt vj £ dn, iij hiner; buwt (Hensli Br... .) 
Item des Niiwilers hof gilt v £ dn., ij hiner, und Hans Winkeler git ouch von dem- 
selben hof iiij @ dn., j hin; buwt Uli Zymmerman, Hans Winkler. 
Item der Vischiner hof gilt v # dn., ij hiner; buwt (Hensli) Brunnhof[er]. 
Item ab dem wingarten v £ dn., ij hiner; buwt (Hensli) Binsegger. 
Item ab dem hof zu Riiti gat vj £ dn.; buwt Hans von Riiti. 


*) Der Schlu8 der Seite ist ganz verstiimmelt. 


96 Kaspar 1442—1463. 


Item von Buppiken iij £ dn., iij hiner; buwt Cini von Bupp[ikenl]. 
Item ab der Wart gat viij £ dn., iij hiner; buwt (Herman Negell..) 
Item Rotahusen j # dn., j hin; buwt Haini Vogler. 


Item die zwo vogtyen Mittlen und Obern-Bussnang gend me ze stiir, haisset robstiir, 
vj lib. dn.; doran git der hof in Wertpitihel x £ dn.; wann die liit, so gen Wertpihel 
gehoren, in dieselben gericht gehérend. Item und gend xxiij tagwat in die wingarten zu 
der brach und zu der falg ouch als vil. Item und git ye ain husrochi, wo er mit hus ist, 
ain vasnachthiin, und howend rebstekken in die wingarten also: was gen Mittlen, 
Obern-Bussnang, Riti und Buppiken gehort und mit ainem zug buwet, howt ij®° 
rebsteken, was aber ander sind, die howend, als sy sprechend, I. 
Item so haben die lit, so gen Mittlen und Obern-Bussnang gebhiort, fiirgeben, wievil 
sy und ain yglicher git, es syg von zinsgelt der giter, von der frygen vogty wegen, der 
dryer lib. dn. zu Mittlen und der vj lib. dn. robstiir, ouch der tagwat, und dem ist also: 
Item Cintzli Fryg git als gelts iiij £ dn. frechgelt und zu der fryen vogty und der 
robstiir xviij £ dn.; tagwat j zur brach und j zur falg. Cintzli Fryg. 

Item alt Eberhart von allen zinsen, stiiren und frechgelt v lib. vij £ dn.; tagwat iij zur 
brach und iiij zur falg. Alt Eberhart. 

Item....... x Jib. xiiij # haller; git im sin vetter Hensli Eberhart, der weber, x £ 
und Cinrat Eberhart x £ %, und tind mir yglicher tail tagwat j zur brach und 
j zur falg. Ander Eberhart. 

Item die Stadler ij lib. vj # dn.; tagwat ij zur brach und ij zur falg. Stadler. 


Item Hensli Stadler....... vj £ dn.; tagwat j zur brach und j zur falg. Hensli 
Stadler. 

Item die Dyessenhofer xv £ dn.; tagwat ij zur brach und ij zur falg. (Jetz Hans 
Stadler.) 

Item Uli Zymerman..... ; tagwat j zur brach und j zur falg.... Zymerman 


(..rnhoffer). 

Item Hansli Brunnhofer (j lib. vj £); tagwat iij zur brach und iij zur falg. [Bru]n- 
hofer. 

Item Welti Binsegger xiij £ dn.; tagwat ij zur brach und ij zur falg. [Bi]Jnsegger. 

Item Cini von Riiti xiij # dn.; tagwat ij zur brach und ij zur falg. (C]uni von Riiti 
(... vetter Hans). 

Item (Ridi) von Buppiken viij £ dn.; tagwat ij zur brach und ij zur falg. [Rajdi 
von Buppiken. 

Item git (Uli Zimerman) iiij @ dn.; tagwat j zur brach und j zur falg. Hans Winkler, 
(Hans Nageli). 

Item (Hans Schmid von Rotenhusen v £ haller); tagwat iij zur brach und iij zur 
falg. (Hans Schmid.) 

Item (Herman Nigel.... ab der Wart viij £ ~). 

Item die vogty zu Mos gilt j lib. viiij £ dn., j kloben werk; buwt Hanns Pfaff (Fritschy jetz). 
Summa totalis, das die von Mittlen, Obern-Bussnang, Mos und Wertpiihel geben, 

ij mutt kernen, ij malter haber Wilme®, vj viertel haber Costentzer mess, xxiiij 
hiner, xxx lib. xiiij # vj haller, 1 tagwat. 

Item die vogty zu Wertpiihel gilt j malter haber Wilmess, x # dn., ij hiner, j vasnaht- 
hin, ij tagwat zu der brach und zu der falg ouch als vil; git und buwt Wichtli (Hans 
Amman). | 

Item geriht, zwing und benn und alli verbott zu Mittlen, cc eneeenens: zu Mos 
und Wertpiihel sind min. 





Kaspar 1442—1463. 97 


Item es ist zu merken, was giter lehen syen und von wem: 

Item Hiittenswiler ist lehen von dem hailgen romischen rich, die vogty. 

Item Mittlen, Obernbussnang, Mos und Wertpiihel von dem huse Osterrich. 

Item Sulgen, Riiti, Miilibach, Talaker, Gétikofen, Laymbach, das héflin zu 
Muren, Bichakern, der wyger, item und der hof zu Oberngolda, den man nempt 
den Sp en tie item der hoff zur Niwen Swendi gelegen, den man nemmet 
ob der Egg, sind lehen von ainem bischoff zu Costentz. 

Item Baichschoren von ainem herren von Ow. 

Nota. Gantz summa summarum dis urberbiichs j°xxij mutt kernen, xxxvij malter haber 
aller mess, iiij°viiij lib. haller, xvj viertel erwis, .. viertel bonen, j°xxxiij herbsthiner, 
vj°xx ayger, ij viertel schmaltz, .. . kloben [werch], . . viertel nuss, by ij° tagwat in die 
wingarten und vil buws.. [By ij° man], die gesworen haben, aigenliit, nachjagend vogtliit 
und....... under den sind der aigen lxij. Item vil vastnachthiner, vil gericht, zwing und benn, 
fell und geles, vil holtz, wunn und waid und pfeffer, on ander infell, die manigerlay sind.*) 


Dis ist der aid, als mir Marquarten dis hernachgeschriben aigenliit gesworen haben: 
Ich gelob und schwer, iich her Marquarten Brisacher und iiwern erben firbassmer 


getriiw und gehorsam zu sin, tiwer er und nutz zu furdern und iiwern schaden zu wenden, 
kain andern schirm 4n tiwer willen und wissen an mich zu nemmen und alles das zu tin, das 
ain getruer aigenman sinem rechten heren schuldig und pflichtig ist zu tinde, nach allem 
vermogen, getrulich und ungevarlich. Also bitt ich mir gott zu helffen und all hailigen. 


Haini Rigling 

Hans Rigling sin sun > brader 

Hans Rigling 

Uli Kroll 

Hans zum Brunnen 

Haini zum Brunnen 

Hensli Weber 

Haini Weber 77 DEnGger 

Hensli Holl 

Uli Holl) =~ Drader 

Hanns Fritschi 

Hans Fritschi, sin sun 

Hensli Fritschi 

Uli Fritschi ~~ >rader 

Hanns Schnider 

Hennsli Schnider 

Hanns Sekelman 

Cini Sekelman 

Hanns von Urenboll 

Hensli Frevel 

Uli Frevel => brider 

Burkart Schmid 

Hennsli Schmid, sin sun 

Haini Gedemli 

Hanns Miiller 
Ytalhans Miiller 


> brtider 


> brider 


> brider 


*) Auf dem Rest der Seite spiitere Notizen. 


Uli Widmer 

Welti Widmer brider 

Hanns Kunterli genant Model 

Litold Schafrat 

Cini Weber 

Hanns Dyessenhofer 

Uli Frevel der alt 

Polsterholtz 

Uli Riser 

HensliHuber genant Wichtli zu Wertpiihel 
Hensli Wichtli ee 

Haini Wichtli ~ Drader, sin sin 
Hanns Dyessenhofer ; 
Ridi Dyessenhofer 7 eter, zu Mivtlen 


Hensli Dyessenhofer zu Hosrugk 
Haini Enkhus 

Hanns Enkhus, sin sun7 Oprerishoten 
Jek Enkhus 

Uli Enkhus zu Opfertzhofen 
Hanns Cronow zu Ylenhart 
nt tet hi > brider, zu Ylenhart 
Welti Streinmuh 
Hanns Strenmuh 
Welti Strenmuh 
Bertili Rost zu Wetziken 


> brider 


brdder, zu Belgiswiler 


13 


98 


Kaspar 1442—1463. 


Hanns Schnetzer zu Wetziken Burkart Frédenberg brad Tribel 
Hanns Schnetzer der elter zu Tondorff GebhartFrédenberg~ a alas Ad ae 
Hensli Karrer zu Haydiswiler Uli Conrat zu Haidiswiler . 
Cunrat Karrer zu Buchakern (RidiGriininger 

>brider) 


(HansGriningerziArmatingen 
Die Hollstaini zu Winfelden 
Gret Diessenhoferin 

im Winkel. 


Rudi Peter von Zyningen 
Cunrat Bischoff zu Buchschoren 
Hanns Mentzer 


Ulrich Mentzer ~ ™ Buchschoren 


Dis ist der aid, als mir die nachjagenden vogtlit, gen Laymbach gehorend, gesworen haben: 
Ich gelob und schwer, tich her Marquarten Brisacher und tiwern erben als minem nach- 


jagenden vogt und herren firbass getriiw und gehorsam zu sin, tiwer er und nutz zu 
fiirdern, tiwern schaden zu wenden und alles das zu tin, das ain getruer nachjagender 
vogtman sinem rechten nachjagenden vogt und herren und minem herren dem custor, des 
aigen ich mit dem lib bin, schuldig und pflichtig ist zu tund, nach allem vermogen, ge- 


triilich und ungevarlich. Also bitt ich mir gott zu helffen und all hailgen. 


Hanns Biirgis, waibel 
Burkar(t) Biirgis 
Peter Birgis a 
Haini Birgis ye 
Hans von Opfertzhofen 
Hanns Beltz 

Frikk Beltz ~ Prader 
Uli Keller 
Gebhart Keller 

Uli Gatzger 

Hensli Gatzger 
Haintz Gatzger 
Klainhanns Enkhus 
Hanns Enkhus 
Hanns Ziiricher 


brider, sin siin 


Haintz Ziiricher, sin sun 

Haini Beltz 

Haini Keller 

Hanns Keller, sin sun 

=a Rerer. > zu Engelharts- 
nrat Keller, sin sun wale 

Jekli Keller << 

Hanns Keller srs zu Engel- 

Cunrat Keller” sin hartswiler 


Hans Keller genant Ochsner zu Botti- 
7 kofen 


> zu Muren 


Groshans Keller 
Kleinhans Keller 
Herman Hug von Winfelden 
Hans Swegler genant Truhi. 


> von Haymenhofen 


Dis ist der aid, als mir die nachjagend vogtliit, gen Hiittenswiler gehérend, gesworen haben: 
»ich gelob und schwer iich her Marquarten’“, in aller maf als die von Laymbach, und als 
in demselben aid stat: ,und minem herren dem custor“ etc. an desselben statt haben die 
von Hiittenswiler gesworen und gesprochen also: ,und minem gnedigen herren ainem 
abbt von Santgallen, des aigen ich mit dem lib bin“ etc. 


Jekli Talaker genant Epper, waibel 
Hanns Talaker genant Epper 

Cini Talaker genant Epper pe EMoee 
Uli Keller 

Rudi Keller > brider, zu Helmishtib 
Hans Keller” . 

Haini Keller von Liitoldswiler 
Hensli Keller, sin sun 

Hans Keller 

Uli Keller von Hiittenswiler 

Haini Keller 


Uli Keller 

Haintz Mayger 
Hans Mayger a 
Cunrat Mayger 
Hans Koler von Zilschlatt 

W elti Strub von Zilschlatt 
Haintzli Herman von der Aich 
Peter Wolffart 

Maister Hainrich Herman 


Stoffel Herman ae 
Haighormen <o. 


brider, zu Haidens- 
wiler 


Kaspar 1442—1463. 99 


Uli Leeman 


Hensli, BertschiLedergerws sun, von 
Metziken 


> brider, zu Win- 
felden. 


Hans Sigrist der jung 
Hans Sigrist von Zilschlatt 
Walter Marschalk 

Hans Wolffart 

Hans Mayger 


Gallus Hinderman 
Hans Hinderman 


Dis ist der aid, als mir die vogtliit, gen Sulgen gehérend, gesworen haben: 


Ich gelob und schwer, tich her Marquarten Brisacher und iiwern erben fiirbassmer als 
minem vogt und herren getriiw und gehorsam zu sin, iiwer er und nutz zu fiirdern, iiwern 
schaden zu wenden und alles das zu tin, das ein getruer vogtman sinem rechten vogt 
und herren und min herren ainem probst und gemainem capittel des stifftes sant Pelaygen 
zu Bischoffzell, der aigen ich mit dem lib bin, schuldig und pflichtig ist zu tin, nach 
allem vermégen, allediewil und ich uff tiwerm vogtgut') sitze, getrulich und ungevarlich. 


Also bitt ich mir gott zu helffen und all hailgen. 


Haini Jung zu Miilibach, waibel 
Cunrat Jung 
Haini Jung 
Uli Smid von Tuttwil 

Uli Vischer 

Hanns Wellawer 

Cunrat Schertzinger 
Hanns Schiimperlin 

Hans Schiimperlin, sin sun 
Hans Gesell 

Hans Keller 

Hans von Miilibach 

Ridi von Milibach 

Haini Miilibach 
Cunrat Miilibach 
Clas Miilibach 
Hans von Miilibach 

Hans von Miilibach, sin sun 
Uli Hiisler 

Hanns Hiisler — 

Cini Hiisler 
Hanns Hiisler 
Bertschiim Aich 
Uliim Aich 
Bertschiim Aic 
Haini Laymgadner 
Hanns Laymgadner 
Hensli Sigrist 

Clas Sigrist eames 
Uli Aigenman 
Haini Aigenman 


> briader, sin siin 


> brider, sin siin 


> brider, zu Syrnach 


h > brider, sin siin 


> von Kesswil 


Clas Riffion von Ach 

Hans Riffion, sin sun 

Haini Buchman zu Miilibach 

Haini Fryg 

Hensli Jung 

Cini Tiiner 

Uli Tiiner zu Zilschlatt 

Rudi Appli 

Hans Appli 

Hans Appli 

Hans Mokk 

Burkart Mokk, sin sun 

Hans Hess 

Haini Hess zu Amergatswiler 
Hanns Maler 

Cuntz Heuser von Krumbach 

Uli von Huntziken 

Hans Osterwalden 

Hans Heintzelman von Hundannen 
Gotz Ridin zu Aich , 
Haini von Huntziken 

Bertschi Teler von Metziken 

Hans Karrer by Frowenfeld 

Hans Karrer 
Clas Karrer 
Hanns Spengler zur Lieppurg 
Uli Spengler 

Hans Birenstil 

Hainrich Birenstil 

Ridi Peter von Zyningen. 


—> gebrider, sin stin 


1) Fir ich — vogtgut spdtere Korr.a. FR. er in der zugemarch. 


100 Kaspar 1442—1463. 


Dis hernachgeschriben sind die ltit gen Mittlen und Obernbussnang gehorend, die mir 
gesworen haben in vorgeschribner wise: 


Hans Eberhart Uli Zymmerman 
Hensli Eberhart, sin sun Hans Winkler 
Hans Eberhart, der weber W alti Binsegker 
Cainrat Eberhart Hanns Frikk 
Haini Eberhart Cani Frikk 
Hensli Stadler, der weber Hans Frikk 
Cintzli Fryg Haini Brunnhofer 


Hans Stadler der jung Cini von Buppiken. 


Radi Stadler => brider 


Dis sind die pfeffervogtliit, die mir ouch gesworen haben in obgeschribner wise, alldiewil und 
sy min pfeffervogtliit sind, und was yglicher gibt: 
Item Welti Schili j lib. pfeffers Hans Rietman von Haidiswiler j lib. 


Clas Schabhart oPY pfeffers 
Hanns Schabhart ee PERGOt | NOs PIeitOrs Hans Bridler von Winfeldenj lib. pfeffers 
Haintz Haberstokk j lib. pfeffers Uli Bridler > brider, von Winfelden 
Hans Eppli — Hans Bridler ’ j lib. pfeffers 


Uli EB pp li a brider, J lib. pfeffers 


oe HONS 444 j lib. pfeffers 


Hans Pfaff von Mos j lib. pfeffers. 


(Item Haini Naifer von Mattwil git ij mutt haber vogthaber, und wenn er das vogtrecht 
wil ufgen, sol er j malter haber gen.) 

Item her Niclas siin haben mir ouch gesworen, min er und nutz zu fiirdern und min schaden 
zu wenden nach allem vermogen, getriilich und ungevarlich, und der sind dry: 
Haini Pfaff, Ridi Pfaff, Marx Pfaff. 

Item Caspar Filmaringer hat mir ouch gesworen als ain vogtman, git jerlich j vasnacht- 
hin und ij tagwat in die wingarten. 

Item des glichen maister Hainrich Berenstorffer, git allain j vasnachthan. 

(Item daz gotzhus zi Criitzlingen git jirlich ij lib. pfeffer.) 

Stadtarchiv St. Gallen, BOrglerarchiv Nr. 1570. — Pergament-Original. — Hin Heft von 10 Quart- 
bldtlern, in sauberer Schrift wahrscheinlich von Marquart Brisacher selbst (ugl. Nr. 4503) angelegt, 
infolge schlechter Aufbewahrang aber arg entstellt. Fir die Entzifferung konnte grossenteils Nr. 4503 zu 
Rate gezogen werden. Spdtere Zusdtze sind in (), Ergdnzungen in [| gesetzt. — Die letzte Seite war zu einem 
kleinem Teil auch noch von der ersten Hand beschrieben; doch ist es nicht mehr mdglich, etwas Zusammen- — 
hdngendes zu entziffern; ebenso sind von spdteren Hintragungen nur mehr einzelne Worte zu erkennen. 


4649. — 1444. — Hans Stidli, Birger zu Sit.Gallen, trifft fiir sein Haus in 
Portnerhofe gelegen, .. stosst an Hainis Appentzellers hus, andrenthalb an der brider 
in.., mit den Briidern im St. Otmar-Spital, denen er bisher fiir gewisse Rechte einen jahr- 
lichen Zins von 6 B ~% ..[von] iiberschiitzen und von dem huse und hofstatt, sowie einem 
Gang zu seiner Grube, und zwar 2 ~£ von den iiberschiitzen und dem gang, zu entrichten 
hatte, eine neue Vereinbarung, wonach er eine Mauer aufrichten darf und hiefiir fortan von 
Haus, Hofstatt, Uberschiissen, dem gang zi der graben und privet und fiir die rechtung... 
jahrlich auf den Gallustag 9 B % in St.Gallen gangbarer Wahrung zu bezahlen hat. Repa- 
raturen an dem Gang zur Grube hat er auf seine Kosten vorzunehmen, an Reparaturen der 
Grube ein Drittel zu bezahlen und darf durch das Bruderhaus usstragen. Fiir Hans Stidli 
siegelt sein Vater Lienhart Stidli. — 1444. | 


Stiftsbibliothek St. Gallen, Cod. 1396, G 5. — Pergament-Original von der Hand des dbtischen Schreibers, 
auf der rechten Seite stark beschnitten, sodass etwa ein Drittel der Zeilen fehit. 





Kaspar 1442—1463. 101 


4650. — 1444. — Rudolf von Steinach empfangt als Lehentradger zu Handen der 
Stadt Wil von Walther von Bussnang im Namen des Freiherrn Konrad von Buss- 
nang, Domherrn der hohen gestiifft za Sitrafburg, das Lehen des gemeinen Zolls zu Wil. 
— 1444. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Rubr. 82, Fasc. 35. — Notiz aus dem 18. Jahrhundert. 


4651. — 1445 Januar 2. (Lindau.) — Biirgermeister und Rat zu Lindau melden dem 
Birgermeister und Rai zu St.Gallen: Uns ist uff hiit firkomen, wie das Walther von 
Kiingsegg ettlichen den tiwern das ir uff dem Bodense zunechst vor Bichorn ge- 
nomen und das gen Pregencz an das land gefirt habe, und wie die von Pregencz das in 
ir gericht nit firen und nihcz damitt ze tind haben, sonder das wer kome, und das nemen 
volgen lassen wollen... Wir mainen och, ye e ir darnach gedenkint, ye besser sye; denn 
sdlte ez sich ze lang verziehen, besorgten wir, das villicht ander lut dannen firen wiirden, 
alz ir das selbz wol verstan miigent. — Datum sabbato post Circumcisionem Domini, 1445. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille. 


4652. — 1445 Januar 13. (Bregenz.) — Abt Andreas und der Konvent des Gottes- 
hauses zu Bregenz in der Au (Ow) verkaufen dem ehrbaren Knecht Hans Schaipach 
von Lustenau (Lustnow), ehelichem Sohn des Bertschi Schaipach, thre Leibeigene 
Groet Frygin, eheliche Tochier des Albrecht Fryg von Diepoltzow, sodaf sie wie ihr 
Mann forian dem Michel von Ems (Emptz) leibeigen sein soll. — Am Hilariustag, 1445. 


Archiv Hohenems. — Pergament- Original mit offen hangenden Siegeln. — Regest: Zésmaier, Ur- 
kundenausziige etc. Nr. 174, XXI. Rechenschafisber. d. Vorarlb. Museums-Vereins (1881), 8S. 78. 


4658. — 1445 Januar 14. Villingen. — Herzog Albrecht von Osterreich gibt auf 
Bitte von Biirgermeister und Rat zu St.Gallen (Sandtgallen) irer botschaft, so sy zu uns 
schiken werden, auf zweliff person und pherd mitsambt allem irm gut, so sy alsdann mit irn 
firn, unser gut sicherhait und gelait... von hynnen biz auf unser lieben Frawn tag der 
Liechtmessen schirstkiinftigen, denselben tag ganntz iiber und in der zeit in egeschribner 
mas$ zu uns ze komen, bey uns ze sein und wider an ir gewarsam, sicher leibs und guts, 
fiir uns und alle die unsern, on geverde, und gebietet all seinen Hauptleuten, Knechten, Be- 
amien etc. und all seinen Untertanen, den der unser brief fiirbracht wirdet,.. daz sy der 
egemelten von Sandgallen botschaft in solhem unserm gelait nicht irren noch hindern noch 
das yemand ze tun gestatten in dhain weise. — Geben ze Viling, an phintztag vor sand 
Anthonien tag, 1445. 


Stadtarchiv St.Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel a t. — Kanzleivermerk r.u.: Dominus 
dux in consilio. 


4654. — 1445 Januar 16. Lachen. — Peter Schopfer schreibt an seinen Vater Peter 
Schopfer za Thun..: Item wii, daB ich von den gottes gnaden wohl bin harkommen 
mit dem gut und han din schwacher und 200 gesellen by ihm funden, und er ist friisch und 
gesund... Also wii von dem zug in das Oberland, da verstahn ich, da sin die Kyd- 
gnoSen unwillig sind, und die von Appenzell hand ihnen geschrieben: wollten sie an 
den Rhyn, so wollten sy ihnen schicken 400 mann. Was sie aber noch thun wend, das 
weis ich nit; es ist noch niit beschlossen. Ouch versich ich mich, war die andren hinus- 
ziechent, din schwicher zuch ouch dahin us; aber wenn oder wie, kann ich dir nit geschryben. 
Also mit der gotteshilf ich hoff, ich woll ze St.Gallen ze kommen, und du bedarfst kein 
sorg fiir mich ze han. Was aber fiirer louf komment, das will ich dir by dem ersten schryben... 


102 Kaspar 1442—1463. 


Din schwiacher thut dich und min schwester fast und sehr griifen. Ich schlaf uf morn ze 
Liechtenstein. — Geben ze Lachen, uf 16. tag Jenner, 1445. 


Lohner, Missiven aus der Zeit des alten Zirichkrieges, Nr. 81. — Schweizer. Geschichisforscher VI, 8S. 436 f. 


4655. — 1445 Januar 17. (Lachen.) — Hans zum Boum und sin gesellen, als wir in 
tiwerm namen nunzemal zu felde ligen, schreiben an SchultheiZ und Rat zu Thun: ..Lieben 
herren, also ligen wir noch zu Lachen und warten da der EydgnoBen bottschaft. Die 
hand sich noch nit vereinbaret, ob sie wellen in das Oberland ziechen; wann die andren 
érter alle ohn die von Schwytz und ohn die von Glaris sind nit willig, nunzemal in das 
Oberland ze ziehen. Spricht man ouch heimlich, wie daB Peterman von Raren und 
die von Appenzell! ouch wellten vierhundert mann dargeben. Sind etliche érter der Hid- 
gnoBenschaft in dem sinn, sie wellen nunzemal mit ihnen und mit uns lieber an den 
Rhyn ein zug thun... — Geben uf suntag nach dem zwanzigsten tag, 1445. 


Lohner, Missiven aus der Zeit des alten Zirichkriegs, Nr. 82. — Schweizer. Geschichtsforscher VI, 8. 437 f. 


4656. — 1445 Januar 17. — Hans Stiahili, Biirger zu St.Gallen, der mit seiner 
Ehefrau Kathrin Brunner die mili und miilstatt ze Braitenah, gelegen ob Am- 
rigaschwil, samt Zugehérde von Abt Kaspar von St.Gallen als Leibding innehat, ver- 
leiht sie auf seine und seiner Frau Lebenszeit den erbern Elsbethen Ulrichinen, Hansen 
Briinschwilers elichen wirtinnen, Cinraten Hansen, Ridolffen Hansen, Walther 
Hainrichen, aber Hansen und aber Hansen und Elsen und Annen, ir elichen kinden, 
inen allen gemainlich und iro erben, frowen als mannen, tohtren als knaben, ussgelassen 
aignen liiten, als Hrbzinslehen gegen einen jahrlichen Zins von 2 Mult Kernen C. M., der 
je auf Martini nach St. Gallen zu entrichten ist, und gegen Ubernahme aller sonstigen Ab- 
gaben. Wenn sie ainen zins zi dem andern zins verrukken lassent unbezalt oder die Miihle 
nicht in Ehren halten, so fdllt diese ledig und los zuriick. — An sant Anthonyen tag im 
Genner, 1445. 


Stiftsarchiv St. Gallien, E. E. £. 4. A.3.— Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 


4657. — 1445 Januar 20. (St. Gallen.) — Abt Kaspar von St. Gallen nimmt im 
Hof daselbst von Margaret Hermann, Ehefrau des Klaus Képpel von Tal, die eine 
von Hans Mark gen. Hdptman, Birger zu Lindau, auf Bitte thres Ehemanns ge- 
siegelte Vollmacht vorweist und der Ulrich Gnepser als Vogt, Georg Gminder als 
wiser und Rudolf Beck, der Schreiber, als Fiirsprech zur Seite stehen, von 4 & ~ jdhr- 
lichen Zinses ab und usser den gitern ze Torna, ist ain stukli genant der Bifang, stosst 
an Ulis Ortwins gat und an des richs stri8 und an Eberlis von Loch git, und ab dem 
stukli des Colers git, stosst an die stra4f und an des Beren grib, und ab dem gift genant 
das Jiich, gelegen zwiisschent BOsenhainis acker und der strif, und ab dem akker und 
wis, die vom Spital lehen sind, womit sie vom CGotteshaus St. Gallen belehnit ist, 1 & jdhrlichen 
Zinses auf und belehnt damit den Hans Rot, Birger zu St. Gallen, dem die Frau diesen 
Zins mit Zustimmung ihres Mannes um 20 & % St.G. W. verkauft hat. Es siegeln der Abt, 
Ulrich von BirZf, Birger zu St. Gallen, fiir die Frau und der Vogt. — An sant Sebastians 
tage, des hailgen martrers, 1445. 

Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. E. 15, G. Z.Nr.6.— Pergament-Original mit offen hangenden 
Siegein. 


4658. — 1445 Januar 20. (St. Gallen.) — Ulrich Stockmann, Birger zu St. Gallen, 
verkauft einen jaéhrlichen Zins von 3 Malter beiderlei Kornes St.G. M. und 4 ® ~ St. G.W. 
aus seinen Giitern ze Guggayen gelegen, ist das ain genant Guggayen und das ander 


Kaspar 1442—1463. 103 


Roggenriity mit der zelg, so danne darzi und darin gehérret; item Guggayen stosset an 
Miinssers berg, anScheffeltzhorner und Hagenwiller giter; so stosset Roggenriity 
und die zelg an der amm Weg waid, an Sunnenwis, anScheffeltzhorn und anFerren- 
riity, anStainerbach und an des Enggwillers git, sowie aus allen Zugehorden dem Hein- 
rich Hochritiner, ebenfalls Birger, um 125 & %. Der Zins ist je auf Martini nach 
St. Gallen zu entrichten, wofiir die Giiter und der sonstige Besitz des Verkdufers haften, und 
es kénnen je 26 ~% Zins mit 40 & oder je 1 €& mit 20 € abgelést werden, vor Johannis ohne, 
danach mit vollem Jahreszins aufer zur Zeit einer miinsswendy. Fiir Stockmann siegeli Hans 
Sdrri, Birger zu St. Gallen. — An sant Sebastianus tag, 1445. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. E 22, Nr. 27. — Pergament-Original,; das Siegel fehit. — Vgl. 
25. August 14465. 


4659. — 1445 Januar 20. (Uberlingen.) — Biirgermeister und Rat zu Uberlingen, 
die von Birgermeister und Rat zu St.Gallen kirzlich auf Anbringen der AnnaGersterin, 
Biirgerin zu St. Gallen, gebeten worden sind, sy unbekumbertt und inen daz ir volgen za lausen, 
erwidern darauf, das wir uns dez iren, alz sy tich daz fiirgeben hat, gar nichzitt annemend 
noch understanden, dann sovil: Hannsen Gersters sune, irem stieffkind, ist vor ettwievil 
jaren ain namlich git mit abgon und sterben siner miter siligen nach unser statt recht ver- 
fallen; desselben gits och der egenant Hanns Gerster syderher nicht miachtig und sin kind 
damit durch sine niachste friind von mitermage bevogtet gewesen und noch ist; wir ouch 
dasselb kind nach unser statt recht mit sdllichem vervallem gat by sinem burgrecht zi haben 
schuldig syen und zi tin vermaynen. Dann von ir und irs kinds gate wegen, das ist von unsern 
mitburgern und andern nach unser statt recht gehefftet worden, den Hanns Gerster und 
ouch sy schuldig und durch sy versert sind. Da miigen wir nit tiber sin, wir miSen in ir 
recht dartzi gon und widerfaren lausen. Hben dazu erbieten sie sich der Biirgerin von 
St. Gallen und setzen thr dafiir einen Rechtstag an auf kommenden Mittwoch (22. Januar), 
zi frber rautes zitt vor uns zi sind mit disem botten und brieff, mit der Bitte, die Frau 
davon zu unterrichten und giitlich zu veranlassen, uns daz obgenant ir stieffkind, daz sy 
doch gantz nichzitt best..... , sinen friinden, von den es noch merkliches gtitez warttende 
ist, an intrig volgen zi lausen, so w[ir iich] des und aller friintschaft, sonder nach herlangen 
der sach selbs bekennen billig sin, wol getriiwen. Schriftliche Aniwort durch den Boten. — 
Geben uff sannt Sebastianus tag, 1445. 


Stadtarchiv St. Gallon, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


4660. — 1445 Januar 24. (Lachen.) — Hans zum Boum und sin gesellen, als wir 
by unsrem houptmann von Bern zu felde ligen, schreiben an SchultheiB and Rat zu Than: 
... Lieben herren, als wir iich vormals verschryben hatten von der sachen wegen, wibten wir 
nit anders, denn da es ouch also ein fiirgang sdllte nehmen. Das aber nun nit geschehen 
ist von eines tags wegen, so angehends angesetzt ward gan Lutzern von derselben sachen 
wegen, da das antwurt ist ufgeschlagen ze geben uf morn nach datum dif briefs, das ouch 
zu Beggenried geschehen soll. Sdllent ir wissen, daB dero von Schwytz treffenliche 
bottschaft by uns uf sunnentag ze Lachen ist gewesen; hand uns treffenlich erbeten, dab 
wir so wohl wellen thun und nit von ihnen ziechen iemer durch ihr dienstes willen und da 
wir def$ nit wirses erwarten wellen; sie truwen, die sachen.werden gut. Hand uns ouch 
ginzlich zu verstahn geben: wellen joch die HidgnoSen nit ihr hilf ze dem zug thun, so 
wellen sie und die von Glaris uf zinstag ze uns kommen gan Lachen und wellen denn 
mit uns in dem namen gottes ein zug fiir uns nehmen, und die von Appenzell und der 
von Raren wellent ouch ir hilf darzu thun, und wellen den ingenz ohn alles verziechen iiber 
den grafen von Metzsch ziechen und tiber den von Brandis oder aber in das Oberland; 


104 Kaspar 1442—1463. 


wann jedwederthalb ist kuntschaft enweg gangen, die sachen ze erfahren. Wenn die ze uns 
wyder kunt, darnach und die an uns bringent, darnach thun wir. ..— Geben uf dem niachsten 
sunnentag post Sebastiany, 1445. 


Lohner, Missiven aus der Zeit des alten Zlrichkrieges, Nr. 84. — Schweizer. Geschichtsforscher VI, S. 440 f. 


4661. — 1445 Januar 31. — Hans Locher verkauft einen jaéhrlichen Zins von 1 Mutt 
Kernen C. M. und 1 @ Heller C. M. und W. aus seinem Gui genampt zi dem Hoff, gelegen 
ze Salm(B)aich, stosset anhalb an die vorgen(an)ten SalmBaich, andrethalb an Hotteringen, 
samt Zugehérden an Henni Jangmann, sefhaft zu Holzenstein, um 30 fi. rhein... 
Der Zins ist je auf Martini nach Holzenstein zu entrichten. Fiir ihn siegelt ...— An 
sunnentag vor iinser licben Frowen tag ze der Liechtmib, 1445. 


Stiftsarchiv St. Gallen, N. N. 4. M. 1. — Pergament-Original; das Siegel fehlt. Die Schrift ist sehr 
stark verblasst. 


4662. — 1445 Februar 3. — Abit Kaspar von St.Gallen verleiht auf Bittle des 
Priesters Hans Eginer von St.Gallen dem Gerwig Paier (Paiger) als Lehentrdger 
zu dessen Handen eine Schuposse uff dem Olbersperg genant die Hofschaipuss, Lehen 
vom Gotteshaus, die jahrlich 2 Mutt Kernen, 1 Mutt Haber BischofzellerM., 18 58 4 
C. W., 3 Herbsthiihner und 1 herrenkloben werchs gili und die der Priester von seinem Vater 
Ruedi Eginer sel. ererbt hat. — An sant Blasien tag, des hailgen martrers, 1445. 


Kathol. Administration St. Gallen. — Pergameni-Original mit eingendht hangendem Siegel. 


4663. — 1445 Februar 3. (Wil.) — SchultheiZ und Rat zu Wil schreiben an Abt 
Kaspar von St.Gallen: .. Und als tich denn sdlicher trefflicher schad, so iiwers gotzhu8 
lit, unser giten friind von Zutzwil, Lingkenwil und ander, genomen und insunder mit 
brunst verderbt sint, daran iins nit zwifelt, denn das das tiwern gnaden ouch lait ist, also 
habent die armen liit nuzemal weder tach noch gemach und konnent sich laider mit iren 
kinden und hu8Sgnossen nit enthalten 4n itiwer gnaden trost und hilff. Und bittent also von 
dersselben armen liiten wegen, und si alle mit uns, iiwer gnad welle inen gunnen und er- 
louben, das si gen Hoff in das huse, sidmals und es doch, als man spricht, 6d stat, ir wo- 
nung ain zit habent, bi das sich die sachen ain andern weg figent, tiwern gnaden in allweg 
unschiédlich. Das begerent wir und si alle mit gantzer undertenigkeit umb iiwer fiirstlich 
genad, als pillich ist, ze verdienen. Uwer genedig verschriben antwurt by dem botten. — 
Geschriben an sant Blasius tag, 1445. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Rubr. XIll, Fasc. 6. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4664. — 1445 Februar 4. Bischofzell. — Anthoni Schenk von Landegg, végt 
ze Byschoffzelle, bittet Birgermeister und Rat zu St.Gallen, nicht in tibel zu nehmen, 
dap er tiwern brief, so iich die von Wil gesant hand, uffgebrochen .. und das getan umb 
des willen, das ich mich darnach wysste zu richtent. Dieselben von Wil schribent tich in 
sogten masse, das ich darain han an git benigen. Er dankt fiir guien Willen und bittet, 
ob ir jendert wurden merken, das der zug iiber mich wurde gan, das ir och da wellen fiir- 
keren zum besten. — Geben ze Byschoffzell, uff sant Agten abent, 1445. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhille a t. 


4665. — 1445 Februar 6. (Bregenz.) — Vogt, Ammann und Rat zu Bregenz, denen 
Birgermeister und Rat zu St.Gallen yetz von wegen ettlicher iiiwer burger, so uff dem 
Sew mit irem git uffgehebt und gen Pregentz gefirt sind, geschrieben und um Geleit 





Kaspar 1442—1463. 105 


gebeten haben, erwidern darauf, das iiiwer und der iiiwern untzher vast in den dingen ge- 
schonet ist worden, das man och fiirbaz gern getin hett, denn das darine so groblich brochen 
und bérlich beschehen ist und zigangen, damit man nit absin mocht, man miste darzi tin. 
Doch wollen sie gern ain sicher gelait fiir unser gnidig herrschaft zi Pregentz, uns und alle 
die iren geben oder, ob iich das nit figlich wire, sy iich zi lieb ain gerumpte zit uff erber 
trostung, sich wider zi antwurten oder ain sume geltz zi recht gen, u8geben. — Datum 
sabato post Agathe virginis, 1445. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille at. — Vgl. Nr. 4668. 


4666. — 1445 Februar 8. — Hans Herr, Hofammann des Abtes von St. Gallen, 
verkauft ain wysly, wijerly und wijerstatt darinne, ze Rumisshorn gelegen, genant Ru- 
misshorns Wis und Wijer, stosset an die Salmsach und an den Sew, mit allen Rechten 
und Zugehorden, wie er sie von Hansen Syfryd genant Rumisshorn gekauft hat, dem 
Ruedi Zinggler, Birger zu Arbon, um 48% % St.G. W. — An dem ahtenden tag des 
manotz Redmanot, 1445. 


Stiftsarchiv St. Gallien, N. N. 4.3.2. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. — 
Vgl. Nr. 4681. 


4667. — 1445 Februar 12. (Bregenz.) — Ammann, Vogt und Rat zu Bregenz er- 
widern auf ein Schreiben von Birgermeister und Rat zu St.Gallen, darinn ir under anderm 
berairen, wie iich itiwer bott, den ir yetz by uns von der gefangen wegen gehebt, wol 
fiirpracht und erzelt, das uns und die unsern vast zi dem angriff bewegt hab, das ir by 
vierhundert knechten by der getaut, so laider uns zi Hard und anderswa beschehen ist, 
gehebt habint, ouch das die AidgenoSen uf iiiwer statt uff unsern schaden also gezogen 
syen etc.: sie hoffen, dag der Bote alles, was dariiber mit ihm geredet worden, gut aus- 
gerichtet habe. Auf ein an sie gesielltes Begehren, wa die iiiwern ritten oder gangen, das 
wir die ir lib und gat gitlich und friintlich halten, sy sicher wandern und werben lafen 
und sdllichs mit den von Hard und andern den unsern zi tind ouch schaffen, erwidern sie: 
Wien wir di8mals nichtzit unfriintlichs mit tich noch den itiwern zi tind haben, und miigen 
ir und die iiiwern unser und der unsern halb wol sicher wandern und werben, doch so verr, 
das ir noch die iiiwern unsern vinden fiiro nichtzit zifiren. — Datum sexta ante Invocavit, 1445. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel a t¢. 


4668, — 1445 Februar 12. (St. Gallen.) — Canrat Sailer und Ulrich sin sun, Ulin 
W isman und Ridolff, sin sun, und Hanns Weber, alle Biirger zu St.Gallen, erkldren: 
Als danne .. burgermaister und réte zu Santgallen, unser lieb herren, unsre friind Petern 
und Herman die Blimen, Micheln Sailer und Wilhelmen Ringglin uf der vangk- 
niisse zu Pregentz umb sechshundert guldin ufgetrést und sich darumbe gen der herschafft 
zu Pregentz von unser pette und anrdiffens wegen swarlichen verschriben, hdtten sie, um 
die Stadt vor Schaden zu bewahren, gemeinsam gelobt, si gen der herschafft von Pregentz 
und menglichem anderm von des obgedachten irs verschribens wegen vor allem kosten und 
schaden zu verhiten und alifdlligen Schaden zu ersetzen. Fiir sie siegelt Ulrich Sari, 
Reichsvogt zu Si. Gallen. — Am nechsten frytag vor der Alten vafnacht, 1445. 


Stadtarchiv St. Gallen, Tr. 25, Nr. 48. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. —Vgl. Nr. 4665 
und 4683. ° 


4669. — 1445 Februar 14. (Wil.) — SchultheiZ und Rat zu Wil schreiben an Abt 
Kaspar von St. Gallen: ... Als uwer gnad uns uff das ledtst geschriben und under 
anderm gemeldt ernstlich begeren, das wir noch dis8 jar das beste tin, schulthais£en, rét, 
ampt, und ob jeman der rétten ze ersetzen wer, fiirwesen und tin wollent, und uwer gnad 

14 


106 Kaspar 1442—1463. 


uns des wol gunde etc.: gnediger herr, wir hettint itich dozemal glich geantwiirt; do ducht 
uns not sin, sdlichs an unser gmaind ze bringen. Und nach solichem haben wir iins bedacht 
und wellend uwerm willen und begern gntg tin, hand ouch die ze ersetzenden rét ersetzt 
und ir stett erfult... — Datum uff die Alten vastnacht, 1445. 


Stadtarchiv Wil, Corresp. B, Nr. 21. — Papier-Original mit Siegelspuren a t. 


4670. — 1445 Mirz 8.—16. Rheinfelden. — Line Botschafi von St.Gallen nimmt 
mit Boten des Basler Konzils, des Papstes Felix, des Herzogs von Savoien, des Bischofs 
von Basel und solchen anderer Stddte teil an Friedensunterhandlungen zwischen der Herr- 
schaft Osterreich und Ziirich einerseits und den Eidgenossen anderseits. 


Staatsarchiv Zirich. — Regest: Hidg. Abschiede II, Nr. 284. 


4671. — 1445 Mirz 10. — Albrech Tum von Niiburg, riter, zeigt dem Birger- 
meister und Rat zu St.Gallen an, wie die von Appunzell und von Glaras und ander 
ir bundgenossen minem sun und sinem wipp das ir genomen habin unverschuld und uner- 
fordrat aller recht, gaistlich und weltlich, unbesorgt und unbewart erren und rechtz halb, 
was ihn befremde, nachdem iich mins suns wipp und ir matter verbunden und gewant sind. 
Er bitte deshalb, mines suns wipp by glichem und by recht ze behaben, und vertraue darauf, 
das ir daran syind, das minem sun und siner schwiger wandel und kérung beschech nich 
dem rechtten; denn seines Wissens treffe die Frauen keine Schuld. Sollte thm nicht ent- 
sprochen werden, so miifte er rit haben miner gnedigen herren und gitter frund, wa8 mir 
den darumb fiirbas fiirzeniemen wer, das in darumb geschech, das den d& recht wer. Hr 
billet um baldige Antwort. — Geben an der mitwochun nach dem sununtag Letare, 1445, 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelspuren a t. — Regest: Appenzeller 
Urk. I, Nr. 777. 


4672. — 1445 Marz 16. — Hainrich Gerenschwiller, Birger zu St. Gallen, ver- 
kauft einen jaéhrlichen Zins von 3 Malter Vesen und 1 Malter Haber gitz, wolberaites korn 
St. G. M. aus seinem Hof genant Fronaker, in Gossower kirchhéry gelegen, stosset an 
Niderwillen, an Ainwil, an Riity und an Arnang, samt Zugehorden dem herr Hansen 
dem Wirt, priester, und Giten Brennerenn, siner schwoster, um 488 4. Der Zins ist 
je auf Martini nach St. Gallen zu entrichten. Fiir den Verkdufer siegelt Hans Sadrri. — 
Ze mittem Mertzen, 1445. 

Stiftsarchiv St. Gallen, V.V.3.N.1. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. — Vogl. 
Nr. 4680. 


4678. — 1445 Mirz 26. — Ulrich Paier (Paygrer) schreibt an seinen Bruder K on- 
rad: Als du mir und Micheln geschriben haust, wie die von Santgallen fiirkomen sige, 
wie das wir von Rinegg, ouch die von Bregentz, wellend Roschach und Stainach 
verbrennen, lond wir dich wissen, das iins darumb gar niint ze wissen ist. Won sdltin die 
von Bregentz sdllichs fiir sich nemen, wa wir das innen wurdint, wir weltin das wenden 
nach iinserm vermiigen. Hr und Michel (von Friberg) hoffen, dap die von St. Gallen ithnen 
dies Vertrauen schenken; sie wollen auch mit denen von Bregenz reden und, wenn eine solche 
Absicht bestehen sollte, nach Krdften davor sein. — Geben uff den Stillen frytag, 1445. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4674. — 1445 Mirz 27. DieBenhofen. — Herzog Albrecht von Osterreich schreibt 
an Biirgermeister und Rat zu St.Gallen: Wir haben unser fretinde die bischof zu Augs- 
purg und Costentz, auch gancze gesellschafft der obern und nydern veraynigung Sand 


Kaspar 1442—1463. 107 


Jorigen schilts, darczu ander ritterschafft und ettlich der reichstete auf den suntag Miseri- 
cordia domini (1/1. April) schiristkunfftig zu uns gen Mengen zu komen gebeten und verpott, 
dahin wir uns auch in aygner person maynen zu figen von ettwas merklicher sach wegen, 
die wir auch an ew ze bringen haben. Er bittet daher, das ir ewer treflich machtpoten 
auf den dinstag nach dem vorgemelten suntag dahin gen Mengen zu uns darumb sendet und 
ew darin nichcz irren lasset. — Geben zu Tiesshoven, an dem heiligen Osterabent, 1445. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t.— Kanzleivermerkr. u.: 
Dominus dux in consilio, 


4675. — 1445 April 5. — Abt Kaspar und der Konvent des Gotteshauses St. Gallen 
verkaufen Hansen dem Friburger, burger ze Rotwil, einen.jdhrlichen Zins von 4 & 
‘Wachs, der dem Gotteshaus ging von des huses ze Rotwil Sant Johans ordens grossen und 
klainen zehenden, gelegen ze Denckingen dem dorf, um 16 fl. rhein. Der Zins ist je auf 
Lichitmef inzenemende. — Am nechsten gitem tag nach sant Ambrosien tag, des hailigen 
bischofs, 1445. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Unreg. Urk. Kiste 4. —- Pergament-Original mit offen hangenden Siegein. 


4676. — 1445 April 5. (St. Gallen.) — Peter Ortwin, derzeit Meister und Pfleger 
des Hl. Geist-Spitals und Birger zu St.Gallen, Hans Wiser und Konrad Kapf- 
mann, derzeit Meister und Pfleger der Siechen des Hauses am Linsebihl, ebenfalls Biirger, 
erklaren in Betreff der Streitigkeiten, die zwischen Ulrich und Hans Hafner, den Séhnen 
Egli Hafners sel., wegen des Hofes und Gutes Odenhof, ihres Erblehens vom Spital, 
und Heinrich Ziegler wegen des Hofes im Wyla, seines Erblehens vom Haus am Linse- 
biihl, bestanden und deren Entscheidung in der miinne von beiden Teilen ihnen iibertragen 
worden sei, sie hdtten folgendermafen entschieden: (1) Das Wasser von dem Hailgen 
Brunnen sollen Ziegler und seine Erben nit in die Lachen wisen und sond das lassen gohn 
in das todbeli den alten flu8 nider; wol zu herbstzeit und zu solchen zeiten mégent sy wol 
das wasser fiiehren in die wii im Wylla, doch zu zeiten, so die Hafner .. desselben wassers 
entberen mégend, und doch allweg, das es in den rechten fluS wider dieni, und niit in die 
Lachen und dieni in den hindern fluf. (2) Denn von der hiiener wegen, wenne das ist, 
das die dcker nit in brach ligent, so soll Hainrich Ziegler oder sein erben und nachkommen 
die hiiener uff inen selber han dem andern theil ohne schaden. (3) Item aber dann von der 
zimbri wegen und von des tréffes wegen, daB soll also beliben, dieweil die jetzig zimbri 
stat; doch soll diese nicht ausgebesseri werden, und wenn sie abgeht und Ziegler oder seine 
Erben andrest uff dem hoff im Wyla zimbern wollen, so sond sy auf sich selber schwellen 
und zimbren und nit auf die Haffner .. und auch das tréff nit uff sy richten inmassen, als 
er jetzt gethan hat. (4) Wegen des Weges, den Ziegler iiber den Odenhof zu haben meint, 
sollen die Hafner ihm weg lassen mit gefangnem vich winter und sommer noch iro notturfft 
in den zweyen zelgen, die da gond in den Odenhoff, in weder zelg dann die Haffner . . 
wellendt.. Dawider so sond die Hafner.. durch das Wylla in den Rotmonten mit ge- 
fangnem und mit gelasfnem vich weeg haben nach iro notturfft. Hs siegeln Ortwin und 
Kapfmann, unter dessen Siegel Wiser sich bindet. — An dem nechsten montag nach usginter 
Osterwochen, 1445, 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. C 4, Nr. 158 und >, — Papier-Kopien aus dem 17, Jahrhundert. 


4677. — 1445 April 8. (Bischofzell.) — Anthoni Schenk von Landegg, vogt za 
Bischofzel, biltet Biirgermeister und Rat zu St.Gallen, da Lienhart Briewiller, 
der sich als gemainer man in einem zu beiden Teilen St. Galler Biirger betreffenden Streit 
habe wahlen lassen, eidlich erkldre, er wisse um die Sache nicht und kénne keinen Entscheid 


108 Kaspar 1442—1463. 


geben, so méchten sie die Ihrigen dazu bestimmen, das sy er sachen mit iuch oder mit andren 
wissen litten betragent. Mecht es aber nit gesin, so mis er iuch die urtail firheben, und 
wedra urtal iuch den gerecht dunkt, der mis er folgen, um iibler Nachrede zu entgehen. 
Sodann zeigt Schenk an: das folk, das jecz gen Rineg ziicht, das mir darumb gewissy bot- 
schaft kunt, das wel anziischen Arbo und iver stat und Bischofzel abher ziichen, wel 
gen Wil. Darumb mechtent ir iver usburger, die an denselben enden siczend, haissen fliechen 
mit irem fich und mit ir farinden hab; den ich besorgen, wo sy es findint, sy nieminds. — 
Geben am dunstag nach dem sunentag, so ma(n) singt Quasymodo, 1445. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4678. — 1445 April 11. (Rheinegg.) — Ulrich Payger und Michel von Fryberg, 
denen Biirgermeister und Rat zu St.Gallen geschrieben haben von der ro8 wegen, so 
Michel von Emptz und die sinen tiwerm mittburger Ridin Hiter genomen hant, er- 
kldren sich bereit, in der Sache ihr Bestes zu tun. Ouch als ir in itiwerm schriben meldent 
von des korns wegen, so etlichen iiwern burger uff dem Se genomen und gen Rinegg 
gefirt sy und wir das schaffen, den tiweren widerzekeren, da haissen die iiwern, umb das 
korn gen Rinegg ze komen; so wellin wir innen das schaffen widerkeren, was sy dann mit 
dem aide beheben miigen, als dann das billich ist. — Datum xj* die Apprilis, 1445. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4679. — 1445 April 25. und 26. Wil. — Hidgendssische Boten, die nach Wil ge- 
kommen sind, um zu Schwarzenbach einen freundlichen Tag mit Hans von Rechberg 
zu leisten, zu welchem diesem mit 10 Pferden freies Geleit zugesichert war, schreiben an 
Vogt und Rat zu Bischofzell: za ihrem Leidwesen sei ihnen ein Ceriicht zugekommen, 
dag dem von Rechberg zwischen Bischofzell und Schwarzenbach etwas Unwillens begegnet 
sei, und begehren Bericht dariiber. — Sonntag Marci evangelist. 

Tags darauf schreiben die eidgendssischen Boten an Friedrich von Hewen, der 
dabei gewesen: Der Vorfall tue thnen leid; nichtsdestoweniger wiinschten sie, am folgenden 
Tag (27. April) den Tag za Schwarzenbach abzuhalien. Sie laden deshalb den von Rechberg 
und den von Hewen ein, mit threm Gefolge diesseits der Tur herauf zu reiten, und begehren 
Antwort durch den Boten. — Die lune post Marci. 


Staatsarchiv Luzern, Allg. Abschiede A 63. — Regest: Hidg. Abschiede I, Nr. 286. 


4680. — 1445 April 26. (St. Gallen.) — Vor Hans von Andwil (Ainwil), derzeit 
Richter zu St.Gallen, der auf dem Rathaus 6ffentlich zu Gericht sitzt, erkldrt Hain- 
rich Gerenschwiller mit Hans von Watt als Fiirsprech, er habe dem Priester Hans 
Wirt und dessen Schwester Gtiten einen Zins von 3 Malter Vesen und 1 Malter Haber 
aus seinem Hof Fronakker in der Kirchhére Gossauw verkauft (s. Nr. 4672). Und uff dis 
offnung giengen baid partyen und der fiirsprech mit in ab dem rauthus an des richz strauss, 
wo der Verkdufer den Zins den Kdufern an iro hand aufgibt. Und kamen wider ufgangen 
uff das rauthus und seiten, das dis also beschehen wire. Hieruf grayff Hainrich Gerensch- 
willer an des gerichtes stab, verjach dis und entzeh sich daran des vorgenanten ewigen zins. 
Es siegeln der Richter und fiir den Verkadufer Hans von Watt. — Des nachsten mintages 
noch sant Georyen tag, 1445. 

Stiftsarchiv St. Gallen, V. V. 3. N. 2. — Pergament-Original mit eingendht hangenden Siegein. 


4681. — 1445 April 30. — Ruedi Zinggler von Arbon verkauft ain wisely, ain 
wiggerly und wiggerstatt darinne, zi Rimashorn gelegen, genant Rumashorns WiB 
und Wigger, stosset an die Salmsach und an den Sew und an des Ziillings git, und 


Kaspar 1442—1463. 109 


darab demselben Ziilling jirlichs gat zwen schilling pfening, mit allen Rechten dem fromen 
junckher Hainrichen Ehinger, gesessen zi Gittingen, um 3 8 J St.G. W. Fiir ihn 
siegelt Hans S.chiib der dltere, Vogt za Arbon. — Uff den Maygobent, 1445. 


Stiftsarchiv St.Gallen, N.N. 4.3.8. — Pergament-Original mit eingendhi hangendem Siegel. — Vogl. 
Nr. 4666. 


4682. — 1445 Mai 2. (Arbon.) — Vogt, Ammann und Rat zu Arbon erwidern auf 
ein Schreiben von Biirgermeister und Rat zu St.Gallen von dez Aigenmans wigen...: 
daz semlich claig von im und andren fiir tinsren gnadigen herren von Costentz komen ist; 
der hat iinB enpfolhen, si ze fahen und gen Arbonn ze fdrent. An den mugent si werben; 
daz si da gitz an im schaffent, daz ist tin® lieb. — Datum secunda die Maii, 1445. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier- Original mit Siegelresten a t. 


4683. — 1445 Mai 5. Ziirich. — Markgraf Wilhelm von Hochberg, Landvogt, 
dankt dem Birgermeister und Rat zu St.Gallen auf ein Schreiben, so ir uns yetz von der 
von Appentzell und der unsern wegen getin hand, fiir den bezeugten guten Willen. So- 
denn von der gefangen wegen, dafiir ir uns ein summe geltz vertréstet hand, sind wir in 
willen, in der nechsten wuchen gen Costentz ze ryten und unser amptliite von Bregentz 
zi uns ze kommen beschriben lassen und in den sachen tin, daz ir befinden sollent, daz 
wir tich gern zi willen werden wellent. Davon so bewisent iich ouch in der unsern sachen, 
in m48 wir des ein gat getriiwen zi tich haben. — Geben zi Ztirich, an mittwuchen vor 
dem heiligen Uffarttag, 1445. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. — Regest: 
Appenzeller Urk. I, Nr. 778. — Vgl. Nr. 4668. 


4684. — 1445 Mai 8. Lindau. — Ammann und Hofleute zu Lustenau (Lustnow) 
schreiben an Biirgermeister und Rat zu St. Gallen: thnen sei bekannt, wie wir von den 
Appenczeller laider barlich angriffen, verbrent und beschédiget worden sint unverschult 
und von dem iinsern wychen und wist liggen miassen. Und wan wir nun iiwer burger sigen 
und nieman anztriffen haben denn iiwer wyshait, so bitten sie dringend, ihre Not anzusehen, 
ihnen irgendwie zu helfen und zu raten, wie sie sich verhalten sollen, damitte wir wider za 
dem iinsern sicher gewandlen und das gebuwen mugen. Denn ob die von Appenczell 
iins in dehainen zigen hetten, so wélten wir darumb mit in gern fiir tiwer wyshait zem rechten 
komen. Sie bitten um schriftliche Antwort durch den Boten. — Geben zi Lindow und mit 
dez ersammen Mathyassen Schnebergs, dez stattammans zi Lindow, uffgetrukten in- 
sigel ze riiken diss briefs von iinser pette wegen versigelt, am nechsten samstag nach dem 
Maytag, 1445. 


Stadiarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille at. — Regest: 
Appenzeller Urk. I, Nr. 779. 


4685. — 1445 Mai 12. (St. Gallen.) — Frater Iohannes, .. episcopus Bellinensis 
ecclesie, Generalvikar des Bischofs Heinrich (IV.) von Constanz, Administrators von 
Cur, weiht in hospitali pauperum oppidi Sancti Galli capellam quandam cum uno altari 
in honore sancti spiritus, sancti Michaelis archangeli, sancti Martini et sancti Augustini, 
inferius vero in hospitali et subtus hanc capellam quoddam altare citra infirmos in honore 
sancte Marie Magdalene, sancte Margarethe et sancte Verene virginum, und setzt 
die Dedikation der Kapelle, sowie der Altdre auf den Sonntag vor Marid Geburt fest unter 
Verleihung eines Ablasses von 40 Tagen fiir criminalia und von einem Jahr fir venialia 
peccata an die Besucher der Kirchwethe und ebenso fiir die Tage der Patrone und Patroninnen. 
— Die mensis Maii duodecima, 1/445, indictione octava. 

Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr.B 1, Nr. 11.— Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


110 Kaspar 1442—1463. 


4686. — 1445 Mai 14. Constanz. — Markgraf Wilhelm von Hochberg, Landvogt, 
schreibt an Birgermeister und Rat zu St.Gallen: Es sind die von Lutrach und von 
W olffurtt uff hiit vor uns gewesen und haben uns ainen bermenten brieff fiirbracht, wie 
dann die Appentzeller und die, so uff ir siten im krieg sind, begerend, sich von der 
schatzung und brantschatzgelt wegen zi versorgen, und hand darinne benennet vier burger 
von Lindow, sich darumbe von der unsern wegen zt verschriben, inen uff sant Jacobs tag 
nechstkiinfftig bezalung und ubrichtung zi tind etc. N& hoffen wir, das die vier von Lindow 
von der unsern wegen sich darumbe gerne hafft machen und verschriben wurden, wie dann 
ir brieff das innhaltet, denne allain das die unsern besorgen, nachdem und inen uff sant 
Jacobs tag weder wyn noch korn zihanden komen mag, das sy sich selbs noch die von 
Lindow uff die zite nicht ledigen noch das gelt uffbringen mugen. Méchte man aber das zil 
erstrecken als uff sant Martins tag, so in wyn und korn inkompt, so wélten sy darumb ane 
fiiro verziehen uBrichtung tin etc. Hr bittet deshalb dringend, die St. Galler méchten sich 
bei den Appenzellern um Erstreckung des Zieles bis Martini oder Gallustag bemiihen und, 
was iich darinne begegnet, ihm bis ndchsten Donnerstag nachis aldher gen Costentz in 
unsers herren und bruders byschoff Otten hoff berichien. — Geben zi Costentz, an frytag 
vor dem hailigen Pfingstag, 1445. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t=. — Regest: 
Appenzeller Urk. I, Nr. 780. — Vgl. Nr. 4705. 


4687. — 1445 Mai 26. (Bern.) — SchultheiZ~ und Rat zu Bern schreiben an Schult- 
hei~B und Rat zu Thun: ... Ouch wiissent, dab, als wir iich geschriben hatten, daB sich 
herzog Albrecht von Osterrych und die von Ziirich fir Wy] geschlagen hatten, da8 
uns unser botten erzahlt hand, nachdem und das gan Baden unsern Kidgnofen geschriben 
worden ist, dah die, so Wyl belegen hatten, uf ein stund vor mitternacht uf Pfingstmit- 
wuchen (19. Mai) sich daftir schlugen und sy ouch ze stund anfiengen nodthigen mit fiir- 
pfilen, mit geschiitz, mit biichsengeschiitz, grofen und klinen; triben das, bis der tag ufgieng. 
Doch erwehrten sy sich im stedtli, daS ihnen an lib noch gut niitzit beschechen ist. Und 
zugen also dannen, lieSen ouch da etzlichen geziig an schilten, an pfilen, an armbrestwinden 
und an andrem ding. Und nachdem und sy blut und schweif funden haben, so bedunk sy, 
sy syen nit 4n schaden abgezogen... — Datum vigilia Corporis Christi, 1445. 


Lohner, Missiven aus der Zeit des alten Zirichkrieges, Nr. 94. — Schweizer. Geschichtsforscher VI, S. 454 f. 


4688. — 1445 Mai 29. — Diepolt von Sags, fry, lantrichter in Thurgéw, gibt den 
edeln Hiltpranden und Peterman von Raren, gebridern, fry, herren zi Togken- 
burg, seinen Oheimen, Albrechten Herschin, by Liitenspurg in Haslen gesessen, 

.und Hansen Stahel, zi Biswille gesessen, mit Leib und Gul in Tausch gegen Jo- 
hansen Pfaffen, ze Mos gesessen, Johansen und aber Johansen, Adelhaiden und 
Margreten, des egenanten Johansen Pfaffen elichen kind, so er mit Margreten Webrin 
siligen, siner elichen wirtin, gemacht hatt, und darzti alle die kind, so der genant Hans Pfaff 
jetz hat mit Adelhaiden, jetz siner elichen wirtinen, samt ihren zukiinftigen Kindern mit 
Leib und Gut. — Des nachsten samsdags nach sant Urbans, des hailigen bapstes, tag, 1445. 


Stiftsarchiv St. Gallen, D. D. 3. F.5. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4689. — 1445 Juni 7. (Feldkirch.) — Vogt Ulrich der jiinger von Miatsch, graff 
ze Kirchperg, vogt ze Veltkirch, feilt dem Biirgermeister und Rat zu St. Cullen mit, 
das zwen uS Montafun, die denn miner gnedigen herschafft von Osterrich zugehorn, 
gen Appenzell gevangen worden sind. Wann aber nu die straussen nit offen sind, damit 
iro friind zu inen nit komen noch sy dadannen gelésen miigen, so bittel er dringend, die 


Kaspar 1442—1463. 111 


St. Galler méchten durch iiwer erber bottschafft ain verstiichen an die von Appenzell tain, ob 
sélich gevangen von inen umb ain beschaiden gelt betidingot méchten werden. — Geben 
an mentag nach sant Erasmus tag, 1445. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille at. — Regest: 
Appenzeller Urk. I, Nr. 781. 


4690. — 1445 Juni 7. (St. Gallen.) — Hans Noll von Marbach aus dem Rhein- 
tal erkldrt, dag er mit dem Spital za St. Gallen tiber Streitigkeiten, die zwischen ihnen 
bestanden von ainer ziinne wegen des akers uff den Blatten, giitlich tibereingekommen 
sei, also das der Spital nu hinfiir ziinnen sol das fiirhopt uf und ufhin untz an Raschen 
Caintzen git, wogegen er, oder wer den genannten Acker innehabe, zdunen solle den langen 
wegen obnen ushin untz an den Liitzelbach. Ferner sei vereinbart. worden, dag der 
genannte Acker dem Spital fiir allen Schaden hafte, der thm fortan von des Zaunes wegen 
geschehe, wogegen der Spital hafte fiir Schaden, der dem Acker von seiner Seite geschehe. 
Ferner sei dem Spital gestattet, wenn er Mist fiihre, auf dem Acker zu kehren; dagegen 
solle er das Gestrduch nicht emporkommen lassen, sodaf es Noll an seinen Reben Schaden 
brachte. Fiir Noll siegelt Heinrich Zili, der Wirt. — An dem sibenden tag im Brachot, 1445. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. B 7, Nr. 45. — Pergament- Original mit offen hangendem Siegel. 


4691. — 1445 Jani 11. — Die Appenzeller schreiben an Schwiz: Wir fiigen iich 
ze wiissen, das wir uf den tag datum diss briefs iiwer und unser vyend mit der hilf des 
allmechtigen gotz nidergeleit hand, c man und mer, und haben ouch gewunnen ein vennly, 
iiij ross und iij gefangen. Si hand uns ouch v man erschlagen, etwa mangen gewundet, und 
ist beschechen an der Wolfhalden nach by Rinegg. 


Staatsarchiv Bern, Altes Missivenbuch |, 152. — Kopie. — Regest: Dierauer, Gesch. d. schweizer. Eid- 
genossenschafit [?, S. 114, Anm. 


4692. — 1445 Juni 22. Lichtensteig. — Freiherr Petermann von Raron (Raren), 
Herr zu Toggenburg, belehnt zu Lichtensteig den Eberhart von BiSwille, ze 
Keficon gesessen, mit gewissen Giitern zu Lommis und in der Pfarrei Lommis, die Ulrich 
von LomoB silig, der sin angeborner friind gewesen wir, von dem Freiherrn zu Lehen hatte 
und die nach dessen Tod durch Erbschaft an Eberhart von Bufwil gefallen sind, ndmlich: 
des ersten ain git daselbs ze Lomos gelegen, das der Fischer buwt; aber ain biint ze 
Wingarten und die reben ze Heczenstal und das Gaibtal, den Bongarthof, die 
Hohenegg, die biint in der widmen, die holen Biint, ain ackerli uff dem berg, ain wisen 
uff Briimismos, der vier mansmad wirind, stosset an Fischiner git und an des Wilden 
git; item dry mansmad héwachs, daselbs ze Lomo uff dem riet gelegen, sind dch halb des 
Wilden; item ainen wisbletz ze Lomof, stosset an die krummen Wis; item anderhalb 
mansmad héwachses, ze Lomof in den Aichen gelegen, stossent an Ysenegg, sind dch halb 
des Wilden; item ain wisen uff Gaffenmos und alle die recht, so der Wetzel in den 
genanten wisen heti. — Ze Liechtenstaig, in miner statt, des nichsten zinstags vor sant 
Johans tag, des Toffers, 1445. 


Turgauisches Kantonsarchiv, Abt. Fischingen, Ci. IV, Sign. 5, Nr. 7. — Pergament-Original mit offen 
hangendem Siegel. 


46938. — 1445 Juli 2. — Adt Kaspar und der Konvent des Gotteshauses St. Gallen, 
die von Lutpfriden MuntbrAat von Costentz 550 fi. rhein. zu Constanz am Wechsel bar 
empfangen haben, verkaufen thm dafiir einen jahrlichen Zins von 25 fl. rhein., giter und 
genemer an dem vorgenanten wechssel, aus des (otteshauses Wein- und Kornzehnten zi 


112 Kaspar 1442—1463. 


Héhst enenthalb und dibhalb Rins, zi Sant Margarethen-Héhst und och zi Sant 
Johans-Hohst, der mitsamt dem kleinen Zehnten und allen Zugehérden desselben Munt- 
brats und siner erben ain behaft, verfangen git vor menglichem haissen und sin sol. Der 
Zins ist jahrlich auf Johannis in Constanz oder zwo myl wegs verr davon zu entrichien 
und ein allfdlliger Minderertrag zu erfollen. Als mitschuldner und mitgiilten seizen Abt 
und Konvent ein Walther von Ainwile, Conraten Payrer, Brunen vonTettikoven, 
stattamman zi Costentz, Mantzen von Roggwile, gesessen zi Casteln, Wilhelm 
Blarer zi Wartensee und Hansen von Cappel, jetz vogt zi Costentz, die auf Mah- 
nung insgesami oder einzeln innerhalb 8 Tagen mit ir selbs liben und yeglicher mit ainem 
pfirit oder aber an ir jeglichs statt.. ain erber knecht mit ainem pferit zu Constanz gisel- 
schaft in offner gastgeben wirteshtiser zi vailem kéf unverdingt jeglicher insunder ye zway- 
mal an dem tag leisten sollen bis zu Abtragung der Schuld und alles Schadens, wofiir Mantprat 
und seine Erben das Unterpfand und allen sonstigen Besiitz von Abt und Konvent, sowie 
deren Mitschuldner, u8genomen die von Wyl, insgesamt oder einzeln angreifen dirfen. 
Stirbt einer der Mitschuldner, so ist auf Mahnung innerhalb 14 Tagen ein anderer zu stellen, 
oder die andern miissen, bis es geschieht, unverzogenlich invaren und laisten. Abt und Konvent 
geloben auch, thre Mitgiilten von diser mitgiiltschaft, hobtgit, zins und schaden zt ledigen 
und zi lésen &n allen iren schaden, und gestatien ihnen, ihres Gotteshauses Leute und Giiter 
in gleicher Weise darum anzugreifen. Die gleiche Verpflichiung wie gegen Muntprat gilt 
gegeniiber allen, die diesen Brief mit seinem oder seiner Erben Willen innehaben. Riicklisung 
des Zinses um die gleiche Summe ist gestattet. Hs siegeln Abt, Konvent und die Mitschuldner. 
— Am nichsten fritag vor sant Ulrichs tag, des hailigen bischofs, 1445. 


Stiftsarchiv St. Gallen, F. F. 5. 3.48. — Pergament-Original,; die Siegel von Abt und Konvent sind ab- 
geschnitten ; die tibrigen hangen offen. — Notizat.: Apt Francistus hett den brief gelest am hailgen 
Pfingstaubent (77. Juni) anno 1519. 


4694. — 1445 Juli 6. (Feldkirch.) — Vogt Ulrich der jung von Miatsch, graff ze 
Kirchperg, vogt ze Veltkirch, erwidert dem Birgermeister und Rat zu St. Gallen 
auf ein Schreiben von der von Ramswag und Conrat Paigrers wegen, antreffent die 
ro8, so inen genomen sin sdllen etc. ..: Indem und ich die geschicht vermelt hab, so ist 
mich angelangt und och vormals defglich me denn ainmal, das tiwer burger und der von 
Ramswaug liit die, so denn minem gnedigen hern hertzog Sigmund zigehérn und tiber 
Rin uff unser vyent gezogen sind, mittewillenclich und frivenlich mit andern vyenden an- 
geloffen sind, sy geilt und beschadigot haben, ouch vormals, so denn die vyent rof und 
anders hie difhalb genomen habent, daby und mit gewesen sient und och in der getaut, als 
der Kiber erstochen ward, und sich allenthalb wider uns so frivenlich erzégint als ander 
vyent, was ganz ungebiihrlich sei. Sodann bemerkt er auf ein Schreiben von der von Ramss- 
wag ammans wegen ze Torrenbtirn: Darin hab ich sovil umb tiwern willen geredt, eedem- 
mal und ir mir darumb schribent, das er uBgeben ist ain zit; denn der alt Hans von Empts 
nit anhaimpsch ist, das ich nuzemal niit mit im gereden mocht. — Geben an zinstag vor 
sant Kilyans tag, 1445. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier- Original mit Siegelspuren a t. 


4695. — 1445 August 4. Constanz. — Auf einer eidgenéssischen Tagsatzung zu 
Constanz verwendet sich die Stadt St.Gallen fiir die gemeine Vogtei, welche zur Halfte 
ihrem Birger Konrad Paier und zur Halfie dem von Klingenberg gehort, dap man 
sie in diesem Krieg still sitzen lasse. — An die gleiche Tagsatzung richtet die Stadt Wil 
eine Bitte um zuschub mit volk. — Mittwuchen nach Vincula Petri. 

Staatsarchiv Luzern, Allg. Abschiede A 107. — Regest: Hidg. Abschiede II, Nr. 290 d and 6. — Vogl. 
Nr. 4696 und 4701. 


Kaspar 1442—1463. 113 


4696. — 1445 August 7. (St. Gallen.) — Gemeiner Eidgenossen von Basel, Bern, 
Lucern, Ure, Swytz, Underwalden, Zug und von Glarus botten, als wir dann yetzo 
zu Santgallen by einander sint, schreiben an SchuliheiB und Rat zu Wil: Es sint die er- 
samen, wysen burgermeister und réte zu Santgallen fiir uns komen und hant uns zu er- 
kennende geben, das nu kurtzlich tiwere béck oder knecht ettlichen iren burgern zu Ror- 
schach und zu Stainach ir schiff genomen und teglichs iren niderlas§} daumb by inen 
habend, davon dann iren burgern wol grosser und verderplicher schad zigezogen werden 
még, das uns nit lieb wér; dann ir wol verstind, das es uns allen nit wol kéme. So haben 
si dann vil burger enhalb Rins, zu Lustnow gesessen, denen iiwer béck och vil gedrangs 
und kumers antigend, also das si von dem iren mtussend wychen von sachen wegen, dero 
si sich, als wir es verstannden, doch nit erweren mégend. Darumb so bitten wir tich friint- 
lich und bevelhen iich och ernstlich, das ir die obgenanten von Rorschach und von Stainach 
mit sdlichen vorgeschriben und andern dergelich sachen ungemifyt und unbekiimert lassend 
und och sdlichs tiwern bécken vestenklich verpietend, och die von Lustnow sicherend, das 
si by dem iren tiwer und der iiwern halb gewandlen, das ingeziehen und gebuwen mdégend. 
So bitten wir iich dann fiirbaz, als vormals den liiten in der gemeinen vogty zu Egeltz- 
hofen, uff den Eggen und daumb ein uffschlag geben und gemacht ist, das ir denselben 
uffslag noch xilij tag erstrecken und die sachen also angestan lissen wellent, untz das wir 
dariiber gesitzen und ze rat werden mégen, wie wir den und den andern sachen tigend, 
och der von Santgallen burger sust allenthalben schonend und si gitlich haltend; won wir 
wol bevindent, das uns das nit tibel kompt. Daran tind ir uns und unsern herren sunder 
dienst und wolgevallen. Schriftliche Antwort durch den Boten. — Geben und von unser aller 
wegen under Ridolffs von Ringgoltingen insigel besigelt am vij. tag Ougsten, 1445. 


Stadtarchiv Wil, Corresp. B, Nr. 28. — Papier-Original mit Siegelspuren a t. Von der Hand des 
St. Galler Stadtschreibers Widenbach geschrieben. — Vgl. Nr. 4695 und 4701. 


4697. — 1445 August 7. — Hans Broibeck von Rétenberg, dem Abi Kaspar 
von St.Gallen des Gotieshauses Hof zu Nieder-Rdtenberg, stosst an Hainis Kellers 
hof und an Obren-Ratenberg, als Zinslehen zi ond siner und miner wil verliehen hat, 
stellt einen Revers dariiber aus, das dies geschehen sei unter der Bedingung, dag er den 
Hof in gutem Stand halte und jéhrlich auf Martini einen Zins von 2% 4, 1 Mutt Kernen 
and 1 Maller Haber St. G. M. nach St. Gallen in den Hof entrichte. Bei Brotbecks Tod fallt 
der Hof \edig und los an das Gotteshaus zuriick, ebenso falls der Abt vor ihm stirbt. Fir 
Brotbeck siegeli Hans Stdadheli, Birger zu St. Gallen. — An dem nahsten sampstag vor 
sant Lorentzen tage, 1445. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. A. 28, Nr. 24. — Pergament-Original; das Siegel fehlt. 


4698. — 1445 August 7. (Feldkirch). — Vogt Ulrich der jiinger von Mitsch, graff 
ze Kirchperg, vogt ze Veltkirch, erwidert dem Biirgermeister und Rat zu St.Gallen 
auf ein Schreiben von tiwer burgerin, der von Ramswag, und Hansen von Empts wegen, 
wie das derselbe Hans von Empts der iiiwern ettlich die irn gefangen und ettlichs irs gaits 
understanden hab: er habe dem Hans von Ems dariiber geschrieben und den miindlichen 
Bescheid erhalten, er kunne mir nuzemal darumb nit geantwurten; denn er well darumb 
siner friind raut haben. Sobald die Antwort erfolgt, wird er sie mitteilen. — Geben an 
sampstag vor sant Laurenczen tag, 1445. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


4699. — 1445 August 25. (St. Gallen.) — Abt Kaspar von St.Gallen nimmt von 
Heinrich Hochreutiner (Hohenriitiner), Birger zu St.Gallen, einen jdhrlichen Zins 
15 


114 Kaspar 1442— 1463. 


von 3 Malter Korn St. G. M. und 48% 4% St.G.W. aus dem Gui zu Guggaien, stosst an Schef- 
feltzhorn und an Stainerbach und an Hagenwiler giter, und aus dem Gut Roggen- 
riti samt der zugehorigen Zelg, stosst an der am Weg waid, an Sunnenwis, an Scheffeltz- 
horn, an Ferrenriiti und an des Enggwilers giter, ein Lehen vom Gotteshaus, auf und 
belehnt damit den ersamen priester hern Johansen Riitelli, kilchherren zi Sant Magnen, 
dem Hochriitiner den Zins um 116 & ~% verkauft hat, zh glicher wis, als ob er ain laye 
und weltlich wiri. Hs siegeln der Abt und fiir Hochriitiner Ulrich Sdérri, Altbiirgermeister 
zu St. Gallen. — An der nahsten mittwoch nach sant Bartholomes tage, 1445. 


Stadtarchiv St. Gallien, Spitalarchiv, Tr. E. 22, Nr. 29. — Pergament-Original mit offen hangenden 
(beschddigten) Siegeln. — Vgl. Nr. 4658. 


4700. — 1445 August 30.') (Feldkirch). — Vogt Ulrich der jung von Miatsch, graff 
ze Kirchperg, vogt ze Veltkirch, erwidert dem Birgermeister und Rat zu St.Gallen 
auf ein abermaliges Schreiben von wegen der von Ramswaug und Hansen von Empts, 
antreffent ir spenn, zwitischent in ufferstanden etc., er habe gemaf seiner Zusage (s. Nr. 4698) 
nach Hans von Ems gesandt und mit ihm dariiber geredet. Und was sin antwurt: er hab 
uff die gitt erlangte und behabte recht nach innhalt siner brieff, und von wegen sdlicher 
erlangter und behabter recht so hab er sich der git understanden und vermayn, sich der 
ze halten. Sy aber, das in darumb jeman anlang, dem well er gelycher, pillicher recht darumb 
sin an den ennden, wa das pillichen sie. Auf seine Bitte aber habe der von Ems eingewilligt, 
mir zu vergunnen, giitlich tag daran zu seczent zu versichen, ob ichts anders oder bessers 
in der sach getroffen oder funden moécht werden, was er dem Geser und her Lienharten, 
sinem sun, angezeigt habe. Er bittet nun um Mitteilung, ob die von St. Gallen einverstanden 
seien, indem er seine Hilfe fiir Beilegung des Zwistes anbietet. —- Geben uff mentag vor 


sant Zenen tag, 1445. 
1) Zur Datierung vgl. Nr. 4698. Im Bistum Cur wurde nach Grotefend, Zeitrechnung II 2, S. 186, Zeno 
episcopus am 2. September gefeiert. 


Stgdtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelspuren a ft. 


4701. — 1445 September 1. Luzern. — Die eidgeniéssische Tagsatzung schreibt 
von Luzern aus an Hauptmann, Ammann and Rat zu Appenzell, sie habe auf Bitten 
der St.Galler die Leute in der gemeinen Vogtei bei Konstanz, die zur Hdlfte dem von 
Klingenberg, zur Halfle dem Konrad Paier gehore, mit Leib and Gai bis auf Wider- 
raf und acht Tage darnach sicher gesagt. Die Appenzeller méchten also die Ihrigen an- 
halten, diese Sicherheit zu beobachten. 

Staatsarchiv Luzern, Abschiede. — Regest: Hidg. Abschiede II, Nr. 291. — Vgl. Nr. 4695 f. 


4702. — 1445 September 21. Buchhorn. — Hans Méittellin, jetz zi Baichhor, 
schreibt an Biirgermeister und Rat zu St.Gallen: Als ich itich von des Echingers und 
miner sach wegen vormals und jetz big Hansem Schefmacher, minem knecht, am nichsten 
sunentag nach Felice et Regule (12. September) MCCCCxlv geschriben und ir mir big im ge- 
antw(u)rt, ir habind dem Echinger die brief wider ussin geben, das mich doch nit gar billich 
bedunket sin tiber sdllichy wort, so ich doch mit iiwer wishait geret und iich gebetten, die 
brieff jederman zfii sinem rechten zi behaltind und nit heruS zi gebint, wan ich in die brief 
geret und fiiro darin zi redint habe, wan ich der brief zi minem rechten gen dem Echinger 
und den Schiben bedurffen werde, und iiber séllichs ir mit mir do verliessend, wider fiir 
tiwer wishait zi verkiindint, als ir och vormals vor mir och uffschleg und ander tag ver- 
kiindet hatand in der sach, des ich mich och also aber gehalten und daran gelaufSen han. 
Dabig mugind ir selbs wol verstan, das ich des unbillichen engult und darinn von miner 
gerechtikait unbillichen gedrenget w(u)rde. Hr biltet also, Sorge dafiir zu tragen, damit ich 


Kaspar 1442—1463. 115 


also umb das min nit kome; andernfalls kénnte er nicht ohne Recht davon lassen. Schrift- 
liche Antwort durch den Boten. — Geben 24 Bichhorn, an sant MaritziuB abent, 1445. 
Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegetresten a t. 


4708. — 1445 September 30. — Hainrich von Elrbach, ritter, dem Abt Kaspar 
von St.Gallen als dem Lehentradger zu Handen seiner Ehefrau Barbara von Bodman 
(Bodmen) durch offnen gesiegelien Brief die Fesie Megkingen samt Zugehorde zu lechen 
gesendet hat, ein Gotteshauslehen, das durch Erbschaft von Hans Konrad von Bodman 
sel. an die Frau gefallen ist, gelobt gegen Abi und Gotteshaus alle Pflichten eines Lehen- 
mannes zu erfiillen. — Uff dornstag nach sant Michels tag, de& hailigen ertzengels, 1445. 

Stiftearchiv St. Gallen, Lehenarchiv Bd. 1, 8. 168. — Klosterdrack. ) 


4704. — 1445 Oktober 18. — Ulrich Knehtly, jetzo sesshaft ze Berg, verkauft 
seinen Hof genamt Frankenriity und daselbz gelegen, stosset an Lanquatten, an 
Pfawenmos, an das Kirchtobel und ain Hainberg, samt Zugehérden dem Horman zer 
Aich von Pfawenmos um 109 & 4 Si.G.W. Aus dem Hof geht nichis als gon Sant Kathe- 
rinen ze Santgallen 24 Viertel Kernen, 1 Malter Haber, 15 £ 4, 8 Herbsthiihner und 
100 Kier jahrlichen Zinses. Fiir Knechtli siegelt Hans Sdrri. — Des nichsten mintages 
nach sant Gallen tag, 1445. 


Stadtarchiv St. Gallen, Schaffneramt Turgau, Tr. B, Nr.8. — Pergament-Original mit offen hangendem 
Siegel. 


4705. — 1445 Oktober 28. (Bregenz.) — Hainrich von Sengen, vogt, und Hain- 
rich Kayserman, amptman ze Pregentz, schreiben an Biirgermeister und Rat zu 
St. Gallen: Uch ist wol wiSentlich von der armen liit wegen, die zi Appenzell umb ain 
brantschaczung zd giseln ligen und die dem hochgeboren unserm genddigen hern marggrauf 
Wilhelmen von Hochberg etc. zi versprechen stand, nachdem ir vorher ettwieoft itiwer 
erber rauczbottschaften von iren wegen by den von Appenzell gehebt hand. Nun haben sie 
die von Lindau ersucht, eine Ratsbotschaft auf kommenden Sonntag (31. Oktober) in der 
Sache nach Appenzell zu senden, wie die St. Galler von derselben vernehmen werden, und 
bitten, man wolle threm Herrn und thnen zu Gefallen ebenfalls auf diese Zeit ihnen eine 
Botschaft aus dem Rat nach Appenzell zi den hoptliiten und riatten lihen und mii den 
Lindauer Boten abordnen und sunder den Hoéren, ob der darzii komen miig, oder sonst 
ainen andern treffenlichen itiwers rautz. — Datum ipsa die Symonis et Iude appostolorum, 1445. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. — Vgl. Nr. 4686. 


4706. — 1445 November 1. — Albrecht von der Braitten-Landenberg ze Klingen 
und Mantz von Roggwilr schreiben an Birgermeister und Rat zu St.Gallen: Als iich 
villicht wol wissenlich ist, wie wir laider mit dem krieg beladen sind und darin komen, also 
wandlent unsser knecht in iiwer gebiet, unsser fint ze suchen, und werdent von den iiwern 
fast gehindert. Och so kumt un8 fiir, wo wir za iinsser finden in tiwer gebieten griffen wurden, 
das ir und die tiwern tins yllen und das weren maintend, des wir iich doch nit getruwen. 
Sie bitten daher ernstlich, mit den tiwern ze schaffen, och selb daran ze sin, ob wir oder 
unsser knecht zi den iiwern wandeln wurden, uns an iissern vinden ungeiert ze lassen und 
tins nit ze yllen. War aber, das wir oder unsser knecht itich ald den tiwern iitz ze misgriff 
nemen, das wir doch nit mainen ze thin, so sendent friintlich zi tins; so wellen wir tich 
und den tiwer bekeren als friintlich, das wir getr(u)wen, das ir ain bendigen daran haben sollen, 
wenn wir an unsser gewarssamy komen. Schrifiliche Antwort durch den Boten. — Geben 
an Aller hailligen tag, 1445. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


116 Kaspar 1442—1463. 


4707. — 1445 November 1. — Ulrich Kés, den Biirgermeister und Rat zu St.Gallen 
von mins verschuldens und tibersehens wegen in ir vangkniisse genomen hatten, schwért bei 
seiner Freilassung, die Gefangenschaft nicht ze 6ferend, ze miinden noch ze vechend, denne 
darumbe ain gantz luter, redlich und uffrecht urfeht ze haltende und um Ansprachen an sie 
sich des Rechtes vor Biirgermeister und Rat zu Lindau, um Ansprachen an Biirger vor 
Rat oder Gericht zu St. Gallen geniigen zu lassen; widrigenfalls soll er ain erloser, mainaider 
man heifen. Fiir ihn siegeln Ulrich Séri, Reichsvogt zu St.Gallen, und Diethelm 
Blarer'zu Wartensew. — Am ersten tag des Wintermonats, 1445. 

Stadtarchiv St. Gallen, Tr. XXXIV, Nr. 120. — Pergament-Original mit offen hangenden Siegein. 


4708. — 1445 November 2. (St. Gallen.) — Biirgermeister und Rat zu St.Gallen 
erwidern dem A(l)brehten von der Braiten-Landenberg und Mantzen von Rogg- 
willr auf deren Schreiben: das wir tich in sdlichem und dch andren sachen geren woltin 
tin, das tich dann lieb und dienst ware, danne als iich wol wissent ist, das wir ze disen 
ziten schwar, treffennlich vyenschaft haben, vor den wir iins wol bedurffent ze vorsehen. 
Nun ist iins also menglich nit bekant, so danne als in iinser gebiet rittend alder gand. Hierumb 
so haben wir den iinsern bevolht, wenn das wire, das jeman die tinseren schadgen und das 
ir nemen wolte, das sy das ufhaben zem rechten. Wanne wa die itiweren ir vigent sichten 
als in tinsern gebieten, dadurch die tinsern nit geschadget wurdint, wire tins ser und laid, 
das die iiwern als von den tinseren jenert gehindert alder gesumpt wurdint in dehainen weg. — 
Datum ipsa die Omnium animarum, 1445. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Kopie in gleichzeit. Schrift. 


4709. — 1445 November 11. bis Anf. Dezember. Constanz. — Zwischen Vertretern der 
Karfiirsten etc. und den Hidgenossen findet zu Constanz ein freundlicher Tag statt 
iiber die Streitigkeiten zwischen der Herrschaft Osterreich und Zirich einerseits und 
gemeinen Hidgenossen anderseits. Dabei bielen die Lidgenossen hinsichtlich der Streitig- 
keiten mit Osterreich der Gegenpartei ain liitrung nach der richstetten raut uf vier rich- 
stett, ainen burgermaister und clainen raut, uff welhe statt ain herschaft under den vieren 
wolt, namlich Uberlingen, Lindow, Ravenspurg und Sant Gallen an, ob sie nit 
billich by sdlichen verschribnen, verbrieften rechten, als wir dann geantwurt hetind, beliben 
sdllint oder ob wir pflichtig wirind, fiirer recht ze bietend. Doch will die Gegenpartei nicht 
darauf eingehen. 

Stiftsarchiv St.Gallen, Rubr. Xill, Fasc. 6. — Abdruack: Hidg. Abschiede II, Nr. 191. 


4710. — 1445 November 11. Altstétten. — Ammann und Rat zu Altstdtien er- 
widern dem Birgermeister und Rat zu St.Gallen auf ein Schreiben als von frow Kiingiind 
Thtimin armen liten wegen, sie hdtten mit denselben geredet: wollen sy also by uns sin 
in unser statt und iiber unser leczy wandlen, daz sy den do also swerend zu denen von 
Appenzell als och wir. Das was uns och gehayssen von denen von Appenzell, und ist uns 
och fiiro aber botten und gehayssen von ainem hoptman und ratt ze Appenzell, daz wir sy noch 
niemant andern sdllen zii uns lassen wandlen noch tber unser leczy, es sy denn sach, daz sy ze 
denen von Appenzell swerend als och wir. Was ir aber an denen von Appenzell migent han 
umb sdlichs, das ist uns wol geton. — Geben und besigelt ze Altstetten mit unser stat 
insigel dem minder, uff sant Martis tag, 1445. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. — Regest: Appenzeller 
Urk. I, Nr. 783. 


A’711. — 1445 November 19. — Petermanvon Raren, fry, herr zi Togkenburg, 
teilt dem Biirgermeister und Rat zu St.Gallen auf ein Schreiben von des Schmukis 





Kaspar 1442—1463. 117 


wegen mii, das die minen fiirgenomen haben: welhe die sind, so dem sturm nit nachkoment 
und in der grafschafft siczend, das die minen die mit recht darumb fiirnement. Und welher 
sich da entreden mag, das er den sturm nit gehért noch gewist hab, der mag des billichen 
geniessen; welher sich aber des nit entreden, kan ich den minen nit vorsin, ich mist die 
straffen lAssen. Harumb, lieben friind, sond ir nit zwifel haben, das ich in 4n recht welle 
striffen lassen. — Geben an frytag nach sant Othmars tag, 1445. 


Stadtarchiv St. Gallien, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


4712. — 1445 November 22. — Abt Kaspar von St.Gallen bestdtigt dem Hans 
Kramer von Gupfen die Lehenschaft iiber den Zehnten aus dem Hof zu Gupfen samt 
allen Zagehorden, wie thn dieser von Burkhart Schenk von Castel gekauft und von 
Abt Eglolf sel. als Lehen empfangen hat. — Am niéhsten mentag nach sant Othmars 
tage, 1445. 


Stadtarchiv St.Gallen, Spitalarchiv, Tr. D. 16, Nr. 5. — Pergament-Original mit offen hangendem 
Siegel. — Vgl. Urkundenbuch V, Nr. 4202. 


4718. — 1445 November 22. — Ulrich Vitter von Rorschach erkldart, er habe von 
Abt Kaspar von St.Gallen des Gotteshauses Hofstait zi Roschach im dorff gelegen, 
stosset obnen an der Baderin acker, undnen an die lantstra8 und andrenthalben an den 
kelnhof, als Zinslehen erhalten auf des Ables und seine Lebenszeit gegen einen jJahrlich auf 
Martini zu entrichienden Zins von 6 £B ~. Bei seinem Tod, ebenso beim Tod des Ables, wenn dieser 
vor ihm stirbl, fallt das Lehen an das Gotteshaus zuriick. Fiir Vitter siegelt Rudolf Gelter 
von St. Gallen. — Am néhsten mentag vor sant Kathrinen tag, 1445. 


Stiftsarchiv St. Gallen, N. N. 1. J. 8. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Stegel. 


A714. — 1445 November 24. (Langenargen.) — Hug, grauff zi Montfort, schreibt 
an Biirgermeister und Rat zu St.Gallen: Lieben und gitten friinde, als ir tin’ jetz aber 
geschriben haben von Jergen Gmunders und sines ysses wegen, das im denn die iinBern 
uff dem Se genomen haben, und iinf gebetten, im daz also wider ze schaffen: Lieben friind, 
nun verstand ir selb wol, das tinser winde durch das yssen als gréslich gesterckt werden und 
uffenthaltung habennt als von kainen andren sach wegen. Si kiinnen dch des yses alf wenig 
enbern als iitzit ander8, und ist iinB och also verbotten worden, das issen, das den finden 
werde, nitt hiniiber ze laussen. Och habent wier den iinBern verhaissen, die denn uff sdliches 
ligen und hiten, nit wider ze geben, warzi ‘sy denn recht haben; denn wier haben es vor- 
mauls als offt iich und andren wider geben, daz sy darab unwillig w(u)rdent etc. UnB ist 
- Sch treffenlich darumb zigrett worden zi menigem maul etc. Und wie doch wier der sygent, 
der tich und ander stetten, iinBern giten friinden, gar zemaul fast gern ze lieb und ze friint- 
schafft werden, wo wier méchten, so kunen wier doch mit erren und glimpf etc. dch iinser 
selbs schaden schadentz halb den finden nit zi laussen gan, dardurch sy gespiset oder uffent- 
haltung haben miigen. Lr bittet, thm das nichi zu veriibeln und die eigenen Leute anzuhalien, 
dergleichen zu unierlassen. — Datum xxiiij. Novenbris, 1445. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier- Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4715. — 1445 November 26. — Hans Hermann, derzeit Ammann zu Bernang, 
erklart, dag Ulin Spiring von Haslach und Diepoltz Ledergiérwers knecht N. von 
Lindéw an ainem und Cinrat Summ von Bernang an dem andren tail in der letzten 
wymne vor thn gekommen seien und der Knecht dem Summ im Namen seines Herrn dessen 
Wiese gelegen uff Bernanger wisen, genant Tegerin, und stosset an die grossen Ach, 
als Pfand versetzt habe fiir 9 € 5'/, B 4 Landeswahrung, die Ledergdrwer dem Summ fiir 


118 Kaspar 1442—1463. 


Wein schuldete und wofiir Spyring dem Summ rechter gewer war, mil der Bestimmung, daf 
Summ, wenn thm die Schuld nichi bis Martini ausgerichtet wiirde, das Pfand darum an- 
greifen dirfe. Es sei nun der Vereinbarang gemap die Wiese Tegerin samt Zugehérden an 
der offnen frygen gantt zu Bernang am 20. November (an dem nechsten sammstag vor sant 
Katherinen tag) von Summ fir die Schuld uff die gantt geschlagen und daselbst vergantet 
und von Hainz Hénsler von Haslach um 7& % gekauft worden. Und ist daz gantten 
redlich nach der gant recht ze Bernang beschechen mit umbriffen zum dritten mal und mit 
allen andren nottiirfftigen wortten und werken. Hieriiber stelli der Ammann einen Gantbrief 
aus. — An sant Cinratz tag, 1445. | 


Stiftsarchiv St. Gallen, 0. 0. 3.).16.— Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. — Regest: 
Géldi, Der Hof Bernang, Nr. 118. 


47716. — 1445 Dezember 6. — Heinz Hdnsler von Haslach im Rheinial ver- 
kauft dem Hermann Schaipach von Haslach, seinem schwecher, sein Gut, mit namen 
die vier mannsmad gelegen uff Bernanger wisen, genant Tegerin, stosset an die grossen 
Ach, mit allen Zugehérden, wie er sie an der Gant zu Bernang gekauft hat (s. Nr. 4715), 
um 7 \) C. M. und lantzwerung. Fir ihn siegeli Hans Harmann, Ammann za Ber- 
nang. — An sant Nycolaus tag, 1445. 


Stiftsarchiv St. Gallen, 0. 0. 3. J. 17. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. — 
Regest: Géldi, Der Hof Bernang, Nr. 118, Anm. 


4717. — 1445 Dezember 10. Rheinegg. — Ulrich Payrer, vogt, und Michel von 
Fryberg, hoptman zi Rinegk, schreiben an Biirgermeister und Rat zu Si.Gallen, sie 
hatien sich uff das, und ir naéchst mit tins durch iiwer erbern pottschafft von des prandes 
zuletst by Goldach beschehen, och als von der Wetzel wegen geredt hand, bei den Leuten, 
die dabei gewesen, genau erkundigt. Befinden wir kuntlich, das die gesellen, so da gewesen 
sind, die fyend allain und insunder willen hattend ze schadigen, wirend och darumb uff 
dieselben stund und an diesglben ende uffgefarn, habend och daselbs die fynd und der fynd 
git gebrant und geschadiget. Sye da jemand anders davon der iiwer geschadigot, sye in 
insunder und och iins baiden vast laid, won ir wol vernemmen mugend, wie sdlichs ainen 
handel hat, das man die ding nit als gar birlich gesundren noch geschidigen mag. Ir séllend 
aber in giten triiwen tins darumb wol geloben, das wir allezit mit den iinsern schaffend 
und haissend, das sy iiwer und der tiwer schonend; won iins laid wiér, das ir durch iins 
und die tinsern jenert wylend der léffen geschadiget wurdent, wiewol iins warlich fiirkummet, 
wie die tiwern zi zyten, so die tinsern ir fyend angriffen wellend, mit geschray und loffen 
och nachylend, das tins doch frémd nimpt. Und getriiwen, sdlichs sye iich gegen den tiwern 
nit ze willen, bittend och, ir wellend sdlichs mit den iiwern ernstlich fiirkomen, das sdélichs 
nit mer beschech. Dann hetten tinser gesellen von tinsers empfelhens wegen der tiwer nit 
wellen schonen, so méchtend sy zi dem Rainer ze Goldach zenichst, do er mord iiber 
sy schray, wol griffen haben, das aber nun nit geschach von sdélichs woltriiwens wegen, so 
wir allezit zi iich hand. Dann von der Wetzel wegen, die sach die bestat also in gitem 
von ir wegen, also das sy von iins und den, so tins nunzemal ze versprechen stand, ain git 
sicherhait hand und haben sdllend. — Datum zi Rinegk, uff frytag vor Lucie, 1445. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


4718. — 1445 Dezember 10. — Jos und Hanns die Pfauwen, gebrider, und Claus 
Hecht erkldren, sie seien mit Biirgermeister, Rat und gemeiner Stadt zu St.Gallen, deren 
Feinde sie bisher von Walther von Kénigseggs (Kiingseggs) wegen gewesen, gitlich und 
friintlich betragen und tiberbraucht .., damit wir der sach halb nicht mer ir vyend, sunder 


Kaspar 1442—1463. 119 


ir git, versént und verricht friind haissen und sin siillen und wollen. Fiir sie siegeli, da 
sie aigner ergrabner insigel nit enhaben, Rudolf Besserer (Bessrer), Birger zu Ravens- 
burg. — An frytag nach sant Niclaus tag, 1445. 

Stadtarchiv St.Gallen, Tr. XXXI, Nr. 87,7. — Papier-Original mit vorn aufgedriicktem Siegel. 


4719. — 1445 Dezember 138. (St. Gallen.) — Abi Kaspar von St. Gallen nimmit von 
Bartlome Merk von Ronwil, der vom Golleshaus das git und mili inn Bichen, in 
Waltkilcher parrochie gelegen, stosst an Len und an Ramschwag und an die Sitter, 
za Lehen hai, einen jahrlichen Zins von 1 ® % aus diesem Gui auf und belehni damit den 
Johans Berger, Leuipriester zu St. Laurenzen, dem Merk den Zins zu Handen der 
Leutpriesterei verkauft hat, und Rudolf Bek, den Schreiber, als Lehentrdger. Der Zins 
ist je auf Martini nach St. Gallen zu entrichien. — An sant Lucien tage, 1445. 


Stadtarchiv $t. Gallen, Spitalarchiv, Tr. E. 22, Nr. 836. — Pergament-Original mit offen hangendem 
Siegel. — Vgl. 10. Januar 1446. 


4720. — 1445. Langenargen. — Hug, grauff zi Montfort, erwidert auf eine Be- 
schwerde von Birgermeister und Rat zu St.Gallen, wie tich Hainrich Schriber, iiwer 
burger, fiirbracht habe, das im die iinBern fiinff farder faststengrétt genomen haben etc. . .: 
Sélich firbringen, als der obgenant Hainrich Schriber getan hat, nimpt iins fremd; denn 
das git ist der Aidgenossen, iinBer finde von Basel und ander, das iin& Sch also war- 
lich verkuntschafft ist etc. Hierumb bitten wier uich friintlich, das ier von séllichem schriben 
laussen, Sch den Schribner, wiern burger, underwissen, das er: von sdlicher clag und fiir- 
bringen lausse. Was sodann die Bitte betrifft, im ain pfund yssen iiberffiren laussen, das 
er zi Baichorn habe éefc., erwidert er, das kennen noch turen wier nit getin; denn ir selb 
wol verstind, daz die finde al mercklich durch das yssen gescherckt werden und uffent- 
haltung haben als von kainer andren sach etc.; dch ist iinB sdliches enpfolchen worden ze weren 
etc. Hr bittet, dies nicht iibel aufzunehmen. — Geben zi Argen, 1445. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel a t. — Vgl. Nr. 4714. 


AG21. — (1445.) — Hin Pfeiffer Ludwig erinnert Birgermeister und Rat zu St. Gal- 
len, wie ir mich Ludwigen, pfiffer, und min zwen gesellen vor etwas kurtzer gezites zi 
diener und kneht bestellet und gedingt habent als umb ainen benanten lon und mit under- 
schaid und beredungen... In dem so sint min zwen gesellen von hinnen geschaiden. Nun 
hab ich zwen from, erber gesellen bestellet und nach den gesant, die also her zi mir komen 
sint, die wolhabent sint der gedén, als mit der pfiffen ir wol vermerket und gehért habent. 
Nun bittet er mit den beiden, dafZ man iins bestellen und ze diener und knehten halten 
wolle gemag der mit seinen ersien Gesellen getroffenen Vereinbarung. — Datum fehlt. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier- Original mit Siegel unter Papierhiille. — Die Schrift sehr 
adhnlich wie 2. November 14465. 


A722. — 1446 Januar 10. (St. Gallen.) — Bartholome Merk von Waldkirch ver- 
kauft einen jdhrlichen Zins von 1% ~% aus seinem Gut genannt Buch, gelegen by Ttirly- 
wangen in Waltkircher kirchhéry, stosset an der von Ramschwag wisen, an das Len 
und an die Sittren, usser hus, zimberen, segen, segstatt, miily, miilstatt, pliiwel, pliiw(el)- 
Statt und sonstigen Zugehérden dem Hans von Berg, Leutpriester Sant Laurentis 
kirchen zu St.Gallen, an zway jarzit, daselbz jirlich ze begiinde, um 208% . Der Zins, 
Lehen vom Gotteshaus St.Gallen und vor diesem gefertigt (vgl. Nr. 4719), ist je auf Martini 
nach St. Gallen zu entrichten, wofiir das Gut und der sonstige Besitz des Verkdufers haften. 
Fir Merk siegelt Konrad von Watt. — An dem zehenden tag dez manotz Genner, 1446. 

Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. E. 22, Nr. 86. — Pergament-Original,; das Siegel fehlt. 


120 Kaspar 1442—1463. 


4723. — 1446 Januar 23. (Castel.) — Mantz von Roggwilr schreibt an Biirger- 
meister und Rat zu St.Gallen: Mich ist fiirkomen, wie ir und die itwern redent, ich halt 
tich uwer vind in mim huss, daru8 sy iich beschadigint, und mainent, wo ir min knecht by 
in ergriffent, sy ze vachen und ain mit dem andern lassen ze gon etc. Das befremde ihn; 
denn ihm sei nicht bewuft, das ich iiwer vind dehainen halt noch gehalten hab, dadurch 
tich noch den tiwern kain schad zigefigt worden sig, und er wolle es auch hinfort verhiiten. 
Wol wandelt mangerlay liiten z mir, so zi minr herschaft von Osterich krieg gewant sind, 
da ich nit wais, welhy tiwer vind sint oder nit. Man mége ihm diese nennen, so wolle er 
sich nach Wunsch verhalien. Er bittet also, den Reden keinen Glauben zu schenken und 
mich und die min ungehindert gen unssern vinden ze lassen, nachdem und ir minr herschaft 
von Osterich, och mir vor zigeseit hant. Schriftliche Antwort durch den Boten. — An suntag 
nach sant Angnessen tag, 1446. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel a t. 


AYV24. — (1446) Januar 24. (St. Gallen.) — Biirgermeister und Rat zu St. Gallen er- 
widern auf das vorangehende Schreiben: Lieber Mantz, als du uns geschriben hast, wie 
du gen uns verlaidet sdllest sin von dez wegen, das du unsre vyend uff unsern schaden 
in dinem hus enthaltest etc. .., nu haben wir dich nye dafiir gehept, das du yemand gestattnest, 
uns uf dem dinen oder darin zu beschadigent .. Doch kompt uns wol fiir, das ettlich zu 
dir wandlent, die uns angriffen und in ander wys beschadiget hannd, denne erlich oder red- 
lich sye, won si uns nye entseit hant. Wir haben och mit in niitz dann gits gewyst ze tind 
haben, darumb si von den erberen billich ze oberend werind. Du solt dich aber niitz dann 
gitz zu uns versehen; desglichen wir uns zu dir och tigend. — Datum xxiiij. Januarij. 

Stadtarchiv St.Gailen, Missiven. — Hntwurf auf Papier. 


4725. — 1446 Januar 25. Luzern. — Die eidgendssische Tagsaizung beschlieft, 
Schwiz solle denen von St.Gallen schreiben, dap sie Cuni Schnewif und Lorenz 
Martin aus der Feindschafi lassen. — Pauli Bekerung, 1446. 

Staatsarchiv Luzern, Allg. Abschiede A68 — Regest: Hidg. Absch. II, Nr. 296e. 


4726. — 1446 Januar 26. — Freiherr Petermann von Raron (Raren), Herr zu 
Toggenburg, gibt den Hans Loser gen. Schnider, seinen Leibeigenen, in Ansehung 
getreuer Dienste dem Abt Kaspar von St.Gallen an dasselb gotzhus ledclich und los. ., 
also das er hinfiir an das vorgenant gotzhus gehéren und dem egenanten minem herren abbt 
Caspar und sinen nachkomen gewiartig, dienstbar und gehorsam sin sol als ander desselben 
gotzhus liite und sy ouch zi im bi sinem leben und nach tod alle die recht haben sollen als 
zii andern des genanten irs gotzhiis liiten, ungevarlich. Hr gibt auch den Loser zu Handen 
von Abt und Gotteshaus auf und leistet Verzicht auf alle Ansprache. — An der niahsten 


mittwoch nach sant Pauls tag der Bekerung, 1446. 
Stiftsarchiv St.Galien, D.D. 3. F.6. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 


4727. — 1446 Februar 5. (St. Gallen.) — Hans Kurtzer und seine Ehefrau Fida 
verkaufen einen jahrlichen Zins von 2 Mutt Vesen St.G. M. aus der Frau sechstentaile des 
hofz und gitz genant Erlaholtz und daselbz gelegen, ihrem vdterlichen Erbteil, stosset 
an Riedy Hafners git und zi den andren sidten an die andren tail desselben hofz, samt, 
Zugehérden dem Meister Hans Schnabelburg, dem GlockengieBer, um 7 € ). Der Zins 
ist je auf Martini nach St. Gallen zu entrichten, wofiir das genannte Sechstel und der sonstige 
Besitz der Verkdufer haften. Fir diese siegelt Konrad Kapfmann. — An sant Agten 


tag, 1446. 
Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. A 19, Nr.5.— Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


Sic ee SESE a eS 


Kaspar 1442—1463. 121 


4728. — 1446 Februar 6. — Diepolt von der Hohen-Sax, fry, lan(t)richter im 
Turge, erwideri dem Birgermeister und Rat zu St.Gallen von des Schachers, wiers 
biirgers, wegen, wie ir gern ain wissen hettint, we ich in ubgetéttinget hette: La ich iich 
wissen, daz er verzert hat und von hiiettis wegen lvij guldin. Da han ich getiattinget umb 
xxxlij guldin, und hat der knab haimlich verhaissen iiij guldin und hat mir verhaisen, die 
xxxiij guidin ze gend uff yecz an fritag, der vorgangen ist; des hat er geschworen liplich 
(aid zi) got und zi den hailgen. Fiirbas von der schaczung wegen, alB die ritter mainint, si 
habint recht zi im, da weltan sy mir in nit usser lén, ich versprich denn, in ze stellent za 
aim friinthlichem tag gen Clingen, da ze verhGrint, ob er schuldig war oder nit; wir er 
schuldig, so sdlt ich in wider anttw(u)rten oder aber | guidin. Und ist mir der tag geseczt hine 
ze mitterwasten (27. Marz), viij tag vor oder nach, wen si mich manent, und wen si mich 
manent, so wil ich tich kunt tin; ftir sdélichs han ich versprochen und das han ich alls getén 
von tiwer wegen. Er bittet, Schacher anzuhalien, daz er mir gnig tiieg. — Geben an sant 
Thoroden tag, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4729. — 1446 Februar 7. (Bregenz.) — Heinrich von Sengen, Vogt zu Bregenz, 
erwidert auf ein Schreiben von Biirgermeister und Rat zu St.Gallen: Alz ir mir und ainem 
amman und rate ze Pregentz geschriben hand von ettwas korns wegen, so den uwern uff 
- dem See genomen ist etc.,.. so han ich nach den knechten gesant und mit inen gerett usB 
den sachen. Also sprechent die knecht: sy haben korn genomen by andern ding, so iinsern 
vinden zugangen solte sin, und haben och die firliite kain brief gehept, alz sy haben sdlten; 
darumb so haben sy das korn mit dem andern git genomen und das verbiitt und vertailt 
und mainen och, nach gestalt der sachen recht darzi haben. Jm iibrigen erbietet er sich zu 
Diensten in allen komenlichen sachen. — Geben uff mantag nach Dorothee, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelspuren a t. 


4730. — 1446 Februar 8. (Ravensburg.) — Vor Luiz Gafler, Biirger zu Ravens- 
burg, derzeit Staithalter des abwesenden Stadtammanns Jos Huntpis des jiingern, der 
ze Ravenspurg in gesessem raute dffenilich zu Cerichi sitzt, erscheinen Peter Sensen- 
schmid, Birger zu Niirnberg (Nuremberg), und Johannes Miller (Muller), derzeit 
Stadtschreiber zu St.Gallen, im Namen von Biirgermeister und Rat dieser Stadt. Sensen- 
schmid ladgt durch seinen reder Jakob Schellang fragen, ob nichi Miiller, da er sich 
gegen ihn ins Recht gestelit, gewalte zégen oder trostung tin sdlte dafir, daB die von 
St. Gallen den Rechtspruch anerkennen wiirden, worauf Miiller durch seinen reder Ytaln 
Huntpis erwidert, es sei nicht Brauch derer von St. Gallen, dehainem irem rautzbotten, den 
sie an solich ennde und nicht usser land uff frémde gericht sannten, gewaltzbrief tzu geben; 
denn sy inen darin nichtzit redten; inen noch im waren och sine zuspruch nit lutter wissent 
wan sovil ain sach; mainte er, inen darumb czuzesprechen, so wolte er das recht fiir die- 
selben sine herren von Santgallen und gemain ir statt, daby czu beliben, mit im selbs gerne 
vertrosten; doch halite er fiir billig, daB auch Sensenschmid Biirgschaft leiste. Dieser ant- 
wortet darauf, seine Ansprache sei den St. Gallern und dem Miiller (Mulner), nachdem sy 
deBhalb ainander mer denn ainest geschriben hetten, wohl bekannt; wolle Miller ihm dafiir 
fursprechen, des ware er wol benigig und wolle seinerseits ihnen mit Hannsen Murer, 
yewilen burgermeister ze Walsew, der da under ougen stunde und des selbs bekenntlich 
was, Biirgschaft leisten. Nachdem sie gegenseitig sich mit der Biirgschaft einverstanden er- 
klart, klagt Sensenschmid: Wie sich vor ettwas vergangen jaren und zyten gefigt, das er 
ettwas siner war und kouffmanschafft einem, genant Hanns Hagenwyler, ze kouffen 

16 


122 Kaspar 1442—1463. 


geben hette, daby er im ain genante summ geltz schuldig belibe. Ye darnach wurde er ver- 
nemen, das sich desselben Hagenwylers sachen annders schickten, denn im villicht lieb wire, 
und doch daby verston, das er Hainrichen Switzlin von Santgallen uber ettlich sin habe 
und gut michtig gemachet, im das ingeben, empfolhen und zigefigt hette. Hr habe deshalb 
zu Niirnberg an demselben Hainrichen Switzlin des Hagenwilers Gut, was er davon inne oder 
woriiber er Gewali habe, rechtlich verheften lassen, sei ihm nach St. Gallen nachgereist, habe thn 
vor Recht genommen und sei da mit ihm nach Nirnberg zum Recht verwiesen worden laut eines 
vorgewiesenen gesiegelien Briefes, von dem das Gericht Hinsicht nimmt, aus dem zu ersehen, 
dap in St.Gallen gesprochen worden sei: falls er in Nirnberg dem Schwitzlin ichzit mit recht 
abbehtbe, mochte er des denn von im nit bekomen, so wolten sy im gerichtz und rechtz 
gegen im gnigsamlich gestattnen. Jn Niirnberg habe er dann einen Spruch erlangt laut 
ebenfalls vorgewiesenen Briefes: sydmals und er der erste verbietter des eberdrten Hagen- 
wylers habe und gut an Switzlin ware, das er im denn umb sin schulde von der habe und 
schuld wegen, der in derselbe Hagenwyler machtig gemachet hette und wy im verbotten 
ware worden, genig tin solte. Darauf habe Schwitzlin ihm ainen schultbrief mitsampt ainer 
schuld darinn begriffen, die im ettlich von Santgallen von des egemeldten Hagenwylers wegen 
schuldig waren, eingehdndigt, den er dem Schwitzlin als Bevollmdchtigtem wieder iibergeben 
und sinen aigen schinbotten mit ihm nach St. Gallen gesandt habe mit Auftrag, die Schuld fiir 
ihn inzufasen oder ihm den Schuldbrief wieder auszuhdndigen. Als nun die beiden sich vor 
Biirgermeister und Rai verfiigt und diese sin clag und sollich schuld und den schuldbrieff ver- 
hort, hatten sie den Brief zuriickbehalten, Schwitzlin austreten heiBen, wieder hineingerufen und 
schworen lassen zu tun, was sie ihn heifen wiirden, und nachdem dies geschehen, unter anderm 
zu ihm geredet: Du wirdst den brief hinder uns ligen laussen. Das diinke ihn unbillig, und 
wiewohl er danach Schwiizlin um den Schuldbrief zu Niirnberg wieder vorgenommen, sei dieser 
wegen des Vorgefallenen ihm mit recht ufgangen und nicht vellig worden, denn so vil: im 
an siner schulde unschadlich, laut eines dritten Briefes. Er begehre deshalb, dap die von 
St. Gallen angewiesen wiirden, im denselben sinen schultbrieff und och die schuld, darinne 
begriffen, ob die gar ald ain tail ingenomen wire, ane engaltnu8 und unversert unver- 
zogenlich zu sinen handen zu anttwurtten und im daby sinen schaden abzelegen. Der Stadt- 
schreiber erwidert darauf, er wende gegen die Briefe nichts ein; auch mége wohl sein, daf 
Hagenwiler dem Schwitzlin Gewalt tiber einen Teil seiner Habe gegeben habe. Denn sich 
hette gemacht, das derselbe Hainrich Schwitzlin an stat des yetzgenanten Hagenwiler ain 
schuld am Heringsew ingepraucht und do dasselbe gelt ettlichen iren burge(r)n uff wechsel 
geliehen hette nach sag eins schuldbriefs daruber gegebner; und als des ettlich annder, den 
derselbe Hagenwyler ouch schuldig ware, gewar und innen wurden, die firen zu und ver- 
leitten sollich schuld mitsampt dem schuldbrief an dem oftgenanten Hainrichen Schwitzlin, 
hditen thn auch rechtlich vorgenommen und erlangt, daB er ihnen Schald und Schuldbrief 
iibergeben solle, und als er sich sperrte, habe auf Klage hin der Rat ihn kommen lassen und 
angehalten, den Brief auszuhdndigen. Da sie dabei keine Gewali gebraucht, nur das Recht ge- 
fordert hdtten und Sensenschmid an dem Schuldbrief nicht teil habe, sondern die Schald dem 
Schwitzlin von Hagenwilers wegen zustehe, der den Ihrigen schulde, so glaubten sie, auf die 
Ansprache Sensenschmids nichi antworten zu miissen. Nach der Duplik und Replik etc. ent- 
scheidet das Gericht, die St. Galler hdtten Sensenschmid den Schuldbrief, und was von der 
Schuld bezahli sei, auszuhdndigen, und wenn er auf Schadenersatz bestehe, solle darum weiter 
geschehen, was Recht sei. Da er hierauf erklart, Verzichit zu leisten, wenn ihm Schaldbrief, 
und was an der Schuld etwa eingenommen, unverziiglich tibergeben werde, so entscheidet das 
Gericht: Schuldbrief und Schuld sollen innerhalb 14 Tagen nach Ravensburg ausgehindigt 
werden; in diesem Fall sei kein Schaden zu ersetzen, andernfalis aber auch der neu ent- 
stehende Schaden, und um den alten solle geschehen, was Recht sei. Hieriiber wird dem 


Kaspar 1442—1463. 123° 


Sensenschmid ein Brief mit dem Siegel des Stadlammanns erteili. — An zinstag nach sant. 
Agten tag, der hailigen junckfrawen, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Tr. XXXII, Nr. 2. — Jnseriert in einem Vidimus von Abt Georg zu St.Gilgen zu 
Nirnberg, vom 29. August 1451. (Pergament-Original mit offen hangendem Siegel). 


4731. — 1446 Februar 15. (St. Gallen.) — Abi Kaspar von St.Gallen, der im Hof 
daselbst éffentlich zu Gerichi sitzt, nimmt von Margaret Hermann, Ehefrau des Klaus 
KGéppel von Tal, die mit Zustimmung ihres Mannes vor ihm erscheint und der Bern- 
hard Friedrich, Birger zu St.Gallen, als Vogt, Gerwig Paier (Paiger) als wiser 
und Lienhart Stidli als Fiirsprech beistehen, von den 4 & 4 jahrlichen Zinses aus den . 
Gitern ze Torna am Rotmonten gelegen, womit die Frau vom Gotteshaus belehni war 
und von denen sie 1& dem Hans Rot, Birger zu St. Gallen, vordem verkauft hat (s. Nr. 4657), 
die ibrigen 3% auf und belehnt damit den Hans Rot, dem sie mit Zustimmung thres Mannes 
auch diese um 60 & ~ St.G. W. verkauft hat. Es siegeln der Abt, Ulrich von BirZ fir 
den Vogt und fiir die Frau Lienhart Stidli, unter dessen Siegel Klaus Koppel sich bindet. — 
Am niéhsten zinstag nach sant Valentins tag, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. E. 15, @. Z. Nr. 7. — Pergament-Original mit offen hangenden 
Siegein. 


A732. — 1446 Februar 25. Langenargen. — Hug, grauf zu Montfort, versichert 
dem Birgermeister und Rat zu St.Gallen, die ihm wiederholt geschrieben haben von iiwers 
burgers Jérygen Gemiinders und ains pfund ysens wegen, seine Geneigtheit, ihnen zu 
entsprechen,; denn wir zi demselben iiwerm burger sust ain sonder git getriiwen haben, 
nachdem wir in wol kennen. Wir haben aber den iinsren und ettlichen andern, die ouch 
daby gewesen und nit iinser sind, verhaissen, das und anders, was sy also nemen und recht- 
vertig ist, nit wider ze geben, sonder inen volgen zai lassen. Jmmerhin will er, wenn einige 
der Beteiligten, die jetzt auBer Landes sind, zuriickkommen, einen Versuch machen, ob wir 
schaffen méchten, das es wider bekert wiirde. Sodann erkldri er, von iiwers burgers Hann- 
sen Beren wegen, dem denn xv guldin genommen worden sin solten, er kénne darumb 
gantz niitz antwiirten; denn dero kainer ist nit tinser, als ir in tiwer geschrifft berdren, und 
kennen sy ouch nit und wissent nit, wer sy sind. Darzi wissent wir ouch nit, das kainer 
der iinsern daby gewesen sige noch das getan habe. — Geben zi Argen, am fritag nach 
Mathy appostoli, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4738. — 1446 Mirz 1. — Bartholomee Brymilwer von Costentz erkldri, daf 
er dem Rudolf Gelier, Birger zu St.Gallen, by blechharnasch 33 fl., auf kommenden 
St. Mathias-Tag (24. Februar 1447) in St. Gallen zu bezahlen, schulde und fiir allen aus Ver- 
zégerung entstehenden Schaden aufzukommen habe. Fiir ihn siegelt Ulrich von Pirs. — 
Ze ingintem Mertzen, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Urk. Suppl. — Pergament-Original; das Siegel fehlt. 


4784. — 1446 Mirz 5. Villingen. — Herzog Albrecht von Osterreich schreibt 
an Biirgermeister und Rat za St.Gallen.: Als ir uns durch ewrn statschriber habt anbringen 
und bitten lassen, ew unser offen brif auf das schreiben, so wir unsern haubtlewten vor- 
maln getan haben von der costen und andrer notdurft wegen, ew zuczefuren, auf vier ewrer 
mitburger, ew gesworn, die ir darzw ordnen woltet, schaffen zu vertigen und ze geben, also 
haben wir uns des auf sdlich ewr bete verwilliget. Aber uns bedunket notdurftig ze sein, 
daz dieselben vier in den briefen benennet und geschriben werden; die miiget ir uns also 


124 Kaspar 1442—1463. 
in geschrift zusennden; so wellen wir ew solich brif darauf vertigen lassen und schaffen ze 
geben. —- Geben zw Vilingen, an sambstag vor dem suntag Invocavit in der vasten, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. — Kanzlei- 
vermerk r.u.: Dominus dux per Andream Halm(?), magistrum camere. 


4735. — 1446 Mirz 6. (St. Gallen.) — Biirgermeister und Rat zu St. Gallen schreiben 
an Wernher von Schinen, hoptman zu Frowenveld: ...Uns hat der vest Anthoni 
Schengk von Lanndegg. unser lieber mitburger, mit klag fiirbracht und zu erkennende 
geben, das du und ander din mitthdptliite und helffer im siner armen liiten ain tail berdbt, 
gevangen, verbrennt und hingefirt und ettlich darunder vom leben zem (tod) haben gebracht, 
alles iiber das er noch si mit nyemand nicht dann rechtlichs, liebs und gaits ze tinde habend 
gewist, ouch iiber das si recht uff dich und die andern gebotten habend und ettlicher dero 
sachen yetzo zem rechten uff dir gestanden, und aber in dem in ainer sicherhait erslagen 
syen. Sie fiihlen sich dariiber in unserm gemtte vast bekrengkt, das man sdélichs von dir 
und den andern, die zu den eren und der redlichhait gehéren solten, sagen mis, und da sie 
im Fall einer Beschwerde gegen ihren Biirger und die Seinigen sich so gehalten hdtten, daB 
zu keiner Klage AnlaB gewesen ware, richien sie an ihn als an ainen héptmann der obge- 
schribnen geschichte flizzklich und mit ernst die Forderung, das du die gevangen Ane engelt- 
niisse ledig laussen und dem obgenanten unserm burger und den sinen umb ir é6ntwerte habe 
und git wandel und bekerung tin wellest, als dann billichen sy. Schriftliche Antwort durch 
den Boten. — Datum sexta mensis Martii, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-K opie. 


4736. — 1446 Mirz 9. (Lindau.) — Biirgermeister und Rai zu Lindau schreiben an 
Biirgermeister und Rat zu St.Gallen, sie hadtten vernommen, wie sich tiwer schilmaister 
von iich ziehen welle und das ir gern ainen andern haben wilten. Nun habe der Uber- 
bringer, Johannes Redrer, sie um Empfehlung gebeten, und wan er sich nun by iins et- 
wielang zit erberclich und frémclich gehalten hat und ain giter paculari und wol gelert ist, 
alz wir von im vernemen, so bitten sie, man mége ihn zu einem schilmaister uffnemen, den 
ain zit versichen. — Datum quarta post dominicam Invocavit, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4737. — 1446 Marz 10. (Frauenfeld.) — Wernher von Schinen erwidert dem 
Birgermeister und Rat zu St.Gallen auf deren Schreiben wegen des Antoni Schenk 
von Landegg: Séllich din schriben mich und ander, so die sachen beriren sind, nauchdem 
und sich Anthoni Schenk und die sinen und ouch die dinen gegen iins haltent mit ylen, mit 
letzinen, mit wachen und mit allen sachen, wie sich dann unser viend gegen iins haltent, 
und mit gelt uff iins bietten und zi verraten und hinzigeben, mich frémd und unbillich 
nimpt; denn ich und ander iins gegen dir und den dinen semlichs iibels nit versechen hettent. 
Auch das ersichen der eren halb befremde ihn und andere; denne ich und ander wol 
wissent, daz wir von eren hie syen und zi eren und redlichait gehéren, und wissent, daz 
mit warhait anders von tins nieman gereden mag. Die Forderung, die Gefangenen ohne Ent- 
schddigung frei zulassen und fiir die gerauble Habe Ersatz zu geben, lehnt er ab. — Geben 
uff dornstag vor Reminiscere, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4738. — 1446 Mirz 11. Constanz. — Johanns Loch von Bregenz, Kirchherr der 
Kirche za Mammern im Bistum Constanz, an welche Frau Anna, Witwe Riiters 
Heinrich von Ulm sel., und deren Sthne Jorg und Heinrich von Ulm, Birger zu 


Kaspar 1442—1463. 125 


Constanz, den grofen und kleinen Zehnten zu Nafbaumen (Nusbomen), vor in den keln- 
hoff zu Mamburen und zu iro vestin Niiemberg gehoérende, mit Zugehérden geschenkt 
haben, stellt dem Abt Kaspar von St. Gallen, von welchem die Feste, sowie der Kelnhof 
und Zehnten zu Lehen gehen und der seine Hinwilligung zur Schenkung unter Vorbehalt 
eines Zinses von 1 & guien Wachses aus dem Zehnten gegeben hat, einen Revers dariiber 
aus, dap dieser Zins jahrlich auf Lichtmef durch den Kirchherrn zu entrichten sei. Fir thn 
siegelt Walther von Ulm, Domherr zu Constanz. — Zu Costentz, uff frittag den 
nechsten vor dem sunnentag Reminissere, 1446. 


Stiftsarchiv St. Gallen, BOcherarchiv Bd. 94, f. 206 — Kopie aus dem 16. Jahrhandert. — Klosterdrack in 
Bd. XXI, 8. 351 f. (Orig. ehemals unter R. R. R. 8, fase. 2, Nr. 20). 


4739. — 1446 Miirz 12. Waldshut. — Markgraf Wilhelm von Hochberg, Landvogt, 
schreibt an Biirgermeister und Rat zu St.Gallen: ihr Stadtschreiber wisse, wie Herzog 
Albrecht von Osterreich ihm, von tiwern wegen mit Hannssen von Rechberg ze 
reden, befohlen habe. Figen wir iich ze wissen, daz Hanns da oben im lannde by der ge- 
schicht gewesen und noch ist. Und nachdem wir in za Ziirich nit troffen haben, so haben 
wir mit im von den sachen nit konnen reden; doch so schriben wir yetz dem vesten Jacoben 
Trappepn, der uff dif mal ouch da oben alz ein houptman ist, und bevelhen im, mit Hannssen 
_ ge reden, in massen wir getén haben solten. Wir senden im ouch die abgeschrifften, die 
tiwer: stattschriber begriffen hat, umb des willen daz er dester eigentlicher mit im wih ze 
reden; davon so schickend im den brief, so erst ir mégen, umb daz die sachen nit gesumpt 
werden. — Geben zi Waltzhiat, an sambstag vor Reminiscere, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. — Vgl. Nr. 4741. 


4740. — 1446 Mirz 17. (St. Gallen.) —‘ Biirgermeister und Rat zu St. Gallen er- 
widern (dem Wernher von Schinen) auf dessen Schreiben: Wir haben uns zwar bessrer 
beschaidenhait zu dir versehen und dich 6néntzher in gréssrer wyshait bedacht, denne uns 
aber nu kénne bedungken, wie vast du dich selbs rimest. Denn sie hdtten thm in guier 
Freundschafi geschriben wegen des Antoni Schenk und der Schddigung seiner Leute, von 
der sie mit Bedauern vernommen. Danne wir haben den Schengken und sine armen liit umb 
die sachen gar ernstlichen ersicht, mit denen du dir selbs, als wir in dinem schriben ver- 
stannden, ainen gelinpff zu sichende mainest. Sprechend si, das sich sdlichs mit warhait 
nyemer vinden mége. Aber wie dem allem, so begerend doch wir noch si nit anders, denne 
das du dem obgenanten unserm burger sine armen liit ane engeltniis£ ledig lassest; daruff 
.80 wellent si och dir und dinen helffern rechtes vor dem durchliichtigisten, unserm gnedigisten 
herren herr Albrechten, hertzogen zu Osterrich etc., gestattnen, warumbe du und die 
andern denne zu inen ze sprechende habend. Sie bitten um schriftliche Antwort, wez wir und 
die unsern uns hieruff zu dir und den andern, in der obgedachten geschichte begriffen, versehen 
sdlient. — Datum xvij. Marcij, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Entwurf auf Papier. — Vgl. Nr. 4735 und 4737. 


4741. — 1446 Mirz 20. Bregenz. — Jakob Trapp erwidert dem Birgermeister und 
Rat zu St.Gallen auf ein Schreiben von Hannsen von Rechperg wegen, er habe auf 
ein Schreiben des Markgrafen hin das in geschrifft an Hannsen von Rechperg bracht, jedoch 
noch keine Antwort erhalten. Aber chem ich zuz im, so wold ich mit ym verrer auss den 
sachen reden, und wolt er solicher richtigung ingen, das wolt ich euch pey meinem potten 
von stund ann wissenn lassen. — Tatum zu Brégitz, ann Okuly in der vasten, 1/446. 


Stadtarchiv St.Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhille a t. — Vgl. Nr. 4739. 


126 Kaspar 1442—1463. 


4742. — 1446 Mirz 21. (Bregenz.) — Vogte, Ammann und Rat zu Bregenz sichern 
dem Birgermeister und Rat zu St. Gallen auf ein Schreiben, wie ir gern iiwer bottschaft 
by iins haben woltten von sach wegen, die iich und tins an itiwerm und iinserm geschiéfte 
irrent, und auf die Bitte, durch den Boten schriftlich sicheres Geleit fiir die Botschaft zu 
senden, der Botschaft und deren Begleitern zi tins, by tins und wider von tins untz an ir 
gewar sicherhait und gelait fiir tinser herren, die iren, und die in zi versprechen stond, ouch 
tins, und die tins zigehorend, zu. Die Antwort ist durch Abwesenheit der Vogte verzégert 
worden. — Geben und mit min Lienhart Metzgers, statammans, insigel von iinser aller 
wegen versige(l)t an menttag nach dem sonnttag Oculi, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4743. — 1446 Marz 22. (Frauenfeld.) — Wernher von Schinen, Hauptmann zu 
Frauenfeld, erwidert dem Biirgermeister und Rat zu St.Gallen auf deren Schreiben: 
auf den Vorwurf der Unbescheidenheit zu aniworien sei nicht néotig, und was das Riihmen 
anbetreffe, so hdtten sie sein Schreiben villicht wol verstanden. Doch waist man, ob gott 
wil, wol, wie ich mich untzher gehalten und getin hab; getriiw, es séll mir niemer zi ver- 
wysen komen. Wie aber du dich haltest und biSher gehalten haust, kan ich nit verstan, daz 
du dich selbs vast rhmen kunnist mit der warhait etc. Auf den Vorwurf wegen seines Ver- 
haliens gegen Schenks Leute entgegnet er: Séllich din schriben und ersichen mich unbillich 
nimpt, nauchdem und sich Anthoni Schenk und die sinen gegen mir und andern. ver- 
handelt hand etc. Mit dem Recht, das sie ihm fir thren Birger und seine Leute auf den 
Herzog von Osterreich bieten, ist er einverstanden, und daz derselb Anthoni Schenk und 
die sinen gedenkent, das min gnediger her der fiirst fiirderlich gepetten werd; dez gelich wil 
ich ouch tin. Auf die Frage endlich, wessen sie sich zu versehen haben, \aus ich dich wissen: 
alz din burger und du dich untzher gegen miner gniadigen herschafft von Osterrich, gegen 
mir und auch gegen andern gehalten haust, so dann zi disem krieg gewandt sind, daz mich 
‘daz mins tails an dich bedurot und mir unlidenlich ist, — Geben uff zinBtag vor Letare, 1446. 


Stadtarchiv St.Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4744, — 1446 Mirz 23. (Langenargen.) — Hug, grauff zi Montfort, zeigt dem 
Birgermeister und Rat zu St.Gallen an, daz sich die tiwern understand, wenn wir oder 
die iinsern hiniiber an das land varen und da iinser vigent sichen wollen, iins daz ze weren 
und da zi ylen und nit lenden zi lassen, ouch daz sy iinser vigent husent und hofent und 
die iinsern uss und in daz tiwer vahen und schiatzen lassent, daz tins doch zemal froémd und 
unbillich nimpt nach sélichem und wir doch mit tich noch den tiwern nihtz wissen zu schaffen 
noch zu tind haben dann liebs und gicz, und bedorfften sich die tiwern vor iins nit ze be- © 
sorgen. Hr bittet. die St. Galler méchten die Ihrigen anhalien, daz sy tins und die iinsern 
ungeylt und unbekiimbert iinser vigend sichen und lenden und sy nit husint noch hofint 
und kain schaden uss und in das tiwer widerfaren lassent; dester gerner wir tin wéllen, 
das iich und den iiwern lieb und dienst ist. Hr hdtte auch erwartet, dag man iiber sélich 
geschrifft, so ir tins denne getan hant, eine Botschaft abordne,; da dies aber nicht geschehen, 
habe er dieses Schreiben an sie richten miissen. Er bitiet nochmals, fiir Abhilfe zu sorgen, 
und begehrt schrifiliche Antwort durch den Boten darumb und och, wez wir iins zu tich und 
den tiwern versehen sdllen. — Datum an der mitwochen vor iinser lieben Frowen tag in der 
vasten, 1446. ; 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille. 


4745. — 1446 Marz 24. — Ursel Botznowerin, wilent Hannsen Lohers seligen 
zi Pregentz eeliche wittwe, Kylian Loher, ir eelicher sun, und Cinrat Talch, ir 





Kaspar 1442—1463. 127 


tochterman, als ihre Vigle und Lehentrdger senden dem Abt Kaspar von St.Gallen ihren 
Weingarten, der im Rintal am Rotenweg zenidchst an OschwaltenSyber und unden 
an dem git gnant der Wendler gelegen ist, bisher ihr Lehen vom Gotteshaus, auf mil 
der Bitte, ihn dem Johanns (von) Widenbach, derzeit Stadtschreiber zu St.Gallen, zu 
verleihen, dem sie den Weingarten umb ain namlich summe geltes verkauft haben. Es siegeln 
Loher, Talch und fir die Frau Lienhart Meizger (Metziger), derzeit Stadtammann zu 
Bregenz. — Am vierundzwainczigisten tage des monadts Mertzen, 1446. 


Stiftsarchiv St. Gallen, F.F.F.4.A.6. — Pergament-Original mit eingendht hangenden Siegein. 


4746. — 1446 Marz 25. — Mantz von Roggwilr feilt dem Biirgermeister und Rat 
za St.Gallen auf ihre Bitte, Hanssen Springlin ledeg un engeltnust ze lassen, mit, das 
er min vinden mangerly zischub geton, och mit in geylt hatt. Daza ist iich villicht wol ze 
wissen, wie sich er und ander sin nachgeburn in dissem krieg halten, das mir und andern 
unlidig ist; darumb er gefangen ist und uch nit ze laid. Das méchten sie nit ze argem ver- 
merken; won ich han sin nit macht, on entgeltnust ze lassen. — Geben an unsser lieben 
Frowen tag ze Mitvasten, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallon, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4747. — 1446 Marz 27. — Mantz von Roggwilr erwidert auf ein neues Schreiben 
von Biirgermeister und Rat zu St.Gallen von Spriinglis wegen, daf sie nichi wiiften, das 
er icht fiirschub geton noch geilt hab etc. ..: es sei ihnen wohl bekannt, wie sich er und ander 
von Stainach gehalten haben und noch tind in dissem krieg. Dazi so ist er selb nit abred, 
er hab sdllichs geton, daby ir wol verstond nach dis kriegs léff, das er on engeltnust nit 
ledyg ze lassen ist. Er bitie also, das nit ze argem ze nemen; won ir verstond wol, das es 
iich nit ze laid geschechen ist. — Geben an suntag Mitvasten, 1446. 


Stadtarohiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Origin al mit Siegel unter Papierhille a t. 


4748. — 1446 Mirz 31. (Bregenz.) — Hans Vogt von Sumerow und Hainrich 
von Sengen, végt zi Pregentz, erwidern auf ein Schreiben von Biirgermeister und Rat 
zu St. Gallen von wegen ains tiwers burgers genant der Moser, daf dieser nicht her gen 
Pregentz in unsern gewalt gefirt worden ist. Doch haben wir die gesellen, so dann von 
unsers gniadigen hern von Osterrichs wegen hie ligen und uff dem Sew varen, besandt 
und darumb za red gesetzt. Die hand uns geantwurt, wie der genant Moser die bok und 
ander unser vind gehuset und gehofet, in efen und trinken geben, ouch sine brider und 
alle sin frind Appenzeller, by den er gewesen sye und all ir sachen gewist habe, und 
wie sy in hinder der von Appenzell letzinen gefangen und er in bekent und gesagt hab, 
wa er sy gesehen hett, so wolt er ain geschray tiber sy gemacht haben, ouch wie er iich 
ettwielang ungehorsam gewesen sy und iich in zwain jaren nie kain stiir geben haben, und 
mainen also, sy siillen in darumb straffen, haben ouch gelimpf darzd, das wir aber sin lafen, 
alz es ist. Denn ir miigen irem hoptman, so unser gnadiger herre von Osterrich hie ligen 
und im sdllich und ander sin sachen empfolhen hat, schriben und begagnen; denn uns das 
nit berfret noch angit. — Geben und mit min, Hansen Vogtz, insigel von unser baider wegen 
besigelt an donnerstag nach dem sonntag Letare, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4749. — 1446 April 5. — Thyas Gruebler zu Stiislingen, im Willer uff dem 
berg gesessen, verkauft seinen gnddigen Herren von Honburg pfrundt und més zu Radolph- 
ze1] und allen caplan, so dieselben pfrundt nemmen besingent(?), einen jdhrlichen Zins von 


128 Kaspar 1442—1463. 


1 Malter Korn Zeller M. aus seinen 3 Juchart Ackers in Blumenriite enmitten in gelegen, 
woraus nichts geht als 5 B 4 und ain jauchen(?) dem Leutpriester zu Sliisslingen, um 10 ® ~) 
C. W., die thm von der Pfrund bar ausgerichiet worden sind. Der Zins ist je auf Martini 
nach Radolfzell zu entrichten, wofiir der Acker und der sonstige Besitz des Verkdufers 
haften. fiicklisung um die gleiche Summe ist gestattet, vor Johannis ohne, danach mit 
vollem Jahreszins. Fiir Griiebler siegeli sein gnddiger Herr Burkhart von Honburg, 
vatter. — Uff zinstag nechst nach sant Ambrosien tag, 1446. 


Stiftsarchiv St. Gallen, 0.1. X. 7. — Vidimierle Kopie, von Joh. Maitheus Haim, éoffentlichem Notar, 
Engen, 25. November 1721 ausgestelit. 


4750. — 1446 April 9. — Mantz von Roggwilr teilt dem Biirgermeister und Rat 
zu St.Gallen auf ein Schreiben, wie ich den Haidern ze Dotzwil etwaz das ir genomen 
haben sdlle, mit: das die Haider saltz und anders gefirt hand, das mim genidigen herren von 
Osterich und sin helffer schadlich ist gesin an. irm krieg. Darumb so hand die geseln 
etwaz zigriff zi inn geton, und getr(u)w, das ir daran kain verdriessen haben sollen, nachdem 
und ir mim geniddigen herren von Osterich zigeseit hand. — Geben am Balmabent, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t¢. 


4751. — 1446 April 10.—16. — Ulin Badmerlin von Giittingen verkauft dem Hans 
Zimmermannund Heinrich Ganfphagel, Heiligenpflegern zu Staringen, eine halbe 
Juchart Acker, stoBet ainhalb an den Marpach, andert an den Schaden von Bodmen 
und andert an Burckhlen Hollen von Bodmen, um 58% C. M. u. W. Fir ihn siegelt 
Junker Hans von Bodman @der dltere. — In der Charrwuchen, 1446. 


Stiftsarchiv St.Gallen, Bicherarchiv Bd. XXV, S. 1511 ff. — Kopie aus dem 18. Jahrhundert. 


4752. — 1446 April 15. (oder 16. St. Gallen.) — Ouhtmar Wagner, Birger zu 
St.Gallen, verkauft sein hus, hofstatt und hofraity, an Schmidgassen gelegen, stosset 
an Jacob Hagmans, an Ridi von Vombils und an Uly WAltis hiiser und vornan 
an des richz strauss, mit allen Rechten und Zugehérden dem Ridin Abriitin um 82'|: & W. 
Aus dem Haus gehi nichts als jahrlich ‘|; Stauf Wein und des Abhusen erbenn zehen 
schilling pfenning zins, ainloff oder fiinffzehen ayer zins. Dazu sollen Uly WaAltis noch Ridi 
von Vombil, dehain iro erben noch nachkomen hinnan usser iro hiiser gar nihtz schiitten... 
Item und die wand, so da ufgat zwiischent disem hus und Ridis hus von Vombidl ist baider 
hiiser gemain, und sont die enander helffen bessran und machen im Bedirfnisfall und je die 
halben Kosten tragen. Auch sollen die zwei Hduser einander helfen die pryvet rumen, als 
dik das bedurffent ist, und sol die pryvet durch dis hus ustragen und die Kosten sollen geteilt 
werden. Jeder Teil darf in der gemeinsamen Wand als in dem sinen hus nuten setzen und 
buwen nach aller notdurft, doch ungevarlich. Fiir Wagner siegelt Hans Sdrri. — Ze 
mittem Aberellen, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Urk. Suppl. (Schmidgasse.) — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4753 — 1446 April 18. (Castel.) — Mantzvon Roggwilr zeigt dem Biirgermeister 
und Rat zu St.Gallen auf eine Beschwerde, wie ich etlich den tiwern ze Kesswil das ir 
genomen hab und Ullin Haider gefangen, an... das sich die von Kesswil understanden 
hand, den min ir lib und git ze nemen, des ich unbewart von in gewessen bin. Och hand 
die Haider saltz und anders gefirt, als ich tich das naéchst geschriben han, darumb ich zi 
in griffen han, und main och, das ich darzi glinpf und recht hab nach herkomen dis kriegs. 
Als ir mir schribent, wie ir mit Hanssen von Rechberg in vintschaft standen und den 
iiwern den befolhen ze yllen haben, mag wol sin. Aber sy understond, mich und ander mins 


Kaspar 1442—1463. 129 


geniadigen herren von Osterich helffer ze yllen, das mir (beschwerlich) und unlidig ist. 
Er bittet deshalb, die St. Galler méchten die Ihrigen anhalien, mich und die min hinfiir un- 
geylt ze lassen und umb das iiberloffen wandel ze thin..; won mir zwiffelt nit, sy haben 
séllich unbillich yllen furgenomen on iiwer befelhen. Er bittet um schrifiliche Aniwort in 
vier tagen gen Casteln. — Geben an mentag in den Ostran, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4754. — 1446 April 25. (St. Gallen.) — Cinrad Undersee von AtschiSberg, 
Birger zu St. Gallen, der von Kaspar Hor, ebenfalls Birger, das Gut Tobel, wie 
Ueli Hellrigel es bisher innegehabi, ze Tobel gelegen und stost ze zwain siten an die 
Sittran und ze der dritten syten an die straB, die zwiischent den zwain gitern ze Tobel 
gat, ein Lehen vom Gotteshaus St.Gallen, als Erblehen um 50 & 4 St.G. W. erkauft hat, 
verschreibt ihm aus diesem Gui einen jahrlichen Zins von 5 & ~, je auf Martini nach St. Gallen 
zu entrichten, und 2 Fastnachthennen, mit Martini 1447 beginnend. Das Gut ist als Pfand fiir 
den Zins eingesetzt, und sollte es gewtstet oder iemer also schwach werden, daf es den Zins 
nicht triige, so ist der Ausfall aus anderem Gut der Inhaber zu decken. Von dem Zins kénnen 
2 auf einmal mit 40%, 1% mit 20%, 10 B mit 108% abgelést werden, und wenn die Inhaber das 
Gut weggeben wollen, hat Hér das Vorkaufsrecht 5 £ ~, billiger als andere. Fiir Undersee siegelt 
Ulrich Sarre, derzeit Birgermeister za St. Gallen. — An sant Marcus, des hailigen ewan- 
gelisten, tag, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Urk. Suppl. — Pergameni-Original mit offen hangendem Siegel. 


4755. — 1446 Mai 1. (St. Gallen.) — Biirgermeister und Rat zu St. Gallen schreiben 
an Manz von Roggwil: Wir vernemend von der geschicht und des nachylens wegen, so 
kurtzlich zu Kesswyl] beschehen ist, das du darumb ettlich unser burger und ander, die uns 
zigehorend, in unsicherhait mainest zu haben, das uns unbillichen néme, nachdem und du 
doch wol waist, wie es ain gestalt yetzo umb die unsern hat. Sie bitten deshalb, davon ab- 
zulassen, indem sie sich bereit erkldren, fiir alifallige Ansprachen die Ihrigen zu ainem un- 
verdingten rechten vor dem Herzog von Osterreich oder dessen Riaten zu stellen und dir 
da lassen gelangen, warzi du dann recht hast oder gewinnest; im Falle neuer Bedrdngnis 
mipten sie beim Herzog Klage erheben. Schriftliche Aniwort durch den Boten. — Datum 
prima die Maii, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Hntwurf auf Papier. 


4756. — 1446 Mai 2. — Albrecht von Breiten-Landenberg erwidert dem Biirger- 
m@ster und Rat zu St. Gallen auf ein Schreiben, worin sie die fieht und ndchyllens, so 
die von Kesswil tin hind, erwdhnten und ihm Recht auf Herzog Albrecht von Oster- 
reich boten und insunder meldent, wie ich den iiwren tréw: ist iich insunder ze wissen, das 
ich ungern kiim iiwerm ingisessnen burger titz ziziechen welt anders, denn pillich wer. Sie 
mochien aber wissen, das Mantz von Rogwil der s&ch ain hopptman ist; dem hab ich ge- 
diennt, den lass ich die sich veranttw(u)rtten, ass ich truw, er sdll sy zi erren und zi recht 
verantw(u)rtten, wo das pillich syg; denn wie Mantz verhandlet, ist mir lieb. Doch will er 
helfen, das nit ergers daruss gang etc. Mainttint ir aber sunder mich viirzenemen, wass recht 
ir denn piettent, lasch ich iich nit ab. — Geben uff menttag nich dem Maygtag, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier- Original mit Siegelresien a t. 


4757. — 1446 Mai 3. Castel. — Mantz von Roggwilr erwidert dem Birgermeister 
und Rat zu St.Gallen auf ihr Schreiben von der geschicht und nachillens ze Kesswil 
wegen (Nr. 4755 f.): LaB ich iich wissen, das mich die von Sumry mit ir kilspar geylt und 

17 


130 Kaspar 1442—1463. 


mich understanden hand und die min iinsser lib und git ze nemen, des ich doch unbewart 
von in gewessen bin und des, als ich main, billich von in vertragen gewessen wir. Doch 
erklart er um ihretwiillen sich einverstanden: wellen ir der genantten von Sumry mit irm 
kilspar miichtig sin, daf sie vor Herzog Albrecht, oder wem seiner Rate er dies iibertrdagi, 
thm tun sollen, was sy mir von er und recht von sodllichs yllens wegen schuldig und pflichtig 
werden ze tin, doch dass der Herzog innerhalb acht Tagen darum ersucht werde, der sach 
end on verziechen zi geben, und das sdllich verbrieft und veranlast werd nach notturft und 
das ich und die min och hinfiir dissen krieg von in ungeiert beliben, wo wir zi unssern 
vinden oder irn zischiebern griffen wiirden, so wil mich sdéllich obgeschriben recht von in 
benigen. Er zweifle nicht, sy haben sdéllich unbillichait gen mir furgenomen on tiwer befelhen; 
deshalb mochien sie nach seinem Vertrauen handeln, das nit ergers davon uferstand, und ihm 
schriftlich verstentlich antworien. Och hand die botten mit mir gered von ains tag wegen 
uf dunstag nichst komt, als uch Herman villicht wol sagen wirt. — Geben ze Casteln, 
an zinstag nach dem Maigtag, 1446. 
Stadtarchiv St. Gallien, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter peas a t. 


4758. — 1446 Mai 6.— Abt Kaspar von St. Gallen verleiht seinem Vetter Michel 
von Landenberg auf dessen Bitte die Gotteshauslehen, die von Ridolff von Elnhoven 
bei seinem Tode hinterlassen und nach lehens rechtung nit in rechter zyte enpfangen worden, 
sondern an das Gotieshaus heimgefallen seien, da der Verstorbene niemand hinterlassen, der 
nach lehens rechtung sdlicher git und lehen gevihig sige. — An frytag nach des hailigen 
Criitz tag, als es funden ward, 1446. 

Stiftsarchiv St. Gallen, X.X.4. A.1. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 


4759. — 1446 Mai 10. — Heinrich Blatter, Birger zu St.Gallen, der von Ul- 
rich Nassiner einen Acker neben Sant Lienhartz waid gelegen, stosset an des Utzen 
waid, an Herman Brindlers akker und an des richz strauss, gekauft hat, erklart, daZ 
sich Nassiner dabei einen jahrlichen Zins von 2'|, & 4 St. G. W. ausbedungen habe, der ihm 
je auf Johannes des Téufers Tag nach St. Gallen aus dem Acker samt Zugehérden zu ent- 
richten ist und fiir den der Acker und der sonstige Besitz des Kdufers haften. Dieser hat 
das Rechi, den Zins abzulésen mit 50 & ~ oder je 10 B Zins mit 10 &, vor Lichtmef ohne, 
danach mit vollem Jahreszins; doch darf die Ablésung nicht in ainer miinsswendy erfolgen. 
Fir Blatter siegeli Hans Mager. — An dem zehenden tag des manotz May, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Tr. 7, Nr. 18. — Pergament-Original; das Siegel fehl. 


4760. — 1446 Mai 12. (St. Gallen.) — Biirgermeister und Rat zu St. Gallen schreiben 
an Manz von Roggwil: er wisse wohl, wie sie thm wiederholt Recht vor dem Herzog von 
Osterreich oder dessen Raten von der unsren wegen slechtenklichen und 4ne alle fiirwort 
und bedingde vorgeschlagen hdtten, das wir aber noch untzher an dir nit haben vinden 
mégen, dann das du vil beredung und gedingde darin mainest zu ziehen, uf den wir uns 
nit wol berichten kénnen. Sie bitten deshalb neuerdings, die Ihren uB vorchten und im 
Falle von Ansprachen sich ains unbedingten rechtens 4ne ander inzig und fargriff vor dem 
Herzog oder seinen Rdten geniigen zu lassen. Schriftliche Antwort duch den Boten. — 
Datum xij. Maii, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallon, Missiven. — Hniwurf auf Papier. 


4761. — 1446 Mai 14. (Castel.) — Mantz von Roggwilr erwidert dem Biirgermeister 
und Rat zu St.Gallen: Ihr Schreiben (Nr. 4760) befremde ihn; won mir zwiffelt nit, iiwer 


Kaspar 1442—1463. 131 


ratzbotten, so ze Gotlieben by tagen gewessen sind, haben iich geseit, och haben ir den 
anla8 und diadingsbrief wol verstanden, wes ich mich umb iiwern willen von den von Sumry 
und ir kilspar, och von den von Kesswil wolt benigen lassen, woraus zu ersehen, daf er 
sich eines gleichen Rechten vor dem Herzog von Osterreich oder dessen Raten begniigen 
wollte und recht nie verschlagen habe; ich het och getruw(t), sy hetten mir in dem usgangen 
bestand och sdélichs nit verschlagen. Hr erkldrt deshalb, er wolle sich von denen von Sommeri 
und Kefwil eines unbedingten rechten auf den Herzog oder einen von dessen Raten geniigen 
lassen, doch das sy mich und die min ungeiert lassen, wo wir tinsser vind sichen ald zi 
in griffen wiirden bis ze end dez rechten, wie es billig und in dem tidingsnottel auch ent- 
halten sei. Solt mir séllichs verschlagen werden als bisher, och der ander tading nit nach- 
komen werden, so verstind menklich wol, das die giten lit maitwillen mit mir mainten ze 
pflegen, als sy och das vor geton hand, des ich mich uffenthalten mi, als fer ich mag, mit 
der hilf gottes. Ich getr(u)w aber iiwer wishat wol, ir wissent sy daran, mir sdllichs billichs 
ustrags ze sin und sicherhat ze geben, oder das ir ir missig gangint; won ich wolt ungern 
dehain unbillichat gen tich noch den iiwern furnemen, als ver ich mich des verstind. Des 
gelich getr(u)w ich tich och. Schriftliche Antwort durch den Bolen. — An sanstag nach sant 
Gangolfs tag, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhille a t. 


A762. — 1446 Mai 16. (Castel.) — Mantz von Roggwilr erwidert dem Birgermeister 
und Rat zu St.Gallen auf ein neues Schreiben: Het ich gtr(u)wt, ir hetten tich lassen be- 
nigen miner nichsten antwurt, da ich iich, als ich main, den gantzen, villigen ustrag dez 
rechten, och der sicherhait gebotten hab von den von Sumry und Keswil, darumb ich in 
iiwerm schriben nit anders verston kan, dan das die genanten von Sumry und Kesswil mir 
rechtz vor mainen ze sin, och der sicherhait etc. Und als ir mir schribent, ir wellen mir 
iiwer burger, die ir da oder anderschwa sitzen haben, zi recht stellen fiir mim genidigen 
herren von Osterich, nimt mich frémd, sdllich wit ursich an mich ze tin, und het ge- 
maint, ir hetten mich so witt nit ersicht und hetten die genanten von Sumry und Kess- 
wil gewist, mir des ustragz ze sin, als ich iich das for geschriben han. Wie dem aber, 
umb dez willen das menklich min glimpf verstand, so miigen ir mir tiwer burger nemen 
und in geschrift senden, wo die sitzent, won sy sint mir nit bekant; so hof und getruw ich, 
well iich antwurten, das ich by glimpf bestand. — Geben an mentag nach sant Gangolf 
tag, 1446. | 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4763. — 1446 Mai 31. (St. Gallen.) — Vor Biirgermeister und Rat zu St. Gallen 
fordert eine Botschaft des Abtes Kaspar von St.Gallen durch ihren Fiirsprech, dap in 
dem Streit zwischen dem Abt und Hans Zerahoch wegen des Kelnhofs zu Rorschach, 
der laut Klage des Abies ihm widerrechtlich vorenthalten wurde, wahrend Zerahoch behauptete, 
er und seine Vorfahren hdtien ihn von jeher rechtlich innegehabt, heute alls uf dem driten 
und lesten end- und uStag, da Zerahoch weder selbst noch jemand fiir ihn erschienen sei, 
ein Urteil gefdalli werde, und das. Gericht entscheidet, daf der Abt sein klag und recht be- 
hept haben und in der egenante Zerahoch hinfiiro an seinem und seins gottshus kelnhoff 
ungesumpt und ungeirt laBen sdlle, es sei denn, daf er ehaffte nott und irrung vorbringen 
kénne, die thn am Erscheinen gehindert habe. — Am einunddrissigisten tag des monats 
Meyen, 1446. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Bicherarchiv Bd. 1259, f. 28. — Kopie aus dem 18. Jahrhundert (das Original war 
ehemals unter Signatur M. M. 3. A. 50 vorhanden). — Vgl. unten 1447, April 27. 


132 Kaspar 1442—1463. 


4764. — 1446 Juni 6. (Bischofzell.) — Anthoni Schenk von Landegg, vogt ze 
Byschoffzelle, schreibt an Biirgermeister und Rat zu St.Gallen: Mir hat fiirbracht 
Brider Rukli von Frigenherten und sine friind, wie er ettwas zerwiirffnust habe mit 
Petern Marshitblin, iiwerm burger, darain an frid gemacht ist bis uff disen hiittygen 
tag. Nun begehre Rukli, mines herren von Costentz mann, nichts anderes als Recht. Des- 
halb bittet er, sie méchten den Ihrigen anhalten, das er minem gniédigen heren von Costentz 
den sinen welli sicher saigen bis an ain recht; das mi er imm gnig sin, wie er mit Rakli 
verschafft habe, das er sich von dem itiwern ains rechten mi laussen bendgen und in och 
daruff zi dem rechten sicher sol saigen. Schriftliche Antwort durch den Boien. — Geben uff 
mentag in der hailgen Pfingstwochen, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhille a t. 


4765. — 1446 Juni 7. Constanz. — Walther von Hurnhain, ritter, hoffmayster, 
schreibit an Biirgermeister und Rat zu St.Gallen: Sich hatt ain urtail ergangen vor etwenn 
vil zeitten, daz ir mit urtail und recht gewonnen hannd, das mein herr von Sant Gallen 
das er sein lechenrecht auf der pfaltz han soll; lett er aber das lechenrecht heraus in daz 
land, so hab er euch nit ze namen von lechen wegen heraus ze sitzen. Er bittel nun, thm 
dezselben liechenbrieffs ein abgescrifft und schrifiliche Antwort durch den Boten zu tiber- 
senden. — Geben ze Costentz, auf den dritten Pfingstag, 1446. 


-“ Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4766. — 1446 Juni 9. — Abi Kaspar und der Konvent des Gotteshauses St. Gallen 
gestatten dem Hans Knicht zu Wil, einen jahrlichen Zins von 6 Mutt Kernen und 3 ft. 
aus den Zehnten zu Brunschhoffen, zi Mogwyl und zi Beckingen, den Hans Aster 
selig und nach ‘dessen Tod seine Ehefrau Margret innehatien, um die Kaufsumme von 
52 & ©) CO. M. einzulésen. — An dornstag in der Pfingstwuchen, 1446. 


Stiftsarchiv St. Gallen, BOcherarchiv Bd. 95, S. 40. — Verzeichnis der von Abt Ulrich (VIII) eingelésten 
Briefe, 1490 von Ulrich Rigger angelegt. 


47767. — 1446 Juni 14.— Christian Bieler, sefhaft za Bromshofen, dem Abt 
Johannes von Fischingen (Vischinen) seines Gotteshauses Hof genant der Mayerhoffe 
mit aller eehaffti, gerechtikait und zfihérde,.. der zi Bromschofen gelegen ist, geliehen hai, 
stellt einen Revers aus, dap er und seine Erben auf dem Hof auf eigene Kosten ein Haus 
errichien, es kiinftig in Siand halten und dem Gotteshaus von der Hofstati, da das hus stan 
wirt, jahrlich ein Huhn ze wegiose geben sollen. Will der Abt den Hof wieder an sich ziehen 
oder wollen die Inhaber ihn aufgeben, so sollen zwei Schiedleute von jedem Teil entscheiden, 
was dem Abt mehr als das Huhn zu entrichten seit. Wollen die Inhaber das Haus verkaufen, 
so sollen sie den Abi vor menglichem darzii komen lassen und sich mit dem Preise begniigen, 
den je zwei Leute von jeder Partei mit Mehrheit festsetzen. Biieler gelobt, den Hof in Ehren 
zu halten und dem Gotteshaus den in dessen Rédeln verzeichneten Zins zu entrichten. Fir 
thn siegelt Junker Rudolf von Steinach, Schulthei~ za Wil. — An dem néhsten zinstag 
vor unsers Herren fronlichams tag, 1446. 


Turgaulsches Kantonsarchiv, Abt. Fischingen, Cl. Ill, Sign. 21, Nr. 2. — Pergament-Original mit offen 
hangendem Siegel. 


4768. — 1446 Juni 23. — Ulrich Sadrri, derzeit Biirgermeister zu St.Gallen, dem 
Elsbeth Lindin, Witwe von Ulrich Estrich sel., die Vogtei zu Nieder-Biiren (Biirren) 
samt Zugehérden um 70 & ~% St. G. W. verpfandet und vor Abt Kaspar von St. Gallen, 
dannen dieselbe vogty ze lehen herriiehrt, als Pfand gefertigt hat, rdumt thr das Recht der 


Kaspar 1442 - 1463. 133 


Ricklésung um die gleiche Summe ein. Findet die Lésung vor Johannis statt, so steht der 
. Jahresnutzen der Frau, andernfalls noch Sdérri zu. Wird die Lésung verweigert, so geniigt 
zu threr Voliziehung Hinterlegung der Summe beim Fat zu St. Gallen oder zu Bischof- 
zell. — Am nechsten donerstag vor dem obgenanten St. Johanns tag, des Téffers, 1446. 
Stiftsarchiv St. Gallen, M. M. M.1. Fase. 1, Nr. 21. — Papier-Kopie aus dem 18. Jahrhundert. 


4769. — 1446 Juni 29. Arbon. — Heinrich Leman, Birger zu Constanz, verleiht 
den Hof genant Rosenbergs Hof, gelegen ze Tiinbach, mit allen rechten und zigehérden 
und mit sunderhait mit Hundobel und auch mit der wys ze vornachtigem Rin gelegen, 
genant die krummb Wys, stosset an der von Roschach git, an Cinrats Bartzs wys, 
an Hansen Zerogs wys und an Rischlis wys, der Margret Stiichenler, Witwe von 
Ruedi Stichenler sel., und ihren Sdhnen Hans, Urban und Frischhans (Frisch- 
hansen) als Erblehen mit der Verpflichtung, den Hof samt Zugehérden in gutem Stand zu 
halten und daraus jéhrlich auf Martini nach Arbon einen Zins von 18 Malter Korn Arboner 
Maf, halb Vesen, halb Haber, 18% % C. M., 2% 4 Arboner W., 17 Herbsthiihnern, 100 Eiern und 
1 Kloben geschwunges werk za entrichten, auch sollen sie jahrlich 2 Viertel linsat segen; doch 
sond wir in die linsat darzi geben. Wird die Entrichtung des Zinses versdumt, sodaf ain 
zins den andren erluffii, so wird der Hof zinsvellig und kann anderweitig vergeben werden. 
Wollen die Inhaber unter einander teilen, so darf der Hof mit Zugehorden dabei nicht ge- 
teilt werden. Wollen Leman oder seine Erben die Zinsen ganz oder teilweise verkaufen, s0 
steht den Inhabern des Hofes das Vorkaufsrecht zu, ebenso umgekehrt, wenn diese thre Rechte 
verdufern wollen. Hiefiir haben die Belehnten Leman 60 & ~ C. M. gegeben, die laut gesiegelten 
Briefes zu zahlen sind. Aus dem Hof samt Zugehorden darf nichts verduBert werden. — Ze 
Arbon in der stat, uff sant Peters und Pals tag, der hailgen zwélffbotten, 1446. 


Stiftsarchiv St.Gallen, K. K. 4. F. 14. — Pergament-Original; das Siegel fehit. 


47°70. — 1446 Juli 4. (St. Gallen.) — Kaspar Hor, Birger zu St.Gallen, verkauft 
sein Gut genant Tobel und daselbz ze Tobel enhalb der Sittren gelegen, stosset an 
Cainrat Undersee git genant Tobel, an Uly Hiissiners git, an den Buchwald und 
an Mosmiily, samt Zugehdorden als Erblehen dem Hans Undersee um 150% %. Der 
Verkdufer hat rechtung, steg und weg, durch die waid des gitz ze varent, ze ryten und 
ze gind, summer und winter zu allen ziten nach aller notdurft ungevarlich in den Bichwald 
und darus. Will ein Teil seine Rechte verdufern, so steht dem andern das Vorkaufsrecht 
5 £ ~ néher und bas... dann andren luten zu. — An dem vierden tag des manotz Howat, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. B 4, Nr. 385. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 
— Vgl. Nr. 4754 und 47738. 


4771. — 1446 Juli 5. St. Gallen. — Vor Zeugen und dem éffentlichen Notar Johannes 
Widembach von Ravensburg trift Heinrich Sulzberg, Leutpriester der Pfarrkirche 
in Goldach, nachfolgende testamentarische Verfiigungen: (1) vermacht er zu seinem, seiner 
Eltern und aller gestorbenen Gldubigen Seelenheil einen jahrlichen Zins von 18 B ~ Landes- 
wdhrung de vinea maiori, que vulgariter der Kriesser dicitur et in monte, qui Bichperg 
nuncupatur, situata, dem ewigen Licht des Marien-Altars in der Kirche Goldach, (2) dem 
Leutpriester der Pfarrkirche zu Tal und dieser Kirche 2 B ~ jéhrlich aus dem gleichen 
Weinberg, (3) einen jahrlichen Zins von 10 B %, den er bisher de monte, qui vulgariter des 
Héptlis Berg nuncupatur, bezog, an das Licht in choro ecclesie in Goldach ante sacramentum 
eukaristie existens, (4) einen jadhrlichen Zins von 4 B 4 aus den Giitern des Ruedi Bintz 
in Goldach an den St. Nikolaus-Altar in der Kirche daselbst, (5) einen jéhrlichen Zins 
von 1 & , 6 Scheffeln beiderlei Kornes und 4 Hiihnern aus dem Hof Abtwil (Appwil) 
dem jeweiligen Leutpriester in Goldach, der persénlich daselbst residiert. Sodann vermacht 





134 Kaspar 1442—1463. 


er seinen gesamten sonstigen beweglichen und unbeweglichen NachlaB seiner leiblichen Schwester 
Richele. Als Zeugen sind hiebei zugegen die Leutpriester Ulrich Schorant in Héchst 
(Hohst), Johannes Spedel in Urndsch (Urneschen), Georg Binder in Romanshorn 
(RomiBhorn), Johannes Riitelin zu St.Mangen, Johannes in Rorschach und Jo- 
hannes in Steinach, sowie Johannes von Hub, Kaplan der St. Jakobs-Kapelle bei 
St. Gallen. — In imperiali opido Sanctigalli,.. in domo honorabilis viri domini Cinradi 
Herisow, decani decanatus Sanctigalli, stubaque maiori domus eiusdem, .. die mensis Iulii 
quinta, hora vesperarum vel quasi, 1446, indictione nona. 


Stadtarchiv St. Gallen, Schaffneramt Rheintal, Tr. B, Nr. 10. — Pergament-Original mit Notariats- 
zeichen (I. D. W.). 


AY7@2. — 1446 Juli 7. — Klaus Mayer von Moweiler, der von seinem Herrn 
Heinrich Siirg dem dltern, Birger zu Ravensburg, dem er mit Leib und Gut gehért, 
weil er sich mehrfach gegen Ehre und Kid vergangen, gefangen gesetzt, auf Fiirbitte aber 
wieder freigelassen worden ist, erkldrt, er sei durch Vermittlung ehrbarer Leute mit seinem 
Herrn in der Weise verrichtet worden, dap er auf die bisher ihm aus dem Weiher zu 
Moweiler, an dem er 1 Drittel besafB, jdhrlich zustehenden 3 & Heller Leibding und auf alle 
Ansprache an den Hof zu Moweiler, daran der satz vor mir und meinen erben gewesen ist 
und den ich bigher ingehabt und genossen han, zu Handen seines Herrn Verzicht leisten, 
von dem Hof ziehen und fiir allen Schaden ihm 50 & Heller auf die erste Forderung 
nach Ravensburg entrichten, widrigenfalls auch fiir allen entstehenden Schaden aufkommen 
soll. Hiefir stellt er als gwern seine Briider Ruff und Konrad die Mayer, sefphaft zu 
Moweiler, die mit thm darum an liegendem und fahrendem Besitz angegriffen werden diirfen 
und die er dafiir schadlos zu halten gelobt. Fiir die drei Briider siegeln Ytaf Huntpi8 und 
Lutz GéBler, die eltern, beide Birger zu Ravensburg. — Am dornstag nach sant Ulrichs tag, 
des hailigen bischoffs, 1446. 


Stiftsarchiv St.Gallen, T. T. 2. A. 2. — Papier-Kopie aus dem 18, Jahrhundert. 


4773. — 1446 Juli 8. (St. Gallen.) — Hanns Undersew, der von Kaspar Hor 
das Gut Tobel (... stosset an Cinratz, mins priders, git genant Tobel efc.) als Erb- 
lehen gekauft hat, erklart, dap sich Hor auf dem Gut einen Zins von 5 & » St. G. W., je 
auf Martini nach St.Gallen zu entrichten, und 2 Fastnachthennen vorbehalten habe, fiir 
den das Gut und der sonstige Besitz des Kdufers haften. Von diesem Zins kinnen 26 
(und nit mer) mit 40 oder 1 & mit 208, 10 £ mit 108% abgelést werden, vor Johannis ohne, 
danach mit vollem Jahreszins, aufer in ainer miinsswendy. (Die iibrigen Bestimmungen wie 
Nr. 4770.) Fir Untersee siegelt Ulrich Sdrri, Birgermeister zu St.Gallen. — An dem 
ahtenden tag des manotz Hoéwet, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. B. 4, Nr. 38. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


49774. — 1446 Juli 12. — Verena von Bleikenbach, die mit ihren Séhnen Honns- 
lin und aber Hennslin und Hainin von Abi Kaspar von St.Gallen als Zinslehen 2a 
end siner und unser wil des (Colteshauses eignen Hof genant Bisehus mit aller siner zi- 
gehordi, stosst ainhalb an die Wis, andrenthalb an Obren-Blaikenbach und zi der dritten 
siten an Nidren-Blaikenbach und an Geltwil, empfangen hat, stellt einen Revers da- 
riiber aus, dap sie den Hof in gutem Stand halien und daraus jahrlich auf Martini einen 
Zins von 30 B zu St. Gallen gangbarer WGahrung, 2'/: Malter beiderlei Kornes St. G. M. und 
2 Hiihnern nach St. Gallen in den Hof entrichten sollen. Fiir die Frau siegelt Konrad 
Kapfmann, Birger zu St. Gallen. — Am zinstag vor sant Margareten tag, 1446. 


Stiftsarchiv St. Gallen, L. L. 3. K. 1.— Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 


Kaspar 1442—1463. 135 


4775. — 1446 Juli 16. Stein. — Johanns, abbt des gotzhus zi Stain, schreibi an 
Birgermeister und Rat zu St.Gallen: er vernehme, wie junckher Hanns von Réchberg, 
der, dch die von Randegg und von Randenburg inser végt zi Hiltzingen sind, won 
die aigenschafft, kilchensatz und zehenden uns, unserm gotzhus Sant Gerigen zigehérent, 
und die sinen iich schaden ziziehind, was er leider nicht verkomen kénne. Er bittet des- 
halb dringend, da(z ir) unser, unsers gotzhus, der von Randegg und von Randenburge, unser 
vogten daselbs, unser aller dryen liit und gite schonen wellent, das wir, sy und unser liite 
und gite sdéllicher unfriintschafft zwischent dem von Réchberg und iich unengolten belibind. 
Schriftliche Antwort durch den Bolen. — Geben an samstag nach Margarethe, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


A776. — 1446 Juli 16. — Friedrich von Randenburg schreibt an Biirgermeister 
und Rat zu St. Gallen: Uwer schad, von Hanns von Rachberg und den sinen iich za- 
gezogen, ist mir vast Jaid, und wolt sdllichs gern verkomen; so vermag ich sin laider nit. 
Denn Hanns von Réachberg haut ain dryttentail an der vesti Stdffen und dem dorff 
Hiltzingen, das ich im in sinen tail niitz zi redent hab. Denn die minen armen liit zi 
Hiltzingen halt ich, das si Hanns von Rachber(g) und der sinen missig gind; denn wurde 
ich gewar, das der minen ainer tich oder den iiwern iitzit arges zizuge, sdltent ir gewadr 
werden, das ich den also fiirnemen welt und straffen, das ir bekantind, das mir iiwer schad 
laid wer. Und bit tich fruntlich mit flis8, das ir min, mines herren des abbts von Stain, 
sines gotzhus und des liebes ritters sant Gerigen, dennen aigenschafft und zehenden zu 
Hiltzingen zigehérent, des vogt ich zi minem tail daselbs bin, und unser armen lit und git 
schonen wellen, das min herr der abbt, ich und unser lit und gdt sdéllicher unfriintschafft 
zwischen Hanns von Riachberg und iich unengolten belibent. Schriftliche Antwort durch den 
Boten. — Geben an samstag nach Margarethe, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelspuren a t. 


497@7'7. — 1446 Juli 16. (Staufen.) — Hanns von Randegg, sesshafft zi Stoffen etc., 
schreibt an Biirgermeister und Rat zu St.Gallen: Uwer schad, von Hanns von Réch- 
berg und den sinen iich zigezogen, ist mir ser laid, und welt sdllichs ze Hiltzingen und 
in Hore gern verkomen; so vermag ich sin laider nit. Denn Hanns von Rachberg haut 
ain drytentail an der vesti Stoffen und dem dorff Hiltzingen, och ainen tail in Hore, das 
ich im in die sinen tail ntitzit zi redent habe. Denn die minen armen liit zi Hiltzingen 
und in Hore hab ich untzher gehalten, das sy desselben von Richbergs und der sinen missig 
gind, weder herberg, essen noch trincken gebent, sdllicher nom, so sy bringent, niitzit koffent. 
Denn wurde ich gewar (etc. wie in Nr. 4746). — Geben an samstag nach Margarethe, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhille a t. 


4778. — 1446 Juli 18. Riedlingen. — Herzog Albrecht von Osterreich zeigt dem 
Birgermeister und Rat zu St.Gallen an: Als wir nagst unserm getrewen Manczen von 
Rokwil ains und ew des andern tails auf sand Jacobs tag schiristkunftig ein tag, fiir uns 
ze komen, gesetzt haben, ew in ewern speen und zwitrechten zu verhoren etc., den wir 
aber von merklicher unser gescheft wegen verlengen uncz auf sand Merten tag nagstkiinftig, 
yeglichem tail an seinen rechten unvergriffen. Sie méchten also inzwischen in ungutem nichts 
ze schaffen haben mit Mentzen, dem das Gleiche verkiindet set. Er fordert schriftliche Ant- 
wort. — Geben ze Riidlingen, an montag vor sand Marie Magdalenen tag, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. — Kanzlei- 
vermerk rechts unten: Dominus dux in consilio. 


136 Kaspar 1442—1463. 


4779. — 1446 Juli 18. — Hans Holtzmann gen. Insigell von Steinach ver- 
kauft mein drey bémbgarten zue Obra-Steinach, by einandren glegen, so mir danne von 
Ruodin Heren worden sind, stossent an die Schmiten, an die strab, an die Mitilhalden, 
an die wis, so ze dem buwhof gehdrt, an die Ach und an das gmeinmerckh, dem Kaspar 
Rachenacker, Vogt zu Steinach, um 16 & % St.G. W. Der jahrliche Zins von 2 Malter 
Vesen, die da stehndt 23 @ 4, der an Wernli Miinzmeister aus dem Baumgarten geht, 
kann mit der genannten Summe abgelést werden. Fiir den Verkdufer siegelti Hans Mager. 
— Des nechstenn monntags vor sannt Maria Magtalena tag, 1446. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Bicherarchiv Bd. 1259, f. 187. — Kopie aus dem 17. Jahrhundert (eine zweite, spdtere 
in Ba. XIV, S. 127 ff. Das Original war ehemals unter der Signatur N. N. 3. C. 10 vorhanden). 


4780. — 1446 Juli 23. (St. Gallen.) — Abt Kaspar von Si.Gallen nimmt im Hof 
daselbst von dem Priester Johans Wirt, weiland Kirchherrn za Gofau, auf dessen Bitte 
den Zehnten zu Niederdorf bei Gofau, Lehen vom Gotteshaus, auf und belehnt damit 
den Hans Liner zu Handen seiner Ehefrau Anna, Purhansen von Staig Tochier, 
der Wirt seine Rechte um 65 & ~ St. G. W. verkauft hat. Es siegeln der Abt und fir den 
Verkdufer Hug von Watt, Biirger zu St. Gallen. — An samstag vor sant Jacobs tag, 1446. 


Stiftsarchiv St. Gallen, K. K. 5. E. 1. — Pergament-Original mit eingendht hangenden Siegein. 


4781. — 1446 Juli 24. (Altstatten.) — Ammann und Rat zu Alistdtien (Alstetten) 
erwidern auf ein Schreiben von Biirgermeister und Rat zu St.Gallen als von frow Kini- 
giind Thaimmin vonn des gerichtz wegen. .: das wir sy gern lassen richten, noch dem als 
denn von alter herkomen und och unser statt und landz recht ist. Doch wie dem allem sy, 
so land wir iich wissen, daz wir unser bottschafft in ainer kiirtze by iich haben wéollint 
und fiiro us den sachen reden. — Geben an sant Jacobs abent, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4782. — 1446 Juli 28. (Feldkirch.) — Vogt Ulrich der jung von Matsch, grave 

ze Kirchperg, vogt ze Veltkirch, erwidert dem Birgermeister und Rat zu St.Gallen 
auf ein Schreiben, das sie von wegen Hansen von Rechpergs etc. an ihn und die von 
Feldkirch gerichtet haben: Verstand ir selbs wol, das ich nunzemal iich darumb nit 
vollig antwiirt geben mag; aber iich zi lieb und zi dienst, so wyl ich die sach gern fiirbas 
bringen. — Geben an dornstag nach Jackobe apostoli, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelspuren a t. 


4788. — 1446 Juli 29. — Hans von Clingenberg, ritter, bittet Biirgermeister und 
Rat zu St.Gallen: Als Hans von Rechberg von der Hichen-Rechberg, min schwager, 
und ir in krieg und vintschafft mit ainandren komen sind, das mir in gantzen triiwen laid, 
sunder nit lieb ist ...: ob das wer, das ir oder die iiwern Hansen von Rechberg, sin helffer 
und die iren sichen und understin wurden zi beschedigen, das ir den min und den minen 
darinn schonen wellen. Auch bittet er, mir zi gunden, ain gitlichen tag zu machen zwisschent 
tich und Hansen von Rechberg; so wolle er mit Hilfe anderer seiner Herren und Freunde 
sich um giitliche Beilegung bemiihen. Er hat an Rechberg das Gleiche geschrieben. Schrift- 
liche Antwort durch den Boten. — Datum uff fritag nach sant Jacobs tag, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhille a t. 


4784. — 1446 Juli 30. — Hans von Bussnang schreibt an Biirgermeister und Rat 
zu St. Gallen: Wisend, das iiwer knecht, mit namen der HOwschriber und sin gesellen, 
mich aingeloffen hand fiir iitwern figend am donstag nach sant Jacobs tag. Das befremde 





Kaspar 1442—1463. 137 


ihn, da er mit den St. Gallern und den Ihrigen nichts als Gutes zu schaffen zu haben wisse 
und sich keiner Feindseligkeit bewuft sei. Und wil das fiirkomen, wo das billich ist, gen 
Costentz uf burgenmayster und rat, uf lantgericht ze Costenz oder uf Berchtolten Vogt; 
getr(u)w, ir habend ain benigung darain und sagent mich hieruf sicher fiir iich und die tiwer; 
andernfalls miifte er rat hierumb haben. Schriftliche Antwort durch den Bolten. — Geben 
am samstag nach sant Jacobs tag, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a ft. 


4785. — 1446 Juli 30. (Bregenz). — Végte, Ammann und Rat zu Bregenz (Pregentz) 
erwidern dem Biirgermeister und Rat za St.Gallen auf ein Schreiben, uns yetz von wegen 
Hansen von Rechbergs etc. getin: der Streit sei ihnen in Treuen leid, und sie wollten 
gern zu giitlicher Beilegung helfen. Wir haben uns ouch untzher in den dingen gehalten 
und wollen fiirbaz tin, daz wir hoffen uns nit zi verwiben kome. — Datum sabato ante 
Oswaldi regis, 1446. 


Stadtarchiy St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4786. — 1446 Juli 30. (Uberlingen.) — Biirgermeister und Rat zu Uberlingen 
schreiben an Biirgermeister und Rat zu St.Gallen: Als uns tiwer wyShait tiber unser ge- 
schrifft, ich von des Segers, unsers gevangen, wegen besch&hen, geschriben, hand wir 
giter maf vernomen, und zwivelt uns nicht, in unser geschrifft vernomen, das wir zi im 
allermaist iich zu lieb, nachdem und er sich gegen iiich und den uwern verhandelt, sich 
ouch in den kriegen mit den biben, der liwt beschadigern, enthalten, gegriffen und sust 
nicht uff in haben, damit wir zu im gerichten mégen, darzti wir doch genaigt wiren und 
gern titten. Hierumb so mégen ir nach innhalt iiwer geschrifft iich zu uns fiigen, tiwer clag 
zu im scheppffen und darzi nach tiwerm vermogen tun, damit der bib umbgebraucht und 
von andern sin glich daran gesehen werde. — Datum uff samstag vor Vincula Petri, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallon, Missiven. — Papier-Original mit Siegetresten a t. 


4787. — 1446 Juli 31. (St. Gallen.) — Hainy von Staig, Biirger zu Si. Gallen, 
verkauft einen jahrlichen Zins von 30 B % St. G. W. aus seinem Gut ze Scheffeltzhorn 
gelegen und also genant, stosset an Wigenlis git, an Raimisshdb und an die lantstrauss, 
samt allen Zugehorden, an Anna Blarer, Witwe von Frik Blarer sel., und ihre Séhne 
Bartholome und Ludwig um 30 & 4. Der Zins ist je auf Jakobi nach St. Gallen zu 
entrichten; widrigenfalls haftet das Gui dafiir. Riickkauf um die gleiche Summe ist vor Licht- 
mep ohne Zins fiir das laufende Jahr, danach mit dem vollen Zins gestaitet aufer in ainer 
miinswendy. Fiir den Verkdufer siegelt Hans Sdrri. — Ze usgintem Howet, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Urk. Suppl. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4788. — 1446 Juli 31. (Lindau.) — Abi Kaspar von St.Gallen erklért in betreff 
der Feindschaft, die zwischen den Briidern Michel und Mark von Ems einerseits und 
den Briidern Rudolf und Egli den dlteren von Rorschach anderseits lange Zeit bestand, 
herrirende als die yetzgenannten Ridolf und Egli von Rorschach den strengen und vesten 
hern Marquarten von Emptz, der genanten Michels und Marken von Emptz vatter siliger 
gedichtniisse, vor zitten laider liblos getén und vom leben zem tode bracht und darumb 
ainandern geschadiget und geicht habent und dch der vorgenant Mirk von Emptz den 
egenanten Eglin von Rorschach yetzen in sin vangkniisse gebracht hat, habe er als ainer, 
der gern unfrid wendet und fryd und sine hillffet fiirdren und machen, mii Zustimmang 

18 


138 Kaspar 1442—1463. 


beider Teile auf heute einen gitlichen, unverbundnen tag in die Stadt Lindau angesetzt, 
beide angehért und mit Hilfe seiner Rate und Diener und Verordneter des Rates von Lindau 
erreicht, dap sie thm die giitliche Entscheidung tibertrugen und fiir sich und die Ihrigen 
dieselbe zu beobachten gelobten. Er fallt nun folgenden Spruch: (1) Die von Rorschach sollen 
bei threm Hid in keiner Weise mehr gegen die von Ems sein; doch hierinn uBgesetzt, das 
der vorgenant Ridolff von Rorschach by sim burgerrecht, so er yetz zi Santgallen hit, 
beliben mag, als lang er wil, ungevarlich. (2) Egli von Rorschach soll fiir das Seelenheil 
Marquarts von Ems, und umb das si in umbracht und liblos getan haben, denen von Ems 
300 & Lindauer W. an eine ewige Messe und an ein Mefbuch oder dafiir 9 fl. geben, 
wofiir er auch denen von Ems ubrichtung und gentg tut; dieses Geld soll von denen von Ems 
an eine ewige Messe und ein Mefbuch verwendet werden. (3) Jeder Teil soll sich aus Acht 
und Bann, in die er wegen dieses Totschlags gekommen, auf eigene Kosten lésen und dem 
andern seine Hinwilligung durch gesiegelten Brief geben. (4) Alle Briefe, welche beide Teile 
vor datum diss briefs gen ainander hand, es syen schultbrief, auchtbrief oder ander, sollen 
unverziiglich dem Abi nach St. Gallen iiberantwortet werden, der sié brechen soll, und was 
von solchen Briefen spdter funden oder fiirgezogen wiirde, soll kraftlos sein. (5) Hiemit 
sollen die Parteien und alle von ihretwegen an der Sache bis auf diesen Tag Beteiligten 
ganzlich gericht, geschlicht und versint haissen und sin. Hs siegeln der Abt, Burkhart 
von Helmsdorf (Helmstorff) und Wilhelm von Nidegg, derzeit Unterbiirgermeister zu 
Lindau, als undertédinger der Richtung, tiber die beiden Teilen ein Brief ausgesellt wird, 
Michel und Mark von Ems, Rudolf und Egli von Rorschach und die Brider Egli, Rudolf 
und Egli von Rorschach die jiingeren, mit deren Hinwilligung die Richtung erfolgt ist 
und die sie zu halten gelobt haben. — Am nichsten sonntag nach sant Jacobs, des hailigen 
meren zwolfbotten, tag, 1446. 

Stiftsarchiv St. Gallen, E. E. 3. G. 2. — Pergament-Original; die ersten fiinf Siegel hangen ein- 


genGcht, die zweiten fiinf offen. Hin zweites Exemplar im Archiv Hohenems. — Abdruck: Joller, 8. 150 ff, 
Nr. 78. — Regest: Zismaier, Urkundenausziige Nr. 176, 21. Rechenschafisber. des Vorarlb. Museums - Vereins 


(1881), 8. 78 f. 


4789. — 1446 August 1. — Graf Hainrich von Werdenberg, herr zi Sangans 
und ze Sunnenberg etc., erwidert dem Biirgermeister und Rat zu St. Gallen auf ein 
Schreiben, wie tich Hans von Rechberg, iinser tochterman, bekriege, das ir nit wissint 
warumb oder umb was, wider glichs und billichs, das er och alles verschlach: diese unfriint- 
schafft sei ihm in Treuen leid. Wir haben och triéffenlich mit im daruss geredt. Daruff 
hat er iins geantwiirt: er sy tiwer und ander Aydgenossen vyent gewesen ettwa vil jar; 
er sy och mit iich und andren Aydgenossen in recht gestanden; er hab och iich und ander 
Aydgenossen fiirgenomen mit recht ze Nirenberg. Wir verstand aber noch nit anders von 
im, denn das er gern gericht wurd mit tich; lassen wir sin etc. Ir sond aber wissen, das 
wir so vil mit im geredt habint, das ir und die tiwern von im und den sinen sicher sond 
sin usser unsern schlossen. — Geben am nechsten mentag nach Jacobi, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


4790. — 1446 August 1. —- Anna Zwickin, Adtissin, und der Konvent des Klosters 
Maggenau verleihen dem Caspar Cuntzlin und Affra Waiblini, seiner frawen, uB 
Bregenzerwald samt ihren jeizigen und kiinftigen Kindern auf deren Lebenszeit ihren 
Hof Waltzenhusen.., gelegen ob der statt Rinegg, stosset an den Ledibach, an 
Kindenriitti und an die gmainden, als Leibding um 10 & 4 C. M. Ehrschatz und einen 
jahrlichen Zins von 30 B 5, za entrichten in der windmy, da8 unser win und anders da8 unser 





Kaspar 1442—1463. 139 


daselb{ damit gevertget werde. Will ein Teil seine Rechte verdufern, so soll er sie dem andern 
anbieten und 5 £ ~ baB geben dan sunst jemand. — Ze ingantem Augsten, 1446. 

Klosterarchiv Maggenau, Lit. F, Nr. 54. — Papier-Kopie, laut Notiz a t. aus einem alien Klosterurbar 
1661 auf Begehren des Landesfdhnrichs Cienzlin zu Herisan, als damaligen Besitzers des Hofes, von 
Johann Heinrich Fauggs als Amitmann ausgestellt und mit Hrlaubnis der Abtissin ausgehdndigi. — 
Regest: Appenzeller Urk. I, Nr. 788. 


4791. — 1446 August 8. (Langenargen). — Hug, grauff zu Montfort, schreibt an 
Birgermeister und Rat zu St.Gallen: Als wir iich den jetz nechst ouch geschriben haben, 
wie ettlich die itiwern vormalz den iinsern ain scheff verhefft habint, iiber daz und wir noch 
die iinsern mit iich noch den iiwern nihtz wissent ze tind haben denn liebs und gitz, und 
bitten iich zu schaffen, den iinsern das ir zu entschlahen: daruff ir tins widerumb geantwiirt 
hant, wie ettlichen den tiwern ain scheff angangen sige, das haben die tinsern, und bitten 
iins och zu schaffen, das den tiwern das scheff widerkert werde; dez glich wélten ir och 
tin. Also haben wir mit den iinsern geschafft, das sy daz scheff wider geben sdllen, das 
sy och all tag getan hetten, wer umb das scheff komen were. Also wend die iiwern das 
scheff nit holen und mainen, die iinsern séllen inen das hiniiber antwiirten, das aber die 
tinsern nit vermainen schuldig ze sind, nachdem sy daz scheff uff dem See genomen hant, 
darinn nieman gewesen, und nit gewisset hant, wez das gewesen ist. Uber daz so hant die 
tiwern, mit namen der Fromman und ander ettliche, die itinsern umb dasselb scheff aber 
verhefft. Darzi ist iins fiirkomen, wie derselb Fromman und der Gmiinder iins und den 
tinsern tréwint, und sigen die iinsern vor inen nit sicher, das tins doch gar frémd und un- 
billich nimpt, nachdem wir doch dem Gmiinder das sin durch tiwer und siner pette willen 
wider geben haben, das wir im doch nit schuldig gewesen weren. Er bittet also, die St. Galler 
méchten die Ihrigen anhalten, daz sy den iinsern daz ir entschlahint, ledig, los und un- 
bekiimbert lassint und die iinsern sicher sagint und das sy ir schiff holent. Schriftliche 
Antwort durch den Boten. — Datum 2* ante Larencij, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


47792. — 1446 August 11. (Lindau.) — Biirgermeister und Rat zu Lindau teilen dem 
Biirgermeister und Rai zu St. Gallen mit, der Reichslandvogt Jakob Truchsef zu Wald- 
burg (Waltpurg) habe sich ihnen gegeniiber bereit erkldrt, eine Vermittlung in dem Streit 
zwischen Hans von Rechberg und den St. Gallern zu versuchen, ob man die sache zu 
ainem gerumpten fride und dazwiischen zu gitlichen tagen in itinser statt oder gen Pregentz 
bringen méchte, und habe sie gebeten, dies an die St. Galler zu bringen und deren Aniwort 
mitzuteilen, wie er mit Rechberg tun werde. Sie bitten nun, da thnen der Streit leid ist 
und ir daran nit vil gewinns, sonder schadens wartende sint,.. ir wollen tins zu eren und 
zu lieb darinne sélichs vervolgen. Schriftliche Antwort durch den Boten. — Datum quinta 
post Laurentzij, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier- Original mit Siegelresten a t. 


4793. — 1446 August 12. — Hans von Rechberg von Hohen-Rechberg erwidert 
dem Jakob Truchsef, Ritter, seinem Schwager, auf ein Schreiben: Lass tich wissen, das 
ich kain frid mit in liden wil. Ich wil aber iich ze eren und mir selbz gern komen zu ainem 
unverbunden gitlichen tag und wil da héren lassen minen glimpf und unglimpf, alz gen 
Costentz, und waran ich unglimpf han, sont ir min macht han, mich davon zu wysen, 
und gan iich sdlichs ba8 denn yemant anders. Und bitt iich, mir das nit veriibel ze habend, 
das ich nit kom gen Pregentz oder gen Lindow; denn min sach also gestalt ist, das mir 


140 Kaspar 1442— 1463. 


nit gepiirt, vast heruff in das land zu ryten. — Geben dez nechsten frytags nach sant 
Laurentzen tag, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallien, Missiven. — Papier-Kopie, von der gleichen Hand wie Nr. 4792 und 4797 
geschrieben. 


4794. — 1446 August 14. — Ulrich Engwiler (Enggwiller), Birger zu St.Gallen, 
verkauft dem Johanns Burcki von Getzenwil, ebenfalis Birger, um 40 8 % St. G. W. 
einen Zins von 2 € » aus dem Hof genampt Muntzersberg mit des Graffen wis und 
mit dem Tobel, stosset an Staigers hof, an den hoff Guggayen und an Stainen- 
bach, samt Zugehorden. Der Zins ist jahrlich auf Martini in St. Gallen zu entrichten und 
kann zuriickgekauft werden; doch ist zur Zeit einer muntzwendi die Ablésung ein halbes 
Jahr vorher anzusagen und hat Burcki dann die Wahl, ob sie vorher oder nachher erfolgen 
soll. Fiir den Verkdufer siegelli Walther Keller, der watman, Birger zu St. Gallen. — 
An unser Frowen abent in dem Ogsten, 1446. 


Stiftsarchiv St. Gallen, BOcherarchiv Bd. 436, f. 1915 und 197. — Kopie aus dem 16. Jahrhundert. 


4795. — 1446 August 14. — Albrecht von Breiten-Landenberg erwidert dem 
Birgermeister und Rat zu St. Gallen auf ein Antwortschreiben, worin sie unter anderm 
meinien, ir sygint anders geschadet, denn min gnediger hierr zi Osterich und ir mit enandren 
tiberkumen sygint etc.: Ist mir nit wissent, das kainer der min ald kainer minr knecht tich 
ald den iiwren iitz anders zizégen habent, denn darumb ich von der min wegen, und des 
wegen ich iich schriben, mit namen Hiltty, tich, allen den iiwren ains unbytingen rechtten 
wellent sin vor demselben mim gnedigen herren zai Osterich, recht umb recht, das ain recht 
mit dem andren ziging. Und triiw daruff, das ir und all die itiwren die min (und) mich 
sicher sigent uff semlich rechtpietten. Schriftliche Antwort durch den Boten. — Geben uff 
sunnentag vor iinser lieben Fréwen tag Assumcyanis tag, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel a t. 


4796. — 1446 August 16. (Castel.) — Mantz von Roggwilr schreibt an Biirger- 
meister und Rat zu St.Gallen: er entnehme aus ihrem Schreiben, wie ir den satz, so min 
genddiger her von Osterich zwiischen iins gemacht hat, getriilich mainen ze halten und 
mainen, das ir iich nit besinen kunnent, das ir sust mit jeman in sitzen sigen dan mit 
mir. Das befremde ihn, da nach seiner Ansichi sie beide mit allen, die darzi von baiden 
tailn gewant sint, inbegriffen seien laut Vereinbarung mit dem Herzog. Mainten ir aber, 
der minen dehainen uszesetzen, dez ich iich doch nit getr(u)w, so mainten die armen gesellen, 
ir wolten sy zi mittwilliger fintschaft trengen, des sy doch gern vertragen wirint. Hr bittel 
um Antwort durch den Boten; wan sy hand sich dez satz, als ich den verstanden han, bisher 
uffenthalten und och fiiro mainen ze tin. — Geben an zinstag nach inser lieben Frowen 
tag ze Ogsten, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


4797. — 1446 August 19. (Lindau.) — Biirgermeister und Rat zu Lindau itibersenden 
dem Birgermeister und Rat zu St.Gallen die Abschrift eines Schreibens von Hans von 
Rechberg (Nr. 4793), das ihnen Jakob Truchsef iibersandt hat, daran ir wol vernemen 
werdent, das er dehain frid mit tich ingan, sonder gen Costentz zu ainem gitlichen tag 
komen wil, und bitten sie, ihre Meinung schriftlich durch den Bolten mitzuteilen. — Datum 
sexta post Assumpcionis Marye virginis, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


Kaspar 1442—1463. 141 


4798. — 1446 August 23. Constanz. — Konrad von Rechberg von Hohen-Rech- 
berg, Dompropsi zu Constanz, erwidert dem Birgermeister und Rat zu St.Gallen auf 
ein Schreiben: .. Und schribent des ersten, wie ir iich vill erklegt habent von unserm vettern 
etc... lasent wir an dem end sin, als im ist. Vorba® schuldigent ir uns in tiwer geschrifft, 
wie wir den genanten unsern vettern und sine knechti uff uwer und der uwern schaden in 
unserm hoffe uffenthaltent, iro spech die uwern beroubt, darnoch iren zciker und nidderlaS 
darin gehebt habent.., und uff solchs bekerung und wandel an uns erforderent. Das diinke 
ihn unbillig; dan wir getruwet hettent, ir werent unsers gutten willen, und das uns die 
sachen in truwen laid gewesen sint, von uwern rattsbotten, dem Hérin und Ulrichen von 
Biir8&, wol erindert worden, und kunnent bie solchem schriben nit anders vorstan, den wo 
ir uns ungelimpff und umbillichs zcugezihen méchtent, das ir das tattent. Doch sol sich 
niemer finden, das uch oder den uwern durch unsern vettern oder die sinen uf unserm 
hoff oder darin dihain schad zcugefiigt worden sie .., wiewol er und sin huffrow, unser 
liebe mim von Sanagan®B, zc uns als ain frund zim andern komen sint und nit anders etc. 
Er glaubt also, sie seien ihm umb solch uwer unbillich vorderung und geschrifft billig wandels 
schuldig und fordert, das ir uns umb solchs wandel und bendging noch billichen dingen 
tugent, umb das wir uns des nit wieter von uch erklagen misfSent etc. Wir hettent ouch in 
kirtz mit dem egenanten unserm vettern gerett und understanden, tag daran zci machen, 
als das der wolgeborn Peterman von Raren, ffryherr zch Togkenburg, unser lieber 
herr und éhem, von uns vormerkt und vorstanden, ouch villicht mit uch gerett hatt. Siedmals 
wir aber merken iinsers gyten willen nit andern dank zcu beholen, mainen wir vorbaS misbig 
zc gand. Schriftliche Antwort durch den Bolten. — Geben und vorsigelt mit unserm secrett 
insigel zcu end der geschrifft zcu Costentz, am zinstag vor sant Bartholomeus tag, 1446. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit vorn aufgedriicktem Siegel. 


4799. — 1446 August 24. — Albrechi von Breiten-Landenberg schreibt an 
Birgermeister und Rat zu St.Gallen: er habe thre Antwort verstanden. Und (als ir) insunder 
meldent Hilttin, demselben recht piettent ass v(u)r min hierren von Costentz, Sch under 
andrem meldent, wie ir nit weg habent ass v(u)r min gnedigen hierren zi Osterich: sdllent 
ir wissen, wo iiwer git friintschifft kain args angan sdlt, wer mir in triiwen laid. Hr habe 
aber nichi nur ass von Hilttis wegen, sondern von all der Seinen und seiner selbst wegen 
geschrieben und darauf noch keine Antwort erhalien. Séllent ir wissen, das ich tich lieber 
dienst tet denn undienst. Ist iich wol wissent, das ich in aim krieg bin gewessen laider min 
halb ass von mins gnedigen herrens wegen von Osterich; da hab ich die min tin, das mich 
sy desselben mins gnedigen herren hopptliit gfirt hand. Deshalb biltet er sie, die sach friintlich 
lassen zerriinnen, das dich (und) mir nit cost und schad daruff gan miss, wnd ist bereit, wenn 
den iiwer gat friintschafft sich vil darzi figen, so vil ich mich za tich figen, doch das ich 
sicherhait hab za iich, von iich wider an min giwarsamy, da friintlich von iich horren, wess ir 
mich ald die min schuligt; so hdff ich, das ich tiwer git friintschafft well darzi anttwu(r)ten, 
das ir ain friintlich bynigen haben sdllent. Schriftliche Antwort durch den Boten. — Geben 
uff sant Partolhimess tag, 1446. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier- Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4800. — 1446 August 29. — Johans der Eginer, ain priester, verkauft seine Wiese, 
ze Appwile gelegen und ainhalb stosset an Caspar Hiren, anderthalb an Ulin Tanner, 
ze der dritten sidten an den Ghiisit und an die wisen ze Mosmiili, die von dem gotzhus ze 
Santgallen ze lehen rirt, dem Egli Oswald (Oschwald), Landmann zu Appenzell um 
88 4 St.G. W. Fir ihn siegelt Ulrich der Sérri, derzeit Biirgermeister zu St. Gallen. — 
An dem nichsten mintag vor sant Frenen tag, 1446. 

Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. B. 4, Nr.28.— Pergament-Original mit offen eanjenton Siegel. 


142 Kaspar 1442—1463. 





4801. — 1446 August 31. Kaiserstuhl. — Gemeiner Eidgnossen ritzbotten, jetz ze 
Keiserstal versamlot, erwidern dem Biirgermeister und Rat zu St.Gallen auf ein Schreiben 
als von Hansen wegen von Rechberg: das iins umb die sach nit fiirer kund ist, dann 
das tinser friinden von Appotzell botten, nemlich Schedler und Marti Steiger, uff 
dem nechsten tag ze Keiserstil an tins brachten, wie inen Hans von Rechberg geschriben 
hett under andern worten, er wélte die richtung ze Costentz halten und dera nachkomen, 
ob wir die gen imm ouch halten wiélten etc. Also was iinser antwurt, si sdltent semlichs an 
tich bringen und, ob tich gefellig were, Hansen von Rechberg einen friintlichen tag darumb 
ansetzen; ze demselben tag sdlten tinser eidgnossen von Swytz und von Glarus ir bott- 
schaft ouch tin und die sachen da mitt ttwerm hilff und rat beschliessen. Also haben wir 
nu an der von Glarus botschaft verstanden, das Hans von Rechberg den von Appotzell 
einen zedel geschriben und damit den tag abgeslagen hatt und meint, gefiele inen der zedel 
nit, so méchten si den minren oder meren etc. Semlichs hettent die von Appotzell den vor- 
genanten von Glarus kund getin, umb das si das an iins bringen sdltent, das wir wistent, 
.das wir iins deshalb nit dester minder séltend besorgen etc. Mehr sei ihnen nicht bekannt; 
doch wiiften vielleicht die Appenzeller griindlicheren Berichi zu geben. — Geben ze K eiser- 
stil, an sant Verenen abent, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. — Regest: 
Appenzeller Urk. I, Nr. 790. 


4802. — 1446 September 5. (Ruggburg.) — Hainrich Vogt von Sumerow zu 
Ruggburgg gesessen, schreibi an Birgermeister und Rat zu St.Gallen: Mir haut fiir- 
bracht, Margaretha von Willer von Sumerow, (min) liebe eliche swéster, wie das ir 
und iren kinden die tiwern das ir unervolget und unervordert aller rechten mit ir selbs 
gewalt entwert und genomen haben, tiber das sy nit wyssen mit tich noch dehainem dem 
tiwern anders denn gitz zi schiken haben, dez sy och zi grossem merklichem schaden 
komen syen. Und dieselb min swéster iich vor darumb geschriben und das an iich gitlich 
ervordret, ir das zu bekeren, daruff ir geantwurt haben, wie das ir mit den iiwern so vil 
geschafft haben: wolle sy fiir das git vierhundert guldin vertrésten zfi recht, so wéllen sy 
ir das bekeren. Das befremde ihm sehr; denn ir selbs wol verstand, das nyementz gepfant 
zi recht komen sol. Er bitiel deshalb, sie méchten noch hiitt by tag die Ihren dazu an- 
halten, daB seiner Schwester und ihren Kindern das Ihrige ohne Entgelt zuriickerstattet und 
auch der Schaden ersetzt werde. Kénnen die St. Galler und die Ihren die Frau und Kinder 
rechtez nit erlaussen, so wil ich ir und irer kinderen zi gelichen billichen rechten an den enden, 
wa das billich ist, méchtig sin. Jm Fall der Ablehnung aber gibt er zu bedenken, das mir sélicher 
mitwill, so die iwern an inen begangen hand, nit lieb, sonder laid ist. Schriftliche verstent- 
lich Antwort durch den Boten. — Geben uff mentag vor Nativitatis Marie, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t¢. 


4803. — 1446 September 7. (Langenargen.) — Grauff Hug, grave zi Montfort, 
zeigt dem Biirgermeister und Rat zu St. Gallen an, daz ettlich die tinsern gen Roschach 
gefaren sind und wolten stain den hailgen gen Argen und och in selbz holen. Und alz sy 
denn ire schiff geladen hant, so sind ettlich die tiwern, mit namen die Wetzel von Gol- 
dach, zigefaren und hant den iinsern ir scheff daselbz zu Roschach verhefft und verleit 
von ains scheffs wegen, so denn vormalz zu Roschach genomen worden sin sol, alz man 
daselbz gebrent hat, da vil und mengerlay liit gewesen sind, das doch mitsampt andern 
schiffen uff iinsern schaden angemachet was, das iins doch unbillich nimpt nach gestalt der 
sach. Also istevormalz Ulrich Orli von Lindow zi tinserm amman von Wasserburg 
komen und hat in gebetten, daz er im daz scheff ussgewinne von den gesellen, denn es 





Kaspar 1442—1463. 143 


sige sin; das er ouch getan hat. Darnach sind ettlich die tiwern, mit namen die Wetzel, za 
demselben iinserm amman zu Lindow komen und hant das scheff ouch angesprochen; den 
ward es entschlagen, daz sy es nemen moch(t)en, wenn sy wolten. Also ward daz scheff noch 
nie genomen biss uff hiit tinser Frowen aubent, so ist derselb itinser amman gen Lindow 
komen und hat den Orlin mit recht fiirgenomen umb daz, warumb denn daz scheff ussge- 
wunnen ward. Der hat im ouch das anbehept und mag das scheff nemen, wenn er wil, za 
sinen handen, daby man wol verstat, daz sy mitwillen mit iins und den iinsern tribent. Darza 
hat derselben Wetzel ainer tins und den tinsern in tinsre hertz frivenlich geflichet, daby 
und mit Joryg Gmiinder gewesen ist; den wollen darumb verhéren, der wirt iich wol 
sagen gestalt der sach. Hr bittet deshalb, die Si. Galler méchien ihre Leute anhalien, den 
Seinigen das Schiff ledig und ihn und sie unbekiimmert zu lassen; wird Recht begehrt, so 
will er seine Leute dazu stellen. Sodann verlangt er Bestrafung desjenigen, der iins und die 
iinsern also mit worten misshandelt hat. Was Jérg Gmiinder betrifft, den die St. Galler ver- 
anlaBt haben, nichts Unfreundliches vorzunehmen anders denn mit recht, so wollen sie im ains 
rechten sin an den enden, wa das billich ist, unter der Bedingung, daf Gmiinder um An- 
sprache sich auch zum Recht stelle; denn seine Klage erscheine unbillig, nachdem wir im 
das ysen, das wir doch mainten, das wir dez nit schuldig gewesen weren, wider geben haben 
und missen es den, so es genomen hant, villicht noch bezalen. Schriftliche Antwort durch 
den Boten. — Geben an iinser lieben Frowen aubent Nativitatis, 1446. 
Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4804. — 1446 September 9. (Ruggburg.) — Hainrich Vogt von Sumerow, zi 
Ruggburg geseLen, erwiderit dem Birgermeister und Rat zu St.Gallen auf ihre Antwort 
auf sein Schreiben, tich néchst von miner schwoster alz von sdllicher hab und gitz wegen, 
so ir von ettlichen den iiiwern mit gewalt, unerfordert und unerfolgt aller recht genomen 
und entwert ist in den dingen, daz sy nichtzit args mit inen hant gewist zi tind haben, 
getin, vom 6. September (feria tercia ante Nativitatis beate Marie virginis): er hdtte erwartet, 
dap sie seiner Schwesier das ir widerumb geschaft hdtten, und forderi neuerdings, daf sie 
bei den Ihrigen darauf dringen, dag das genommene Gut furderlich ane alle engaltnuf ent- 
schlagen, bekert und geantwurt werde. Fir Ansprachen der Leute von St. Gallen will seine 
Schwester inen in unbedingtem rechten fiirkommen fiir ainen burgermaister und klainen raut 
zi Wangen, die auch in dem Schreiben der St. Galler genannt sind, unter der Bedingung, 
dap diese die Ihrigen zur Riickgabe des Gutes anhalten. Andernfalls miifPte er seiner 
Schwester beistehen, damit sy des iren von iich und den tiwern bekéme. Schrifiliche ver- 
stentlich Antwort durch den Boten. — Datum sexta post Nativitatis Marie virginis, 1446. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresien a t. 


4805. — 1446 September 9. Ensisheim. — Herzog Albrecht von Osterreich setzt 
dem Birgermeister und Rat zu St.Gallen auf deren Bitte, uns der sachen zwischen ewer 
und unsers getrewn lieben Hannsen von Rechperg, unsers rates, anzenemen und ew 
darumb zu baider seitt tag fiir uns zu benennen, einen Tag fest fiir uns auf den vierczehenden 
tag nach sand Michels tag schirstkunfftig, wo wir dann auf die czeit mit unserm hof sein 
werden; desgleichen hat er dem von Rechberg verkiindet, ew alsdann baider seitt gen einander 
zu verhoren oder schaffen zu verhéren und nach ainem pillichen, als sich gepiiret, entschaiden. 
— Geben zu Ennsifheim, an fritag nach unsrer lieben Frawn tag der Gepurt, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel a t. — Kanzleivermerk rechts 
unten: Dominus dux in consilio. 


4806. — 1446 September 10. (Reichenau.) — Abt Friedrich von Reichenau (des 
gotzhus in der Richen Owe) schreibi an Birgermeister und Rat zu St.Gallen: Also haben 


144 Kaspar 1442—1463. 


die uwern an unser lieben Frowen tag nichstvergangen uff dem Undersee gehailset und 
ettlich hab uffgehaben, da under anderm iinserm und unsers gotzhus arm man Hansen 
Bicher dry sekk mit ziibiillen und ain gelt mit hunig oder wafel, derselb wafel ainem 
gotzhus zi Sant Lienhart zigehéret hat, genomen sind. Won nu Hans von Rechberg 
als zum drittail mainet vogt uber denselben armen man und das gericht, darinne er gesessen 
ist, zi sind, wéltend villicht die tiwern mainen, recht zi sdlicher hab zi haben. So raicht 
doch sélichs Hansen von Rechbergs halb so wyt herin, daz die liit aller kriegen halb bissher 
von im gefryget und gantz still gesessen, och ime gegen iich niit verbunden sind. Hr bittet 
deshalb, dafiir zu sorgen, dap dem armen Mann seine Habe one engeltnis& bekert werde. — 
Datum samstag nach Nativitatis Marie, 1446. | 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4807. — 1446 September 10. Weiler. — Hans von Gensterndorff, Herzog Al- 
brechis von Osterreich Kammerschreiber, zeigt dem Biirgermeister und Rat zu St. Gallen 
an, daz ich den fromen, vesten Walthern von Schonenbthl, meinen lieben sweher, von 
ettwas gnétiger sachen wegen, meinen gnedigen herrn herczog Albrechten, herczogen ze Oster- 
reich etc., anrirende, in ainem scheff gen Costentz an unsrer lieben Frowen tag Nativitatis 
nechstvergangen gesant habe. Also ist ewr houptman der Hewschreiber und ander ewr 
burger und sdldner an in kémen und habent den unbewaret gevangen und hinwegk gefiret, 
wiewol er sich nye vor ewr noch den ewern hat wissen ze hitten. Da nun dieser mit den 
St. Gallern nichts zu schaffen hat und nur dem Herzog zu versprechen steet, findet er die 
Gefangennahme héchst anbillig und fordert, das ir denselben meinen sweher unbeschadigte 
mit leib und git an vercziehen wider ledig schaffet. Widrigenfalls miiBie er beim Herzog 
klagen etc. Antwort durch den Boten. — Geben zu Wiler, am sambstag nach unser lieben 
Frowen tag Nativitatis, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


4808. — 1446 September 11. (Ruggburg.) — Hainrich Vogt von Sumerow, zt 
Ruggburg gesefBen, erwidert dem Birgermeister und Rat zu St.Gallen auf ein neues 
Schreiben wegen seiner Schwesier, antrift ettlich die iiwern, die ir dann daz ir uff dem Rin 
genomen hand etc.: sie wolle dem Recht auf die von Wangen gern nachkommen, doch das 
ir daz ir daruff 4ne engaltnu entschlagen und ledig gelaufen werd. Wollen die St. Galler 
und die Ihrigen das eingehen, so méchten sie die von Wangen bitten, kurtz tag daran zh 
setzen, wie seine Schwester auch tun wolle. Er bittet um Antwort durch den Bolten und um 
Bescheid, ob ir das ir daruff also ledig sy oder nit, ouch uff welhen tag sy darnach senden 
siille; denn ir das an merklichem schaden liget und den, alz sy maint, unpillich hat. — 
Datum dominica post Nativitatis Marie virginis, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4809. — 1446 September 12. (Radolfzell.) — Biirgermeister und Rai zu Radolf- 
zell (Ratolffszell) schreiben an Biirgermeister und Rat zu St.Gallen: Uwer knecht und 
sdldner sind uff unser lieben Fréwen tag nechstvergangen unser marktschaff angefaren, haben 
daru8 Hennin Hiber von Utznang, der ob vier jaren unser burger gewesen und noch 
ist, gefangen und ouch unser burgerin, der Ferrin von Utznang, ir schéff genomen und 
hinwég gefirrt. Und wann dieselben Henni Hiber und ouch die Ferrin also unser burger, 
uns stiirbar und dienstbar und allweg, so wir sy gemant hant, gehorsam gewesen und in 
unserm schirm sind und wir mit tich niitz danne liebs, friintlichs und gits wissen zu tin 
haben, so bitten sie dringend, das ir den unsern Hennin Haber sélicher gefangenschafft und 


Kaspar 1442—1463. 145 


ouch die iinsern, die in usgebiirgt hant, ir biirgschafft 4ne engeltniist ledig zellen und der 
unsern, der Ferrin, ir schéff ouch schaffent bekert werden. Schriftliche Antwort durch den 
Boten. — Geben uff mentag post Nativitatis Marie, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel a t. 


4810. — 1446 September 12. — Freiherr Diepolt von Sax verleiht dem Hans 
Rugg von Mos und dessen Ehefrau Adelheitinen Emeninen seine Miihle mit 1 Mann- 
mad Heuwachs, 2 Juchart Acker, sami Stadel, Speicher und auch mit dem berg, alles bei 
einander zu Bueweilen glegen zer Linden, als Hrbzinslehen um einen jahrlichen Zins 
von 8 Muti Kernen C. M., je auf Martini zu entrichten. Falls die Mihle iemer abgieng, 
verbrune oder sus verfiele, sollen beide Teile gemeinsam eine andere Miihle dahin bauen. 
Wird die Miihle samt Zugehérden nicht in gutem Stand gehalten oder wenn zwen zin8 
den dreitten ungewertt erluffen, so wird das Lehen zinBvellig, auch kénnen die Inhaber 
um den Zins gepfandet werden. Falls an dem Bach ober- oder unterhalb der Miihle eine 
oder mehrere Miihlen errichtet werden, die ihr Hintrag tun, so daB sie den Zins nicht trdagt, 
so soll der Freiherr von seinen Leuten, die Inhaber von der herrschafft volckh je zwei ehr- 
bare Leute stellen, nach deren Entscheid der Zins zu verringern ist. Sy sollen auch die 
leiit wol und giietlich empfachen, halten und lonen, das sy dest minder anderstwo hinschlachen, 
und dehainen gvar hierin triben. Die Inhaber dirfen ihre Rechte an ehrbare Leute verkaufen, 
sollen sie aber zuerst dem Freiherrn 5 f£ ~% nacher anbieten. — Am montag nach unser 
lieben Frowen tag ze herbst, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Barglerarchiv, Nr. 40. — Papier-Kopie aus dem 17. Jahrhundert. 


4811. — 1446 September 18. — Burkart von Honburg, riter, schreibt an Biirger- 
meister und Rat zu St.Gallen: Ich han vernumen, wie ir und die uiwern min armen luit 
hinders&8 in uiwer fangenschaft, namlich Walther von Schénenbuichel von Willer 
und HanS Kesler von Uicznan und Wadltin von Batnan xviij fiertel arbz, alz dersalb 
mir uf den aid gesait het, och genumen habin, die mir all zihéren und zi verspriachen 
stond, denen doch vor nit abkuint ist und von uich nit haind gewist den gitz. Hr bittet, um 
seiner Dienste willen den obgenanten das ir und sy siélbz on angiltnus ledig ze lausen und 


das ir wider ze bekeren. — Gé&ben an sunnttag vor sant Matdeus tag, des hailgen zwelf- 
bot, 1446. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. — Vgl. Nr. 4807 
und 4814. 


4812. — 1446 September 19. (Castel.) — Mantz von Roggwilr schreibt an Biirger- 
meister und Rat zu St. Gallen: Uch ist wol ze wissen, wie ich nachst mit ich ze Costentz 
gedagt han und wie das verlassen ist von al der iiwern wegen, och von al der min, und die 
dissen krieg by mir gewont hand etc., darumb ich ainr antwurt von iich warten bin. In dem 
komt mich fur, wie die iiwern Hanssen von Bussnang gefangen haben und den iibel 
gewundet und och mir schwarlich zigered haben, das mich etwas fr6md neme, wir das also. 
Er biitet, Hans von Bussnang freizulassen, won er dissen winter uB bis ze end dez kriegs 
by mir gelegen ist, und getruw (nit), das sich mit warhat yemer finden sél, das er for oder 
nach dem krieg uf tiiwerm schaden ye gewessen syg, und och mit den tiwern ze schaffen, 
mich und die min, so des kriegs halb zi mir gewant sind, unbekumert arger wort und werk ze 
erlassen und den didung und sidtzen nachzekomen. Schriftliche Antwort durch den Boten. — 
Geben an mentag vor sant Matheus tag, 1446. 

Stadtarchiv St. Gallon, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 

19 


146 Kaspar 1442—1463. 


4813. — 1446 September 22. Constanz. — Ritter Hans von Klingenberg zeigt 
dem Biirgermeister und Rat zu St. Gallen an, Biirgermeister und Rat zu Constanz 
hdtten ihm geschrieben, wie ir inen geantwurt haben uff die werbung, so min bottschaft mit 
ettlichen iiwern ratzbotten nachst zi Costentz gerett haben von den spenn wegen Hann& 
von Rechberg und iiwer, wie ir gern zi ainem gitlichen tag gen Costentz alder gen 
Stain komen und darzwischen ain friden halten wellen. Jnzwischen habe er auch an Rech- 
berg Botschaft getan und die Antwort erhalten, er well mir ze lieb ain friden mit iich und den 
iiwern haben bi® uff santt Gallen tag nachst kumpt (16. Oktober), und das sollicher frid mit 
brieffen versorgt nach notturft werd; so well er mir darzwischend ain antwurt geben von des 
gitlichen tags wegen. Hr bittet deshalb, das ir mir sdllichen friden verfolgen wellen; so wolle 
er sich weiter bemithen um giitliche Versténdigung vor der zyt, als tich min gnadiger herr 
von Osterich ain rechttag (s. Nr. 4805) gesetzt hat. Sie mdchten also ihre Ratsboten, mit 
denen er auch sonst eiwas zu reden habe, auf kommenden Montag za ihm nach Constanz 
senden mit Vollmacht zum Friedensschlup. Schrifiliche Antwort durch den Boten. — Geben 
zi Costentz, uff sant Mauricius tag, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven.— Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. — Vogl. Nr. 4821. 


4814. — 1446 September 27. — Ritter Burkart von Homburg schreibt an Birger- 
meister und Rat zu St.Gallen: Von wegen miner armen liite und hindersissen, so ir und 
die tiwern in gevangniif genomen haben, mit namen Walthern von Schénnenbichel, 
HanB KeBler von Utznang und och Walty Sorger von Betnang, dem ouch genomen 
sind xviij fiertel Arbs, als ich iich vorm4l8 darumb geschriben hab, bitte er, diese ohne Ent- 
gelt freizulassen und das Entwehrle zu erstatlen; denn ihm seien sdllich tiwer krieg und 
spenn sicher laid. — Datum uff zinstag vor MichaheliB, 1446. 


Stadtarchiv St.Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. — Vgl. Nr. 4811. 


4815. — 1446 September 27. Kaiserstuhl. — Die Hidgenossen legen ihre Klage gegen 
Osterreich schriftlich nieder. Dabei bringen die Schwizer folgende Beschwerde vor: Item 
so klagend die von Wil, die uns, denen von Schwitz, zugehGérend, daf die herrschafft inen 
zugeschriben und durch ir erbre bottschafft uffrecht und redlich zugeseit hand, si in dem kriege 
nit zu schidigen in keine wise, sunder si gantz still ze sitzen lassen, ob si sdllichs an den von 
Schwitz ouch finden méchtind. Sélliches inen wir von Schwitz gunnetend, daB si unserthalben 
ouch still sitzen méchtind, das ouch die von Wil der herrschafft houptliiten kund tatend; 
daruff sich nun die von Wil liessend und sich séllicher zuschribung und zusagung und ver- 
sprechung hieltend. Uber sélliche verschribung und zusagung, so inen von dem marggrafen 
in namen der herrschafft beschechen was, do wurdend si von der herrschafft volck tiber- 
fallen, mer dann einmal, und an lib und an gut understanden, ungeseiter und ungewarneter, 
unverschuldter sach, ze beschidigen. Hbenso klagen die Appenzeller (1) iiber Verletzung 
des 50jdhrigen Friedens, (2) tiber Verletzaung des Friedens, den der Abt von St. Gallen 
zwiischend der herrschafft und uns hat gemacht, durch die Herrschaft und die Ihrigen, 
(3) tiber Verletzung des in Constanz gemachien Friedens. 


Tschudi, Chronik ll, S. 489 f. — Regest: Hidg. Absch. lI, Nr. 307; Chmel, Materialien I, 220 f. Vogl. 
Appenzeller Urk. I, Nr. 791. 


4816. — 1446 September 29. Kaiserstuhl. — Osterreich stellt seine Klageschrift 
gegen die Hidgenossen dem Biirgermeister von Constanz zu, der sie dem Schult- 
hei~ zu Luzern iibersendet. Dabei klagt Osterreich, dag die Appenzeller wahrend 
des 50jdhrigen Friedens ésterreichische Untertanen als Landleute angenommen, Land und 
Leute vielfach geschddigt und den Eidgenossen besonders im letzten Krieg dabei geholfen 


Kaspar 1442—1463. 147 


hdtten, dardurch dai hu Osterrich also ze gebiarlichem schaden kommen ist, sonder iiber 
den zugesagten anlaB beschechen antreffende das Rhintal und den zugesagten friden, den 
si nit gehalten habend. — Hbenso klagit Kaspar von Bonstetten, daf die von Appen- 
zell uff ine gezogen und im sin vestiSax, und was darzu gehort, lit und gut, ingenommen, 
entwert und entsetzt und die liite zu eyden inen ze tunde getrungen und ine ze costen und 
schaden gebracht habind iiber sundre zusagung und trostung, ime beschechen. — Sodann 
klagt Osterreich iiber Ereignisse, die sich seit Ausstellung des Anlasses zu Constanz 
(9. Jani 1446) zugetragen, dafB die Hidgenossen und Appenzeller dem Anlagp und der 
Richitung zum Schaden Osterreichs nicht nachgekommen seien. Item die von Appenzell 
hand sich ouch die vesti und statt Rhinegk nach dem anlaf understanden ze behoupten 
und ze begwaltigen, wiewol si in dhein kriege dhein huldigung der liiten noch herrlichkeit 
nit erobert habend, und tund das in dem friden und gryffend fiir und fiir nach aller herr- 
lichkeit, vogtye und zugehérung, niit ubgenommen. — In gleicher Weise klagen die Erben 
von Konrad Paier selig: Item als das huB Osterrich wider die von Appenzell in 
irem artickel in einer gemein und sunst in sunderheit von Rhinegk wegen dargelegt hat, 
also setzend und klagend ouch die benanten erben in sonderheit der vesti und statt Rhinegk 
als von pfandtschafft wegen, so inen von dem huB Osterrich zugehirt; dieselb vesti und 
statt von gemeinen Eydgenossen still ze sitzen gesichert und dariiber von denen von Appen- 
zell bekriegt und geschidiget sind. ; 


Tschudi, Chron. ll, &. 485 ff. — Regest: Hidg. Absch. II, Nr. 307. Vgl. Appenzeller Urk. I, Nr. 792. 


4817. — 1446 Oktober 3. (Rapperswil.) — Grdfin Elsbeth von Toggenburg, die 
Witwe Graf Friedrichs (VII) sel., geborne von Mdtsch, stiftet die Allerheiligenpfrund 
in Rapperswil. 


Stadtarchiv Rapperswil. — Regest: Regesten der Stadt Rapperswil (Mohr, Regesten 1), 8. 42, Nr. 69. — 
Die angehdngte lateinische Bestdtigung durch den Bischof von Constanz ist datiert vom 3. Dezember 1446. 


4818. — 1446 Oktober 15. (Burgau.) — Vor Ulrich Spitzli, Vogt zu Litisburg 
(Liitenspurg) und Ammann des Freiherrn Junker Petermann von Raron (Raren), derzeit 
Vogtes und Pflegers der vesten Johansen, Ulrichs und Radolffen der Gielen von 
Glattburg, wylent Ridolffen des Giels siligen von Glattburg elicher siinen, der namens 
seines Herrn in der vorgenanten Gielen gericht zu Burgéw in dem dorff dffentlich zu Ge- 
richi siizt, eréffnet Ulrich Lede*gerw, Weibel zu Burgau, mit seinem Firsprech, er habe 
den Briidern Bernhart und Johans den Millern zum dritten Mal nach Burgau Rechi 
geboten von ettwas versessner uSstendiger stiiren wegen, welche die Briider den Ciel schuldeten, 
und bittet, da die Beklagten allen Geboten ungehorsam und widerhoér gewesen und er als uff 
sinem dritten tag klage, um ein Urleil. Das Gericht entscheidel, er solle bei seinem Amis- 
eid aussagen, ob er den Miillern das Recht jedesmal verkiindet habe, und nachdem er dies 
erkldrt, erteilt thm das Gericht Vollmacht, dap er die Miiller um die ausstdndigen Steuern 
pfdnden solle mit varenden pfanden und die ze Burgéw in dem gericht verkéffen, bis Steuern 
und Schaden bezahli seien; falls die fahrende Habe nicht ausreiche, diirfe er auch die liegenden 
Giiter angreifen und danne mit denen pfanden varen nach ir hofes recht. Auch in die 
Buafen, bei denen den Briidern zum Gericht geboten wurde, sollen diese verfallen sein. Hieriiber 
wird dem Weibel ein Brief ausgestellt. — Des nichsten samstags vor sant Gallen tag, 1446. 


Stiftsarchiv St. Gallen, X. X. X. 1, Fasc. 2. Nr. 25. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 


4819. — 1446 Oktober 19. (St. Gallen.) — Ulrich Spitz, Birger zu St.Gallen, 
und Ursul(a) Bachiner, seine Ehefrau, verkaufen einen jahrlichen Zins von 1% ~% St. G. W. 
aus threm Haus samt Hofstatt und Hofraite zu St. Gallen in der Stadt in dem Bril, und 


148 Kaspar 1442—1463. 


ainhalb stosset an Cinrat Mayers garten, anderthalb an der Vélinen sialigen hus, ze der 
dritten sidten an der statt mur und an des richs strasse, dem Rudolf Utz, Birger zu 
St. Gallen, um 20 & ~% St.G. W. Der Zins ist je auf den Gallustag in der Stadt zu ent- 
richten, und fiir thn haften das Haus und der sonstige Besitz der Verkdufer. Fir Spitz 
siegelt Ulrich Sdrri, Birgermeister, fiir seine Frau Junker Hans von Andwil (Ainwil), 
derzeit Richter zu St. Gallen. — An der nichsten mitwuchen nach sant Gallen tag, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallon, Tr. 0, Nr. 4.5. — Pergament-Original mit offen hangenden Siegetn. 


4820. — 1446 Oktober 22. (Constanz.) — Brun von Tettikoven, Stadiammann zu 
Constanz, stellt auf Verlangen Abt Kaspars von St. Gallen ein Vidimus des kéniglichen 
Briefes vom 24. September 1442 (vugl. Nr. 4402) aus. — Uff sambstag vor sant Symon und 
Judas tag, der hailigen apposteln, /446. 


Stiftsarchiv St. Gallen, P. 1. G. 2. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 


4821. — 1446 Oktober 26. Constanz. — Fridrich von Hewen, fyherre, Hanns von 
Clingenberg, ritter, und Thiiring von Halwilr der elter erkldren, dap sie in dem Streit 
zwischen ihrem Oheim und Schwager Hans von Rechberg von Hohen-Rechberg und 
Birgermeister, Rat und gemeiner Stadt zu St.Gallen auf heute her gen Costentz den 
Parteien einen unverbunden Tag geseizi und sie samt ihren Helfern fir alle bis auf diesen 
Tag durch sie selbst geschehenen Feindseligkeiten mii einander gerichtet, gesinet und ge- 
schlichtet haben. Hs siegeln die tedingsliite, Hans von Rechberg und Biirgermeister und 
Rat zu St. Gallen den Brief, der den Parteien in zwei gleichlautenden Exemplaren aus- 
gestelli wird. — Zu Costentz, uff mittwochen vor der hailigen zwélbotten tag Symonis 
und Jude, 1/446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Tr. XXXI, Nr. 32.32. — Pergament-Original mit offen hangenden Siegetn. 





AS22. — 1446 November 5b. St. Gallen. — Abt Kaspar von St.Gallen gewaéhrt der 
Elisabeth Zimmermann und der Elisabeth Bésch, Schwestern des Hauses Grim- 
menstein (Grymmenstain), Benediktiner Ordens, die unter seiner Obedienz stehen und aus 
bestimmten Griinden gegenwartig nichi dort bleiben kénnen, auf ihre Bitte die Erlaubnis, bis zam 
kommenden Fest St. Johannes des Tadufers sich in loco apud Sacrum Fontem, vulgariter zi 
dem Hailigen Brunnen, dicti ordinis, ubi benivolas haberent receptrices, cum sororibus ibidem 
aufhalten zu diirfen, und gibt dem Pfarrherrn oder Leutpritester, dem dieser Ort unterstellt ist, 
Vollmacht, die Beichte von den genannten Schwestern zu horen, sowie thnen Absolution, Kom- 
munion und nétigenfalls letzte Olung zu spenden. —In Sancto Gallo, sabbato ante festum 
sancti Leonardi, 1446. 


Stiftsarchiv St. Gallen, BOcherarchiv Bd. 369, S. 11. — Gleichzeitige Kopie. — Abdruck: Zellweger, 
Urk. I 2, 8. 580 f. — Regest: Appenzeller Urkundenbuch I, Nr. 793. 


4823. — 1446 November 6. (Castel.) — Mantz von Roggwilr schreibt an Biirger- 
meister und Rat zu St. Gallen: Uch ist wol ze wissen von der spenn wegen, (so) zwiisch(en) 
min und etlichen den iiwern sind, und wie wir nichst ze Costentz von tagen geschaiden 
sind und ich mich rechtz erbotten han ze nemen und ze geben nach inhalt ains didingnottal, 
den iich tiwer botten geantwurt hand. Der lut uf fier man, so by iich und mir uf demselben 
tag waren, und ob sich die fier nit méchten ainen, das ich ain rat ze Costentz oder ze 
Uberlingen oder Lindow mit iich bitten sol, welhen ich wil, umb ain gemain, und wab 
sy da der mertail bekent, dem ich nachkomen wolt. Da ihm nun noch nit vollig antwort 
zugekommen, bitlet er um solche, ob sie mit den Ihrigen sich dieses Rechies von thm und 
den Seinigen geniigen lassen wollen; andernfalls erbietet er sich mit den Seinen ains un- 


Kaspar 1442—1463. 149 


bedingten rechten vor Herzog Albrecht von Osterrich und dessen Réaten oder vor Graf 
Johansvon Werdenberg-Heiligenberg oder Ritter Burkartvon Homburg (Honburg) 
oder F'rischhans von Bodman oder dem jetzigen Obervogt zu Frauenfeld (Frowenfeld) 
als uf gemain mit glichem ztsatz, uf welhem ir wend, doch das ir und die tiwern mir und 
den min och da umb inser spriich och gerecht werdent und das ain recht mit dem andern 
zugang und beschlossen werd, ungefarlich. Schrifiliche merklich Antwort durch den Boten. — 
Geben an suntag an sant Lienhartz tag, 1446. 


Stadtarchiv St. Galien, Missiven. — Papier- Original mit Siegel unter Papierhiille a t. — Vgl. Nr. 4826. 


4824. — 1446 November 6. (St. Gallen.) — Heinrich Koff, den Biirgermeister und 
Rat zu St. Gallen gefangen geseizt, aber ungestraft wieder freigelassen haben, schwért 
Urfehde und gelobt, um Ansprachen an gemeine Stadt sich des Rechtes vor Birgermeisier 
und Rat zu Lindau, an Biirger vor dem Stadtgericht zu St. Gallen geniigen zu lassen, fiir 
ihn siegeli Otmar Zwick zu Ravensburg. Hiebei waren zugegen Hans Goldast, Hans 
Benn, Konrad Soldner, Ridin Biirckin wv. a. — An dem sechf8ten tag des dritten 
herpstmonats genant November, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Tr. XXXIV, Nr. 121. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4825. — 1446 November 7%. (St. Gallen.) — Heinrich Brdndler, Birger zu 
St. Gallen, verkauft einen jahrlichen Zins von 1 & ~ St.G. W. aus seinem Gat genant 
amm Schoren und daselbz gelegen, stosset an Ohtmar Eggers und siner mitter git, 
an die lantstrauss und an das Hatterna, so ich danne von der Horchentaleren kouffet 
hab, dem Ulrich Rugg, ebenfalls Biirger, um 20% 4%. Der Zins ist je auf den Gallustag 
nach St. Gallen zu entrichten, wofiir das Gut und der sonstige Besitz Brdndlers haften. Aus 
dem Gui geht nichis als an das Gotteshaus St.Gallen 12 B ~% und der Horchenntaileren 
28 4 Zins, mag man ablisen. Fiir den Verkdufer siegelt Ulrich Sdrri, Biirgermeister 
zu St. Gallen. — Des nachsten mintages vor sant Martis tag, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. B42, Nr. 4. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4826. — 1446 November 8. (St. Gallen.) — Birgermeister und Rat zu St.Gallen 
erwidern dem Manz von Roggwil auf sein letztes Schreiben: Bedungken uns die rechten, 
so du uns fiirgeslagen hast, erbere und redliche rechten sin. Aber du waist wol, das die- 
selben alle mit dir des kriegs och gewesen sind. Darumb umb sdlich sachen billicher zu 
rechtende ist vor liiten, die es nit berirt noch ang&t, denne vor denen, die in dem, als du 
mainst, zu dir behafft syen. Und ist sach, das du den unsern ains friintlichen rechtens ge- 
stattnen wilt vor ainem burgermaister und rate zu Costentz, zu Uberlingen, Lindow 
oder zu Ravenspurg, die danne deweders tails des kriegs gewesen sint, so wil uns des 
wol benigen. Hbenso wollen sie fiir Ansprachen an sie oder die Ihrigen daselbst ihm Recht 
gesiatten. — Datum octava Novembris, 1446. 


Stadtarchiv St. Galien, Missiven. — Hntwuarf auf Papier. — Vgl. Nr. 4823. 


4827. — 1446 November 9. (St. Gallen.) — Vor Hans von Andwil (Ainwil), Richter 
zu St.Gallen, der auf dem Rathaus 6ffentlich zu Gericht sitzt, erkldri Herman zer Aych 
mit Rudolf Utz als Firsprech, Veli Knechtli habe ihm den Hof genannit Franken- 
riiti verkauft mit der Zusicherung, thn von allen Zinsen mit Ausnahme des an die Kloster- 
frauen zu St. Katharinen gehenden zu befreien, und verlangt hieriiber eine Aussage von 
Knechili. Dieser gibt durch Niklaus Sattler als Fiirsprech zu, daB es sich so verhalte; 
doch usgelaussen drii malter kornzins hette er im selber uff disem hof vorbehalten. Nach 


150 Kaspar 1442—1463. 


den Wechselreden der Parteien legt das Gericht dem Knechtli auf, er solle nachweisen, dap er 
den Hof in obiger Weise geledgot habe, oder aber Hermans zer Aich recht und versagen nemen, 
das er das nit getan hab, als er danne davor geantwiirt haut. Nachdem Knechtli sich zu letzterem 
bequemt, erdffnet sein Gegner, dag aus dem Hof Zinsen von 6 Viertel Kernen und 1 Malter 
Vesen gehen, und verlangt, dafB Knechtli angewiesen werde, die Zinsen abzulésen und die Briefe 
dariiber thm auszuhdndigen. Da der Beklagte die Richtigkeit der Klage zugibt, entscheidet 
das Gericht, dag der Richter ihn bannen solle, die Zinsen mit 12 und 10 & % abzulésen 
und dem Kldger die Briefe im ndchsten Monat auszuhdndigen; so sol im Herman zer Aich 
das gelt damit geben, dem Knehtlin, darumb jetzo zil und tag us ist. Der Richter handelt 
enisprechend. (Also bien ich ze stund Ulin Knehtlin, disem also nachzekomen etc.) — Der 
nachsten mitwochn vor sant Martis tag, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Schaffneramt Turgau, Tr. B, Nr. 4. — Pergament-Original mit offen hangendem 
Siegel. 


4828. — 1446 November 11. (Bernang.) — Vor Hansmann Schmid von Bernang, 
der im Namen des Ammanns Hans Hermann daselbst im Dorf offentlich zu Gerichi sitzt, er- 
6ffnet der Ammann mit Hans Gisinger als Firsprech, wie das Spitaller héff ze Wide- 
now und der Veren hoff und des Ulggos hoff und Pfilis hoff, den yetz er und Hansen 
Haingel(e)rs erben innehettind, verenderet und so wit zertailt worden sigent, also das er 
die zins und burgsiéss, so denn von alter her in den kelnhoff ze Bernang darab gond und 
gon sond, hin als bisher jarlich uff sant Gallen tag nit wol wisti zi samlen und ze fordren, 
und bitiet um ein Urteil, siddemmal daz das vorgenant burgsiss und jarlich zins usser den 
obgenanten hoéffen und gitern sdélicher notzins wire, dag die Entrichtung an den Keller 
oder den Inhaber des Kelnhofs zu Bernang unweigerlich auf den Gallusiag zu erfolgen habe 
oder der Keller das an ainem sonnentag in der kilchen Bernang erfordren und, wenn es nicht 
unverziiglich ausgerichtet wird, dry clagen nachanandren dazu tun darf und, wer das burg- 
siiss schuldig ist, fiir jede Klage in Bufe von 6 B, 3 dem Kldager, 3 dem Gericht, verfalit. 
Er fragt deshalb, da die Héfe also zertailt und verendret wirind und och das burgsiéss von 
alter her sdliche gitte recht hett, ob denn iit billich ain jetlicher, welher der obgenanten 
hoff und gitter den mertal inhett, das gemelt burgsiss solt samlen und antwurten in den 
kelnhoff als von alter her. Das Gericht entscheidet in diesem Sinn, woriiber dem Ammann 
ein Brief unter dem Siegel des Junkers Wilhelm von Steinach ausgestellt wird. — Uf 
fritag vor sant Othmars tag, 1446. 


Stiftsarchiv St. Gallen, BOcherarchiv Bd. 117, f. 76 f. — Ziemlich gleichzeitige Kopie. 


4829. — 1446 November 14. (St. Gallen.) — Ridolffzer Ah, Birger zu St. Gallen, 
und seine Ehefrau Adelhait Berin verkaufen einen jahrlichen Zins von 32 £B % St. G. W. 
aus nachstehenden Giitern: des ersten ab und usser tinserm gelegnen git genamt Griben, 
gelegen am Rodmonten, stosset an des richs strasse und denn allenthalben an des Geb- 
harts git, das wilunt W alti Schniders séligen was, und ab und usser tinsern rehten des 
akkers genamt der Langakker, stosset an den Byfang, anderthalb an Ridi Doblers 
akker, ze der dritten sidten an den akker, den man nemmet das Bergli und an ain akkerli, 
haisset in der Riiti, sami Zugehorden dem Peter Ortwin, derzeit Meister und Pfleger 
des Hl. Geist-Spitals zu St.Gallen, zu dessen Handen um 32 € %. Der Zins ist je auf 
Martini nach St. Gallen zu entrichten, wofiir die obigen Giiter und der sonstige Besitz der 
Verkdufer haften. Fiir sie siegell Junker Hans von Andwil (Ainwille), derzeit Richter za 
St. Gallen. — An dem nachsten mintag nach sant Martis tag, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. A. 16, Nr. 7. — Pergament-Original mit offen hangendem 
Siegel. 


Kaspar 1442—1463. 151 


4830. — 1446 November 14. (St. Gallen.) — Vor Abi Kaspar von St. Gallen, der 
auf der Pfalz offentlich zu Gericht sitzt, klagen die Briider Hans, Ulrich, Laurenz und 
Jéirg Firer, eheliche Sihne Konrad Firers selig, und Peter Herre namens seiner Ehe- 
frau Verene, Schwester der Fiirer, alle Birger zu St. Gallen, mit Konrad Hér, derzeit 
Reichsvogt, als Fiirsprech gegen den Stadtschreiber Johans Widenbach: Ihr Vetter Hans 
Fitrer sel. habe vor einiger Zeit bei seinem Tod einen ehelichen Sohn hinterlassen; desselben 
sins und gits sich dozemal sin miter understinde. Nun sei der Knabe gestorben und habe ett- 
was guts hinterlassen, ndmlich ein Haus in der Stadt St. Gallen im Briihl, einen Garten vor 
der Stadt bei Limmlisbrunnen, einen Weingarten zu Alisitdlten und Zinsen aus des 
Aberlis Haus und des Siébiners Haus, sowie aus Walii Oswalts sel. Giitern. Diese 
Hinterlassenschaft hdatien die Mutter des Knaben und der Stadtschreiber an sich gezogen, 
wdhrend sie, die Fiirer, rechte ndchste Erben derselben waren, vom Stadtschreiber aber daran 
geirrt wiirden. Sie begehrten deshalb, daB der Stadtschreiber angewiesen werde, ithnen das 
Gat zukommen zu lassen. Der Beklagte lapt hierauf durch seinen Firsprech Birgermeister 
Ulrich Sdrri die Klage bestreiten, er habe auch nichts von dem Gut inne und sei nicht 
pflichtig, ihnen dariiber zu antworten; sie méchten die Leute, welche das Gut innehdtten, 
rechtlich belangen. Die Kldger erwidern: der Stadtschreiber und seine Frau hdatten die Hinter- 
lassenschaft veraberhandet und verk6éft. Er antwortet, wie zuerst, wird dann aber auf Forderung 
der Kldger vom Gericht angehalien, zu erkldren, ob die Giiter durch ihn and seine Frau ver- 
dufert worden seien, und laéft nun erwidern, die Firer hditen ihn um die Ansprache nicht 
vor Pfalzgericht zu ziehen; dagegen sei er bereit, an gehorigem Ort zu antworten. Auf er- 
neute Frage an das Gericht, was nun Recht sei, begehri der zuerst befragte Konrad Hor 
von dem Gericht Bedenkzeit, die ihm bewilligt wird mit Ansetzang eines neuen Tages in der 
Sache ob vierzehen tagen und under drin wochen auf 1. Dezember. Uber das Urteil stelit der 
Abt auf Begehren der Fiirer einen gesiegelten Brief aus. — Des nihsten mentags vor sant 
Othmars tag, 1446. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Bicherarchiv Bd. 90, S. 719 f. — Kopie von der Hand des dbtischen Schreibers. 


4831. — 1446 November 16. — Bernhart Staffan ab dem Bichberg, burger ze 
Rinegg, verkaufi einen jdhrlichen Zins von 1 & 5 B ~% St. G. W. aus seinem tail und reht 
des wingarten im Banholz, und ainhalb stosset an Hansen Kleinen genant SchAallili, 
anderthalb an die gemaind und an Liitin Jenniner, sowie aus seinem tail und reht des 
bomgarten, stosset ainhalb an die gemaind, anderthalb an die herren von Wartense und 
an die herren von Rinegg, samt allen Zugehorden dem Peter Ortwin, derzeit Meister 
und Pfleger des Hl. Geist-Spitals zu St.Gallen, zu dessen Handen um 25 & %. Der Zins 
ist je auf Martini nach St. Gallen zu entrichten, wofiir die obigen Giiter und der sonstige 
Besitz des Verkdufers haften. Fiir diesen siegeli Ulrich Sdrri, derzeit Birgermeister zu 
St. Gallen. — An der nichsten mitwuchen nach sant Martis tag, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. A. 9, Nr. 19. — Pergament-Original mit offen hangendem 
Siegel. 


48382. — 1446 November 18. "(GoBan.) — Vor Heinrich Geriner, Ammann des 
Abtes Kaspar von St.Gallen zu Gopau, der daselbst offentlich zu Gericht sitzt, fertigt 
Hans Garteman uS dem Lo mit Heini Kronauer als Firsprech dem Hans Haim, 
derzeit Kirchenpfleger der Kirche zu Gofau, zu Handen der Friihmesse einen jdhrlichen 
Zins von 5 f ~% St. G. W. aus seinem Teil des Guites genant das Lo, gelegen ze Gersch- 
wyl, stost an den andren tail desselben gitz zi Gerschwyl, an Hetzenwyl und an Ar- 
nanger giter, samt Zugehérden, den er um 5 € ~ an die Friihmesse verkauft hat. Der 
Zins ist je auf Martini an den Friihmesser zu Gofau oder sinen innemer zu entrichten, wofiir 


152 Kaspar 1442—1463. 


das genannie Gut und der sonstige Besitz der Verkdufer haflen. Es siegeln der Ammann 
und fiir den Verkdufer Heini Kronauer. — An dem achtzechenden tag des monats Winter- 
monat, 1446. 


Stiftsarchiv St. Gallen, H. 2. A. a. 2. — Papier-Kopie aus dem 16. Jahrhandert. 


4833. — 1446 November 22. — Freiherr Petermann von Raron (Raren), Herr za 
Toggenburg, erwidert dem Biirgermeister und Rat zuSt.Gallen, die ihm auf ein Schreiben 
von Cinraten Holtzmans, tiwers burgers wegen, das der den minen Hansen Kilchen- 
man mit frémden gerichten fiirgenomen heti, geantwortet haben: ir habind den tiwern darumb 
ze red gesetzt; der habe iich geantwurt, das er umb sin zispriich fiir min amptliit komen 
sy und sich gelicher rechten gern heti benigen lassen; im méchte aber von minen ampt- 
liiten weder mit pfanden noch mit pfenningen nit beschechen noch gelangen, darumb er von 
not sdélich ander recht sichen misti: Er habe den Ammann zur Rede gestelilt, der bei seinem 
Amtseid erklarte, das er dem iiwern gegen sinem widersachen recht nie verzigen heti; dann 
wenn er sich sdlichs rechten, darinn der ansprachig gesessen ist, sich wélti haben lassen 
bentigen, dann w6lti er im in zi ainem gelichen fiirderlichen rechten gestelt haben. Harumb, 
lieben, giten friind, ich hoff, ir bekennent wol, das die minen und ander, so zii-der Ayd- 
genoBschaft gehérent, zi disen zitten nit weg gehaben mugent, fronde gericht ze sichen; 
sie méchten also den Ihrigen anhalten, davon abzulassen und von seinen Leuten da Recht 
zu nehmen, wo sie seBhaft seien. Lieben friind, es spricht dch der min, das im kain ladbrief 
von dem tiwern zégt noch ze hus noch ze hof komen sy. — Geben an zinstag vor sant 
Katerinen, der hailgen jungkfréwen tag, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


4834. — 1446 November 29. (Lichtensteig.) — Freiherr Petermann von Raron 
(Raren), Herr zu Toggenburg, nimmt von dem bescheidnen Knecht Uoli Giinther von 
St. Margreten-Affeltrangen die Schuposse gen. der Ginther SchippoB, so bi zitten 
des Rafnoltz von Liechtenstaig gewesen wir, zu Si. Margreten-Affeltrangen samt Zuge- 
hérden, dem Weingarten und allen Rechten, ein Lehen vom Freiherrn, auf und belehni damit 
den Rudolf Ritter, Biirger zu Lichtensteig, dem Giinther sie um 102 & % C. M. verkauft 
hat. — An sant Andres, des zwelfbotten, abend, 1446. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Kiste 3 unregistriert. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4835. — Abt Kaspar von St.Gallen erneuert den Lehentragern des Hl. Geist- 
Spitals zu St. Gallen die Lehenschafi tiber die Giiter, welche der Spital vom Gotteshaus zu 
Lehen hat. 

(St. Gallen.) 1446 November 29. , 

Wir Caspar, von gottes gnaden abbt des gotzhus zi Santgallen, das én mittel 
dem stile ze Rome zigehort, sant Benedicten ordens, in Costentzer bistim gelegen, 
bekennen offenlich und tin kund allermenglichem mit disem briefe, das fiir uns komen sind 
die ersamen wisen Ulrich Sarri. der burgermaister, und Hainrich Zwik, Cainrat Hier 
und Andres Vogelwaider, burger zi Santgallen, in namen und von wegen des spitals 
des hailgen Gaistes zi Santgallen und offnetent vor uns, wie das der jetzgenant spital 
ettwavil giter und jarliche zins hetti, die von uns und unserm gotzhus ze lehen herrirtent, 
dariiber sy von ainem rate zi Santgallen zai lehentragern geordnet und geben wirint, ir 
jeclicher iiber sovil, als im zigefigt und benempt wirint und als sy uns angeben wiltent. 
Und batent uns mit ernster, flissiger bett, das wir inen dieselben giter und jarlich gelt in 
tragers wise zi des vorgenanten spitals handen zi lehen lihen gerichten. Also haben wir 


Kaspar 1442—1463. 153 


derselben burgermaisters und der andren ernste und flissige bett erhort und gnedeclich an- 
gesehen und haben inen also in tragers wise zi des vorgenanten spitals handen geliihen 
dise nachgenanten giter und jiarlich gelt, ir jetwedrem, sovil im benempt und zigeschriben 
sind und hernach benempt werdent, und lihen mit disem briefe nach lehens rechten, was 
wir von rechten ald gewonhait daran lihen sdllen, uns und unserm gotzhuse an allen unsern 
rechten, zigehorung und gewonhaiten unvergriffenlich und gantzlich one schaden. (1) Des ersten 
haben wir dem vorgenanten Ulrichen Sirri, dem burgermaister, zi des obgenanten spitals 
handen geliihen dise nachgenanten giter und jarlich gelt: Den zehenden in Jonsriiti, ain 
gatli genant Spitali, den hof am Kapf under dem Rotmonten, Liimmiswila, den Od- 
hof, den hof ze Hofen, ain gitli ze Staig, ain gutli ze Frdwil, drissig schilling pfenning 
geltz uss dem Krekelmos bi sant Lienhart, ain hofli ze Gummiswile, ain héfli im 
Wilar bi Falkenstain, ain pfund pfenning usser ainer mili ze Bich, drissig schilling 
pfenning uss Ridis Toblers berg, ain héfli inn Geren, hett Hennggi Renftler, den 
acker inn Geren, ain wis dobi gelegen, zehen schilling pfenning von Ridis Toblers git, 
ain pfund zwen schilling pfenning uss zwain ackern inn Geren, hat Hanns Ammans sin zim 
Bach, ain pfund pfenning usser der Wittrosschwendiner akker, item drissig schilling 
pfenning vom Len, hat Caini Gebhart, sechsthalben schilling pfenning uss Burglis akker in 
Bernegg, den zehenden uss dem hof ze Staig under Riederholtz; item und pfenningzins 
uss ettlichen garten und hiisern und gitern in den gerichten zi Santgallen gelegen, ffiinf 
pfund pfenning geltz uss des alten Jigers berg, zehen schilling pfenning uss Segessers 
akker ze Grind, zwai pfund pfenning von dem hofe ze Veld enent dem Schoren, ain pfund 
acht schilling uss Othmar Eggers git ze Veld, zwai pfund pfenning, zwai malter korns uss 
des Laidres gitern uff dem Rotmonten, ffiinf malter kors und sechtzehen schilling pfenning 
uss dem hof Richentswil, den der Hafner und Gili innehant, item dritthalb pfund pfenning 
uss Wielands git ze Studen, item zwai pfund pfenning usser Hanns Alberbergers gitern, 
den hof am Kapf, item drissig schilling pfenning usser Eglis Kesslers git, hat Zigrer, item 
ain pfund pfenning uss dem acker, der des Tenggen waz, item zehen schilling pfenning zins 
von Hiinnin von Staig, ain pfund pfenning von Clausen Renftlers gitern am Ebnett, 
vierdhalb pfund pfenning ab Ridis ab der Hab gitern, drissig schilling pfenning von Holder- 
swantz acker an der Staig, ain pfund pfenning uss Eberlis von Loch giter, zwai pfund und 
vier schilling pfenning ab Ulis Bers gatern, die Haini Forster hat, ain pfund pfenning uss 
Herman Hellers gitern uss Loch, drissig schilling pfenning uss Hansen Kesslers gitern ze 
Studen, hat Cintz von Huntwil, ain pfund pfenning uss Zapfen gitli, ain pfund pfenning 
uss des Widmers akker, drissig schilling pfenning uss Ulis Ortwins gaitern, hant Hennggis 
Ranftlers kind, drissig schilling pfenning von Cinratz von Lorn berg, ain pfund fiinf 
schilling pfenning ab Collen, hat Hans Low, ab aim acker ze Torna zehen schilling 
pfenning, hat klaine Uli Forster, item ain pfund zwen schilling pfenning uss dem git 
ze Riiti bi der zigelhiitten; den hof ze Helmenswil, das git ze Riiti, die miili ze Riiti, 
die Hellmiili, den hof zeSpitzenriiti, den hof im Holtz und Nenggensperg, zwen 
héfe ze Stainibrunnen; vier malter korns uss Horkentals git, hat der Wetzel, uss 
der miili ze Wenden dry mutt kernen Costentzer mess und fiinf schilling pfenning, zwo 
vassnachthennen, zwai herbsthiner und drissig aiger; den hof ze Golda, zwen schilling 
pfenning uss Ridis Schetters hof ze Golda, dry schilling pfenning uss Jiclis Husers 
hof ze Golda, dry schilling pfenning von Hannsen Kellers hofstatt ze Golda, uss 
Sultzberg dem gitli dry schilling acht pfenning, den zehenden zi dem Grawenstain, 
die hof und zehenden ze Albersperg, den ober Berg, den acker ze Wida, den acker 
zi Sant Fiden, das git ze Tablatt, ffiinf pfund pfenning geltz ab dem git ab der Hab, 
item zwenunddrissig schilling pfenning ewiges geltz, erkouft von Ridin zer Ach und 
Allinen Berin, siner elichen husfrowen, uss dem git in Griben und uss iren rechten 
20 


154 Kaspar 1442—1463. 


des ackers genant der Langakker nach innhalt des briefs dariiber gegeben, ain pfund pfenning 
geltz ab Hannsen Kesslers und siner frowen git ze Vonbtl gelegen nach innhalt des 
briefs, den sy darumb geben hint, item dritthalb pfund pfenning ewiges geltz uss Ulis 
Appenzellers git von Veld. (2) So haben wir Hainrichen Zwicken och also zi des ob- 
genanten spitals handen dise nachgeschriben giter geliihen: Ain wis von Berg, ain hofli 
genant Waibelsow, drissig schilling pfenning uss ainer wis ze Zuckenriet, die man 
nemmet Wantzenwis, den hof ze Langendannen und hof und miili ze Soredal, ain 
héfli genant Wart, ainen hof genant Bibenhof zi Zilschlatt, denSomenhof ze Zil- 
schlatt und schipussen doselbs, des Albrechtswilers schipuss, das zehendli ze Liiba- 
husen, den hof ze Gerswil, der Rosenbergs was, Vesersegg, des Schenken hof 
ze Ratzenwila und den zehenden von demselben hof, ain halb schipuss ze Ratzenwila 
und zehen schilling pfenning jarlichs geltz, den hof ze Ratzenwile, den hof ze Blaiki, 
ainen halben hof ze Husen und den zehenden doselbs, der Edelmannin gitli ze Ratzen- 
wile, ain hofli imm Wila zt Zilschlatt, den hof ze Bruggli, den hof ze Sulgen, zwen 
hof ze Loch enent der Sittren, den hof Oberwila, zwai malter korngeltz von Wolfferts- 
wis, acht schilling pfenning uss der Gruntwis, ain gitli ze Ronwil, hat jetz Cintzli 
Riitiner, ainen mutt kernen usser Jficlis Haidetswiloers gitern ze Waltkilch. (3) Item 
so haben wir Canraten Héer dis nachgenanten giter geliihen och zi des spitals handen: 
den hof ze Bisschoffberg, die bbm ze Bernang und Rifenhald, den Blattakker 
ze Bernang, zwai mannsmad wiswachs bi der nuwen brugg, was Schnellmans, uss aim 
wingartli ze Bernang genant Ktitbach zehen schilling pfenning, ab aim akker genant der 
Hellacker ze Bernang zehen schilling pfenning, von der miili ze Bernang vier pfund 
pfenning, hat Cini Miiller, den hof uff Riiti ze Liichingen und des Hitters von 
Rosemberg stuk, den hof Lichingen, der Ridolfs von Rosenberg was, den zehenden 
bi Marpach, den hof ze Loch in Marpacher kilchéri, den hof am Spilberg, den hof 
uff Egg, ain pfund pfenning uss Tobel, die akker uff dem Ebnett, den wingarten amm 
Hurst, Hardegg daz burgsissli mit siner zigehdrdi, zwai mannsmad am Hiardli, koment 
vom Nagler, vier schilling pfenning uss Nigglers hofstatt ze Rebstain, Hannsen 
Schmitters git am Hiardli und dobi ain pfund ainen schilling pfenning und ain halb 
viertel kernen, Gerabrunn das wingartli und ain pfund pfenning ze Balga, uss Holtzeren 
ain viertel schmaltz Bernanger mess, zwen mutt vesen och desselben mess, uss Zim ber- 
mans hofstatt ze Rebstain fiinf schilling pfening, den hof am Hiardli, den der Gieger 
hat, mit siner zigehérdi, den zehenden ze Fatzenlo, den hof an der Metlen bi Alt- 
stetten, des Friesen git bi Altstetten mit siner zigehérdi, Struben git bi Alt- 
stetten mit siner zigehérdi, den hof Hiislen bi Altstetten mit siner zigehérdi, des 
Langen hof im Fryenbach, die wis ze Schawingen, ain mad in Widen, den zehenden 
amm Kornberg biAltstetten, zwai pfund pfenning uss Honegg, her Ridolfs wingarten 
ze Marpach, den wingarten an der Braite, der Nesen Miillerin was, ainen sém wins uss 
Ridis Hermans wingarten ze Bernang, ainen drittail ains wingarten am Kobel ze Bernang, 
ainen wingarten zi des Huwen hus, was Schnellmans, ainn wingarten genant Hell, ainen 
wingarten genant Hellbock an Pfawenhalden zi Bernang, ainen wingarten imm Zaissen- 
riet, ainen wingarten genant die Kammer, ainen wingarten genamt Fedrers Hell, ainen 
wingarten imm Kiaibach, was her Cinratz Englers, ainen wingarten an der Hibhalden ze 
Marpach bi dem H§ardli, ainen wingarten nach bi dem Hiardli genant Spiessers Garten, 
ainen wingarten hinderm torggel, stost an Scherers Garten, ainen wingarten genant Swig- 
gers Gartli, ainen wingarten genant desScherers Girtli, ainen wingarten genant der Tanner 
und die bettli darob, ainen wingarten, stosst undnen an den T anner, ain wingartli erkouft von dem 
Hagger am Ebnett, ainen wingarten genant uff Riiti ze Liichingen, ainen wingarten genant 
amm Bal ze Liichingen, ainen wingarten genant der Alt Wingart, ainen wingarten genant 


Kaspar 1442—1463. 155 


in den Liichern, ainen wingarten genant der Tailer ze Altstetten, ainen wingarten genant 
der Boden hinder dem Forst, ainen wingarten, stosst unden uff an den Boden, ainen win- 
garten genant das Lang Bett, ainen wingarten genant an den Betten, ainen wingarten ge- 
nant Zimbermans Wingart, ainen wingarten bi Hiislen, zwai bettli hinderm Forst, gab her 
Hans Schmid, ain git im Rintal genant des Aichers git, das burgstal Grymmenstain mit 
iit und mit git und mit allen rechten, als das an das spital komen ist. (4) So ist Andres Vogel- 
waider trager iiber dise nachgeschriben giter, die er och zi des spitals handen empfangen hat: 
den hof Sturtzenegg, den hof Ungemachs Berg, den hof an der burghalden bi Rosen- 
berg, den hof Schorantzhtb, den zehenden zi Engliswil, ain malter korngeltz uss 
Tiffenow, ain zehendli uff Bugenstig, uff Drin Higgen, Wolffartzswendi, 
Schénengrund, uff en Boden, zi den Haslosen, Schnabelbial, Swartzenberg 
und am Osterbiul, zwai malter vesen, zehen schilling pfenning uss Hainis Schlumpfen 
gitern ze Alberswendi, drissig schilling pfenning uss Eglis Schlumpfen gat von 
Herisow, ain pfund fiinf schilling pfenning von Cinis von Wila gitern von Herisow, 
ain malter korns und ainen mutt kernen uss Riggliswile, den hof ze Gotziswile mit 
siner zigehodrdi, ain malter vesen und zwen mutt haber uss Maggenower Haselhiben, 
den zehenden ze Volkenswile, den zehenden ze Volishtib, ain zehendli und zehen 
schilling pfenning geltz uss Albrechtswile, der Stéren hof ze Gebhartzwile, zwai 
malter korns uss der Gritterin gitli ze Niderdorff gelegen, item den zehenden ze 
Atzisperg, zwai malter korngeltz uss dem gitli gelegen ze Niderdorff, hat der Moser, 
zwo Tegernowen, zwo Warten, die under und die ober, vier pfund niin schilling pfenning 
und zwai viertel kernen und dry hinrr zins uss den gitern ze Hetzenwila, den zehenden 
ze Uffhofen, ain pfund pfenning uss der miili ze Miilinen, drissig schilling pfenning uss 
Gétzen gitern ze Appwil, zehen viertel kernen uss Hennslis Schmids gitern ze 
Niderdorff, zwen mutt vesen geltz uss Ulis Silbrers gait von Matten, ain malter korns 
und ainen mutt kernen uss der Lutzinen giter von Gossow, zwai malter vesen und ain 
malter haber und acht schilling pfenning uss der Storcheggerin gtiter von Gossow, 
siben viertel kernen und drissig schilling pfenning us Ulis Staigers gitern, vierdhalb 
pfund pfenning uss den gitern ze Helffenberg, ain pfund pfenninge uss Herman 
Nifftlers wis, die im Ridi Tobler ze kouffen gab, zwei pfund pfenning usser An- 
dres imm Bomgarten gitern, die jetz der Liner hat, zwélff schilling pfenning uss Hai- 
nis Liners git ab dem Vordrigen Tiffen, zehen schilling pfenning ab Schimachers 
akker ze Gossow, zehen schilling pfenning uss Hannsen Mosers gitern ze Niderdorff, 
sechs mutt kernen uss dem hofe Rainsperg, ainen mutt kernen uss der Kalchhoferin 
git und des Webers git ze Burgow, dry mutt kernen uss des Biiress git ze Burgow, 
hat Egli Lutz, und den zehenden ze Stetten. Und als wir die obgeschrieben giter und 
jarlich gelt den vorgenanten vier personen, ir jetwederm, sovil im zigeschriben ist, zi des 
obgenanten spitals handen also an tragers wise zi lehen geliihen haben, wir do, das der- 
selben personen dehaine von tod abgienge, so séllent die maister und pfleger desselben 
spitals uns ainen andren erberen man an des abgangnen statt zi lehentrager geben, als dik 
das ze schulden kumt, on all geverde. Des ze warem urkund haben wir obgenanter abbt 
Caspar unser abtlich insigel laussen hengken an disen brief, der geben ist an sant Andres, 
des hailgen zwélffbotten, abend nach Crists geburt vierzehenhundert jar und in dem sechs- 
undviertzigesten jare. 

Stadtarchiv St. Gallen, Tr. XXVIl, 1. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. — Vogl. 
Orkundenbuch V, Nr. 8676. 


4836. — 1446 Dezember 2. (Constanz.) — Die thimherren und gemain caplon der 
briiderschafft zu dem thim zu Costentz verleihen dem Ueli Schénholzer und Wadlti 


156 Kaspar 1442—1463. 


Ammann, beide sefBhaft zu Biirglen, als Erbzinslehen imser briderschafft zway giatter, 
der ains vor gebuwen haut der Seckelman, das och man och nempt des Seckelmans 
Gat, und das ander des Hibers Git, zu Birglen gelegen, mit allen Zugehérden um einen 
jahrlichen Zins von 7 Mutt, 11], Viertel Kernen, 2 Malter weniger ein Viertel Haber, beides 
C. M. by dem besten, wolberaittes kernnen und habers, so denne uff den gittern yndert 
wirdett, 1 @ 7 £ \% héwpfening C. M. u. W., alles auf Martini, dazu 6 Herbsthiihner, 70 
Owsteraiger und 2 Kloben Werg, in Constanz in tinsern kasten und behaltntiB zu entrichten. 
Hiefiir setzen die Belehnten zu ainem rechtten ursatz zu den obigen Giitern ein die schiir, 
die sy von Hainin Keller von Biirglan, der sy uff Seckelmans Gott gebuwen haut, erkofft 
haben. Sie sollen die Giiler in gutem Stand halten; tun sie das nicht oder entrichten sie den 
Zins nicht, so kénnen die Domherren sie dafiir und fiir allen Schaden rechtlich angreifen 
und, wenn sie zwen zins insunder mit dem kernen oder dem haber ungewert erlouffen laussent, 
die Giiter samt dem zisatz an sich ziehen. Wenn die Belehnten die Giter verkaufen oder 
thre Rechte verdufern wollen, steht den Domherren das Vorkaufsrechi niacher .. won yement 
anders zu; machen sie keinen Gebrauch davon, so ist der Verkauf gestattet an ehrbare Leute, 
da wir iinsers zins gewis sigent und iins figlich sigent, dn andren ewigkaitten, die wir dartzu 
nit komen lausent, und die Kdufer sollen die Giiter von den Domherren empfangen und 5B 
Ehrschatz geben. Die Domherren siegein mit der briderschafftt insigel. — Am nichsten fritag 
vor sant Nyclaus tag, 1446. 
Stadtarchiv St. Gallen, Bdrglerarchiv, Nr. 41. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4837. — 1446 Dezember 3. Bischofzell.— Margaret Dudlin, Ehefrau des Hein- 
rich Keller von Réitenberg, welcher Elisabet Lindin genant Estrichin einen Zins 
von 6 Viertel Kernen Si. G. M. aus ihrer Schuposse zu Nieder-Biiren (Nidernbiirren) im 
Dorf samt Zugehérden, die jetzt Heinrich Keller innehat, um 15 & ~% St. G. W. laut Haupt- 
brief verkauft hat, rdumt mit Wissen ihres Mannes und Vogtes der Verkduferin das Recht 
ein, den Zins mit iro aigen gite und och zi niemant anders handet an Martini eines be- 
liebigen Jahres mit der gleichen Summe samt Jahreszins und allfallig ausstehenden Zinsen 
zuriickzulosen. Fiir die Frau siegell Junker Antoni Schenk von Landegg, Vogt zu 
Bischofzell. — Ze Byschoffzell in der statt, am samsstag nach sant Andres tag, 1446. 


Stiftsarchiv St. Gallen, H. 4. 0. 0. 8. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 


4838. — 1446 Dezember 12. Lindau. — Boten der Stddte Augsburg, Constanz 
und Lindau und Ulrich Sdri, des Rats, von St. Gallen vermitteln einen Vergleich 
zwischen den Hidgenossen von Bern, Luzern, Schwiz, Ob-und Nidwalden, Zug 
und Glarus und Hans Wilhelm von Fridingen auf Krayen. — Montag vor sant 
Lucyen, 1446. 

Staatsarchiv Luzern. — Pergament-Original. — Regest: Hidg. Absch. II, Nr. 818. 


4839. — 1446 Dezember 13. — Riadolff von Roschach der eltest, Eglolff, Ridolff 
und aber Eglolff von Roschach die jungen, geprider, die dem Rudolf Gelter, Birger 
zu St. Gallen, und seinem Sohn Ulrich den Buhof, ze Roschach gelegen, laut Hauptbrief 
verkauft haben, erklaren, daf darinne aber etwas irrung gewesen ist als von Clausen Berlin 
und der Fluken wegen, darumb wir inen villiht als mit reht wandel miussen haben getan, 
und geben ihnen fiir diese Ansprache einen ewigen Zins von 6 Herbsthiihnern, die sie jahr- 
lich zu beziehen hatten aus Hansen Kramers hofstatt und hofraity, ze Roschach in dem 
dorff gelegen, stosset an der Fluken hofstatt, an Jacob Liistlichs hofstatt und an des richz 
straussen. Hs siegeln die vier Herren von Rorschach. — An sant Lucien tag, 1446. 


Kathol. Administration St. Gallen. — Pergament-Original mit eingendht hangenden Siegeln. 


Kaspar 1442—1463. 157 


4840. — 1446 Dezember 13. (Lichtensteig.) — Freiherr Petermann von Raron 
(Raren), Herr zu Toggenburg, nimmt von Konrad Grofpmann, Birger zu Wil, der- 
zeit volimichtigem vogt der Frau Ursula (Ursellen), Witwe des Jos Burkari sel., Biirgers 
zu Wil, und deren Brader Ueli K6bli von Bussnang einen jahrlichen Zins von 3 & ~, C. M., 
je auf Martini zu entrichten aus dem Hof Baichenhorn, hinder Masnang gelegen, auf und 
belehnt damii den Heinrich Mettler als Lehentrdger zu Handen seines Bruders, des 
Abtes Johannes von Fischingen (Fischinen), dem die Frau und ihr Bruder den bisher 
gemeinsam besessenen Zins in Tausch gegeben haben gegen ein jahrliches Leibding von 7 Mutt 
Kernen Wiler M., je auf Martini zu entrichten. — An zinstag nach sant Niclasen, des hailgen 
bischoffs, tag, 1446. 


Turgaulsches Kantonsarchiv, Abt. Fischingen, Cl. Ill, Sign. 24, Nr. 6. — Pergament-Original mit offen 
hangendem, beschddigtem Siegel. 


4841. — 1446 Dezember 16. — Hans Pfund von Rorschach, Sohnvon Kiienzli Pfund 
sel., der vor Zeiten von Abt Eglolf von St. Gallen des Gotteshauses Hub zu Rorschach, die 
vormals Heini Dietzi sel. innegehabi, auf Lebenszeit gegen einen jéhrlichen Zins von 3& 
laut Brief empfangen und welchem Abt Kaspar von Si. Gallen jetzt die Lehenschaft bestdatigt 
hat, stelli einen Revers dariiber aus, dap er die Hub empfangen habe mit dem Recht, sie bis 
zu seinem Lebensende zu besitzen, und der Verpflichiung, sie in gutem Stand zu halten, je 
auf Martini 3 & 4% C. W. nach St. Gallen in den Hof zu entrichten und jahrlich in der 
weinfuor vier laitfaB mit wein dem Abt von Rorschach nach St. Gallen in den Hof zu fiihren, 
sowie die dienst in des gottshus weingarten ze Diinbach davon thun, die von alter har darin 
gangen sind und gohn solln... Was auch dienst und rechtung von den andern huben und 
guettern von alter hir darin gangen sind und gedient hant, dieselben dienst sollen mir auch 
darin dienen und ze hilff kommen. Fiir Pfund siegelt Hans Keller von Arbon, Birger 
zu St.Gallen. — Am frytag nach St. Lucien tag, 1446. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Blcherarchiv Bd. 1259, S. 8 f. — Kopie aus dem 17. (?) Jahrhundert (Original 
ehemals vorhanden unter Sign. M. M. 3. A. 48). 


4842. — 1446 Dezember 20. — Konrad Riimeli (Rimbelli), weiland Hofammann 
zu Wil, verkaufi dem Abt Kaspar und dem Konvent des Gotteshauses St.Gallen min 
git und den wingarten an dem Ymenberg, under Spigelberg gelegen, genant Blasen- 
berg, mit allen Zugehérden, wie er es vor Zeiten von Freiherr Junker Wolf von Hewen 
sel. gekaufl (s. Urk. V, 2590) und bisher innegehabl, und den darunter gelegenen Acker, den 
er von maister Hannsen seligen von Tegerschen und maister Ulrichen, sinem brider, 
gekauft hat, um 130 & 4 C. W. fiir recht, fry, unbekiimbert aigen, so daf nichts daraus 
gehe als von ainem stuk genant in der Taéssch, obnen imm wingarten, und zi hindrest in 
dem garten ab dem stuk genant in der Malten der zehend und von dem akker under dem 
wingarten ain viertel kernen fiir den zehenden. — An sant Thomas, des hailgen zwolffbotten, 
abend, 1446. 


Stiftsarchiv St. Gallen, 0. 0. 0. 1, Fasc. 1, Nr. 7. — Pergament-Original mit eingendht hangendem 
Siegel. 


4848. — 1446 Dezember 20. — Die Briider Freiherren Hiltprand und Petermann 
von faron (Raren), Herren zu Toggenburg, die von Johans Biieler gen. Enzenberg, 
sefhaft zu Nieder-Baizenheid, 30 & 4 C. W. empfangen haben, geben ihm dafiir ihre 
wisen halb mit ir zigehérd, ze Ober-Batzenhaid by der burg gelegen, genant Burg- 
wis, deren andere Halfte zur Zeit Voli Héberg gen. Bischoff, seBhaft zu Ober-Batzen- 
heid, als Pfand innehat, zu kaufen, unter Vorbehalt des Riickkaufs um die gletche Summe; 


158 Kaspar 1442—1463. 


wenn dieser erfolgt, soll der Inhaber, was er etwa auf der Wiese gebaut hat, darab ziehen 
zi den zitten, als denn lantléffig und gewédnlich ist. — Des niachsten zinstags vor sant Thomans, 
des zwelfbotten, tag, 1446. 


Stiftsarchiv St. Gallen, W. W. W. 1, Fasc. 1, Nr. 8.— Pergament- Original mit offen hangenden Siegein. 
— Vgl. Nr. 4847. | 


4844. — 1446 Dezember 20. (St. Gallen.) — Hermann Vogel gen. Kupfer- 
schmid, Birger zu St.Gallen, verkauft einen jéhrlichen Zins von 38 5 £B 4 aus Cin- 
rat Oberhusers aker, gelegen ze Vonbol, stosset an des richs. strass, an Dili Bopp- 
hartz gat, an Radi von Vonbols git und an Uli von Vonbols gat, dem Peter Ort- 
win, Pfleger und Meister des Hl. Geist-Spitals zu St. Gallien, zu Handen des Spitals um 
65 &  gemaf~ dem Hauptbrief von Oberhuser, den er dem Pfleger ausgehdndigt hat. Fir 
thn siegell Heinrich Zili, der Wirt. — An sant Tomas abent, 1446. 


Stadtarchiv St. Gallen, Urk. Suppl. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4845. — 1446 Dezember 26. (St. Gallen.) — Hans Giger, der untzher ettwas un- 
willens gegen Birgermeister und Rat zu St.Gallen und etliche der Ihrigen hegte von der 
vangknusS und klagt wegen, so si an mir zu Appenzell begangen hatten, oder andrer 
sachen wegen, untzher uff disen htitigen tage verloffen, erkldrt, daf er dariiber mii ihnen 
ganzlich verricht und och geslichtet sei und das Geschehene in keiner Weise an ihnen 6feren, 
miinden, fiirnemen noch rechen wolle, wie er das beschworen habe. Fiir ihn siegelt Hans 
Her, Hofammann zu St. Gallen. — An sant Stephans tag inn Wyhennéhten, 1447. 


Stadtarchiv St.Gallen, Tr. XXX1, Nr. 44. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4846. — 1446 Dezember 26. — Ludwig von Eppenberg verkauft dem Abt und 
Konvent des Gotteshauses St.Gallen das maigerampt zi Amptenzell tiber den kelnhof 
daselbs und iiber ander giter, so darin gehérent, mit allen Zugehérden und namlich mit 
achtzehen vierteln kernengeltz, jarlichs ussgentz gits, und vier kloben werchs und mit sovil 
hinrren, als meng husréchi doselbs wari, bisher sein Lehen vom Gotteshaus, um 70 8 ~ C.W. 
Die 18 Viertel Kernen und die 4 Kloben Werg gehen von nachstehenden Giilern: von Mos 
1 Mutt Kernen, 1 Kloben Werg, vierzehenristig, und 1 Huhn; von GabraB 2 Viertel Kernen, 
gibt Bertschi von GabraBriiti; von Oberhaimen und Ridewila, von des Kellers 
schipuss ze Ridenwile und von des Suters schipuss ze Oberhaimen und von der Benninen 
und des Bruggers schipussen und von der Venczinen gitli ze Oberhaimen, 6 Viertel 
Kernen und 2 Kloben Werg; von dem Kelnhof zu Amtzell 6 Viertel Kernen und 1 Kloben 
Werg. — Am mentag nach dem ingenden jare, 1447. 


Stiftsarchiv St. Gallen, L. L. L. 3, Fasc. 1, Nr. 7. — Pergament-Original mit eingendhi hangendem 
Siegel. 


4847. — 1447 Januar 9. — Die Freiherren Hiliprand und Petermann von Raron 
(Raren), Herren zu Toggenburg, verkaufen dem Ulrich Héberg gen. Bischoff, sep- 
haft zu Ober-Batzenheid, um 308 ~% C. W. ihre aygen wisen halb, zi: Obern-Batzenheid 
gelegen, genant die Burgwis, mit allen Zugehérden unter dem Vorbehalt der Riicklésang 
um die gleiche Summe, bei welchem Hoéberg oder seine Erben, was sie etwa gebaut haben, 
darab ziehen sollen zi den zitten, als das danne lantléffig und billich ist. — Des niachsten 
miéntags nach der hailgen Dry kiing tag, 1447. 


Stiftsarchiv St. Gallon, W. W. W. 1, Fasc. 1, Nr.9. — Pergament-Original mit offen hangenden Siegeln. 
— Vgl. Nr. 4843. 


Kaspar 1442—1463. 159 


4848. — 1447 Januar 12. — Abt Kaspar, Kapitel und Konvent des Gotteshauses 
St. Gallen, die von Heinrich Leman von Constanz 200 fil. empfangen haben, verkaufen 
thm dafiir auf Riicklésung einen jadhrlichen Zins von 7 Mutt Kernen C. M. und. 5 fl. aus des 
Grotteshauses Hof zu Langen-Rickenbach, genannt der Herrenhof, der jahrlich 34 Mutt 
Kernen St. G. M., 28 12 £ ~%, 8 Herbsthiihner und 200 Hier gilt, sowie aus dem Hof zu 
Stegen, swischet Lori und Lumischwyl, der jahrlich 3'/, 8 ~ gilt, und aus dem eiwa 
5 Malter beiderlei Kornes betragenden Zehnien aus diesem Hof, auf welche Giiler schon 
dem Konrad Schaffhauser 14 Mutt Kernen und 10 fil. Zins verschrieben sind. — An 
dornstag nach der hailigen Dry kung tag, 1447. 


Stiftearchiv St. Gallen, BOcherarchiv Bd. 96, §. 36 f. — Verzeichnis der von Abt Ulrich (VIII) eingelésten 
Briefe, 1490 von Ulrich Rigger angelegt. 


4849. — 1447 Januar 12. (Lindau.) — Boten von Bern, die mit andern eidge- 
néssischen Boten nach Ulm abgeordnet sind, berichten dem SchuliheiB und Rat zu Bern, 
dap sie am Sonntag nach dem zwilften Tag (8. Januar) gan Sant Gallen kament und 
begertend an ir friintschaft, das si iins fiirdrung tin wolten, uber Se w fiirderlich tzi komen, 
darinn si uns iren giten willen bewisten; santen gan Lindéw uffem stugk. Also waren 
die schiff verfroren, das man si uffhdwen mast und nit e denn uffem zistag gan Roschach 
komen und dannen uberfaren mochten gan Linddw. Kament ouch also gar bi gitem wétter 
hinuber und warent nach vesperzit bald tzi Lindéw. Sodann berichten sie iiber ihre Vor- 
bereitungen zur Weiterreise. — Uff donrstag nach Erhardi umb x vor mitternacht, 1447. 


Staatearchiv Bern, Alte Missiven 2, 126. — Papier-Original mit Siegelspuren a t. — Regest: Hidg. 
Abschiede II, Nr. 814, Beil. — Vgl. Nr. 4851. 


4850. — 1447 Januar 13. — Konrad Riimeli (Riimelli), weiland Hofammann zu 
Wil, der von Abt Kaspar und dem Konvent des Gotteshauses St.Gallen ihres Gottes- 
hauses zwen aigne héfe Ziinikon und Fulnow, baid bi enander undrenthalb Elggi ge- 
legen, samt Zugehérden um 275 & % C. W. gekauft hat, rdumt ihnen das Recht der Riick- 
lésung um die gleiche Summe ein, wobei der Jahresnutzen, wenn die Lésung erst nach 
Johannis erfolgt, noch dem Riimeli zusteht. Im Fall der Verweigerung kann die Lésung 
vollzogen werden durch Hinterlegung der Summe bei dem Rat oder dem geswornen wechsel 
zu Constanz. Da der Hof zu Fulnau jetzt unbezimbret und die zimbre des Hofs zu 
Liinikon auf 15 ® ~% gewertet ist, so ist vereinbart worden, dap bei der Riicklésung die dann 
auf beiden Hofen stehende zimbre durch je zwei ehrbare Leute von jedem Teil geschdtzt und, 
wenn die Schdizung iiber 15 & betrdgt, der Mehrbetrag mit der Hauptsumme bezahlt, ein 
Minderbetrag davon abgezogen werden soll. — Uff sant Hilarien tag, 1447. 


Stiftsarchiv St. Gallien, T. T. T. 1, Facs. 1, Nr. 7. — Pergament-Original mit eingendht hangendem 
Siegel. 


4851. — 1447 Januar 14. (Bern.) — Schulthei£ und Ral zu Bern schreiben an Biirger- 
meister und Rat zu St.Gallen: Nachdem und unser stattschriber mit ander unser Eyd- 
gnossen und friinden botten bi tiwer wisheit in itiwer statt gewesen sint und villicht tiwer 
hilff und ratt gesichet hant, wie si fiirer gan Ulm uff den tag nach dem besten wegvertig 
werden mochten, sagen sie fiir die ohne Zweifel gewdhrte Férderung Dank und bitten, da 
sie bisher keinen Bericht erhalten haben, um Mitteilung, wie es den Boten ergangen und wa 
die enpfolhenen brieffe beliben syen. — Datum xiiij* die mensis Ianuarii, 1447. 

Staatsarchiv Bern, Alte Missiven 2, 123.— Papier-Original mit Siegelspuren at. — Am gleichen Tag 
begehrt Bern von seinen nach Ulm gesandten Boten entsprechenden Bericht, besonders tiber die Briefe, 


die nach S8t.Gallen oder Lindau kommen and von denen vidimus genomen sollent sin, mit dem Bei- 
[ligen, dass St.Gallen um Nachricht gebeten worden sei. — Ebenda, 139. 


160 Kaspar 1442—1463. 


4852. — 1447 Januar 20. (Schaffhausen.) — Vor Biirgermeisier und Rat zu Schaf f- 
hausen (Schaufhusen), die in den Streitigkeiten zwischen frow Elsen von Erenfels, 
Hansen Truchs&éssen von Diessenhoven, genant Bitterlin, seligen witwe, und 
Hans Hainrich Truchsiéssen zi Herblingen, irem sun, von iren wegen einerseits 
und Birgermeister und Rat zu St.Gallen anderseiis, woriiber beide Teile auf sie zum 
Recht gekommen sind, ihnen auf heute einen Rechtstag angesetzt haben, erscheinen der ge- 
nannie Hans Heinrich Truchsef, Vogt zu Diessenhofen, fiir seine Mutter und sich selbst, und 
Ulrich Sari, derzeit Biirgermeister zu St. Gallen, fiir diese Stadt und geloben namens der 
Parteien dem Biirgermeister in die Hand, sich ihrem Spruch zu unterziehen. Hierauf klagt 
Truchsef im Namen seiner Mutter durch seinen Fiirsprech: die von Si. Gallen hdtten vor 
ziten siner miter und siner miter swester, sinr basen seligen, etwas husrats, clainoter und 
anders genomen und entwert umb Fissach im Oberland, wéhrend die Frauen von keinem 
Zwist mit denen von St. Gallen wuften; doch sei der Base selig umb iren tail. . uBrichtung 
gescheen. Man mége also die St. Galler anweisen, thm von seiner Matter wegen umb ir 
genomen git ouch kerung und gentigen zi tund. Sdri erwidert darauf: weder er noch 
die Rdte von St. Gallen kénnten sich erinnern, dap sie des Klagers Mutier des iren ye iit 
genomen oder innhetten. Wol wer vor ziten der Truchsissen swester, Hans Hainrich 
basen, als dieselb sin base ainem von Knéringen gemechelt und heimgefirt wer, in der 
von Appenzelle krieg etwas gewands genomen, als er vernem, darumb sin frind von 
Santgallen darnach als von Hamman von Oftringen, uf die zit irem eman, angefertiget 
und mit thm dariiber auf Ritter Hans Konrad von Bodman sel. als Gemeinen mit 
gleichem Zusaiz zum Recht gekommen seien, durch dessen giitliches Zureden bestimmi die 
damaligen Boten von St. Gallen sich gewalts genomen und Hamman von Offtringen als von 
sins wibs wegen fur sollich ansprach geben hetten etwas gelts, traf sich by drissig guldin 
oder daby. Das sei aber in fruntschafft zigangen, und bei rechtlichem Spruch der Schied- 
leute wdren die Si. Galler mit recht ledig erkant worden. Wenn nun der Mutier des Klagers 
zur Zeit des Appenzellerkrieges etwas genommen worden, wovon dem ganzen Rat zu St. Gallen 
nichts bekannt sei, sollte doch deshalb keine Forderung mehr gestellt werden, da dieser Krieg 
fiir alle Beteiligten, besonders auch fiir die Ritierschaft gdnzlich gerichiet sei. Auch habe 
weder die Mutter des Kldgers noch sein Vater jemals seit dem Appenzellerkrieg eine solche 
Forderung an St. Gallen gestellt, woraus zu ersehen, daf ihr damals nichts genommen worden 
sei. TruchseB mége also angewiesen werden, die von Santgallen sollicher vordrung und an- 
sprach zu vertragen. Der Kldger lapt hiegegen weiter vorbringen: als sinr basen gewand 
und anders von den von Santgallen genomen wurd, wer sinr miter dennzimal ir gewand, 
cleinédter und anders ouch genomen; denn sin miter und ir swester hetten uff die zit dennocht 
ir git by einander und nit geteilt, da seine Mutter damals noch ain dochterli gewesen; auch 
seien seine Base und besonders seine Muiter nit des Appenzellers krieg, weder dazii gewant 
noch haft, het ouch derzit weder vatter, brider noch man gehebt, die des kriegs gewesen 
weren. Hr habe auch von seinem Vater nie anders gehori, denn das er sich des nams al- 
wegen erclagt het. Da nun die Base um thren Teil ausgerichtet worden, wie der Biirger- 
meister zugebe, sei billig, daf seiner Mutter umb iren tail ouch kerung und wandel getan 
werde. Dagegen bleibt Sdri dabei, daf ihnen nicht bekannt sei, dag sie je der Mutier des 
Kldgers etwas genommen; wenn aber bei Jenem AnlaB ihr etwas genomen und abenthandelt 
worden, so hatte sie oder ihr Ehemann billiger Weise das in den etwa 40 Jahren seit dem 
Appenzellerkrieg von den St. Gallern fordern sollen, was bishar nit dann yetz by kurtzen ziten 
geschehen sei. Er vertraue also darauf, daB die von St. Gallen von der Forderung freigesprochen 
wiirden. Hierauf entscheidet das Gericht: Da die Frau ihre Forderung fast 40 Jahre lang 
nie rechtlich geltend gemacht, so sollen die von St. Gallen, wenn sie beschwéren kénnen, dap 
thnen von Wegnahme durch sie oder die Ihrigen nichts bekanni sei, des zuspruchs luter ledig 


Kaspar 1442—1463. 161 


sin, andernfalls solle weiter geschehen, was Recht sei, und zwar sei der Eid durch Birger- 
meister und kleinen Rat auf deren Rathaus in 3 Tagen und 6 Wochen nach Uberantwortang 
dieses Spruches zu leisten und dem TruchseB dafiir ein Tag acht Tage vorher schriftlich 
in sin hus gan Herblingen za verkiinden, auch sicheres Geleit fiir ihn, oder wen er sende, 
zu erteilen. Ob er dazu komme oder nicht, sollen die von St. Gallen den Hid in genannter 
Weise leisten und damit von aller Ansprache befreit sein. Der Brief ist beiden Parteien 
ausgestellt worden. — Uff fritag nach sant Hilarien tag, 1447. 


Stadtarchiv St. Gallen, Tr. XXXi, 43. — Papier-Original mit offen hangendem Siegel. — Vgl. oben 
Nr. 4592 und Urkandenbuch V, Nr. 3035, 3078, 3215, 8262 und 4205. 


4853. — 1447 Januar 21. (Lichtensteig.) — Vor Wernher Holzhusen gen. Keller 
von Bitswil (Biitzenswille), Vogt zu Rosriti bei Wil, der Gffentlich zu Gericht sitzt ze 
Liechtenstaig in der statt mit Erlaubnis des SchultheiBen, als ob er ze Rossriiti, in miner 
vogty, in ainem vérbannen jargericht sdfe, erscheinen Hainrich Varer der eltest, derzeit 
SchultheiB zu Lichiensteig, einerseits und Hainrich Gundoltzhusen, derzeit Birger zu 
Wintertar, als Vogi Augnesen, Johansen Gundoltzhusen sialigen, by sinen zitten 
burger ze Wyl, eliche tochter, anderseits. Der Schulthei£ erkldrt mit seinem Firsprech: er 
habe zu Lebzeiten des Johans Gundolzhasen diesem ein Viertel des Zehnten zu fosriiti, 
dessen andre drei Viertel des gotzhuses ze Maggenéw,.. des Arlawins daselbs ze Ross- 
riiti und .. Elsbethen, Ulis Klainen von Wyl elichen wirtinen, waren, in Tausch ge- 
geben um 40 & % C. M.,, die Gundolzhusen laut Hauptbriefes uff des Wygantz siligen 
giten, ze Blatten gelegen, gehabt habe, und fertigt hierauf das Viertel dem’ Heinrich 
Gundolzhusen zu Handen der Frau. Es siegeln der Richter und der SchultheiZ. — An 
samstag nach sant Anthonyen, des hailgen abptes, tag, 1447. 


Stiftsarchiv St. Gallen, N. N. N. 1, Fasc. 1, Nr. 16. — Pergament-Original,; das erste Siegel hdngt 
eingendht, das zweite offen. 


4854. — 1447 Februar 1. Lichténsteig. — Freiherr Petermann von Raron, Herr 
zu Toggenburg, als Obmann, Rudolf von Steinach, Schultheif zu Wil, Peter Frauen- 
lob, Stadtschreiber zu Bischofzell, Konrad von Haidelberg und Ulrich von Uzwil 
als Schiedleute sprechen iiber einen Streit zwischen Walther von Bussnang, Komiar za 
Tobel, und der Abtissin von Schdnis (Schennes) betreffend Leibeigenschaftsrechte an der 
Familie der Gast von Affeltrangen. — Lichtensteig, mittwoch vor LichtmeB, 1447. 

Regesten der Johanniter-Cemthurei Tobel (Mohr, Regesten Il), 8. 41, Nr. 88. 


4855. — 1447 Februar 4. (St. Gallen.) — Gallus Pfudler gen. Weitzel, Birger zu 
Si. Gallen, verkauft seine zwen tail des zehenden ze Golda, den er von seinem Vater sel. 
ererbt hat, mit allen Rechien dem Heinrich Spatz, seinem Schwager, ebenfalls Birger, 
um 246 % St.G. W. Fiir thn siegelt Heinrich Hux, Birger zu St. Gallen. — An dem 
néchsten samstag nach tinser lieben Frowen tag ze der Liehtmesse, 1447. 

Stiftsarchiv St. Gallen, N.N.2.A.2. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 


4855a — 4905. — Vogl. dort die Anmerkung. 


4856. — 1447 Februar 14. bei Constanz. — Vor Peter von Raren, fry, herr za 
Togenburg, der im Namen des Freiherrn Diepolt von Sax von Hohen-Sax, seines 
Oheims, auf Befehl von Biirgermeisier und Rat zu Constanz als von gewalts wegen Konig 
Friedrichs (IIJ.) vor Costentz, da man nuzimal lantgericht haltet, an der ReichsstraBe 
Offentlich zu Gerichi sitzt, fertigt Marquart Brisacher, sefhaft zu Biirglen, dem Diepolt 
von Sax, mit dem er darch den Freiherrn von Raron und andere edie und ehrbare Leute 
gitlich veraint und tiberainbraucht worden ist, seinen Teil und all seine Rechte an Fesie und 

21 


162 Kaspar 1442—1463. 


Stadt Biirglen im Turgau samt allen Zugehérden, wie er diese vormals von Albrecht 
von Klingenberg sel. und dessen Bruder, Ritter Hans, laut Kaufbrief erworben hat, wo- 
fiir thm Diepolt von Sax 8500 fl. rhein. bezahlen, davon bis zur Ablésung jahrlich 425 fl. Zins 
geben soll und dariiber einen Zinsbrief ausgesiellt hai. Dabei ist vereinbart, daf Brisacher 
und .seine Erben jetz noch hernach dehainer werschafft hafft noch zi tind verbunden sin 
sdllen, und daf Brisacher, was von Giilern und Leuten Lehen ist, dem Kéufer vor dem 
Lehenherrn iibertragen, auch alle Briefe und Rédel tibergeben soll. Es siegeln der Richter 
mit dem Siegel des Landgerichts im Turgau (Thurgéw) und Brisacher. — Uff sant Valentinus, 
des hailigen martrers, tag, 1447. 
Stadtarchiv St. Gallen, BOrglerarchiv, Nr. 42. — Pergament-Original mit offen hangenden Siegeln. 


4857. — 1447 Februar 15. (Wil.) — Vor Hans Griter, Richter und Weibel zu Wil, 
der im Namen des SchultheiBen Junker Rudolf von Steinach daselbst éffentlich zu Ge- 
richt sitzt, fertigen Junker Albrecht von Holzhusen gen. Keller tnd seine Gemahlin, 
die edel frow Adelhaid, geborn von Sagx, letztere mit Junker Jorg von Holzhusen, 
Albrechts Bruder, als Vogt, beide mit Fiirsprech, dem Junker Wernher von Holzhusen, 
wohnhafi zu Stein, ebenfalls Bruder Albrechts, die vogtye zi RosBriiti, by Wyl gelegen, 
mit gericht, zwyng und bénnen and sonstigen Zugehorden, und die zwen kélnhof, daselbs 
gelegen, samt Zugehdérden, nichis ausgenommen als den wyer mit den fiirschlegen, als verr 
das wasser swollen mag, ungevarlich, doch daB die Verkdufer den Kdufer und seine Erben 
darus nach ir notdurfft, inen 4n schaden, wéssern lassen, als dick sy des bedérfen, was alles 
sie mit Ausnahme einer Schuposse in den Giitern, die Lehen von denen von Klingenberg 
(Clingemberg) ist, dem Wernher fiir aigen und von ménglichem unbekiimbret verkauft haben 
um 628 & 4 C. M.u. W. Es siegeln der SchuliheiZ, der Vogt und Albrecht von Holzhusen. — 
An der néhsten mittwuchen nach sant Valentins tag, 1447. 

Stiftsarchiv St. Gallen, N.N.N. 1, Fasc. 1, Nr. 15. — Pergament-Original; das erste Siegel hangt offen, 
die beiden andern eingendht. — Vermerk auf der Vorderseite, rechis unten: Per Johannem Harswiler et 
Johannem RiBlin. 


4858. — 1447 Februar 16. (St. Gallen.) — Hans Siner erkldart, er schulde dem Hein- 
rich Tiner, Birger zu St.Gallen, 31% 42 4 St.G. W. fiir einen Acker. Desselben geltz 
sol ich den Tiiner und sinen erben verstan gen Casper Héren umb zehen pfund pfenning; es 
ist och bedinget, das ich in aber verstan sol gen demselben Casper Horen von der losung wegen, 
so Gaiserwalder habent, das ist umb zehen schilling pfenning jarliches zinses, ob Casper 
Hor sin nit enbern wolti. Von der Schuld soll er 10% an Ostern (2. April), 5 ® am darauf- 
folgenden Kreuzmittwoch (17. Mai) und 6 & 4 B an Ostern iibers Jahr bezahlen. Kommt er 
seiner Verpflichtung nicht nach, so geht der Kauf zuriick und haften der Acker und Suners 
sonstige Habe fiir allen Schaden. Fiir ihn siegelt Hans Mager, der Scherer. — An dem 
nachsten donstag nach sant Vallentins tag, 1447. 

Stadtarchiv St. Gallen, Urk. Suppl. — Pergament-Original mit offen hangendem, beschddigtem Siegel. 


4859. — 1447 Februar 16. (St. Gallen.) — Hans Hafner, Sohn von Egli Hafner 
sel., Biirger zu St.Gallen, der von Meistern und Pflegern des Hl. Geist-Spitals daselbst 
drye tail des hofs zi dem Odenhof um einen jahrlichen Zins innehat, erklart, daf er fortan 
zu dem bis dahin aus dem Hof entrichteten Zins 1 Malter Vesen St.G. M. jdhrlich auf 
Martini zu geben habe. Fiir ihn siegelt Heinrich Hux, Biirger zu St. Gallen. — An dem 
naéchsten donstag nach sant Valentins tag im Redmanot, 1447. 

Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. C 4, Nr. 7. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4860. — 1447 Februar 18. — Klara von Ramswag, geb. von Ems (Emptz), erkldrt, 
dag sie dem ehrbaren Knecht Hans Griibel einen Zins von 5 Saum Wein aus ihrem 


Kaspar 1442—1463. 163 


Rebgarten am Monstein verkauft habe unter Vorbehalt des Rechtes der Riicklésung nach 
zwei Jahren. — Am 18. des Redmanots, 1447. 


Archiv Hohenems. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. — Regest: Zésmaier, Ur- 
kundenausziige etc. Nr. 181, XXI. Rechenschaftsber. d. Vorarlb. Museums-Vereins (1881), 8. 81. 


4861. — 1447 Februar 18. — Freiherr Petermann von Raron als rechter Giilt 
nimmit mit Freiherr Diepolt von Sax von Hohensax und Marquart Brisacher von 
Constanz als Mitgiilten von Liitfrid Muntprat, Ulrich Lind, Konrad Schaiz 
und Ulrich Schutzer, des ratz und pfleger des almdsens der vier raitinenen zu Constanz, 
468 & ~% C. W. auf und gibt dafiir derselben raytin einen Zins von 39 Mutt Kernen C. M. 
zu kaufen aus seiner Nutzung und Steuer aus den Giitern im Turtal, die jahrlich 42& 
gilt. — An samstag vor der Pfaffenfasnacht, 1447. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Bicherarchiv Bd. 95, 8. 1. — Verzeichnis der von Abt Ulrich (VIII) eingelésten 
Briefe, 1490 von Ulrich Rigger angelegt. , 


4862. — 1447 Februar 23. Wil. — Vor Abt Kaspar von St. Gallen eréffnet zu Wil 
Hans Schowinger, Birger daselbst, wie das er die zwen tail des zehenden zi Narren- 
gampen gelegen in den zwain zélgen, was darinn gebuwen wirt, usgenomen den brach- 
zehenden in den zwain zelgen, denn derselb unserm gotzhus zigehéri, von uns ze lehen 
empfahen welli, denn sy von uns und unserm gothus lehen syen, ainen tail allen sinen 
eelichen kinden in tragers wise und den andern tail sym selbs, won er denselben tail er- 
koufft hab umb séchs pfund pfennig gitter Costentzer miintz von Johannesen Wit- 
wil, dem schiler, sinem swager. Nachdem hierauf Johannes Witwil dies bestdligt und mit 
Bertschin Wytwtil von Wyl, sinem anerbornen vogt, mit mund und hand seinen Teil dem 
Schowinger gefertigt hat, belehnt der Abt diesen damit zu seinen und mit dem andern Teil 
zu seiner Kinder Handen. — Zi Wy1, in unsers gotzhus statt, an dem néhsten dornstag vor 
sant Mathys, des hailgen zwéolffbotten, tag, 1447. 


Stadtarchiv Wil XVill, 45. — Pergament-Original mit beschddigtem Siegel. 


4863. — 1447 Mirz 2. (St. Gallen.) — Birgermeister und Rat zu St.Gallen bitten 
den SchultheiB und Rat zu Luzern, dem Rudolf Jeger, der zu ihnen komme, haut et- 
was vor iich ze rechten, als iich villich wol wissent ist, in seiner Sache in dem rechten be- 
holfen und beraten zu sein, damit sie baldigst zum Austrag komme; wann er ain armer 
gesell ist. — Datum secunda die Marcii, 1447. 


Staatsarchiv Luzern, Stadt St. Gallen, Akten. — Papier-Original mii a t. aufgedriicktem Siegel. 


4864. — 1447 Mirz 4. (St. Gallen.) — Andres8 Kramer von Célen, den Biirgermeister 
and Rat zu St.Gallen mit seinen Gesellen Clausen Pierbriiwer und Laurentzien von 
Poland von diepstals wegen gefangen genommen wnd, wahrend die Gesellen hingerichtet 
wurden, genedigklichen von inen komen lassen haben, schwért Urfehde und gelobt, gen Sant- 
gallen in die statt noch vier myl wegs nah darzi nyemermer ze komen. Fir ihn siegelt 
Heinrich Zwick, Reichsvogt zu St. Gallen. — Am vierden tag des monats Mertzen, 1447. 


Stadtarchiv St. Gallen, Tr. XXXIV, Nr. 122. — Pergament-Original; das Siegel fehit. 


4865. — 1447 Mirz 6. (St. Gallen.) — Hans Billwiller, Birger zu St.Gallen, der 
von Ulrich Nassiner, ebenfalls Birger, einen Baumgarten, vor der Stadt uff dem berg 
gelegen, genant Schwendimans Garten, und stosset za allen sidten an des richz straussen, 
gekauft hat laut gesiegelien Hauptbriefes, erklart, daB sich Nassiner dabei einen jahrlichen 
Zins von 10 B ~% St. G. W. aus dem Baumgarten vorbehalten habe. Der Zins ist je auf 


164 Kaspar 1442—1463. . 


Martini nach St. Gallen zu entrichten, wofiir der Baumgarten und der sonstige Besitz Bill- 
willers haften, und kann mit 10 & ~% abgeliést werden, vor Johannis ohne, danach mit vollem 
Jahreszins, auger zur Zeit einer minswendy. Fir Billwiller siegeli Hans Mager. — An 
dem sechsten tag des manotz Mertz, 1447. 


- Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. A 3, Nr. 24. — Pergament-Original,; das Siegel fehit. 


4866. — 1447 Marz 6. Lichtensteig. — Freiherr Petermann von Raron (Raren), 
Herr zu Toggenburg, erklart fiir sich und seinen Bruder Hiltbrand, daf die ersam 
frbw Adelhaid Widmerin von Tattingen, wilent Petter Widmers siligen elichi 
tochter und Eberli Hibers von Winfelden, jetz sesshaft ze Bichelse, elichi hus- 
fréw, ihre Leibeigene, sich mit all thren jetzigen und kiinftigen Kindern an das Gotleshaus 
Fischingen (Fischinen) um 8 fi. rhein. losgekauft habe, und gibt sie fiir sich and seinen 
Bruder auf zu des Gotteshauses und abt Johansen, fiirweser des jetzgenanten gotzhus, 
Handen. — Ze Liechtenstaig in der statt, an mintag nichst vor Perpetue und Felicitatis, 
der hailgen junkfréwen, tag, 1447. 


Turgauisches Kantonsarchiv, Fischingen, Cl. Xtl, Sign. 8, Nr. 66. — Pergameni- Original mit offen hangen- 
dem Siegel. 


4867. — 1447 Miirz 12. — Abt Kaspar von St.Gallen sprichi den Johannes 
Pfaw de Narragun (Narrengampen?), Leibeigenen des Klosters, von der Leibeigenschaft 
frei, damit er ad .. sacros ordines beférdert werden kénne. Sollte dies nichi erfolgen, so 
verfallt er wieder der Leibeigenschaft. — Duodecima die mensis Marcii, 1447, indictione decima. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Bicherarchiv Bd. 369, S. 90. — Gleichzeitige K opie. 


4868. — 1447 Mirz 15. (St. Gallen.) — Ulrich Bomgartner gen. Hold, Birger 
zu St. Gallen, verkauft einen jdhrlichen Zins von 1 & ~% aus Walther Ibergers, 
Birgers zu St. Gallen, Acker und Gut vor der Stadi St. Gallen, stosset an das gemainmerk 
ze Schénenwegen, an die lantstrass, an Hansen Stébiners siligen erben und an 
Herman Keller, mit allen Rechten, wie er thn von Meister Heinrich ab Husen sel., 
seinem Vetter, ererbt hat, dem Peter Ortwin, Meister und Pfleger des Hl. Geist-Spitals 
zu St. Gallen, um 208 % St.G. W. Fir ihn siegelt Heinrich Hux, Birger zu St. Gallen. 
— An der nichsten mitwuchen nach sant Gregorijen tag im Mertzen, 1447. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. A. 3, Nr. 28. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4869. — 1447 Miirz 15. (St. Gallen.) — Jn gleicher Weise verkauft Bomgarter dem 
Peter Ortwin zu Handen des Spitals einen jahrlichen Zins von 1% ~% St. G. W. ab, von 
und usser Hansen Atzlers und siner geschwiistrigiten berg und gelegen git, ob der statt 
ze Santgallen gelegen, genant des Atzlers Berg, den er von Meister Heinrich ab 
Husen sel. ererbt hat, um 20 & %. Fiir ihn siegelt Heinrich Hux. — An der nichsten 
mitwuchen nach sant Gregorijen tag im Mertzen, 1447. 


Stadtarchiv St. Gallon, Urk. Suppl. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4870. — 1447 Mirz 15. (Lindau.) — Vor Biirgermeister und Rat zu Lindau er- 
scheinen Hans von Hochst und Hans Pfalzer, beide Birger zu Lindau, und ersterer 
klagt mil Heini Ramsperg als Fiirsprech gegen letzteren wegen Vorenthaltung eines Teiles 
der hainstiir, die thm bei seiner Heirat mit Diepolt Ledergerws Tochter Frene von dem 
Schwaher zugesagt worden war. Fiir den Teil, den die Klage betrifft, hatte Ledergerw seinen 
Schwiegersohn angewiesen auf den Mehrerlés aus 3 mit 1000 & ~ belasteten Giilern im 


Kaspar 1442—1463. | 165 


Rheintal, tzi Schénegerden und tzi Arenswyler gelegen, wahrend Pfalzer Glaubigern 
gegeniiber fiir Ledergerw Biirgschaft geleistet und dafiir dieser alle seine Giter thm iiber- 
geben hatie. — Uff mittwuchen nach dem sunn{entag, da] man in der hailigen kirchen singt 
Oculy, 1447. 


Stiftsbibliethek St. Gallen, Cod. 1306, J. 41 a — Pergament-Original, am rechten Rand verstiimmelt 
und zum Teil unleserlich. 


4871, — 1447 Marz 16. — Abt Kaspar und der Konvent des Gotteshauses St. Gallen, 
die von Abtissin und Konvent des Gotteshauses zum Paradise ob Schauffhusen am Rin, 
Sant Claren ordens, 3800 fl. rhein. empfangen haben, verkaufen ihnen dafiir thren Keln- 
hof und die Giiter samt allen Zugehirden zu Ober-und Nieder-Stammheim (Stamhain) 
mit Kirche, Kirchensatz, Weinzehnien und widem daselbsi und allen Rechten, ausgenommen 
die Leute, die nicht in den genannten Kelnhof gehéren, und dazu die nachstehenden Zehnten: 
den Zehnten zu Ober-Stammheim, gilt jahrlich 8 Malter Vesen, 5 Malter Roggen, 5 Malter 
Haber und 30 B %; den Zehnten zu Basadingen, gilt jdhrlich 22'|, Malter 1 Mutt Vesen, 
9 Malter Haber, 30 B ~%, item dry karren héws, nimpt ain liitpriester, und ain stuck hanff 
und 20 Hithner; den Zehniten zu Schlatt, gilt 21; Malter Vesen, 21/5 Malier Haber und 
5 Hiithner; den Zehnten zu UrShussen, gilt jahrlich 17 Mutt Kernen, 4'l; Malter Haber, 
1 Stiick Hanf, 1 Viertel schmalsat, 11 £ ~, die nimpt ain liitpriester, and 10 Hiihner; den 
Zehnten zu Eppelhusen, gilt 14 Muti 2 Viertel Roggen, 1 Malter Haber und 1 & 4; den 
Zehnten zu Guuttringen, gilt jahrlich 4 Mutt Kernen, 10 B » und 4 Hiihner; den Zehniten 
zu NuBbon, gilt 1 Malter Haber und 1 Malier Vesen, ferner geben die Frauen zu St. Katha- 
rinental bei Diessenhofen jdhrlich 6 Mutt Kernen, 5 Mutt Roggen und 2 Malier Haber, 
die Frauen zu T6B jéhrlich 2 Maliter Vesen, 10 B ~%, 4 Hiihner und von dem Zehniten zu 
Schlattingen 108 %; der Hof zuSchuffa gibt jahrlich 4 Viertel Kernen, 3 Mutt Roggen 
und 10 B ; von dem Zehnien zu Richlingen gibt Waliher von Miinchwil 10 BV; 
Propst und Gotteshaus zu Ittingen geben vom Zehnten zu Bich 3 Viertel Kernen; Mang 
von Diessenhofen gibt jahrlich 1 Viertel Kernen; der Keller von Ober-Stammheim gibt 
4 Mutt Kernen, 4 Mutt 2 Viertel Roggen, 13 B 4~; der Vogt von Stammheim gibt 2 Mutt 
Kernen, 1 Muti Roggen und 17 £ Heller, sowie 2 Mutt Kernen, 6 Viertel Roggen und 10 B ~} 
von der Hub zu Eppelhusen; Hagenwiler gibt 2 Mutt Kernen, 1 Mutt Roggen und 
5 f %; Cini Zymerli gibt 4 Muit Kernen, 2 Mutt Roggen und 10 £ 10 5; Hans Ytan 
gibt 1 Mutt Kernen und 16 », HenSli Ytan 9 Viertel Kernen und 2 B 4 », Bertschi 
Keller 3B, Heinrich Wirt 2 Matt Kernen, 1 Mutt Roggen und 5 B 45, WiBman 
3 Viertel Kernen, 11 B » und 3 Hiihner, Crista Peter von des Gotzfrids Gut 3 Mutt Kernen, 
16 £ , ferner 1 Viertel Kernen und 10 f 5, Oli Fry 2 Mutt Kernen, 1 Mutt Roggen und 
5 £ ~%. Dazu kommen ‘nachstehende Zinsen und Giiter zu Nieder-Stammheim: Widmer 
gibt 11 Matt Kernen und 8 B », ferner 1 Viertel Kernen und 6 £B 2%, Konrad Miller 
1 Viertel Kernen, Zener 3'/, Mutt Kernen und 7 £8 4%, Burkhart Raff 5 Mutt Kernen 
von 1 Schuposse und 4 £ », ferner 3 Viertel Kernen vom Acker, sowie 1 Viertel Kernen und 
21 vom Weingarten, Hans Keller in der Gassen 1 Mutt Kernen, Heinrich Wagner 
2 Viertel Kernen, die Kirchenmeier zu Nieder-Slammheim 9 », Hensli Mettier 1 Viertel 
Kernen, Hensli Keller 1'/, Viertel Kernen, 2 B » und 1 Huhn, ebenso Walti Keller, 
Heinrich Keller 4 £ 4% und 1 Huhn, Clawi Wirt 1 £ 3, der Keller zu Nieder- 
Stammheim 12 Matt Kernen, 8'|5 Mutt Roggen und 26 B 8 , Peter Rietmiiller 
5 Mutt Kernen und 4 Br, Hermann Graf (Grauff) von NuBbom 6 Viertel Vesen, 1 Mutt 
Haber und 1 Huhn, Forster von Basadingen 10 Viertel Kernen, 4 Hiihner und 40 Eier, 
Glesting von Walialingen 2 Mutt Kernen, Alkar von Waltalingen 6 Viertel Kernen, 
der Leutpriester zu Nieder-Stammheim 2 € » von dem héw von Basadingen und von dem 


166 Kaspar 1442—1463. 


héwzehenden von Urschussen und von 3 Baumgarten, endlich 4 Juchart mit Reben und 
ain trotten gelegen, alles mit Zugehérden, doch unter Vorbehalt der dem Leutpriester von 
Stammheim bisher zukommenden Abgaben. — Des nechsten donrstags vor dem sunnetage, 
als man singet in der cristlichen kirchen Letare Iherusalem, in der vasten, 1447. 


Stiftearchiv St. Gallen, BOcherarchiv Bd. XXI, S. 51 ff. — Klosterdruck. Inseriert in dem Gegenbrief vom 
folgenden Tag. 


4872. — 1447 Mirz 16. — Cunrat Stihenly von Nyderwillen erklart, daf aus 
seinem Gut genamt der Silbrer Gait, ze Niderwillen gelegen und stosset an Niderwiller 
giter, das ich von den Silbrer kouffet hab, dem Junker Walther von Andwil (Ainwil) 
jahrlich auf Martini 1 Mutt Haber (Bischof-)Zeller M., 3'ls BAC. M. u. W. und 1 Fast- 
nachthuhn als Zins gehen und jadhrlich ein Mdhder ainen tag ze miygenn zu stellen ist. 
Fiir Staheli siegelt Ulrich Sdrri, Altbiirgermeister zu St.Gallen. — Ze mittem Mertzen, 
1447. 


Stiftsarchiv St.Gallen, §. S$. 3. C. 4. — Pergament-Original mit eingendhi hangendem Siegel. 


4873. — 1447 Mirz 17. — Abdtissin Anna und der Konvent des Gotteshauses zum 
Paradies sichern dem Abt Kaspar von St. Gallen fiir den ihnen verkauften Kelnhof etc. 
zu Ober- und Nieder-Stammheim etc. (s. Nr. 4871) das Recht der Riicklésung um die 
gleiche Summe zu, die im Fall der Verweigerung vollzogen werden kann darch Hinterlegung 
des Geldes in der Miinze zu Constanz. — Des niachsten fritags in der vasten vor dem 
sunnentag, als man singet in der kirchen gottes Letare [herusalem, 1447. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Bicherarchiv Bd. XXI, S. 51 ff. — Klosterdruck. (Der Vorlage, ehemals unter 
Signatur O. O. 2. C. 17 aufbewahrt, fehlien die Siegel). 


4874. — 1447 Mirz 20. — Abt Kaspar und der Konvent des Gotteshauses Sit.Gallen 
treffen mit Konrad Riimelin, Hofammann zu Wil, und dessen Sohn Rudolf ein Uber- 
einkommen von der stucken und gtitern wegen, so sy bishar.. vom gotzhus Sannt Gallen 
zi lipding genossen und inngehept habent, wonach die Riimeli diese Giiler dem Gotteshaus 
ledige gelaussen und ergeben haben und dafiir jdhrlich 60 fl. aus dem grofen und kleinen 
Zehnten zu Wil als Leibding erhalten sollen. Die freigegebenen Giiter sind: Der kleine und 
grofe Zehnten zu Hainrichsperg und zi Babingen, 3 Mutt Kernen von Walltenwyl 
usser Eberhart von Mittlen hoff, der Garten zu Wil am Stadigraben vorm Lettor, 
stost an den stig, der gen Schwart(z)embach gaut, 3 Juchart Acker gen Rickenbach 
uBhin, anwandet an des gotzhus wib, 2 Mutt beiderlet Kornes, ein Acker an der Matte, den 
Riimeli zu einer Wiese gemachi hat, und 5 £ % jahrlich aus dem Gui im Espa. — An mentag 
vor sannt Benedictus tag, 1447. 


Stiftsarchiv St.Gallen, BOcherarchiv Bd. 95, S. 839. — Verzeichnis der von Abt Ulrich (VIII) eingelésten 
Briefe, 1490 von Ulrich Rigger angelegt. 


4875. — 1447 Mirz 21. (Schwiz.) — Ammann und Landleute zu Schwiz (Swicz) 
schreiben an Schulthei~B und Rat zu Wil, thre guten Freunde und getreuen Landleute: 
Als iich wol ze wiissen ist, wie Hans Liipbrechter, iinser lantman, dem margriffen und 
dem Truksidssen, sch ir helfferen, abseitt und sich in junker Diethelms Blarer krieg 
gezogen und angenomen hat etc., denselben Lipbrechter wir aber gewist haben by sinem 
eid, sich des kriegs niitt mer anzenemen, dch dem margraffen und dem Truksissen sinen 
friden widerzerdffen und ze wiissen tin, won iich und tins nach semlichem, als wir gegen 


Kaspar 1442—1463. 167 


innen in friden und richtungen stind, bald ufferwachssen und erstanden were, das iich und 
iins niitt eben were. Sie bitten deshalb, fails Liipbrechier iwers schribens und rattz in sinen 
sachen begehre, ihm beizustehen. — An sant Benedictus tag, 1447. 


Stadtarchiv Wil, Corresp. B, Nr. 24. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


4876. — 1447 Mirz 21. (Kiburg.) — Oswald Schmid, Vogt za Kiburg, schreibt 
an SchultheiZ und Rat za Wil (Will): Mir kumpt fiir von Olin Steiner von Wissnang, 
wie ir meinet, das er iich von gefangenschaft wegen ettwas ze tind sy. Hr bittet nun, den 
Steiner bei dem Anlaf, der geben ist zwischet minen herren von Ziirich und den Hid- 
gnossen, Dleiben zu lassen. Wollten sie ihn aber ansprach nit erlassen, so wolle er den 
armen Knecht zum Recht stellen in die graffschaft Kyburg uff min herren von Ziirich oder 
uff ein schulthessen und ratt gen Winthertur. Antwort durch den Boten. — Geben ze 
Kyburg, uff Benedicti, abbatis, 1447. 


Stadtarchiv Wil, Corresp. B, Nr. 30. — Papier-Original mit Siegelspuren a t. 


4877. — 1447 Marz 23. (St. Gallen.) — Ulrich Bomgarter genamt Hold, Birger 
zu St.Gallen, der laut Briefen, welche er von Meister Heinrich Abhusen sel., seinem 
Vetter, ererbt hat, bisher aus dem Gui genamt Langenwis, und ainhalb stosset an die 
landstrasse, anderthalb an Scheffelshorner giter, ze der dritten sidten an die hindern 
Langenwis und an das Espan, samt Zugehérden, das jetzt Heinrich Gschwend 
(Gswend) bebaut. einen jahrlichen Zins von 3 4 C. M. u. W. innehatte, verkauft denselben 
dem Peter Ortwin, derzeit Meister und Pfleger des Hl. Geist-Spitals zu St. Gallen, zu 
Handen des Spitals um 60 & ») St.G. W. Der Verkauf ist erfolgt mit der Bestimmung, daf 
alle die buwliit und besitzer des Gutes den Zins je auf Martini fir hagel, fiir wind und fiir 
alles ungewitter entrichten sollen gemadf dem Oritwin iibergebenen Hauptbrief. Fiir den Ver- 
kdufer siegelt Heinrich Hux, Birger zu St. Gallen. — An dem niachsten donstag vor 
iinser lieben Frowen tag im Mertzen, 1447. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. A. 15, Nr. 11°.— Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4878. — 1447 Mirz 27. — Abit Nikolaus (Niclas) und der Konvent des Gotteshauses 
St. Johann im Turtal geben die ersamen frowen Annen Oschlinen, Cinis Béschen 
elichen husfréwen, Leibeigene ihres Gotteshauses, dem Freiherrn Junker Petermann von 
Raron, Herren zu Toggenburg, in Tausch um Adelhaiden Béschinen, Johans 
Oschlis elichen husfrswen. — An mintag nichst vor dem Palmtag, 1447. 

Stiftsarchiv St. Gallen, D. D. 3. F.8. — Pergament-Original mit eingendht hangenden Siegeln. — 
Ebenda 9. Q. 1. C. 61 findet sich der Gegenbrief, von dem Freiherrn von Raron unter dem ndmlichen Datum 


ausgestellt (Variante: Adelhaiden Péschinen — Cinis Péschen). — Pergament-Original mit 
eingendht hangendem Siegel. 


4879. — 1447 Marz 28. (Lindau.) — Hermann Schamler, derzeit Ammann des 
Freiherrn Konrad von Bussnang iiber dessen Lehen, die ihm von seinem Bruder Junker 
Albrecht, Freiherrn von Bussnang, sel. zugefallen sind und von Jorg von Ende sel., 
seinem Vetter, herriihren, nimmt von Petermann Priiw als Vogt Jénglis Schribers, 
Albrechtz Schribers saligen wilunt elichen kind, den Weingarten genant der Hippel- 
berg, ze Sant Margrethen-Héichst gelegen, und das gitli daby, enhalb der strasse 
gelegen, das man nempt das ober Héppelberg, und der wingart ainhalb stiesse uff 
Sant Margrethen hofstat, daruff ain priester sitzet, und anderthalb an die gemainde, alles 
Lehen des Freiherrn von Bussnang, auf und belehnt damit den Hans Stainmar, Birger 
zu Lindau, und Hans Burgauer, Birger zu St.Gallen, denen Priiw die Giiter um 


168 Kaspar 1442—1463. 


508 & ~) Lindauer Wahrung verkauft hat. Es siegeln Schamler und Priiw. — Uff den 
nichsten zinstag vor dem Palmstag in der vasten, 1/447. 


Stadtarchiv St. Gallen, Schaffneramt Rhelntal, Tr. H, Nr.7.— Pergament-Original mit offen hangendem 
Siegel. 


4880. — 1447 April 4. (Amberg.) — Der Rat der Stadt Amberg schreibt an Birger- 
meister und Rat zu Si.Gallen: Uns hat Heinrich Hayden, unser mitburger, als er am 
nehsten bey uns gewesen ist, zu wissen gethan, wie das er sich da oben umb Costennitz 
eelichen versprochen und beheyret habe,...und fairter yetzo aber geschriben und eryndert, 
das im derselben seiner hawsfrawen') freunde swerlichen zusetzen und nemlichen die von 
Emss und ander in kiirtze, unbewart aller sachen, auf in gehalten und bis gein Puchorn 
geeylet haben; er sey auch den benanten seiner hawsfrawen freunden so geringe fiirgetragen, 
das si mainen, das er aller furderung und hilffe erlassen und von guten lewten nicht komen 
sey etc. Sie erkldren nun: Wiewol des benanten unsers mitburgers hawsfrawen freunde 
ettwas unwillens nach ergangen sachen gen im firnemen, yedoch so ist derselbe unser mit- 
burger Heintz Heyden ein fromme, redlich geselle und von seinen eltern, erbergenn, fromen 
lewten alts geslechtz, die vor langen vergangen jaren alls ratgenossen der stat Amberg in 
reiten, werbungen und andern dinsten vil guts gethan haben, eelichen geborn, der auch 
noch bey uns wol gefreundt ist. Und wanne er sich auch selbs bey uns redlichen und 
frémcklichen gehalten hat, so bilten sie, die von St. Gallen méchten mit Riicksicht auf den 
Pfaizgrafen ihm in der Sache behilflich sein, denen von Ems schreiben, es sei ihnen solich 
geverlich, unbewart nachstellung geklagt worden, was sie des Pfalzgrafen halber, dem Heiden 
zu versprechen stunde, nicht gern sdhen und von gewerbs wegen, so ir durch seiner genaden 
lanndt suchen miassent, nicht wol zu dulden were; auch méchten sie ihn firter in disen seinen 
sachen gen denselben von Emss, auch Heinrichen und Walthern von Ramb&8wag 
fiirderen und also erspriessen, ob sie in spriiche ye nicht vertragen mochten, das er auf recht 
versichert werde, des er in an allen gebiirlichen steten nach ewerm rate sein sol, darczu auch 
in gein andern, hierynn er ewr weisheit anriffend wird, fiirdern. Dafiir wollen sie ihnen 
vor dem Pfalzgrafen danken, sein genad solicher furderung erindern und selbst sich dank- 
bar zeigen. — Datum feria tercia post dominicam Palmarum, 1447. 

1) Klara von Ramswag, 8. 1456 April 17. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelspuren a t. — Regest: Appenzeller 
Urk. I, Nr. 798. 


4881. — 1447 April 8. — Abt Kaspar und gemeiner Konvent des Gotteshauses 
St.Gallen, die von Hans Motteli, seBhaft zu Buchhorn, 950 fl. bar eingenommen 
haben, verkaufen ihm dafir des Gotieshauses aigen wingarten zi RomiBbhorn gelegen mit 
dem torggel, so darzi gehortt, och mit tagwan, diensten, buwen und halbtail der stickel, so 
in den allten garten gehérend, och die hofstat und hoffraiti, da das gros hus uff gestanden, 
und das hus by der kilchen, das Hannsen von Romischhorn gewesen ist. — An dem 
viij. tag von ingenden Aberellen, dem hailigen Osteraubent, 1447. 

Stiftsarchiv St. Gallen, BOcherarchiv Bd. 95, S. 14. — Verzeichnis der von Abi Ulrich (VIII) eingeldsten 
Briefe, 1490 von Ulrich Riigger angelegt. — Ebenda, 8. 50, der Gegenbrief von Hans Métieli, worin 
derselbe dem Abt Kaspar das Rechi der Riicklésung um die gleiche Summe zasichert. — An dem vii). tag 
von ingendem Abrellen, 1447. 


4882. — 1447 April 11. (Schwiz.) — Landammann und Rat zu Schwiz (Switz), die 
kiirzlich an SchultheiB und Rat zu Wil, thre guten Freunde und lieben Landleute, ge- 
schrieben haben von der sundern personen wegen, so ansprach hant oder von den von Ziirich 
erfordert werden nach innehalt des anlaB etc., gen Baden fir die vier zisatzliit ze komen etc., 


Kaspar 1442 -- 1463. 169 


teilen mit, das sdlich, personen alle zu Baden sin sollen uff mentag, das ist morndes, nach 
sant Jorgen tag nechstkomend und desselben tags ir ansprach firbringen. DiS mugent ir 
nu under iich und den iiwern verkiinden. — Geben under unsers amman Wagners insigel, 
gebresten halb unsers- lands insigel der zit, uff zinstag in Osternvirtagen, 1447. 


 Stadtarchiv Wil, Korresp. B, Nr. 25. — Papier-Original mit Siegelspuren a t. 


4883. — 1447 April 12. Wattwil. — Johannes Hechinger (Héchinger) von PRhein- 
felden, 6ffentlicher Notar, pro tunc rector scolarium in oppido Wy], stellt zu Wattwil, 
auf Verlangen des Johannes Loser, Ammann des Abtes Kaspar von St.Gallen zu 
Lberg (Yberg) ein Transsumpt aus von zwei gesiegelten Pergament-Briefen vom 5. Dezember 
1419 (Urk. 2836) und 7.18. Februar (?) 1447 (s. u. Nr. 4905). Acta sunt hec .. presentibus .. Pere- 
grino, in M&Bnang, et lohanne KniBli, in Wy] plebanis, et Ulrico Riettmann de Wattwil, 
Oswaldo Miller et Hainrico Schmid de Liechtenstaig, laycis, testibus. — In villa 
Wattwyl,.. in domo habitacionis discreti Ulrici Riettman, hospitis, indicione decima, ponti- 
ficatus.. Eugenii,.. pape quarti, anno decimo septimo, mensis Apprilis die duodecima, 
hora meridiei vel quasi, 1447. 7 

Stiftsarchiv St. Gallen, 0. 0. 1. G. 8. —- Pergament-Original mit Notariatszeichen. 


4884. — 1447 April 15. — Ulrich Pfudler gen. Wetzel verkauft seinen Teil und 
seine Rechte des cleinen und grossen zehenden, des sich gepiirt ainen ainloften tail dis 
zehenden, so danne gaut usser den gelegnen giten ze Obren-Goldach gelegen und ist 
genant des Pregentzers Zehent, den er von seinem Vater ererbt hat, dem Heinrich 
Spatz von Goldach, seinem Schwager, um 118%. Fiir ihn siegelt Hans Mager. — Ze 
mittem Aberellen, 1447. 


Stiftsarchiv St. Gallen, N. N. 2. A. 3. — Pergament-Original mit eingenadht hangendem Siegel. 


4885. — 1447 April 18. (Wil.) — Ulrich Wagner und Heinrich Kniisli, Birger 
und derzeit Pfleger des H1. Geist-Spitals za Wil in Turgau geben mit Einwilligung von 
SchultheiB und Rat der Stadt dem Ulin Héwen von Ganderswil, séshhifft zi Wupp- 
néw, des Spitals eigenes Giitlein za Wuppenau, gen. deB Pfisters Guttli, mit Zugehorden 
zu kaufen. Dafiir verpflichtet sich How auf dem Giitlein ein Haus zu bauen und von dem 
Giitlein samt Haus etc. jahrlich auf Martini 2 Mutt Kernen, gits, friindgibs, W. M. und 
285 C. M. zu entrichten und dem Spital hieriiber einen Brief auszustellen. Es siegeln die 
Pfleger mit dem Spital-, Biirgermeister und Rat mit der Stadt Secret-Siegel. — Aym nachsten 
zinBtag vor sant Georien tag, 1447. 


Stiftsarchiv St. Gallien, P. P. P. 3, Fasc. 1, Nr. 1.— Pergament-Original, von den Siegeln hdngt das 
erste offen, das zweite eingendht. 


4886. — 1447 April 21. (Zuzwil.) — Vor Hans Yberger gen. Waibel, Vogt zu 
Zuzwil, der im Namen Junker Albrechis von Bretten-Landenberg, sefhaft zu 
Clingen, ze Zitzwil, in siner vogtye, dffentlich zu Gericht sitzt, eréffnet Hainrich vom 
Rotenstain, Hofammann zu Wil, im Namen des Ables Kaspar von St.Gallen: es seien 
zu Zuzwil Giiter, die man nampti gotzhusgitter; wo do jemand die innehetti und buwti, 
der des gotzhu8 zi Santgallen nit wéri und zi dem gotzhus nit gehorti, ob dann der daruff, 
oder diewile er dieselben gutter innehett, absturb, das dann der erst fall sdlti aym gotzhus 
zi Santgallen vor menglichem werden. Nun sei einer gen. Biirgi Buob auf einem dieser 
Giter gestorben, den er nu understanden hab zi fallen; do sygen des vesten GrosSberingers 
sélgen kinder von Landenberg végt komen und haben inn daran gesumpt. AHieriiber 

: 22 


170 Kaspar 1442—1463. 


stiinden sie heute vor Gericht, da die Giiter in dem Gericht und der Vogtei des Junkers lagen. 
Nach Rede und Widerrede des Hofammanns und der Sohne des Gestorbenen entscheidet das 
Gericht: da der Hofammann fiir seine Behauptung geniigende Beweise beigebracht habe, 
solle der Abit billich voran und den ersten fall von dem egenanten Biirgin Baiben selgen 
oder sinen erben nehmen und die Kinder Grofberingers nachin. Hieriiber wird dem Hof- 
ammann zu Handen des Abtes ein Brief unter dem Siegel Albrechts von Breiten-Landenberg 
ausgestellt. — An dem néhsten frytag vor sant Jéryen tag, 1447. 


Stiftsarchiv St.Gallen, K. K. K. 1. Fasc. 1, Nr. 7. — Pergamoent-Original mit offen hangendem Siegel. — 
Vermerk auf der Vorderseite rechts unten: Per Johannem Giittinger et Hainin K6ferlin. 


4887. — 1447 April 22. — Beringer von Landemberg von Gryffense der elter, 
der mit seinen Sdhnen Beringer und Hug von Landenberg seine Herrschaften, Leute, 
Zinsen und Giter geteilt und sich dabei Peter Bérnern von Eltgéw, Hainrichen Ros 
und Hainrichen Gamper von Mattzingen und Annen Amennin von Hittnow mil 
Zustimmung seiner Séhne vorbehalten hat, gibt sie mit ir lip und git und mit aller aigen- 
schafft, zwungenschafft, herrschafft und allem rechten an das Gotteshaus St. Gallen, von 
sunderm gunst und willen, den ich zi demselben gotzhus han, fiir recht aigen und fry gotz- 
husliite. Dabei ist ausbedungen, dap beim Tod dieser vier Leute deren Erben dem Abt oder 
seinen Amileuten fiir den Fall nicht mehr als 1 & Heller zu geben schuldig sein sollen. 
Auper dem von Landenberg siegelt Rudolf von Steinach, Schulthei~ zu Wil. — An sant 
Jéryen abend, 1447. 


Stiftsarchiv St. Gallen, D. D. 3. F.7. — Pergament-Original mit offen hangenden Siegein. 


4888. — 1447 April 22. — Hans Buman von Urendal verspricht, da der Kauf- 
brief tiber einen jahrlichen Zins von 1 Mutt Kernen aus dem jetzt ihm gehérigen Hof zu 
Urendal, den Hans Alber gen. Guller, Birger zu Wil, vor einiger Zeit von Ulrich 
Ettstein, Birger ebenda, um 16 ® C. M. gekauft hat, verbrannt ist, den Zins an Alber 
und dessen Erben jahrlich an Martini nach Wil zu entrichten. Fir ihn siegelt Rudolf 
von Steinach, Schulthei~ zu Wil. — An sant Joéryen aben, 1447. 


Stadtarchiv Wil, XX, 17. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 


4889. — 1447 April 24. — Hugo, Graf zu Montfort, Herr zu Rotenfels, stellt fir 
sich und fiir Wilhelm, den Sohn seines verstorbenen Bruders Heinrich, als dessen Vogt 
und gerhab, einen Schadlosbrief zu Gunsten des Lutz von Schénstein aus, der nach dem 
Tod des Lutz von Griessingen gewithr wurde fiir eine mit 2000 fl. ablésbare Zinsschuld 
von 125 fl. rhein., die sein Vetter Graf Wilhelm dem Heinrich Harzer zu Constanz 
aus der Erbschafi des Grafen Friedrich (VII.) von Toggenburg schuldete und fiir die 
der Zoll zu Maienfeld sami Zugehorden versetzt war. — Am montag nach sant Jérygen 
tag, 1447. 


Archiv Hohenems. — Pergament-Original; das Siegel fehlt. — Regest: Zésmaier, Urkundenausziige 
etc. Nr. 182, XXI. Jahresber. des Vorarlb. Museums-Vereins (1881), S. 81. 


4890. — 1447 April 27. (Wil.) — Vor Rudolf von Steinach, derzeit SchultheiZ zu 
Wil, widerraft Margret Bidermdnnin, Birgerin zu Wil, Witwe des Veli Miller sel., 
Birgers daselbst, mit Ridtzman Lédergerw, Altschultheif, als erkornem Vogt ein friitheres 
Vermdchtnis za Gansten des Spitals zu Wil und erkldrt, sie wolle zu ihrem und ihrer Vor- 
fahren Seelenheil dem Spital die Hdlfte thres liegenden und fahrenden Gutes vermachen, 
die andre Halfte aber nachfolgenden Personen: nemlichen Ulin Ziegler von Bettwisen 
und sinem kind fiir ain tail an demselben halbtail, Hainin Schmidysen von Bettwisen 





Kaspar 1442—1463. 171 


an dem andern tail und Annen, desselben Hainis elichen swoster, und iren kinden an dem 
dritten tail und Ellinen Schmidysinen, Margreten und Elsinen, iren swostern, an 
dem vierden tail und Elsinen Schmidysinen und Fritschis Elséssers sélgen eelichen 
kinden an dem fiinfften und hindrosten tail, mit der Bedingung, dap der Spital und die 
genannten Personen von ihrer Hinterlassenschaft vorus gemainlich der Margret Wydlerin 
ze Wil 20 & 4 C. M. und den Kindern des Hensli Miiller sel. von Bromschofen 
10 & % ausrichten sollen und dazu nachstehende jarzyt und gottsgaben: 13 B 4 4 C. M. 
aus den liegenden Giitern zu Bromshofen, gen. der Ridolffen Git, an eine Jahrzeit laut 
Jahrzeilbuch und einen Zins von 1 Mutt Kernen Wiler MafB aus den gleichen Giitern armen 
liiten zi ainer spend, dazu ein ewiges Licht vor dem Sakrament in der Kirche St. Niko- 
laus zu Wil aus der halben Wiese in Turow, bei der Kelnhofwiese gen. Brunimosin; 
sodann soll ein Zins von 2 Mutt Kernen, wovon der eine aus Heini Hubers Giitern zu 
Miinchafeltrangen, der andere von Ysnegg bei Tobel geht, jahrlich laut Jahrzeitbuch 
gegeben und soll der Kirche zu Bettwiesen voraus zu Teil werden 1 Juchart Acker daselbst 
gen. Kurtzi, stoBt allenthalben an den Kelnhof. Von dem an den Spital fallenden Gut 
soll die Héifie an eine ewige Messe im Spital, die andere armen liten daselbs an iren tisch 
verwendel werden. Endlich behdlt sich die Frau bis zu ihrem Tode freie Verfiigung iiber ihre 
Habe, Widerrafung und Abdnderung des Vermdchtnisses vor und gibt sodann die Hdlfie 
ihres Gutes zu Handen der Spitalpfleger Ridtzman Sembli und Ulrich Wagner, die 
andere Hdlfte zu Handen der genannten Personen auf. Es siegeln der Schultheif, die Rate 
zu Wil mit unsers rats secret minder insigel und der Vogt fiir die Frau. — An dem néhsten 
dornstag nach sant Jéryen tag, 1447. 

Stadtarchiv Wil, IX 5. — Pergament-Original,; von den drei Siegeln hangen das 2. und 3. wenig 


beschddigt und ein Bruchstiick des ersten. — Kanzleivermerk rechts auf dem Bug: Per lohannem 
Harswiler et Iohannem Murer. 


4891. — 1447 April 27. (St. Gallen.) — Biirgermeister und Rat za St. Gallen schreiben 
an SchultheiB und Rat zu Luzern: Von sdlichs geltes wegen, als ir uns dann gepetten 
hatten iich uffzepringen, haben wir unser flizzig nachfrig darumb gehept und och unsern 
kdffliiten bevolhen ze haben, wolten uns ouch von iiwern wegen gern darumb verschriben 
haben, wie danne die von Nérdlingen beducht hette ain notdurfft zu sind. Also mégen 
wir es an inen nit gehaben, als ir danne an iiwers und unsers botten brieffe wol vernemen 
werdent, hierinne verschlossen. Hievon wollten sie bei Zeit Nachricht geben. — Datum 
xxvij. Aprilis, 1447. 

Staatsarchiv Luzern, Stadt St. Gallien, Akten. — Papier-Original mit a t. aufgedriicktem Siegel. 


48902. — 1447 April 27. — Rudolf von Rorschach der dlteste als Gemeinmann, 
Walther und Konrad von Andwil (Ainwil), Heinrich Schedlerund Jakob Norder, 
Landammann zu Appenzell, als Schiedsleute entscheiden einen Streit zwischen Abit Kas- 
par und dem Konvent des Gotieshauses St.Gallen einerseits und Hans Zerahoch von 
Rorschach anderseits als von des kelnhofes wegen ze Resschach gelegen, von dem Abt 
und Kapitel meinten, er gehére ihnen zu eigen und wire dch iro und irs gotzhuf recht 
aigen verfangen git, und daz der Zerahoch kain rechtung darzi haben sdéllt weder an der 
aigenschafft noch sust in dehainen dingen in dehain wis. So vermaint aber Zerahoh, daz 
diser kelnhoffe im und sinen erben zigehorte und wire allwegen langzit in siner vordren 
hand gewesen. Nachdem des Abtes und Kapitels machtbotten und anwalten by iro wirdi und 
Zerahoch eidlich gelobt haben, sich dem Spruch zu unterziehen, sprechen die Richter nach 
Anhérung von Klag, Antwort, Widerrede, Kundschaft etc. gemainlich.. zem rechten nach 
der bessren kuntschafft, daz der vorbenant kelnhoffe mit aller zigehérd des offtgenanten 


172 Kaspar 1442—1463. 


iinsers gnidigen herren von Santgallen, des capitels und dch diB gotzhus recht aigen, ver- 
vangen git haissen und sin sol, und daf sie iiber thn frei verfiigen kénnen ohne Einsprache 
Zerahochs, der ihn bei seinem Eid unverziiglich zu rdumen habe. Damit soll der Streit ge- 
schlichtet sein. Hieriiber wird beiden Parteien ein von Rudolf von Rorschach und Schedler 
gesiegelter Brief ausgestellt. — Des nachsten dornstages vor sant Philippus und Jacobus 
tag, 1447. — 


Stadtarchiv St. Gallen, Urk. Suppl. — Pergament-Original; die Siegel fehlen. — Vgl. Nr. 4763. 


4893. — 1447 April 27. — Freiherr Diebolt von Hohensax, Landrichter im Tur- 
gau und Herr zu Birglen, verkauft dem Heinrich von dem Rotenstein, derzeit Hof- 
ammann zu Wil, um 200 fl. rhein., den zehendten zue BuoBwyl gelegen, kleinen und 
groBen zehendten, mit aller siner zuegehdért, alB ich den mit miner herrschafft Biirglen 
erkhaufft han, ferner einen Zins von 1 Malier Haber Wiler Maf aus seinem Hof zu HosB- 
rugg gen. der Huobhoff, den jetzi Rudi, der Sohn Ulis von Rennen bebaut. — An dem 
naichsten dornstag vor dem Mayentag, 1447. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Rubr. Xlll, Fasc. 6. — Papier-Kopie aus dem 18. Jahrhundert. 


4894. — 1447 April 27. — Konrad Riimeli, Birger zu Wintertur, verkauft dem 
Heinrich von dem Rotenstein, Hofammann zu Wil, minem guoten friinde, wm 200 fi. 
rhein. den gleichen Zehnien zu Bufwil samt dem 1 Malter Haber aus dem Hof zu Hosen- 
ruck, die min recht pfandt gewehen sind von dem von Klingenberg. — An dem nichsten 
dornstag vor dem Meyentag, 1447. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Rubr. Xill, Fasc.6. — Papier-Kopie aus dem 18. Jahrhundert. 


4895. — 1447 Mai 3. — Rudolf Giel, Birger zu Ziirich, bestaétigt dem Hans 
Pfiffer von Gebhartschwille, Birger zu St.Gallen, die Lehenschaft iiber ein Giitlein 
genanni des Giels Pfeninggiatli, aus welchem dem Giel der Zehnten geht und womit 
sein Vogt Ulrich von Lomis sel. den Pfiffer belehnt hatte. Hiebei waren zugegen die er- 
samen Henslin Buman und Cini Kilchhover. — Uff des hailigen Criitz tag, als es 
funden ward, in dem manot May, 1447. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. D. 13, Nr. 12. — Pergament-Original mit offen hangendem 
Siegel. 


4896. — 1447 Mai 3. (St. Gallen.) — Heinrich Bomgarter gen. Holl verkaufi 
einen jahrlichen Zins von 18 4 C. M. u. W., den er von Meister Heinrich Abhusen sel. 
ererbt hat und der ihm jdhrlich ging von und usser ainem berg und git genant des Atz- 
lers Git, gelegen by der statt Santgallen, des jetz Aidelhait von Sant Mangen 
ainen tail inne hat, dar us demselben tail dis pfunt pfening ewigz zins jirlich uff sant Gallen 
tag gat, dem Ulrich Sdrri, Altbiirgermeister zu St. Gallen, um 20 & \. Fiir Bomgarter 
siegelt Hans von Andwil (Ainwil), Richter zu Slt. Gallen. — An dem dritten tage des 
manotz Maiy, 1447. 


Stiftsarchiv St. Gallen, F. 3. C 41. B. — Pergament-Original mit eingendhi hangendem Siegel. — 
Vgl Nr. 4869. 


4897. — 1447 Mai 4. (Wolfertswil.) — Vor Jéri Cappeller, Ammann in Hof- 
jungern des Freiherrn Junker Petermann von Raron (Raren), der auf Bitte des Hans 
Loser, Vogtes zu Iberg (Yberg), ze Wolfertswil uff der Staig in aym offen verbannen 
jargericht éffentlich zu Gericht sitzt, klagt der Vogt von Iberg im Namen des Abtes Kaspar 
von St.Gallen gegen Hans Wenck und stind uff sinem dritten tag: Wenck habe des 





Kaspar 1442—1463. 173 


(otteshauses Eigengut Oberswéndi inne, und er vertraue, sid er stand uff sinem dritten tag, 
der Beklagte solle dem Abt das Gut ledig lassen oder aber urkiind darleggen, warumb er 
das git innehab. Wenck erwidert durch sich selb und nit in gerichts wise verfiirsprecht: er 
wolle mit dem Abt nicht rechten, sondern sich an sin gnad ergeben und sich mit sinen 
gnaden besetzen. Der Vogi aber begehrt ein Urteil, da die Sache tiber Jahr und Tag an- 
gestanden und Wenck bei gutem Willen unterdes wohl hdtte mégen darzi getan haben. Das 
Gericht enischeidet: da der Vogt namens des Abies stand uff sinen dritten tag, das denn der 
Wenck im das git ledig lasse, er leg dann hiit by diser tagzyt urkiind in das gericht, das 
sich ain recht erkenn, das er daby bliben sdlle. Hieriiber wird dem Vogt ein Brief zu 
Handen des Abtes ausgestelli. — An dem néhsten dornstag nach des hailgen Criitz tag im 
Mayen, 1447. 


Stiftsarchiv St. Gallen, 0.0.1. G. 7. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. — 
Vermerk auf der Vorderseite rechts anten: Per Ulman Rietman et Hansen von Cappel. 


4898. — 1447 Mai 4. (Wattwil.) — Yéry von Cappell, zi Honwart gessessen, der 
za Wattwil in des Millers Hof auf GeheiB von Johans Loser, derzeit Vogt zulberg 
(Yberg), im Namen des Abtes Kaspar von St.Gallen in ainem offnen Maygenjargericht 
Offentlich zu Gericht sitzt, gleich als ob es ze Wolferswil uf der Staig in offner geding- 
stat geschdhe, klagt Johans Loser: es sei bei [berg ein rechtes Gotteshausgut gen. das Holz 
mit Zugehérden, wie Heinrich Turmann es vordem innegehabt, in Betreff dessen er 
auf dem letzten Jahrgericht zu Wolfertswil mit gesiegelten Briefen erwiesen habe, dap es 
dem Abt und Gotteshaus von St. Gallen gehére, die aber uf und in demselben git Cini us 
Gietzendan.. trangti und iibertribe, obwohl es ihm von dem Abt oder dessen Vorfahren 
nie verkauft oder geliehen worden sei; man mége ihn also rechtlich anweisen, den Abt daran 
ungeiert zu lassen. Hierauf erwidert der Beklagte durch seinen Fiirsprech, er habe das 
Gut, wie Turmann es besessen, von diesem als dessen Higengut, von dem er dem Gottes- 
haus jahrlich 3 & % Zins gebe, und vdterliches Erbe gekaufi, und beruft sich dafir auf 
Kundschaft. Nach Anhérung beider Teile und ihrer Kundschaft entscheidet das Gericht 
einhellig: der Beklagte solle Abt und Golteshaus an dem Gut ungeirrt lassen, Cini Thurman 
moécht denn usbringen, des zi dem rechten gnig wir, das Hainrichen Turman dis git zi 
ainem rechten erblehen und in erblehens wyse gelichen wir. Hieriiber wird dem Kldger 
zu Handen des Abtes ein Brief ausgestellt. — An donstag nach des hailgen Criitz tag im 
Maygen 1447. 


Stiftsarchiv St. Gallen, 0. 0.1.4.6. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 


4899, — 1447 Mai 4. — Hans Zollikofer, Biirger zu St.Gallen, erkldrt, er habe 
von Abt Kaspar und dem Konvent des Gotteshauses St.Gallen als Erbzinslehen um einen 
jahrlichen Zins von 2% ~, des Gotteshauses aigen wingartli zi Marpach imm Rintal, am 
Blasenberg gelegen, erhalten, das in die widme, die Ulrich Saltzman von Marpach 
bissher von dem obgenanten gotzhuse umb ainen benanten zins innegehebt hat, gehért 
hat, stosst ainhalb an des gotzhus wingarten, den jetz Hanns Keller von Santgallen ze 
lipding hat, andrenthalb an minen wingarten, so ich vormals doselbs gehebt hab, und an 
des Furters wingarten, und sielli einen Revers dariiber aus, dap die Belehnung erfolgt sei mit 
der Erlaubnis, daf er das Grundstiick zu seinem Weingarten infahen und inziinen diirfe, sodafZ 
es fortan dazu gehore, wogegen Weingarten und -gartlein'um den Zins hafft und verfangen 
sein sollen, der je auf Martini in Wdhrung, so denn je in dem land geng und genime ist, 
an Abt und Konvent oder deren Amileule in St. Gallen oder Marbach zu entrichten ist. 
Zollikofer und seine Erben sollen ooch weg haben iiber den bémacker, der zi der obgenanten 
widme gehort, zi den ziten, so das billich ist, stickel und mist dariiber ze firen, .. und och 


174 Kaspar 1442—1463. 


recht haben, usserthalb dem zune untz in die lutten ... mist und buw ze schiitten. Beim 
Verkauf des Weingartens diirfen sie das Gdrtlein mit verkaufen, doch dem Gotteshaus ohne 
Schaden an dem Zins. — An dem nahsten dornstag nach des hailgen Criitzs tag im Mayen, 1447. 


Stiftsarchiv St. Gallen, 0. 0. 4. D. 4. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 


4900. — 1447 Mai 6. (Eppishausen.) — Vor Albrecht Holtzhusen genannt Keller, 
jetz wanhafft zu Biirglon, der zu Eppishausen bei der Feste im Namen des fromen 
und vesten Burkartz von Halmstorffs zu AppiBShusen und wilunt Ulrichs, sines braders, 
silgen gedichtntif lieben elichen kinden in iro vogtye Gffentlich zu Gericht sitzi, erscheinen 
Barkhari von Helmsdorf fiir sich und seine Bruderskinder einerseits und alle iro végtlite, 
so hie dirrot dem Bodensee in iren végtyen, gerichten, twingen und binnen gesessen sind, 
darinne die von Rikenbaich uSgenomen, anderseiis, und Burkhart von Helmsdorf richtet 
in offen verbannen jargericht mit Hans Suter von Egelshofen (Egeltzhofen), Altvogt 
zu Biirglen, als Fiirsprech an die genanten Vogtleute das Begehren, das sy inen in ainer 
offnung ze erkennen gibint und och offnotint, was daselbs ze Appi®husen in iro végtye und 
och in allen andren iren vogtyen hiezwiischent und dem benempten Béddensee ire recht syent 
von allen iren végtyen, vdgtgiter, gerichten, twinggen und bannen derselben iro vogtrechten 
und gewonhaiten, ald was rechtung, dienst und gewonhat darin ald darzi gehorten ald jendert 
gehoren sélten. Hierauf erwidern die Vogileute einhellig durch Ulrich Suter von Schénen- 
berg als Firsprech: sie hdtten von thren Vorfahren vernommen, und es sei ithnen kund, das 
sy und alle die, so allenthalben in iren vdégtygen, gerichten, twinggen und binnen gesessen 
sygent und darin gehorent ald die ire végtgiter innehettint, buwtint und nussint, wa das wir 
oder wie och dieselben namen hettint, hierinne dehain iro végtman ussgenommen noch hindan- 
gesetzt, das die alle und ir jeklicher insunder den obgenamten von Halmstorff und iro erben 
und nachkomen alle ire gericht, twing und bianne allenthalben in iren végtygen, gerichten, 
twingen und bannen getriilich halten und darinne gehérsam sin sdllent und wellent mit allen 
diensten, végtrechten und gewonhaiten, als dann hernach geschriben stat und och von altem 
herkomen sye, ungefarlich. (1) Item des ersten do offnotent dieselben iro végtliit ainhelklich 
und gemainlich, das sy von iro vattern und andren iren vordren gehért hettint und inen 
selbs wol kunt und ze wissent wire, das jewelten recht und gewdnlich sye, das die ob- 
genamten von Halmstérff und all ir vordren in allen iren vorgedachten ‘végtyen, gerichten 
und gebieten allen denen, so ungehorsamen wirint ald sin wéltent, och umb alle ander 
sachen, wie die genannt syent, ir jeklichem insunder, war die wirint, wib ald man, jung ald 
alt, so zi iren tagen komen wiren, wol ze bieten hettint, das erst gebdtt an dryg schilling 
pfening, das ander gebdtt an sechs schilling pfening und denn dannenhin die gebédtt héchren 
ab am gebdtt an das ander bétt iemer und so lang, bis das ainer sdlichen iren gerichten, 
twinggen und binnen gehdrsam sye, alles ungefarlich. (2) Dieselben ir vdgtliite offnotent och 
fiiro, das och in denselben iren végtygen und gebieten recht und gewanlich sye also: welher 
den andern daselbs frivenlich tiberloffet mit gewaffoter hand 4ne recht, der sdlli dem cleger 
verfallen und gebunden sin ze geben dryge schilling pfening und dem herren sechs schilling 
pfening. (3) Dieselben ir vdgtliit offnotent och daby, das in denselben iren végtygen und ge- 
bieten recht und gewonlich sye: welher den andern darinne iiberloffet mit gewaffoter hand 
und in schadgot mit gewalt 4ne recht, das er blitriinsig wyrdet, derselb sdlli verfallen und 
gebunden sin ze geben dem cleger drii pfund pfening und dem heren sechs pfund pfening. 
(4) Sy offnotent och daby, das in allen der obgenannten von Hialmstorff hie dirrothalb Sews in 
iren gebieten allenthalben recht und gewonlich sye: welher dem andern sine berenden bom 
abhowet, das der verfallen, hafft und gebunden s6lli sin ze geben dem cleger zehen schilling 
pfening und dem heren ain pfund pfening. (5) Dieselben ir vogtliit offnotent och ftiro: Be- 
schehi, das ainer dem andern sin gelegen giite ainsprich und imm das nit ainbehtib und ver- 


Kaspar 1442--1463. 175 


luri mit dem rechten oder imm sine lehen swiroti ald abenpfiengi, da wir och recht und 
gewonlich, das derselb pflichtig, verfallen und gebunden sin sdélli, ze geben dem cleger drii 
pfund pfening und dem heren sechs pfund pfening. (6) Sy offnotent och daby, das in den be- 
nempten iro végtygen und gebieten gewonlich und recht sye also: welher den andern darzi 
bringot, das er baiSvellig wirdet, es sye mit warten ald werken, wie sich das geffigte, und 
sich dann sogtes mit der warhat und nach dem rechten kuntlich erfunde, der oder die, es 
syent wib ald man, die sdéllent dann pflich, verfallen und gebunden sin, ze geben baid bissen 
und die richten 4ne widerrede. (7) Sy offnotent och fiiro, das in allen iren vorgeschribnen ge- 
bieten und végtygen recht und gewanlich sye: welher sin gelegen gate daselbs verkoffty, 
das der, so koffet, pflich und gebunden sye, ze geben Ane widerrede von je ainem pfund 
pfening insunder ainen schilling pfening ze koffschilling. (8) Dieselben voégtliit offnotent och 
fiiro, das och recht und gewanlich sye: Beschéche, das jemant dehainerlaye ander sachen 
in den vorgeschribnen iren gerichten, vogtygen und gebyeten ichtzit verschultint ald da 
tberfairint und friéveltint mit holtzhowen oder in ander weg, wie sich das gefigte ungefar- 
lich, das da och recht und gewanlich sye: in welhen iren gerichten und gebieten sdlicher 
friivel beschehen sye, das es och daselbs in denselben gerichten sdélli berechtot werden und 
niendert andersw&. (9) Sy offnotent och fiiro: welher sin hus in denselben iren gebieten und 
végtygen verkoffte, das der an ander hus in jaresfrist daselbs widerumb buwen und machen 
solli oder aber dem heren geben ain halb viertel schmaltz. (10) Sy offnotent och daby, das 
niemant in iro vogtygen nit schenken sodlli dann mit der heren gunst, wissen und willen. 
(11) Die obgenempten iro végtliite offnotent och fiiro und uff das lest, das och recht und ge- 
wonlich sye und jewelten von alter herkomen ware also: Beschihe, das jemant in denselben 
iren gebieten nnd vdgtygen sdégtan frivel verschuldtint und iiberffrint in der wii und masse, 
als obstat und beschaiden ist, und darumb dem heren nit ufrichtung tatint, wie sich das 
gefigte ungefarlich, in den niéchsten ainloff néchten, welher sélich vriéfel in denselben ain- 
loff nachten nit ubrichte in der wif, als obstat, derselbig sdlli ye denn dannenhin dem 
obgenannten herren und vogt ald sinem gewissen bdtten pflichtig und gebunden sin ze 
geben pfening oder so vil pfand, damit imm dann sin gevallen biSgelt gericht wirdet, dine 
allen fiirzug und widerrede, ungefarlich. Hieriiber stellt der Richter beiden Teilen einen 
Brief aus unter seinem Siegel; auferdem siegeln Burkhari von Helmsdorf und fiir die Vogt- 
leuie Junker Konrad von Heidelberg, sef~haft zu Bischofzell (Byschoffzelle). — Am 
samsstag nach des hailgen Criitzes tag ze Maygen, 1447. 


Stadtarchiv St. Gallen, BOrglerarchiv, Nr. 1598. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4901. — 1447 Mai 8. (St. Gallen.) — Hans Wdgenli von Steffishorn, der von 
Peter Ortwin, derzeit Pfleger und Meister des Hl. Geist-Spitals zu St.Gallen, 20% % 
St. G. W. empfangen hat, verkauft ihm dafiir za Handen des Spitals einen jdhrlichen Zins 
von 16», je auf Martini, dies Jahr beginnend, nach St. Gallen in den Spital zu entrichten, 
von, usser, voru8 und ab minem halben tail des hoffs zi Scheffeltzhorn, der da ze 
ainer siten stost an RimiShadb und an das gemainmiarck und an Hainis Geschwenden 
Langenwi8 und an die lantstraf; item und ab und usser miner wih genant die Langen- 
wi8, die da stost ainhalb an des Gyrtanners git und ouch an das gemainmérck und an 
den vorgnanten minen tail des hoffs ze Scheffeltzhorn; item von, usser, voru$ und ab ainer 
waid, stost an ManSlochers git und an das gemainmirck und an Scheffeltzhorn, das nu 
der Guggayer innehat, samt Zugehérden, alles Lehen vom Gotteshaus St. Gallen, die 
dem Spital als Pfand fiir den Zins eingesetzt sind, jedoch ohne Schaden fiir die Nach- 
slehenden, denen folgende Zinsen zur Hdlfte daraus und zur Hadlfte aus seiner Schwester 
Teil der genannten Giiter gehen, ndmlich dem Spital 1% 4, dem Heini Walther 184%, 
3 Malter Vesen und 1 Maller Haber, dem Wernher Hosser 2@ ~%, Frik Blarers sel: 


176 Kaspar 1442—1463. 


Erben 2% %, den Blarer von Wartensee 9 Mutt Haber und dem Ulrich Senn 10 f %. 
Fir den Verkdufer siegelt Heinrich Zwick, Reichsvogt zu St. Gallen. — Des niachsten 
méntags nach des hailigen Criitz tag, als es funden wart, ze Mayen, 1447. 

Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. A 15, Nr. 16. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel- 


4902. — 1447 Mai 12. (Gossau.) — Vor Hans Geriner, derzeit Ammann des Ables 
Kaspar von St. Gallen zu Gossau, der daselbst offentlich zu Gerichi sitzt, fertigt Cin- 
rat im Bomgarten genant Ufreht mit Hans Pfudler als Fiirsprech dem Ulrich 
Herschi als Lehentrdger za Handen der Friihmesse zu Gossau einen jdhrlichen Zins von 
8 B % St.G. W., Lehen vom Gotteshaus St. Gallen, den er laut gesiegelten Hauptbriefes aus 
Haus, Hofstatt und Hofraite des Veli Lutz von Gossau, gelegen uff dem Bil, stosset an 
den miilgraben, an Haénsli Liners hofstatt, an Hansen Cintzen git und an Nesen 
Storcheggerinen git, bisher innehatte und nun dem Herschi zu Handen der Friihmesse 
um 8 & » verkauft hat. Es siegeln der Ammann und der Verkéufer. — An dem nichsten 
frytag vor Criitzmitwochen, 1447. 

Stiftsarchiv St. Gallen, H. 2. A. a. 11>. — Pergament-Original mit eingendht hangenden Siegein. 


4903. — 1447 Mai 15. — Wolffhart von Brandis der elter, fry, bittet Biirgermeister 
und Rat zu St.Gallen, sie méchten zu einem giitlichen Tag, den er mit den von Bern uf 
an donstag in der Pfinstwochen (1. Juni) ze Baden zfi sichen und ze laisten habe, ihm ain 
treffenlich bottschafft lihen und dahin schiken .., also das die an der mitwuchen ze nacht davor 
da an der herberg und enmorndes des besten bistendig und ratlich sye. — Mentag vor dem 
hailigen Uffarttag, 1447. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


4904. — 1447 Mai 22. (St. Gallen). — Jacob Vosch von Malantz, Cinrats 
Voschen elicher sun, den Biirgermeister und Rat zu St. Gallen gefangen gesetzt hatten, 
als von des friivels wegen, so ich dann begangen hatt an Cinraten Strussen, irem mit- 
burger, schwért, die Gefangenschaft nicht zu rdchen und um Ansprachen an Biirger Recht 
von thnen in threr Stadt zu nehmen, aufer falls er daselbst rehtlos gelassen wiirde, um An- 
sprachen an gemeine Stadt aber sich des Rechtes vor Biirgermeister und Rat zu Constanz 
oder Lindau geniigen zu lassen. Fir ihn siegelt Heinrich Zwick, derzit vogt und burger 
zi Santgallen. — An dem nachsten mintag vor dem hailgen tag ze Pfingsten, 1447. 

Stadtarchiv St. Gallen, Tr. XXXIV, Nr. 123. — Pergament- Original mit offen hangendem Siegel. 


4905. — 1447 (Mai 22.?) — Heinrich Turmann, weiland Vogt zu Iberg, verkauft 
den Hof gen. imm Holtz, Erbzinslehen vom Gotleshaus St. Gallen, von dem er jéahrlich 
3 ® % Zins gab, und ein Giitlein gen. das Tiirlygadem, das er von Ueli Wenk gekauft, 
sowie Allerstainer Zwereralp, um die er ein Stiick von dem Hof im Holz gen. Ni- 
schwendy unter Vorbehalt des Holzhaues in demselben fiir das Gotteshaus gegeben hat, 
alles zu Iberg gelegen, samt Zugehorden dem Abt Kaspar von St. Gallen um 159 fl. rhein. 
Aufper dem Verkdufer siegelt Rudolf Gelter, Birger zu St.Gallen. — An sant Helenen 
tag, 1447. 

Stiftsarchiv St. Gallen, 0. 0. 1.G. 5. — Pergament-Original mit eingendht hangenden Siegeln. — 
Nach Grotefend, Zeitrechnung II 1, S. 87 wurde Helene regine im Bistum Constanz am 15. April and 22. Mai 
gefeiert. Letzteres Datum ist auch im Jahrzeitbuch von St. Laurenzen in St. Gallen fir Helene imperatricis 
et inventricis sancte crucis angegeben. Der Februar fehlt in den Jahrzeitbiichern von St. Laurenzen und 
St. Mangen. Nach den Jahrzeitbiichern von Ober-Helfentswil und Goldach in der Stiftsbibliothek aber wurde 
Helene am 7. oder 8. Februar, nach dem Kalendariam von Gossaua im Stiftsarchiv am 8. Februar Pauli 


episcopi. Helene regine, am 22. Mai Helene virginis gefeiert. Hienach ist obige Urkande richtiger wohi auf 
7.8. Februar anzusetzen. Vgl. Nr. 4883 und 4898. 


Kaspar 1442—1463. 177 


4906. — 1447 Mai 25. Arbon. — Bischof Heinrich (IV.) von Constanz, Verweser 
des Stifles Cur, nimmt von Hans Zollikofer von St. Gallen eine Wiese zu Ober- 
Steinach, stoSet an Lanquaten, und einen Zins von 2 Malter beiderlei Kornes aus einem 
Hof za Ober-Steinach auf, beides Lehen vom Bischof, die ihm von den bisherigen Inhabern, 
den Geschwistern Leuthi, Hug, Stoffel und Margreth Schilmaisterin zu St. Gallen, durch 
Aufsendbrief vom 3. Marz 1442 (?) aufgesendel worden sind, und belehni damit den Kaspar 
Wirt, dem die Geschwister sie verkauft haben. — Zu Arbon, uf donerstag nach unsers 
lieben Herren Auffarts tag, 1447. 


Stiftsarchiv St. Gallien, Bdcherarchiv Bd. 1259, f. 262 f. und 1262, 8. 454 ff. — Kopien aus dem 18. Jahrhundert. 


4907. — 1447 Mai 27. (Schwiz.) — Landammann and Rat zu Schwiz, die den Schulthei£ 
und Rat zu Wil, thre besonders guten Freunde und lieben Landleute, vormals gebeten haben, 
Ernin Kochlin, unserm lanntman, hilfflichen zu sind, das er bezalt wurd von dem Bry- 
mélwer von Costentz, und besunder gen uwerm burger dem Schencklin, der demselben 
Brymélwer das gelt sol etc., danken. fiir die dem Ihrigen geleistete Forderung und zeigen 
an, er habe aber sdlich schuld an dem Schenklin hie ze Switz mit gericht und urteil ver- 
botten, siddemmal und der miérgkt zwuschen dem Kochlin und dem Brymélwir hie ouch 
gescheen ist, indem sie nochmals bitten, dem Ihrigen zu Bezahlung und giitlicher Ausrich- 
tung zu verhelfen. — Datum vigilia Penthecostes, 1447. 


Stadtarchiv Wil, Kerresp. B, Nr. 26. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


4908. — 1447 Mai 29. (Bernang.) — Engla Ulin von Bernang im Rintal und 
wir ditz nichbenempten Waltpurg, Frena, Anna, Anthoni und Ulin, ire eliche kind, 
verkaufen dem Junker Konrad von Andwil (Ainwyl), derzeit Meister und Pfleger des 
Hl. Geist-Spitals zu St.Gallen, zu dessen Handen ihren Acker genant der Hellaker 
samt Zugehorden, gelegen zi Bernang im Zaissenried, und stozz ainhalb an Claussen 
Grawenrocks erben git, anderthalb an die Lytten und an dez obgenantten spittauls 
wingartten, ein Lehen vom Gotteshaus St. Gallen, um 3 & 4% Landeswdhrung. Der Acker 
ist vor Hans Hermann, derzeit Ammann zu Bernang, mit Wilhelm Dornacher als 
Vogt, Ueli Tadschler als wiser und Franz Abhusen als Firsprech gefertigt worden. 
Fir die Verkdufer und den Vogt siegelt der Ammann. — Uff mentag n&ch Pfinsten, 1447. 


Stadtarchiv St. Gallien, Spitalarchiv, Tr. B. 12, Nr. 40. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 
— Regest: Géldi, Der Hof Bernang, Nr. 119. 


4909. — 1447 Juni 2. (St. Gallen.) — Abt Kaspar von St. Gallen, der im Hof 
des Gotteshauses zu Gericht siizt, nimmt von Hans Altherr, Metzger, und dessen Ehe- 
frau Ursul Grafin, die mit Hans Pésch als Vogt der Frau, Hug von Watt als wiser 
und Rudolf Uiz als Fiirsprech vor ihm erscheinen, einen jahrlichen Zins von 5 B 4 % C. 
M. u. W. auf, der den Eheleuten bisher ging aus einem Haus samt Hofstatt, Hofraite und 
Garten, in Spiservorstatt gelegen, stosset an Lienhart Losers silgen hus, an die lant- 
straus und an der Grafen berg und bomgarten, dus jetzt Heini Kalchhofer innehat, 
und belehnt damit den Jorg Gmiinder, Birger zu St. Gallen, dem die Eheleute den Zins 
um 5 & 5 B St. G. W. verkauft haben. Hs siegeln der Abi, der Vogt und fiir die Verkdufer 
Konrad Laingddemler. — An fritag in der hailgen Pfingstwochen, 1447. 


Stadtarchiv St. Gallen, Schaffneramt Rheintal, Tr. T, Nr. 2. — Pergament-Original,; das Siegel des 
Abtes fehlt, die andern beiden hangen offen. 


4910. — 1447 Juni 6. — Hanns und Ridolff die Muntbrauten, gebradere, von 
Costentz, Liipffrid Muntbrautz siligen elich siine, erkldren in Betreff des jahrlichen 
" 28 


178 Kaspar 1442—1463. 


Zinses von 24 fl. rhein., den Abt Kaspar und der Konveni des Gotteshauses St.Gallen 
dem Ulrich von Schwarzach von Constanz je zur Halfte uff sant Johanns tag ewange- 
listen in den Wyhennidchten und.. uff sant Johanns tag Baptisten im summer schulden, der mit 
400 fl. rhein. widerkéuffig ist und fir den sie und ihr Vetter Konrad Muntprat laut Haupt- 
brief Mitschuldner von Abt und Konvent geworden sind: daf, wiewohl Abt und Konvent sélich 
summe geltz iiber sich selbs uffgenommen und darumbe verschriben hdtten, . . dieselb giilte, 
houptgit und zin§, unser ist, uns und unsern erben zigehort zi gelten und sdélichs von unser 
ernstlicher bette wegen getin hand. Sie verpflichten sich, diesen Zins innerhalb 2 Jahren 
abzuldsen, Abt und Konvent davon zu entrihen, ledigen und lésen, ihnen den Hauptobrief zu 
iiberantworten und alle Zinsen ohne Schaden fiir Abt und Konvent zu entrichten, und hafien 
dafiir mit ihrem Gut. — Uff zinBtag vor unsers lieben Herren fronlichnams tag, 1447. 


Stiftsarchiv St. Gallen, F. F. 5. J. 1.8. — Pergament-Original mit offen hangenden Siegein. 


A491. — 1447 Juni 15. — Jadkli Norder, derzeit Ammann zu Appenzell, Uli 
Meggeli (Megell) und Hermann Hans, Landleuie daselbst, Hans Zimmermann, 
derzeit Ammann zu Altstdtten, und Konrad Moser von ebenda, denen gemeine Hofleute 
zu Bernang im Rheintal einerseits und Hans Ziind der alte, sowie seine Séhne Hensli 
und Bartholome Zind, sefBhaft oberhalb Bernang an dem Berg, anderseits die Ent- 
scheidung der zwischen ihnen bestehenden Streitigkeiten von der getratt wegen wbertragen 
haben, sprechen nach Anhérung der Parteien und ihrer Kundschaft etc.: es sollen die Spruch- 
briefe, die vor Zeiten zwischen den Parteien in der Sache gegeben worden sind, in Kraft 
bleiben; jedoch fiir dieses Jahr diirfen die Ziind das Heu und Korn, das sie auf den Giitern 
an dem Than haben, davon nehmen ohne Beeintrdchtigung durch die von Bernang. Fortan 
aber diirfen die von Bernang die vorbenempten Ziinden, ir erben und nachkumen tratten gemaf 
den Spruchbriefen, die sie gegen einander haben. Welcher Teil gegen den Spruch handelt, 
ist den Landleuten za Appenzell ze rechter pen 10 8 Landeswdhrung, den Schiedleuten 
1 Saum Wein schuldig und soll in der Sache rechitlos sein. Es siegeln die Ammdanner, unter 
deren Siegel die iibrigen sich binden. — Am donstag nach unfers Hern fronlichnamen tag, 1447. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Rubr. CXXil, Fasc. 22.— Papier-Kopie aus dem 18. (?) Jahrhundert. — Regest: 
Géldi, Der Hof Bernang, Nr. 120. 


4912. — 1447 Juni 22. (St. Gallen.) — Peter Zan und Ulrich Graff von Lindau 
erkldren in Betreff der Streitigkeiten, die zwischen Junker Klaus Halder, sefhaft zu 
Mollenberg, und Burkhart, Hans, Ursula, Anna und Barbara Harzer, den 
Kindern Rudolf Harzers sel., bestanden alls von ains gitlins wegen genannt Nacht- 
anngels hoff, zu Mollemperg gelegen, woriiber ein Rechistag vor Abt Kaspar von St. Gallen 
uff seins gotzhaus Pfallentz angesetzt war: sie seien von Biirgermeister und Rat zu Lindau 
fiir die Kinder auf diesen Tag abgeordnet worden und daselbst namens der Kinder im Auf- 
trag threr Herren mit Zustimmung des Abtes und mit Hilfe von Birgermeister und Rat 
zu St. Gallen, sowie andrer weiser Leute eine giitliche Einigung eingegangen, wonach die 
Kinder Harzers das Giitlein in gleicher Weise wie ihr Vater und sie selbst bisher innehaben 
und, wenn sie es verkaufen wollen, es dem Inhaber von Mollenberg vor menigclichem anpiettenn 
und umb ain geleichenn pfenning verkaufen sollen. Kénnen sie sich tiber den Kauf nicht 
einigen, so sollen zwei von Birgermeister und Rat zu Lindau und zu Wangen gestellte 
ehrbare Leute, wo néotig mit Zuziehung des Biirgermeisters von St. Gallen als drittman, 
den Preis festsetzen, alles dem Gotteshaus St. Gallen an dem burgsiss, herrlichaiten etc. 
unschddlich. Fir Zan und Graff siegelt Andres Vogelweider, Birgermeister zu St. Gallen. 
— Des nechstenn dornnstags vor sannt Johanns tag, des Theuffers, 1447. 


Stiftsarchiv St. Gallen, V. V. 6. A. 10. — Papier-Kopie aus dem 17. Jahrhundert. 


Kaspar 1442—1463. 179 


4913. — 1447 Juni 25. (Henau.) — Pfaff Hans von Riiti, kilcherr zi Hennow, und 
Hans von Riiti, sin elicher vatter, denen von den inséssen gemainlich des dorffs zi Hennow 
an ainem und Ridin Schnétzern, ouch von Hennow, des andern tails die Entscheidung 
eines Streites tiberiragen worden ist, indem Schnetzer den Obst- und Rebzehnien zu Henau 
beanspruchte, wahrend die von Henau ihn nicht schuldig zu sein meinten, sprechen, da aus 
den Aussagen vieler ehrbarer Leute sich nicht ergeben hat, das die vorgenanten ops- und 
rébenzechenden von alter her je geben syen, und da auch Schnetzers Vorfahren und die 
friiheren Inhaber des Zehnten zu Henau nie eine solche Forderung gestellt haben: die von 
Henau sollen dem Schnetzer by dem vorgeschribnen zispruch nichts schuldig sein, und er 
soll sie hinfiir bliben lassen in der masse, und er dann den zehenden zi Hennow ererbt 
und erkoufft hat; ...wurdind acker, die in den zechenden zi Hennow gehoren,.. za 
wisan gemacht, von denselben wisan soltind sy dann den zechenden geben, es weri an 
ops. oder an anderm, das denn in denselben wisan gewichs. Fiir die Rechtsprecher siegelt 
Rudolf von Steinach, SchultheiB zu Wil, und die von Henau und Schnetzer erkldren, 
bet dem Spruch bleiben zu wollen mit krafft di® brieffs, der den Parteien in gleichem Wort- 
laut ausgefertigt wird. — An dem néhsten sontag nach sant Johans, des Toffers, tag ze 
sunwendi, 1447. 


Stiftsarchiv St. Gallen, J. 4. G. 6. — Pergament-Original, das Siegel fehlt. 


4914. — 1447 Juni 28. — Hans Schimacher von Nidrenbiren genampt Miller 
verkauft dem Lienhart Warman, Biirger zu St.Gallen, und dessen Khefrau Else 
von Hub einen jahrlichen Zins von 10 B ~% St.G. W. aus seiner miili, miilihofstat, bliiwel 
und stampf, sowie aus allen Zugehérden dieser Miihle genannt im Bich, .. die da stosset an 
Hidinenbongarten, an die Sittren und an die Hib, um 10 & %. Der Zins ist je auf 
Martini nach St. Gallen zu entrichten, wofiir die Miihle und der sonstige Besitz des Ver- 
kdufers haften. Fir thn siegelt Hans der Sadrri. — An sant Peters abent, 1447. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarehiv, Tr. E 22, Nr.38. — Pergament-Original; das Siegel fehit. 


4915. — 1447 Juni 30. — Elsin Miillerin von Biirglon, Hanns Cristans von 
Egoltzhoffen kellerin, die der Junker Diebold von der Hochen Sax, frigherr, lant- 
richter in Thurgéw, auf Bitte ehrbarer Leute an sant Ulrichen gen Costentz za 
Criitzlingen als ain frige zinsserin ergeben und mii all ihren Kindern aus der Leibeigen- 
schaft entlassen hat, leistet fiir sich und ihre Kinder Verzicht gegen den von Sax auf alle 
Erbschaft von vdterlicher und miitterlicher Seite und von Geschwistern und Freunden, die 
Leibeigene des Herrn von Sax sind, und auf alle Ansprache daran. Fiir sie siegelt Hans 
Cristan. — Am nichsten frigtag vor santt Ulrichs tag, 1447. 


Stadtarchiv St. Gallen, Birglerarchiv, Nr.44. — Pergament-Original mit Siegelresten. 


4916. — 1447 Juli 3. — Ulrich Locher gen. Mans und seine Ehefrau Elsbeth 
Stockmann verkaufen einen jéhrlichen Zins von 30 B 4 St.G. W. aus ihrem Gut gen. 
Ferrenriity, enhalb dem Espan gelegen, stosset an die Stainach, an Guggayen, an 
Wagenlis giter, an Uli Stokmans waid und an das Espan, samt Zugehérden dem 
Hans Herr, Hofammann zu St.Gallen, um 30 & 4. Der Zins ist je auf Martini nach 
St. Gallen zu entrichten, wofiir das.Gut und der sonstige Besitz der Verkdufer haften. Fir 
diese siegelt Ulrich von Piirs. — An sant Ulrichz abet, 1447. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. D 1 Il, Nr. 15. -- Pergament-Original mit offen hangendem 
Siegel. 


180 Kaspar 1442—1463. 





4917. — 1447 Juli3. — Abt Kaspar von St.Gallen verleiht dem Hans Stréti 
das Gut zu Tierlihub samt Zugehérde, das Strélis Vater um einen Zins von 18 Viertel 
Kernen, 2 Malter Haber Bischofzeller M., 17 B 3 4% C. W., 73 EKiern und 6 Hiihnern 
als Erblehen innehatie, in namen sins vatters und och sin selbs .. in den rechten, als sin 
vatter das von Haynin Schoppen erkofft hette, mit der Verpflichtung, den genannten Zins 
je auf Martini nach St. Gallen za entrichten, das Gut in Stand zu halten, jahrlich die iibliche 
Steuer davon zu geben, nichts davon zu verdufern und, so oft ain niiwer herre nach iins ange- 
sitzt, die Lehenschaft erneuern zu lassen. — An sant Ulrichs 4bend, des hailigen bischofs, 1447. 


Stiftsarchiv St. Gallen, L. L. 4. W. 2. — Pergament-Original mit eingenadht hangendem Siegel. 


4918. — 1447 Juli 10. — Ridolff von Roschach der eltest, Eglolff, Ridolff 
und aber Eglolff von Roschach die jungen, geprider, geben ihre EHinwilligung dazu, daB 
Eglolff von Roschach der eltsch, min des obgenanten Ridolffz des alten prider und 
tinser der jungen vetter, dem Spital zu St.Gallen einen jaéhrlichen Zins von 12 Malter 
Korn, 10 £ \ und 17 Hiihnern aus dem Hof ze Tiinbach, so dann Crystan Mek inne- 
haut, verkauft hat, und verzichten auf etwas lésung, die sie an diesem Zins besessen haben. 
— An dem zehenden tag des manotz Howat, 1447. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. A. 12, Nr. 2. — Pergament-Original mit offen hangenden 
Siegeln. — Vogl. Nr. 4923. 


4919. — 1447 Juli 12. (Wil.) — SchultheiZ und Rat zu Wil (Wyl im Turgow) schreiben 
an Birgermeister und Rat zu St.Gallen: Hainrich Wetzel, unser ratsgeselle, der hat 
uns fiirbracht, wie das uwere burger die Struben von Ziberwangen im ettwas linwat 
in uwer statt verleit und verbotten habind, das inn an sy umbillich nimpt; denn er waist inen 
nichtz schuldig noch ze tind sin. Ob aber die Struben sdélichs getin hettint von der zwaytrécht 
wegen, so sy dann mit unser burgerin Burkarts Tdéibers sélgen wittwen gehapt hand, darumb 
sy unser gnédiger herr von Hewen baidersydt mit sinem rechtspruch entschaiden hat, maint 
der vorgenant Wetzel, das inn sélichs so wyt nit bertr, das er des engelten sélli; denn er sye 
der genanten frowen und ir kinder zigébner vogt von aym rate. Sie bitten deshalb, die Sirub 
anzuweisen, das sy dem unsern das sin entschlachind und ledig lissind, das er des von in 
ungesumpt nach sinem willen geniessen mug. — Geben an mittwuch vor Margarethe, 1447. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4920. — 1447 Juli 13. — Die Briider Hans und Ulrich die Furter von Marbach 
erklaren, dap thnen Abt Kaspar von Si.Gallen zi end siner und unser bayder wile und 
nit fiiro des Golteshauses aigne widem ze Marpach im Rintal, obnan an dem Furt gelegen, 
samt Zugehérde verliehen habe mit der Verpflichtung, sie in gutem Stand zu halten and 
dem Gotteshaus jahrlich auf Martini, dies Jahr beginnend, daraus 2 Viertel Kernen St.G. M., 
9B Y C.M., 2 Hiihner und auf Ostern 30 Hier zu entrichten. Fiir die Briider siegelt ihr 
lieber Junker Dy ettegenvon Grinenstain. — An dornstag vor sant Margarethen tag, 1447. 


Stiftsarchiv St. Gallen, 0. 0. 4. E. 1. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 


A921. — 1447 Juli 13. (Ober-Uzwil.) — Vor Ulrich Spitzli, Ammann der herrschafft 
von Raren, der ze Obern-Utzwille in dem dorff als in der fryen waybelhtb in ainem 
verbannen jargericht dffentlich zu Gericht sitzt, erkldren Heinrich Schriber, Birger zu 
St.Gallen, und die Briider Werli und Hans die Bollen, Séhne des Hans Boll, von 
Degersheim mit ihrem Fiirsprech, sie hdtten Streit mit einander gehabt von aines mut 
kernengeltz wegen, so der genant Hainrich Schriber von, ab und uf der genanten Bollen 
giter erkdfft hatt, und maintend die genanten Bollen, das si zi demselben kéffe mer rechtes 


Kaspar 1442—1463. 181 


hetind und haben sdéltind, danne Hainrich Schriber heti oder gehaben méchti; der vorgenat 
Hainrich Schriber heti dch den obgenanten Bollen durch ire giter gemacht graben und wasser- 
geng zi siner miili, bliiwlen, stampff, der segen und schliffen, daselbs zi Tegerschen gelegen, 
das aber den genanten Bollen nit lieb wari. Uber diese Streitigkeilen sei nun heute zu Uz- 
wil durch ehrbare Leute eine giitliche Vereinbarung getroffen worden in folgender Weise: 
(1) Schriber soll den Briidern das Kernengelt um den Kaufpreis zu lésen geben, und sie 
sollen ihm zugleich alle noch ausstehenden Zinsen (ausgenommen den auf Martini falligen) 
entrichten. (2) Den graben und wassergang, den Schriber iiber der Bollen Giiter gemachi, 
sollen sie giitlich bestehen lassen und ihn daran nicht irren, auch ihm oder seinen Erben 
Verbesserungen durch weiteres Graben gestatien, jedoch dafiir nach Spruch zweier Schied- 
leute von beiden Teilen, wo notig unter Zuziehung eines drilten, entschddigt werden. Auch 
sollen Schreiber und seine Erben den Bollen mit sdlichen wassergengen an dem iren un- 
wostlichen sin mit ertrenken nach irem vermiigen. (3) Was Schriber an Bauten aufgerichtet, 
es wari miili, bliiwlen, stampff, schliffen oder segen, wovon die Bollen meinen, dafB es auf 
dem Ihrigen stehe, sollen sie stehen lassen, ohne daf Schriber ihnen darum etwas schulde. 
Diese Vereinbarung geloben beide Teile an des gerichtes stab za halien. — An donschtag 


vor sant Margreten, der hailgen jungkfréwen, tag, 1447. 
Stiftsarchiv St. Gallien, 9. 9. 3. J. 9. — Pergament-Original mit eingendhi hangendem Siegel. 


A922. — 1447 Juli 14. (Schwiz.) — Landammann und Rat zu Schwiz (Swytz) er- 
widern auf ein Schreiben ihrer guien Freunde und lieben Landleute SchultheiB und Rat zu 
Wil, das itich begegnet sige, das gmein Eidgnossen, und die zi inen ghoéren, in des kiings 
&4cht als von Hanns Wilhelmen von Fridigen wegen sigen etc., und auf Bitte um 
genauere Auskanft: Ihnen sei dariiber nichis bekannt; doch wollten sie bei ihren Hidgenossen etc. 
sich erkundigen und Mitteilung machen. Doch hand gitt acht uff die und ander sachen, und 
was dann die léiff da ussnen sigen; und was uns dann je notdiirfftig sye zu vernemen, das 
tind uns ze wussen. Hbenso wollten sie es halten. — Geben an sant Margreten abend, 1447. 

Stadtarchiv Wil, Corresp. B, Nr. 29.— Papier-Original; das ehemals a t. aufgedriickte Siegel unter 
Papierhille ist vornen aufgeklebt. 

4923. — (1447) Juli 15. (St. Gallen.) — Vor Abt Kaspar von St.Gallen, der im 
Hof daselbst zu Gericht sitzt, fertigen Egli von Rorschach der dltere und seine Gemahlin 
Barbara mit Konrad von Andwil (Ainwile) als Vogt der Frau und Ulrich Senn, 
Birger zu St. Gallen, als Fiirsprech dem Ulrich Sari and Peter Ortwin, derzeit Pfleger 
und Meister des Hl. Geist-Spitals zu St. Gallen, zu dessen Handen einen jdhrlichen, Zins 
von 12 Malter Korn St. G. M., 10 B 4 Si. G. W. und 17 Hiihnern aus ihrem Hof zu Tiibach 
genannt Blamnegs Hof, den jetzzemal Cristan Bek buwte und an die lantstraB, als 
man von Sant Gallen gen Roschach git, stiesse, anderthalb an Rissenhtdb, zi der dritten 
syten an Richiswil und zi der vierden an Hiintobel, den sie dem Spital um 221 8 WV 
verkauft haben, und der Abi belehnt die Kdufer. Es siegeln der Abi, Egli von Rorschach, der 
Vogt der Frau und fiir diese Andres Vogelweider. — An samf&tag vor sant Marien 
Magdalenen tag, 1427. 

Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. A 12, Nr.1.— Pergament-Original mit offen hangenden Siegeln ; 
die irrige Jahrzahl ist nach Nr. 4918 zu verbessern. 

4924. — 1447 Juli 27. — Hans Cuntz, Birger zu St. Gallen, verkauft dem Rudolf 
Zulling von Sax um 20 & % Si.G. W. einen Zins von 1 ® 4 aus seinem Haus, Hofstatt 
und Garien, gelegen an des Spitals Gassen, stosset an Steffan Griibels hu8, an den 
schwibogenn, an des Schirmer hus und an die richstraf. Der Zins ist je auf Jakobi in 
St. Gallen zu entrichten und kann abgelést werden, im Fall einer Miinzdnderung jedoch nur 


mit anginder niiwer miintz. — An dem nechsten donstag nach sannt Jacobs tag, 1447. 
Stiftsarchiv St. Gallen, BOcherarchiv Bd. 436, f. 1796. — Kopie aus dem 16. Jahrhundert. 


182 Kaspar 1442—1463. 


4925. — 1447 August 5. — Abt Kaspar von St.Gallen quittiert Ammann, Rat 
und gemeine Landleute zu Appenzell fir 243 & 15 B 4, womit sie ihm Steuer, Zins und 
Ehrschaiz fir das vergangene Jahr bezahli haben. — Des néachsten sampstages vor sant 
Laurentz tag, 1447. 


Landesarchiv Appenzell, A V, Nr. 4. — Pergament-Original. — Regest: Appenzeller Urkundenbuch I, 
Nr. 802. 


4926. — 1447 August 9. Lichtensteig. — Die gemainde gemainlich des ampts zi 
Schefftnow erkldri: Da Abt Kaspar und der Konvent des Cotleshauses St. Gallen 
das halb mayerampt zi Schefftnow mit den gerichten, zwingen und bénnen, so darin 
gehéren, von dem vesten Wernhern Holtzhusen genant Keller, burger zi Stain, des 
pfande es untzher vom gotzhus gewésen ist, widerumb an das obgenante gotzhus geloset; 
item und die vogtye daselbs zi Schefftnow mit dem alprecht und den wisatkesen, so darin 
gehoren, als derselb Keller maint, die sin pfand von dem hailgen ryche gewésen ist, an das 
obgenante gotzhus .. von dem egenanten Keller .. erkoufft hand, und da diese Ablésung 
thnen kumlich und nutzlich ist und kiinftig me komlicher und nuttzlicher werden soll, so 
wollen sie dem Gotteshaus bysténdig, gehorsam und gewértig sin mit diensten, tagwannen, 
vastnachthtnern, féllen und andern sachen als dann ander gotzhusliite, die zi Yberg dem 
hus und in das ampte desselben hus gehoren, und wollen dem Golteshaus jdhrlich zi ge- 
satztem und unabgéngigem zin8 und ewigem usgendem gite 12% 4 C. M. und je ains jars 
hundert und des andern darnach ains minder denne hundert ké8 und vier fierling gitts 
ktys schmaltz, da ye ain fierling habi sechszechen Liechtenstaiger pfund, auf Martini 
als von des gantzen mayerampts wegen, das damit verzinset sin sol, enirichten und von der 
Vogtei jahrlich geben wisatké8 und das gotzhus des alprechts urpflichtlichen geniessen lassen, 
als von alter herkomen ist. Auch wollen sie sich benigen lassen von der lechenschafft wegen 
der gitter, die von dem egenannten gotzhus zi lechen herrdren, nemlich zinBlechengttter 
fiir zinBlechen und frye lechengittter fiir frye lechen, als anderen gotzhusliiten, die gen Yberg 
gehoren, das untzher recht und gewonlich gewesen ist. Fiir die Gemeinde siegelt Freiherr 
Petermann von Raron, der ain friintlicher undertédinger des Kaufs und der Ablosung 
der Vogtei und des halben Meieramtes gewesen ist. — Zi Liechtenstaig, an sant Laurentzen 
aben, 1447. 


Stiftsarchiv St. Gallen, C.C. 3.D. 11. — Pergament-Original; das Siegel fehlt. 


4927. — 1447 August 20. (St. Gallen.) — Vor Biirgermeister und Rat zu St.Gallen 
klagen Heinrich Rainsperg und Ulrich Visel, Stadtschreiber zu Lindau, im Namen 
mehrerer Lindauer Birger gegen Ammann, Rate und gemeine Landleute zu Appenzell, 
welche durch Hauptmann Heinrich Schedler und Landschreiber Martin Steiger ver- 
treten sind: Als danne die egenanten von Appenzell in dem nechstvergangen kriege mit 
irem paner und och sust mit iren soldnern und knechten im Rintal und och zu Tal und 
da umb ettwiedik gezogen und zu rai gelegen wérend, so hettend si den vorgedachten 
iren burgern vil schadens an dem iren zigezogen und getan; trotz wiederholter Aufforde- 
rung sei aber bisher kein Schadenersatz zu erlangen gewesen, weshalb sie die von Appen- 
zell rechilich dazu anzuhalien. Die Vertreter von Appenzell erwidern zundchst: sie seien 
nur darum, ob inen gemain lannd umb solichen schaden zu antwurtende haben sdlle oder 
nit, zw diesem Rechte gekommen, was die von Lindau zugestehen; sodann erkldren sie: Also 
wére wol war, das si ettwiedick ire soldner und knecht im Rintal und zu Tal ligende hettend 
gehept und selber da gewesen wéren; ob aber dabei Lindauer Biirgern Schaden geschehen, 
wiiBlen sie nicht und hdtten keinen Befehl dazu gegeben. Habe jemand der Ihrigen diesen 
Schaden getan, so wollten sie gern, wenn die von Lindau die Tater nennen kénnten, mit 


Kaspar 1442—1463. 183 


thnen reden, daB sie Schadenersaiz gdben, oder freundliches Rechi gestatten; dagegen glauben 
sie nicht, dap gemeines Land haftbar sein solle. Das Gericht enischeidet: Wenn die Lindauer 
darch die Appenzeller, als si mit irem offem paner gezogen sint, geschddigt worden seien, 
solle gemeines Land dafiir hafien; sei aber der Schaden durch Appenzeller, da si ir paner 
nit gehept hand, geschehen und kénniten Ammann, Rat und Haupileute schwoéren, dap sie 
nicht Befehl dazu gegeben und dap es thnen leid und ohne ihr Wissen geschehen sei, so sei 
gemeines Land nicht haftbar. Doch falls dann die von Lindau Appenzeller, die ihnen Schaden 
getan, namhaft machen kénnten, solle man thnen diese zum Recht stellen. — Am zwaintzi- 
gisten tag des monats Ougsten, 1447. 


Landesarchiv Appenzell, A ill, Nr. 26. — Pergament-Original. — Regest: Appenzeller Urkunden- 
bach I, Nr. 808. 


4928. — 1447 August 31. Feldkirch.— Hans Wydembach, den Herzog Sigmund 
von Osterreich mit dem SchloB Zwingenstein im Rheintal belehnt, gelobt, damit ge- 
treu zu sein. 


Lichnewsky Vi, Nr. 1287. — Regest. 


4929. — 1447 September 27. Einsideln. — Gemeiner Eidgnossen ratzbotten, der 
zyt 24 Einsideln versampnot, erwidern dem Schulihei~ und Rat zu Wil auf ein Schreiben 
an die von Schwiz (Switz), von der zweyer knechten wegen, namlich des Rosten und des 
Brusis, so unser und uwer vyend gwesen sint und gern mit uns bericht werden woltent. .: 
Ist unser antwurt, das wir die sach gantz hin zt tich setzen und iich bevelhen, darinne gwalt zu 
haben, wie ir die sach wol besorgend und mit den knechten setzend, dardurch wir und alle 
die unsern, ir und die uwern vor inen sicher sigend und mit inen bericht werden und damitt 
sy ouch uf vorchten und unsicherheit gen uns gelassen werden, als ir dem und grésserm 
wif gnig sind ze besorgen, doch das wir inen niitz geben.. — Geben under amans Redings 
insigel von unser aller wegen zu Einsideln, am mittwuchen nach Mauricij, 1447. 


Stadtarchiv Wil, Corr. B, Nr. 41. — Papier-Original mit Stegelresten a t. — Vgl. Nr. 4941. 


4980. — 1447 September 28. (St. Gallen.) — Abi Kaspar und der Konvent des Gottles- 
hauses St. Gallen erklaren, daf sie als von tinsers hofammans mit namen Hans Herren 
wegen verlihens geltes dem Kaspar Ruchenacker, Birger zu St.Gallen, 175 fi. rhein., 
gaiter an brich und an gewichte, schulden, und in der kommenden Osterwoche in St. Gallen 
bezahlen sollen. — An sant Michels abet, 1447. 

Stiftearchiv St. Gallen, F. F.5. 3.1% — Pergament-Original, die Siegel fehlen. — Bemerkung at.: 


Item min herr und sin convent sdéllen noch by disem brieff nit me denn xi lib. dn., gerechnet an dem ersten 
tag Brachet, anno domini | quarto, dt. Ul. 


4931. — 1447 Oktober 3. Mainz. — Vor den Richtern der Mainzer Kurie erscheinen 
HeBle Wick von Wil als Kldger einerseits und Michael Kéfferlin als Sachwalier des 
Sebastian Hug von Wil anderseits, und Hele Wick klagt, er sei in einer vor dem Gericht 
anhdngigen Appellationssache zwischen Anna Hugin und ihm selbst de et super federe 
matrimonii in der fiir Anna Hugin eingereichien Appellationsschrifi schwer beleidigt worden 
und habe deshalb den Sebastian Hug, Annas Vater, vor SchultheiB und Rat zu Wil vor- 
genommen. Da er nun zum Beweise des beleidigenden Passus aus der Appellationsschrift be- 
diirfe, bitle er um Ausstellung eines authentischen Auszuges aus den Akten. Dem gegeniiber 
bestreitet Kofferlin durch Magister Philipp Koliz, Sachwalter der Mainzer Kurie, dap Wick 
durch Sebastian Hug beleidigt worden sei; selbst wenn es aber geschehen, so sei es zur Ver- 
teidigung der Appellationssache, nicht mit der Absicht der Beleidigung geschehen. Auch sei 


184 Kaspar 1442—1463. 


das Verlangen Wicks unsiatthaft, weil das Gerichi nicht von Schulthei~ und Rat zu Wil 
per litteras mutui conpassus darum ersucht worden sei, und wenn auch in der Appellations- 
schrift dem Wick eine Beleidigung zugefiigt sein sollte, miisse er deshalb gegen den Beleidiger 
selbst, der die Schrift ausgeferligt habe, nicht gegen Hug vorgehen. Sodann legi er dar, daZ 
SchultheiB und Rat zu Wil, obwohl vom Gericht auf Ersuchen der Anna Hug executoriales 
littere gegen Wick ad satisfaciendum eidem de expensis et re iudicata ausgegangen und ihm 
zugestandenermafen iiberantwortet seien, auf Wicks: Verlangen kiirzlich den ungiiltigen Ent- 
scheid getroffen hdtten, dag die Zahlung der genannien Auslagen verschoben werden solle, 
bis die angestrengle Injurienklage zwischen Wick und Hug durch sie entschieden sei, laut 
vorgewiesenen Abschieds von SchultheiB und Rat, unter MiPachtung des Bischofs von Mainz 
und seiner Gerichisbarkeit und zum Nachteil der Anna Hug. Er fordere also, dap ihm gegen 
sie ein Verbot (littere inhibitoriales) erteilt und thnen bei Strafe des groBen Bannes und 
200 fl. rhein. Buge an den Fiskus des Bischofs von Mainz geboten werde, die Richter in der 
Rechtsprechung und der Durchfiihrung thres Spruchs nicht zu beirren, da Wick zwar vor 
SchultheiB und Rat Personen des Gerichtes als Zeugen genannt habe, aber in der Beweis- 
fiihrung nicht gesetzlich vorgehe. Endlich fordert Kofferlin ein Attest tiber sein Erscheinen 
und die Anweisung an Wick, sich an den CGerichtstagen vor dem Gericht einzufinden und 
seiner Verurteilung wegen Ungehorsams gegen das Exekutorialschreiben beizuwohnen. Das 
Gericht weist hierauf Wicks Verlangen um Mitteilung des Passus aus den Akten, weil es vom 
Gericht in Wil nicht in gehéoriger Form darum ersucht worden sei, ab, indem es sich bei 
gehérigem Ersuchen zu allem Rechtlichen erbietet, halt Wick in der vom Gegenanwali ge- 
forderten Weise an, in Sachen des Exekutorialschreibens vor thm zu erscheinen, und erteilt 
dem Kofferlin ein Verbot (inhibitionem) gegen Schulthei~B und Rat zu Wil, sowie ein Attest 
liber sein Erscheinen. — Maguntie, die mensis Octobris tertia, 1447. — Iohannes 
W ynnecker, notarius subscripsit. 

Stiftsarchiv St. Gallen, N.N.N.5. Nr. 11.— Pergament-Original,; das Siegel fehit. — Ebenda, Rubr. Xill, 
Fasc. 6 cine Kopie aus dem 16. Jahrhundert nach einer Abschrift, die von Simon Durarius, Brigan- 


tinus, Constantiensis diocesis notarius publicus, nach dem von Iohannes Winnecker, notarius 
Maguntinensis, abgefassten Inhibitorialschreiben am 1. November 1447 in Wil ausgestellt worden war. 


4932. — 1447 Oktober 15. (St. Gallen.) — Konrad Tiiring, Gerber und Birger zu 
St.Gallen, verkauft einen jahrlichen Zins von 18% 4% St.G. W. aus seinem Haus, Hof- 
statt und Hofraite, an der Niiwen Gassen zwiischend Josen Mayers und Bentzen 
Kniistysen huser gelegen, stosset hindan an der statt mur und vornan an des richs strass, 
dem Konrad Wildrich gen. Schriber, Birger zu St. Gallen, als Vogt des Otmar 
Stréler gen. Bachenschnitter, ebenfalls Birgers, zu dessen Handen um 20 & %. 
Der Zins ist je auf Martini in St. Gallen zu entrichten, wofiir die Liegenschaft und der 
sonstige Besitz des Verkdufers haften und kann mit 20 8 % auf Martini eines Jahres mit- 
samt dem Zins abgelést werden. Fir Tiiring siegelt Ulrich Saérri, derzeit Altbiirgermeister. 
— Uff sant Gallen abend, 1447. 

Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. A. 39, Nr. 7. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4933. — (1447?) Oktober (16.) Ober-Biiren. — Antoni Schenk von Landegg schreibt 
an Biirgermeister und Rat zu St.Gallen: Alz ir wol vernomen hant, wie die herrschaft 
ainen angriff da getan hant, des angriffs sy niemant ntit bekert hant noch bekerren wellent, 
das hat nun itiwer ussburger da umb Nidernbtirren und anderswa da umb und mich 
darzii ettwas in ain forcht bracht; won tins fiirkumet, daz sy tins och ettwas tréwint. Also 
bittent die von Nidernbiirren, die provincij und och ich, daz ir tins darinne wellint raten, 
wie man das verkémi, daz wir aines sémlichen berlichen verderbens und schadens nit mistint 
erwarten, und wo6ltint ir es raten, das ir denne also wol getan hettint und inen hettint 


Kaspar 1442—1463. 185 


geschriben, was iich denne darinne hette git gedunkt, umb das daz itiwer armen, die zitz 
iich gehérrent, in frid méchtint beliben; won ich noch nicht anderns verstan, daz sy iich ichtz 
enterint von dero von Ziirich wegen. Doch wie es gat, so befelhent doch Andressen 
im Bomgarten, daz der mit den iiwern zi iins kerre, ob er hérre die gloggen und ob es 
iins not tigi; won wir, so verre mir vermugent, das iinser wellent retten; sust wellint alle 
gelichlich mit den obern liiten nichtz ze schaffent han. — Geben ze Obernbtirren, am 
gaitentag vor der Ainlifftusend megt tag, 1427. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. — Die Jahrzahl ist wohl 


verschrieben ; doch bleibt fraglich, ob eine Archivnotiz (von Josua Kessler), die das Schreiben ins Jahr 1447 
 setzt, das Richtige trifft. 


4934. — 1447 Oktober 17. — Abt Kaspar von St.Gallen bestatigt dem Ruedi 
Kilch von Bernang im Rheintal auf dessen Bitte zu seinen und seiner Schwester Anna 
Handen die Lehenschafi iiber einen Weingarten zu Bernang gen. das Biintelli, der ain- 
halb an Sant Lyenhartz wingarten und anderthalb an Ulin Vorster stiesse, Lehen vom 
Gotteshaus St. Gallen. — An zinstag nach sant Gallen tag, 1447. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. B 12, Nr. 8. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 
— Regest; Géldi, Der Hof Bernang, Nr. 121. 


4925. — 1447 Oktober 19. — Abt Kaspar von Si. Gallen stellt auf Bitte des Priesters 
Konrad Pur, Kirchherren za Nieder-Biren (Nidrabiirren), den Untertanen und der 
ganzen Gemeinde daselbst, die dem Priester zi dem buw des huses, so er daselbs gebuwen, 
gezimbert und gemachet hat, zi der obgedachten kirchen gehorend, freiwillig groB fiirdrung, 
stiir, hilf und dienst getan haben, einen Brief dariiber aus, das sy sélichs im noch sinen nach- 
komen kirchherren von dehainerhand rechten noch gewonhait nicht pflichtig noch gebunden 
syen noch sin sdllen. — An dornstag nach sant Gallen tag, 1447. 


Stiftsarchiv St. Gallien, H. 4. 0.0.4. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. — Gleich- 
zeitige Dorsuainotiz: Nidrabiirren, domus plebanie. 


4936. — 1447 Oktober 19. (Ober-Uzwil.) — Vor Hainrich von dem Rotenstain, 
Hofammann des Abtes Kaspar von St.Gallen zu Wil im Turgau, der im Namen des 
Abies ze Obern-Utzwil in der fryen vogtye .. in ainem offnen, verbannen herbstjargericht 
Offentlich zu Gerichi siizl, fertigg Hans Kramer von Gupfen dem Hans Has, Pfleger 
und Meister des Hl. Geist-Spitals zu St. Gallen, zu Handen des Spitals den hoff und 
das git ze Guppffen, unfer von Utzwyl gelegen, sami allen Zugehérden, einzig aus- 
genommen ain wis und das wyerli darinne, als das usgemarket sye, den er dem Spital um 
5408 4 C. M.u. W. zu kaufen gegeben hai, fir frye, vogtbar, aigen und unverkiimbret von 
allermenglichem und ouch mit rechtem gedingt dafiir .., das er hab zi jeglicher zélge viertzig 
juchart félds an buw und so vil héiwachs, wunn und waid, das der spital daruff wol han und 
firen mug viertzig houpt viechs summer und winter, alles ungevarlich, und das der wasser- 
gang sodlli dienen uff die miili als von alter, und wenn ain miiller des wassers embéren mug, 
so sélli und mug es des spitals knecht oder buwman.uff den héiwachs bruchen nach aller 
notdurfft, und sdlli der spital im, oder wer ye die miili innhat, zwo oder dry kag und nit 
mee uff der brach und niendert anderswa gan lassen, und die alten wége sdlli ain miiller 
faren und nit fiiro, und mit nammen das uff diB nachgeschriben stuck nieman dhain trett 
hab noch haben sdlli, nmemlich uff den bérg, in das Aicholtz und in die AichwiB und 
uff den Séckleracker, und was in dem hag und infang liget und sin gewésen sye bi 
uff die hiiser abber; ouch uff die miiliwis, da der wyer inn liget, und uff all biinten hab 
nieman kain trett. Hs siegeln der Hofammann und fiir Kramer Junker Rudolf von Stei- 


24 


186 Kaspar 1442—1463. 


nach, Schulthei~ zu Wil. — An dem néhsten dornstag nach sant Gallen, des hailgen bichters 
tag, 1447. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. D 16, Nr.6.— Pergament-Original mit offen hangenden Siegeln. 
— Vermerk unter dem Bug: Per Ulinum Her et Hansen Fryen de Rindal. 


4937. — 1447 Oktober 19. (Ober-Uzwil.) — Vor dem gleichen Jahrgericht erheben die 
von Nieder-Uzwil Einsprache dagegen, dag Hans Kramer dem Spital zu St.Gallen 
den Hof Gupfen dafir fertige, dap auf die genannten Sticke niemand Trattrecht haben 
solle. (Sélich vertgen die von Nidern-Utzwil mit ir fiirsprechen versprachen und under- 
schligend) und maintent, sy hetten trett uff den egenanten hoff und namlich uff die vor- 
geschribnen stucke;.. denn sy bibher alle jargericht sdlichs erfordret und darumb ainer 
kuntschafft begert habind; die kuntschafft inen ouch mit recht erkent worden sye. Und be- 
ziigten sich des uff den richter, die rechtsprécher und iren fiirsprechen, die do an ainem der- 
selben jargerichten gewésen syen. Kramer erwidert, die von Nieder-Uzwil hdtten wohl Tratt- 
recht auf einige Sticke des Hofes uswéndig den inféngen und efriden; dagegen habe er den Hof 
etwa 18 Jahre innegehabt und sei nie umb sdliche vorbenempten usgeschaidne stuck von 
dhainer trett wegen mit dem rechten von nieman.. angesprochen worden. CiniSchmuckli 
hab ouch den hof vor im ingehan, und sye unwissend, das derselb mit recht umb semlichs 
ouch je angesprochen worden sye, und truwt, sid er den hof lenger deBhalb unanspréchig 
und unerfordret alles rechten, denn landtsrecht oder des hoffs recht sye, ingehept hab, ain 
gewer solli in nume daby schirmen. Das Gericht entscheidet, das man die Zeugen verhGéren 
solle, und urteilt, nachdem do derselben erbern liiten by zéchnen oder zwélfen ungeverlich 
verhért worden sind, das die verhérten erbern liite so wyt nit geseit hettind, das die von 
Nidern-Utzwil semlich kuntschafft mit dem rechten ye erfordret habind, und s6lli ir sag dem 
egedachten Kramer an siner trett der vorbenempten usgeschaidnen stucken dhainen schaden 
bringen. Ferner wird gesprochen: Wo denn Hans Kramer mag sin triiw geben und dar- 
nach zi den hailgen schweren, wér des nit entwesen wolt, das obgenant kuntschafft an inn 
mit dem rechten nie erfordret worden sye und ouch nit wi, das sin vorfarn ouch mit dem 
rechten ye darumb erfordret worden sye, das er des so vil geniessen und von denen von 
Nidern-Utzwil von obgenanter zispriichen wegen ledig sin sdélli, und inn an der trett der ob- 
genanten stucken, och an der vertgung sdllind ungesumpt lassen, und sdlli inn billich nach 
des hoffs recht ain gewér daby schirmen. Also gab ouch der obgenant Hanns Kramer sin 
triiw und seit nach der urtel innhalt und wolt ouch starkung daruff getan haben, wer des 
an in begert hett. Hieriiber wird ihm auf seine Bitte ein Brief unter dem Siegel des Richters 
ausgesiellt. — An dem néhsten dornstag nach sant Gallen tag, 1447. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. D 16, Nr. 8. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 
— Vermerk rechts unten: Per Ulinum Her et Hansen Fry usf Rindal. 


4938. — 1447 Oktober 21. — Ulrich Vilohen (?) von Steinach verkauft einen 
jahrlichen Zins von 5 B ~ C.W. und 5 Herbsthiihnern aus seinem Haus samt Hofstatt 
und Garten zu Nieder-Steinach, stoBet an den wir, an des richs strau8 und an der 
BéseB bomgarten, das sein Lehen ist von Junker Kaspar Ruchenacker, Vogt zu 
Steinach, eben diesem um 5€ ~%. Der Zins ist auf Martini in St.Gallen oder Steinach, je 
nach Verlangen, zu entrichten, wofiir das Haus und der sonstige Besitz des Verkdufers 
hafien, und kann mit der gleichen Summe abgelést werden, vor Johannis ohne, danach 
mit vollem Jahreszins. Fiir den Verkdufer siegelt Ulrich Sda@rri, Alibiirgermeisier zu 
St. Gallen. — De® niachsten samstages nach sant Gallen tag, 1447. 


Stiftsarchiv St. Gallen, BOcherarchiv Bd. XIV, 8. 353 ff. — Kopie aus dem 17. Jahrhundert; das Original 
war ehedem unter der Signatur N. N. 3. F. 4. aafbewahrt. 


Kaspar 1442—1463. 187 


4939. — 1447 Oktober 381. (St. Gallen.) — Peter Giipsiner, Birger zu Si. Gallen, 
verkauft einen jadhrlichen Zins von 10 B ~% St. G. W. aus seinem Haus, Hofstait und Garten 
dahinier, in Irervorstatt in Hopssgermos gelegen, stosset an Cinrat Grossen hus, 
an Knehtlis garten, an Wiéltis hus amm Hof und an des richz strauss, dem herr Hansen 
dem Wirt, priester, um 10 € . Der Zins ist je auf den Gallustag zu entrichten, wofiir 
das genannie Haus und der sonstige Besitz des Verkdufers haften. Fiir den Verkdufer siegelt 
Andres Vogelweider, Biirgermeister zu St. Gallen. — An Aller hailgen abet, 1447. 


Stadtarchiv St. Gallen, Urk. Suppl. (Hopsgermos). — Pergament-Original; das Siegel fehit. 


4940. — 1447. November 15. (St. Gallen.) — Ulrich Spitz und seine Ehefrau Ursula, 
Biirger zu St. Gallen, verkaufen einen jéhrlichen Zins von 1€ ~% St. G. W. aus ihrem Haus, 
Hofstatt und Hofraite, in der Stadt St. Gallen in dem Bril gelegen, stosset an Ohtmar 
Burgowers garten, an Hansen Ammans hus von Arbon, an des richs strauss und an 
der statt mur, samt Zugehérden dem Ulrich Uiz, ebenfalls Birger, um 208 4. Der Zins 
ist je auf Martini in St. Gallen zu entrichten, wofiir das Haus and der sonstige Besitz 
der Verkdufer haften. Aus dem Haus gehi sonst nichts als dem Rudolf Utz ein Zins von 
18. Fiir die Verkdufer siegelt Andres Vogelweider, Birgermeister zu St. Gallen. — 
An sant Ohtmars abet, 1447. | 


Stadtarchiv St. Gallen, Tr. 5, Nr. 11.1. — Pergament-Original,; das Siegel fehlt. 


4941. — 1447 November 25. (Luzern.?) — Gemeiner Eidgnossen botten, derzyt 
versampnot, schreiben an SchultheiB und Rat zu Wil: Nachdem und ir dann unsern lieben 
eidgnossen von Swytz geschriben hant als von Henslis von Hége wegen, der gen iich 
und uns in vyentschafft gwesen sig, als von einer richtung und sinung, mit ime ze treffende, .. 
da empfelhen wir iich die sach und geben iich harinne unsern gwalt, die sach gen im fiir- 
zenemen, richtung und sinung mit im zu treffen, inmassen und wir tich vormals umb ettlich 
ouch empfolht haben; doch das man im niitz gebe und sdélichs besorgt werd nach notdurfft 
uwer und unserhalb. Sie bitten iiber alles um genaue Mitteilung. — Geben under unser 
lieben eidgnossen von Switz insigel von unser aller wegen, an sant Kathrinen tag, 1447. 


Stadtarchiv Wil, Corresp. B, Nr. 28. — Papier-Original mit Siegelspuren a t. — Vgl. Nr. 4929. 4945 


4942. — 1447 November 26. — Die Briider Freiherren Hiliprand und Petermann 
von Raron (Raren), Herren zu Toggenburg, verkaufen dem Abt Johann von Fischingen 
(Fischinen) die ersamen frbwen Verenen, Johansen von Braittenmos elichen tochter, jetzo 
Josen Amman, Johansen Ammans von Schurten, zi Keseren in Kilchberger bar- 
rochy gesessen, elichen suns, eliche wirtin, mii Leib und Gui um 10 fil. rhein. — An dem 
sechsundzwaintzigosten tag des Wintermanotz, 1447. 


Turgauisches Kantonsarchiv, Fischingen, Cl. Xil, Sign. 18, Nr. 4. — Pergament-Original mit offen 
hangenden Siegein. ° 


4948. — 1447 Dezember 2. Constanz. — Abi Kaspar von Si. Gallen bestdtigt dem 
Hansjakob von Bern auf dessen Bitte zu seinen und seiner Briider Gropjakob, Frei- 
jakob and Italjakob von Bern gemeinen Handen die Lehenschaft iiber ein Drittel des 
Zehnten zu Mandelfingen (Miinelfingen), das ihr Vater Wilhelm von Bern vom Gottes- 
haus St. Gallen zu Lehen hatte. — Zuo Costantz, am sambstag nechst nach St. Andres, des 
hailigen aposteln, tag, 1447. | 

Stiftsarchiv St. Gallen, W. W. 1. ©. 41. — Papier-Kopie aus dem 17. Jahrhandert. — Vgl. Urkunden- 
buch V, 2548 und 3716. 


188 Kaspar 1442—1463. 


4944. — 1447 Dezember 5. — Jorg, fryherr zi Rozins, der vormals den edeln 
Hilpranden und Petterman von Raren, fryherrn, geprider, minen lieben vetteren, von 
wegen frow Margreten von Raren, geboren von Rozins, miner basen, der genanten 
miner vetteren mitter séligen, und von ander sachen wegen ain grosse sum geltz schuldete 
und thnen dafir dozemaul alle min gerechtikait an dem erb des wolgebornen grauff Fridrichs 
von Toggenburg siliger gediéchtnis, was mir des zigehéren ald worden sin solt, umb 
tusend rinischer guldin hopgitz und fiinfhundert guldin schadens, der mir daruf gangen 
was, ... ze kouffen geben ..., als denn das dozemaul zwischen unser von dem hochwirdigen 
herrn Cinraten, erwelter bischoff zi Chur, gesprochen ward, leistet seinen Veltern gegen- 
liber Verzicht auf die genannte Erbschafi und alle Ansprache. — An sant Nicolaus aubend, 1447. 


Stiftsarchiv St. Gallen, B. B. 1. A. 20. — Pergamenti-Original, das Siegel fehit. 


4945. — 1447 Dezember 11. Einsideln. — Gemeiner Eidgnossen von Stetten und 
und Lendern ratzfriind, als wir derzit versampnot gwesen sind, erwidern dem Schulthi£e 
und Rai zu Wil auf eine an die von Schwiz gemachie, ihnen sofort mitgeteille Anzeige, 
das Hensli von Hegéw mit vier siner mitgesellen, unser vyend, zu Costentz in vangniss 
bracht syen: sie wollien unverziiglich eine Botschafi nach Constanz senden, den sachen nach- 
zukomen und die fiirzenemen, als sich gebtir; auch hdtien sie sofori einen Brief an die von 
Constanz gerichiel, den sie beforderlich zu tibermitteln bitten. Dazu méchten die von Wil 
von stund noch fiirbaB eine Ratsbotschaft absenden, die gleich ihnen die von Constanz ersuche, 
die genempten unsre vyende zu besorgen, in fangniss zu halten, das si inen nit engangen 
und das mit inen fiirgnomen werd nach irem verdienen... Es séllen ouch semlich bottschafften 
uff disen nechstkomenden samstag (16. Dezember) zu nacht by iich zu Wy] sin. — Geben 
zu Hinsideln, uff mentag ze nacht, under ammann Redings von Switz insigel von unser 
aller wegen, vor Lucie, 1447. 


Stadtarchiv Wil, Corresp. B, Nr. 45. — Papier-Original mit Siegelspuren a t. — Vgl. Nr. 4941. 4948. 


4946. — Giilliche Verhandlungen zwischen Abi Kaspar und der Stadt St.Gallen 
wegen der zwischen thnen bestehenden Zwistigkeiten. 


(St. Gallen) 1447 Dezember 11. und 12. 


Anno domini m°ccccxlvii® uff mentag und zinstag vor sant Lucien tag hat der erwirdig 
herr her Caspar, abbt zu Santgallen, mit der statt zu Santgallen von ains burger- 
maisters und rates doselbst begerung wegen ain gitlichen tag gelaist von der spenne und 
anfordrung wegen, so derselb min herr von Santgallen von sin und sins gotzhuses wegen 
zu denselben burgermaister, rat und burgern zu Santgallen vermaint zu haben. Und uff 
dieselben tag hat min herr von Santgallen an die von Santgallen am ersten erfordert, 
das sy im sschweren und anders tin wollen, als sy dann den nihsten dryen sin vorfaren 
oder ainem under den dem minsten getan haben; was dann dieselben sin vorfaren in und 
iren vorfaren widerumb getan haben, wolle er ouch williclich und gern tin. Und wann nu 
solich gitlich tag durch die obgenanten parthien und nit durch ain mittelperson angetragen 
und gesicht ist, ward dozumal von baiden parthien ufgenommen, das min herr von Sant- 
gallensolt zwen uf den sechsen, so (von) ain(em) rat zuSantgallen zu solichem tag geschiben 
waren, namlichen ABC, nemmen; die sin gnad ouch also namm, nemlich Ulin Sary und 
Hugen von Watt. DeBglich widerumb so solten dieselben der von Santgallen ratsfrinde 
ouch zwen uf mins hern von Santgallen frinden und riten, so er by im hett, nemmen; 
das sy ouch taten und von den namen den burgermaister von Costentz, Ulrichen Plarer. 
und M. Brisacher, also das dieselben vier solten als underteydinger sin. Dieselben vyer 
die teydung fiir sich nammen und nach vil worten anfiengen zu reden von des aides wegen, 


Kaspar 1442—1463. 189 


so min herr von Santgallen vermaint im die von Santgallen billich tin solten. Und 
aber die von Santgallen, nach vil reden, widerreden und hindersichbringen an ir frind 
und an ain grossen rat, uff das letztst sin gnaden antworten: ain gros rat wer ob den sachen 
des aydes halb gesessen, und weren des ains, das sy solichen aid nit sweren welten und 
solten den ouch nit billich sweren, wiren des ouch nit pflichtig. Uff das lieB derselb min 
herr von Santgallen in gegenwirtikait aller siner conventherren und laygbridern, ouch des 
edeln wolgebornen junkher Peters von Raren etc., der vesten Ulrichs Blarer, yetz 
burgermaister, und Marquarts Brisacher, des rats zu Costentz,....Nyders, alt- 
burgermaister zu Lyndow, Rudolffs von Staynach, schulthai8 zu Wil, Rudolffs von 
Landenberg, hofamman zu Santgallen und zu Wil, alt und niiw, des vogts uff Yberg 
etc. und vil anderer erber und wiser liite denselben obgenanten sechsen des rats zu Sant- 
gallen uff das letzst antworten, under vil worten und erzallung, wie die sachen herkomen 
und manig gitlich tagen davon gelaist und aber zu kainem ustrag nye komen wer: sitmals 
und sy wol vernommen hetten, das sin gnad vermainti, das sy im billich solichen aid sweren 
und anders tin solten, als sy dann sinem nechsten vorfaren getan hetten, und sy aber vil- 
licht vermainten, das sy das nit billich téten, und in der gitlikait hierinn nichts mécht 
gefunden werden, das doch sin gnaden lieber wer dann ichts anders, so wolte sin gnad von 
sin und sins gotshuses wegen mitsampt in und gemainer statt das gern zu recht und erliitrung 
fiirkommen uff siner gnaden und iren natiirlichen herren, unsern allergnedigisten hern den 
romischen kunig, oder, ob in das nit eben wer, uff sine kiinglichen gnaden und des hailigen 
romischen richs vicarien und kurfursten, unsern gnedigisten hern den pfaltzgrafen by Rin 
etc., und begert damit ain antwurt von in. Uff das berieten sich die obgenanten sehs, und 
nach irem beraten antworten sy under vil worten, wie sy solich siner gnaden rechtbott, als 
sy die vernommen hetten, fiirbass bringen wolten an ain grossen rat, so erst das gesin mocht; 
wes der zu rat wurd, sin gnaden doruff zu antworten, wissten sy niht, aber sin gnad solte 
doruff von in geantwort werden. Doruff begert sin gnad von in, im ain tag zu nemmen, uff 
den er solicher antwort warten solt; antworten sy, sy kiinden das nit tin, wann etlich ir 
frind werin nit anhaymisch. 

Also ward uff das letzst von tagen geschaiden, das die von Santgallen solten sin 
gnaden die antwort geben in den nehsten acht tagen, ob sy der rechtbott ains uffnemen 
wolten oder nicht. 


Stiftsarchiv St. Gallen, BOcherarchiv Bd. 88, f. 207. — Gleichzeitige Hintragung. 


4947. — 1447 Dezember 18. — Ulrich Wirt, Aliammann zu Arbon, der von Abt 
Kaspar und dem Konvent des Gotteshauses St.Gallen 6 Saum Wein Bernanger Map 
und 8 Maller Vesen St.G. M. aus des Gotteshauses zwain zehenden, dem winzehenden ze 
Bernang und dem zehenden ze Sant Margrethen-Héochst und St. Johanns- aber 
Héchst dishalb und enhalb Rins, um 300 fi. rhein., git an brich und vollschwirer an ge- 
wicht, laut gesiegelten Hauptbriefes gekauft hat, rdumt dem Abt und Konvent das Rechi ein, 
den Zins mit dem gleichen Betrag zuriickzulésen, vor Johannis ohne, danach mit vollem 
Jahreszins, jedoch nicht vor dem nidchsien Johannistag. — An sant Lucien tag, 1447. 


Stiftsarchiv St. Gallen, 0. 0. 2.0. 2. — Pergament-Original mit eingendhi hangendem Siegel. 


4948. — 1447 Dezember 13. Einsideln. — Itall Reding, lanndtammann, und ander 
botten von Swytz zeigen dem SchultheiZ~ und Rat zu Wil an, sie hdtten aus deren Schreiben 
ersehen, dag die von Constanz (Costentz) einen Rechtstag wegen der Gefangenen auf kom- 
menden Samstag (16. Dezember) angesetzt hdtten. Da nun laui dem vorangehenden Schreiben 
die Hidgenossen thre Botschaft erst auf den gleichen Tag nachts in Wil zu haben meinen, 
wiinschen sie, daf von Wil unverziiglich eine Botschaft nach Constanz geschickt werde mit 


190 Kaspar 1442—1463. 


der Bitte umb ain uffschlag bis zur Ankunft der eidgendssischen Boten. Sollte dieser nicht 
zu erlangen sein, so méchten doch die von Wil dem rechten nachgan und das anheben. Sie 
wollen dann gleichwohl verschaffen, das unser bottschaft endlich ftir sich und tich nachvar. 
Dann wir haben bestellet, das unser git friinden von Sant Gallen, von Appenzell und 
des von Raren bottschaften ouch darzi komen sdéllen. Ouch ist unserm amann Ital Redingen 
begegnet und von ettwem ze verstin geben, das Aberli Steinbokk, der Ziirich gewibet 
hat, jetz kiirtzlich by der Steig sdll ettwén nidergeworffen und gemiirt haben, als man inn 
des zwivele. Ob nu der ouch der gefangnen einer were, so geviele uns, das ir schaffend, 
das er gestreckt und gefragt wurd; so meint ettwer, man brechte villicht das und anders 
usser im. — Geben zu Einsideln, an sant Lucien tag, 1447. 


Stadtarchiv Wil, Korresp. B, Nr. 46. — Papier- Original mit Siegelresten a t. — Vogl. Nr. 4945. 4953. 





4949. — 1447 Dezember 13. — Abt Kaspar und gemeiner Konvent des Gotteshauses 
St. Gallen verkaufen dem Hans Lehmann von Constanz fir 300 fi. 10 Saum Wein jaéhr- 
lich, Rintalers, so zi Bernang wirdet, Rheintaler Maf, aus des Gotteshauses Kelnhof zu 
Berg und den zugehorigen Schupossen, die jdhrlich 13 Mutt Kernen, 4% 10 B ~% und 30 Kier 
gelten, aus des Gotteshauses Widemhub ebenda, die jahrlich 5 Malter Korn, 16 £, 5 Hithner 
und 7 Hiihner zu Vogtrecht gilt, und aus des Gotteshauses Weingarten zu Berg in aim in- 
fang, und stellen dafiir als Mitgiillen Marquart Brisacher zuConstanz, Diethelm 
Blarer zu Wartensee und Hans Her. — Uff sant Lucien tag, 1447. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Bicherarchiv Bd. 95, S. 10 f. — Verzeichnis der von Abt Ulrich (VIII) eingelésten 
Briefe, 1490 von Ulrich Riigger angelegt. — Vgl. Nr. 4952. 


4950. — 1447 Dezember 13. — Ridolff von Rorschach der eltst, Eglolff und 
aber Eglolff von Rorschach die jungen, gebruder, tauschen mit einander die Wiese gen. 
Billtenriet anterhalb der Feste Rorschach und die Wiese gen. der Grendel oberhalb 
der Feste. — An sannt Lucien tag, 1447. 


Stiftsarchiv St.Gallen, BOcherarchlv Bd. 95, S. 67. — Verzeichnis der von Abt Ulrich (VIII) eingeldsten 
Briefe, 1490 von Ulrich Rigger angelegt. 


4951. — Herzog Sigmund von Osterreich verleiht dem Hermann von Hoch- 
dorf das Fahr auf dem Rhein. 


Bozen 1447 Dezember 15. 


Wir Sigmund, von gotes gnaden herczog ze Osterreich, ze Steir, ze Kernden 
und ze Krain, grave ze Tirol etc., bekennen umb das var und verschacz auf dem Rein, 
das weil(u)nt Ulrich von Hochdorff und sein vordern ynngehabt und genossen habend und 
nu an Herman, seinen sun, gevallen ist, daz wir nach fleissiger bete und auch umb der dienst 
willen, so sein vordern unsern vordern loblicher gedechtnuss getan habend und er uns fur- 
basser tun sol, im all sein gerechtikhait, so sein vordern daran gehabt haben und im nu pillich 
und rechtlich zusteen sullen, bestettet und vernewet haben, bestetten, bekrefftigen und ver- 
newen im auch die wissentlich mit dem brieve, was wir im daran zu recht bestetten sullen 
oder mugen, in solher mass, daz er die vorgenanten var und verschacz mit allen den rechten, 
als die bei seinen vordern gehalten und herkomen sind, ynnhaben, nuczen und nyessen sol 
und mag, an geverde. Mit urkund des briefs geben zu Boczen, an freitag nach sant Lucein 
tag, 1447. 

Staatsarehiv St. Gallen, Urk. Rheintal Nr. 8. — Pergament-Original mit stark beschddigtem Siegel. 
Unter dem Bug: d. d. m. a. 8. — Papier-Kopie auch im Gemeindearchiv Rheinegg. 


Kaspar 1442—1463. 191 


4952. — 1447 Dezember 20. — Abt Kaspar und der Konvent des Gotteshauses 
St.Gallen, die Wilhelmen Blarer zi Wartensew, Casparn Ruhenacker, vogt 
ze Stainach, und Hansen Herren, unsern hofamman, fiir einen jdhrlichen Zins von 
10 Saum Wein, der an Heinrich Lemann, Birger zu Constanz, zu entrichten isi und 
mit 300 fi. rhein. abgelést werden kann, zi rechten laistenden mitgiilten und gewern ein- 
gesetzt haben, geloben, allen Schaden, der fiir sie oder thre Erben aus der Miigiiltschaft er- 
wachsen sollte, zu ersetzen und erteilen ihnen das Recht, sie dafiir an allen Leuien und Ciitern 
des Gotieshauses mit Ausnahme derer von Wil anzugreifen. — An sant Thomas abend, 1447. 


Stadtarchiv St.Gallen, Tr. T, Nr. 27, 6. — Pergament-Original,; die Siegel fehlen. — Vgl. Nr. 4949: 


4953. — 1447 Dezember 21. Wil. — Nachdem eidgenéssische Boten auf dem Tag 
za Hinsideln am 13. Dezember den Boten zu dem Rechtstag in Constanz Vollmacht er- 
teil! haben, mit den Bolten des Herrn von Raron und andern dariiber zu beraten, das man 
biete uff Riidtger Richiner xl guiden, uff Hansen Schmid ouch xl guldin und sust uff 
ander der Ay dtgnossen vyend uff yeglichen xx guldin, wer die ze tod erstech oder sy ge- 
fangen den Aydtgnossen in iren gwalt bringt, beschlieBen Ludwig Walker von Luzern, 
Arnold Kupferschmid von Schwiz, Ammann Schedler von Appenzell, Schulthei£ 
und Rat zu Wil und Ammann Biiler von Liitisburg uff hitt sant Thomas tag ze Wy] 
in der statt in diesem Sinne. 


Staatsarchiv Luzern, Allg. Abschiede A 92.— Addruck: Hidg. Abschiede II, Nr. 336. — Re gost: A ppen- 
zeller Urkundenbuch I, Nr. 805. — Vgl. Nr. 4948; Hidg. Absch. II, Nr. 338. 343 h. 355. 


4954. — 1447 Dezember 22. Constanz. — Der Vikar Bischof Heinri ohé (IV.) von 
Constanz, Administrators von Car, stellt ein Vidimus von der Bulle des Konzils zu Basel 
fir Kaspar Ruchenacker vom 17. Juli 1439 (Urk. V, Nr. 4179) aus. — Constantie, 
mensis Decembris die XXII., indictione decima, 1447. 


Stiftsarchiv St. Gallen. E. 4. V.1. — Pergament-Original. — Kanzleivermerke rechts unten. 
R. 1 fl.; auf dem Bag: lo. Linck. — Dorsualnotiz: Vidimus als umb das beinhus ze Santgallen. 


4955. — 1447 Dezember 26. (Appenzell.) — Ammann und Rat zu Appenzell 
schreiben an Schulthei®B und Rat zu Luzern: deren Boten auf dem jiingsten Tag zu Hin- 
sideln hdtien wohl berichtet, wie dero von Santgallen bottschaft fiir tiwer und ander 
unser herren und friind der Aidgnossen botten von stetten ond lender bracht und geredt 
hat als von Cinrat Paygrers siligen kind wegen, die dann ir burger sint, antreffende 
der herrschaft Rinegg, so wir dann mit der hilff gottes gewunnen und ingenomen haben. 
Und nach vil rede und fiirlegung mit unsern botten geredt und inen enpfolhen ward, als sy 
dann uns fiirbracht hand, 6b wir umb obgenant sach von Rinegg wegen zi gittlichen tagen 
komen woltin etc. Figen wir tiwer wisshait und géten friintschaft zu wissen, wie der an- 
lass zi Costantz gemacht ist, das wir den gehalten haben und in fiirbaf halten wellen, 
als verr wir in verstanden. Sie bitien, diese Antwort gut aufzunehmen und in dieser und 
andern Sachen nach ihrem Vertrauen zu handeln. — An sant Stheffans tag, 1448. 


Staatsarchiv Luzern. — Papier-Original. — Abdruck: Zellweger, Urk. I 2, Nr. 331. — Regest: Appen- 
zeller Urkundenbuch I, Nr. 806. 


4956. — 1447 Dezember 31. — Vor Abt Kaspar von St.Gallen eréffnet Ulrich 
Merk, Birger zu Lindau, seine Khefrau Ursel Noschlerin habe einen Weingarten, Lehen 
vom Gotteshaus, za St. Margareten-Héchst (Héscht) genant die Gemts, stost ainhalb 
an Hugen von Wats wingarten und anderhalb an Florins wingarten, baid genant die 
Gemts, wofiir er Lehentrdger sei. Diesen Weingarten habe er mit Zustimmung seiner Frau 
vertauscht gegen einen solchen gelegen in der obren Grab by Rinegg, stosset ainhalb 


192 Kaspar 1442—1463. 


an des genanten Ulrichs Mercken ober Grab und anderhalb an des lantrichters wingarten, den 
bisher Hug von Watt innehatte, ebenfalls Lehen vom Gotteshaus, und 15 fi. Er bittel, ersteren 
Weingarten von ihm aufzunehmen und Hug von Watt damit zu belehnen, welcher Bitte der 
Abt enispricht. Es siegeln der Abt, fiir die Frau Mathis Schneeberger, Stadtammann 
zu Lindau, und Merk. — An sant Silvesters, des hailigen baupst, tag, 1448. 

Stadtarchiv St. Gallen, Schaffneramt Rheintal, Tr. E, Nr. 2. — Pergament-Original mit offen hangenden 
(beschddigten) Siegetn. 


49597. — Urbar von Jakob and Dorothea Paier. 
1447 (und 1448). 
Anno ete. xlvii. 


Dis ist das zinsbich juncker Jacoben und junckfro Dorotheen der Payern. 
Hienach stand geschriben die jirlichen zins von Hefenhofen und von Mos: 


Von Hefenhofen. 

Item Haini Fry der elter git jerlich iii fierteil kernen Santgaller mess, git aber 
viiii fierteil habern Santgaller mess, git me xii £ viii ~ und ain vasnachthin. 
habern, git me xii £ viii und ain vasnachthan. 

Item Brenner von Hefenhoven git jerlich i mutt kernen Costentzer messes von 
des Blancken git, git i mutt habern des obgeschriben messes, git aber vi f ~). Von des 
Blancken git. 

Item Hans Brenner von Hefenhofen git jerlich i fierteil kernen Costentzer mess, 
git aber v fierteil habern Santgaller mess, git me vii f iiii 4 und ij vasnachthin. Von 
dem Hofgit. 

, Item Hans Schwartz git jerlich i fierteil kernen Costentzer mess, git aber v fierteil 
habern Santgaller mess, (aber vii £ iiii ~). 

Item die Knuppen von Owenhofen gend jerlich vi mutt kernen Costentzer mess, 
gend aber i fierteil kernen Santgaller mess, gend aber iiii malter habern Zeller mess, 
gend i & ~ von dem halben hoff ze Més, gend iii herbsthinrn und gend me | ayger. 

Item Haini Schwitzer git jerlich von dem vierden tail des hofes ze Més iti mutt 
kernen Costentzer mess, git aber ij fierteil kernen Santgaller mess, git ii malter habern 
Zeller mess, git me x £ », git me ij herbsthanr und git xxv aiger. Von Mos. 

Item Hensli Switzer von Mos git jerlich iii mutt kernen Costentzer mess, git 
aber ij fierteil kernen Santgaller mess, git me ii malter habern Zeller mess, git aber 
x £ ~%, git me ij herbsthdnr und git xxv ayger. 

Item der brachzehend von dem acker, der by der Aichmiily gelegen ist, den jetz- 
zemal Haini Gsell innehat. 

Item von des Behems git gat jerlich iii @ iii 6 4, git aber vi hinr, git me c aiger; 
disen zins git ain tail Hans Pur, den andren tail Haini Switzer von Mods. 

Item Hans Piir git jerlich von Hatschwil x f W. 

Item die Tumenhadb git jerlich i malter habern, git me xv ~£ ~; hat jetz inn Hans 
Kofman und Haintz, sin brider. 

Item der zehend zi Nideraich von der brach gehort an die burg ze Mods. 

Item Ridin Fryg git jerlich ii fierteil kernen, git me iii fierteil habern, git aber iii £ 
viii + und ain vasnachthin. Von Brumiswillers git. 

Item Cintz Dietzi git jerlich j mutt kernen Costentzer mess, git aber viij fierteil 
habern Arbner mess, git me xi f ~4 und ij vasnachthin. 


Zeller mess. 


Kaspar 1442—1463. 193 


Der zehend von Més gilt jerlich darnach, als es denn stat. 

Item die Roswis ze Arbon giltet, als man sy denn verlihet. 

Item Winziirlenberg git jerlich i malter baider korn. 

Item es gat jerlich usser des Habliitzels riiti, die jetz innehat Haintz Koffman, 


ig 4. 


x £ ~%. Von sinem git Owenhofen. 
Item Claus Fluck git jerlich i @ pfeffer. 
Item der Mayer von Stainilo git jerlich i # pfeffer. 
(Item der Bachhorner, des Osen son, i & pfeffer.) 
(Item Haintz Knupp git jarlich ain @ pfeffer.) 
(Item Peter zi der Witwan git jarlich i @ pfeffer.) 


Dis sind die jerlichen zinB von Roggwill: 


Item Haini Weltis, Cainrat, sins briders kind, und Lienhartz seligen kind gend 
jerlich vij fierteil kernen, gend xiii fierteil habern, alles Santgaller mess, gend ii @ iij Z 5. 

Item Peter Werntz git jerlich iii fierteil kernen, git aber vi fierteil habern, Sant- 
galler mess, git me i @ iiij 2 ~. 

Item Haini Weltis git jerlich vij fierteil kernen, git xiii fierteil habern, alles Sant- 
galler mess, git me i § xvi 4}. Von Erchenwilla. 

Uss Ridin Roten git von Roggwill gat jerlich i schépffel kernen minder i vierd- 
ling, git ii schéffel habern minder j fiertal, git xvii 8 minder iii 4; aber gt jerlich x 6 J 
von Schénnachs git; aber gat jerlich iii @ iiii 4 von Weltin Blimen git; dis git 
alles ht inn jetzzemal Lienhart, Hans und Peter die Roten und Ulin Fatzman. 

Item Weltiund Cinrat Zipperli und Ulrich, ir brider, gend jerlich: gend i fierteil 
kernen, gend ii fierteil habern Arbner mess. Von des Giels git. Gend vii 6 4 und i tagwan 
in den wingarten. 

(Item Uli Blam gyt yerlich vi viertel kernen; aber gyt er yerlich xii viertel haber; 


Item Hans Teschler git jerlich i fierteil und iiii ymi kernen; git aber iii fierteil 
habern Santgaller mess, git me viii 6 4 und i tagwan. Von des Webers git. 

Hans Teschler git jerlich iii fierteil kernen Santgaller mess, git me vi fierteil 
habern, git aber x £ ~ und ain tagwan. Von des Nagels git. 

(Item Hensli Blim von Rynenzaychen git yerlich ii viertel kernen; aber gyt er 
i malter haber; aber gyt er viiij £ ~.) 

Item Uli Léffler git jerlich von des Ryneggers git vi £ ~. 

Ulin Léffler git von der Schellenberginen wingarten ii ¢ 3. 

Cainrat von Riedra, sin miter und Hensli Zipperle gend jerlich x fierteil kernen, 
gend aber xxiiij vierling habern Santgaller mess, gend me ii @ ii B x w. 

Schlapperitzy git jerlich von dem hoff genant Mayershof ze Mallisdorff vi fier- 
teil kernen, git aber xii fierteil habern Santgaller mess, git me xvii £ vii ~. 

Slapperitzi und Canrat Blanck, Beringers sun, gend jerlich von dem hoff ge- 
nant Mallisdorff v fierteil kernen, gend aber x fierteil habern, alles Santgaller mess, 
gend me i @ ii £ x ~. Des vorgenanten zinB git Slapperitzi zwen tail, und Cinrat 
Blanck git den dritten tail. 

Der hoff ze Esserswil git jerlich ii fierteil kernen, git aber v fierteil habern und git 
an dem dritten jar vi fierteil habern, git och me i @ 1. 

25 


192 Kaspar 1442—1463. 


an des genanten Ulrichs Mercken ober Grab und anderhalb an des lantrichters wingarten, den 
bisher Hug von Waitt innehatte, ebenfalls Lehen vom Gotteshaus, und 15 fi. Er bittet, ersteren 
Weingarten von ihm aufzunehmen und Hug von Watt damit zu belehnen, welcher Bitte der 
Abt entspricht. Es siegeln der Abt, fiir die Frau Mathis Schneeberger, Stadtammann 
zu Lindau, und Merk. — An sant Silvesters, des hailigen baupst, tag, 1448. 

Stadtarchiv St. Gallen, Schaffneramt Rheintal, Tr. E, Nr. 2. — Pergament-Original mit offen hangenden 
(beschddigten) Siegein. 


49587. — Urbar von Jakob and Dorothea Paier. 
1447 (und 1448). 
Anno etc. xlvii. 


Dis ist das zinsbich juncker Jacoben und junckfro Dorotheen der Payern. 
Hienach stand geschriben die jarlichen zins von Hefenhofen und von Mos: 


Von Hefenhofen. 

Item Haini Fry der elter git jerlich iii fierteil kernen Santgaller mess, git aber 
viiii fierteil habern Santgaller mess, git me xii £ viii ~) und ain vasnachthin. 
habern, git me xii £ viii 4 und ain vasnachthin. 

Item Brenner von Hefenhoven git jerlich i mutt kernen Costentzer messes von 
des Blancken git, git i mutt habern des obgeschriben messes, git aber vi f ~. Von des 
Blancken git. 

Item Hans Brenner von Hefenhofen git jerlich i fierteil kernen Costentzer mess, 
git aber v fierteil habern Santgaller mess, git me vii f iiii 4 und ij vasnachthin. Von 
dem Hofgit. 
| Item Hans Schwartz git jerlich i fierteil kernen Costentzer mess, git aber v fierteil 
habern Santgaller mess, (aber vii Z iiii ~). 

Item die Knuppen von Owenhofen gend jerlich vi mutt kernen Costentzer mess, 
gend aber i fierteil kernen Santgaller mess, gend aber iiii malter habern Zeller mess, 
gend i & ~ von dem halben hoff ze Més, gend iii hérbsthinrn und gend me | ayger. 

Item Haini Schwitzer git jerlich von dem vierden tail des hofes ze Més iii mutt 
kernen Costentzer mess, git aber ij fierteil kernen Santgaller mess, git ii malter habern 
Zeller mess, git me x £ , git me ij herbsthinr und git xxv aiger. Von Mos. 

Item Hensli Switzer von Mos git jerlich iii mutt kernen Costentzer mess, git 
aber ij fierteil kernen Santgaller mess, git me ii malter habern Zeller mess, git aber 
x £ %, git me ij herbsthinr und git xxv ayger. 

Item der brachzehend von dem acker, der by der Aichmiily gelegen ist, den jetz- 
zemal Haini Gsell innehat. 

Item von des Behems git gat jerlich iii # iii B ~, git aber vi hinr, git me c aiger; 
disen zins git ain tail Hans Pur, den andren tail Haini Switzer von Mods. 

Item Hans Piir git jerlich von Hatschwil x ff ~. 

Item die Tumenhaib git jerlich i malter habern, git me xv f ~; hat jetz inn Hans 
Kofman und Haintz, sin briéder. 

Item der zehend zi Nideraich von der brach gehort an die burg ze Més. 

Item Ridin Fryg git jerlich ii fierteil kernen, git me iii fierteil habern, git aber iii £ 
viii ~) und ain vasnachthin. Von Brumiswillers git. 

Item Cintz Dietzi git jerlich j mutt kernen Costentzer mess, git aber viij fierteil 
habern Arbner mess, git me xi £ ~ und ij vasnachthin. 


Zeller mess. 


Kaspar 1442—1463. 193 


Der zehend von Més gilt jerlich darnach, als es denn stat. 

Item die Roswis ze Arbon giltet, als man sy denn verlihet. 

Item Winziirlenberg git jerlich i malter baider korn. 

Item es gat jerlich usser des Habliitzels riiti, die jetz innehat Haintz Koffman, 


ig 3. 


x B %. Von sinem git Owenhofen. 
Item Claus Fluck git jerlich i @ pfeffer. 
Item der Mayer von Stainilo git jerlich i # pfeffer. 
(item der Bichhorner, des Osen son, i @ pfeffer.) 
(Item Haintz Knupp git jirlich ain @ pfeffer.) 
(Item Peter zi der Witwan git jirlich i @ pfeffer.) 


Dis sind die jerlichen zinB von Roggwill: 


Item Haini Weltis, Cinrat, sins briders kind, und Lienhartz seligen kind gend 
jerlich vij fierteil kernen, gend xiii fierteil habern, alles Santgaller mess, gend ii @ iij B ~. 

Item Peter Werntz git jerlich iii fierteil kernen, git aber vi fierteil habern, Sant- 
galler mess, git mei @ iiij ZB ~. 

Item Haini Weltis git jerlich vij fierteil kernen, git xiii fierteil habern, alles Sant- 
galler mess, git me i € xvi 4. Von Erchenwilla. 

Uss Ridin Roten git von Roggwill git jerlich i schépffel kernen minder i vierd- 
ling, git ii schéffel habern minder j fiertal, git xvii # minder iii 4; aber gat jerlich x 2 V4 
von Schénnachs git; aber gat jerlich iii £ iiili 4 von Weltin Blimen git; dis git 
alles hit inn jetzzemal Lienhart, Hans und Peter die Roten und Ulin Fatzman. 

Item Weltiund Cinrat Zipperli und Ulrich, ir bréder, gend jerlich: gend i fierteil 
kernen, gend ii fierteil habern Arbner mess. Von des Giels git. Gend vii £ 4 und i tagwan 
in den wingarten. 

(Item Uli Blam gyt yerlich vi viertel kernen; aber gyt er yerlich xii viertel haber; 

Item Hans Teschler git jerlich i fierteil und iii ymi kernen; git aber iii fierteil 
habern Santgaller mess, git me viii 6 4 und i tagwan. Von des Webers git. 

Hans Teschler git jerlich iii fierteil kernen Santgaller mess, git me vi fierteil 
habern, git aber x £ 4 und ain tagwan. Von des Nagels git. 

(Item Hensli Blim von Rynenzaychen git yerlich ii viertel kernen; aber gyt er 
i malter haber; aber gyt er viiij 2 ~.) 

Item Uli Léffler git jerlich von des Ryneggers git vi £ 4. 

Ulin Léffler git von der Schellenberginen wingarten ii g 43. 

Cainrat von Riedra, sin miter und Hensli Zipperle gend jerlich x fierteil kernen, 
gend aber xxiiij vierling habern Santgaller mess, gend me ii @ ii 6 x 4. 

Schlapperitzy git jerlich von dem hoff genant Mayershof ze Mallisdorff vi fier- 
teil kernen, git aber xii fierteil habern Santgaller mess, git me xvii £ vii ~. 

Slapperitzi und Canrat Blanck, Beringers sun, gend jerlich von dem hoff ge- 
nant Mallisdorff v fierteil kernen, gend aber x fierteil habern, alles Santgaller mess, 
gend me i @ ii £ x ~%. Des vorgenanten zinB git Slapperitzi zwen tail, und Cinrat 
Blanck git den dritten tail. 

Der hoff ze Esserswil git jerlich ii fierteil kernen, git aber v fierteil habern und git 
an dem dritten jar vi fierteil habern, git och me i & 4}. 

25 


194 Kaspar 1442—1463. 


Hans Schniders seligen kind gend ii fierteil kernen, git me v fierteil habern und 
an dem dritten jar vi fierteil habern, git me x £ ii 4. Von Esserswil. Disen zins git von 
den gitern Egli, Hans, Canrat, Ulrich, Cleinhans, Ursel die Schnider und Aidel- 
hait, iro miter. 

Item Nachtbrands hoff ze Malisdorff git jerlich i schoffel kernen, git me ii schéfel 
haber, git aber xviiii 6 minder ii 4. Disen zins git Claus Fluck, Peter Tigel, Haini 
Mell, Peter Nachtbrand und Heini Glusser. 

Peter Tigel git jerlich ii fierteil kernen, git aber iiii fierteil habern, git me vii £ ~. 
Von der Berynen git. 

Menli Scher und Hans gen jerlich vij fierteil kernen, gend aber xiii fierteil habern, 
gend mei @ ii £6 x ~. Von Mallisdorf. Disen zins git halb Menli Scher und sine ge- 
swiistrigit. 

Menli Scher und Hans gend jerlich i fierteil kernen, gend aber i schéfel habern, 
gend viii B 4. Von des Blancken git ze Frasnacht. Disen zins git halb MenliScher 
und sin geswiistrigit; den andren halb tail git Hans Scher. 

Menli Scher und Hans Scher gend jerlich von der Blenckinen git zi Fras- 
nacht i fierteil kernen, aber iij f iii 5. Disen zins git halb Menli Scher und sin ge- 
schwiistrigit, den andren halbtail git Hans Scher. 

Uli und Hans die Scheren gend jerlich vj fierteil kernen, gend me xi fierteil habern, 
gend aber i @ vii 6 ~. Von Frasnacht. 

Radi zi der Wittwen git jerlich xj fierteil kernen, git me ii fierteil habern, git aber 
xvii} 2 4 (von yrem git ze Frasnacht). 

(Item die knaben zi der Witwan gend aber xiij fiertel kernen Sant Galler mess 
dch von yrem git ze Frasnacht.) 

Hans Scher am Bal git jerlich viiii vierteil kernen, git me xviii fierteil habern, git 
aber xxx f . 

Uli Schnider git jerlich von Speltenhusen iii fierteil kernen, git aber i malter 
habern, git me xiiii 2 x 4. Dis gat hat der vorgenant Uli Schnider inn und Hug am Len. 

Hans Stehili git jerlich von dom Mayenhus ii fierteil kernen, git aber vi fierteil 
haber, git me vii f viii 5. 

Wilhelm von Rynenzaichen git jerlich i schépffel kernen, git me ii schépfel habern, 
git aber xvii B J und i tagwan gen Hagenwil. Von dem halben hoff Rinenzaichen. 
Git aber viiij £ ~ von dem hoff und ii herbsthtinrn. 

Poter Andres git jerlich von der Griwynen xii BM. 


git me xi f ~. 

Merly Schacher git jerlich i fierteil kernen, git aber ii fierteil habern, git me v £ 4 
und v 4. 

Hans Hentz git jerlich iij vierteil kernen von dem git in Hofa, git me v fierteil 
habern, git me x £ viii 4. Von git Hofa. 

Claus Fluck git jerlich iij fierteil kernen, git aber v fierteil habern, git me vi £ viii ~. 
Von dem git Riedra. 

Henni Miller git jerlich viij fierteil kernen, git me xv fierteil habern, git me ii & 
minder xviii 4%. Von Riedra. Disen zins git Henni Miiller und Lienhart, sin bréder. 

Henni Miller git jerlich xiii fierteil kernen, git me x £ 4. Von der miily ze Roggwill. 

Der Wundrer git jerlich j fierteil kernen, git me i fierteil habern, git aber iii £ ~. 

Von Egli8B Blancken git gat jerlich i vierdling kernen, git aber j fierteil habern, gat 
me von xx . 


Kaspar 1442—1463. 195 


Des Hegers kind gend jerlich von irem git ze Roggwill iii f . 

Burchart Frimesser git jerlich iij fierteil kernen, git aber v fierteil habern, git me 
xviij £ ~. 

Es gat jerlich von dem Galgenacker ze Roschach i malter korn. 

Henni Miiller git jerlich von Peters git in der miily iii 2 4% und ii tagwan. 

Haini Mell git jerlich vi £ %, git me i herbsthin. Von Peters gat in der milly. 

Radin Bachwiller git jerlich x £ ~. 

Zymmer Eglis kind und der Spiller gend jerlich i fierteil kernen, gend me ii fier- 
teil habern, gend aber v £ ~. Von irem git zi Fryendorff. (Aber gyt der Spyller xvii ~ 
och von des Lochers git.) 

Canrat Brandis von Fryendorff git jerlich von sinem git iii fierteil kernen, git 
aber vi fierteil habern, git me i @ iiijj B 4. Dis gitz hat inn Cinrat Brandis vii tail, 
Haini Brandis ain tail und Hans Hirt ain tail von siner frowen wegen; des geltz git 
Cénrat Brandis xviii £ iii 4, so git Haini Brandis iij £ ij ». 


habern, git me xxx # minder vi 1. 

Das Ammanly von Watt git jerlich i fierteil kernen, git aber ii fierteiln habern, git 
me iiij 6 ~. 

Hensli Wirt git jerlich i schéffel kernen, git aber ii schdffel habern, git mei # vi ~- 
Von sinem git ze Watt. 

Die Flucken am Aigen gend jerlich iii vierding kernen, gend aber viiii @ 5n ii %. 

Knechtli von Hiisli git jerlich ii fierteil kernen, git me iiii fierteil habern, git aber 
iii fierteil nuss, git me vii Bi ~. 

Uli Fluck von Hisli git jerlich i fierteil kernen, git aber iiii fierteil habern, git me 
iii fierteil nuss und git me vii 2 i ~. 

Ulin Fluck von Hisly git von Bettenwil jerlich x fierteil kernen, git aber xviiii 
fierteil habern, git me ii @ on i Pf . 

Item es gat jerlich von Tarrenmiily xvii herbsthdinrn. 

Item es git jerlich von dem Kilchenbiihel vi hinr, git der Locher von Giimenswill. 

Item es git jerlich von ainem acker zi Mala i fierteil kernen, git Hensli Libman 
der elst. 

Item der Ritishuser git jerlich viiii hdnurn von der Riiti ze des Hennowers hus. 

Item ze Albersperg lit ain wisly, das git ze dem dritten jar ii hdinrn. 

Item der hoff ze Hagenwila git jerlich xiii mutt kernen Santgaller mess, git me 
vi hinrn; buwet Herman Knupp. 

Item die miily ze Hagenwila git jerlich vi mutt kernen Santgaller mess, git aber 
x £ W, git me xii herbsthinrn und git me | aiger. 

Item des Mesners Aicha gilt jerlich x fierteil kernen, git aber ii hinr; aber git er 
von der schdipuss x fierteil kernen, git me i malter habern. 

Das Aicha, (das) der Cinrat Knupp buwt, gilt jerlich ii schéffel kernen und an dem 
dritten jar viiii fierteil kernen. 

Der Liibman git jerlich von sinem tail des hofs Hagenwil viii fierteil kernen, git 
me ii fierteil kernen von des Amans Riity. 

Claus Knupp git jerlich von sinem tail des hofs ze Hagenwy la ii schéffel kernen. 

Der Mesner git jerlich von dem Gyssiibel iii vierling kernen. 

HensliGerman git jerlich von sinem tail des hofes ze Hangen wil ii schéffel kernen, 

(Item Hans Schiirer gyt yirlich ii malter haber von der Egg und v f# 4.) 


196 


Kaspar 1442—1463. 


(Item Hans Schiirer gyt ydrlich iii mutt kernen und i malter haber von der Ow und 


iii hdnr.) 


Item ain wis im Rotenhus, das jetz Hans Eglolff hat, gilt jerlichen item iiii Z 4, 
und wenn man sy ze dem hu® lihen wil, so sol er davon stan. 

Item die miily ze MOB gilt jerlich v mutt kernen Costentzer mess und git ii fierteil 
kernen Santgaller mess, git me i @ vii £ dn iii ~. 

Von Sumbry git jerlich ze vogtrecht i  v £ + und me git davon xi vasnachthinrn. 


Die vogtie ze Roggwill. 


Die vogtye ze Hefenhofen und ze Owenhofen. 


Die vogtye ze Sumbry. 


Von dem kelnhoff ze Mila gat jerlich lviiii schéffel kernen Santgaller mess, gat 
me davon xxx malter habern, gat aber davon i schéfel bonan, gat me davon iiii % xii £ V; 
aber git jegliche hoffraiti ain vasnachthin, die in den hof Mila gehorent, und ayger (vier- 


hundert und xii herbsthinr). 


Item die wii genant PfaffenwiS ze Winfelden, die jetz her Hainrich hat, miss 
davon gen hiéw, wenn wir da sind, es sie in der wymmi oder zi andren ziten. 


Hiernach stand die zins an korn und an gelt von Egeltzhofen, xlviii: 


Item es git von Egeltzhofen xx mutt kernen, aber git me davon xx mutt habern. 
Item es gat von Altishusen und Graltzhusen viii mutt kernen, aber gat davon 


xvi mutt habern. 


Item es gat von Alterschwil i mutt kernen, aber gat davon vi mutt habern. 
Bertschi Mayer von Diebishusen git iij mutt kernen, git aber v mutt habern. 
Henni Ludwig git von Offtershusen i mutt kernen und git me ii mutt habern. 
Cantzli Wayber git von Offtershusen i fierteil und i fierling kernen, git me 


iij fierteil habern. 


Item aber git von Egeltzhofen vii mutt nuss und ii fierteil Costentzer mess. 
Item aber gat jerlich xvi @ xii £ iiii .“) ab den Eggen, und dis gelt gend dis nach- 


geschriben personen... 


(Item aber gend die von Egeltzhoffen xvi £ ~ jarklich, die sy formals nit haint 
geben by xx jaren; des haind sy sich begeben hinfiir ze geben.) 


Hienach sind geschriben, die Jacobs und Dorotheen sint, und hand geschworen uff sant 
Martins tag anno etc. xlvii: 


Uli Fluck, ii stin und vi tochtran. 

Claus Knupp, v siin und v tochtren. 

Der Jung, ii siin und i tochter. 

Knechtli Fluck, i sun und iiii tochtren. 
Ulin za der Wittwen. 

Sebastian von der Wittwen, ii tochtren. 
Hans zi der Wittwan. 

Peter zi der Wittwan. 

Claus Fluck. 

Hans Schiirer, ii sun und iii tochtren. 
Hensli Hennower. 

Ulin Mayer von Stainlo, isun und iiii tochtren. 
Haini Mayer von Stainlo. 

Hans Eglolff. 

Haini Swegler, und umb sin frowen stat 


in spennen gegen dem Schencken von 
Landegg. 
Derselben siin ainer haist Johannes, ist 
jetz mit mins herren von Costentz schriber; 
so ist ainer genant Aberli, der gat za schil; 
so ist der dritt by miner frowen der iptis- 
sinen ze Ziirich. 

Hensli Knupp, ii siin. 

Herman Knupp. 

Canrat Ff{luck]. 

Othmar Fluck. 

Cinrat Knupp, iii siin und i tochter. 

Haini Switzer, i sun und ii tochter. 

Hensli Switzer, iii siin und ii tochtren. 


Kaspar 1442—1463. 


Hans Bichhorn, v siin und iii tochtren. 

Canrat Miiller, iii siin und i tochter. 

Rasch Koffman, v siin und i tochter. 

Ulin Landenberg. 

Haintz von Més; 1 sun spricht der apt uss 
der Ow an. 

Cainrat Miiller, ii siin. 

Haintz Knupp. 

Peter Knupp. 

Ulin Knupp. 

Grett Knuppin. 

Ursel Knuppin. 

BE gli Miller der alt. 

Hainrich Miller. 

Hensli Miller der elter. 

Hensli Miller der junger. 

Hensli Miller der mitlest. 

Uli Miller. 


197 


Alli Millerin. 

Grosels Miillerin. 

Cleinels Miillerin. 

Hans Piir von Humisfeld. 

HansPur,PetersPurensun,von Humisfeld. 

Haini Pur, Peters Puren sun 

Hensli Pur der jungst, Peters sun. 

Ursul Piirin. 

Margareth Piirin. 

Hans Piir von Hatswilla, iii siin und ili 
tochtren. 

Ulin Hennower von Kumertzhusen. 

Hensi der junger von Kumertzhusen. 

Peter Hennower 

Weoelti Hennower 

Margareth Hennowerin, des Briders 
wib von Engishofen. 

Anna Hennowerin. 


> von Kumertzhusen. 


Dis nachgeschriben hand nit gesworn: 


Ulin Flick und i sun. 
Claws Knupp und i sun. 
Der alt Jung und i sun. 
Knechtli Fluck der alt. 
Hans ze der Witwen. 
Ridin Schiirer der junger. 
Ridin Koffmans sun Hans. 
Kleinhans Miller, Egli Miillers sun. 
Hensli Pur der jungst. 

Ulin Maister. 

Der Os. 

Hans Koffman. 

Hans Heintz. 

Hans Beringer. 

Burchart Frimesser. 


Zwen Flucken von Roschach. 

Hansen Maisters zwen siin. 

Ulin Blanck. 

Hans Habliitzel, der zymberman. 

Habliitzel genampt Graf, der mins herren 
von Kriitzlingen knecht ist. 

Habliitzel, der jetz ze Ermantingen ist. 

Boppen siin von Stainach. 

Der Os, der enweg geloffen ist. 

Cinrat Pur, Hansen Puren sun. 

Haini Maister. 

Claws Miller. 

Hans Habliitzel siin zwen, die enweg ge- 
loffen sind. 


Dis sind die hofzins zi Aichenwis: 


Item der Vissler am Hard git x £ ij 4 ab sinen gitern. 
Hans Hamer und sin brider Cini gen xi £ oni . 


Herman K6B git iij 2 iii ~. 


Der Lutenslaher von Riiti git ab dem Felwenmad hinder dem Low x . 
Die Béoschen ze Riiti gend ab Hardermad hinder dem Léwi f Ww. 

Hans Varser git ab dem mad hinder dem Léw iiii ~. 

Des Koblers erben gend vj 4 ab dem M3B. 

Zilgenhans im MdB git vj 4 ab dem MoB. 

Hans Atty soll ii 5 ab dem grdblin hinderm Léw. 

Der Herschen kind gend i £ ~% ab iren gitern. 


Ulin Alt git j 43. 


Die jungen Kolben am Obernriet gend xij ~ ab iren gitern. 


198 Kaspar 1442—1463. 


Welti Willers erben am Oberriet gend vii 4 von iren gitern. 

Bartlome Zéch git v % ab sinen gitern. 

Das mad genant die Raichinen git xx W. 

Jos Wageler git i heller ab sinen gitern. 

Hans Han der jung git vij 4 ab sinen gitern. 

Anna Héni git ii 4 ab iren gitern. 

Uli Gachter git vii heller ab dem acker in Schachenveld. 

Cristan Agerter git iiij . ab sinen gitern in Schacherveld. 

J5és Graber git iii 4 ab sinen gitern in Schacherveld. 

Des Bomgartz seligen kind gend vii 4) ab dem acker in Schacherveld und ab 
irem tail der Vettrenmad. 

Der Hilter sol und git vi 4 ab dem Hardermadli. 

Haini Mesner gitt iii 4 ab sinem Hardermedly. 

Jos Bont git vii heller ab sinen gitern. 

Herman Géchters kind gend vi ~% ab iren gitern. 

Canis Mircken erben gend vi ~ ab iren gitern. 

Ulis Andres seligen kind gend vi ~} ab iren gatern. 

Der Goldiner git ain jar iiii 4, das ander jar git er vii heller ab dem Sulmadlin. 

Item der umbgang um das Sulmad git ain jar iiii “4, das ander vii heller. 

Item ab der Zigerling umbgang ze Griesseren gat viij \. 

Mercken Schmids erben gend xv 4 ab dem Weschelmad. 

Cainratz Schmids erben gend ii £ vj % ab des Burgers Mad. 

Der Bont im Schachenveld git aber siner hoffstatt daselbs viii . 

Der Liichinger sol viii 4, git er ab dem Biitzlin hinderm Low. 

Stiftsarchiv St. Gallen, BOcherarchiv Bd. 1926. — Original- Aufzeichnang, Papierheft mit urspriinglichem 
Pergament- Hinband, auf dessen Riickseite sich die oben vorangesetzte Aufschrift findet. Spdtere Zusdtze 
sdtze sind in () gesetzt. 


4958. — 1448 Januar 4. — Konrad Appenzeller von Feld verkaufi dem Kon- 
rad Oberhuser 1 Viertel gitz, wolgeliitrotes kiyis sch(m)altzes aus seinem Hof und Gut 
zu Feld, stosset an den kilchweg, an die landstrass und an die strass, die da gat in den hof 
und us dem hof ze Veld, um 7 & 4 St.G. W. Der Zins ist je auf Johannis nach St.Gallen 
zu entrichten, wofiir der Hof und der sonstige Besitz des Verkdufers haften, und kann in 
den ndchsten vier Jahren vor oder an Johannis abgelést werden, spdter nicht mehr, es sei 
denn, dag man in den vier Jahren ainer &ndrung under den miinssen sorgti, in welchem 
Fall die Frist um zwei Jahre erstreckt werden soll; doch hat im Fall einer miinsswendi 
die Lésung mit angénter ntiwer miinss zu erfolgen. Fiir Appenzeller siegelt Hans Kunz 
(Cantz). — An dem nichsten donstag vor dem Zwelften tag, 1448. 

Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. B 4, Nr. 39. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4959. — 1448 Januar 6. Wil. — Abt Kaspar von St. Gallen verleiht za Wil dem 
her Jacob Knipffel, kilchher zi Lingenwile und Amptenzélle, Bértschi von 
Habersriti, Haini Brugger, Hensli von Héltzern und Hans Appis von Ober- 
haimen, kilchenmayer derselben kilchen, auf ihre Bitte zu Handen der Kirche Amtzell 
als Erblehen den zéchenden an Féntzenhab und ain schippoB ze Oberhaimen gelegen, 
genant Spénlis SchtiposB, woraus dem Gotteshaus jéhrlich 9 Viertel Kernen St. G. M. 
gehen. — Zi Wy)l, in unsers gotzhus statt, an der hailgen Dry kiingen tag, 1448. 

Stiftsarchiv St. Galion, H. 4. L.161. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. — 
Ebenda, L. L. L. 3, Fasc. 1, Nr. 8 findet sich ein Revers vom gleichen Datum, worin der Kirchherr und die 
Kirchenmeier sich verpflichten, den Zins jahrlich zu entrichten und das Erblehen, als offt ain ander herr 
wirt, vom Abt zu empfangen. Fiir sie siegelt Rudolf von Steinach, Schultheiss zu Wil. 


Kaspar 1442—1463. 199 


4960. — 1448 Januar 6. Wil. — Abt Kaspar von St. Gallen belehni auf Bitte des 
Hans Iberger, weiland Vogtes zu Zuzwil, den Meister Engelhart den Arzt mit dem 
zechenden ze Zitzwyl gelegen, genant der Tanliiten zehenden, einem Gotteshauslehen, das 
Lberger dem Engelhart verkauft hat, jedoch dem Gotteshaus ohne Schaden an den thm zu- 
stehenden 8 Mutt Kernengeld St.G. M. und dem Hiergeld. — Ze Wy1, an der haylgen Dry 
kung tag, 1448. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Bdcherarchiv Bd. 95, 8.12. — Verzeichnis der von Abt Ulrich (VIII) eingelésten 
Briefe, 1490 von Ulrich Rigger angelegt. 


4961. — 1448 Januar 6. (Wil.) — Abt Kaspar von St.Gallen nimmt zu Wil von 
Hans BosBhard vom Ostwald dessen Gut zem Wila im Turbental gelegen, genant 
der Ostwald, auf und belehnt damit den Meister Hansen Metler von Bichelsew als 
Lehenirdger zu Handen von Bofhards Ehefrau Anna Kolmarin, ehelicher Tochter des 
Eberli Kolmar sel. von Fischingen (Vischinen), und ihrer Kinder, denen Bofhard es 
als ain verfangen innhabende git vor menglichem einsetzt fiir 100 fl. rhein., die seine Frau 
ihm zi siner anligenden und kumerhafften not aus ihrem vdterlichen Erbe iibergeben hat, 
sodafp Bophard iiber das Gut fortan nicht mehr verfiigen darf and erst nach dem Tode der 
Frau und Kinder es mit 100 fl. rhein. zuriicklésen kann. — An der hailgen Dry kiingen tag, 1448. 


Turgauisches Kantonsarchiv Fischingen, Cl. lll, Sign. 37, Nr.3. — Pergament- Original mit offen hangendem 
Siegel. 


4962. — 1448 Januar 15. (Constanz.) — Brun von Tettikoven, Stadtammann zu 
Constanz, stelli auf Bitte des Leonhard Burg, procurator des hoffs zi Costentz, fir 
Johansen Thumben von Nuburg ein Vidimus aus von einem Spruch, den Biirgermeister und 
Fat der Stadt Ziirich am 9. Januar 1438 iiber Streitigkeiten zwischen Hans Thumb von Neu- 
burg und mehreren Landleuten zu Appenzell um Zinsen aus Hofgiitern des Hofes Alt- 
stdlten und Rechte in der Alp Unter-Kamor gefalli haben. — Uff mentag nach sanct 
Hilaryen tag, 1448. 


Stiftsarchiv St. Gallen, T. 8. A. 43. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. — 
Vogt. Urk. V, Nr. 4037; Appenzeller Urkundenbuch I, Nr. 710. 


4963. — 1448 Januar 15. Biirglén. — Diepolt von der Hohen Sax, frigher, lant- 
richter im Turgoéw, schreibit an Biirgermeister und Rat zu St.Gallen: Es kumpt zi iich 
Hans von Miilibach, der min, der ettwas stéss hat mit Ridin Miiller, dem iiwern, als 
ich iich vormals geschriben hin. Dem ist tag gesetzt von iich, als er mir gesait hat. Hr 
bittet nun, da er selbst von ehaffti wegen den Tag nicht besuchen kénne, den St. Galler davon 
ze wisen, den minen unbekiimret ze lassen, oder einen andern Tag, zu dem er kommen koénne, 
anzusetzen. — Geben ze Biirglen, uff miantag for sant Anthonien tag, 1448. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


4964. — 1448 Januar 21. — Wernher von Holzhausen (Holtzhusen) gen. Keller 
verkauft nachstehende Giiter zu Eschlikon, die er von seinem Vater ererbt hat, item minen 
hof genant Eschliken, stosset an der frowen git von Maggenow und an der Fryen 
hof; item und das héfly genant Muren, ouch daselbz gelegen und stosset an des Holtz- 
mans git, samt Zugehérden dem Ulrich Sadrri, Andres Vogelweider, Hans Rams- 
perg und Peter Ortwin, derzeit Pflegern und Meistern des Spitals zu St.Gallen, zu 
dessen Handen um 576 fl. rhein. — An sant Agnesen tag, 1448. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv. Tr.D 17, Nr. 3.— Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


200 Kaspar 1442—1463. 


4965. — 1448 Januar 26. Rebstein. — Vor Konrad Metzger, Ammann der Briider 
Junker Michel und Mark von Ems (Emptz) zu Rebstein, der daselbst im Dorf offent- 
lich zu Gericht sitzl, erteilt Firich Hacker, gesessen ze Loch, mii Ulrich Gruber, 
och gesessen ze Rebstain, als Fiirsprech, da er selbst Alters halber nienahin weder ritten 
noch gon kénne, seinem Sohn Hans und dem Ueli Kel gen. Hederlin, auch von Reb- 
stein, Vollmachi, wegen des Hofes Loch, den er habe und der dem Spital za St.Gallen 
ze versprechen stehe, in seinem Namen mit den Spitalpflegern ein Ubereinkommen zu treffen, 
den ze entpfahen ze ainem erblehen, im und sinen erben, oder sunst, wie er mit dez spittals 
pfleger itiberkomen mocht. Hieriiber stellt der Richter den Bevollmdchtigten einen Brief unter 
seinem Siegel aus. — Ze Rebstain, am frytag nachst noch sant Pauls tag Bekerung, 1448. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. B 10, Nr. 13. — Pergament-Original mit offen hangendem 
Siegel. 


4966. — 1448 Januar 27. — Jacob Hiber, schulthaiss zi Liechtenstaig, gemain 
man,... Jos von Ospendal, vogt ze Windegg, ain schidman.. von bet wegen Berschi 
Thurmans, und Johans Wirt, burger ze Liechtenstaig, ain schidman .. von bet wegen .. her 
Niclasen, abt des erwirdigen gotzhuses ze Sant Johann im Thurtal, erkldren: Es seien 
heute Berschi Thurman vom Stain us dem Turtal und der Abt vor sie gekommen als umb 
sdlich ir stéss, als denn Berschin Turmans sun und sin ingémen in der Tur uswendig Starken- 
stain und daselbs wider selb, da denn der genant unser her von Sant Johann und sin vor- 
varn lang zit her ain fichschetz in ban gehept hand, gefachet und gefischet hab wider sinen 
willen und denselben Berschi Turmans sun darumb mit gaistlichen rechten fiirgenomen und 
ze ban bracht hab, des sich Berschi Turman ze Switz und an andren enden erclegt hab, 
so wit das die von Switz von sinen wegen geschriben hant iinserm gnaédigen herren von 
Raren umb ain glich, gemain recht, das och der genant iinser gnadiger herr von Raren 
gesetzt und angesehen hat, dahin éch bed tail komen und von dem rechten uf iins betadingt 
sint. Turman bringt nun vor, sein Sohn habe in der Tur und an den Enden gefischi, als 
er denn maint darzii recht ze haben von siner giter wegen, sei aber deshalb vom Abi vor 
geistliches Gericht genommen und in den Bann gebracht worden, und begehri, dap der Abt 
seinen Sohn aus dem Bann lasse; denn er wol bekanti, das weder er noch sin sun kain ge- 
rechtikaif noch gewaltsami von siner giter wegen in der fischetz nit hettind denn als vil, 
als ander lantliit von ir giter wegen da habint, ungevorlichen. Darauf erwidert der Abt, 
die Fischenz in der Tur, als ver er denn darumb rédel oder brief habe, gehdre ihm und 
seinem Gotteshaus, das ldnger, als man gedenken kénne, in threm Besitz und nie darum 
getrengt worden sei, denn das sy alweg sdlichs gewert und lit darin gefangen und darus 
gefirt habint; er verlange daher, dag Berschi Turman angehalten werde, das Gotieshaus 
darin ungesumpt zu lassen. Die Schiedsrichter sprechen, das Berschi Turman in der Tur 
und in des genant(en) gotzhus ban kain gerechtikait haben 86] ze fischen, und daf er und 
jJedermann von seinetwegen das Gotteshaus daran ungeirrt lassen solle; es sy denn sach, 
das ander lantliit minem herren von Sant Johann oder sinen nachkomen icht darinn mit 
recht anbehibint, darin sol im und sinen erben séch ir recht behalten sin ungevorlich. Es 
siegeln der Obmann und die Schiedleute. — An sant Julianus, des hailgen bischofs, tag, 1448 


Stiftsarchiv St. Gallen, 9. 9. 1. A. 1. — Pergament-Original mit eingendht hangenden Siegeln. 


4967. — 1448 Januar 29. Wil. — Abt Kaspar von St.Gallen nimmt zu Wil von 
Ulrich Her, Birger zu Bischofzell (Bischoffzélle), ein Gui zu Maisterhusen, in Ell- 
goOéwer parochy gelegen, auf und belehnt damit den Heinrich Spitzli von Jonswil als 
Lehentrdger zu Handen der dortigen Friihmesse, zu deren Handen Ursula Eggerin von 
Jonswil, Witwe von Hans Talman sel., kiirzlich in aym offen jargericht thre Rechte an 


Kaspar 1442—1463. 201 


das Gut dem Spitzli und den andern Kirchenpflegern der Kirche Jonswil gefertigt hat. — 
In unsers gotzhus statt Wyl, an dem néhsten mentag vor unser lieben Frowen tag der 
LiechtmésBh, 1448. 


Stiftsarchiv St. Gallen, K. 2. N. 3. — Pergament -Ori ginal mit eingendht hangendem Siegel. 


4968. — 1448 Januar 29. (Wil.) — Vor Freiherr Petermann von Raron (Raren), 
Herrn zu Toggenburg, erscheinen zu Wil die Briider Konrad und Heinrich Grofp- 
mann, Birger daselbst, und Heinrich weist einen gesiegelten Brief vor, wonach er gemeinsam 
mil seiner Ehefrau Margret von Hilitprand, dem Bruder des Freiherrn, mit dem halben 
Zehnien zu Balterswil, gen. Hinbergs zehend, belehnt ist, wihrend Konrad erklart, 
daf die andere Halfte dieses Zehnten ihm, seinen Briidern Heinrich und Wilhelm und 
threm Vetter Hug gehort habe, fiir die alle er Lehentrager gewesen, dap sie aber nun ge- 
teilt hdtten und diese Hadlfie des Zehnten ebenfalls dem Heinrich zugefallen sei. Hierauf 
nimmt der Freiherr die zweite Hdlfte des Zehnten von Konrad Grofmann auf und belehnt 
damit den Heinrich GroBmann und seine Frau zi ainer rechten gemaind und in gemaindes 
wyse. — An miantag vor iinser liben Fréwen tag ze Kertzwihi, 1448. 


Turgaulsches Kantonsarchiv, Fischingen, Cl. IX, Sign. 8, Nr. 5. — Pergament- Original mit offen hangen- 
dem Siegel. 


4969. — 1448 Februar 8. (Appenzell.) — Ammann und Rat zu Appenzell zeigen 
dem Biirgermeister und Rat zu St.Gallen an, das Hans Thumb und ettlich die tinsern 
ettwas zwytrichtig mit enander sind, das nun junker Cinrat von Hinwil, tiwer ratzgesell, 
tich wol gesigen kan, won er junker Hansen Thumen zigefigt was von derselben sachen 
wegen. Sie bilten nun, zu einem freundlichen Tag, den sie auf donstag nach der Mannvasnacht 
(15. Februar) gen Altstetten angesetzt hatten, den Junker abzuordnen, won wir sin zemal 
notturfftyg sygent... Als dann tinser amman und ander nun niachst vor iiwerm grossen rat 
gewesen sygen und mit iich gerett haben von den stéssen wegen ze Abwil, als ir das 
aigenlich wol verstanden haben, und sy tins fiirbringen, wie ir die sachen gar friintlich von 
inen vernumen haben, das iins zemal lieb ist, und iiwer antwiirt was, wie das iich zemal 
laid wir und iich liessen wissen, welly die wirin, also lassen wir tich wissen, welly die waren, 
verschlossen in diesem brief. — Geben am donstag vor der Mannvassnacht, 1448. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelspuren a t. — Regest: Appenzeller 
Urkandenbach I, Nr. 807. 


4970. — 1448 Februar 15. (St. Gallen.) — Adelheid Vélin, Ehefrau des Hans 
Spiesser, vermacht mit Zustimmung thres Mannes zu ihrer und seiner Vorfahren, ihr beider 
und ihrer Kinder und Nachkommen Seelenheil gen Sant Laurentzen an ein jarzit, iinser 
aller davor benant jarzit jirlich ze begend uff sant Michels aubent, an dem Abent mit ainer 
vigily und mornend mit siben messen, einen jdhrlichen Zins von 9 B » St.G. W. aus ihrer 
Wiese genant Bridergart, ze Aptwillen gelegen, stosset an Aptwiller giter und an des 
Ghiisit git, sodaB sie und ihre Erben alljahrlich auf Michaelis dem Leutpriester zu St. Lau- 
renzen die 9 £ auszurichten haben, wovon der Leutpriester 18 ~, im selber nemen und be- 
haben, / £ ~ an den Bau der Kirche, je 1 B dem Helfer, Friihmesser, Mittelmesser und den 
drin érden, 6 ¥ dem Messmer geben soll. Es siegeln Hans Sailer fiir die Frau und Hans 
Spiesser. — Ze mitem Redmanot, 1448. 

Stadtarchiv St. Gallen, Urk. Suppl. — Pergament-Original; die Siegel fehlen. 


4971. — 1448 Februar 19. (Rankwil.) — Hans von Hofen (Hoffan), Landrichter zu 
Rankwil, stellt auf Verlangen des Rudolf Mayer gen. Adel, Birgers zu Alistdtten, 
der im Auftrag von Junker Hans Thumb von Neuburg dem jungen und dessen Gemahlin 

: 26 


202 Kaspar 1442—1463. 


Kiingoltvon Altstdtten mit Hans Has als Fiirsprech vor Gerichi erscheint, ein Vidimus 
aus von zwei Urkunden, die den Streit zwischen Hans Thumb von Neuburg und etlichen Land- 
leuten zu Appenzell betreffen, vom 14. Oktober und 14. November 1437. — Uff den nechsten 
mentag vor sant Mathyas, des hailigen zwelffbotten, tag, 1448. 


Stiftsarchiv St. Gallen, A. A. 2.3.19. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. — 
Vgl. Urk. V, Nr. 40156 und d; Appenzeller Urkundenbuch I, Nr. 701 und 706. 


4972. — 1448 Mirz 7. Wil. — Vor Abt Kaspar von St. Gallen erscheint zu Wil 
Konrad Spiegel von Aufhofen und eréffnet, Jakob von Langenhart sel. habe ihm 
ein Gut zu Aufhofen, zwischen Geberswiler gitter und dem Grosen Ufhofen ge- 
legen, das da ouch stiessi an der TrittenbasB und Riggiswiler gitter, an den wald, 
verkauft unter Vorbehalt eines Zinses von 5 Malter Korn, halb Vesen, halb Haber, St.G. M., 
18 B St. G. M. u. W., 1 Viertel erwis St. G. M., zwen zwéolfristig kloben wérchs, 4 Herbst- 
hithnern und 50 Eiern, dem Jakob von Langenhari sel., seiner Gemahlin Anna Harzerin 
und thren Erben je auf Martini auszurichten ainer gantzen myle wégs ferre, uff alle ort zt 
rechnen, wofiir das Gut haftet. Er bittet nun, weil er diesen Zins bisher nicht vor dem 
Abt gefertigt hat, da das Gut Lehen vom Gotteshaus und Jakob von Langenhart gestorben 
sei, den Zins von thm aufzunehmen und zu Handen der Witwe den Klaus Halder za 
Mollenberg, ihren Schwager, als Lehentrdger damit zu belehnen. Der Abt entspricht der 
Bitle. Es siegeln der Abt und fiir Spiegel Junker Rudolf von Sieinach,-Schaltheip zu 
Wil. — Ze Wy] in der statt, an dem néhsten dornstag nach Mitfasten, 1448. 

Stadtarchiv St. Gallen, Schaffneramt Turgau, Tr. E, Nr. 1. — Pergament-Original mit offen hangenden 
Siegetn. 


4973. — 1448 Miirz 15. Widen. — Vor Ulrich Spitzli, sesshaft uff Liitispurg, der... 
herrschaft von Rarn amman, der namens derselben ze Widen in dem Nekkertal mitt 
allem rechten, alz ob ich ze Magelsperg in rechter dingstatt gesessen wir, Offentlich zu 
Gericht sitzt, eréffnen Hainrich Mayers siligen elichi verlasni kind, Annen Mayerin 
siligen, Hugen Mosbergs siligen wilend elichi wirtin, elichi kind, Elsinen Mayerin, 
by zit Johansen in Geren elichi husfréw, dch elichi kind, vorgenanter drier geswiistrigen, 
namlich Hainrichs, Annen und Elsinen, elichi verlasni kind, durch thren Firsprech: ihr Vetter 
Hansli Mayer sei kirzlich gestorben an elich liberben, und sie glaubien, si sdlten sins ver- 
lassnen gfiitz erb und gnoss sin, doch mitt Ridi Mayers sialigen, Sch ires vetters, elichen 
verlisnen kinden. Uber diese Ansprache sei ihnen auf letzten Dienstag (12. Marz) ein Rechts- 
tag von minem herren verkiindet, jedoch von Ruedi Mayers Kindern und deren Vogi nicht 
besucht worden. Deshalb stiinden sie wieder vor Gericht und begehrten Rechtes an die Hinter- 
lassenschafi und eines Spruches, wie sy nun faren solten, alz recht wir. Das Gerichi entscheidet, 
es solle der Fronbote verhért werden, und auf dessen eidliche Aussage hin, dap er dem Hans 
Hiiniswil von Jonswil, der sich auf seine Frage als Vogt der Kinder Ruedi Magers er- 
klarte, den heutigen Tag gen Widen verkiindel habe, bitten die Hinterlassenen der drei Ge- 
schwister um ein Urteil, 0b sie nicht billich elli unverschaidenlich mit den Kindern Ruedi Mayers 
Erben der Hinterlassenschaft ithres Vetters Hdansli Mayer seien. Das Cericht entscheidet mit 
merer urtail in diesem Sinn, es sei denn, dag der Vogt von Ruedi Mayers Kindern in ain recht 
wenden oder tragen mocht, daz sich ain recht bekanti, daf die Hinterbliebenen der drei Ge- 
schwister nicht Miterben seiner Vogtkinder sein sollten. Hieriiber wird den Kindern der Ge- 
schwister ein Brief mit dem Siegel des Richiers ausgestellt. — An frytag vor dem Palmtag, 1448. 


Stiftsarchiv St. Gallen, C. C. 4. H. 1. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. — 
Vermerk auf der Vorderseite rechis unten: Ridolff Giller, Bertthold Hirsperg (?). 


4974. — 1448 Mirz 16. (Biiren.) — Vor Hans Herr, Hofammann des Abtes von 
St. Gallen, der zu Biiren im Namen des Abtes Kaspar 6ffentlich zu Gericht sitzt, erscheint 


Kaspar 1442—1463. 203 


Elzbeth Estrichin, Michels Haiden elichy frow, mit schriftlicher Vollmachi ihres 
Mannes und gibt mit Ulrich Gndpser als Vogt, Hans Bieler als wiser und Jérg von 
Bichwil (Bichwillen) als Fiirsprech von einem jdhrlichen Zins von 41/3 & 4 C. M. a. W., der 
thr gehi aus einem Gut genant das Griit, ze Piiren in der kirchhéry gelegen, zu thres ersten 
Mannes Hans Ulrich Estrich und all ihrer Vorfahren Seelenheil 2'/, ® auf zu Handen 
des vorderen Altars in der Kirche zu Nieder-Biiren, mit der Bestimmung, dap dieser 
Zins zu thren Lebzeiten thr zustehen, nach ihrem Tod aber jéhrlich auf Johannis dem Altar 
zukommen solle, jedoch von den Erben abgelést werden kénne mit 50 & ~%, die wider bekert 
werden sdllen an den ebenanten altar an ander rend und niitz, und der Hofammann belehnt 
mit dem Zins den Konrad Vorster und Hans Buchmann, derzeit Kirchenpfleger der 
Kirche zu Nieder-Biren, zu Handen des Aliars. Es siegeln der Hofammann, der Vogt und 
fiir die Frau Ulrich Sdrri, Vogt zu St.Gallen. — Ze mittem Mertzen, 1448. 
Stiftsarchiv St. Gallen, H. 4. 0. 0. 2. -— Pergament-Original; die Siegel hangen eingendht. 


4975. — 1448 Mirz 18. (Baden.) — Wernher Blim von Schvitz, vogt zi Baden, 
zeigt dem SchultheifB und Rat zu Wil an, das mir traévenlich warnung ist komen, wie man 
lich welle mit einem starcken zig iibervallen well und das in eim kurtzen beschichen sll, 
davor got sy. Sie méchten sich also hiiten. Sodann sei ihnen wohl bekanni, das der fiirst 
ze Diessenhofen sy. Da lon ich iich wissen, das allwenzié fil herschaft dar zi im kumpt 
und zaziicht, und lauB tich wiissen, das mir dch fiir ist komen, wie das man iich absagen 
welle und glich uf den absagbrief ze stund angriffen well und iich schaggen well an lib 
und ain git... Got geb itich gliik und heil. — Geben uf mentag nach dem Balmentag, /448. 

Stadtarchiv Wil, Corresp. B, Nr. 31. — Papier-Original mit Siegelspuren a t. 


4976. — 1448 Mirz 20. (Schwiz.) — Landammann und Rat zu Schwiz (Swytz) 
schreiben an thre guten Freunde und getreuen Landleute SchultheiB und Rai zu Wil, sie hdtten 
wol vermerkt, daf der Vogt von Baden denen von Wil Mitteilung gemacht habe von der Kund- 
schaft und Warnung, so im dann ze wussen get&n sind von ettlichen unsern gitten friinden, und 
von den samnungen, so dann jetz sin sullen... Also lassen wir iich ouch wussen: nachdem und 
dann unser und ander Fidgnossen mit andern Stetten aber jetz gen Bern geritten warend, 
under die sachen zu reden, so sind die botten diser wuchen herwider heimkomen und haben niitz 
mogen vinden, wann das der krieg leider offen ist als zwuschen unserm herren dem hertzogen 
von Saffoy, den von Bern an eim, der herschafft von Osterrich und den von Fry burg 
am andern teil. Darumb so mécht villicht wol die herrschafft ettwas anschlags hie nidnen 
umb tain uff iich und ander, so inen glegen sind. Darumb, lieben friind, so hand sorg zu 
uwer statt und bewarnent iich wol mit allen sachen; dann ir bésen listen und uffsa&tzen ist 
vil, die ir and wir sorgen missen, und ist inen harinn niit ze getriiwen. Die von Wil méchten 
also guie Kundschaft halten und von allem Kenntnis geben. Wir haben ouch unserm herren 
von Raren und den von Appenzell von den sachen und uwern wegen geschriben. — 
Datum gquarta post Palmarum, 1/448. 

Stadtarchiv Wil, Corresp. B, Nr. 32. — Papier-Original mit Siegelspuren a t. 


4977. — 1448 Mirz 28. — Dietegen von Griinenstein, der vormals dem Ridin 
Achmiiller von Balgach, derzeit Ammann der Ablissin von Lindau daselbz zi Lindow, 
die Miihle und Miihlestati ze Grinenstain im tobel gelegen verkauft hat mit der Verpflich- 
tung, ihm aus dieser und seinem HKigengut mit namen dem Hiwwachs, ze Balgach by der 
Achmiili gelegen, jadhrlich 1% Zins auf Martini zu entrichten, erkldrt, dag Eichmiiller den 
Zins mil 208% ~ Lindauer W. abgelést habe, und entsagt aller Ansprache. — An dornstag 
nehst nach dem hailigen tag ze Ostren, 1448. 

Kustersches Fideikommiss Grinenstein. — Pergament-Original, das Siegel fehlt. 


204 Kaspar 1442-- 1463. 


4978. — 1448 April 1. — Abt Kaspar und der Konvent des Golteshauses Si.Gallen 
geben dem Heini Keller von Ritenberg fir 80 fl. zi aym niessenden pfand uff ain wider- 
losung des Gotleshauses Hof zu Rattemberg. — An mentag nach usgender Osterwuchen, 
1448. 


Stiftsarchiv St.Gallen, BOcherarchiv Bd. 95, §. 48. — Verzeichnis der von Abi Ulrich (VIII) eingeldsten 
Briefe, 1490 von Ulrich Riigger angelegi. 


4979. — 1448 April 2. Ziirich. — Herzog Albrecht von Osterreich verleiht dem 
Rudolf Gielvon Glattburg auf dessen Bitte die vischencz daselbst ze Glatpurg in der 
Glat, die sich anhebt ze Ober-Buttennen’) und geet uncz an Anthoni Schencken wur, 
das man nennet Bich, zu der muly, unsere und des hawss Osterreich lehenschaft, . . 
wan die sein veterlich erb wer, . . doch ob die rechtlich von uns ze lehen ist und in unser 
urbar nicht gehoret. — Geben ze Zwrh, an eritag nach dem suntag Quasimodogeniti, 1448. 

1) Ober- ist nachtrdglich eingefiigt. 

Stiftsarchiv St. Gallen, X. 1. F. 1. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. — 
Kanzleivermerk r. u.; Dominus dux in consilio. — Regest: Lichnowsky VI, 1369; vgl. Zellweger /, 
S. 530. 


4980. — 1448 April 4. — Hans Bannwari gen. Gropli, dem Abt Kaspar und 
der Konvent des Cotteshauses St.Gallen laut gesiegelien Briefes um 200 fl. rhein. irs gotz- 
hu8 hof ze Watt, zwiischen dem kelnhof zi Niedernglatt und dem hof genempt Hon- 
berg gelegen, zi ainem niessenden pfand uff ain widerlosung verschriben und versetzt 
haben, sodaf er den Hof und mit sunderhait die zwo wisen, da die ain vormals in den 
kelnhof ze Glatt gehért hat, die ander an die hib im Grund gelegen, so der Keller gehept 
hat, und die dry acker, so verwechsselt worden sind, mii allen Zugehorden nutzen, jedoch un- 
wistlich und unzergengklich halten soll, stellt einen Revers dariiber aus, dag der Hof samt 
Zugehorden jederzeit mit der gleichen Summe zuriickgelést werden kann; doch falls er oder 
seine Erben ihn mit gezimber und merklichem gebuw gebessert hditen, so sollen sie dafiir 
nach Schdizung von je zwei ehrbaren Leuten fiir jede Partei entschddigt werden, umgekehrt, 
wenn sie den Hof geswechert und nicht in guiem Stand gehalten hatten, gemap Schdtzung 
nachlassen. Dabei ist ihm zugestanden, dap er oder seine Erben, wenn Abt und Konvent 
nach der Lisung den Hof verleihen wollen, vor menglich und ains stucks geltz néher danne 
yemand anders damit belehnt werden sollen, ob wir des gerechten. Fiir Bannwart siegeli sein 
lieber Junker Konrad von Haidelberg. — An dornstag nach uBgender Osterwochen, 1448. 


Stiftsarchiv St. Gallen, X. X. X. 2, Fasc. 1, Nr. 8. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4981. — 1448 April 4. — Vor Freiherr Walther von Bugpnang, Komtur zu Tobel, 
verkauft Hans Holzhusen von Biitswil (Bizenschwil) dem Meister Ulrich von Tegerschain 
um 250 fl. rhein. seinen grofen und kleinen Zehnten von den Hofen und Giitern zu Steren- 
berg, Niederhof, Landeltswald und Hiisern, Lehen von Konrad von Bufpnang, Dom- 
herrn zu StraBburg, dem Bruder Walthers. — Uff sant Ambrosien tag, 1448. 


Mohr, Regesten Il. — Regesten der Johanniter-Comthurei Tobel, S. 41, Nr. 89. 


4982. — 1448 April 11. (St. Gallen.) — Vor Hans Herr, Hofammann des Abies von 
von St.Gallen, der under den vischbenken 6ffenilich zu Gerichi sitzt, fertigen Katharina 
Egger und thr Sohn Otmar, mit Heinrich Hux als Vogt der Frau, Hans Zolli- 
kofer als wiser und Rudolf Utz als Fiirsprech, alle Birger zu St.Gallen, dem Hans 
Has, Meister des Spitals zu St. Gallen, zu dessen Handen einen jdhrlichen Zins von 
28 6 £ x, St. G. W. aus iro baider giter, nebent Sant Lienhart anenander vor der statt 


Kaspar 1442—1463. 205 


ze Santgallen gelegen, genant amm Schoren, stosset an die Sittren, an das Hatterna, 
an Wilty Appenzellers git und an des richz strauss, usser hus, zimberen, holtz, veld 
und sonstigen Zugehérden, Lehen vom Hofamt, den sie dem Spital um 46 ® \ verkaufi haben. 
Der Zins ist je auf Martini nach St. Gallen zu entrichten, wofiir die genannten Giler und 
der sonstige Besitz der Verkdufer haften. Es siegeln der Hofammann, Ulrich Lenggen- 
hager fiir die Verkdufer und der Vogt. — An dem ainloften tag des manotz Aberell, 1448. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. A. 3, Nr. 25. — Pergament-Original, die Siegel fehlen 


49838. — 1448 April 15. (St. Gallen.) — Otmar Goldast und Ulrich Zwicker, 
Biirger zu St.Gallen, verkaufen fiir Ursula, Tochter des Bartlome Zwicker sel., thr 
Vogtkind, einen jahrlichen Zins von 1 ® % aus deren Gut, dem halben Hof gen. der Hon- 
first, stosset an Ober-Willa, an das Tail, anSchwendi und an Nyder-Willa, samt 
Zugehérden dem Hianslin Higger, d[er] jetz Hainrichen Keller dienot, um 208 4 St.G.W. 
Der Zins ist je auf Martini, dies Jahr beginnend, zu entrichten, wofiir der halbe Hof und 
der sonstige Besitz der Ursula Zwicker haften, und kann mit 20 & 4, vor Johannis ohne, da- 
nach mit vollem Jahreszins abgelést werden; doch ist im Fall einer miinsswendi zu warien 
bis uff die zit, das ain durchgiénti miinss hie ze Santgallen wider angesehen wirt. Hs siegeln 
Goldast und fiir Zwicker Walter Keller, Birger zu St. Gallen. — Ze mittem Aberellen, 1448. 

Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. A. 22, Nr. 4. — Pergament-Original mit offen hangenden 
Siegeln. 


4984. — 1448 April 22. — Abt Kaspar und der Konvent des Gotteshauses St.Gallen 
verleihen des Gotteshauses aygen git genant Frélichs Bémgart mit ainem stuck genant 
Kiitzbiihel, stosset alles an ainer sitten an das Nunnental, zt der ander sitten an das git 
genant Staig, ouch an den pach und an Hansen Mansen bongarten, das jetzt Anna, die 
Witwe von Georg (Gorg) Wildrich sel., Birgerin zu St.Gallen, als Leibding bis zu 
threm Lebensende innehat, dem Hans Vogler, derzeit Ammann zu Altstdtten (Altstetten), 
als Erbzinslehen nach dem Tod der Frau am einen von da an jahrlich auf Martini nach 
St. Gallen an Abt und Konvent oder deren Amtleute zu entrichtenden Zins von 3 ® ~ sdlicher 
werung, so dann zt Sant Gallen geng und genim ist, unter der Bedingung, dap Vogler nach 
dem Tod der Frau das Gut an sich ziehen, jedoch es nicht ohne Zustimmung von Abt und 
Konvent verdufern und es vor thnen fertigen, besunder die lehenschafft von ainem herren 
an den andern (innerhalb 6 Monaten nach dem Tod eines Abtes) enpfachen, ... ouch dehain 
zins mer daru6B verkouffen noch machen noch dehain tail davon ziihen noch siindern, sondern 
das Gut in Ehren und unzergengclich halten soll. Dagegen sollen Abt und Konvent das Gut 
nicht an das Gotleshaus ziehen noch anderweitig verleihen durch bessrer gunst oder merer 
zins willen und Vogler oder seine Lrben nicht davon uBtriben ald héher trengen, solange sie 
ihren Verpflichtungen nachkommen. — An sant Jorgens, des hailgen riitters, aubent, 7448. 

Stiftsarchiv St. Galien, P. P. 1.0.10. — Pergament-Original; die Siegel fehlen. — Ebenda findet 
sich ein am gleichen Tage ausgestellier Revers von Hans Vogler. — Pergament-Original mit ein- 
gendhi hangendem Siegel. 


4985. — 1448 April 22. Bischofzell. — Hans Edelmann ab der Egg der iltere 
und sein Bruder Hans Edelmann der jiingere kaufen von dem Rat der Stadt Bischof- 
zell und den Pflegern und versorgern des Altars St. Johannes des Tadufers der tagmesse 
in sant Pelayen gotzhus daselbz einen Zins von 2 Malter beiderlei Korns, vesan und haber, 
Zeller me, aus des Altars Hof an der Egg, genannt die Vorder Egg, stosset uff den hoff 
Litenswile und an die hinder Egg und zum dritten an hoff Singenberg, mit dem 
Recht, daf sie fortan den Hof als Krbzinslehen innehaben und ihn in gutem Stand halten, 


206 Kaspar 1442—1463. 


auch nichts davon ohne Zustimmung der Pfleger verduBern sollen, um 348 4 C. M.u.W., gegen 
die Verpflichtung, aus dem Hof an den genannten Altar und dessen Pfleger jdhrlich auf 
Martini, dies Jahr beginnend, nach Bischofzell, in welhis huB sy da wollen, 6 Malter beiderlet 
Korns Bischofzeller M., 30 B ~% C. M., 2 Kloben Werg zwéolfristig, 100 Hier und 8 Hiihner 
zu entrichten. Kommen sie dieser Verpflichtung nicht nach, soduf ain zinB den andern zin8 
ergangen und bezogen hette, so diirfen die Pfleger den Hof als zinbvellig an sich ziehen. 
Die Briider haften fir allen Schaden mit threm gesamten Besitz. Will ein Teil seine Rechte 
verdupern, so steht dem andern das Vorkaufsrechit zu. Fiir die Briider siegeln Junker Hans 
von Adlikon, seBhaft zu Bischofzell, und Hermann Germann, derzeit Ammann zu 
Hagenwile. — Zi Bischofzell in der statt, an sant Jorgen Abent, des hailigen ritters, 1448. 


Turgauisches Kantonsarchiv, Bischofzell, L. E. ll, Nr. 14. — Pergament-Original mit offen hangenden 
Siegetn. 


4986. — 1448 April 23. — Gemeine Alpgenossen der Alp in Soln verkaufen den ge- 
meinen Alpgenossen und Alpmeistern der Alp uff der ober Gamor... das git gnampt 
Solner Bett, das da litt enzwiischen disen hienachbenempten marken: stosset des ersten 
an Kastenortt uff der wannd hinan uf das nichst eggly, das eggly nider uff das Knoérly, 
ob dem mad hin in die Kn6rlin, uss den Knorlin in die roten RiBy, uss der rotten Risy 
in den Knoren, uss dem Knoren in die Lachnen an den kalberweg, uss der Lachnen in 
den Knoren under Tristen, uss dem Knoren die Egg uff in Tristenwand, samt allen 
Zugehérden um 44 & % St.G. W. Fiir die Verkdufer siegelt Hermann Zidler, Weibel 
zu Appenzell. — An sant Jérygen tag, 1448. 


Gemeindearchiv Altstatten, Nr.5. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4987. — 1448 April 25. — Heinrich Schopp von Waldkirch verkauft die Widen- 
hitb zi Waltkirch gelegenn, die min walderbzinslehen gewesen ist von dem fromen vesten 
junkher Hainrichen Walther von Ramschwag; item und ain git genant Schachen, 
daselbz gelegen ze Waltkirch, stosset an die Widenhaib, an Wolffertzwis, an Edlen- 
schwillen und an Griben, alles mit Zugehérden, dem Hans von Loren gen. Vogt um 
116% 4 St.G. W. mit dem Vorbehalt, daB aus der Widenhub jahrlich dem von Ramswag ein 
Zins von 5 £4 C. M.und 4 Hiihnern, dem Leutpriester zu Waldkirch 12 Malter beiderlei Korns 
Bischofzeller M. und von dem wyer an das liecht ze Waltkirch 1 Viertel Schmalz, aus dem 
Gut Schachen aber in den Hof zu St.Gallen 15 Vierlel Kernen, 22 Vierlel Haber, 15 B %, 
27 Kier und an die Kirche zu Waldkirch der Kornzehnien zu entrichten seien, sowie daf 
in die Widenhdb ouch jirlichz zins gehe, ndmlich 1 Fuder Heu usser dem Brill zu Waldkirch 
und 1 Viertel Kernen aus dem Gui Hasenberg ebenda von der Seghofstatt, die von Widen- 
hub geteilt sei. Fiir den Verkdufer siegelt Junker Hans von Andwil (Ainwil), Richter zu 
St.Gallen. — An sant Marcus tag, 1448. 


Stiftsarchiv St. Gallen, L. L. 4. X. 1. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 


4988. — 1448 April 26. — Die Briider Wilhelm und Diethelm Blarer von 
Wartensee, die vor Zeiten fiir Rudolf von Rorschach den dltlesten und seinen Vetter 
Eglolf von Rorschach den dltesten unter den jungen fiir eine Schuld von 400 ft. rhein. 
und den Zins von 20 fl. jaéhrlich gegeniiber Stoffel, Ulrich, Barbara und Ursula 
Zip, den Kindern des Stoffel Zip sel. von Constanz, mit Ulrich Paier sel. laut 
Hauptbriefes rechte Mitgiillen geworden sind und denen die von Rorschach damals die Hadlfte 
der Summe zukommen lieBen, sodap jeder Teil bisher den halben Zins zu geben hatte, erkldren, 
dap die von Rorschach thre 200 fl. an sie bezahlt hdtiten und infolgedessen die ganze Schuld 
und der Zins allein durch sie auszurichten seten. Sie verpflichten sich, die von Rorschach 


Kaspar 1442—1463. 207 


fir alle rechiliche Ansprache schadlos zu halten und setzen ihnen hiefiir unsern weingarten 
gueter Creutzeglen, under der vesti Wartensee gelegen, stoBet zu allen seiten an unsere 
guetter, samt Zugehérden als Unterpfand ein. — DeBS nechsten freytags nach St. Georien 


tag, 1448. 


Stiftsarchiv St.Gallen, Bicherarchiv Bd. 1259, f. 265 f. und 1262, S. 411 ff. — Kopien aus dem 18. Jahr- 
hundert. 


4989. — 1448 April 27. — Hans Zimberman, ain weber, Birger zu St. Gallen, 
verkauft einen jahrlichen Zins von 30 B % St.G. W. aus seinem Haus, Hofstatt, Hofraite 
und Garten zu St. Gallen in Irervorstatt by Sant Mangen, und ainhalb stosset an 
Hansen Locher, anderthalb an des Sumrigers garten und an die landstrass, samt Zu- 
gehorden dem Caspar von Fonb4l dem alten, ebenfalls Biirger, um 30 € \. Der Zins 
ist je auf Martini, dies Jahr beginnend, in St. Gallen zu entrichten, wofiir das Haus und 
der sonstige Besitz des Verkdufers haften. Fiir thn siegelt Konrad Kapfmann der alte, 
Birger zu St. Gallen. — An dem nachsten samstag vor dem Mayentag, 1448. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. A 41, Nr. 11.— Pergament- Original mit offen hangendem Siegel. 


4990. — 1448 Mai 1. — Hans Gamp von Bernang sendet dem Abt Kaspar von 
St. Gallen, da er von ehaffter sache wegen zur Zeit nicht vor den Abt kommen kann, 
durch Rudolf Schriber einen Weingarten ob Bernang uff Riidern gelegen und also 
genant, stosset obnan an Herman Schadpach git und an der andern siten an Jorgen, 
mins suns, git, Lehen vom Gotteshaus Si. Gallen, auf mit der Bitle, damit den Arnold 
Himelin, Birger zu St. Gallen, zu belehnen, dem er den Weingarien verkauft hat. Fiir 
Gamp siegelt Ulrich Ransperg. — Ze ingendem Mayen, 1448. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Rubr. Xill, Fasc.6. — Papier-Original mit vornen aufgedriicktem Siegel unter 
Papierhiille. 


4991. — 1448 Mai 12. Baden. — Die eidgenGéssische Tagsatzung in Baden be- 
schlieft: 1) wegen des Krieges der Berner (gegen Freiburg) die von Luzern zu beauftragen, 
dap sie nach HKintreffen der Antwort einen Tag anseizen und Schaffhausen, St. Gallen, 
Uberlingen und Lindau ersuchen sollen, an dem Tag durch Botschaften teilzunehmen. 
2) In Betreff der Streitigkeiten zwischen St.Gallen im Namen der Erben seines Biirgers 
Konrad Paier sel. und denen von Appenzell iiber Rechtsame zu Rheinegg, soll durch 
Schwiz den Parteien ein freundlicher Tag nach St. Gallen angesetzt werden, auf dem die 
Boten von Luzern, Schwiz und Glarus sich um giitliche Beilegung bemiihen sollen. 
3) Ebenda soll auch versucht werden, den Schreiber von St. Gallen mil denen von Appen- 
zell wegen Zwingen zu vereinbaren. 


Staatsarchiv Luzern, Allg. Abschiede A 98. — Regest: Hidg. Abschiede II, Nr. 343 d—f; Appenzeller Ur- 
kandenbuch I, Nr. 809. 


4992. — 1448 Mai 13. (Appenzell.) — Ammann und Rat zu Appenzell zeigen dem 
Birgermeister und Rat zu St. Gallen an- Uns hat fiirbracht Elsbeht Lindin, die Estrichin, 
wie sy der Baschhart, iiwer burger, bekiimmery als von ettwas zispriich wegen, so er 
vor ettwas zits an sy ervordert het, und er nu dieselben zispriich sinem son geben oder 
enpfolhen hab. Derselbig sin sun sy nu fiirgenomen und gelat uff das lantgericht gen Rot- 
wil, tiber das sy dem Baschart rechtes nit vorgewesen sye in den gerichten, darin sy hort, 
und noch im ains rechten sin well vor aim amman und richter zi Appenzell. Sie bitten da- 
her, den alten Basthari zu underwisen, das er die sach abtrag mit den frémpten gerichten 
und fiir allfdllige Ansprache sich des Rechtes vor ihrem Gericht geniigen lasse, indem sie 


208 Kaspar 1442—1463. 


freundliches Gericht zusichern. Schriftliche Antwort durch den Boten. — Geben uff Pfingst- 
gitemtag, 1448. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelspuren a t. — Regest: Appenzeller 
Urkandenbach I, Nr. 810. 


4993. — 1448 Mai 18. (25.2?) — Aulbrecht und Ridolff von der Braiten-Landen- 
berg, gebrider, deren Leibeigene Anna Dikkelmaénnin von Kalchegg des Gigers sun 
von Hatterschwil genant Hans Giger za der e genomen hit, geben sie mit ihren Kindern 
dem her Hans Mettler, Abi, und dem Konvent des Gotteshauses Fischingen in Tausch 
gegen deren Leibeigene Ursel Schnetzerin von Henndw, die den Hans Kiibler von 
Hutzikon zur Khe genommen hat, und deren Kinder. Fiir die Briider siegelt Albrecht. — 
An dem samstag nachst ze usgender Pfingstwuchen, 1/448. 


Turgauisches Kantonsarchiv, Fischingen, Cl. Xil, Sign. 7, Nr. 9. — Pergament-Original mit offen 
hangendem Siegel. 


4994. — 1448 Mai 30. — Ulrich Spilzli, derzeit Ammann des Junkers Peter- 
mann von Raron (Rarn), erkladrt in Betreff der Streitigkeiten, die zwischen den Gottes- 
hdusern und Konventen ze Sant Johans und ze Maggnow bestanden wegen eines Gates, 
haisset das Langgholtz, wie oder wa dasselb git weg haben sélt: auf Bitte der Parteien 
sei er an ainer offnen kuntschaft als ain gemainman gesessen, und nachdem die von St. Jo- 
hann den Berthold Herisperg von Dieselbach, die von Maggenau den Ulrich Hof- 
ammann von Uzwil als Schiedleule zu ihm gesetzt, hdtten sie Kundschaft von ehrbaren 
Leuten verhért und auf Grund der besten Kundschaft entschieden, dap das Gut Weg haben 
solle in folgender Weise: Item des ersten so sol der weg gan gelich usser dem Langgholtz 
in die wis, die di haisset die Langgwis und gehért gen Lamperg zi dem hof, und sol 
gin nichst durch die wis in den Goldbach und denn von dem Goldbach hinuf bis dahin, 
d& sich der fissweg kert uff Stokken hinuf, und denne sol sich der weg wenden gegen der 
lenggen hand die ow nider, und alle die, die di giter hand in derselben dw, sdllend den- 
selben weg enander helfen machen. Fiiro, wer innhett die wisen, diselbs gelegen, die da 
haisset in Geren, Sch die wisen daselbs gelegen, die jetz innehand die Spittaler von Sant 
Gallen, dieselben sdllen dch denselben weg helfen machen, das man d& varn mug zi den 
ziten, so das héw in nutz git oder so man héwet; und wenn ainer den weg varn wil zai den 
ziten, so man héwet, durch vorgemelten wisen, so sol er ain weg ma|[chen] nach siner not- 
durft ungevarlich. Ob aber von dehainerlay sach wegen sich figti, das man denselben weg 
also niitt varn moécht, denne sol das obgedacht Langgholtz weg han durch vorgenanten Gern 
und durch die wisen, die (die) vorgeschribnen Spittaler jetz innehand, nach notdurft, un- 
gevarlich. Welher Sch dikgedachts Langgholtz inneh&t, der sol och ze herbstzit mitt sinem 
vech weg han in das gras, dch, als vorstét, nach siner notdurft, und wider darus, alles un- 
gevarlich. Es siegelt der gemain, unter dessen Siegel die Schiedleute sich binden. — An dem 
nachsten donstag nach sant Urbans tag, 1448. 

Stiftsarchiv St.Gallen, X. X. X. 2. Fasc. 1, Nr. 2.— Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4995. — 1448 Mai 31. (Schwiz.) — Statthalter und Rat zu Schwiz (Swytz) erwidern 
dem SchultheiZ und Rat zu Wil auf schrifiliche Bitte umb ein bottschafft gen Costentz 
zai dem rechten, so itich der von Bussnang gesetzt hab etc., sie waren gern zu Diensien 
bereit. Aber ammann Wagner und ander, so zi sdlichen sachen briichig sind, dera ist jetz 
enkeiner anheimsch oder suf irthalben also gestalt, das wir iich die bottschafft ze disem 
mal nit gesenden mogent. Wir haben aber dem von Bussnang geschriben; den brieff wir 
iich mit disem senden. — Datum sexta post octavas Corporis Christi, 1448. 

Stadtarchiv Wil, Korresp. B, Nr. 35. — Papier-Original mit Siegelspuren a t. — Vgl. Nr. 5018. 


Kaspar 1442—1463. 209 


4996. — 1448 Juni 1. — Cinrat Aichbdler von Bichwil and seine Tochter 
Eilsbeth verkaufen einen jahrlichen Zins von 2 Viertel Kernen St.G. M. aus ihrem Gut im 
Hof ze Alberschwil, und stosset an ander giter daselbs, sami Zugehérden dem Peter 
Ortwin, Birger zu St.Gallen, derzeit Meister und Pfleger des Hl. Geist-Spitals da- 
selbsi, zu dessen Handen am 5 & ~ St.G.W. Der Zins ist je auf Martini, dieses Jahr 
beginnend, mit andern Zinsen, welche die Spitalmeister aus den Giilern der Verkdufer zu 
Alberswil haben, zu entrichten, woftir die Giter und der sonstige Besitz der Verkdufer haften. 
Fir diese siegelt Heinrich Hux, Birger za St. Gallen. — An dem nichsten samstag nach 
sant Urbans tag im Mayen, 1448. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. D. 11, Nr. 4. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


4997. — 1448 Juni 2. Wil. — Abt Kaspar von St.Gallen gibi im Hof zu Wil 
auf Bitte des beschaiden knecht Uli Wytwil von Otwil seine Zustimmung dazu, daf 
dieser dem Klaus Schlachter und dessen Ehefrau Anna Eggmann einen jdhrlichen 
Zins von '/: Muti usgénds, ewigs, gitts, wolberaits und frundgébs kernens, Wiler M.um 68 
C. M. verkauft hat, je auf Martini nach Wil zu entrichten aus einem halben Mannmad Wiese 
zu Otwil. stoset ainersydt an die landstraS und anderthalb an Eberhartz wise und der 
dritten sydten an des Taltrers wise, die Lehen vom Gotteshaus St. Gallen und um den 
Zins ain verfangen git und verrechtet underpfand vor menglichem sye, und belehnt damit 
die Eheleute in gmaindwise und zi rechter gemainde. — Ze Wy] in unsers gotzhus statt, 
an dem andern tag des manends Brachet, 1448. 


Stiftsarchiv St. Gallen, 0. 0. 1. F. 17. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 


4998. — 1448 Juni 3. — Abt Kaspar und gemeiner Konvent des Gotteshauses St. Gallen 
verkaufen des Gotteshauses aigen git mit namen genant Len, zi Gupfen gelegen, samt 
Zugehérden, wie Hans Kramer von Gupfen es innegehabi hat, fir recht aigen, ledig und 
unbekiimert dann so ver, daz der zehend daru8 und darab gaut,... des hailigen Gaystes 
gotzhu8 und dem spitél zi Sant Gallen und zu dessen Handen den derzeitigen Meistern 
Ulrich Sdri, Andres Vogelwaider, beide Altbiirgermeisier, und Peter Ortwin um 
46% % St.G. W. — An sant Erasmus, des hayligen martrers, tag, 1448. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. D. 16, Nr. 9. — Pergament-Original; das Siegel des Abtes fehlt, 
das Konventsiegel hdngt offen. 


4999. — 1448 Juni 17. — Abt Johannes und das Kapitel des Gotteshauses Fischingen 
(Fischinen) geben dem Freiherrn Junker Petermann von Raron (Raren) die ersamen frdwen 
Adelhaiden Lenggin, Johansen Lenggen von Jonswille elichen tochter, Johansen 
Balers, dch von Jonswille, elichen fréwen, in Tausch gegen die ersamen fribwen Elsbethen 
Zimberlin von Krinnéw, Johansen Millers von Schalkhusen elichen wirtinen. 
— An mintag vor sant Johans tag, des Téffers, ze siinnwenden, 1448. 

Stiftsarchiv St. Gallen, D. D. 8. F. 10. — Pergament-Original mit eingendht hangenden Siegeln. — 


Der Gegenbrief des Freiherrn von Raron vom gleichen Tag findet sich im Turgauischen Kantonsarchiv, Fischingen, 
Cl. XU, Sign. 11, Nr. 11. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


5000. — 1448 Juni 21. DieBenhoten. — Herzog Albrecht von Osterreich nimmt 
von Marquart Brisacher die vogtey uff den dorffern zi Mittlen, Obern-Bussnang 
und Werdpiihl mit allen Zugehorden, die ihm Brisacher durch, offenen, gesiegelten Brief 
aufgesandi hat, auf und belehnt damit den Diepolt von der Hohen-Sax, dem Brisacher 
sie verkauft hai, also das er und sin erben die nun hinfiir von unserm gnedigen, lieben 
herren und bruder herren [Fri]drichen, r6mischen kiing, uns und unserm vettern hertzog 

27 


210 | Kaspar 1442—1463. 


Sigmunden und unsern erben, als lehens- und landsrecht ist, innhaben, nutzen und niessen 
siillen und miigen. — Ze Tiessenhoven, an freitag vor sand Johanns tag der sunn- 
wenden, 1448. 


Stadtarchiv St. Gallen, BOrglerarchiv, Nr. 45. — Papier-Kopie aus dem 15. oder 16. Jahrhundert. 


5001. — 1448 Juni 22. — Kiaus Halder, sefhaft za Mollenberg, dem fro Ursel, 
ipptyssenn unser Frowen gotzhus zi Lindow, zi rechtem manlehen den Kelnhof zu Ber- 
nang im Rheintal geliehen hat, der Ridolff von Magelspergs gewesen, erkldrt, dap 
der Kelnhof, falls er sterbe, ohne elich, naturlich libserben mannsnamen zu hinterlassen, an 
das Gotteshaus zuriickfallen solle. — Uff sambstag vor sant Johanns tag ze siinwenden, 1448. 


Stiftsarchiv St. Gallen, 0. 0. 3. G.3.-— Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. — 
Regest;: Goldi, Der Hof Bernang, Nr. 121, 2. 


5002. — 1448 Juni 23. (Montlingen). — Cinratt Schmid von Rain und Hanns 
Willer ab dem Ober-Riede, zi disen zitten kilchenmaiger dez lieben herren Sant Jo- 
hans gotzhus ze Montigel, dch die amptliite und die [k]ilchgenossen all gemainlich zai 
Montigel in der pfarr, die daselbst eine Friihmesse gestiftet haben, erkldren, sie hdtten ihre 
Einwilligung dazu in der Weise gegeben, daz ain yegklicher kirchherr daselbs ze Montigel 
derselben: frigen messe rechter lehenherr sin séll, doch daz er die lyhe mit tinser der ge- 
mainen undertan zi Montigel giten gunst und gitten willen. Sollten sie sich nicht einigen 
konnen, so sei die Entscheidung den Briidern Junker Michel und Junker Mark von Ems 
(Emptz) oder deren Erben zu iibertragen. Sie leisten Verzicht auf alles Gut, das an die Frith- 
messe gegeben ist oder kinftig gegeben wird, und auf alles Gul, das ein Friihmesser hinter- 
lat, doch daf es komme an die end und stette, da ez denn von gottlichem rechten hin vallen 
und komen sol. Sie siegeln mit dem Siegel ihrer Kirche. — Uff sant Johans abent, dez 
Toffers, 1448. 


Stiftsarchiv St. Gallen, A. A. 4. Nr. 14. — Pergament- Original mit offen hangendem (beschddigtem) Siegel. 
— Regest: Hardegger und Wartmann, Der Hof Kriessern, Nr. 46. 


5003. — 1448 Juni 23. — Henslin Keller, Sohn des Heini Keller von Wald- 
kirch (Waltkilch), der das ziimmer uf dem hof und der schippes ze Morshab, Higengut 
des Golteshauses St.Gallen, von Hans Stéaheli, dem Hof und Schuposse samt Zugehiorde 
verlipdinget sind, mit Hinwilligung Abt Kaspars um 338  St.G. W. gekauft hat, erkldrt, 
dap er dem Gotteshaus nach Stahelis Tod von Hof und Schuposse jaéhrlich auf Martini 12 Mal- 
ter beiderlei Kornes weniger 1 Mutt, 28 ~% St.G. M. und W. und 10 Hiihner als Zins ent- 
richten solle, als lang das zimber mit der obgemelten summe gelts samenthaft nicht durch 
den Abt von ihm erlediget und erleBt worden ist. Die Loésung ist jederzeit zu gestatten; er- 
folgt sie nach inziehung der friicht, so ist der Zins zu geben; findet sie vor der insamlung 
der friichten statt, so ist kein Zins verfallen, und séllen ouch sy uns die samen bezalen und 
der arbait lonen nach fromer liit erkantnuS, die dann von inen und uns darzi gebetten 
wurden; ebenso ist nach deren Erkenntnis abzuschatzen, was an dem Gezimmer gebessert oder 
geswechert wdre und den Inhabern zi oder abgan solle an den 33 € 4. Fir Keller siegelt 
der genannte Hans Stdheli (Stihyli) von St. Gallen. — An sant Johans, des Taffers, ze son- 
wendy aubent, 1448. 


Stiftsarchiv St. Gallen, L. L. 4.0. 4. — Pergament- Original mit eingenadht hangendem Siegel. 


5004. — 1448 Juni 23. (Balgach.) — Pfaff Hanns Schmid, Ride Schmid, Jos 
Schmid und Ule Schmid, alle gebrider von Balgach, Haintzen Schmids seligen 


Kaspar 1442—1463. 211 


elich siin, verkaufen der frow Ursulen, apptyssenn unser lieben Frowen goczhus zi Lin- 

dow, einen jdhrlichen Zins von 1 & ~ aus Heini Schribers von Balgach stréwnnade’), 

ze Balgach am Miilo gelegen, und 10 B % jdhrlich aus Hans Schniders von Balgach 

Weingarten gen. das Bett, ze Balgach gelegen, gemaf der ausgelieferten Hauptbriefe, um 

30 & 4 Lindauer W. Fir die Briider siegeln Junker Dietegen von Grinenstein, Vogt, 

und Heini Oler, derzeit Ammann zu Balgach. — An sant Johanns aubent ze sunwenden, 1448. 
1) Hs ist jedenfalis strowmade oder stréwimade zz lesen. 


Stiftsarchiv St. Gallen, 0. 0. 4. A. 3. — Pergament-Original mit eingendht hangenden Siegein. 


5005. — 1448 Juni 25. Arbon. — Hans Huldin, zi Riedran gesessen, verkauft 
einen jahrlichen Zins von 18 » Landeswéhrung aus seinem Teil des hoffs zi Riedra, stost 
ainthalb an Holtzenstain und anderthalb an Uttwyler giter, samt Zugehérden dem 
Hansen Ulmashusser (Volmasshusser) um 20 % . Der Zins ist je auf Martini zu ent- 
richten aus dem Gut, das die Inhaber gut in Stand halten und dehains wegs mer verkiimbern 
sollen und das fiir den Zins haftet. Fiir den Verkdufer siegelt Heinrich Fischer, Ammann 
zu Romanshorn (Romashorn). — Zi Arbon, am zinstag niéchst nach sant Johans tag, 
des hailigen Toffers, 1448. 


Stiftsarchiv St. Gallon, N. N. 4. M. 2. —- Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 


: 5006. — 1448 Juni 28. — Jaéklin am Bal, Ulin und Gallus und Hans am Bal, 
gebrider, Bernhart und Ridin ab der Halten, gebrider, Haini ab der Halten, ir 
vetter, Haini, Ridin und Ulrich die Scheftndwer, gebrader, Radin, Ulin und Bern- 
hart die Waltin, gebridder, Ulrice von Schmidberg der alt, Ulrich, Bernhart und 
Jaklin, sin sin, Hans Tébers erben, Hans und Cini die Zimerman, gebrider, Hans 
und Ulin zi dem Bach, gebrider, denen Abt Kas par und der Konvent des Gotteshauses 
St. Gallen einen jadhrlichen Zins von 5 ® ~% verkauft haben usser und ab dem halb de{s] 
mayerampts ze Scheftnodw, irs aigen gotzhus git, das den Schenken versetzt was und jetz 
zemal Werlin Keller ingehept hat, von dem Abt Kaspar laut iibergebenen Kaufbriefs es abge- 
lost hat, rdumen dem Abt und Konvent das Recht ein, die 5 & jahrlichen Zinses, die sy tins ewglich 
an dem alten zins, als denn vor datum dis briefs herkomen sint, so wir von desselben mayer- 
amptz halben tail ligenden gitern und stuken irem gotzhus pflichtig und verbunden wirend 
ze geben, abgezogen und abgesch(l)agen und denselben zins damit gemindret haben, jeder- 
zeit, alweg zi sant Johans tag ze sunwendi und darvor &4n minderung der alten zinsen, dar- 
nach nichst uf sant Martis tag oder nich sant Johans tag mit abzug der obgenanten fiinff 
pfund pfenigen an den alten zinsen uf sant Martis tag, mit 100 8 4 C. M. abzulésen. Wird 
die Ablésung verweigert, so kann sie durch Hinterlegung der Summe hinder ain rat und den 
geschwornen wichsel zi Costentz oder zi Sant Gallen vollzogen werden, und der ge- 
siegelte Kaufbrief wird damit kraftlos. Won déch der genant tinser gnidiger herr und der 
convent iins allen von Scheftndw gemainlich die gnad getin hant, das sy fiirbasser tins von 
irem gotzhus nit &ndren noch verpfenden sdllend andrest denn ander gotzhusliit, so gen 
Yberg zi der vesti gehérent, darumb sdéllend und wellend wir all gemainlich dem genanten 
iinserm herren, dem convent und dem gotzhus gewirtig und gehorsam sin als dieselben gotz- 
husliit, gen Yberg gehérende, 4n geviard. Fiir die Leute von Scheftenau siegelt Johans 
Wirt, AltschultheiZ zu Lichtensteig. — An sant Peters und Pauls abent, 1448. 


Stiftsarchiv St. Gallen, C. C. 3. D. 12. — Pergament-Original mit eingendhi hangendem Siegel. 


5007. — 1448 Juli 4. Brunnen. — Gemeiner Eidgnossen botten von Stetten und 
Lendern, als wir uff hiitt ze Brunnen in Swytz versampnot gwesen sind, schreiben 
an SchultheiZ und Rat zu Wil: .. Nachdem und dann .. die von Swytz vil und dick an 


212 Kaspar 1442—1463. 


uns bracht hant uwer notsachen und gebresten, darinne hilff und zischub gemittet iich zu- 
zeleggen, ouch den gwerb iich ze génnen, in friden ze komen und still zi sitzen, ob der 
krieg wider angin wurde, als sy dann uff disem tag aber davon gerett und erzalt hand, 
darumb haben wir einen tag gesetzt und den den von Appenzell, ouch dem von Raren 
verkiindt als gen Liechtensteig in die statt, uff den nechsten zinstag ze nacht (9. Juli) 
daselbs an der herberg zu sind, dahin wir unser bottschafft meinen zu tind, mit inen ze 
reden und iren willen und meinung darumb ze erkunnen. Das fteilen sie mit, daB die von 
Wil, wenn sie bedunk, iitzit notdiirfftig sin an die botten zu bringen und mit inen ze reden 
von den sachen, dies tun kénnten. — Geben uff sant Ulrichs tage und mit unser eidgnossen 
von Swytz insigel besigelt von unser aller wegen, 1448. 

Stadtarchiv Wil, Korresp. B., Nr. 36. — Papier- Original; das ehemals a t. aufgedriickte Siegel unter 
Papierhiille ist vornen aufgeklebt. 


5008. — 1448 Juli 5. — Ridolff von Roschah der eltst und Egloff, Ridolff 
und Egloff von Roschah, gebrider, Egloffs von Roschahs sialigen elichen siin, alle 
Birger zu St.Gallen, verkaufen ihren Weingarten gelegen ze Nidern-Goldah, stosset 
an die landstrass und an das biachli, mit allen Zugehorden dem Ulrich Gelter, ebenfalis 
Birger, um 1220 fl. rhein. mit der Bestimmung, daf daraus jahrlich zu entrichten seien an 
Klara von Rorschach, derzeit Abtissin zu Maggenau, 3 Saum Wein als Leibding, so 
lange sie lebt, an Ursula von Rorschach, Klosterfrau zu St. Katharina in St. Gallen, 
2 Saum Wein als Leibding, so lange sie lebt, und an Kaspar Wirt, ebenfalls Birger, ein 
Zins von 16 Saum Wein, wovon Gelter 12 Saum mit 260 & ~% Si.G. W. ablésen kann, und 
dazu an Wirt noch 58 ~ jahrlich; ferner an Eglolf von Rorschach den dltesten und seine 
Erben 3 Saum Wein, die mit 60 & ~ abgelést werden kénnen. Fiir diese Zinsen ist an der 
Kaufsumme so vil abgeschlagen, so sich dann mit rechnung angebiirt hat, das Ubrige bar 
ausgerichtet worden; auch ist der Weingarten dafir geben, das kain zehend darus gangi, 
weder wenig noch vil. Sollie von Geller mehr Zins, als angegeben, gefordert werden, so haben 
die Verkdufer den Schaden zu ersetzen und haften dafiir mit all threr Habe. Es siegein 
die vier Herren von Rorschach. — An dem nachsten frytag nach sant Ulrich tag im Howat, 1448. 


Stiftsarchiv St. Gallen, N. N. 2. B. 2. -— Pergament-Original mit eingendht hangenden Siegein. 


5009. — 1448 Juli 5. — Rudolf von Rorschach der dlteste und die Briider Eglolf , 
Rudolf und Eglolf von Rorschach, eheliche Séhne Eglolfs von Rorschach sel., 
alle Birger zu St. Gallen, verkaufen dem Rudolf Gelter, ebenfalls Birger, um 400 Gulden 
einen jahrlichen Zins von 20 Gulden aus folgenden Giitern: des ersten ab ir staingrtb, zi 
Rorschach an dem See gelegen, und ab ir tayl der giter umb die vesti gelegen und in 
dem burghag zwischen den téblern, es sigent bom, bomgarten, es syg ob, nebent oder under 
der burg. — An dem nechsten frytag nach sant Ulrichs tag, 1448. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Bicherarchiv Bd. 95, S. 21 f. — Verzeichnis der von Abi Ulrich (VIII) eingelésten 
Briefe, 1490 von Ulrich Rigger angelegt. — Vgl. Nr. 5011. 


5010. — 1448 Juli 6. (Schwiz.) — Statthalter und Rat zu Schwiz (Swytz) schreiben 
an thre guten Freunde und Landleute SchultheiB und Rat zu Wil: Der swertfiger in 
der March und sin wip meinent, einem knecht, der inen gedienet hab, nachzelangen umb 
ettlich stuk, so er inen abgetragen und heimlich oder dieplich empfrémdet hab, und inen 
fiirkumpt, so sdllen si inn jetz in uwer statt vinden ze begryffen. Die frdw hab inn ouch 
jetz kurtzlich zu Kyburg begryffen, da sy zu beiden teilen zum rechten vertrést haben; 
sdlich recht und rechtag der knecht geflohen und dem nit nachkomen sige etc. Auch be- 
haupie die Frau, mit fiinf ehrbaren Mdnnern, die es gehorl, erweisen zu konnen, dag er 


Kaspar 1442—1463. 213 


gesprochen, die in der March sye(n) alle kiggehyer un[d die Eid]gnossen alle syen kig- 
gehyer, und sin meister sige ouch ein niiwer kiggehyer, u[nd sye] ouch nit in gittem in 
die March komen. Sie bitten deshalb, ihrem HintersdBen und seiner Frau gegen den Knecht 
rechitlich beizustehen und gegen diesen um seiner schdndlichen Reden willen vorzunehmen, 
was sie recht bediinke. — Datum sabbato post Udalrici, episcopi, 1448. 


Stadtarchiv Wil, Korresp. B, Nr. 37. — Papier-Original mit Siegelspuren a t. 


S011. — 1448 Juli 17. — Rudolf Gelter, Birger zu St.Gallen, rdumt den Herren 
von Rorschach fir einen Zins von 20 fl. das Recht der Riicklésung um die Summe von 400 fi. 
ein. — An mittwuch vor sannt Marien Magdalenen tag, 1448. 


Stiftsarchiv St. Gallen, BOcherarchiv Bd. 95, 8. 71. — Verzeichnis der von Abt Ulrich (VIII) eingelésten 
Briefe, 1490 von Ulrich Rigger angelegt. — Vgl. Nr. 5009. 


S012. — 1448 Juli 23. (St. Gallen.) — Vor Konrad von Andwil (Anwil), Birger zu 
St. Gallen, der auf Befehl von Abt Kaspar, uf sins gotzhuB Pfallentz zu Gericht sitzt, 
erscheinen die Kinder von HeiniGymmel sel. einerseits und Hans Hermann, Ammann 
zu Bernang anderseits, und erstere klagen mit Hans von Watt als Fiirsprech und mit 
Vogt und wiser: Ir vatter habe mit herter arbait uB ainem ruhn gwille ze Widenow ain 
gat, genant Hupfig, und die owe enent dem Gissen, ouch an madly, uf dem Krommen 
Sew gelegen, gebiiwen, ufgeriitet und erzogen, gehérend in den kelnhof gen Bernang, 
und Abt Eglolf sel. habe ihm diese Stiicke als Zinslehen verliehen; der Ammann von Ber- 
nang aber habe sie jetzi davon getrungen dnervolgt alles rechten. Hermann erwideri darauf 
durch Ulrich von BirZf als Firsprech, die Kladger hdtten das Zinslehen nit in eren ge- 
habt.. mit ziinen und graben und andern gebiiwen, sodaf er es mit Recht von ir handen za 
im gezogen habe. Die Kldger bestreiten, daB sie daz git wistber gehebt hdtien; vielmehr 
set es, als es ihnen entzogen wurde, besser gewesen, als da sie es empfingen, und sie hditen 
es noch weiter verbessert; so habe sy ouch krieg daran gehindert. Der Ammann aber bleibt 
bei seiner Behauptung. Das Gericht entscheidet mit Mehrheit: daz min gnadiger her abt 
Caspar, der ammen von Bernang und all ander sin amptliit des obgenanten Gymmels kind 
alle an den obgerirten stukken gantz unbekiimert laussen sdllen; haben sy das dann 
nit in eren gehan, als sy sdlten, so miige min gnadiger her, der ammen von Bernang oder 
sin amptliit sy darumb mit recht fiirnemen und ervordren. Hieriiber wird beiden Teilen ein 
Brief ausgesiellt. — Am nichsten tag nach Marie Magdalene, 1448. 


Stiftsarchiv St. Gallen, 0. 0. 3. J. 18. — Pergament-Original mit offen hangendem, beschddigtem Siegel. 
— Regest: Hardegger und Wartmann, Der Hof Widnau-Haslach, Nr. 20. 


5013. — 1448 Juli 27. (Feldkirch. — Hans Arny, Birger zu Feldkirch, und 
seine Ehefrau Ursula verkaufen mit Hinwilligung des Ulrich Plattner, derzeit Stadt- 
ammanns daselbst, dem Heinrich Schanzer, ebenfalls Biirger, und seiner Ehefrau Else, 
threm Tochtermann und ihrer Tochter, ihr aigen huB, hoffstat, hoffrate und gesiisse halb, 
das gelegen ist hie ze Veltkirch enzwischen der Augenstiner und Clausen Hiigis tochter 
hiissern und stosset vornan an die strauB, hindan uff den bach, mit grund, mit graut, mit 
dach, mit gemach, mit muren, nagel und nit und mit allen Rechlen, wie sie es besessen 
haben, woraus nichis gehen soll als 1% ~ Feldkircher Wahrung Zins der Ursulen Krepssinun 
und der Herrschaft ein halbes Fuder Mist, von den beiden Teilen jahrlich zur Halfle zu ent- 
richten, um 50 6 ~ Feldkircher W. Es siegelt von irer pett wegen und nach der burger rat der 
Stadtammann mit dem Stadtsiegel, unter das sich die Verkdufer binden. — Uff samBStag 
nachst nach sant Jacobs tag, des hailigen zwdélffpotten, 1448. 


Stiftsarchiv St. Gallen, R. R. 1. A. 30. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


214 Kaspar 1442— 1463. 


5014. — 1448 August 9. (Weingarten.) — Abt Kaspar von St. Gallen bestdtigt 
zi Wingarten in dem closter dem Heinrich Siirg dem jiingern von Ober-Reitnau 
(Raittnow) die Lehenschaft iiber den zehenden zi Nunnenhorn und zi Hegy, in Wasser- 
burger parrochie gelegen, grossen und clainen, mit aller zigehérd; item sinen tail des zehen- 
den zi Mitten mit siner zigehérd; item den grossen zehenden zi Hattnang an korn und 
win; item sinen tail des zehenden zi Selbnow mit aller siner zigehird; item zway pfunt 
pfenig geltz jarlichs zin8 ab dem hof ze Hegi; item sin jarlich korngelt zi Entziswiler, 
zi Mitten, zi Tubenberg und zi Wolhusen, gemaf eines Lehenbriefs von Abt Eglolf 
selig (Urk. 3478), wie diese Lehen von seinem Vater Siirgenstein Siirg an ihn gekommen 
sind, zu seinen und seiner Briider Wilhelm und Siirgenstein gemeinen Handen, dem 
Abt, Gotteshaus und der Kustorei ohne Schaden an dem stouf wins, so jarlichen ab den ob- 
genanten zehenden daran gaut. — An sant Lorentzen aubent, 1448. 


Stiftsarchiv St. Gallen, P. P. 2. A.9. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 


5015. — 1448 August 10. — Walther Tobler von Rorschach verkauft ain gitly 
zu Roschach in Jutzentébely gelegen, stoBet an def kelhoufes giiter, an die undren miil- 
statt und an den bach, dem Hans Mayer gen. Schlosser um7€  St.G. W. Aus dem 
Gut geht kein Zins oder Zehnten. — An St. Lorentzen tag, 1448. 


Stiftsarchiv St. Gallen, BUcherarchiv Bd. Xill, $. 97 f. — Kopie aus dem 18. Jahrhandert. 


5016. — 1448 August 22. Constanz. — Bischof Heinrich (IV.) von Constanz, 
Verweser des Stifies Cur, nimmt von Jos Ryser, Birger zu Buchhorn, den Weingarten ze 
Obern-Stainach mii dem Zehnien und allen Zugehérden, Lehen vom Bistum, das ihm von 
Ryser durch gesiegelien Brief aufgesandt worden ist, auf und belehnt damit, der Bitte Rysers 
entsprechend, dessen Sohn Wilhelm Ryser. — Ze Costentz, an donrstag nach unser 
lieben Frowen tag ze mittem Ougsten, als sy enpfangen ward, 1448. 


Stadtarchiv St. Gallen, Schaffneramt Turgau, Tr. H, Nr. 12. — Pergament-Original mit offen hangendem 
Siegel. 


S017. — 1448 August 24. (Schwiz.) — Landammann und Rat zu Schwiz (Swytz) 
bitten thre guten Freunde und Landlente SchultheiZB und Rat zu Wil, als dann Hansen 
im Hoff uff jetzo zinstag aber offen tag gegen sinen widersichern gen Costentz fiir 
Hannsen im Velde gesetzet ist, sich des Hans anzunehmen und vor allem ihn dem Schult- 
heif, der sin schidman ist, za empfehlen; dann uns ye bedunckt, das ime ungittlich beschee 
und unverschult. — Datum Bartholomei, apostoli, 1448. 


Stadtarchiv Wil, Corresp. B, Nr. 38. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


5018. — 1448 August 24. (Schwiz.) — Die ndmlichen erwidern den némlichen auf 
erneutle Zuschrift gestalt der sach uwer und des pfaffen von W ange halb, sie hditen darauf 
dem von Bussnang geschrieben, anzesehen, wie der gmein orden und ordenliit gesichert 
sigen, ouch wie sich der pfaff dariiber gehalten hat, und nachdem und die sach uff im stand, 
das er sin spruch darumb ttige, so sich das héischen werd, inmassen als wir meinen, das er 
pillich tige, nachdem und sich der pfaff verhandelt hit. — Geben uff Bartholomei, 1448. 


Stadtarchiv Wil, Corresp. B, Nr. 39. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. — Vgl. oben 
Nr. 4995 and die folgende Urkunde. 


5019. — 1448 August 29. (Schwiz.) — Statihalter und Rat zu Schwiz (Swytz) teilen 
ihren guten Freunden und Landleuten Schulthei~ und Rat zu Wil mit: Als jetz in diser 
wuchen gmein Eidgnossen ze Lutzern by einandern gewesen sind, so ist unser herre 


Kaspar 1442—1463. 215 


der meyster Sant Johans ordens und suf zwen herren comentiir mit ime ouch daselbs 
vor den Bidgnossen ze tagen gesin. Also hand unser botten, namlich der Kupfersmid und 
unser lantschriber mit sinen gnaden gerett in gegenwiirtikeit der Kidgnossen botten von sach 
und handels wegen zwiischen iich und hern Hannsen, dem litpriester zu Wéngen, und er- 
zalt, wie er uff iich gereisset und gezogen sye by nacht und by nebel zi den ziten, da die 
vigend iich iiberzogen haben, ouch iich alz ein andrer soldner nachglouffen sige, und von sim 
handel und geberden, so er dann gen iich gefirt und getriben hab, ouch von der kuntschaff, 
so ir darumb iiber inn erlangt habent, und nach allen dingen, wie dann die sach zu beiden 
teilen gesetzt sige und dann uff den von Bussnang mit eim glichen zisatz. Im ist ouch 
fiirgehept, wie der orden und alle ordenliit gesichert sigen, und das si ouch still sitzen und 
sich deweders teils annemen sdlten etc., und was dann die botten bedicht hat niitz und 
gitt ze reden und an inn ze bringen sin. Darzi ouch nu unser HKidgnossen mit ime minger- 
leig von uwern wegen uff unser botten fiirbringen mit ime gerett hant. Also hat unser herr 
der meyster darzt friintlich und gitlich geantwurt und under anderm gerett, ime sige umb 
die sachen nit als eigenlich und gruntlich ze wissen gesin, dann als vil er vom pfaffen von 
Wéengen davon vernomen hab, der sich ettwenn ze Mentz und zu Wurms vor irm cappitel 
erclagt habe; aber ir habent die sach an inn nie bracht weder mit schrifft noch bottschafft 
als an sinen obern und habent die sach mit dem pfaffen gehandelt mit tagen und sitzen, 
das ir sélichs an inn nie gwachssen lassen habent. Und bedunckt ettwian, iich sige vil ze not: 
gesin, die sach ze setzen, als ir getin hand und aber ich des vor sim obern nie erclagt. 
Wie aber dem, so hat der meister dem von Bussnang geschriben, als wir uns versehen, den 
spruch noch ze verheben, ouch desglich dem pfaffen, zi ime gen Liitgern ze komen, und 
hat vor ime ze besichen, ob er noch in die sachen komen kond durch uwer und unser willen, 
ob er die néher abweg bringen und betidigen mocht, darinn er sin bests tin welle. Dieselben 
brieff wir iich sendent; die vertigend fiirderlich. Desglich wir tich schriben sdllen, die sach 
gatlich lassen Anzustén, bi& unser herr der meister iich fiirer davon schrib. Lieben friind, 
bedunck iich nu, iitz fiirer an unsern herren den meister ze werben, mugend ir tin. — Datum 
crastina post Pelagij, 1448. 


Stadtarchiv Wil, Corresp. B, Nr. 40. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


5020. — 1448 September 1. — Hans Hermann der jiingere von Bernang stellt 
einen Revers dariiber aus, dag ihm Abt Kaspar von St.Gallen zi wil siner und miner 
leptag und nit fiirbaB des Gotteshauses Higengut die kelnhofmiily mit irem zisatz, der Kalck- 
ofnerin hofstat, ze Bernang im Rintal gelegen, stosset ainhalb an Lienhart Baders 
hofstat und anderthalb an den Haingarten, samt Zugehorde als Leibding verkauft habe 
um 808% ~, St. G. W und einen jahrlichen Zins von 5 Mutt Korn St. G. M., je auf den Gallus- 
tag in den Kelnhof zu Bernang zu entrichten, sowie gegen die Verpflichtung, die Mihle samt 
Zugehorden in guiem Stand und unzertailt zu halten und ohne Zustimmung des Abies nichts 
davon zu verdufern. Kommt er seinen Verpflichtungen nicht nach, so kénnen der Abt oder 
seine geschwornen Amileute die Miihle wieder zu Handen des Gotteshauses ziehen. Fiir Her- 
mann siegelt Junker Wilhelm von Steinach. — An sant Vrenen tag, 1448. 


Stiftsarchiv St. Gallen, 0. 0.3. G. 2. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. — 
Regest: Géladi, Der Hof Bernang, Nr. 122. 


5021. — 1448 September 15. (Appenzell.) — Ammann und Rat zu Appenzell 
schreiben an Biirgermeister und Rat zu St.Gallen: Uns hand fiirbracht die Schmid von 
Golda, Hans Piitinger und der Wichrer, unser lantliit, wie sy herr Hans Ritili 
und herr Hans Siri, iiwer burger, fiirnemint mit gaistlichem rechten, tiber das sy inen nit 


216 | Kaspar 1442—1463. 


vor sigint, dann das sy inen geben von ir giter, als von alter har komen sy. Sie bitten des- 
halb, die Priester zu unterweisen, das sy die unsern mit frémten gerichten aneersicht, sunder 
anebekiimert laussint, und 6b sy von ir zispriich niht gelassen mainnin, das sy darumb fiir 


unser raut oder gericht komin. — Geben am sonnentag nach des hailigen Criitz tag, 1448, 
Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. — Regest: Appenzeller 
Urk. I, Nr. 813 (mit unrichtigem Datam.) : 


5022. — 1448 September 20. (St. Gallen.) — Gallus Mager, ein schimacher, Birger 
zu St. Gallen, verkauft einen jahrlichen Zins von 10 B % St.G. W. aus seinem Haus, Hof- 
statt und Hofraite, in Irervorstatt zwischent Ulrich Riischen und Ulrichs Toschen 
hiiser gelegen, samt Zugehérde dem Meister Ulrich Schnabelburg gen. Glockengiefer, 
ebenfalls Birger, um 10% 4. Aus Haus und Hofstatt geht sonst nichts als 1% 4 St. G. W., 
sint ablésig, an Ueli Alinauer gen. Lippis und 2 £ 4 dem richen Sennen. Der 
Zins ist jahrlich auf Martini in St. Gallen zu entrichien, wofiir das genannte Haus und der 
sonslige Besitz des Verkdufers haften. Zu weiterer Sicherheit setzi Hans Mager genant 
och Zypperli, ebenfalls Birger, Vater des Gallus, sein Haus, Hofstatt und Hofraite, ge- 
legen an der Niiwen Gassen, stosset an Ulin Raimsperg und za baiden sitten an des 
richz strass, dem Kdufer als Unterpfand ein by der sule mit gelerten worten’ nach der statt 
‘24 Santgallen gewonhait und recht. Der Zins kann mit der gleichen Summe abgelést werden, 
vor Johannis ohne, danach mit vollem Jahreszinse; doch soll zur Zeit einer miinswendi ze 
Santgallen und darumb in der gegni gewartel werden, bis das ain andri durchgendti miins 
daselbs geordnet und gesetzet wirdet. Hs siegeln fiir den Verkaufer Konrad Kapfmann 
der alte, derzeit Zunfimeister zu St. Gallen, und Hans Mager. — Uff sant Matheus abend, 1448. 


Stadtarchiv St. Gallien, Urk. Suppl. (lrervorstadt). — Pergament-Original, die Siegel fehlen. 


5023. — 1448 September 21. — Vor Heinrich Bridengen. Herbst, Ammann zu 
Weinfelden (Winvelden) der gnddigen Herren von Constanz (Costentz) und des Junkers 
Berchtold Vogt, derzeit Landgrafen zu Constanz, der zu Weinfelden im Dorf 6ffentlich 
zu Gericht sitzt, eréffnen Werli Biirkler von Bischofzell einerseits und Walti am 
Aigen von Weinfelden als erkorner und zigegebner vogt von Kiingolt, der ehelichen 
Tochier Konrads am Aigen sel., anderseits mit Hans Blapphart von der Niiwen 
Burg als Fiirsprech, in Betreff der Streitigkeiten als von des giicz und wingarten wegen, 
so dann der genant Werli Biirkler von Zell von Ridin Gunczenler, Sch von Zell, und 
Nesen Wildermiatin, dezselben Gunczenlers elichen wip séligen, gezogen, ervolgt und er- 
koft haby gemdaB gesiegelten Hauptbriefes, den er in dem letzten Recht vor Gericht habe verlesen 
lassen: sie seien gicz willens und danks za baider sit unbezwungenlichen nebend dem rechten 
gutlich vertadinget und mit friintschaft tiberbracht worden in der Weise, daB Walti und Kiin- 
golt am Aigen dem Biirkler seinen Brief in Betreff des Gutes by sinen kraften sdéllind lassen 
beliben and ihm daran keinen Hintrag tun. Hierauf stellt Walli an das Gericht die Frage, 
wie er dem Biirkler den Brief vestnen und bestaten sdlt. Das Gericht entscheidet, er solle 
ingan in offen gericht und sdlty loben mit sinen giten truwen an des gerichtes stab /fir 
sich und Kiingolt, daf sie dem Biirkler an dem Brief keinen Eintrag tun wollten, was denn 
auch geschieht. — Uf sant Matheus tag, 1448. 


Stadtarchiv St. Gallen, BOrglerarchiv, Nr. 1626. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


5024. — 1448 September 22. (Rapperswil). — Schulthei£~ und Rat zu Rapperswil 
(Raperswil) zeigen dem Biirgermeister und Rat zu Si.Gallen an: Es ist etwas sach von 
erbs wegen zwischent Clausen Halder und des von Langenhart kindern jetz zi Wil 


Kaspar 1442—1463. 217 


uff tiwer wifheit zum rechten vertedingt, als wir das von Bertschin Langenhart, unserm 
burger, vernomen haben, und bilten, um des Genannien und seiner Geschwister willen sich 
der Sache anzunehmen, den beiden Teilen einen Rechitstag anzusetzen und sy daruff gitlich 
mitt tiwerm rechtlichen spruch zi entscheidene. — Geben uff Mauricii et sociorum, 1448. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelspuren a t. — Vgl. die folgenden Ur- 
kanden. 


5025. — 1448 September 24. (Wil.) — SchultheiZ und Rat zu Wil (Wyl im Turgow) 
zeigen dem Biirgermeister und Rat zu St.Gallen an: Es sind ettwas zwaitrécht und stésse 
gewesen zwiischen dem vesten Clau8 Halder zi Mollemberg an ainem und des vesten 
Jacobs von Langenhartz selgen natiirlichen kinden, deren ains by uns ist mit nammen 
Hans Langenhart, des andern tails, deren sy ainmitlich zi recht uff uwer wiShait ver- 
tédinget und veranlaset sind, und bitien, wonn denn der obgenant Hans Langenhart jetzo 
unser gesworner biwoner ist, sich der Sache anzunehmen. — Geben an zinstag vor sant 
Michels tag, 1448. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


5026. — 1448-September 26. — Peterman von Raren, fry, herr zi Togkenburg, 
bittet Biirgermeister und kleinen Rat zu St.Gallen, sie méchien in dem Streit zwischen 
Klaus Halder von Mollenberg und den Kindern des Jakob von Langenharit selig, 
in dem beide laut Anlafbrief auf sie betidinget worden seien, won mir danne derselben 
kinden zway von aygenschafft zigehérent und in minem land wonhafft sind, sich der Sache 
annehmen. — Datum veria quinta ante Michahelis, 1448. 

Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


5027. — 1448 Oktober 7. — Freiherr Petermann von Raron (Raren), Herr zu 
Toggenburg, gibt dem Freiherrn Walther von Bussnang vom St. Johannes- Orden, 
Komiur des Hauses zu Tobel (Thobel), seinem Oheim, und dem Hause Tobel den bescheidenen 
Knecht Friedrich Hubervon Lichiensteig, seinen Leibeigenen, zu eigen. — Des nachsten 
miéntags nach sant Frantziscus tag, 1448. 


Turgauisches Kantonsarchiv, Tobel, Schubl. XXIX, Fasc. Vill, Nr. 36. — Pergament-Original mit offen 
hangendem Siegel. 


5028. — 1448 Oktober 10. (Lichtensteig.) — Freiherr Petermann von Raron 
(Raren), Herr zu Toggenburg, nimmt zu Lichtensteig von RidiFry von Aschlicon, 
in Sirnacher kilchspel gesessen, einen jdhrlichen Zins von 1 Mutt Kernen Wiler Maf, 
aus Freis Gut genannt der Hiltiberg und dessen andern Giitern, alle zu Eschlikon gelegen 
und Lehen von dem Freiherren, auf und belehnit damit den HeinrichSchriber, Birger 
zu St.Gallen, dem Frei den Zins um 15 fl. rhein. verkauft hat. Der Zins ist je auf Martini 
nach St. Gallen zu entrichten, wofiir die genannten Giter hafien. — An donschtag vor sant 
Gallen, des hailgen bichters, tag, 1448. 

Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. D. 17, Nr. 4. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


5029. — 1448 Oktober 27. — Beringer von Landenberg-Greifensee (Griffense) 
gibt und sendet den Heinrich von Siglisegg, der als vaterliches Erbteil sein Leibeigener 
gewesen und den er um getreuer Dienste willen gegen Bezahlung von 20 fl. rhein. freigelassen 
hat, auf an das Gotieshaus St.Gallen, dannen ouch die aigenschafft an min vordren lechen 
ist, und leistet Verzichi auf alle Ansprache. — Uff sant Symon und Jude Abend, der heiligen 
zwelffbotten, 1448. 

Stiftsarchiv St. Gallen, D.D. 8. F.9. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 

28 


218 Kaspar 1442—1463. 


5030. — 1448 Oktober 30. (Gossau.) — Vor Ulrich Hofammann von Ober-Uzwil, 
der zu Gofau im Dorf im Namen Abt Kaspars von St. Gallen armen und richen zu Gericht 
slizt, gleich als ob er zuOber-Uzwil in der Freivogtei safe, fertigg Hans Ham von Vol- 
kenschwyler gen. Movelli, mit Voli Héker als Firsprech dem (Pfleger der Frithmesse ?) 
einen jdhrlichen Zins von 10 £B 4 Si. G. W. aus all seinen Giitern zu Folkenschwyller in der 
Pfarrei Gofau, ainhalb stosset zi dem ersten an mins schwechers giter Ridi Ritters, za der 
andren syten stosset an Ridi Hans selgen erben und zi dem dritten stosset an aller Kol- 
bruner giter, den er der Friihmesse zu Gofau um 10 @ % verkauft hat. Der Zins ist je 
auf Martini zu entrichten. Fir Hofammann siegelt der Abt, fiir den Verkdufer Hans Ge- 
ringer, Ammann zu Gofau. — An der nechsten mitwochen vor Aller heilgen tag, 1448. 


Stiftsarchiv St. Gallen, H. 2. A. a. 2. — Papier-Kopie aus dem 16. Jahrhundert (fehlerhaft). 


5031. — 1448 November 12. (St. Gallen.) — Hans Biirki, Biirger zu St.Gallen, 
verkauft einen jahrlichen Zins von 8 & ~% St.G. W. ab, von und usser minem halben hof 
genant Getzenwill und usser minem holtz genant Riedrerholtz, so ich von den Blarer 
kouffet hab, anenander gelegen, stossent baide an den Vorst, an Eglis holtz von Loren, 
an den Schachen und an den andren tail dis hofz, sami allen Zugehorden dem erwirdigen 
herr Hansen Bernhart, priester und capplan an dem Linsibdl, um 1608 4. Der Zins, 
der Lehen vom Gotteshaus St.Gallen und vor diesem gefertigt ist, soll je auf Martini in 
St. Gallen entrichtet werden, wofiir die genannten Giiter und der sonstige Besitz des Ver- 
kadufers haften. Aus Hof und Holz geht sonst nichts als jahrlich 2 Mait Haber und 2 Viertel 
Kernen an das Gotieshaus. Fiir den Verkdufer siegelt Andree Vogelwaider, Altbiirger- 
meister zu Si. Gallen. — Des nichsten zinstages nach sant Martis tag, 1448. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. A 15, Nr. 208. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


5032. — 1448 November 14. — Hans von Clingenberg, rytter, schreibt an Schult- 
heif und Rat zu Wil: Als Rynfelden kurtzlich gewunnen ist, kunt mich in lantmers wis 
fiir, wie ich der Aydgnossen halb in den sachen verdaucht sige. Ob nu das also were, 
ném mich sdélichs frémd; wann doch ich bisher dero, ouch ander sachen missig gangen bin 
noch fiiro tin, ob got wil. Hr bittet deshalb dringend, wenn sie davon héren, ihn zu ver- 
antwurtten und, wenn es thnen gut scheine, zu den Kidgenossen zu reiten oder Botschaft zu 
senden. Denn es ware ihm unlieb, wo die Aydgnossen ain unwillen zi mir haben sdélten; 
wonn ich mich bibher geflissen, das ich der Aydgnossen und iiwer vijent in minen slossen 
noch gerichten nit hab wollen halten. Schriflliche Antwort durch den Boten. — Datum uff 
donstag post Martini, 1448. 


Stadtarchiv Wil, Corresp. B., Nr. 42. — Papier-Original mit Siegelspuren a t. 


5033. — 1448 November 18. (GoBau.) — Hans Geriner, Ammann des Abtes Kaspar 
von St. Gallen zu Gofau, der daselbsi offentlich zu Gericht sitzt, nimmt von Hensli Haym 
von Gofau, der mit Heinrich Kronauer dem alten als Fiirsprech vor ihm erscheint, einen 
Acker in der Kirchhoére GofBau auf, genanni der Brunnacker, stosset an der kilchen git, 
an des Geriners git, an Ulrich Sennen git und an den andern Brunnacker, Lehen 
vom Gotteshaus St. Gallen, und belehnt damit deu Hans Has als Lehenirdger zu Handen 
des Spitals zu St.Gallen, an den Haym den Acker um 5 € 5 B % verkauft hat. Es 
slegeln der Ammann und fiir Haym Heinrich Kronauer. — Des nachsten mentages nach 
sant Othmars tag, 1448. 

Stadtarchiv St. Gallien, Spitalarchiv, Tr.09, Nr.9. — Pergament-Original mit offen hangenden Siegetn. 


Kaspar 1442—1463. 219 


5034. — 1448 November 23. (Baden.) — Wernher Blim von Swytz, vogt ze Baden, 
schreibt an Schulthei£~ und Rai za Wil: Als ir mir geschriben hand von der geschicht wegen, 
so denn uff zistag nach Martini (12. November) von iich beschechen solt sin, indem ir mir schri- 
bent, wie ir Heinin Verren von Wettingen in vankniisse hettin; ir wéltend inn ouch gen 
Swytz schiken: daruff ich iich dozemal niit antwurt. Doch hére er, dap sie Fehr noch ge- 
fangen hielten, und bitte, wenn es der Fall sei, ihn nicht freizulassen in recht. Won wer 
sach, das min herren noch nieman anders inn berechtigen wolt, ich wélte inn von der armen 
liiten in der grafschaft Baden wegen berechtigen; won er ist, der inen, ouch allen minen 
herren mer schaden und kumber zigefigt den darnach keiner under allen tinsern vyenden. 
Er bittet um schriftliche Antwort. — Geben uff samstag vor sant Kathrinen tag, 1448. 


Stadtarchiv Wil, Corresp. B, Nr. 27. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


5035. — 1448 November 24. (Griiningen.) — Der Uniervogt und Statthaller zu Gri- 
ningen (Grinigen) teilt dem SchultheiB und Rat zu Wil mit, es sei ihm von einem Mann 
heimlich kundgetan worden, daz er dussen im land sig gewessen und im wol za wissen sig von 
einem anschlag, daz gantz iibereinkomen sind und mit hand, zi tiberfallen tich und tiwer statt, 
alz dien von Rinvelden getan hand, davor got sig und, ob got wil, niemer geschicht. — 
Geben uff sunnentag vor sant Katterinen tag, 1448. 


Stadtarchiv Wil, Corresp. B, Nr. 48. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhille a t. 


5036. — 1448 November 24. (St. Gallen.) — Antoni von Hornberg stellt einen 
Revers dariiber aus, dag er vor Abt Kaspar von St. Gallen auf dessen Pfalz gekommen 
sei und ihn um Belehnung mit der Feste Schneburg mit dem hof, darunder gelegen, ersuchit 
habe, wogegen der Abi der Meinung gewesen, die Feste samt Hof sei Eigentum seines CGottes- 
hauses, und ihm einen gesiegelten Brief von Antonis Vorfahren und Oheim Wernher von 
Hornberg sel. vorgewiesen habe, das er die aygenschafft an der burg Schneburg im Brisgé 
und dem hof, darunder gelegen, durch gottes ere dem erwirdigen abt Herman und sinem 
gotzhus zi Sant Gallen redlich und lediclich ufgeben habe. Hierauf habe der Abt thm Feste 
und Hof verliehen mit der Bedingung: wire, das usfiindig wirt tiber kurtz oder lang, das 
Schneburg die vesty mit dem hoffe, darunder gelegen, ains herren und ains gotzhus zu Sant 
Gallen recht aygen wiren, so solle die Belehnung dem Abi an der aygenschafft unnachteilig 
sein; falls aber Feste und Hof Lehen seien, sollten dem Abt und Gotteshaus sine recht und 
herlikait in der lehenschaft behalten sin. — An sant Katherine aubent, 1448. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Blcherarchiv Bd. A XXII, 8. 27. — Klosterdruck. — Vgl. Urk. Ill, Nr. 1467. 


5037. — 1448 November 29. (St. Gallen.) — Ulrich Mayer, Birger zu St. Gallen, 
verkauft einen jadhrlichen Zins von 1 ®& ~% St.G. W. aus seinem Haus samt Hofstatt, zu 
St. Gallen in der Stadi entzwischent Lienhart Zweckbergers und Hannsen Webers 
hiiser gelegen, und stosset vornan an des richz strasB, der Hisbeth Gnepserinum 2008 %. 
Der Zins ist je auf Martini in St. Gallen zu entrichten, wofiir das Haus hafitet, und kann 
jederzeit um die Kaufsumme abgelést werden mit dem zins nach anzal desselben jares, aus- 
genommen zur Zeit einer miintzwende. Fiir Mayer siegelt Rudolf Gnepser, Birger zu 
St. Gallen. — An sant Andres abend, 1448. 


Stadtarchiv St. Gallen, Tr. 0, Nr. 4.6. — Pergament- Original mit offen hangendem Siegel. 


5038. — 1448 Dezember 3. — Konrad Sind von Jeckingen, der von Hansen 
Romadi und Ulrichen Ytan, Heiligenpflegern zu Staringen,78 5 BC. W. erhalten 
hat, verkauft ihnen dafiir seinen Acker, ist ain jauchart, zu Staringen ob der kilchen, ob der 


220 Kaspar 1442—1463. 


vorigen hailigen ackher pelegen, fiir fry, ledig und recht aigen nach gewonlichem zehenden. 
Fir thn siegelt Junker Frischhans von Bodman (Bodmen). — Uf zinstag nach St. Andres 
tag, 1448. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Bicherarchiv Bd. A XXV, S. 1515 f. — Kopie aus dem 18. Jahrhundert. 


5039. — 1448 Dezember 5. — Hans Giger, Konrad Kern und Hans Ziist er- 
kldren in Betreff eines Weingartens und Gules, das Frik Giger und dessen Kinder Anna 
und Ursula bisher gemeinsam innehatien, genant der Rosenberger, ze Sant Marga- 
rethen-Hichst gelegen, stosset an mins herren von Santgallen git, an das far, an den 
Rosenberger und an das hoch Bett, das der vorbenanten kinden ist, sie hdtten als Végte 
der Kinder den Weingarien und das Gui mit deren Vater geteilt, sodaf den Kindern zu teil 
geworden sei das hoch Bett und ain tail dis wingarten und gttz, dem Vater aber der andere 
Teil gemaf den gesetzten Marken, und entsagen namens der Kinder aller Ansprache an des 
Vaters Teil. Fir sie siegeli Hans Mager. — An sant Nycolaus abet, 1448. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. B 16, Nr. 10.— Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


5040. — 1448 Dezember 8. (Appenzell.) — Ammann und Rai zu Appenzell zeigen 
dem Birgermeister und kleinem und grofem Rat zu St.Gallen an, das wir ettwas vor tich 
und vor tiwern gemainen burgern zi reden und zi werben haben, und biilen, ir wellen nichst 
uff sant Stheffans tag iiwer gantz volkomen gemaind by enander haben mit iiwern ingesessnen 
und ussburgern gemainlich. Och, lieben friind, als dann Hans Schnagg silig abgangen 
ist, unser lantmann, vernemin wir, wie ir sin frowen bevogtin; da wellen so wol tin und 
die obgemelten frowen anebevogtot laussen, bis wir och ftiro von der sachen wegen mit tich 
gereden. Schriftliche Antwort durch den Boten. — Geben am sonnentag nach sant Nicolaus 
tag, 1448. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. — Regest: Appenzeller 
Urk. I, Nr. 814. 


53041. — 1448 Dezember 9. (Lustenau.) — Ammann und gemeine Hofleute des Dorfes 
Lustenau schreiben an Biirgermeister und Rat zu St.Gallen: Alz von dez geltz wegen, 
so wir iich noch schuldig sind by den stiiren und darumb wir Ulrichen von Piir8S zt 
ainem geweren versetzt haben etc. der haut iiss yetzo den Ridrer geschikt, tins umb daz 
gelt ze néten, und zerett schwarlich daruff und wil von dannan nit 4n daz gelt. Nun haben 
wir das gelt yetzo nitt. Sie bilten deshalb dringend, daz ir... tins dez geltz baittint bis yetz 
uff die firtag. Auch mége man dem Ruodrer schreiben, daz er uff die zitt wider heimgangen, 
yedermans rechten 4n schaden. — Datum uff hiitt mentag nach sant Nicolaus tag, 1448. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


5042. — 1448 Dezember 9. (Schwiz.) — Siatthalter und Rat zu Schwiz (Swytz) 
libersenden ihren guten Freunden und Landleuten Schulthei~ und Rat zu Wil ein abgeschriffte 
einer war(n)unge, als uns unser eidgnossen von Bern geschriben hand, wnd fiigen bei: des- 
halb habend git sorg und empfelhend den uwern, war sy wandlen, das sy dester fiirer uff die 
sachen acht habend. Item von des wegen, der ze Frowenveld an ein bém gestreckt ist, 
und des von Zintzikon wegen wellen wir fiirer an die unsern bringen und tich darumb 
antwurten. — Datum secunda post Nicolai, 1448. 


Stadtarchiv Wil, Corresp. B, Nr. 44. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


5043. — 1448 Dezember 15. (Schwiz.) — Landammann und Rat zu Schwiz (Swytz) 
erwidern ihren guien Freunden und lieben Landleuten SchultheiB und Rat zu Wil auf ein 


Kaspar 1442—-1463. 221 


kiirzliches Schreiben von wegen unser eidgnossen von Ziirich, wie tich die geschriben und be- 
gert habind als von Henslis von Zintzikon wegen und wie ir inen darumb geantwurt habent 
etc. ...: Sie wiiPien nicht anders, dann das derselb Hensli von Zintzikon unserm vogt zu 
Baden in namen unser und unser Kidgnossen, und (die) zi uns ghorend, als von Ridger 
Richiners und Hansen Smids wegen mit andern abgeseit hab; wir wiissen aber noch nit, 
das er von uns ald unsern Kidgnossen gesicherht ald uf forchten gelassen sige etc. Sie raten, 
unverziiglich von denen von Ziirich schrifllich Auskunft zu begehren, 0b sie meinen, dap er 
gesichert oder seinethalb eine Richtung gemacht sei, oder ob er begehre, ub forchten gelassen 
und mit den Hidgenossen gerichtet zu werden, und ihnen mit den Lhrigen Sicherheit gewdhren 
wolle. Die Antwort bitten sie umgehend mitzuteilen, um sie an die Hidgenossen bringen und 
deren Meinung berichten zu kénnen. — Datum dominica post Lucie virginis, 1448. 


Stadtarchiv Wil, Corresp. B, Nr. 47. — Papier-Original mit Siegelspuren a t. 


5044. — 1448 Dezember 21. (Schwiz.) — Landammann und Rat zu Schwiz (Swytz) 
schreiben an thre guten Freunde und getreuen Landleute Schulthei~ und Rat zu Wil: Nach 
semlichen wunderlichen léiffen und geschiéfften, so dann jetz allenthalbenin den landen richssnende 
sind und wir teglichs vernemend, ouch uns von unsern friinden und git giinnern ze bekennen 
geben werdent, so ist vast git und notdiirfftig, als wir verstandent, das ir eben vast za iich 
selbs bedurffent sehen und sunder zi uwer statt, ouch vast umb iich und uff die loiff und 
sachen ligen. Sie mdchten also gute Acht haben und ja die Tore und wachten Tag und Nacht 
versehen und von allem Bericht geben. So wellen wir ouch mit der hilff gots getriilich za 
lich sehen und lip und git zi iich setzen als friind zu friind, und wir des ouch schuldig 
sind und pillich tind. — Geben uff sant Thomanns tag, apostoli, 1448. 


Stadtarchiv Wil, Cerresp. B, Nr. 48. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


5045. — 1449 Januar 9. Basel. — Vor Dietrich von Sennheim, Schulthei~ zu 
Basel, stelli Hans Hosang, Unitervogt zu Baden, im Namen des Wernher Blum, 
etdgendéssischen Obervogtes daselbst, das Gesuch, von Heinrich Halbisen dem dltern, 
Birger zu Basel, als Schiedmann und Zugesetztem bei der seinerzeit zwischen den Hid- 
genossen und Ulrich Himmeli selig durch Ritter Wilhelm von Griinenberg als 
Obmann gemachien Richtung Kundschaft einzunehmen. Auf Beschlug des Gerichtes sagt 
Halbisen eidlich aus: Als seinerzeii die Hidgenossen und Himmeli ihm und dem Schilter 
von Konstanz samt andern Schiedleuten und dem von Criinenberg als Obmann die Eni- 
scheidung threr Streitigkeiien tibertragen hditen, sei gesprochen worden: die vor der Ritter- 
schaft im Hegau zu Schaffhausen erfolgte Richtung (Urk. V, Nr. 4249, Beil. 4), sowie 
die Urteilbriefe iiber den Totschlag, den Himmeli zu Appenzell begangen, sollten in Kraft 
bleiben, jedoch mit dem Vorbehalt, daB Himmeli rechtliche Ansprachen um Higenium oder 
Erbschaft zu Appenzell oder bei den Eidgenossen durch einen bevollmdchtigten Boten geliend 
machen dirfe und ihm unverziiglich Recht erteilt werden solle; auch diirfe er iiberall im 
Gebiet der Hidgenossen aufer zu Appenzell wandeln. Nachdem dieser Spruch abends durch 
Schilter an Stelle des von Griinenberg verkiindet worden, seien am ndchsten Morgen Junker 
Hans von Rechberg und Himmeli zu dem Obmann und den Schiedleuten gekommen und 
hdtten erkldrt: si hettind die sachen nit also verstanden, als si beduchti, daB si gesprochen 
hettind. Damit sei man auseinander gegangen. 


Tschudi, Chron. Il, 8. 628. — Abdruck: Zellweger, Urk. I 2, Nr. 332. — Regest: Appenzeller Urk. 1, 
Nr. 815. 


5046. — 1449 Januar 9. Bischofzell. — Hanns von Masen, yetz sesshafft ze Masen, 
dem kilchenmayer und pfleger der styffte des hailgen herren sant Johannsen, des Toffers, 


222 Kaspar 1442—1463. 


kilchen ze Hellfetschwile 98 17 £ 4 C. M. bar gegeben haben, verkaufi der Kirche und 
den Pflegern dafiir einen jahrlichen Zins von 8 £ ~% aus seinem ledigen aigen gitlin ze 
Masen gelegen, genant in Betten, stosset ainot an des Ochsenhartz akerli, in Vaissen- 
wis gelegen, andert an Vaissenwis und zi der dritten an den akker genant der Widum- 
akker und za der vierden siten an den hof genant Ober-Masen, sami Zugehérden. Der 
Zins ist jahrlich auf Martini nach Helfentswil zu entrichten, wofiir das Gut haflet. Fir den 
Verkdufer siegeli Junker Konrad von Haidelberg, sefhaft zu Bischofzell. — Ze 
Byschoffzell in der statt, am donrschtag vor sant Hylaryen tag, des hailgen byschoffes, 1449. — 

Stiftsarchiv St. Gallen, H. 4. M. m. 5. — Pergament-Original mit eingendhi hangendem Siegel. 


5047. — 1449 Januar 13. (Wintertur.) — SchultheiZ und Rat zu Wintterthur 
schreiben an SchultheiB und Rat zu Wil: Ihr Birger Konrad Riitlinger behaupte, dag 
ihm Marquart Gygemberg und dessen Ehefrau laut Schuldbrief etwas schulden und 
thm dafir ein Unterpfand eingesetzt hditen, daran er aber nit habende sie. Sie bitten des- 
halb, mit den Schuldnern giitlich zu reden, dem unsern umb sin schulde ein benigung und 
uBSrichtung ze tind. — Geben uff mentag nach Erhartz tag, 1449. 

Stadtarchiv Wil, Cerresp. B, Nr. 54. — Papier- Original mit Siegelresten a t. 


5048. — 1449 Januar 20. (St. Gallen.) — Hans Heger und Hans Sailer, Biirger 
zu St.Gallen, verleihen fir sich and thre wiber dem Hans Pfiffer und Kueni Biren- 
stil gemeinsam unsern hof, den grossen und den klainen, zu Uffhoven fiir die ndchsten 
9 Jahre gegen einen jahrlichen Zins von 13 Malter beiderlei Kornes, 2 & ~%, 12 Hiihnern, 
100 Eiern und 2 Kloben Werg. Fir sie siegelt Ulrich Sari, Biirgermeister zu St. Gallen. 
—. Am zwaintzigisten tag des monats Génner, 1449. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. D 13, Nr. 138. — Pergament- Original mit offen hangendem Siegel 
(von Stadischreiber Widenbach geschrieben). — Vgl. die folgende Urkunde. 


5049. — 1449 Januar 20. (St. Gallen.) — Hans Pfiffer erklért in Betreff der 
Streitigkeiten, die zwischen Hannsen Heger und Hannsen Sailer von ir selbs und iro wiber 
wegen und ihm bestanden von des klainen hofs wegen zu Uffhofen, den ich danne von 
dem Giel zu lehen emphangen hatt, er sei seither von ehrbaren Leuten belehrt worden, dap 
er weder auf den grofen noch auf den kleinen Hof zu Aufhofen eine Ansprache habe, und 
es sei deshalb vereinbart worden, dag er Heger und Sailer nicht mehr darum ansprechen 
und ihnen den Brief von Giel ausliefern solle, wogegen sie ihn im Besitz des kleinen Hofs die 
ndachsten 9 Jahre lassen sollen um den Zins, wofiir sie ihm diesen laut Brief geliehen haben. 
Hiebei waren die beschaiden Eglin Engler, Hanns Krucker, der Riitiner und die 
zwen Schiltknecht. Fir Pfiffer siegelt Ulrich Séri, Birgermeister zu St. Gallen. — 
Am zwaintzigisten tag des monats Genner, 1449. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. D 13, Nr. 148. -- Pergament-Original mit offen hangendem 
Siegel (von Stadischreiber Widenbach geschrieben). 


5050. — 1449 Januar 21. (Kinsideln.) — Ital Reding, lantamman zi Switz, /éeili 
dem SchultheiB~B und Rat zu Wil mit, das minen herren zi Switz und iinsern Hidgnossen 
mengerley warnung fiirkumpt von grossen samnungen und mengerhand, so in disen untriiwen 
loiffen inen tiglich begegnet, ch uff hiit iren léffenden botten hair gen EHinsidellen mir 
nachgesant von sélicher warnung, so inen begegnot ist, iich das kuntzetin umb des willen, 
das ir dester gewarnoter syent, dch iiwere tor und wachten dester bas ze besorgen, iiwer 
kundschaft ze haben... — Datum uff zinstag uff die vj. stund nach mittag nach sant Sebastyons 
tag, 1449. 

Stadtarchiv Wil, Corresp. B, Nr. 51. — Papier-Original mit Siegelspuren a t. 


Kaspar 1442—1463. 223 


5051. — 1449 Januar 22. St.Gallen. — Ulrich Meister erklart, in Betreff der 
Streitigkeiten, welche zwischen Priorin und Konvent des Gotteshauses Sant Katherinen, 
vor der statt ze Santgallen gelegen, und ihm bestanden, es sy von versessner zinsen, ge- 
richten alder ander sachenn wegen, wie die herlangent sint, von was sach wegen und wie 
sich das entzwiischent iins baiden parthyen bisher gemachet und gesachet habent, gar nihtes 
usgenomen noch hindangesetzet: sie seien durch nachbenannte Leute bericht, betragen und 
geainbert worden in der Weise, dap kein Teil den andern wegen der vergangenen Sachen mehr 
irgendwie ansprechen, uftriben, bekiimmeren, bekrenken noch in diehain wis beschwiéren und 
die Sache zwischen ihnen ain berichte, schlechty sach haissen und sin solle. Fiir Meister siegelt 
Hermann Germann, Ammann der Payrer, végten ze Hagenwillen. — Hierby sint 
gewesen der from, vest junkherr Ulrich Truchsass, der firsichtig, wis Ulrich Sarry, 
burgermaister zi Santgallen, und der from, vest junkherr Hans von Ainwil, richter daselbz, 
und der erber Herman Germann, amman ze Hagenwillen; die vier habent dis richtung ge- 
macht und die sachen in obgemelter wis vertiidinget und beschlossen. — Ze Santgallen 
in der statt, der naichsten mitwochen nach sant Agnesen tag, 1449. 


Stadtarchiv St. Gallon, Schaffneramt Rheintal, Tr. M., Nr. 10. — Pergament-Original mit offen hangendem 
Siegel. 


5052. — 1449 Januar 24. — Jorg Steffan, sef~haft in der Hogy under dem Bich- 
berg by Rinegg, verkauft einen jahrlichen Zins von 5 £ 4 St. G. W. aus seinem Gut und 
Baumgarten under dem Baichberg gelegen, genant in der Hegy, stosset an der Blarer 
von Wartensew Hegy, an die herstrauss und an Lienhartz und Bernhartz, miner 
prider, Hegy, sami Zugehirden dem Peter Ortwin, derzeit Meister und verseher des 
Spitals za St.Gallen, zu dessen Handen um 5 %. Der Zins ist je auf Martini in des 
spitals hus zu entrichten, wofiir das Gut und der sonstige Besitz des Verkdufers haften. Aus 
dem Gat geht sonst nichts als der Zehnien. Fiir den Verkdufer siegelt Janker Hans von 
Andwil (Ainwil), Richter za St. Gallen. — An fritag naéchst nach sant Agnesen tag, 1449. 

Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. A. 9, Nr. 20. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


5053. — 1449 Januar 30. — Klaus Spditt von Rorschach, der von junckher Ridolffen 
dem alten, Eglin, Radolfen und Egloffen den jungen von Roschach, junkher Egloffs 
silgen siin von Roschach, eine Hofstait oben im Dorfe Rorschach, stoset anhalb an die 
Bichgassen, anderthalb an den Sew, obnan an mins gnadigen herren von Santgallen 
gutter, um 58 4 St.G. W. gekauft hat, réumt ihnen das Recht des Riickkaufs innerhalb 
der ndchsten 5 Jahre um die gleiche Summe ein. — Am nichsten donnstag vor iinser lieben 
Frowen tag zi der Liechtmisb, 1449. 

Stadtarchiv St. Gallen, Urk. Suppl. — Pergament-Original,; das Siegel fehit. 


5054. — 1449 Februar 4. (St. Gallen.) — Heinrich Kalchhofer, Weber und Birger 
zu St.Gallen, verkauft einen jahrlichen Zins von 10 B x) St.G. W. aus seinem Haus, Hof- 
statt, Hofraite und Garten vor der Stadt inSpiservorstatt, stosset an der Grafen berg, 
an des richs strasse und an die Locherinen, dem Klaus Holderschwendiner um 
10 & 5. Der Zins ist je auf Martini in St. Gallen zu entrichten, wofiir das Haus und der 
sonstige Besitz des Verkdufers haften, und kann mit der gleichen Summe sami Zins nach 
anzal des jars und ausstehenden Zinsen abgelést werden, doch soll bei einer miinsswendi damit 
gewartet werden bis uff die zit, das ain ander werschaft hie ze land wider angesehen wirt. Um- 
gekehrt kénnen die Kdufer Ablésung verlangen, die ohne Verzug zu erfolgen hat. Fir Kalch- 
hofer siegeli Heinrich Hux, Birger zu St. Gallen. — An sant Agten abend, 1449. 


Stadtarchiv St. Gallen, Schaffnoramt Rhointal, Tr. T. Nr. 8. — Pergament-Original mit offen hangendem 
Siegel. 


224 Kaspar 1442—1463. 


5055. -— 1449 Februar 5. (St. Gallen.) — Die Schwestern Adelheid (Aydelhait) und 
Margaretaim Buch, denen thre Mutter Adelheid (Aidelhait) im Buch alle ihre fahrende 
Habe laut gesiegelten Hauptbriefes iibergeben hat, verpflichten sich, thr, so lange sie lebt, 
jahrlich auf Martini 1 6 % St.G. W. als Leibding auszurichten; ferner sollen sie, falls die 
Mutter schwach und krank wurde, nit michte ald sust bruch und mangel und nit ze bruchen 
hette, sie unverziiglich auf thre erste Forderung zu sich nehmen, ir git pflegnust tin, essen 
und trinken geben, ir hunger und frost bissen nah aller notdurft tag und naht, fri und 
spat alle ir leptag. Fur diese Verpflichtungen haflet der liegende und fahrende Besitz der 
Schwestern, fiir welche Junker Hans von Andwil (Ainwilen), Richter zu St. Gallen, siegelt. 
— An sant Agten tag, 1449. 


Stiftsbibliothek St. Gallen, Cod. 1396, K 9/10. — Pergament-Original; das Siegel fehlt. 


5056. — 1449 Februar 11. (Lichtensteig.) — Schulthei£Z und Rat zu Lichtensteig 
schreiben an Schulthei~B und Rat zu Luzern: Es hat fiir tins bricht Hainrich Bilman, 
unser mitburger, wie das er hab ainen sun in iiwer statt wonhafft, dch genant Hainrich 
Bilman, der nu von siner torhait wegen ettwas begangen hab, darumb er in iiwern un- 
gunst komen sye und in mainind ze straffen. Und won nu der zitt sin vatter noch er laider 
nit git habend, sdlichs ze bessren, bitten sie, man wolle im solich sin torhait verzihen und 
die biB ablassen, . . ob aber das nit mécht gesin, das ir in danne sdélich bessrung und bisse 
an tiwern biiwen wellen lassen abdienen, als vil und ir danne von im nit enbern wellen. — 
An zinstag vor sant Vallentins tag, besiglot mit des wysen, fiirsichtigen Johansen Win- 
garters, schulthaiss etc., ufgetrukten insigel, 1449. 


Staatsarchiv Luzern, Kloster St. Gallen. — Papier-Original mit Siegel a t. 


5057. — 1449 Februar 12. (St. Gallen.) — Bilgri Merz, Birger zu St.Gallen, 
verkauft einen jahrlichen Zins von 28 % Si. G. W. aus seinem Haus, Hofstatt und Hofraite 
zu St. Gallen an der Webergasse, ainhalb stosset an Hansen Ganderschwil, andert- 
halb an Bartlome Vischer, hinnan an Cinraten am Aigen und vornan an des richs 
strasse, dem Rudolf Uotz, ebenfalls Birger, um 40 © %. Der Zins ist je auf Martini 
in Si. Gallen zu entrichten, wofiir das genannte Haus und der sonstige Besitz des Verkdufers 
hafien. Aus dem Hause geht sonst nichts. Fiir den Verkdufer siegelt Heinrich Hux, 
Birger zu St. Gallen. — An der nachsten mitwuchen nach sant Agten tag, 1449. 


Stadtarchiv St. Gallen, Urk. Suppl. (Webergasse). — Pergament-Original, die Siegel fehlen. 


5058. — 1449 Februar 18. Wil. — Ulrich Haller, Birger zu Wil, der dem Ruedi 
Nufpbomer, sefhaft zu Tiinbrunnen, einen Zins von 2 Mutt Kernen friindgabs, gittes, 
den er bisher mit andern Zinsen aus dem Hof zu Tiinbrunnen von mim gnedigen herren 
von Riiti und sinem gotzhu8 innegehabt und von seinem Vater selig ererbt hai, um 20% 
C. M. verkaufi hat, leistet Verzicht auf den Zins unter Vorbehalt des Riickkaufsrechts um 
die gleiche Summe fiir das Gotteshaus Riiti und tibernimmt Wahrschaft. — Ze Wy] in der 
statt, an dem nichsten zinstag vor sant Mathyas, des hailgen apostels, tag, 1449. 


Stadtarchiv Wil, XXV, Nachtr. 3. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


5059. — 1449 Februar 21.— Olimar von St. Gallen verpflichtet sich mit 17 andern 
Sdldnern, der Stadt Basel zu dienen. 


Urkundenbuch der Stadt Basel, Bd. Vil, Nr. 187. 


Kaspar 1442—1463. 225 


5060. — 1449 Februar 23. (St. Gallen.) — Walther am Hof, Zimmermann, Birger 
zu St.Gallen, verkauft einen jahrlichen Zins von 1% 1 B % St. G. W. aus seinem Haus 
samt Hofstatt, Hofraite und Garien zu St. Gallen in lrervorstatt, in Hobsgermos, und 
ainhalb stosset an der Burger Garten, anderthalb an die strass und an Albrehten 
Hartschen, das alles vor datum diss brieffs der Oschwaldinen siéligen gewesen ist, dem 
Rudolf Merz, Weber, ebenfalls Birger, um 21 & 4 St.G. W. Der Zins ist je auf Martini in 
St. Gallen aus dem Haus samt Zuagehérde, als ich das tailt und zway hiiser darus gemacht 
han, zu entrichten, wofiir die Liegenschaft und der sonstige Besitz des Verkdufers haften. Fiir 
thn siegelt Heinrich Hux, Biirger zu St. Gallen. — An sant Mathyes abend, des hailgen 
zwolffbotten, 1449. 


Stadtarchiv St. Gallen, Tr. 30, Nr.6. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


5061. — 1449 Februar 24. — Klara von Rorschach (Roschach), Adtissin, und der 
Konvent des Gotteshauses Maggenau (Maggnéw) geben dem Abt Kaspar von St. Gallen 
die Margretten Sprengerin, HansenSprengers von Flawile eliche tochter, Leib- 
eigene thres Golleshauses, in Tausch gegen Annen Voglerin von Urneschen, Uli Schalis 
u8 dem Nikert&l elichi huBfréw, Leibeigene des Gotteshauses St. Gallen. — An sant Mathyas 
tag, des helgen zwelfbotten, 1449. 


Stiftsarchiv St. Gallien, D. D. 3. F. 11. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


5062. — 1449 Miirz 12. (Altstitten.) — Fryderich Maller, Birger zu Altstdtten, 
stellt einen Revers aus, dap er die mily ze Alstetten, inn der statt gelegen, mit allen 
Zugehérden von Hans Vogler, derzeit daselbst Ammann des Abies Kaspar vonSt.Gallen, 
auf die ndchsten zehn Jahre empfangen habe gegen einen jahrlichen Zins von 5 & ~% und 
3 Hiihnern, dem Ammann des Gotteshauses zu entrichten, und unter nachstehenden Be- 
dingungen: Er soll nach den 10 Jahren in und an der Mihle vier niwe und gity reder 
lassen und sie, falls sie schwecher wdren, nach Erkenntnis ehrbarer Leute bebren; sind die 
Sleine, die thm auf 9 fl. rhein. geschatzt sind, nach den 10 Jahren besser, so soll er des 
.. geniissen, sind sie swecher, dez ..engelten nach Erkenninis. Wenn er oder seine Erben 
ain feni gemacht haben, soll er nach Schatzung dafiir bezahli werden. Item die wasser- 
layty und die kener untz uff die reder, die sdllen och noch den zehen jaren inn giter ray 
sin. Das milgericht mit Dach und aller Zugehérde, waz denn die vier wend hand begriffen, 
soll ebenfalls gut unterhalten und ganz unbufellig abgetreten werden. Wenn die Inhaber 
etwas vor den vier wenden buwen wolten, hu alder stadel, so ist'es nach Ablauf der 10 Jahre 
auf Begehren gegen Entschaddigung abzutreten, andernfalls kann es mit anderem Higentum 
der Abziehenden weggenommen werden. Nach Verflug der 10 Jahre sollen die Inhaber in 
der Miihle lassen vier meB, ain fiertayl, ain halb fiertayl, ain fierding und ain immy, vier 
byld und zwo wannen, ain hebisen und zway sypp; daz sol alles in giter ray$ hayssen und 
sin. Hiefiir setzt Miiller dem Ammann als Unterpfand 2 Zinsbriefe tiber 2 Mutt Kernen 
jahrlichen Zinses ein. Fiir ihn siegelt Steffan Mallar, do gerichtzamman ze Alstetten 
sines gniidigen herren junkher Hanssen Thumen dez jiingern von Nibtirg. — Uff sant 
Gregorien tag, 1449. 


Stiftsarchiv St. Gallen, P. P. 2.D. 2. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 


5068. — 1449 Marz 15. (Schwiz.) — Landammann und Rat zu Schwiz (Swytz) er- 
widern auf eine Bitte ihrer guien Freunde und lieben Landleute SchultheiB und Rat zu Wil 
umb ain bottschafft, namlich amman W agner iich uff den endtag, so der von Bussnang iich 
aber von des pfaffen wegen von W ange gen Costentz gesetzt hat, zizesenden: sie waren 

29 


226 Kaspar 1442—1463. 


gern zu Diensien bereit. Aber ammann Wagner ist von gmeinen lanntliiten uff jetz Mitvasten 
gen Lutzern zi unsern Hidgnossen ze tagen gesindt von treffenlicher sachen wegen etc., 
und das wir das nu zu endern haben, das kénnen wir nit gettin und haben des nit gwalt. 
Doch legen sie einen Brief an den von Bussnang bei: getriiwen wir wol, es sdlle itich wol 
beschiessen und fiirderlichen sin. — Datum sabbato ante dominicam Occuli, 1449. 


Stadtarchiv Wil, Corresp. B, Nr. 52. — Papier- Original mit Siegelspuren a t. — Vogl. Nr. 5018 f. 


5064. — 1449 Mirz 16. (St. Gallen.) — Konrad von Hagenwil (Hagenwillen), Biirger 
zu St.Gallen, verkauft einen Zins von 1 & % St.G. W. aus seinem Haus und Hofstatt zu 
St. Gallen an der Webergasse, stosset an des Figlis hus, an des Hibers hus und an des 
richz strauss, samt Zugehdérden, seinem Eigentum mit Ausnahme eines Viertels des Hauses, 
das seiner geschwigen gehért, dem Kaspar Wirt, ebenfalls Biirger, um 20 & . Der 
Zins ist je auf Matthid in St. Gallen zu entrichten, wofiir Hagenwilers Aniteil am Haus und 
sein sonstiger Besitz haften. Fir ihn siegelt Andres Vogelwaider, Reichsvogt zu St. Gallen. 
— Ze mittem Mertzen, 1449. 


Stadtarchiv St.Gallen, Tr. 80, Nr. 5. — Pergament-Original mit offen hanyendem Siegel. 


5065. — 1449 Mirz 18. — Heinrich Walther von Ramswag (Ramschwag) ver- 
leiht fiir sich und seine Geschwister Ulrich und Adelheid dem Konrad von Haggens- 
wil (Hergenschwy)) sein und seiner Geschwister Hof und Gut ze Oberen Blaichenbach, ge- 
legen in Waldtkircher kilchhori, und damit das giittli genannt das Loo, stost an Bernarts- 
riiti, an Othmar Hennis wy8, an Bernardzeller giitter, an den Bisenbach und an 
Tierlihaib, mit allen Rechten und Zugehorden um einen jadhrlichen Zins als Erbzinslehen 
mit der Verpflichtung, das Gut in rechtem Stand zu halten und je auf Martini nach St. Gallen, 
Waldkirch oder Steinach, je nach Wunsch, 18 Viertel Kernen, 1 Malter Vesen, 15 Mutt 
Haber, Bischofzeller Maf, 1&7 £3 4 St. G. W. zu entrichten, 4 Schnilter gen Wald- 
kirch in den Hof zu stellen, 8 Herbsthiihner und auf Ostern 73 Hier zu geben; fiir den 
Zins und allen Schaden haften der Hof und der sonstige Besitz des Belehnten. Konrad von 
Hdggenswil hat als Ehrschatz 102", fl. rhein. bezahit. Will ein Teil seine Rechte veradufern, 
so soll er sie zuerst dem andern anbieten, 5 B ~ na&her und bas als andern. Da Heinrich 
Walthers Geschwister zue iren tagen nit kommen seind, stellt er fiir sich und sie ze rechten 
gewebren fiir den Kauf den Heinrich Heiden, unsern stieffvattern, und Clara, unser 
mutter und Heinrichs gemahel. Es siegeln Heinrich Walther von Ramswag fiir sich und 
seine Geschwister, Heinrich Heiden und Klara von Ramswag. — An dem achtzehenden tag 
des monats Merzen, 1449. 

Stiftsarchiv St. Gallen, Rubr. Xill, Fase. 6. — Papier-Kopie aus dem 18. Jahrhundert eines von Abt 


Diethetm von St.Gaillen am 25. Oktober 1561 auf Bitte des Kaspar Locher von Bleikenbach 
ausgestellien Transsumptes des Originalbriefes. — Vgl. Nr. 5082. 


5066. — 1449 Miirz 23.— Hans Zerahoch von Rorschach verkauft dem Ulrich 
Keller von Tiibach (Tumbach) um 12 & 4 St. G. W. einen Zins von 1'/, Viertel gesottes 


und gezimmer daruff, ze Rorschach im Schaffratzbach. — Geben ze Mittervasten, 1449. 


Stiftsarchiv St. Gallen, BOcherarchiv Bd. 95, §. 60. — Verzeichnis der von Abt Ulrich (VIII) eingelésten 
Briefe, 1490 von Ulrich Rigger angelegt. 


5067. — 1449 Mirz 28. St. Gallen. — Vor N. Gullheim von Pfall in der Diézese 
Constanz, offentlichem Notar, quittiert Ursula Koffmdnnin, Tochter von Ueli Koff- 


Kaspar 1442—1463. 227 


mann, Birger za St.Gallen, der ebenfalls zugegen ist, den Michael Haf, in Sancto 
Gallo moram gerens, fiir ein Haus in der Speiser-Vorstadt und fiir 14 & » St.G. W,, 
die sie occasione recompensacionis et dotacionis sui virginitatis floris, cuius per ipsum 
M(ichahelem) destituta fore dinosceretur, von ihm empfangen hat, und entsagt allen weiteren 
Ansprachen. Als Zeugen sind zugegen Radolf Gelier und Ulrich von Pirs, Birger 
der Stadt. — Indictione duodecima, pontificatus .. Nicolai.. pape quinti anno sui regi- 
minis tercio, die vero vicesima octava mensis Marcii, hora primarum vel quasi, in opido 
Sancti Galli Constanciensis diocesis et ibidem in stuba anteriori solite inhabitacionis 
mei notarii publici infrascripti, 1449. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Bicherarchiv Bd. 369, 8. 20. — Gleichzeitige K opie. 


5068. — 1449 Miirz 29. (Constanz.) — Bischof Heinrich (IV.) von Constanz, Ver- 
weser des Stiftes Cur, schreibt an Schulthei~B und Rat zu Wil (Wyle): Als ir uns vormals 
von wegen ains gesellen, genant Mathyas, in unser voncknuS ligende, hond lausen schriben 
und wir tich och deSmals daruff geantw(u)rt lausen haben, denn das ir sidher iiwer botschafft, 
nemlich Ridolffen von Stainach und GrouBhanB Schnider, deBhalb ouch zd uns 
gesandt und mit uns reden lausen hond etc., so wdre er ihnen gern zu Willen. Aber nach- 
dem derselbe Mathyas, ouch sin hoptman und die andern ir gesellen sich understanden hond, 
uns ze verraten, ze vahen, hinzefiren und ze iibergeben, deSgelich unnsre schlo& inzeniemen, 
ouch unnsers stathalters und lieben getriiwen hern Sigmunds vom Stain, ritters, und andern 
der unsern der treffenlichesten, alles unbewart ir eren halb, unervolgt des rechten, und iiber 
das wir noch die unnsern uns dehains argen zi in versehen gehept haben, darumb wir nach 
recht mit in zi gevaren mainen und uns daby wol versehen, das ir die ding selbs nit gern 
von in verniemen werden, sonnder ir und alle erberkait genaigt syen, dartzi ze tind, damit 
man sdllicher bibry vertragen werde. — Datum an samstag vor dem sonntag Judica, 1449. 


Stadtarchiv Wil, Corresp. B, Nr. 22. — Papier-Original; das urspriinglich a t. aufgedriickte Siegel 
unter Papierhiille ist auf der Vorderseite aufgekledt. 


5069. — 1449 April 4. (St. Gallen.) — Biirgermeister und Rat zu St. Gallen erkléren: 
Als von des velds wegen, das uns vor ziten Wélti Ortwin zu ainem ziegelstadel und zu 
der ziegelértz daselbs zu sichende und ze nutzend gegeben und erlobet hit, das zu Bruggen 
und an Loch gelegen ist, syen wir durch erber from liite, die dozemal by der iiberkomniisse 
gewesen sint, erinndert worden, das wir in sdmlicher wyse, als hernach geschriben stat, mit 
im dozemal tiberkomen syen. Dem ist also: Des ersten, das wir an dasselbe ennde wol ainen 
ziegelofen oder mer mit ir zigehdrd setzen und buwen, die mit steg und wege, als darzi 
notdurfftig ist, nutzen und nyessen und och des ertrichs und der értz, so darzi ze machende 
nutzlich und komenlichen ist, bruchen und némen modgen, wie vil wir wellent und wie uns 
das wol figet, 4ne sin und siner erben sumen und irren. Was aber dannenthin, es wére holtz 
oder anders, uff demselben ertrich, da wir danne dennzumal das ziegelértz nit nutzetind und 
bruchtind, wichsse oder wurd, méchte der obgenant W6élti oder sin erben wol nutzen und 
nyessen Ane unser und unser nachkomen hinderniis&£ und irrunge. Auch sollen sie den jahr- 
lichen Zins von 1 & 2 f %, den Walti von dem Feld dem Hermann Schirmer selig 
schuldig war, an seiner Siatt geben. — Am vierden tag des monats Abrellen, 1449. 


Stadtarchiv St. Gallen, Tr. 82,1. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


5070. — 1449 April 15. — Herman Schamler, derzit des erwirdigen heren her 
Cinrats von Bussnang, ddimher der hochen gestifft zi Straspurg, amptman iiber sine 
lehen, die herrirent von junkher Jérgen von Ende siliger gedichtniisse, belehnt den 


228 Kaspar 1442—1463. 


Wilhelm Riisch von St. Margreten-Hoéchst mit dem Acker genannt das Badchli 
zu St. Margreten- Hochst, der Lehen von dem von Bussnang ist. — Uff zinstag in Osterfir- 
tagen, 1449. 

Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. B 15, Nr. 28. — Pergament-Original mit offen hangendem 
Siegel. 


5071. — 1449 April 21. — Cinrat u8 Gietzendan verkaufi sein Higengui ob Y berg 
an dem berg gelegen, genant das Thiirligaden, mit Zugehérden, wie Heinrich Thurman 
es vor einiger Zeit laut Kaufbrief von den Wenken erworben hat, dem Abt Kaspar zu 
Handen des Golteshauses St.Gallen um 9 & 4 C.M. Fiir den Verkdufer siegelt Johans 
Schedler, Ammann miner gniédigen herschaft von Raren. — An miantag vor sant Jorgen 
tag, 1449. 


Stiftsarchiv St. Gallen, 0. 0. 1.6.9. — Pergament-Original mit eingenadht hangendem Siegel. 


5072. — 1449 April 25. — Lukas Wyder von Marbach, Vogt der Kinder des 
Heini Giimel sel., vorzitten im Dornach uff dem git genant daz Hiipffing gesessen, 
und Uelin Keller von Marbach, der Kinder Stiefvater, erklaren in Betreff der Streitig- 
keiten, die zwischen ihnen von der genannten Kinder wegen und Hans Hermann, derzeit 
‘Ammann und Keller zu Bernang, entstanden waren von dez kellnhoffs ze Bernang gits, 
daz man nempt daz Hiipffing, das Abt Eglolf sel. von Sit. Gallen den Kindern und ihrem 
Vater um einen jahrlichen Zins von 18 B ~™% und umb halb hé von dem miadlin laut Brief 
verliehen: durch Opprecht von Appenzelle, Haini Staiger von Altstetten, Hans 
Noll von Marpach, Ul Hofstetter und Ridi Sturtzenegger von Bernang sei eine 
Richtung vermittelt worden, wonach der Ammann die Kinder bei dem Gut laut des Briefes 
von Abt Eglolf sel. bleiben lassen solle gegen die Verpflichtung, ihm und den kiinftigen 
Kellern zu Bernang den Zins jahrlich auf Gallustag in den Kelnhof und das halbe Heu 
auf dem Gut und Mddli zu entrichten und das Gut mit ziinen und graben etc. in gutem Stand 
zu halten und selbst zu bebauen, nur mit Zustimmung des Kellers es an andere zu verleihen,; 
widrigenfalls kann es an den Kelnhof gezogen werden. Fiir die Aussteller siegelt Junker 
Wilhelm von Steinach. — Uf sant Marcus tag, 1449. 


Stiftsarchiv St. Galien, 0. 0. 3. J. 19. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. — 
Regest: Wartmann, Der Hof Widnau-Haslach, Nr. 22, mit unrichtigem Datum. — Vgl. Nr. 5012 und 5100 


5073. — 1449 April 25. Salem. — Abi Georg von Salem erteilt namens des General- 
kapitels des Zisterzienser-Ordens der Schwester Susanna Schenk, Professen des Klosters 
Maggenauw, Dispens super nota inhabilitatis ac infamie puerperii, quod contraxisse accusata 
est, und erklart sie ad omnes legitimos gradus et dignitates ordinis abbaciali gradu dumtaxat 
dempto geeignet (rehabilitamus et rehabilitatam esse volumus). — Datum et actum in nostro 
monasterio Salem, ipso die Marci ewangeliste, 1449. 


Argauisches Staatsarchiv, Wettingen 1048. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


5074. — 1449 April 27. Wil. — Priester Johans Kiindigmann, derzeit bestdtigter 
Leutpriester zu Wil, von dessen Vorgdnger vormals Ueli Sanger sel. der liitpriestery 
wisan an dem kigweg gelegen und ain wisan, by dem stainen stég gelegen, die da stoset 
an die grésern wisan, die noch an die liitpriestery gehért, als Erblehen empfangen, sie ge- 
beBret und von dem damaligen Leutpriester Hans Spitzli dariiber einen Brief erhalten 
hat, der aber verbrannt ist, erkldrt: er wisse, daB Sanger und seine Erben von der Wiese 
am Kiihweg 1], Mutt Kernen Wiler MaB und von der zweiten Wiese 14 B » C. M. jahrlich, 


Kaspar 1442—1463. 229 


nicht mehr, dem Leutpriester zu entrichten haben und den Zehnten dem Abi von St.Gallen 
uffstellen sollen, und das ain liitpriester das wasser solli laussen gin zi den zyten, so das 
billich und notdurfftig ist, durch der liitpriesterye grosen wis uff des Sangers erblechenwise 
ungeverlich und ouch darzii zwiischen im und dem Sanger on des Sangers und siner erben 
schaden ziinen sélli und friden, ouch wenn das notdurftig ist. Hr stelli, da die Wiesen durch 
Erbschaft an Sangers Witwe Annen Clingerin und thre Kinder gefallen sind, einen Brief 
dariiber aus, dap die Frau und thre Kinder die zwei Wiesen unter den genannten Bedingungen 
innehaben sollen und dap er hiezu die Hinwilligung des Abies Kaspar von St. Gallen 
eingeholt habe. Es siegelt der Abi. — In unsers gotzhus statt Wyl, an dem néchsten sontag 
nach sant Jéryen tag, 1449. 


Stiftsarchiv St. Gallen, H. 3. F. f. 14. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 


5075. — 1449 April 30. — Egloff, genant der Unger, Ridolff und Egloff die 
jiinger von Roschach, die uss dem zechenden ab dem Bichberg jarlichen zwen sém win 
hind, derselbe win ain vierdentail iinserm lieben vetteren dem alten Egloffen von Roschach 
zugehort, verkaufen ihre drei Vierltel dem genannten Vetter um 18 € 15 B 4 C. M. u. W. 
Es siegeln die Verkdufer. — An der hailgen zwelffbotten Abent Pfyliphy und Jacobus, 1449. 


Staatsarchiv ZOrich, C ll 21. — Pergament-Original mit offen hangenden Siegetn. 


5076. — 1449 Mail. — Heinrich Figer, Birger zu St.Gallen, verkauft einen 
Zins von 2% ~ Si.G. W. ab, von und usser minem halben hof ze Riedren gelegen und 
also genant, stoBt an Albenberg, an die Goldach, an Riedrerholtz und an Moérsch- 
wyler giietter, item und uf minem hof ze Mérschwylen gelegen, genannt HainiFiiegers 
Guat, samt Zugehérden dem Hans Kaiser (KayBer) dem alten um 408% 4. Der Zins ist 
je auf Martini nach St. Gallen zu entrichten, wofiir das genannle Gut und der sonstige Be- 
sitz des Verkdufers haften. Bei allfadlligem Verkauf des Zinses steht Fiiger und seinen Erben 
das Recht des Vorkaufs um die obige Summe zu. Es siegelt Andres Vogelweider, Reichs- 
vogt zu St. Gallen. — Ze ingenndtem Mayen, 1449. 

Staatsarchiv ZOrich, C ll 21. — Vidimus (Pergament-Original), von Abt Diethelm von St.Gallen 


auf Bitte des Bernhart Mader, Weibels za Mérswil, nach dem schadhafften originalbrieff ausgestellt am 
16. September (dornnstag nach de® hailigen Criitz erhéchung tag) 1563; das Siegel hdngt offen. 


5077. — 1449 Mai 16. — Hans Wild, Birger zu St.Gallen, verkauft einen jahr- 
lichen Zins von 1 & ~% St.G. W. von und usser minem hus, héfstatt und garten, in Spiser- 
vorstatt gelegen, stésset an Hansen Bartholomes hus, an Hansen Josen hus, an 
des richz strauss und an Crystan Appenzellers garten, den Geschwistern Ulrich und 
Adelheid Girlanner um 20 ® », die thm von thren Vogten Ulrich Ho(c)hriitiner 
und Ulrich Girtanner bezahlt worden sind. Der Zins ist je auf LichtmeB in St. Gallen 
zu entrichten, wofiir das Haus und der sonstige Besitz des Verkadufers haften, und kann um 
die gleiche Summe, vor Johannis ohne, darnach mit vollem Jahreszins abgelést werden aufer 
in ainer miinsswendy. Pir Wild siegell Konrad Kapfmann, des Rats zu St. Gallen. — 
Ze mittem Mayen, 1/449. 


Stadtarchiv St. Gallen, Urk.-Suppl. (Speiservorstadt). — Pergament-Original,; das Siegel fehlt. 


5078. — 1449 Mai 17. (Schwiz). — Landammann und Rat zu Schwiz (Swytz) schreiben 
an thre guten Freunde und Landleute SchultheiB und Rat zu Wil: Wir vernemend, wie das 
jetz ettwas samnungen durch Hannsen von Rechberg und ander riiter ze Swartzen- 
bach uff dem sloss sin sdlle, ouch dawider selbs umb iiwer statt und graben ryten sdllent. 


230 Kaspar 1442—1463. 


Ob iich nun in sélichem dheinerley begegnet were ald wie es umb die geschichte ein ge- 
stalt hette, wélten wir gern vernemen. Dann, lieben friinde, habend git und dester besser 
sorg zu uwer statt und zi uwern toren. Auch bitten sie, alles Wissenswerte zu melden, wie 
sie auch tun wollen. — Datum sabbato ante Potenciane, 1449. 


Stadtarchiv Wil, Corresp. B, Nr. 58. — Papier-Original mit Siegelspuren a t. 


5079. — 1449 Mai 17. (Rottweil.) — Graf Johans von Sulz, Hofrichter zu Rott- 
weil, erkldrt, Ulrich Himmeli von Appenzell sei auf Klage von Birgermeister und 
Rat zu St.Gallen, daB er inen und den iren ein mutwillige, unrechtliche vientschafft ge- 
seit, iiber daB er si noch die iren umb dheinerley sache rechtlich nie ervordert hat, da er der 
Aufforderung zur Verantwortung nicht nachgekommen sei, am 19. September 1438 als offener 
Achter ins Achtbuch elngetragen worden und stehe noch darin. — Am sambstag nechst vor 
dem sontag, als man in der heiligen kirchen singet Vocem incunditatis, 1449. 


Tschudi, Chronik ll, 8. 582 f. — Regest: Appenzeller Urkundenbach I, Nr. 816. 


5080. — 1449. Mai 19. Oberberg. — Hans Brotbeck von Oberdorf erklart, er habe 
von Junker Walther von Andwil (Ainwille), seBhafi auf Oberberg, ain hoffstatt und 
ainen bletz darhinder, daselbs ze Oberndorf gelegen, als Zinslehen empfangen mit der Ver- 
pflichtang, sie in gutem Stand zu halten und davon jdhrlich auf Martini gen Obernberg, 
uff und in iro hus und vesty, 13 B 4% C. M. uw. W. und 4 gute, junge Hiihner zu entrichten, 
dies Jahr beginnend. Fiir ausstehenden Zins und Schaden diirfen die von Andwil den ge- 
samten Besitz Brotbecks oder seiner Erben angreifen. Auf erfolgte Mahnung haben die In- 
haber sofort die Hofstati etc. za rdumen. Fir Brotbeck siegelt Ulrich Sdrri, derzeit Birger- 
meister zu St.Gallen. — Ze Obernberg, am mentag vor der Uffart Cryste, 1449. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. D 6, Nr. 32. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


5081. — 1449 Mai 21. (St. Gallen.) — Hans Schmid von Tonsberg und sein Sohn 
Hans, beide Birger zu St.Gallen, verkaufen einen jahrlichen Zins von 18 4 St. G. W. 
aus all ihren Giilern gen. Tonsberg, stosset an der Schailmaister giter, an des Custers 
git im Loch, an der Appentzeller giter, samt Zugehérde dem Hans Rot, dem Weber, 
ebenfalls Biirger, um 20 & \. Der Zins ist je auf Martini in St. Gallen zu entrichten, wo- 
fiir das genannte Gut und der sonstige Besitz der Verkdufer haften. Will Rot den Zins 
verkaufen, so haben die Schmid das Vorkaufsrecht. Fir die Verkdufer siegelt Heinrich 
Hux, Birger zu St. Gallen. — Uff Criitzmitwochen, 1449. 


Stiftsarchiv St. Gallen, J. J.4. K.K.1. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 


5082. — 1449 Mai 24. (St. Gallen.) — Cfinrat von Hiarggenschwil, Birger zu 
Sit.Gallen, der von Junker Heinrich Walther von Ramswag, ebenfalls Birger, und 
dessen CGeschwistern Ulrich und Adelheid iro aller hof und gelegen git ze Obren- 
Blaichen und gelegen in Waldkircher kyrchhoéry und damit das gitly genamt das Lo, 
stosset an Bernentzriiti, an Othmar Hiénnis wis, an Bernentzeller giter, an den 
Bysenbach und an Tierlihtb, mit allen Zugehorden als Hrbzinslehen empfangen hat 
(s. Nr. 5065), stellt dariiber einen Revers aus. Fir ihn siegelt Konrad Kapfmann der 
alte, Biirger zu St. Gallen. — An sant Urbans abent im Mayen, 1449. 

Stiftsarchiv St.Galien, L. L. 4. R.1. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. — 
Notiz auf der Riickseite: Zu wyssen, das usser diserm erblehen ain égertlin, ist ain halb juchart acker im 
Laichen, hingeben und dem Scheiwiler zd aigen getuschet und geben ist umb und an das LangwiBli, 


ist ain fierentail ains mannmads howachs, ligt nebent der Braiti; ist Scheywilern aigen gsin, ghort yetz 
in das erblehen. Per F. Jacoben Brunschwiler, offnen notarien, 1550. 








° Kaspar 1442—1463. : 231 


50838. — 1449 Mai 28. (Ganterswil.) — Vor Heinrich Spitzli von Jonswil (Jonschwil), 
Ammann des Freitherren Petermann von Raron (Rarn), der ze Ganderschwil in ainem 
gebannen jargericht Offentlich zu Gericht sitzt, fertigg Cini Hiw von Liechtenstaig, 
der mit Ueli Kopp und Hans Schmucki, Kirchenpflegern za Ganterswil, ein Uberein- 
kommen umb ain gitli ze Ainwil gelegen, haisset tinser Froéwen Gitli, getroffen und 
der Kirche dafiir 2 ~ C. M. and einen jéhrlichen Zins von 2 Muti beiderlei Kornes Lichten- 
steiger M., je auf Martini za entrichten, gegeben hat, den Kirchenpflegern diesen Zins und 
seizt der Kirche denselben in das vorgedacht gitli und in alles sin git zu Andwil. Es siegelt 
der Richter. — An der nachsten mittwuchen vor dem hailigen Pfingsttag, 1449. 


Stiftsarchiv St. Gallien, K. 8.8. 9.— Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. — Ver- 
meork rechts unten: Weber, Renner. 


5084. zu Salmsach, 
dem Junker Heinrich Ehinger zu Giittingen auf seine Bitte in und uf sinem wasser 
genantt die Ahe gunnen und erloptt hett ain vach ze machen, darin ich vische, stellt da- 
riiber einen Revers aus: Herumb, das ich dan nun noch hiendch sdlliche verwilgung nit fiir 
ain herkomen noch recht habe, so ensoll, enmag noch entar ich noch niemant von minett- 
wegen in noch uff demselben wasser der Ahe niitt vischen noch zi schaffen haben, wenig 
noch vil, den mit des genanten junker Hainrichs gaitten gunste und willen, und als lang im 
eben und figlich ist, und dch nit fiiro, besunder und mit geding untz an sin widerrdffen. 
Fir Ndger siegell Hans Opp, Kirchherr za Sommeri (Sumery). — Am niachsten donstag 
vor dem Pfingsttag, 1449. 


Stiftsarchiv St.Gallen, G. @. G. 1. A.9. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 





5085. — 1449 Juni 1. (Schwiz.) — Landammann und Rai zu Schwiz (Swytz) schreiben 
an Biirgermeister und Rat zu St.Gallen: Also sendent wir tich c guldin verfallner zinsen, 
und umb die xx guldin, so jetz uff mitwuchen fronfasten ze Pfingsten vallen werdent, meinend 
wir iich zu senden by uwerm burgermeyster uff dem tag zu Utznang, den er gesetzt hat 
uff sunnentag vor Johannis Baptiste (22. Juni). Und bittent iich friintlich, sdlich gelt von 
uns Zu nemen und uns und unser angiilten der manung und leistung, als sy gemant sind, ze 
erlassen und uns uwern quittbrieff umb die c guldin by dem botten zu senden. — Datum 
ipsa die fest(ivitatis) Penthecostes, 1449. 


Stadtarchiv St. Gallien, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. 


5086. — 1449 Juni 6. — Abt Kaspar von St.Gallen gibt seine Hinwilligung dazu, 
dag sein Brader Albrecht von Landemberg von der Braiten-Landemberg zt 
Clingen der Elsbeth am Felde, Ehefrau des Ludwig Hardler, Birgers zu Con- 
stanz, einen jahrlichen Zins von 25 fl. rhein. je zur Halfie auf Walpurgis und auf Martini 
zu bezahlen, um 500 fi. rhein. verkauft hat und sie laut Haupibrief umb houptgat, zink und 
allen schaden gewiset und versorget uff sin vogtye ze Zitzwil gelegen sami Zugehorden, 
die Lehen vom Gotteshaus ist, und belehnt den Ehemann als Lehenirdger zu Handen der 
Frau mit dem Zins. — An dem frytag in der fronvasten zi Pfingsten, 1449. 


Stiftsarchiv St. Gallen, K. K. K. 1, Faso. 1, Nr. 8. — Pergamont-Original mit eingendht hangendem 
Siegel. 


5087. — 1449 Juni 11. (St. Gallen.) — Hans von Andwil (Ainwil), Richter zu 
St.Gallen, erkldri, es habe, do ich daselbs uff dem rathus offennlich ze gericht sass, 
Ludwig von Eppenberg mit Hans Mager als Fiirsprech vor Gericht eréffnet, wie das 


232 Kaspar 1442—1463. : 


er uff mentag nechstvergangen vor dat dis briefz mit recht als ze dem dritten uff die gandt 
geslagen hab dero von Roschach gelegni gitter ze Roschach an dem berg gelegen, ist 
ains gnant Bildtenried und das ander des Rotfuchs Gat, nach inhalt sins hoptbriefz 
lut und sag, und habe daruf in sinem namen geslagen Hug Schtlmaister ainundfiinffzig 
guldin, darumb dis als ze dem dritten verkouffet sy. Daruf sait der waibel, das im ain bott 
die pfand bracht hab und die vertedinget sigin, und hab ouch die usgerift ainest, andrest 
und ze drittenn nach dem rechten, als vorstat. Ouch sait Hanns Schalling, das er ainem 
von Roschach verkiinndt hab, die pfandt ze lésenn in viertzechen tagen, oder man welle die 
verkouffen nach dem rechten. Und habind baid, der waibel und der Schilling, hierumb in 
gericht geseit, wie und als hoch sie sagen sdllen. Geben mit urtail von des gerichtes und 
der gandte wegen. — An iinsers Herren fronlichnams abend, 1449. 


Staatsarchiv Zirich, C ll 21. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


5088. — Der Hofrichter zu Rankwil verbielet den Hinwohnern der Stadt St. Gallen, 
den gedchtelten Mdirk von Ems zu hausen etc. 


(Rankwil) 1449 Juni 13. 


Ich Hanns von Hoffen, fry lantrichter ze Ranckwil in Miisinen, gebiit vestenk- 
lichen von des rémschen kings gewalt und lantgericht gebots wégen den ersamen und 
wysen dem burgermaister, riten, den burgern und gemainlich allenn mannhaftigen liiten, 
zwelff jar alt und altter, der statt ze Sant Gallen, das ir den vesten junckher Mercken 
von Emps, der ain offner, verrifter und verscribner aichter worden ist von clag wégen frouw 
Claren Haidin, geborn von Emps, und junckher Hainrichs Walther von Ramswig, 
irs suns und vogts, in twer statt gerichten, zwingen, bannen und gebieten nit mer enthaltent, 
dawdder husagint noch hofagint, dehainen kouffs noch verkouff, dewiéder éssent noch trincken 
nit gebent, dewider bachent noch malent noch sust dehain ander gemeinsame mit im nit 
habent iiberall in kainem wég, also lang und uff die zit, das er uss den bannen der dAcht 
komen ist und sich mit der obgenanten frd6w Claren und irem sun und vogt genczlich ge- 
richt hat. Tatent ir es aber also aber dis gebott und kim es mir von iich zi clag, ich richti 
zi iich nach récht. Geben und mit urtail besigelt mit des obgenanten lantgerichts zi Ranck- 
wil za rugk uffgedrucktem insigel, uff fryttag vor sant Vits tag, anno domini M°CCCC°xlviiij°. 


Stiftsarchiv St. Gallen, V. 4. B. 5. — Pergament-Original; das ehemals a t. aufgedriickte Siegel ist 
abgefallen. — Vermerk auf der Riickseite: Sant Gallen. 


5089. — 1449 Juni 17. Rorschach. — Eglolf von Roschach der eltst, den man 
nempt Schilegli, Eglolff, Ridolff und aber Eglolff die jungen von Roschach, alle 
drye elich gebrider, verkaufen dem Abt Kaspar und dem Konvent des Gotteshauses St.Gallen 
um 2700 fl. rhein. die burg Roschach, die unser und unser vordern untzher gewesen ist, 
mit derselben burg hofstatt und burgstal, mit dem stain mit allen graben und bygriffen, daruff 
die burg lyt und gebuwen ist, mit liite, mit gut, mit lechen und aigen und allen sonstigen 
Rechten und Zugehirden, nichts ausgenommen, und namlich dif nachgeschriben stuck, gut, 
zins und zehenden: item die hofraiti, die da stosset obnen an Haini Berlis gut, daB man 
nempt zu der Hasen Hus, und undnen an Roschacher zelge under dem buwstadel; item die 
wise genant Biltenriet, stosset obnan an den buwhof, anderthalb an den Rietbach, der dritten 
sydten an Vogel(l)och und zu der vierdten syten an die ackern, die da ligend an dem burg- 
weg; item und alle unsri recht an den dry welden anenandern gelegen, deren ainer haisset der 
Hasenstrick, stosset unden an Koblen und andersydt an Haini Berlis waid und obnen 
an Fiirswendi, der ander wald heiset der Ruchenfels und stosset an das Veldmos; 


Kaspar 1442—1463. 233 


obnen und undnen an Koblen, der dritt wald heiset die Egg, stosset undan unnd obnen an 
Hainin Berlin unnd zu der driten syten an Conraten Berlin; item die staingruben zu 
Roschach ob dem dorff gelegen, mit den ackern, bomgarten, waiden, holtzen, feldern und 
andern umbgriffen und zugehérden, so darumb und darby ligen, stosset ainer sydte unden 
an den Sew und zu der andern sydten an das gut genempt zem Turn, daB jetz Herman 
Talch innhat, und zu den zwain sydten stosset sy an die Braiten; item den zechenden 
ze Grutzeglen umb Wartensew und zu dem hof genant deB Schiichs Hus; item den 
zechenden zem Rin; item und den zechenden usser disen nachgeschribnen héfen ob den 
Eggen gelegen, es sye an korn, schmaltz oder gelt: usser dem hof in Swantalen, usser 
dem hof in Frowenriiti, usser dem hof in Kreyentobel, usser dem hof uf Fiirswendi, 
da Haintz uf setzt, usser dem hof uf Fiirswendi, den der Bentzinger hat, usser dem 
Fridmos, da Hensli Kramer uf setzt, usser dem hof Nidern Egg, den Uli Hertzog 
jetz hat, usser Nidern Ow, den jetz die Rechstainer hand, usser dem Bil, den jetz 
die Moser hand, usser Obern Ow, den jetz Cini Bentzinger und die Miiller inOw 
hand; item unnd den schmaltzzechenden under Rechstain, nemlich ain fiertel und sechs 
mé$; item und die widem ze Roschach in den zelgen gelegen; item und dif nachgeschriben 
hofstett zu Roschach gelegen, mit namen Welti Schibans hofstatt, der Rotfuchsinen 
hofstatt, Uli Fugers hofstatt, Ride Berlis hofstatt, Ostwalds hofstatt, des Wiechbalmes 
hofstatt, Eglis und Ridis der Bertschen hofstatt, Jacobs hofstatt, de&8 Kramers hof- 
statt, Kutlis hofstatt mit dem wyer, darhinder gelegen, und den krutgarten, den da het HenBli 
. Bertschi genant Blumer; item unnd die vogtye zu Horn; item unnd damit allen hu8blinder 
und hufgeschier, daS minder unnd das mer, gar nichtz uBgenommen noch hindanngesetzt; 
item unnd mit namen daf git genant Oberhus, stoset an deB Zerhochs berg und zu der 
andern syten an das Haiden unnd an die Riiti, die da stosset an das Ebnot, und ain 
wis, heiset der Grendel, stosset an Haini Berlis und an Gutten Vetrinen sack, ouch 
mit aller zugehérde, das gut allein min def obgenanten Eglolffs deB eltisten gewesen ist. Hs 
siegeln die vier Herren von Rorschach. — Zu Roschach, an dem nechsten zinstag nach 
der heilgen martrer sant Vyten und Modesten tag, 1449. 


Stiftsarchiv St. Gallen, BOcherarchiv Bd. Xill, 8. 3f. — Klosierdruack. 


5090. — 1449 Juni 23. — Hans Wilhelm von Marbach, Intal Wilhelms sel. 
Sohn, verkauft ainen tail des gitz ze Martpach gelegen, genant imm Ranft, an der Stok- 
gassen, so ich danne vonn minem vatter siélgen ererbt hab, so vil und so wit und das 
danne usgemarchet ist, stosset an Hansen Nollen Hirrisakker, an Ohtmar Go6ss- 
lers silgen erben giter und an min git, davon dis git getailt ist, dem Hans Stadbiner, 
Birger zu St.Gallen, und dessen Ehefrau Margaret um 13'|, & 4 St. G. W. fiir ledig 
und los, mit der Bestimmung, das der zun uff der march stan sol, und daf Wilhelm und 
seine Erben auf ihrem Teil des Gules ze ewigen ziten niemermere buwen, setzen noch 
machen noch daruff wachsen laussen sdéllent, das danne der vorbenanten Hannsen Stabiners 
und siner frowen wingarten, friichten und reben desselben wingarten, ze Martpach gelegen, 
genant der Kirnler, stosset an Hannsen Nollen git, an der Géssler git, schaden bringenn 
mége; was sie aber auf ihrem Teil bauten oder was darauf wiichse, das Stdbiner etc. nach- 
teilig wdre, das diirfen diese selbst entfernen von iins gantzlich ungesumpt und ungeirret, 
ouch 4n zorn, &n rach und &n clag. Fiir Wilhelm siegelt Hans Vogler, Ammann des Abtes 
von St.Gallen zu Altstdtten. Hans Furter von Marbach, Vogt des Wilhelm, erklart 
seine Zustimmung und bindet sich unter des Ammanns Siegel. — An sant Johans abet, des 
Toffers, 1449. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. B. 9, Nr. 29. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 
30 


234 Kaspar 1442—1463. 


5001. — 1449 Juni 25. (St. Gallen.) — Ulrich von Piirs und Hans Bésch, beide 
Birger zu St. Gallen, verkaufen einen jahrlichen Zins von 5 & 15 B » St. G. W. ab und usser 
tinser wis und gelegnem gite, gelegen ze Santgallen vor Mfiiltertor und ainhalb stosset 
an Hansen Brunner, anderthalb an Peter Kressibachs garten, ze der dritten sidten 
an die Iren und an des richs strasse, und ab der gezimber, sowie sonstigen Zugehérden dem 
Junker Konrad von Andwil (Ainwil), derzeit Meister und Pfleger des Hl. Geist-Spitals 
zu St. Gallen, zu dessen Handen um 115 ® ~. Der Zins ist je auf Martini, dies Jahr be- 
ginnend, in St. Gallen zu entrichten, wofiir die genannte Wiese und der sonstige Besitz der — 
Verkdufer haften, und kann mit der gleichen Summe abgelést werden, vor Johannis ohne, 
danach mit Jahreszins; doch ist im Fall einer miinsswendi zu warten, bis hie ze Santgallen 
ain durchginti mimss und werschaft wider angesihen wirt. — An der nichsten mitwuchen 
nach sant Johans tag, des Toffers, ze sunnwendi, 1449. 


Stadtarchiv St. Gallon, Urk. Suppl. (einzelne). — Pergament-Original mit offen hangenden Siegeln. 


5092. — 1449 Juli 1. DieBenhofen. — Herzog Albrecht von Osterreich schreibt 
an Birgermeister und Rat zu Si.Gallen: Uns ist angelanngt, wie an ettlichen ennden fiir- 
gegeben werde, daz wir die Fulachen, Rogkwilr und ander ir hellfer, die unserm rat 
Pilgreim von Hewdorff bey nacht und nebel unbewart sein slof, leib und gut habent 
understannden anczegwynnen, unpillichen in unsern ungnaden haben. Darauf lassen wir ew 
wissen, als wir dann den von Bern, Solotern und andern auch getan haben, daz wir ye 
allen unsern ernst darczu tun wellen, damit frid und sun in unsern lannden gehalten werde, 
und sdélich unbillich sachen nyemand vermainen zu gestatten. Da nun dem Vernehmen nach 
sie zu friden ouch genaigt seien, bittet er, daflir zu sorgen, daz uns von den ewrn kainerlay 


irrung in sdlichem unserm firnemen beschehe. — Geben zu Tyessenhoven, an zinstag 
nach sand Peter und Pauls tag, 1449. 
Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. — Kanzleivermerk 


rechts unten: Dominus dux in consilio. 


5093. — 1449 Juli 3. — Ulrich Prider, sesshaft ze Bernang an dem Kobel, 
zeigl’ dem Abt Kaspar von St. Gallen an, dag er dem Heinrich Hux, Birger zu 
St.Gallen, einen Weingarien amm Kobe! gelegen, genamt Roterhalden, stosset an 
das Vogelsang, an den Nidegger und zi zwain sidten an Cinrat Schniders git, 
sein Lehen vom Gotteshaus, verkauft habe, und sendet denselben dem Abt, da er von krank- 
hait wegen mins libs nichi persénlich vor ihm erscheinen kann, auf by dem erberen Ri- 
dolffen Beken, dem schriber, der ouch von itiwern gnaden belehent ist, mit der Bitte, 
den Kdufer damit zu belehnen. Fiir ihn siegelt Ulrich von Piirs. — An sant Ulrichs 
abet, 1449. 

Stiftsarchiv St. Gallen, Rubr. Xifl, Fasc. 6. — Papier-Original,; das ehemals vornen aufgedriickte Siegel 
ist abgefallen. 


5094. — 1449 Juli 9. St. Gallen. — Abt Kaspar und der Konvent des Gotteshauses 
St. Gallen einerseits und Dekan und Kapitel des layschen decanats zi Sant Gallen ander- 
seits, zwischen denen Streit bestand, indem Abt und Konvent mainten, recht haben zi erben 
alle die priester, so danne in dem egenanten decanite und capitel zi Sant Gallen verpfrindt 
sind mit pfrinden, die von uns za lechen herrtiren, zi den zyten, so sy uff denselben pfrinden 
geséssen und daruff abgestorben sind, wogegen Dekan und Kapitel meinten, sdlichs nit billich, 
sonder dafiir von bépstlicher gnade privilegyert und gefryet sin, erkldren, daB sie die giit- 
liche Entscheidung dem Meister Heinrich Tanhain, lerer bépstlicher und kaiserlicher 
rechten, und dem Hans Her, derzeit Hofammann zu St. Gallen, iibertragen hdtten und 


Kaspar 1442—1463. 235 


durch diese zi der mynnen gesprochen worden sei: Welher priester hinfiir von tods wegen 
abgat uff ainer pfrinde, die von uns, dem vorgenanten abbt Caspar, und unserm gotzhus lechen 
ist, es sye ain pfarrkilch, vicarye oder capplany, die derselbig abgangen priester bif an sin 
ende besessen und ingehept hat, das danne sin erben uns und unserm gotzhus nit me zai 
gebend pflichtig noch schuldig sin séllen denne vier git rinsch guldin, deren uns, den ob- 
genanten abbt Caspar und convente, und alle unser nachkomen und das obgenant unser gotz- 
hus wol benigen sol und wil. Abt und Konvent entsagen allen weiteren Anspriichen, wo- 
gegen Dekan und Kapitel sich zur Entrichtung des Betrages bereit erkladren, auf alle Privi- 
legien verzichten und dem Abt semlicher gnade und friintschafft danken. Es siegein Abi und 
Konvent, pfaff Canrat Herisow, liitpriester zi Appenzélle und dechen des vorgenanten 
decanats und capitels zi Sant Gallen, und der camrer und die priester gemainlich des ge- 
dachten capitels mii unsers gmainen capitels insigel. Von dem Briefe werden gleichlautende 
Exemplare den Parteien ausgefertigt. — Zi Sant Gallen in der statt, an der néhsten 
mitwuchen vor sant Margarethen tag, 1449. 

Stiftsarchiv St. Gallien, E. 2. A. 1.— Pergament-Original; das 1. 3. und 4. Siegel hangen offen, das 


2. eingendht. — Das zweite Exemplar findet sich im Archiv des Landkapitels St.Gallen, eine 
lateinische Ubersetzung (Papier-Kopie) im Stiftsarchiv, Rabr. XIII, Fasc. 6. 


5095. — 1449 Juli 11. Constanz. — Bischof Heinrich von Constanz, Verweser des 
Stifles Car (zi Chure), bitted Biirgermeister and Rat za St. Gallen, ihm auf einen Rechtstag, 
den er mit Ridolffen von Underwegen vor den von Lindow zu leisten habe, namlich uff 
sonntag zi nacht nach sant Jacobs tag (27. Juli) néchst daselbs zi Lindow zi sin und uff 
morndes mentag zt frigem rautzyte zi den sachen zi griffen, eine Ratsbolschaft zu schicken 
(schyben) mit Befehl, uns des besten bystendig und berauten, sunder uff sambstag zi nacht 
davor in unserm schlof zi Arbon za sin; so wellend wir si durch die unsern uff den vor- 
genannten sonntag gen Lindow und widerumb von dannen gen Arbon vertigen. — Geben 
zi Costentz, an frytag vor sant Margarethen tag, 1449. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille at. — Vgl. Nr. 5096. 


5096. — 1449 Juli 14. (Cur.) — Werchmaister und raut der stat Chur schreiben an 
Birgermeister und Rat zu St.Gallen- Ir hand villicht wol gehért und vernommen, wie 
Ridolff von Underwegen, unser widersecher, zi Lindow in gefanknus kommen ist, 
darumb nu die von Lindow ain rechttag fiir sich gesetzt hand uff mentag nach sant Jacobs 
tag, ze friger rautzzit da ze sind. Zu diesem biiten sie ihnen eine Botschaft abzuordnen, 
die Sonniags ze Nacht an der Herberge sei; denn uns zemal vil daran gelegen ist. — Datum 
uff mentag vor Divisionem appostolorum, 1449. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegelresten a t. 


5097. — 1449 Juli 15. (Bernang.) — Hanns Herman der elter und Ulrich Taschler, 
baid von Bernang im Rintal, buwmaister dez buwes und korB an iinsers lieben Frowen 
gotzhus und kilchen ze Bernang, und Hansman Schmid, Bartlame Wettach und 
Hanns Jicklin, all drig an der zitt recht gesetzt kilchenpfleger desselben iinser lieben 
Frowen gotzhus zi Bernanag, verkaufen mit Zustimmung gantzer nachpurschafft ze Ber- 
nang... von dez vorgenantten kor8 und buwes... redlichen nott und bessrung wegen alle 
Rechte des Goiteshauses an dem jdhrlichen Zins von 1 8 % C. W., der vor Zeiten von Eg- 
lolf von Rosenberg sel. mit des Gotteshauses Gui erkauft worden ist und aus einer Wiese 
ging, genant die Ysel, gelegen ze Bernang, stosset an den Gybel und unnen an die Ach 
und an derro von Empts wisen genant daz Gemiind und obnen an den wiger, der zi der 


236 Kaspar 1442—1463. 


vesti Rosenberg gehortt, jetzt im Besitz von Brida von Rosenberg, Birgerin zu Con- 
stanz, Witwe von Litfrid Muntprat sel., um 24 & 4% Landeswdéhrung an Brida von 
Rosenberg. Es siegelt Hans Hermann, Ammann zu Bernang, fiir sich und die andern Ver- 
kdufer. — Uf sant Margarethen tag, 1449. 


Stiftsarchiv St. Gallen, M. 3. Zz. 16. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. — 
Regest: Géldi, Der Hof Bernang, Nr. 123. 


5098. — 1449 Juli 18. Leoben. — Kaiser Friedrich (II1.) gebietet den Firsten des 
deutschen Reiches, darunter dem Abt Kaspar von St.Gallen, einer Reihe von adeligen 
Herren, worunter Graf Wilhelm von Sargans, Wolf von Brandis und die Fretherren 
Diebold und Albrecht von Hohensax, den Stddten Basel, Constanz, Zitrich, 
Si.Gallen, Lindau, Bregenz, Arbon und Bernang, Ammann, Rat und Gemeinden 
der Grafschaft Feldkirch, den Landschaften Schwiz, Appenzell und Bregenzer- 
wald, Lustenau und Ammann und Gerichtsleuten za Ems und Tornburn, den Hans 
und Jakob von Ems (Emptz), Séhne des jiingst verstorbenen Hans Ulrich des dlteren 
von Ems, bet den Rechten zu schiitzen, die ihr Vater in seinem Streit mit Eberhard von 
Ramswag und dessen Gemahlin Klara vor pdpstlichem und Reichshofgericht, wie auch 
zuletzt vor Hans von Stubenberg, Hauptmann in Steier, za Graz (Gretz) behauptet 
habe. — Zu Lewben, am freitag vor St. Maria Magdalena tag, 1449. 


Archiv Hohenems. — Pergament-Original; das Siegel fehli. — Regest: Zésmaier, Urkundenausziige 
etc., X XI. Jahresber. des Vorarlb. Museums - Vereins (1881), Nr. 192. — Appenzeller Urkundenbuch I, Nr. 818. 


5099. — 1449 Juli 26. — Hainrich Schnider von Gundeltzhusen, burger zi 
Wyl, rechter hoptschuldner und giilt, der von Meister Andres Richlin von Constanz 
100 6 4% C. M. und 70 fl. empfangen hat, verkauft ihm dafiir, mit Rudolf von Steinach, 
SchultheiZ, und Heinrich Wetzel, Birger zu Wil, als Mitgiilten und Mitschuldnern, auf 
Riicklésung einen jdhrlichen Zins von 10 Mutt Kernen C. M., 10 Herbsthiihnern und 3'/, Gulden 
aus seinem Haus zu Wil an der Hintergasse, stobt an dio Samlung und an des gotz- 
hus von Vischinen hus, ferner aus seinem Baumgarien vor der Stadt Wil, genannt Wiris 
Gart, und aus dem halben Hof zu Miinchwil, der sin pfand ist vom gotzhus Sant Gallen 
umb Ixviij lib. dn. und j lib. v # dn. geltz und ain mut habergeltz. — An dem nechsten 
samstag nach sannt Jacobs tag, 1449. 


Stiftsarchiv St. Gallen, BOcherarchiv Bd. 95, S. 31 f. — Verzeichnis der von Abt Ulrich (VIII) eingelésten 
Briefe, 1490 von Ulrich Rigger angelegt. 


5100. — 1449 Juli 28. (Bernang.) — Vor Ruedi Sturzenegger von Bernang im 
Rheintal, der auf GeheiB von Hans Hermann, Ammann zu Bernang, im Hof daselbst 
Offentlich zu Gericht sitzt, klagi der Ammann mit Hansmann Schmid als Fiirsprech: 
Abt Eglolf selig (von St.Gallen) habe dem Heini Giimel sel. von Widnau (Widendw) 
und dessen Kindern ein Gut gen. das Hiipffing samt Zugehérde gegen einen jdhrlichen 
Zins und die Verpflichtung, es in Ehren zu halten, geliehen; Giimels Kinder aber hdtten es 
nit in eren gehept, sodaf Abt Kaspar und sin amptliit und gewalt ihn beauftragi hdtten, 
das Gut zu seinen und des Kelnhofs zu Bernang Handen, in den es gehGére, zu ziehen. Hierum 
stehe er uff siner dritten clag und sei den Kindern und ihrem Vogi nach Hofrecht bei der 
ersten Klage verkiindet worden, und also hetti er nun tagzitt nach des hofs recht ussgewarttet; 
doch sei niemand fir die Gegenpartei zur Verantwortung erschienen. Das Gericht entscheidet 
mit Mehrheit: Hermann solle das Gut zu seinen und des Kelnhofs Handen ziehen, und die 
Beklagien sollten thn daran ungesumpt laussen; ez wir denn sach, daz sy gesumpt hetti 
und darumb hettint, daz dafiir nich dem rechten git und gnig war. WHieriiber wird dem Am- 


Kaspar 1442—1463. 237 


mann ein Brief ausgestellt, den fiir den Richter Junker Wilhelm von Steinach siegeli. — 
Amm néchsten mentag nach sant Jacobs tag, 1449. 


Stiftsarchiv St. Gallen, 0. 0. 3.6.4. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. — 
Regest: Wartmann, Der Hof Widnau-Haslach, Nr. 21. — Vgl. Nr. 5012 und 5072. 





5101. — 1449 August 1. (St. Gallen.) — Walther von Dobel, ain schnider, Birger 
zu St.Gallen, vermacht mit Zustimmung seiner ehelichen Kinder zu seinem und seiner 
Vorfahren Seelenheil an Sant Laurencijen buw, der liitkilchen zi Santgallen, 5 # 4 St. 
G. W., die dem Baumeister der Kirche aus seiner Hinterlassenschaft nach Befriedigung aller 
Glaubiger (geltschuldner) vor allem tail auszurichien sind, als das alles ain burgermaister 
und ain rat zi Santgallen angesehen habent. Sollte nach Befriedigung der Glaubiger nicht 
so viel tibrig bleiben, so darf der Baumeister die ganze Hinterlassenschaft zu Handen der 
Kirche an sich ziehen. — Ze ingintem Ogsten, 1449. 


Stadtarchiv St. Gallen, Urk. Suppl. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


5102. — 1449 August 1. Leoben. — Konig Friedrich (IIL) zeigt dem Biirgermeister 
und Rat za Si.Gallen an, er gedenke, auf der Ayndliftawsend mayd tag schirstkunftigen 
(21. Oktober) zu erheben, gen Rom ze ziehen, unser kayserliche kron mit der hilff gotes 
des alméchtigen da ze enphahen, und begehrt, nachdem und ir uns gewant und zu allem 
dem, so des heiligen reichs eer und nutz antrifft, wol pilleich dyenstleich und beystentig 
seit,.. daz ir etleich aus ew mit aym geraysigem volkh, als mayst ir mugt, ordnet und zt- 
richttet, solich rays mit uns ze zyehen, und uns die an die ende, so wir ew zum nachsten 
schreiben und benennen werden, zischicket, wol gezyeret, als sich dann geburet, dyeselben 
rais mit uns ze tun und ze volbringen, uns, dem heyligen reich und ew selbs zu eern. Hr 
dringt auf baldige Antwort. — Geben zu Lewben, an sand Peters tag ad vincula, 1449. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel a t. — Kanzleivermerk rechts 
unten: Commissio domini regis propria. — Vgl. Nr. 5114. 


5108. — 1449 August 1. Wil. — Konrad Miinch von Gachnang (Gauchnang) er- 
kladrt in Betreff der Streitigkeiten, die zwischen Abt Kaspar von St. Gallen und thm be- 
standen von aines wingarten wegen, nemlich zwo juchart an dem Ymiberg gelegen, stoset 
ainer sydten an Tiifentaler égerden und unden an die landstraB, der vordem Leibding 
einer Frau von Luterberg war und an Minch, wie er meinte, als Erbe vom Vater gefallen 
und ihm von seinen Briidern zu Teil geworden ist, auch nach seinem Vater noch heute des 
Miinchs Wingart genanni wird: er sei mit dem Abt freundlich iibereingekommen und von 
thm in solcher Weise entschddigt worden, daB er ihm und dem Gotteshaus den Weingarten 
gar und gantz frilich und ledklich tibergeben habe; er enisagt aller Ansprache. Hiebet 
waren zugegen die vesten Job von Schinach, Hertégen von Hiinwil, Eglolff von 
Roschach, Hans Hainrich von Werdegg etc. — Zi Wyl im Turgow, in des vor- 
genanten gotzhus statt, an dem ersten tag des manentz Ougsten, 1449. 


Stiftsarchiv St. Gallien, 0. 0. 0. 1, Faso. 1, Nr. 8. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


5104. — 1449 September 1. (Wil.) — Vor Heinrich Bischof (Byschoff), Birger zu 
Wil, der mit Erlaubnis des SchultheiBen namens der Frau Margreta Asterin offentlich 
zu Gerichi sitzt, in m&B als ob ich ze Krilberg gesessen wir, fertigé Ulrich Fry von 
Krilberg dem Ulrich Wagner und Hans Murer, Birgern zu Wil, derzeit Pflegern des 
Hl. Geist-Spitals daselbst, zu Handen des Spitals einen Zins von 2 Mutt Kernen aus 
seinen Eigengiitern gen. Grafen und Wirris Gat zu Krilberg samt Zugehérden, den er 


238 Kaspar 1442—1463. 


den Pflegern um 20 €& 4% C. M. u. W. verkauft’ hat; der Zins ist, dies Jahr beginnend, je 
auf Martini nach Wil zu entrichien. Es siegeln Bischof und fir Fry Junker JoOrg von 
Holtzhusen. — An sant Verenen tag, 1449. 


Stadtarchiv Wil XX, 75. — Pergament-Original mit offen hangenden Siegeln. 


5105. — 1449 September 3. Lichtensteig. — Freiherr Petermann von Raron (Raren) 
schreibt an die von Frauenfeld, auf ein friiheres Schreiben an sie von Beringers von 
Landenberg, éch Hugen von Hegéw wegen sei ihm von letzterem keine Antwort zu- 
gekommen, von ersterem aber erwidert worden: er hab die lit vor gepfendt; er welle dch 
fiiro pfenden und angriffen mins herren marggrafen liit und git, untz er umb schaden und 
hoptgit erlést werd. Verstin ich nit, das si die lit us sorgen lassen noch uf der recht kains, 
inen gepotten, komen wellint; 5ch vernim ich, wie sy in und uss iiwer stat rittind und rit- 
schlagint; bedunkt mich frémd iiber séliche rechtgepott. Doch wie dem allem, bit ich iich 
noch hiit bi tag, sid si in itiwer stat sitzent, ir syent daran und schaffint mit in, das sy uff 
der recht ains komint oder die liit uss sorgen Jassint, oder ob der inen fiirgeschlagnen nit 
gentg wir, méchtind si mir fiirschlachen. Mécht aber sdélichs nit gesin und ich fiiro zi disen 
sachen w(u)rde tin, hoff ich wol, ir tigend inen dehain fiirdrung noch zischub noch mir 
noch den minen dehain ierrung, besunder ir lAssint mich noch die minen in noch usser iiwer 
statt nit schddigen noch enthaltind si wider mich. Schrifiliche Antwort durch den Boten. — 
Geben ze Liechtenstaig, an mitw(u)chen nach Verene, 1449. 


Stiftsarchiv St. Gallien, Rubr. Xill, Fasc. 6. — Gleichzeitige Papier-Kopie mit der Dorsualnotiz: Copy, 
denen von Frowenfelt. 


5106. — 1449 September 3. St.Gallen. — Ruedi Bart von Nieder-Biiren, der 
in Abt Kaspars von St.Gallen véngnib gewesen und in sinem und desselben gotzhus 
schlos8 zi Roschach in dem turn gelegen.. von sach wegen, die ich dann mit miner un- 
gehorsami und fréfenlichen worten wol verschuldt han, schwort, auf Firbitte one engeltnib 
freigelassen, Urfehde und gelobt, fir allfdllige kiinftige Ansprachen an Abt und Goiteshaus 
zum KRecht vor Birgermeister und Rat zu Lindau oder St.Gallen zu kommen, um An- 
sprachen an Gotteshausleule aber sich des Rechtes in den Gerichten, da die gesessen sind, 
geniigen zu lassen. Handelt er dagegen, so soll er als ain erloser, mainaider und vertailter 
man gelten. Fiir ihn siegelt sein lieber Junker Konrad von Haidelberg. — Zi Sant 
Gallen, an der néhsten mitwuchen nach sant Verenen, der hailgen jungfrowen, tag, 1449. 


Stiftsarchiv St. Gallen, E. E. 3. G. 3. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 


5107. — 1449 September 16. Bei Constanz. — Vor Dieppolt von der Hochen- 
Sagx, fryherr und lantrichter in Thurgoéw, der bei Constanz 6ffentlich zi lantgericht 
sitzt, klagt Peter Giipsiner von St. Gallen gegen den anwesenden Hans Keller von 
Ober-Biiren: wie das es sich hab gefigt, als er denn von hus uber feld gangen und nu 
widerumb haimkomen sye, das er sin wib nit im hus funden hab; also hab er ir nachgefragt 
und sye daruff gen Braitfeld komen. Da hab er sin elich wip und den benanten Hansen 
Keller by ainander in ainer kamer an ainer bestatt under ainer deckin funden. Also sig im 
derselb Hans Keller usser der kamer engangen; doch so hab er im sin hosen, wamsel und 
ain armbrost und sinem wip ir gewand genommen. Also hab es sich gemacht, das Hanns 
Keller gen Sanntgallen in die statt komen sye und hab sdélichen blunder an in ervordret, da 
nu erber liit zwiischen in baiden in die sach geredt sy fruntlich mit ainandern gericht haben, 
das er demselben Hansen Keller sin blunder hinu8 zi sinen handen geben sdlt, das er titt. 
Uff das lobte doziimél derselb Hanns Keller mit siner giten triiw in ayds wif, das er mit 


Kaspar 1442—1463. 239 


derselben siner elichen frdwen furohin nicht unerlichs mit ir 24 schaffen haben wolt. Sélichs 
er nu och ubersehen hab; dann er hab im sin wib vor und inne und hab die gen Ober- 
biiren in ains wirts huS verdingt, da er von ir und zd ir gang; er hab sy och syderher 
schwanger gemacht; dartzi sy er darnach by ir zi Lingenwiler gewesen, da er sy och 
funden hab. Fr begehrt umb sdlichs gerichts und wandels von Keller. Dieser antwortet 
darauf: wie das er gen Santgallen sin wélt, und als er gen Braitfeld in das wirtshu8 komen 
sye, hab er ain frdwen in dem wirtshuB funden sitzen. Also sig er zi ir gesessen und hab 
mit ir friintlich geredt und sy mit im, und syen also ains worden, das sy by ainandern in 
ainer kamer ze nacht in giter fruntschafft sigen gelegen. In dem sye nun derselb Peter 
Géppsinger komen und hab im sin armbrost und ir ir gewand genommen und gen Sant Gallen 
getragen. Also sig er daruff gen Santgallen komen, da er nu mit dem yeczgenanten Petern 
Goéppsinger friintlich gericht worden sye; er hab im och daruff sin armbrost wider geben. 
Das er aber gelobt hab, mit desselben Peter Gopssingers wip nicht mer 24 schaffen haben, 
hab er nit getén. Er hab im och sin wib, alsbald er mit im gericht worden sye, nie vor noch 
inngehept, wélt och sdlichs ungern tin; dann hett sy irem man getin, das im [lie]b wir ge- 
wesen, hett er ir wol gunnen. Er hab och desselben Peter Goppsingers wib nienderthin ver- 
dingt; dann ir vatter und mitter haben sy gen Oberbiiren verdingt und er nit. Auf die Be- 
schuldigung, dag er nach der Richtung bei Giipsiners Frau zu Linggenwil gewesen, erwidert 
Keller: wie er zi Zuckenriet gewerckt hab. Da er nu gen Lingenwiler zi der kilchen 
gangen sye, da sy dieselb Peter Géppsingers wib Sne sin wissen och da gewesen. Er glaube, 
auf die Klage kains wandels zi tin schuldig zu sein. Der Kldager erwideri, er glaube rechtlich 
erweisen zu konnen, daB Keller bei der Richtung das Geldbnis getan, und da er dieses iiber- 
treten, vertraue er, dap ihm Keller billich darumb wandel tin solle. Der Beklagle wiederholt 
seine vorigen Hinwendungen. Das Gericht entscheidet: Wa der obgenant Peter Gdépssinger 
fiirbringen und gewisen mag, als recht ist, das Hanns Keller gelobt hab, mit sinem elichen 
wib nicht unerlichs zi schaffen haben, und er wife sdlichs oder nit, so sol darnach furo be- 
schechen, das recht ist. Der Kldger macht sich anheischig, dies zu beweisen, und nennt als 
Zeugen den alten burgermaister zi Santgallen, amman Gelter, Ridin Swarczhannsen, 
den Béschen, Othmarn Kurczer, den Bertschiner und Henslin Edenschwiler, 
alle von Santgallen, und es wird ihm fiir die wisnusse Frist gegeben zi drin den niéchsten 
lantgerichten us, als recht ist. — Uff dem lanttag by Costentz, des nachsten zinstags nach 
des hailigen Criitz tag zi herbst, 1449. 


Stadtarchiv St. Gallen, Tr. 23, Nr. 21 Beilage. — Papier-Original mit Spuren des at. aufgedriicktem 
Siegels. — Kanzleivermerk rechts unten: Per Io. de Cappel. — Vogl. unten Nr. 5122, 5126 ete. 


5108. — 1449 September 20. — Biirgermeister und Rat zu St. Gallen verschreiben 
dem Egli von Rorschach dem dltern und seiner Gemahlin Barbara von Arnsperg 
um 26 € ~ in libdings wys ir staini hus mit dem garten, der daran zi Rorschach am 
kilchhoff gelegen ist. — Am xx. tag des ersten herbstmonotz, 1449. 


Stiftsarchiv St. Gallen, BOcherarchiv Bd. 98, §.65. — Verzeichnis der von Abt Ulrich (VIII) eingelésten 
Briefe, 1490 von Ulrich Rigger angelegt. 


5109. — 1449 September 20. — Ulrich Mayer von Vonwil, Birger zu St.Gallen, 
verkauft dem Ulrich Sporer, ebenfalls Birger, um 20 & ~% einen Zins von 1 & aus 
Haus und Hofstatt des Jorg Wirt sel., zu St. Gallen in der Stadt in dem Britl gelegen, 
stost an OthmarSporers hus, an der Schwésteren HuB und vornen an des richs straB. 
— An sant Matheus aubent, 1449. 


Stiftearchiv St. Gallen, BOcherarchiv Bd. 436, f. 95. — Kopie (vom Ende des 15. Jahrhunderts). 


240 Kaspar 1442—1463. 


5110. — 1449 September 20. — Klara von Rorschach, Abtissin, und der Kon- 
vent des Klosters Maggenau verschreiben dem Eglolf von Rorschach und dessen Ge- 
mahlin Barbara fir 28 © % St. G. W. einen Leibdingzins von 3'|: Malter beiderlet Kornes 
aus dem Hof und Gut Under den Eggen, genanni Eglis Riit. — An sannt Matheus 
aubent, 1449. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Bicherarchiv Bd. 95, S. 51. — Verzeichnis der von Abt Ulrich (VIII) eingelésten 
Briefe, 1490 von Ulrich Riigger angelegt. : 


S11. — 1449 Oktober 15. — Freiherr Petermann von Raron (Raren), Herr zu 
Toggenburg, nimmt von Konrad Riimell von Wintertur das lechen Hénberg, ge- 
richtt, zwing und benn, das dieser als Lehenirdger der Margret Aster und ihres Sohnes 
Meister Hans Roggwilers innehatte, durch gesiegelten Brief aber aufgesandt hat, auf 
und belehnt damit den Hans von Holtzhusen, Keller zu Biitswil (Biitzeschwill), als 
Lehentradger zu Handen der Frau und ihres Sohnes. — An santt Gallen aubend, 1449. 


Stiftsarchiv St. Gallen, D. D. 1. A. 1. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 


SLL2. — 1449 Oktober 16. — Vor Rudolf von Steinach als Gemeinmann und Hans 
Banwart, den man nempt GroBSli, von Walt, Egli Engler von Lengischwila, Hans 
Schowinger und Frantz Byschoff, beide Birger zu Wil, als Schiedleuten in den 
Streitigkeiten zwischen Cinrait von Ainwil, derzeit Pfleger des Hl. Geist-Spitals zu 
St.Gallen, und Ueli Keller ab der Hub, von ains wassergang und ains pliiwels wégen 
an demselben wir an def Kellers Hib, die da stosset an Guppfen, in denen den Parteien 
auf heute ein Tag angesetzi ist, klagt Konrad von Andwil, wie der vorgenant Uli Keller 
ainen pliiwel und war hette, stossent an def Kellers Hib ze Guppffen, und triiwt niit, das 
derselb wir also gon nach der pliiwel daselbs ston sélt, won es deB spital giter schaden 
briicht, wogegen Keller meint, dap beides billich im da gon und ston sélt; denn das menklichem 
unschadlich da stind und gieng.. Die Schiedsrichter sprechen giitlich, dag Keller den pliiwel 
da dannan ttn sol und den niiman darhin stellen, denn ob er wil, mag er in hinuff an den 
alten wassergang setzen. Und al denn der yetzgenant Keller ainen wir graiben haut by 
sinem huf in sin wisfen, sol er denselben wir in semlich mi8 machen, das ain mayer von 
Guppfen uff def gemelten spitals hoff, wenn er welle oder def notturfft sye, mug da wasser 
da obnan halbs nemmen und gen Guppffen lausen gon. Es siegelt Rudolf von Steinach fiir 
sich und die Schiedleute. — An sant Gallen tag, 1449. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. D 16, Nr. 16.— Pergameni-Original mit offen hangendem Siegel. 


5113. — 1449 November 2.— Heinrich Riser in Boxlow, als Gemeinmann, Ru- 
dolf von Steinach, Schulthei~B zu Wil, Hans Lainbach und Jorg von Holizhusen, 
beide Biirger zu Wil, und Hans Kromer von Gupfen als Schiedleute, auf welche Hans 
und Rudolf die Struben, Briider und Birger zu St.Gallen, und Berschi Gamper 
von Hindragampen in Streiligkeiten wegen eines Hages hindan am Niselberg und ouch 
von des haiges wagen am Niselberg ob des Gampers Wald, der yetzzem&l der Struben 
ist,.. zi minn und recht nach landloff gekommen sind, entscheiden nach Besichtigung der 
Hage und Verhérung der Parteien etc., das Berschy Gamper den vorgemelten haig hinda 
am Niselberg ziinnen und friden sol uff dem sinen und mit dem sinen und in den haig niit 
ziechen sol, won das in den haig mug komen ungevarlich, alB denn in ainen grinhaig gehdrt, 
und sol fiirbas&8 wéder er noch sin erben, oder wir denn dasselb git inhaut, under dem haig 
uff den Struben da vorgenant oder ir erben oder dem, der dasselb git innehaut und holtz, 
usB dem holtz niit howen und den haig alf ver hindenhin halten, al8 denn der Struben git 


Kaspar 1442—1463. 241 


gat. Wegen des andern Hages sprechen sie nach Anhérung der Kundschaft: das der ob- 
genant Berschy Gamper und sin erben, waér denn das git inhat, denselben haig nu hinfiir 
uff sinen kosten machen sdlen, das man git frid da hab, und den Struben da obgenant und 
ir erben oder dem, der dasselb ir holtz haut, gantz on schaden, und sond ouch all ziinne, 
so den notturfftig zi den haig, mit in bringen und dar firen gantz den Struben und ir nach- 
komen on schaden. Es siegeln Rudolf von Steinach fir sich, Riser and Lainbach, und Holtz- 
husen fiir sich und Kromer. — An Aller gelobigen selen tag, 1449. 


Stadtarchiv Wil XVI, 37. — Pergament-Original, von den Siegeln hdngt das erste offen, das zweite 
ist abgefallen. 


5114. — 1449 November 3. Neustadt. — Kénig Friedrich (II1.) dankt dem Biirger- 
meister und Rat zu Sit.Gallen, dap sie auf ein Schreiben, so wir ew von unserr rais wegen 
gen Rom haben getan, ... verwilligt, die ewrn zi sélher rais mit uns also ze schicken, und 
zeigt an, daz sich die bemelt unser rais von des sterbens wegen, so yetz in Welschen 
Lannden ist, darumb dann unser heiliger vater der pabst nuczemal nicht ze Rom wonet, 
auch der krieg, so in Obern Lannden sind, noch ain czeit verczichen wirdet. So wir aber 
die volpringen mainen, das wellen wir ew verkiinden. Doch begehrt er, daz ir dieweil die 
ewrn ordnet und schicket, die obberdrten rais alsdann mit uns ze zichen, in massen als wir 
ew vormals geschriben haben. — Geben zu der Newnstat, an montag nach Aller heiligen 
tag, 1449. 


Stadtarchiv St. Gallen, Missiven. — Papier-Original mit Siegel unter Papierhiille a t. — Kanzlei- 
vermerk rechts anten: Commissio domini regis propria. — Vgl. Nr. 5102. 


S115. — 1449 November 3. — Grosstdli und Klaintli die Vorster, Hansen 
Vorsters von Dorna elichen siine, verkaufen einen jahrlichen Zins von 10 B ~% St. G. W. 
aus threm Gut genamt die Mittel und aus Wiese, Haus, Hofstatt und Hofraite, alles zu 
Dorna, stosset an Ulis Beren siligen giter, an Haénslin ab Riitin, sowie aus ihrem Acker 
genamt der Bal, stosset och an tis Beren saéligen git und zi zwain sidten an des richs 
strasse, samt allen Zugehoérden dem Konrad Birer, och Birger zu St.Gallen, um 108 
St. G. W. Der Zins ist je auf Martini, ndchstes Jahr beginnend, zu entrichten. Fiir die Ver- 
kdufer siegelt Konrad Hor, Birger zu St. Gallen. — An dem nachsten miantag nach Aller 
selen tag, 1449. 

Stadtarchiv St. Gallen, Urk. Suppl. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. — Vgl. Nr. 5120. 


5116. — 1449 November 13. (St. Gallen.) — Konrad Appenzeller, sephaft zu Feld, 
und seine Ehefrau Adelheid (Aydelhait) verkaufen ihr Gut, genant Veld und daselbz ge- 
legen, als den iinsern tail, sami Zugehdorden, stosset an die strauss, an den weg, an die gassen 
und an Ulis, iinsers suns, git, dem Kaspar Hor, Birger zu St.Gallen, um 70 & 
St.G. W. Das Gut ist Lehen vom Golteshaus St.Gallen und vor diesem dem Kdufer ge- 
fertigi fiir ledig und los, auf~er daB dem Gotteshaus daraus 18 B ~% und dem Konrad 
Oberhuser 1 Viertel Schmalz jahrlich zu entrichten sind. Die Verkdufer sollen, solange 
sie leben, das Recht haben, Holz zu hauen in allen Hélzern, als ze brennen in iro hus uff 
disem git, und ze triben und ze waiden zi allen ziten in alle waiden dis gantzen gites mit 
zwain kiyen und zwain kalberen, und was opss uff disem gantzen git Veld wirt und wachset, 
dasselb ops sol inen alles gelichlich in aichlen wis volgen und werden. Sir sie siegelt Hein- 
rich Zwick, Altbiirgermeister zu St. Gallen. Hermann Keller als zigebner vogt der Ver- 
kadufer erkldrit, dafB der Verkauf mit seiner Zustimmung erfolgi sei, und bindet sich unter 
Zwicks Siegel. — An sant Bricius tag, 1449. 


Stadtarchiv St. Gallen, Tr. N, Nr. 30.— Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. — Vgl. Nr. 5117 
and 5119. 


31 


42 Kaspar 1442—1463. 


Sil7. — 1449 November 14. (St. Gallen.) — Otmar Goldast, Hofammann zu St. Gal- 
len im Namen des Abtes Kaspar, der daselbst in der statt under den vischbéncken dffent- 
lich zu Gericht sitzt, nimmt von Konrad Appenzeller, sef~haft zu Feld, und dessen 
Ehefrau, die mit Hermann Keller als irem zigebnen vogt, Hans Mager als Vogt der 
Frau, Hug von Wati als wiser und Rudolf Beck, genannt Schwarzhans, als Fiir- 
sprech vor ihm erscheinen, nachdem der Ehemann die vogtye willeklich an den stab uffgeben 
und der gedacht Mager die empfangen hit, deren Gul genanni Feld (s. Nr. 5116) mit aller 
Zugehérde auf und belehnit damit den Kaspar Hér, sid es dann lechen ist vom hofampt. 
Es siegeln der Hofammann, Mager und fiir die Verkdufer Hug von Watt. — An dem néhsten 
fritag vor sant Othmars tag, 1449. 

Stadtarchiv St. Gallen, Tr. N, Nr. 31. — Pergament-Original mit offen hangenden Siegeln. 


S118. — 1449 November 15.— Burkhart Schenk von Castell, seBhaft zu Mam- 
mertshofen, der mit seinem Bruder Marquart laut Heiratsbrief ihrer verstorbenen Eltern 
beim Todesfall ihrer anne (Mutter der Mutter) von den Erben 400 fl. rhein. ausbezahlé er- 
halten soll, erkladrt, daB er jetzt nach dem Tod der Grofmutter fir sich und seinen Bruder 
fir die 400 fi. von thren Vettern, den Briidern Michel und Marquart von Ems, auf Giiter 
sichergestelli und durch einen jdhrlichen Zins von 20 fl. befriedigt worden sei. — An St. Oth- 
mars abend, 1449. 


Archiv Hohenems. — Pergament-Original mit wohlerhaltenem Siegel. — Regest: Zésmaier, Ur- 
kundenausziige etc. Nr. 193, XXI. Rechenschaftsber. d. Vorarlb. Museums-Vereins (1881), S. 85. 


5119. — 1449 November 15. — Ulrich Appenzeller, seBhafi zu Feld, Birger 
zu St.Gallen, erklart, daB ihm Kaspar Hor 70 & % St.G. W. bar bezahlt habe; dafiir 
sollen er und seine Erben die erberen Cinraten Appenzeller, min lieben vatter, und 
Aydelhaiten, min lieben mitter, baide alle ir leptag, diewil sin in lib und in leben sint, by 
iins haben, inen essen und trinken geben, ouch hunger und frost bissen ze allen ziten und 
gut pflegnust ze tind, und sollen ihnen wichentlich auf Verlangen 2 Mag Wein geben; wollen 
die Eltern nicht bei ihnen bleiben, so sollen ihnen jahrlich auf Martini 10 & 4 nach St. Gallen 
als Leibding ausgerichlet werden aus Ulrich Appenzellers Gut und Weide ze Veld gelegen 
und also genant samt Zugehérden, stosset an Caspar Hoéren git, an den Schiltakker, 
an die Waid, an der Bopphart git und an Ohtmar Oberhusers git, und das Gut ist 
als Unterpfand fir das Leibding eingesetzt. Fiir Appenzeller siegell Heinrich Zwick, 
Altbiirgermeister zu St. Gallen. — An sant Ohtmars abet, 1449. 

Stadtarchiv St. Gallen, Tr. 25, Nr. 485. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. — 
Vgl. Nr. 5116 f. 


5120. — 1449 November 165. — Gross- und Klaintlin die Vorster zi Tornach, 
Birger zu St.Gallen, verkaufen einen jahrlichen Zins von 10 B % St.G. W. aus ihren 
Giitern zi Torna gelegen, genannt die Wis, stosset an Henslis Bers git und an Riitis 
git, uss dem Mittel, stosset an Gesenhansen, und uss dem Bal, stosset an des Béren 
git und an des richs strass, sami allen Zugehérden dem Hans Rot, dem Weber, eben- 
falls Birger, um 10 © . Der Zins ist je auf Martini in St. Gallen zu entrichten. Fiir 
die Verkdufer siegelt Heinrich Hux, Alibaumeister zu St. Gallen. — Uff sant Othmars 
abent, 1449. 

Stadtarchiv St. Gallen, Urk. Suppl. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. — Vgl. Nr. 5115. 


S121. — 1449 November 18. (Ober-Batzenheid). — Ulrich Spitzli, Ammann des 
Fretherrn Junker Petermann von Raron (Raren), Herrn zu Toggenburg, als gemain- 


Kaspar 1442—1463. 243 


man, Kaoni Biieler von Liitisburg und Franz Bischoff, Birger zu Wil, schidliit 
und ain zisatz fiir Abt Kaspar und das Kapitel des Gotteshauses St. Gallen des einen, 
Bertschi Herisperg und Hans Brantman von Burgau, schidliit und ain zisatz fir 
Abtissin Klara und den Konvent des Gotteshauses Maggenau (Maggnow), des ordens von 
Citell, und Hans Bichwil von Lichtensteig des andern Teils, erkldren, diese Parteien 
hdtten ihnen die Entscheidung der Streitigkeiten iibertragen, die zwischen ihnen lange Zeit 
bestanden als von des grossen zehenden und sch von des niiwgeriites wegen, so ze Obren- 
Baitzenhaid uncz uff den Gunczenbach gat, da aber sich baid tail lang zit har geklaget 
hand, wie jeklichem tail ungdtlich von dem andren und besunder von denen beschehe, die 
denn bishar die zehenden und die niiwgeriit gesampnot und gelesen habent, und besunder 
iinser vorgenempter herr von Sant Gallen mainet, das etlich akren, agerten und gestiid in 
das niiwgeriit héren siillent, da die vorgenanten partyen aber zehenden nement in den 
grossen zehenden. Nachdem nun Heinrich von Rotenstein, Hofammann des Gottes- 
hauses St. Gallen zu Wil, fiir Abt und Kapitel, Konrad Suter, Vogt zu Maggenau, fir 
Abtissin und Konvent und Hans Bichwil fiir sich selbst an Hides Statt gelobt haben, sich 
dem Spruch zu unterziehen, ist auf heute durch den Obmann den Parteien ein Tag nach 
Ober-Batzenheid verkiindet worden, und nach Anhérung von Klage, Widerrede und eidlicher 
Kundschaft fdllen die Schiedleute einstimmig einen rechtlichen Sprach: (1) Also des ersten, 
als ain mark stat in dem Brakhoff in ainem akker an der Winterhalden, was dahinuff 
lit oberthalb und inherwert hanget uncz in die Stainmiirri uncz an den weg grad uffhin, 
dasselb gestiid, akern und dgerten sol zehenden geben in das niiwgeriit dem goczhus ze Sant 
Gallen. (2) Item, es ist ain mark gesetzt uff dem Triechten, die sol schaiden durch uff 
uncz gen dem brunnen in der wasserriinsi und sol denn von derselben mark unnan usshin 
schaiden uncz hinderhin an den aker, der in die Bhlhtib gehoéret; derselb aker Sch ist ge- 
nampt die Ebni. Und von demselben aker uncz in den Gunczenbach abhin sprechent wir, 
das das alles sol zehenden geben in das niiwgeriit. (3) Wir sprechent och: als des probsts 
git hat ainen aker in Gumpestlow und stosset an ainer sitten an den Langen Rain, 
an derselben anwand stdt ain markstain, der sol schaiden das niiwgeriit und den grossen 
zehenden. Dieselb mark die schaidet tiberhin an die mark, die da stit an dem weg, der da 
gat gen Hainrichsperg, und was darob hinuff lit, das soll zehenden gen in das niiwgeriit. 
(4) Wir sprechent dch, das die agert under Spinnenmo8 und das gestiid daran uncz hinab 
uncz uff den aker uff Stalden, den jetz Raff Welnower buwt, stosset an Cini Schnéden 
aker, die Ebni und der aker Vol] siillent zehenden geben in das niiwgeriit; doch das der aker, 
der ain garb git in das niiwgeriit, sol hinfiir gancz gehéren in den grossen zechenden, der 
die garb geben hatt in dem spicz vor dem kriesbdm. Doch sol gehéren Cini Schnéden akers 
zehent in den grossen zehenden. (5) Wir sprechent dch: das, was lit under Hiislis, uff dem 
kam uff Menlistobel lit ain aker, was under dem aker lit, hort zi der Bhlhtb und stosset 
inher uncz an das tébelli und herab uncz an den bach, das gehoéret alles in das niiwgeriit; 
und was obnan hin lit uncz an das holcz und herin uncz an des Diepfurters hag, gehéret 
dch in das niiwgeriit. Damit sollen die Parieien verschlicht, verricht und ganczlich gestnet 
haissen und sin, und es wird hieriiber jeder ein Brief ausgestellt unter dem Siegel des Ob- 
manns, unter das die vier Schiedleute sich binden. Hiebei waren zugegen: Bertschi Ratschi, 
Raff Welnower, Hans Héptili von Schénéw, Hans Burgherr, Cini Schnéd, 
RaidiSchnéd, Hans Baler, die kuntschafft gesait hand, her RidoJf Talman und ander 
erber liit vil, jung und alt. — An dem achtoden tag sant Martis, 1449. 

Stiftsarchiv St. Gallen, W. W. W. 1, Fasc. 1, Nr. 10. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. — 


Das 2. Exemplar des Spraches findet sich im Klosterarchiv Maggenau, G, Nr. 8. — Pergament- 
Original mit eingendht hangendem Siegel. 


244 Kaspar 1442— 1463. 


5122. — 1449 November 20..— Diepolt von der Hohenn Sagx, fryherr und lant- 
richter in Thurgoéw erkldrt in Betreff der wisnusse, die dem Peter Giipsiner von 
St.Gallen gegen Hans Keller von Ober-Biren laut Urteilbrief auferlegt worden und 
wofiir er Zeugen von St. Gallen genanni, die vor dem dortigen Richter und Gericht ausgesagt 
hdtten laui eines Briefes, dessen Verhérung Giipsiner begehrte: es sei auf Kellers Hinrede vom 
Landgericht entschieden worden, dag Gipsiner sin ziigen, in sinem urtalbrief genempt, person- 
lich zem néachsten lantgericht vor gericht stellen und nach dero sag denn fiiro beschehen 
sol, daz recht ist; es sye dann sach, daz er alsdann vor gericht erschain, ob er der denn- 
zimal dehainen nit gehaben micht, sol denn aber geschehen, daz recht ist. — Dez nachsten 
donrstags nach sant Othmars tag, 1449. 


Stadtarchiv St. Gallen, Tr. 23, Nr. 21, Beilage. — Papier-Original mit at. aufgedriicktem Siegel unter 
Papierhille. — Vgl. Nr. 5107, 5126 etc. 


5123. — 1449 Dezember 6. — Hans Noll, sefhaft zu Marbach, der einen Acker 
innehat (innhens hab), ist och gelegen ze Marpach, genampt des Hires Acker, stost an die 
landstras, ann Hanssen Wylhalms Ranfft und ann daz alt Kirla, das jeizt Hans 
Stdbiner von St. Gallen und dessen Ehefrau Gretta innehaben, erklart, er sei mit diesen 
freundlich iibereingekommen, daf er auf dem Acker dehainen bomm setzen, zwygen noch 
siinst inn dehainen weg uffzhhen solle, der dem Weingarten Altkirla durch seinen Schatten 
Schaden bringe; sollten dennoch auf dem Acker Baume aufgezogen werden, die dem genannten 
Gui Schaden tun, so sind sie von Stund an, wie sich denn byderbliit und och die nochbiiren 
darumb erkennen, ohne Widerrede zu enifernen. Fiir Noll siegelt Hans Vogler, Ammann 
des Gotteshauses St.Gallen zu Marbach. — Uff sant Nyclaus tag, 1449. 


Stadtarchiv St. Gallen, Spitalarchiv, Tr. B 9, Nr. 30. — Pergament-Original mit offen hangendem 
Siegel. 


5124. — 1449 Dezember 9. Bischofzell. — Abt Kaspar von St. Gallen verleihit zu 
Bischofzell dem Hans Muntprat (Momprat) auf dessen Bitte als Lehentrdger zu seinen 
und seiner Briider Rudolf,.Litfrid, Ludwig, Hans, Heinrich und Ulrich Handen 
die zwo vestinen Rosemberg und Bichenstain, ob Bernang im Rintal gelegen, welche 
an die Briider von ihrem Vater Litfrid Muntprat sel. durch Erbschaft gefallen sind, 
zi rechtem burgség. — Zi Bischoffzelle, an dem néhsten zinstag vor sant Lucyen 
tag, 1449. | 


Stiftsarchiv St. Gallen, Z. 5. C. 24. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. — 
Regest: Géldi, Der Hof Bernang, Nr. 124. 





5125. 1449 Dezember 9. — Kaspar Hor, Birger zu St.Gallen, verkauft einen 
jahrlichen Zins von 13 B 4 4 St. G. W. und zwen tail an fiinffundzwaintzig ayer und zwen 
tail an zwain herbsthinr, den er bisher hatte aus dem Gut des Heini Liner sel. genamt 
das Ebnot, gelegen in Gaiserwald, stosset an das Tiiffa, an die Sittren, an Haini 
Raschen git und an ander Haini Liners siligen erben giter, dem Konrad Biirer, eben- 
falls Birger, um 13 € 16 B %. — An dem nichsten zinstag vor sant Lucyen tag, 1449. 


Stiftsarchiv St. Gallen, J. J. 4. 9. 3. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 


5126. — 1449 Dezember 11. (Bei Constanz.) — Vor Diepolt von der Hochen Sagx 
fryherr und lantrichter in Thurgoéw, eréffnet Peter Giipsiner (Gobsinger) von St.Gallen 
darch seinen Fiirsprech: er habe vormals vor dem Landgericht gegen Hans Keller geklagt, 
das er im sin elich wib entfairt, uber das er doch mit siner giten triiw in ayds wiB hab gelopt, 
mit siner elichen frowen nicht unerlichs zi tind haben. Darauf sei nach Klage und Wider- 


Kaspar 1442—1463. 245 


rede ihm auferlegt worden, wider denselben Hansen Keller ain wisnusse zi tind, wozu er 
sich bereit erklart und auch seine Zeugen genannt habe laut Urteilbrief. Unter diesen Zeugen 
habe er Ridin Swartzhansen und Henslin Edenschwiler, beide von St. Gallen, die 
vor dem Gericht stiinden, genannt und bitte, sie zu verhoren. Sie werden nach urtal und 
recht by geswornen ayden verhdri und nach ihrer Aussage ihm als fiir nutz ziigen... mit 
der meren urtal erkent, woriiber dem Giipsiner auf Begehren ein Brief ausgestellt wird. — 
Uff donstag nach sannt Nicolas tag, 1449. 


Stadtarchiv St. Gallen, Tr. 28, Nr. 21, Beilage. — Papier-Original mit at. aufgedriicktem Siegel unter 
Papierhiiile. — Kanzleivermerk rechts anten: Per Stetter. — Vogl. 5107, 5123, 5137 ete. 


5127. — 1449 Dezember 13. — Hans Schuhmacher (Schichmacher) von Balgach, 
dem die Abtissin Ursula des Gotleshauses Unserer lieben Frau zu Lindau ihres Gottes- 
hauses Kelnhof zu Balgach mit allen Zugehérden auf 10 Jahre verliehen hat, stellt einen 
fevers aus, daf er den Hof unter folgenden Bedingungen empfangen habe: (1) Er soll den 
Hof die 10 Jahre, oder so lange man ihm den lassen will, innehaben und davon jéhrlich 
auf Martini 7 & %, auf Andreas 3 & 10 £ 4 Hofzins, alles Lindauer W., ferner an Fast- 
nacht 40 Fastnachthennen, auf Mariéd Himmelfahri 40 Augusthiihner, 11 Schafe auf den 
balmBaubent und 240 Hier entrichten und ouch vill, gelis8, ungnossamin und ungehorsamin 
inbringen und samlen und alles das nach Lindau in das Kloster liefern. (2) Er soll ainem 
vogt daselbs alle sine recht, so er von dem obgenanten kelnhoff hat, darab richten, der 
Abtissin gehorsam sein und dem kelnhoff tin, waz ich im schuldig bin za tin, und denselben 
kelnhoff nach notturfft, als daz von alter herkomen ist, verwesen. (3) Ich sol ouch alle ver- 
swigen lehen, all kéff und tiisch, und wie sich die gite verendern, allweg melden und daz 
alles angeben und nichtz von lehenschafft wegen zi lihint und an den botten haben, denn 
sovil mir min gniadige frow oder ir nachkomen zi gnaden tind und gonnent. (4) Auch sol 
ich mit gedingt miner gnadigen frowen der apptissin amptmann, er kome rittent oder gend, 
zi essint und trinkint und dem pfarit fiter und héw nach notturfft ane allen iren schaden 
und ane widerred geben. (5) Und als ich vormals ain lantman zi Appenzelle gewesen 
bin, also sol und wil ich nun hinfiiro sélichs niemermer tin und dehainen andern schirm 
weder mit der gemaind noch besunder nit an mich nemen ohne Hinwilligung der Abtissin. 
(6) Wenn er in einem Jahr die Zinsen nicht entrichtet und seinen Verpflichtungen nicht 
nachkommt, kann er darum genétigt und ihm der Kelnhof genommen und anderweitig ver- 
geben werden. — An sant Luczyen tag, 1449. 


Stiftsarchiv St. Gallen, A. A. 1. F. 10. — Pergament-Original; das Siegel fehlit. 


5128. — 1449 Dezember 15. (Bischofzell.) — Vor Abt Kaspar von St. Gallen findet 
zu Bischofzell ein freundlicher Tag zwischen dem Freiherrn Junker Petermann von 
Faron (Raren), Herrn zu Toggenburg, und Junker Hans Ulrich Trachsef (Truchsésen) 
von DieBenhofen statt. Dabei erzielt der Abt mit Hilfe des Freiherrn Junker Friedrich 
von Hewen, Hermanns von Landenberg, Chorherren des Stiftes Constanz, und der 
Altbirgermeister Rudolf Gelier und Konrad Hér von St. Gallen eine Verstandigung, 
das dieselbig sache der spénne, misBhellung und zispriichen, zwiischen obgenanten parthyen 
ufferstanden, ain stande haben und darumb ain friden sin sol untzit uff die Alten vastnacht, 
(22. Februar 1450) néhstkompt nach datum dif brieffs oder zédels, mit allen den gedingten; 
stucken, puncten und articklen, als der friden sid dem zyte des tags, ze Winterthur gelaistet, 
untzher zwiischen in gehalten, darumb zédel gemacht und baiden parthyen tibergeben sind... 
Und sind diser zédel zwen glicher lute gemacht und usser enandern geschnitten und jetwedrem 
tail ainer geben, an dem néhsten méntag nach sant Lucyen tag, 1449. 


Stiftsarchiv St. Gallen, Rubr. Xill, Fasc.6.— Papier-Original (ausgeschnittener Zettel). 


246 Kaspar 1442—1463. 


5129. — (1449 vor Dezember 19. Ziirich.) — Die eidgenéssische Tagsatzung be- 
schlieBit uniter anderm: 1) Die Boten sollen die Rechtbote, die Kaspar von Bonstetten 
und des Paiers Kinder denen von Appenzell getan haben, heimbringen. 2) Auf St. Va- 
lentins Tag zu nacht soll man die Boten, die jetzt dagewesen, zu Ziirich haben von wegen 
des Gotteshauses Sit. Gallen. 


Staatsarchiv Luzern, Allg. Abschiede A 113. — Regest: Hidg. Abschiede II, Nr. 361; Appenzeller Urkunden- 
buch I, Nr. 820. — Uber das Datum s. ad. Anm. in den Eidg. Absoh., a. a. O. 


5130. — 1449 Dezember 20. — Hanns von Hindrennberg, der von Michel Sailer, 
seinem Vetter, den hof und git imm Oberhof, genant Hirggenschwill und daselbs ge- 
legen, stosset an Bich, an Téschlenhusan, an das Aigen, an Wetzensperg, an das 
Rormos, an Atzenholtz, an Liimenschwill und an Hindrenberg, als Erbzinslehen 
gekaufi hat, verpflichtet sich, je auf Martini daraus einen Zins von 8 Malier beiderlei Kornes 
nach St. Gallen zu entrichten, fiir den das Gut und der sonstige Besitz des Kdufers haften. 
Der Hof darf nicht zerteilt werden. Will der eine Teil seine Rechte an den Hof veradufern, 
so hat er sie dem andern 5 f ~, niher und bas dann andren liiten anzubieten. Fir den Kdufer 
siegelt Andres Vogelwaider, Reichsvogt zu St. Gallen. — An sant Thomas abet, 1449. 


Stadtarchiv St. Gallen, Urk. Suppl. — Pergament-Original mit offen hangendem Siegel. 


5181. — 1449 Dezember 21. — Heinrich Spitzli von-Jonswil, Heini an dem 
Gérn, Miller zu Jonswil, und Hensli Hofammann von Ober-Uzwil, derzeit Kirchen- 
meier zu Jonswil, denen Abt Kaspar und der Konvent des Gotteshauses St.Gallen zu 
Handen der Friihmef-Pfrund za Jonswil einen Zins von 7 Muit Kernen Wiler Map aus 
des Gotteshauses halbem Kelnhof um 100 fl. rhein. laut gesiegelten Briefes verkauft haben) 
stellen thnen einen Revers tiber das Recht der Riicklésung aus. Spitzli siegelt fiir alle drei. 
— An sant Thomans tag, des hailigen zwélffbotten, 1449. 


Stiftsarchiv St. Gallen, BOcherarchiv Bd. 94, f. 98>. — Kopie aus dem 16. Jahrhundert. 


5132. — 1449 Dezember 24. — Johannes de Adlikann, armiger, prdsentiert dem 
Bischof Heinrich (IV.) von Constanz oder dessen Generalvikar ad prebendam plebanatus 
seu rectoris der Pfarrkirche in Goldach, die durch Tod des letzten Inhabers Heinrich 
erledigt ist, den Priester Wilhelm Hor and bittet um dessen Hinselzung. — Datum vicesima 
quarta mensis Decembris, 1449, indictione duodecima. 


Stiftsarchiv St. Gallen, G.5. P.6. — Pergament-Original mit eingendht hangendem Siegel. 


5138. — (1449?) Dezember 30. St. Gallen. — Abt Kaspar von St. Gallen prdsentieri 
dem Bischof Heinrich (1V.) von Constanz, Administrator von Cur, oder dessen General- 
vikar fir die erledigte Pfarrkirche in Ebringen, deren Kollatur ihm namens des Klosters 
St. Gallen zasteht, den Gabriel von Landenberg dictum de Braiten-Landemberg, 
Kleriker der Constanzer Diézese. — In Sancto Gallo nostro in monasterio, penultima die 
mensis Decembris, 1450, indictione tredecima. 


Stiftsarchiv St. Gallen, BOcherarchiv Bd. 369, S. 3. — Gleichzeitige K opie. 


5134. — 144